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 Transzendenter Wald

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Emaru
Cheshire of Dusk
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BeitragThema: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:47

Chouetsu no Mori
Transzendenter Wald


Oshibana Town und Hosenka Town wurden zwar nicht von einer unendlich langen Strecke getrennt, doch es war durchaus ein langer Weg, wenn man ihn unbedingt zu Fuß bestreiten wollte. Natürlich gab es inzwischen Bahnstrecken, Straßen und, nur für den Fall, sogar Wanderpfade, um schneller von einer dieser Großstädte zur anderen zu gelangen, doch folgte man der Luftlinie zwischen diesen beiden Orten, so kam man an einer besonders außergewöhnlichen Sehenswürdigkeit vorbei: Dem sogenannten „Chouetsu no Mori“, dem Transzendenten Wald. Dieser Name mag extravagant klingen, doch er hat ihn sich wirklich verdient, allein schon dafür, dass er es irgendwie geschafft hat, so gut wie kein einziges Lebewesen einziehen, dass weder Pilz, noch Pflanze ist. Natürlich gibt es noch den ein oder anderen Käfer hier und dort, doch selbst jene sind für einen Wald in sehr geringer Anzahl vorhanden. Auch Menschen verirren sich selten hierher, was an einigen Schildern liegt, die überall um den Wald herumstehen und davor warnen, hinein zu gehen, denn ein zweiter Grund für seinen Ruhm ist, dass nicht allzu viele Leute es wieder heraus schaffen. Es gibt einige ungenaue Karten von Leuten, die irgendwie wieder herausgekommen waren, doch sich darauf zu verlassen war eine kindische Hoffnung, die oft genug ihre Opfer gefordert hatte. Erstaunlicherweise duftete es aber kein bisschen nach Verwesung, die üppige Fauna schaffte eine sehr angenehme Mischung aus Gerüchen, die alles andere überdeckte. Das letzte große Merkmal war jedoch das Licht, das in den Wald schien. Egal, ob die Sonne oder der Mond schien, durch die Blätter drang nur ein winziger Teil an Licht, der sich an den außergewöhnlichen Borken der Bäume hier brach. Egal, ob man den Wald mit Scheinwerfern bestrahlte oder nur ein Streichholz anzündete, solange die geringste Lichtquelle zu finden war, sah es dort immer gleich auf: Ein düsteres, schwaches Leuchten, das sich durch den gesamten Wald erstreckte und gleichzeitig wirkte wie ein Hoffnungsschimmer und eine düstere Vorahnung. Und mit einer der Gründe, warum kaum ein Mensch hier seinen Weg fand, denn die aktive Sichtweite war auf wenige Meter beschränkt, alles außerhalb dieses kleinen Radius wurde zu einer Silhouette, bis auf die Bäume, die allesamt selbst im dimmen Licht strahlten...

Es gab nicht viele Leute, die sich in diesem Wald zurechtfinden konnten, doch ein paar wenige Menschen hatten es tatsächlich geschafft, nicht nur einmal, sondern sogar öfter herauszukommen und sich bei all jenen Versuchen ein gewisses Bild über das Layout des Ortes zu machen. Nicht unbedingt so, dass sie jeden Winkel kannten, aber immerhin gut genug, um problemlos hinein und hinaus zu gelangen. Noch weniger waren dazu fähig, einen bestimmten Platz in diesem Gebiet wiederzufinden, doch eine dieser Personen war heute hier... und das sogar in Begleitung. Eine hübsche, junge Magierin wurde von einem nicht weniger hübschen Kollegen aus anderer Gilde in Richtung einer bestimmten Lichtung geleitet, und die große Statur, das weiße Haar, die güldenen Augen ließen kaum einen Zweifel daran, welches Blue Pegasus-Mitglied das war...
Etwas überrascht war Emaru Dargin schon, dass Valerie ihn heute zum Training gefordert hatte. Natürlich sah er sie des Öfteren, was nicht jeder von sich behaupten konnte, doch gegen ihn gekämpft hatte das Mädchen noch nie. Dass sie ihn, der in der gemeinsamen Magie doch ein Stück bewanderter war als sie selbst, eines Tages um Hilfe bitten würde beim Lernen, das war klar gewesen, doch nie hatte er erwartet, dass sie ein richtiges Eins gegen Eins vorschlagen würde. Also schlugen sich die beiden durch das Geäst – was hier recht leicht war, denn so viel Geäst gab es in dem dunklen Wald gar nicht – auf dem Weg zu dem Platz, auf dem der Dargin vor über einem Jahr ein Nickerchen gemacht hatte. Auf einer seiner Reisen hatte er sich in diesen Wald gewagt, hatte in der Nacht auf einer großen Lichtung geschlafen und war am nächsten Morgen weitergezogen, oder hatte es jedenfalls versucht. Glücklicherweise gab es ein paar Flüsschen aus reiner Quelle in Chouetsu no Mori, sonst wäre er in dem Monat, den er bei seinem ersten Monat gebraucht hatte, um den Ausweg zu finden, eventuell verdurstet. Sein Proviant war etwa eine Woche, bevor er hinaus gekommen war, ausgegangen, doch bei den nächsten Besuchen hatte er es jedes Mal schneller wieder hinausgeschafft, und inzwischen kannte er sich recht gut aus, kannte auch die leichten Unterschiede, die das Licht tiefer im Wald aufwies, im Vergleich zu dem näher am Waldrand. Er hatte genug Erfahrung, um Valerie gefahrlos mitnehmen zu können... zumindest hoffte er das. Verlieren wollte er eine wichtige Freundin wie sie wirklich nicht.
„Wir sollten bald auf der Lichtung sein...“, meinte der Dargin, ohne Valerie aus den Augen oder ihre Hand loszulassen. Sie hier verschwinden zu lassen, wollte er nicht riskieren, zumindest nicht noch vor Kampfbeginn. Was wäre er denn für ein Beschützer, wenn er so etwas zuließe...? „Das hier ist einer der Orte, an denen ich selbst trainiert habe... Meine Finsternismagie hat nirgendwo so große Fortschritte gemacht wie hier, mein Kristallmagie ist aber nicht ganz so stark wie sonst. Dunkle Magien werden wohl durch diese Umgebung gefördert. Deshalb sollte das ein guter Trainingsplatz für dich sein, nicht wahr?“ Er lächelte sie kurz an, während er die letzten Äste aus dem Weg hielt und hinaus blickte auf den großen, von Laub und Gras bedeckten Platz, der sanft in der Finsternis vor ihnen lumineszierte. Eine beeindruckende und wunderschöne Aussicht, die nur wenigen Menschen vorbehalten war...

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Valerie
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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:50

Valeries Rechnung war relativ simpel gewesen und dementsprechend perfekt aufgegangen. Sie hatte beschlossen, dass sie ihre Finsternismagie verbessern wollte und wer wäre da ein besserer Ansprechpartner, als einer der bekanntesten Magier der Gilde Blue Pegasus, welche für eben jene Magie nun einmal relativ renommiert war? Valerie wusste, dass sie rein technisch gesehen keinerlei Chance hatte, den anstehenden Kampf gegen ihren besten Freund zu gewinnen. Tatsächlich sah es viel mehr so aus, dass er sie hoffnungslos in den Boden stampfen konnte und anschließend vermutlich nicht einmal aus der Puste wäre. Und dennoch wusste die Sakai, dass sie bei dem Weißhaarigen nichts in diese Richtung Gehendes zu befürchten hatte. Sie war sich mehr als sicher, dass der Dargin ihr niemals auch nur ein einziges Haar krümmen würde, weshalb sie gar nicht lange gezögert und einen eins zu eins Kampf vorgeschlagen hatte. Wie konnte sie schließlich besser lernen, wenn es um das praktische Anwenden und Benutzen ihrer Fähigkeiten ging, als bei der bloßen Ausführung? Außerdem war die Siebzehnjährige kein Mensch, der wirklich lange still sitzen und zuhören konnte, fehlte ihr dazu doch schlichtweg die Konzentration und die Geduld. Was also bot sich da besser an, als ein kleiner Übungskampf zwischen zwei guten Freunden? Und außerdem war da ja immer noch diese Runenschrift, die sie noch immer nicht wirklich ausprobiert hatte und von welcher heute unbedingt einmal Gebrauch gemacht werden musste. Vielleicht wäre es ihr ja so möglich, den Dargin zu überraschen und eventuell einen kleinen Vorteil für sich herauszuschlagen. Nicht, dass sie davon ausging zu gewinnen, doch extra leicht machen würde sie es ihrem Gegner mit Sicherheit auch nicht.
Von genanntem "Gegner" ließ sich die Sakai jedoch gerade blindlings mitten durch die Botanik führen und Valerie wusste, dass wenn er ihre Hand nicht gehalten hätte, sie schon längst verloren gegangen wäre. Viel zu sehr faszinierten sie die vielen Pflanzen und Kräuter, welche überall um sie herum blühten und nur schwer konnte sie an sich halten und nicht einfach loslaufen, um diesen Wunderwald in seiner bedrohlichen Dunkelheit auf eigene Faust zu erkunden. Die lauernde Finsternis schien sie beinahe zu locken und es war nicht sonderlich schwer zu erraten, was genau Emaru mit der Förderung dunkler Magien gemeint hatte. Der ganze Wald hatte eine solch atemberaubende Ausstrahlung, was ihn für die beiden Magier zu einem perfekten Kampffeld machte. Und dennoch würde es wirklich schwierig werden, sich von dem Umfeld nicht zu sehr ablenken zu lassen und trotzdem noch die Konzentration beim Kampf zu behalten. "Wehh, Emu-chan, es ist beinahe so, als hättest du das mit Absicht gemacht. Wie soll ich mich hier denn konzentrierten, wenn es hier überall so tolle Dinge zu sehen gibt?", meckerte das Mädchen und blies gespielt beleidigt die Wangen auf. Dann jedoch änderte sich ihre Laune schlagartig und sie stieß ein hohes Lachen aus, während sie ihre weißhaarige Begleitung glücklich anstrahlte. "Das war ein Spaß, weißt du. Eigentlich freue ich mich so, dich endlich wiederzusehen. Das letzte Mal ist schließlich schon Wochen her..." Es waren diese seltenen Momente, in denen Valerie bereute, sich ihrer Gilde angeschlossen zu haben. Natürlich liebte sie Lamia Scale, doch Hosenka Town lag so schrecklich weit entfernt von Oshibana, was den Kontakt zwischen beiden Magiern manchmal unnötig verkomplizierte. Dabei wäre es so schön, wenn sie einmal zusammen eine Mission mit dem Finsternismagier bestreiten könnte. Nun, das würde vorläufig wohl eher ein Wunschdenken bleiben, gab es doch momentan keinerlei Aussicht auf eine Allianz, bei der ausgerechnet ihre Hilfe gefragt war. Dafür hatten sie diesen anderen kleinen Momente, in denen sie sich sahen und wie heute ihre Zeit miteinander verbrachten. Und auf den heutigen Tag freute sich das Mädchen besonders, denn es war ihr erster arrangierter Kampf seit langem. Nach der Auseinandersetzung mit Kabuto, welche nun schon einige Zeit zurücklag, hatte das Mädchen eine Weile einen großen Bogen um derartige Treffen gemacht und auch ihre Begegnung mit Noctis hatte ihr das Vertrauen in die Männlichkeit nicht wirklich zurückgebracht. Emaru hatte sie von beidem nichts erzählt, wer wusste schon, wie er auf die Neuigkeiten reagiert hätte. Bei ihm musste sie außerdem auch keinerlei Sorgen haben, dass er sich an ihr vergriff. Sie vertraute dem Weißhaarigen und war sich sicher, dass er ihr niemals etwas antun würde. Schließlich hatte das Kätzchen sie zu einem so wundervollen Ort geführt und das nur, um ihr eine möglichst angenehme und nützliche Umgebung bei ihrem Kampf zu verschaffen. "Wow...", wisperte die Lamia atemlos, als sie den ersten Schritt auf die Lichtung trat. "Was für ein unfassbar toller Ort...danke, das du mich mit hier hin nimmst. " Bei ihren letzten Worten schenkte sie Emaru ein sanftes Lächeln, ehe sie nach einem Haargummi griff und sich die langen Haare zu einem hohen Pferdeschwanz band. Wenn sie schon kämpften, dann durften die lästigen Strähnen ihr auch nicht in den Weg kommen. Das man dabei einen ausgezeichneter Ausblick auf ihr vernarbtes Ohr hatte vergaß das Mädchen völlig. Sie fühlte sich so sicher bei Emaru, da musste sie sich um nichts Sorgen machen. Er war doch schließlich ihr Emu-chan!

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Emaru
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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:51

Emaru hörte Valeries Kommentar, und musste noch etwas weiter lächeln. Er kannte das Mädchen inzwischen gut genug, um ihren schmollenden Gesichtsausdruck als einen Scherz erkennen zu können, und er wusste auch, dass sie sich nie darüber beschweren würde, einen so schönen Fleck Natur zu begutachten. Zugegeben, er hatte damit gerechnet, dass es sie ein wenig ablenkte, aber so viel Konzentration, dennoch ernsthaft kämpfen zu können, traute er ihr doch noch zu. Und selbst, wenn er sich irrte: Das hier war kein Kampf zum Tode. Wenn sie sich ablenken ließ, würde sie maximal einen Tadel dafür bekommen, das wusste er; ob es nun gut war, dass sie in einer Kampfsituation so leicht vom Haken gelassen wurde, war eine andere Frage, aber er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie er diesem Mädchen ernsthaften Schaden zufügen sollte. Oder sie auch nur ankratzen. Nicht, weil er es nicht können würde, sondern weil er ihr so etwas einfach nicht antun konnte...
„Ja, du hast völlig Recht... das letzte Mal ist zu lange her“, meinte er nachdenklich. Valerie hatte ein großes, leeres Heim, während er sich in einer Wohnung rumschlagen musste, die er sich gerade so leisten konnte, obwohl sie ihm ohnehin zu klein war. Es wäre durchaus denkbar, sie zu fragen, ob er nicht eine Weile bei ihr wohnen dürfte, immerhin waren sie gute Freunde und es würde ihm etwas Zeit geben, mehr Geld anzuschaffen, um sich einen besseren Platz zum Wohnen zu besorgen, vielleicht etwas näher bei ihr. Was war die Schwachstelle des Plans? Genau. Er gehörte zu Blue Pegasus, deshalb konnte er nirgendwo anders leben als in Oshibana Town. Sie gehörte zu Lamia Scale, also konnte auch sie nicht aus Hosenka Town weg. Natürlich konnte einer von ihnen theoretisch die Gilde wechseln, aber Emaru liebte die Gilde, in der er seit über fünf Jahren arbeitete, diesen Ort, der ihm Hoffnung gegeben hatte, nachdem Shi aufgetaucht war und sein bisheriges Leben zerstörte. Er konnte niemals gehen, und genauso würde er von Valerie erwarten, das bei ihrer Gilde zu tun. Klar verbrachte der Dargin sehr gern Zeit mit ihr, aber so etwas Egoistisches würde ihm niemals in den Sinn kommen... „Seit ich auf Quests mit höheren Rängen gehe, kostet mich die Gilde immer mehr Zeit, aber irgendwie muss ich ja meine Wohnung bezahlen. Aber ich verspreche dir, ich passe auf, dass es nicht wieder so lange wird, bis wir uns das nächste Mal sehen, ja?“ Anstatt von ihr zu erwarten, irgendetwas für ihn zurückzustecken, war es seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass er für sie da sein konnte... immerhin war er doch ihr großer Beschützer. Er musste aufpassen, dass sie nicht in Wäldern verloren ging, sich nicht zu oft an Tee verbrühte und vor allem, dass sie nicht in Einsamkeit versank...

Das Mädchen enttäuschte nicht; sie war tatsächlich so begeistert von dem Ort, den der Dargin ihr zeigte. Es gab genügend Menschen auf der Welt, die nicht fähig waren, die Schönheit der Natur zu erkennen, wenn sie sich ihnen offenbarte, und keinen dieser Menschen würde er jemals in diesen Wald führen. Vielleicht schon, wenn er die Art Person wäre, die kein Problem damit hatte, andere Leute zum Sterben allein zurückzulassen an Orten, von denen sie kaum entkommen konnten, doch das war er ja glücklicherweise nicht. Sie dankte ihm sogar dafür, das hier sehen zu dürfen... ja, die Sakai war sein Vertrauen wirklich wert. Er blickte sie zufrieden an, während sie sich die Haare zusammenband, und sein Blick huschte kurz zu ihrem Ohr, fing sich aber bald wieder. Emaru hatte es heute nicht zum ersten Mal bemerkt und hatte schon vor einer Weile den Entschluss gefasst, sie nicht darauf anzusprechen; wenn sie ihm irgendwann die Geschichte dazu erzählen wollte, würde sie es schon von selbst tun, ohne von ihm in eine unangenehme Erinnerung gedrängt werden zu müssen. „Freut mich sehr, dass du es magst“, meinte das Weißhaar. „Nur wenige Leute bekommen diesen Ort zu sehen.“ „Und noch weniger kehren auch lebend wieder zurück“, fügte er in Gedanken hinzu, sparte sich aber natürlich, das auch noch auszusprechen. So etwas musste sie nun wirklich nicht hören. „Willst du dich erst noch ein wenig sattsehen, oder sollen wir gleich anfangen?“

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Valerie
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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:52

Im Grunde war es Emaru relativ hoch anzurechnen, dass er bisher davon abgesehen hatte Valerie auf die Spuren der unschönen Verletzung an ihrem Ohr hinzuweisen. Es war ein Thema, über das die Sakai nur ungerne sprach und bei dem sie nicht allzu auskunftsbereit war, wie vielleicht bei anderen Dingen. Natürlich hätte sie dem Dargin wohl dennoch die Geschichte erzählt, wenn er gefragt hätte und trotzdem war es ganz schön, das Thema nicht aufwärmen zu müssen. Ihr Ohr war eines der wenigen Dinge an ihrem Körper, auf das die Finsternismagierin alles andere als stolz war und daher fiel es ihr schwer, offen und unbefangen damit umzugehen. Ein dementsprechend großes Kompliment war es wohl auch, dass sie sich Emaru so präsentierte ohne auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden. Nicht, dass sie sich ansonsten zierte einen offenen Zopf in der Öffentlichkeit zu zeigen, doch es ließ sich nicht leugnen, dass sie ihre Scheu hatte, ihre rechte Gesichtshälfte so schutzlos zu präsentieren. Alte Angewohnheiten ließen sich nun einmal schwer ablegen und die Tatsache, dass ihr dies bei dem Weißhaarigen gelang musste einfach als ein unvorstellbares Kompliment gesehen werden.
Natürlich trug der Magier auch einen entscheidenden Teil dazu bei, dass sich die Dunkelhaarige so unvorstellbar sicher und wohl bei ihm fühlte. Nicht nur, dass er sich oft nach ihrer Meinung erkundigte, er gab ihr außerdem auch ein sicheres und wohlbehütetes Gefühl, als hätte sie jemanden, auf den sie sich verlassen konnte. Die Sakai mochte noch so viele Freunde haben, der Dargin war mit Abstand ihr Bester. Er hatte sie ein wenig aus ihrer Einsamkeit geholt, ihr gezeigt, dass sie nicht alleine war und er ihr auch in schwierigen Zeiten beistehen würde. Nur durch ihn hatte sie so manches Mal die Energie gehabt, sich weiter gegen ihren Vater aufzulehnen und das war auch einer der Gründe, warum sie ihm eine ganze Menge zu verdanken hatte. Außerdem war es immer ein solcher Spaß, wenn sie gemeinsam etwas unternahmen und Valerie kostete jede seltene Minute die sie gemeinsam verbrachten in vollen Zügen aus. Auch das war einer der Gründe, warum sie es schade fand, dass beide sich in letzter Zeit immer seltener sahen. Es war nun einmal schwierig, wenn man durch die Distanz zweier Gilden beeinträchtigt war und Hosenka und Oshibana lagen nun wirklich keinen Katzensprung auseinander. "Du solltest dir nicht so viele Sorgen machen, ich weiß doch, dass du unwahrscheinlich viel zu tun hast.", meinte sie daher und strich ihm kurz mit der freien Hand vertraut über den Arm, ehe sie ihre schlanke Hand aus seinem Griff wandte. Sie würde sein Angebot in jedem Fall annehmen und sich erst einmal mit der Umgebung vertraut machen, schließlich war es immer gut, zuerst das Umfeld zu kennen, bevor man sich einfach blindlings in einen Kampf stürzte. Mit einem fröhlichen Summen auf den Lippen schritt sie erst die Grenzen der großen Lichtung ab, ehe sie sich genauer mit dem Untergrund befasste. Es war interessant, was für unterschiedliche Kräuter überall erblühten, die das Mädchen noch nie zuvor gesehen hatte. Sie konnte sich zwar nicht als einen Pflanzenexperten ausgeben, doch ging sie oft genug spazieren um zu bemerken, dass sie ein Großteil der Blumen und Sträucher noch niemals zuvor zu Gesicht bekommen hatte. Ob es wohl an dem schauerlichen Licht lag, welches nur vereinzelt durch die Blätterkrone der mächtigen Bäume zu dringen vermochte? Es wäre auf jeden Fall eine Theorie und würde erklären, warum so wenig Tiere in ihrer Umgebung zu leben schienen. Eine beinahe bleischwere Stille lag über der Ganzen Umgebung und nicht einmal ein paar Vögel konnte man singen hören. Es gefiel ihr, obwohl sie die Lebendigkeit der Natur bisher eigentlich immer hatte zu schätzen gewusst. Dennoch war diese düsternde Atmosphäre eine willkommene Abwechslung und Valerie war schon lange nicht mehr das kleine Mädchen, welches sich nur für die bunten und hübschen Dinge im Leben interessierte. Tatsächlich hatte mit ihrer Magie auch eine innere Vorliebe zur Dunkelheit Platz gefunden, welche sich langsam aber sicher in ihr auszubreiten schien. Nicht auf eine böse Art und Weise, lediglich so, dass man langsam bemerken konnte, dass sie gereift war. Dennoch verriet ihr Benehmen nichts von diesem Prozess, war sie doch noch immer das verspielte und glückliche Mädchen von vor zwei Jahren. Warum alte Wege verlassen, wenn sie sich bislang als bewährt gezeigt hatten?
"Ich denke, ich bin soweit.", meinte sie schließlich und drehte sich zu dem Weißhaarigen um, um ihm zu signalisieren, dass sie genug gesehen hatte. "Gibt es irgendwelche Regeln, die du zu Anfang festlegen möchtest?"

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Emaru
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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:53

Unwahrscheinlich viel zu tun... so konnte man es sagen. Tatsächlich kam Emaru nicht zu viel mehr, als hin und wieder ein wenig zu lesen oder zu trainieren, doch auch das wurde immer seltener. Irgendwann musste der Dargin seine Geldprobleme in den Griff bekommen, doch zurzeit war das ein Wunschtraum, denn in eine Wohnung zu ziehen, die noch günstiger war, kam nicht in Frage, ebenso wenig wollte er wieder nach Hause zu seinen Eltern. Aber das alles waren Dinge, die man auch zu einem späteren Zeitpunkt bedenken konnte. Jetzt ging es erst einmal darum, Valerie zu helfen.
Amüsiert betrachtete der Dargin sie dabei, wie sie sich mit den Pflanzen in der Umgebung befasste. Natürlich hatte er sie unter anderem gerade deswegen hierher gebracht, dass sie sich an so etwas erfreuen konnte, und es war eine Eigenschaft, die ihm an ihr gefiel, doch gleichzeitig war es irgendwie lustig und vor allem sehr niedlich, sie so interessiert zu sehen. Außerdem konnte er sich nicht helfen, auch etwas anders auf sie zu blicken... in den letzten zwei Jahren war das Mädchen wirklich gereift. Sie hatte kaum etwas an Niedlichkeit eingebüßt, aber die Schönheit, von der er erwartet hatte, dass sie zu ihr heranwachsen würde, lag nun nicht länger weit in der Zukunft. Sie war definitiv ein sehr hübsches Mädchen, ein Stück größer, und vor allem mit einigen eindeutig weiblichen Merkmalen... die Art Mädchen, mit der man nicht mehr einfach so in einem Bett liegen konnte, ohne, dass es irgendwie komisch erschien. Wenn er sie jetzt erst kennen lernen würde, wäre sein Interesse doch ein ganzes Stück oberflächlicher, als es das damals gewesen war. Anstatt jemand, der auf sie aufpassen würde und an dem sie wachsen konnte, wäre er wohl jemand, der sie auf... anderen Gebieten ein paar Ebenen weiter führte, aber eben nicht mehr. Ob ihm so wohl viele gute Bekanntschaften verloren gingen...? Zum Glück hatte er dieses wundervolle kleine Mädchen wirklich als kleines Mädchen kennengelernt, sonst hätte sich ihre Beziehung zueinander nicht so gut entwickelt. Und egal, wie hübsch sie war: Diese Beziehung war Emaru viel zu wichtig, um sie einfach zu ruinieren. Immerhin musste er sie vor Leuten wie sich beschützen...

Nach einer kurzen Weile besann sich das Mädchen aber wieder und gab ihr Zeichen, dass sie für den Kampf bereit sei. Emarus güldene Augen schimmerten sanft in dem düsteren Licht, während sich ein leichtes Grinsen auf seinem Gesicht ausbreitete. „Regeln?“, fragte er und hob die rechte Hand an, die mit einem Mal, von aufflammender Finsternis umschlungen, in eine Klaue verwandelt wurde. Ja, er nutzte gerade den Zauber, den er ihr auch bei ihrem ersten Treffen vorgeführt hatte... das war doch ein angemessener Anfang für so einen Kampf. „Es gibt nur eine Regel: Halte dich nicht zurück. Keine Sorge, ich bin robust. Ich will sehen, was du kannst, und natürlich hilft dir das ganze Training nicht, wenn du dich zurückhalten musst. Oh, allerdings...“ Das Grinsen verbreiterte sich leicht, und die glänzenden Augen zogen sich zusammen, wurden zu den guten, alten Fuchsaugen, die nahezu bedrohlich in Richtung der Sakai blickten. „Du solltest besser auch nicht erwarten, dass ich mich zurückhalten werde...“ Doch, würde er. Er würde ihr keine Schmerzen verursachen, und das wusste sie mit Sicherheit genauso gut wie er. Aber das bedeutete ja nicht, dass sie es erwarten musste, oder? Je mehr man von seinem Gegner erwartete, desto besser agierte man...

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Valerie
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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:54

Selbstverständlich wusste Valerie, dass Emaru sie nicht mit seiner vollen Kraft angreifen würde. Wäre dies nicht der Fall, dann hätte sie nicht einmal im Traum daran gedacht ihn um einen Übungskampf zu bitten. Sie war ein zierliches Persönchen, das sich sehr leicht verletzten ließ, weshalb sie aufpassen musste, mit wem sie sich in einem Kampf maß. Natürlich würden echte Gegner auf Aufträgen darauf keinerlei Rücksicht neben, aber eben weil dieser Kampf geplant und damit organisiert war musste man kein unnötiges Risiko eingehen. Emaru war ihr Vertrauter, sie wusste, das er stoppen würde bevor er sie ernsthaft verletzte. Und dennoch, wie sie so den dunklen Schleier der Magie um seine Hand betrachtete wurde dem Mädchen beinahe schmerzhaft bewusst, wie unterschiedlich Finsternis sein konnte. Ihre Eigene erzeugte ein warmes Kribbeln auf ihrer Haut, war von hellem lilafarbenden Ton und weckte ein Gefühl der vollen Zufriedenheit in ihr. Auch wenn Emarus mindestens genauso hübsch anzusehen war, wirkte sie dennoch fremd und irgendwie kalt auf das Mädchen. Seltsam, wie sehr sich das selbe Element nur auf Grund seines Anwenders veränderte. Ob der Unterschied auf Außenstehende wohl genauso gravierend war? Das war in jedem Fall etwas, dem sie später ein paar Gedanken zukommen lassen würde. Nun hieß es erst mal sich auf die Aufgabe vor ihr zu konzentrieren. Ein Grinsen schlich sich auf die Lippen der Sakai, als sie rasch einige Schritte von ihrem Gegner zurückwich und ihn ganz genau beobachtete. Sie wusste, dass sie ihm in Punkto Schnelligkeit ein Stück weit überlegen war, doch wie lange würde das reichen um gegen ihn anzukommen? Nachdenklich spielte die Sakai eine Weile mit Daumen und Zeigefinger, während sie überlegte, mit welchem Zauber sie am klügsten gegen ihn angehen sollte. Tatsächlich juckte es sie praktisch in den Fingern ihre Runen einmal auszuprobieren, doch war es nicht klüger sich diese für später aufzuheben um mit ihnen in einer Überraschungsminute zu punkten? Außerdem war sie immerhin hier um ihre Finsternismagie zu trainieren und ihre Runen mochten noch so düster wirken, mit dem Element an sich hatten sie eigentlich nichts zu tun. Andererseits konnte sie es nicht leiden im Nahkampf anzugreifen und da sie keine ihrer Waffen mitgenommen hatte blieb ihr nichts anderes übrig als sich entweder ihrer Runen zu bedienen oder aber an den zwei Finsterniszaubern, welche für den Fernkampf ausgelegt waren, festzuhalten. "Zurückhalten, huh?" Das Grinsen auf ihren Lippen verbreiterte sich. "Keine Sorge, dass mit den fehlenden Regeln gefällt mir." Und wen interessierte es schon, dass sie sich ihre Zweitmagie für den Schluss hatte aufheben wollen, wo sie nun so in Kampflaune kam wollte sie auch direkt alles geben. Daher zögerte die Lamia nicht lange und begann loszulaufen, um die letzten Meter welche sie zuvor noch zwischen sich und den Magier gebracht hatte wieder zu überwinden. Etwa fünf Schritte von ihm entfernt blieb sie aprubt stehen und ließ in einer raschen Bewegung ihre Hand durch die Luft tanzen. Es dauerte gar nicht lange, da erschien in leuchtend violetten Schriftzeichen und altertümlicher Sprache das Wort Leiden vor ihr in der Luft und ein einziger Handschwenk reichte, um es auf den mit Magie überzogenen Arm von Emaru zu senden und die Buchstaben dort erneut aufleuchten zu lassen. Kein wirklich starker Schmerz, aber hoffentlich genug, um ihn wenigstens für einen kurzen Augenblick abzulenken. Diese Zeit nutzte Valerie nämlich, um sich erneut einige Meter von ihm wegzubewegen und ihren nächsten Zug zu planen. Es war schwierig zu kämpfen, wenn man absolut nicht für einen kräftezehrenden Schlagabtausch geschaffen war. Dennoch war sie sich sicher, dass sie ihn wenigstens für die nächsten Minuten ein wenig unterhalten würde, denn seine Zeit verschwenden wollte sie auch nicht. Valerie Sakai hatte ihren Stolz und sie wusste, dass ihr Papa alles andere als begeistert wäre, wenn sie nun nicht wenigstens ihr Bestes gab.

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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:54

Wie gut, dass Valerie sich an den Regeln erfreute, das bedeutete, dass sie es wirklich so ernst meinte wie gedacht und dass sie mit allem, was sie hatte, gegen ihn vorzugehen bereit war. Das Weißhaar hatte sich schon ein wenig Sorgen gemacht, dass sie sich zu sehr zurückhalten würde, immerhin hatte sie noch nie sehen müssen, was er alles einstecken konnte – glücklicherweise nicht, denn da waren ein paar Erinnerungen dabei, die sie sicher nicht allzu gut aufgenommen hätte –, doch offensichtlich war diese Sorge unbegründet gewesen. Sie war eben doch ein größeres Mädchen, als sie immer durchblicken ließ...
Ein wenig überrascht war der Dargin allerdings schon, als die Sakai direkt auf ihn zugelaufen kam. Sie würde doch niemals versuchen, ihm im Nahkampf entgegen zu treten; mit einem Unterschied von etwa dreißig Kilo waren sie in völlig anderen Gewichtsklassen, und dass er nicht gerade schwach war, sollte ihr definitiv bewusst sein. Nein, sie war viel zu intelligent, um daran auch nur zu denken, also war das entweder eine Finte oder sie musste die Distanz verkürzen, um einen Zauber wirken zu können; so oder so würde er sich nicht überraschen lassen. Anstatt überheblich stehen zu bleiben und den Angriff auf sich zukommen zu lassen, nahm er eine Kampfhaltung ein, bereit, einem ankommenden Zauber auszuweichen oder einen physischen Angriff zu kontern; nur, weil er sie nicht verletzen würde, hieß das nicht, dass er das hier als Spiel nahm. Er würde schon nicht getroffen werden...
Dann war er doch etwas überrascht, als sie einfach stehen blieb. Ihre Hand sauste durch die Luft, während sich auf seinem Gesicht nur ein deutliches Fragezeichen ausbreitete. Sie war gerade nahe genug bei ihm, dass er sie klar erkennen konnte, da war die Schrift, die vor ihr erschien, für ihn unsichtbar... bis sie auf seinem Arm aufleuchtete. „Wa-?“, begann er, wurde jedoch jäh unterbrochen, als ihm ein starker Schmerz durch den Arm fuhr. Nun, ganz so stark mochte der Schmerz nicht sein, doch es war mehr, als Emaru gewohnt war; stumpfe Waffen und Fäuste verletzten ihn so gut wie gar nicht, und selbst Schnitte verspürte er sonst nur gedämpft. Mit einem mal die Qualen zu erleiden, die ein normaler Mensch zu spüren hatte, war ungewohnt, und es reichte völlig aus, um ihn ein paar Sekunden lang aus seiner Konzentration zu bringen. Ein kurzer Blick auf seinen Arm ließ ihn die Augen zusammenziehen. „Finsterrunen?“, klassifizierte er diese durchaus nicht unbekannte Magie, die er bisher nur aus Büchern kannte. Es war nicht leicht zu erlernen, zuerst musste man wenigstens teilweise eine Sprache erlernen, die längst ausgestorben war; nur Bücher konnten einem helfen, wo es doch kaum mehr eine Person gab, die sie beherrschte. Hier und da fand sich natürlich einer dieser Magier, das war allerdings ein arg seltener Fall. Dabei war die Magie so nützlich; sie benötigte kein Zielen und ausweichen konnte man auch nur, indem man aus ihrer Reichweite verschwand. Wann war Valerie zu so einer fähigen Magierin geworden?
Beeindruckt, aber immer noch ernst löste der Dargin seine Klaue auf und deutete mit dem Arm, der gerade vom Schmerz verschont blieb, in die Richtung, in der Valerie verschwunden war. Er glaubte, ihre Silhouette zu erkennen, aber da war er sich nicht sicher. „Devil's Bullet!“, rief er, auch wenn er seine Sprüche für gewöhnlich nur flüsternd aussprach, und schoss aus seiner zur Pistole geformten Hand drei Kugeln aus Finsternis ab. Valerie würde ihnen mit Sicherheit ausweichen können, aber immerhin zeigte es, dass er auch angriff und nicht nur einsteckte. Noch hatte er sich keinen Schritt weit wegbewegen müssen, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass seine kleine Freundin ihn doch weiter drängen können würde, als man es erwarten sollte...

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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:55

Anders als man es wohl von ihr erwartet hätte verspürte Valerie bei Emarus abruptem Satzabbruch nicht das sonst so vertraue Gefühl des Mitleids oder der Sorge, sondern eine tiefe innere Zufriedenheit, bewies der Dargin ihr mit seiner Reaktion doch das ihr Zauber fantastisch gewirkt hatte. Sie mochte es, wenn etwas genau so klappte, wie sie es sich vorstellte und deshalb konnte sie das triumphierende Grinsen auch nicht von ihre Lippen verbannen, als es sich langsam den Weg auf ihre Gesichtszüge erschlich. Natürlich war ihr bewusst, dass dieser kleine Zauber noch lange nicht reichen würde um Emaru tatsächlich aufzuhalten, doch für den Anfang war es eine recht angenehme Abwechslung in wenig Erfolg zu haben und wer war sie schon, das nicht zu genießen? Der plötzliche Erfolg sollte sich jedoch relativ schnell wieder in Aufmerksamkeit und Anspannung umwandeln, denn wie erwartet ließ sich der Weißhaarige nicht lange von ihrem hübschen kleinen Wort aufhalten und startete direkt einen Gegenangriff. Selbstverständlich war es für die flinke Sakai möglich den nahenden Finsterniskugeln auszuweichen und dennoch musste das Mädchen bemerken, dass ihre Ausdauer erheblich unter dem vielen hin und her Gelaufe litt und sie dieses Tempo nicht über einen allzu langen Zeitraum würde halten können. Sie musste sich also überlegen, ob es nicht eine andere Möglichkeit gab, wie sie den Dargin beschäftigen konnte und währenddessen in der Lage war den ein oder anderen Angriff zu starten. "Wie machen wir das jetzt, korrigierst du mich während des Kampfes?", rief sie schließlich einer inneren Eingebung folgend und verlagerte ihr Gewicht auf das andere Bein, während sie langsam wieder versuchte zu Atem zu kommen. Dieses ständige hin und hergelaufen war für ein zierliches Persönchen wie sie aber auch einfach eine ganz andere Art von Anstrengung als für jemand kräftiges wie Emaru. Irgendwie hoffte sie beinahe, dass er ihrem Vorschlag zustimmen und seine Bewertung nicht auf später verschieben würde. Vielleicht war sie so in der Lage einen kleinen Vorteil gegen ihn zu erlangen und ihn ein wenig zu täuschen.
Leider musste die Sakai jedoch recht schnell bemerken, dass die Entfernung zwischen ihr und Emaru nicht nur Vorteile mit sich brachte, denn wo er sie nicht wirklich sehen konnte sah es auf der anderen Seite nicht anders aus. Durch das schwache Licht und die leichten Nebelschwaden war es schwierig wirklich weit zu gucken, was das Treffen mit einem Zauber zu einer echten Herausforderung werden ließ. Vermutlich hatte sie es auch dieser Tatsache zu verdanken, dass sie dem vorherigen Zauber so geschickt hatte ausweichen können, denn die kleinen Kugeln aus Finsternismagie hatten eine nicht zu verachtende Schnelligkeit vorzuweisen gehabt. "Denk nach...wie könntest du ihn trotz dieser Entfernung erwischen...", murmelte die Lamia und fuhr sich nachdenklich mit dem Daumen über ihre rechte Handinnenfläche. Eine Angewohnheit welche sie in den letzten Monaten entwickelt hatte, bot sie doch die Möglichkeit recht schnell und direkt auf eine gefallene Entscheidung folgend einen Zauber abzufeuern. So auch diesmal, denn kaum hatte das Mädchen sich ihre Strategie überlegt hatte sie auch schon Mana in ihrer geballten Faust gesammelt, das Handgelenk in einer flinken Bewegung stabilisiert und anschließend Emaru fokussiert, welcher einer Silhouette gleich noch immer am selben Ort wie zu Beginn ihres Kampfes stand. "Zieeelen..." Und zack, war der hübsche Strahl aus Finsternis geschaffen und sauste durch die Luft auf ihren Gegner zu. Kein Besonders starker oder Angriff, aber vielleicht würde er reichen um den Dargin dazu zu bringen sich wenigstens ein paar Schritte von seinem jetzigen Standort zu entfernen und damit den Eindruck zu machen, dass ihn das Ganze auch ein wenig Anstrengung kostete. Das wäre nämlich etwas, was der Siebzehnjährigen zur Abwechslung wirklich gut gefallen würde.

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Emaru
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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:57

"Wie machen wir das jetzt, korrigierst du mich während des Kampfes?" Eine Interessante Frage Valeries... Emaru nahm an, dass sie tatsächlich aus Interesse fragte und nicht, um ihn abzulenken. Sein Grinsen, das die Schmerzen zuvor von seinem Gesicht getilgt hatten, kehrte wieder zurück, sie sollte doch eigentlich ahnen, worauf das ganze hinauslief... wenn sie schon direkt gegen ihn kämpfte, dann hatte er gewisse Erwartungen. „Dich korrigieren? Ach, Valerie...“ Sein Blick folgte so gut wie möglich in die Richtung, aus der ihre Stimme gekommen war, doch es war schwer, jemanden in dieser Umgebung auszumachen, solange man nicht genau wusste, wo er stand, und er sich nicht bewegte. Solange sie gelaufen war, hätte Emaru ihr sicher mit Blicken folgen können, eine deutliche Silhouette, die umher huschte, doch im Moment verschmolz ihr Schatten mit der Umgebung um sie herum. Sie war nicht dumm genug, direkt an einem Baum stehen zu bleiben und sich so sichtbar zu machen, also musste er erahnen, wo sie sich befand. „Ich korrigiere dich nicht... Ich helfe dir nur dabei, deine eigenen Fehler zu finden. Ich traue dir damit doch nicht etwa zu viel zu?“ Natürlich nicht. Auf Valerie war Verlass. Und notfalls konnte er ihr ja später noch unter die Arme greifen...
Dann fiel ihm jedoch etwas auf; nicht aus der Richtung, in der er Valerie vermutet hatte, sondern aus seiner Sicht ein Stück weiter links. Die Färbung der Finsternis, die Emaru und Valerie verwendeten, mochte aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere variieren, doch hätte der Dargin seine Farbe manuell ändern könnte, hätte er die jetzige behalten, weil sie praktisch war. An dunklen Plätzen war seine nahezu vollständig schwarze Färbung kaum zu erkennen, während ihr heller Lilaton sich doch recht erkennbar von dem düsteren Glanz der Lichtung abhob. Etwas spät hatte er es aber dennoch gemerkt, war er doch ohnehin nicht der Schnellste, und kaum hatte er den Fuß angehoben, um einen Schritt zur Seite, aus dem Weg zu machen – er war sich sicher, den Angriff aushalten zu können, doch in einem echten Kampf würde er sich auch nicht einfach treffen lassen –, spürte er den Einschlag an seiner Seite. Da er gerade nicht einmal auf beiden Beinen stand, reichte es, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, wenngleich der Schmerz durch den Treffer kein wirkliches Problem darstellte; die Stelle fühlte sich eher unangenehm als verletzt an. Dennoch musste er ganze zwei Schritte zurück machen, da er nicht unbedingt wie ein Idiot mit den Armen rudern und um sein Gleichgewicht kämpfen wollte, was doch schon eine wirklich gute Leistung Valeries war. Einen unbeweglichen Gegner effektiv aus der Ferne anzugreifen hatte sie offensichtlich drauf, erst ihre Finte mit dem noch immer unheimlich schmerzhaften Runenspruch, dann dieser Scream, der ihn doch tatsächlich kalt erwischt hatte. Es wurde Zeit, den Schwierigkeitsgrad etwas anzuheben.

„Großartig“, meinte der Dargin, während er seine Hände hob und die ersten paar Schritte in die Richtung machte, aus der der Zauber gekommen war. Dann flammten die typischen Finsternisklauen erneut auf; dieses Mal um beide Hände. „Bis hierher warst du sehr gut... also fange ich jetzt an, mich zu bewegen, in Ordnung?“ Seine linke Hand schnitt durch die Luft vor ihm und schuf so eine Dark Blade, die er berührte und so dahin fahren ließ, wo sich Valerie theoretisch verstecken musste. Seine Augen fixierten das Unterholz vor ihm; wenn sie weglief, würde er die Silhouette des Mädchens sehen und verfolgen können. Natürlich hatte er nicht vor, ihr hinterherzurennen, sie war ohnehin schneller als er. Aber er würde in ihre Richtung gehen... es kostete ihn kaum Energie und zwang sie zum Handeln. Entweder weglaufen oder angreifen. Wie sie damit wohl umgehen würde...

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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:57

"Natürlich traust du mir nicht zu viel zu.", schnaubte Valerie über die Entfernung hinweg und bewegte sich dann wieder einige Schritte, um ihren Standpunkt nicht preiszugeben. Die Sakai mochte es nicht, wenn man ihr Schwäche unterstellte, vor allem nicht, wenn es sich dabei um Emaru handelte. Es war ihr schon einmal passiert, dass sie vor ihm versagt hatte (der Unfall mit dem Teekessel war ihr noch allzu gut in Erinnerung) und wenn es nach ihr ginge, dann musste sich ein solcher Vorfall nicht allzu bald wiederholen. So sehr das Mädchen auch darauf bedacht war, dass man sie für das kleine und zuckersüße Mädchen hielt, so sehr verabscheute sie es doch, wenn man ihre Fähigkeiten und ihr Talent in Frage stellte. Sie war stolz auf das, was sie mit ihrer Magie anzustellen vermochte und bildete sich auch einiges auf ihr Können ein. Umso schwerer nahm das Mädchen auch Niederlagen, welche bei ihr grundsätzlich eher sauer aufstießen. Es war kein schönes Gefühl, wenn man anerkennen musste einer anderen Person fähigkeitenmäßig unterlegen war und oft versuchte die Sakai das Ganze damit zu überspielen, das sie sich grundsätzlich siegessicher und selbstbewusst gab. So verunsicherte sie ihre Gegner und vermittelte ihnen das Gefühl, dass noch mehr hinter ihrer zierlichen Gestalt und der Elementarmagie lag, was ihr in einem Kampf nützlich sein könnte. Dies war natürlich nicht der Fall und dennoch brachte es Spaß zu sehen, wie sie als ernster und gefährlich wahrgenommen wurde, als sie tatsächlich war. Natürlich würde diese Taktik bei Emaru nicht aufgehen, denn er kannte sie und wusste die Basis ihrer magischen Fähigkeiten wohl ziemlich genau einzuschätzen. Es wäre schwierig ihn zu täuschen und auf der anderen Seite war dieser Kampf keine ernsthafte Bedrohung, weshalb es keinerlei Grund gab zu bluffen oder mit falschen Karten zu spielen. Dennoch musste sie sich relativ schnell eine neue Strategie überlegen, denn ihr Gegner hatte ganz offensichtlich beschlossen die Schwierigkeit ein wenig anzuheben und begann nun ein weniger mehr Kraft in seiner Angriffe zu lenken. Leider war die Dunkelheit jedoch mittlerweile so gegenwärtig, dass Valerie die auf sie zu schießende Klinge aus Finsternismagie ein wenig zu spät sah und lediglich einen Satz zur Seite machen konnte, ehe sie spürte wie die Energie ihr Oberteil zerfetzte und sich oberflächlich durch die empfindliche Haut ihrer Seite bohrte. Ein schmerzerfülltes Wimmern entwich dem Mädchen, als sie versuchte ihr Gleichgewicht wiederzufinden und zudem die aufkommenden Tränen zu bekämpfen, welche ihr langsam in die Augen stiegen. Sie war schon immer sehr empfindlich gewesen, was körperlichen Schmerz betraf und musste sich daher stark auf die Unterlippe beißen, um keinen Laut des Schmerzes von sich zu geben. Das würde Emaru vermutlich nur beunruhigen und noch wollte sie den Übungskampf nicht abbrechen. Um ihre Wunde würden sie sich auch noch später kümmern können, jetzt galt es erst mal einen Gegenangriff zu planen.
Valerie hatte durch ihre Schnelligkeit natürlich einen gewissen Vorteil, doch eigentlich war ihr gesamter Kampfstil nicht wirklich auf den Nahkampf ausgelegt, weshalb es ihr schwer viel eine Entscheidung zu treffen, wie ihr Konterangriff ausfallen sollte. Natürlich hätte sie auch weglaufen können, doch sie wusste das ihre Ausdauer nicht mehr lange genug halten würde, um die vielen raschen Bewegungen mitzumachen, weshalb ihr nichts anderes übrig blieb als auf direktere Angriffe zu setzen. Was ein Ärgernis.
Ein leises Seufzen entwich ihren Lippen, ehe sie ihre linke Hand auf ihre verletzte Seite presste und anschließend einmal tief durchatmete. Der Schmerz half ein wenig dabei, sich auf die aktuelle Situation zu konzentrieren und brachte sie aus ihren Überlegungen zurück in die Realität. Eigentlich konnte es nicht so schwierig sein einen direkten Angriff gegen Emaru zu starten, schließlich war sie sich sicher, dass er sie ohnehin nicht ernsthaft verletzen würde. Vielleicht würde er sie festhalten und irgendwie klar machen, dass er den Kampf damit gewonnen hatte, aber absichtlich wehtun würde er ihr sicherlich nicht, weshalb sie eigentlich keinerlei Bedenken haben sollte sich ihm wieder zu nähern. Wenn da nur nicht ihr Ehrgeiz wäre, welchem es so gar nicht recht war, dass sie sich so unüberlegt in das Gefecht stürzte und so wohl möglich eine Niederlage riskierte. Dennoch ignorierte die Sakai die mahnende Stimme in ihrem Kopf (welche verdächtig nach dem dunklen Ton ihres Vaters klang) und setzte sich in Bewegung, direkt auf Emaru zu. Wer nichts riskierte, der konnte auch nicht gewinnen oder? Nicht, dass sie wirklich erwartete Emaru in diesem Kampf schlagen zu können, doch einen anständigen Kampf würde sie ihm deshalb trotzdem liefern. Rasch wurde Mana um ihre rechte Faust gesammelt, dann holte sie aus und ließ ihre Faust kurz darauf ganz einfach in Emarus Richtung sausen, ohne dabei ein wirkliches Ziel vor Augen zu haben. Vielleicht hatte sie ja Glück und würde ihn trotzdem treffen? Einen Versuch war es immerhin wert und wer wusste schon, wie gut die Reflexe des Dargin tatsächlich waren? Das dieser Angriff vermutlich keine allzu clevere und gut durchdachte Idee war hatte Valerie in der zwischen Zeit recht gut beiseite geschoben und mittlerweile war sie sogar fast überzeugt klug und sinnvoll gehandelt zu haben. Wie viel Energie es Emaru wohl kosten würde, die beinahe lächerlich kleine Faust des Mädchens abzufangen und ihren Angriff gegen sie zu verwenden...?

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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 0:59

Tatsächlich war es im Sinne der Trainingseinheit besser, Emaru nicht zu zeigen, dass Valerie sich verletzt hatte – wenn so etwas erst einmal passiert war, würde er kaum weiter dazu fähig sein, ihr mit ernsthaften Angriffen zu entgegnen, und seine Konzentration würde davon auch nicht positiv beeinflusst werden. Wenn er das Training fortführen würde, und auch das wäre ungewiss, hätte das Mädchen wohl keine Herausforderung mehr vor sich, einfach aus Angst, ihr noch einmal weh zu tun... das wollte er nämlich wirklich nicht. Gesehen hatte er von dem Ereignis ja dank der Lichtverhältnisse hier im Wald nichts...
Während er so auf die Stelle zu schritt, in die seine Klinge eingeschlagen hatte, runzelte der Dargin leicht die Stirn; er hatte dort kaum Bewegung gesehen, schon gar nicht jemanden, der weggelaufen wäre, und das bisschen hätte auch von der Klinge selbst stammen können, abgetrenntes Buschwerk oder so etwas. Etwas verunsichert ließ er seinen Blick kurz schweifen; steckte Valerie wirklich dort? Ihre Stimme war dort erklungen, in etwa jedenfalls, aber sie schien nicht wegzulaufen, das würde er trotz der Sichtverhältnisse merken. Konnte man mit Finsternisrunen seine Stimme übertragen? Oder hatte sie ihn einfach geschickt hereingelegt? Die Situation machte ihn leicht nervös... bis das Mädchen aus den Schatten hervorbrach und auf ihn zustürzte. Ein frontaler Angriff? Er blinzelte kurz, machte dann aber seine rechte Hand bereit – wenn es das war, was sie wollte, dann würde er mitspielen. Schnell war sie nah genug, um gut sichtbar zu sein, hatte eine Faust in Mana gehüllt und schlug zu – und ebenso schoss seine Hand vor. „Dark Shield!“, zischte er leise, und schon bildete sich eine kleine Wand aus magischer Energie an seiner Handinnenfläche; man konnte richtig sehen, wie die Hand des Mädchens ihre violette Hülle verlor, als sie durch den Schild in die Hand Emarus schlug, und schon verschwand der Zauber und die kräftigen Finger des Magiers umschlossen das zarte Händchen. Nicht so wie sonst, sondern in einem relativ festen Griff, der zwar nicht wehtun sollte, aber aus dem sie auch nicht so leicht entkam. „Dark Sting!“ folgte sofort, ließ an seiner freien Hand einen langen Stachel entstehen, den er auf seine junge Freundin richtete, dann schoss seine Hand vor. Mehrere Zentimeter vor ihrer Brust – aus Sicherheitsgründen nicht näher – löste sich der Stachel dann auf, seine Hand stoppte kurz danach und kam so ebenfalls nicht wirklich in die Nähe ihres Körpers, dennoch zählte es: „Mein erster Treffer. Zwei zu eins für dich.“ Dann ließ er Valerie wieder los und blickte sie an. Aus der Nähe wirkte sie wieder etwas Kleiner, wenn man so groß war wie Emaru, ließen sich Leute auf Entfernung größer Einschätzen als aus der Nähe. Es fiel ihm allerdings recht schnell etwas auf, und seine Augen weiteten sich: „V-Valerie... was ist mit deinem Oberteil? Ich...“ Das Bild der Klinge, die er zuvor abgefeuert hatte, kam wieder in seinen Kopf. Konnte es sein, dass das Mädchen wirklich nicht hatte ausweichen können...? „Ich habe dich doch nicht getroffen, oder...?“
Wäre es besser gewesen, wenn Emarus erster Gedanke bei ihrem zerrissenen Hemd das Wort Brüste enthalten hätte? Vermutlich nicht, auch wenn diese im letzten Jahr hart daran gearbeitet hatten, nicht mehr so transparent zu sein. Doch trotz seinem nicht zu leugnenden Interesse am anderen Geschlecht ging es ihm tatsächlich nur darum, dass er das Mädchen verletzt haben könnte, selbst während er ihrem Oberkörper so nahe war, als er die Wunde inspizierte. Er war sogar ein wenig aus seiner üblichen Ruhe gebracht worden durch diese Sorge. Dass die Verletzung aber nicht allzu schwer war, beruhigte ihn, und er schaffte es wieder zurück in seinen etwas kühleren, selbstsicheren Zustand zurück, wenngleich das wohl wenig brachte, nachdem Valerie gesehen hatte, dass er auch so besorgt sein konnte... aber vermutlich wusste sie das ohnehin. Er trat jedenfalls einen Schritt zurück und meinte: „Wenn du magst, können wir weiter kämpfen... aber ich glaube, ich habe mir ein ungefähres Bild gemacht und du dir ebenso. Gibt es noch etwas, das du mir zeigen möchtest, Valerie?“ Auf jeden Fall hatte er sich überlegt, ihr noch etwas zu zeigen... aber erst einmal interessierte ihn, ob sie noch einen starken Zauber auf Lager hatte, den sie als Trumpf zurückhielt. Möglich war es ja...

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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 1:00

Er hatte sie erwischt. Nicht, dass diese Tatsache irgendwie überraschend kam und dennoch vermochte sie es ein Stirnrunzeln auf das hübsche Gesicht der Sakai zu zaubern. Es wäre aber auch einfach zu schön gewesen, wenn ihr Angriff ganz einfach und Probleme ihr Ziel gefunden hätte. Andererseits hatte sie jedoch nicht einmal selbst an den Erfolg ihrer zugegeben recht jämmerlichen Taktik geglaubt und auch der Überraschungsmoment hatte nicht ausgereicht um Emaru ausreichen aus dem Konzept zu bringen. Schade, aber im nachhinein wurde ihr klar, dass sie es eigentlich besser hätte wissen müssen. Der Dargin war schließlich nicht nur deutlich stärker als sie, sondern verfügte auch noch über bei weitem mehr Erfahrung weshalb er es vermutlich gewohnt war in überraschenden Situationen angemessen schnell und effizient zu reagieren. Daher bestand ihre einzige Reaktion auf den abrupten Stopp ihres Angriffes auch aus einem anerkennenden Lächeln, während sie ein wenig den Kopf nach hinten legte und dem Weißhaarigen ins Gesicht grinste. "Es hätte mich überrascht, wenn das funktioniert hätte.", meine sie amüsiert und warf dann einen Blick auf die Wunde an ihrer Seite, welche Emaru mit einem Mal zu erschrocken musterte. Durch den kurzen Schlagabtausch hatte sie vollkommen vergessen, dass er sie kurz zuvor mit einem seiner Zauber getroffen hatte und erst jetzt, wo das Adrenalin langsam aus ihrem Blut zu weichen schien, machte sich wieder der beißende Schmerz bemerkbar, welcher durch die Gott sei dank nur oberflächliche Wunde hervorgerufen wurde.  
"Oh das...mach dir keine Gedanken, nur ein Kratzer von einer deiner Klingen. War wohl doch nicht schnell genug beim ausweichen.", meinte sie dann unbekümmert, in der Hoffnung das Thema wäre damit beendet. Sie wollte nicht, dass er sich unnötig Sorgen um sie machte oder sich zu allem Überfluss eventuell noch schuldig für ihre plötzlichen Ermüdungerscheinungen fühlte. Es hatte immerhin nichts mit ihm zu tun, dass ihr Körper zu schwach war eine hohe Geschwindigkeit über lange Zeit aufrecht zu erhalten und aus diesem Grund auf sie Rücksicht zu nehmen hätte sie wohl nur ärgerlich gemacht und in ihrem Stolz verletzt. Außerdem war das hier ein Übungskampf, da musste man mit Verletzungen dergleichen rechnen. Der Kampf an sich schien sich jedoch langsam dem Ende entgegen zu neigen, denn langsam gingen Valerie sowohl die Taktiken als auch die Zauber aus, weshalb sie dem Vorschlag des Weißhaarigen nur allzu freudig entgegen blickte. Und dennoch war da etwas, was sie noch unbedingt ausprobieren wollte. "Oh ja, warte eben.", meinte sie fröhlich und schloss kurz die Augen um sich zu konzentrieren. Wie war das Wort noch mal gewesen? Es war aber auch schwer sich diese völlig neue Sprache einzuprägen und anschließend die richtige Menge an Mana in sie zu kanalisieren. "Keine Sorge, das wird nicht wehtun...", meinte sie konzentriert, in der Angst er würde jeden Moment einen Angriff befürchtend zurückspringen. Tatsächlich lagen ihre Intentionen bei diesem Zauber in einer völlig anderen Richtung. Eine flinke Handbewegung und das kurze Aufleuchten violetter Runen später und kurz darauf konnte Valerie auf dem Arm, welchen sie kurz davor mit einem anderen Runenspruch angegriffen hatte, die wunderschönen Runen für das Wort Glück finden. "Merkst du etwas?", fragte sie aufgeregt und blinzelte zu dem Weißhaarigen empor. Sie war zu gespannt, ob das Wort den erwünschten Effekt haben und für Wohlbefinden sorgen würde. Der kleinen Sakai gefiel die Idee, dass ihr neuer Magiezweig nicht nur verletzen und zerstören sondern auch für Freude und Glück bei ihren Gefährten sorgen konnte. Das gab ihr ein wenig von der Rolle des Unterstützers und Helfers, welche sie sich manchmal herbeisehnte und war zudem auch noch ein äußerst nützliches Zubehör außerhalb von Kämpfen. Denn so sehr Valerie es auch mochte sich im Gefecht zu beweisen, so sehr gefiel es ihr auch, wenn sie ihr Mana im Privatleben anwenden konnte. Finsternismagie war schließlich auch nicht nur aufs bloße Zerstören und vernichten ausgelegt, wenn es auch hauptsächlich eine Magie zum Angriff und der Verteidigung des körperlichen Wohls war. Da war es doch eine nette Abwechslung einige Zauber zu haben, die bei anderen Menschen auch Wohlgefallen auslösen konnten. Was für ein Valerie Sakai typischer Gedanke und vor allem Zauberspruch.

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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 1:00

„Nur ein Kratzer...“, wiederholte Emaru die Worte seiner jungen Freundin und seufzte erleichtert. „Dann ist ja gut. Entschuldige, ich war nur etwas besorgt.“ Valerie war nicht schwach, das wusste er, aber er wusste auch, dass sie nicht gerade die resistenteste Person dieser Welt, eher etwas fragil und ein ganzes Stück zu verletzlich war. Aber schwach war sie nicht, und das hatte er auch gesehen, so wenig es ihn auch angestrengt zu haben schien. Er war eben schon etwas erfahrener als sie, aber ihre Entwicklung war beeindruckend... es war gut möglich, dass ihn das Mädchen eines Tages noch einholte. Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen; Emaru würde wohl noch etwas mehr trainieren, da er nicht allzu bald von ihr eingeholt werden wollte. Dann konnte man noch immer sehen.
Zu sehen gab es jetzt offenbar ebenfalls etwas... Tatsächlich schien Valerie noch einen Spruch zu benutzen, den sie Emaru noch nicht gezeigt hatte. Der Dargin rechnete dabei tatsächlich mit einem Angriff, hatte allerdings nicht vor, auszuweichen... Er war neugierig genug, das volle Ausmaß ihrer Kräfte zu spüren, und überheblich genug, seinem kraftvollen Körper zuzutrauen, dass er damit umgehen konnte. Also ließ er sie in Ruhe das Wort in die Luft schreiben und wartete darauf, dass es auf seinem Arm erschien, um die bisherige, Schmerz bringende Rune zu ersetzen. Sie hatte nicht damit aufgehört, zu schmerzen, im Gegenteil, er hatte bemerkt, wie es Stück für Stück schlimmer geworden war... aber als sie es beendete, war es mit einem Mal weg, ohne irgendein nachbleibendes Gefühl, ohne jede Folge. Eine Illusion? Oder einfach nur ein Impuls, der keinen wirklichen Schaden hinterließ? Eigentlich passte das ganz gut zu einem Mädchen, das niemandem wirklich etwas antun wollte...
Das hier war allerdings eine andere Technik, und eine deutlich andere Wirkung. Ohne zu wissen, wieso, musste der Dargin spontan schmunzeln; irgendwie breitete sich ein leichtes Wohlgefühl in seinem Körper aus. War das die Wirkung des Spruches? Nun, wahrscheinlich schon, vor allem, da sie wissen wollte, ob er etwas bemerkte... und das tat er durchaus. „Wenn ich ehrlich bin... fühle ich mich überraschend gut“, antwortete er also lächelnd, ohne seinen Blick von dem Mädchen abzuwenden. Nun hatte sie also zumindest die Ansätze von Macht über die Gefühle anderer Menschen? Das war eine furchtbar mächtige Kraft... Nun, sie lag in guten Händen. Seine Augen fixierten sich kurz auf den Oberkörper der Sakai und glitten dann recht flink zu ihrem Gesicht zurück, während sich seine Augen leicht verschmälerten; es war kein enttäuschter oder wütender Blick, sondern in Zusammenarbeit mit seinem Lächeln viel eher ein erwartender. Nicht, dass er etwas erwarten wollte... der Spruch zwang ihn quasi dazu. „Ich werde das Gefühl nicht los, dass gleich etwas Tolles geschieht... diese Art Empfindung ist es“, meinte er also wahrheitsgemäß, ehe er kurz blinzelte, um diesen Blick wieder loszuwerden; dieser Blick, der mehr zu einem gierigen Fuchs passte als zu einem menschlichen Wesen. Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Also legte er sanft seine Hand auf Valeries hübschen Haarschopf und lächelte noch etwas breiter: „Ich bin wirklich stolz, dass du so eine komplexe Magie erlernt hast. Jetzt lass dir von mir etwas zeigen, in Ordnung?“ Dann blinzelte er noch einmal kurz und fügte noch etwas hinzu: „Ach ja... versuch, dich nicht zu erschrecken, okay?“

Der Dargin ließ das Mädchen los, er trat einen, zwei Schritte zurück. Die Zeit war gekommen, ihr die erste Technik zu zeigen, die einen Graben zwischen ihn und die gewöhnlichen Finsternismagier schlagen sollte. Langsam erhob er die Hände, die Handinnenflächen nach oben gerichtet, als erwarte er eine himmlische Gabe, und schloss die Augen, begann, etwas zu rezitieren, und während er sprach, erschienen dünne Fäden seiner Finsternis wie aus dem Nichts um ihn herum, schlängelten sich um seinen Körper, bis sie sich über ihm wieder auflösten. „Eines Gottes Reich, keines Menschen Welt“, sprach er vor sich hin, während dieses Spektakel fortschritt. „Was wie das Ende scheint, ist nur ein Schritt, gestattet allein durch meine Gnade. Eyes of the God of Darkness!“ Kaum endete er, zerstob die gewobene Finsternis um ihn herum in der Luft, und seine Augen öffneten sich, die sonst so güldene Iris getaucht in ein kräftiges, undurchdringbares Schwarz. Mit leicht schief gelegtem Kopf und selbstsicherem Ausdruck im Gesicht blickte er Valerie entgegen, bis er sich sicher war, dass sie in seine Augen geblickt hatte, dann ließ er das Schwarz im Bruchteil einer Sekunde wieder verschwinden. Wenn sie ihre Sicht zurückerlangte, dann sollte sie auch wieder in seine üblichen goldenen, heimischen Augen blicken können...

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Valerie
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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 1:01

Valerie war begeistert. Wie genial war es bitte, dass ihr Zauber tatsächlich genauso funktioniert hatte, wie es geplant gewesen war? Die Begeisterung und Freude musste sich in ihrem Gesicht abzeichnen, so strahlte die Magierin, ihre Augen wie festgeklebt auf den Arm ihres Freundes gerichtet, begeistert was sie mit ihrem neuen Magiezweig alles bewirken konnte. Die Finsternisrunen waren aber auch eine atemberaubend schöne und unfassbar tolle Magie, die ihren Nutzen zudem auch noch außerhalb des Kampfes unter Beweiß stellen konnten. Gab es etwas perfekteres für jemanden wie Valerie Sakai? Sie konnte mit ihrer Magie nun nicht nur beschützen, verteidigen und angreifen, sondern auch noch andere Menschen glücklich machen, worum sie sich doch in ihrem Leben auch ohne Zauberkraft bemühte. Hach, was war das nur für ein außerordentlich schöner Gedanke, der die Sakai für einen Augenblick ganz verträumt in die Luft starren ließ, ehe sie ihre Gedanken sammelte und sich wieder auf Emaru konzentrierte. "Ohh, ich bin so froh dass das geklappt hat. Es ist toll zu sehen, wenn sich die Mühe endlich auszahlt. Du glaubst nicht, wie viele Bücher ich in den letzten Wochen gelesen habe, um meine Kenntnisse um die Sprache ausreichend zu erweitern. Es ist aber auch schwer etwas ohne Mentor zu lernen...", meinte sie geknickt und schenkte ihm anschließend eines ihrer strahlenden Lächeln, welches die Bedeutung ihrer letzten Worte noch einmal verstärkte. Es sollte Emaru im übertragenden Sinne sagen, dass sie froh war, das er hier war und sie gefallen daran fand, mit ihm zusammen zu trainieren. Tatsächlich hatte sie sogar seit einiger Zeit nicht mehr solchen Spaß gehabt, weshalb es eine durchaus gute Idee gewesen war, den Tag mit Emaru zu verbringen. Vielleicht sollten sie das öfter machen, sich einfach treffen und ein bisschen Zeit miteinander verbringen. Wenn da nicht die Arbeit und der damit verbundene Stress sowie das viele Reisen wäre...
Emarus Worte rissen das Mädchen wieder aus ihrer Gedankenwelt und sorgten dafür, dass sie sich augenblicklich auf ihn konzentrierte. Er wollte ihr etwas zeigen? Etwa einen seiner unglaublich starken und tollen Finsterniszauber? Allein die Aussicht darauf, dass sie einen Zauber ihrer geliebten Magie zu Gesicht bekam, den sie zuvor noch nicht gesehen hatte, ließ das Herz des Mädchens höher schlagen, während sie überlegte, was genau er ihr wohl zeigen würde. Mit angehaltenem Atem beobachtete sie, seine vorherige Warnung ignorierend, jede seiner Bewegungen und ihre Augen weiteten sich, als sie die Worte hörte, die der Weißhaarige mit einer solch einnehmenden Autorität sprach. Woher er das Zitat wohl hatte? War es überhaupt ein Zitat oder Teil eines höchst komplizierten Zauberspruches, der Teil der Voraussetzungen für seinen nächsten Zug war. Oder aber es hatte ganz einfach stilistischen Wert für ihn und er wollte sie damit lediglich beeindrucken. Andererseits...eigentlich hatte sie Emaru nicht als jemanden kennen gelernt, der sich eine solche Strategie dafür überlegen würde und sie kannte den Dargin immerhin schon recht lange. Gerade wollte Valerie ihn einfach fragen, da öffnete der Weißhaarige mit einem Mal die Augen und sie fand sich mit den schwärzesten Abgründen konfrontiert, die sie jemals zu Gesicht bekommen hatte. Erschrocken sog das Mädchen die Luft ein, nicht sicher wie sie auf den Zauber reagieren sollte und welchen Nutzen er hatte. Letzteres sollte sich ihr keine Sekunde später eröffnen, denn mit einem Mal sah die Sakai nichts als schwärzeste Leere. Kurz in ihrer Orientierungslosigkeit verloren dachte sie für einen Augenblick, dass sie ganz einfach binnen einer Sekunde gestorben sei und nun im Nichts schwimmen würde, dann fiel ihr auf, dass sie jedoch weiterhin die Geräusche des Waldes um sich herum hören konnte, was ihr ein wenig ihrer Panik nahm und sie erst einmal tief durchatmen ließ. "Ist das der Sinn des Zaubers? Er lässt einen erblinden?", fragte sie neugierig, in keine bestimmte Richtung gewandt. Wie sollte sie schließlich wissen, ob Emaru sich nicht zwischenzeitig bewegt hatte? Sie selbst traute sich in jedem Fall keinen einzigen Schritt zu machen, viel zu groß war die Angst, einfach zu stolpern und hinzufallen. "E-Emaru, es ist gruselig. Wo bist du?", fragte sie nach einer kurzen Pause kleinlaut und streckte zögerlich die rechte Hand aus, welche wie erwartet ins Nichts griff. Sie wollte ihn spüren, wenn sie ihn schon nicht sehen konnte, denn so fühlte sie sich in diesem Wald ganz schrecklich alleine und verletzlich. Was für ein gemeiner Zauber das aber auch war, der dem Mädchen kurzerhand ganz einfach ihr Augenlicht genommen hatte. Mieser Trick.

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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 1:02

Valerie freute sich ja wirklich, dass er ihren Zauber mochte... Der Dargin lächelte sanft. Das hatte sie sich aber auch verdient. „Die Finsternisrunen sind eine der komplexesten Arten der Magie, die es gibt...“, meinte er mit einem leichten Nicken. „Ich bin wirklich unheimlich stolz auf dich, Valerie. Es gibt viele noch so talentierte Magier, die unfähig sind, sie überhaupt zu erlernen... geschweige denn ohne jemanden, der ihnen dabei hilft. Du bist wirklich jemand ganz besonderes.“ Das meinte er ganz ehrlich, so, wie er es sagte. Es stimmte, dass viele Magier sich die Zähne daran ausbissen, es versuchten, weil die Magie mächtig und voller Potenzial war, aber versagten, weil ihnen der Intellekt fehlte, um die Sprache zu erlernen und Worte und Mana richtig miteinander verschmelzen zu lassen... Es war eine Herausforderung. Noch dazu eine, der Emaru sich zu stellen bereit war; ja, Finsternisrunen waren die nächste und letzte Magie auf seiner Liste. Wenn er Shi mit seiner Finsternis übertragen und ihm mit seinem Kristall einen festen Körper schaffen konnte, fehlte noch etwas: Ein Siegel. Etwas, das verhinderte, dass die zweite Seele wieder in den eigenen Körper zurückgesogen wurde. Und dafür eigneten sich diese Runen am besten. Sie waren nicht nur ein Zeichen für Macht, Talent und Intelligenz, sondern auch wunderbar geeignet, um Siegel zu schaffen und Emotionen an eine bestimmte Stelle zu sperren... Es war in jedem Fall beeindruckend, dass Valerie es nun konnte. Ein Talent, das gefördert werden musste...

Die Augen des Gottes der Finsternis... das war definitiv kein alltäglicher Zauber der Finsternismagie. Anstatt ihr eine feste Form zu geben, ließ man das eigene Opfer quasi in ihr verschwinden, es war ein Spruch, der sich direkt auf die körperliche Kondition auswirkte, ohne ein richtiges Medium zu verwenden. Wahrlich eine Technik, die nur von einem Gott geschaffen werden konnte.
Der Schöpfer dieser Kunst war natürlich niemand anders als Emaru selbst, aber richtig angewendet hatte er sie bisher noch nicht. Er hatte natürlich an Tieren geübt, um sicherzugehen, dass der Spruch keine ungewollten Nebenwirkungen hatte oder gar dauerhaft blind machte – das war nicht sein Wunsch –, aber Valerie war der erste Mensch, der miterleben durfte, was sie bewirkte. Niemand anderem hatte er es zuerst zeigen wollen, niemandem als ihr... doch damit war die Ehre noch nicht zu Ende.
Als das Mädchen besorgt die Hand ausstreckte, merkte der Dargin, dass er ihr doch mehr Angst gemacht hatte, als er wollte, und ergriff sie. „Keine Sorge“, flüsterte er dem Mädchen zu. „Ich bin noch hier...“ Lange hielt die Finsternis aber nicht, weshalb sie bald wieder in seine Augen sehen konnte. Er lächelte sie an, sanft, beruhigend, ehe er wieder zu sprechen begann. „Die Technik, die du eben gesehen hast... sie ist unausgereift. Noch brauche ich eine Formel, um sie zu erschaffen, doch das ist ein Fehler, den ich noch korrigieren werde... dennoch, ich bin stolz darauf. Immerhin ist es der erste Zauber, den ich selbst entworfen habe.“ Es würde nicht der letzte sein, aber es stellte einen guten Anfang dar. Einfach war es sicher nicht gewesen, ihn zu schaffen, im Gegenteil: Es war der Zauber auf seiner Liste, der die größte Verzerrung der Finsternismagie erforderte. Aber wenn man das schwierigste zu Anfang schuf, durfte der Rest doch ein Stück einfacher werden... „Aber ich fürchte, für meinen Kampfstil eignet es sich nicht als mehr als eine kleine Unterstützung... es ist nicht so sehr auf mich zugeschnitten, wie ich es gerne hätte. Ich glaube aber, ich kenne ein Mädchen, das damit viel anfangen könnte... Eine sehr begabte Finsternismagiern mit viel Potenzial, der ich es vielleicht beibringen würde...“ Die Art, wie er sie anblickte, sollte eigentlich keinen Zweifel daran lassen, welche Magierin er meinte...

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Valerie
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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 1:04

So ungerne die Sakai es auch zugab, es beruhigte sie ungemein, als Emaru ihrer stillen Aufforderung nachkam und ihre Hand in einer beruhigenden Geste griff, welche ihr seine Anwesenheit versicherte. Es war seltsam ganz plötzlich dem eigenen Augenlicht beraubt worden zu sein und sie wusste nicht, wie sie sich in der momentanen Situation verhalten sollte. Es war schließlich nicht so, als würde sie sich vor der allgegenwärtigen Finsternis fürchten, das hätte immerhin etwas beinahe ironisch wenn man ihre Magiewahl bedacht. Nein, tatsächlich lag ihr Problem mehr bei der Hilflosigkeit, welche die plötzliche Dunkelheit in ihr heraufbeschwor und sie für eine ganze Weile bewegungslos an Ort und Stelle verharren ließ, ehe sie sich der nähe ihres besten Freundes wieder sicher sein konnte und einmal tief durch atmete. Das hier war Emaru, es gab überhaupt keinen Grund nervös zu werden. Was war nur los mit ihr? Zu ihrem Glück hielt der Zauber jedoch nicht allzu lange an, wie sie in ihrer Panik zuvor befürchtet hatte und schon bald war sie wieder in der Lage, ihrem Gegenüber die die goldenen Augen zu blinzeln, während sich ein warmes Lächeln zurück auf ihre Lippen schlich. "Unausgereift? Was redest du denn da? Das war ein absolut fantastischer Zauber, der unheimlich nützlich in einem richtigen Kampf wäre. Natürlich keiner der Tricks, die zu der angenehmsten Sorte gehören, aber das ist in einem echten Gefecht ja auch nicht Sinn und Zweck des Ganzen.", meinte sie völlig begeistert und vergaß über diesen Umstand hinaus, dass sie noch immer die Hand des Weißhaarigen umklammert hielt. Sie meinte, was sie sagte und der Zauber, welchen Emaru da so aus dem Nichts erschaffen hatte, war tatsächlich in der Lage ihr Interesse und ihre Begeisterung zu wecken. Wie schwer, hart und intensiv hatte er wohl dafür arbeiten müssen, etwas aus dem nichts und ohne vorgegebene Werke zur Orientierung zu erschaffen? Valerie hatte ihren Versuch die Finsternisrunen zu meistern schon als außerordentlich anstrengend und schwierig angesehen, doch wie kompliziert musste es dann erst sein, einen Zauber ohne jede vorgegebene Richtlinien zu erlernen? Der Dargin musste tatsächlich ein Meister seines Faches sein, wenn ihm so etwas möglich war.
Umso erstaunter reagierte das Mädchen auch auf die nächsten Worte ihres Gegenübers, denn sie schafften es tatsächlich, die kleine Sakai für einen Augenblick zu verblüffen. Meinte er das ernst? Glaubte er wirklich, sie sei dazu in der Lage, einen derart schwierigen Zauber zu erlernen und anschließend korrekt einzusetzen? Nicht, dass die Magierin kein Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten hatte, es fiel ihr nur äußerst schwer zu glauben, dass es ihr möglich sein würde, einen Zauber zu erlernen, den Emaru selbst erfunden hatte. Sicher handelte es sich dabei um eine unglaublich komplizierte Angelegenheit, die mit viel Manakonzentration und einer großen Kontrolle eben jener Energie verbunden war und momentan konnte sich die Siebzehnjährige einfach nicht vorstellen, dass das so einfach klappen würde, wie er es hinstellte. Obwohl er natürlich bei wenigstens einem Punkt vollkommen recht hatte, der Zauber würde tatsächlich perfekt zum Kampfstil des Mädchens passen und eine brillante Ergänzung zu vielen Strategien und Plänen bringen. Daher konnte sie auch gar nicht anders, als sich trotz ihrer Zweifel zu Freuen und dies auch angemessen zum Ausdruck zu bringen. Eine eilige Bewegung nach vorne und da hatte sie auch schon die zierliche Ärmchen um den Hals des Finsternismagiers geschlungen, während ihr ein freudiges Glucksen entwich. "Wirklich, das bedeutet also, dass du ihn mir beibringen wirst? Oh ich freue mich so, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich mich besonders geschickt bei den Übungen anstellen werde.", mit den letzten Worten hatte sie sich wieder von dem Weißhaarigen gelöst und schenkte ihm nun eines ihrer strahlenden Lächeln, welche das komplette Gesicht der Magierin zum Strahlen brachte. Dann streckte sie sich einmal ausgiebig, die Hände über den Kopf gehoben und warf anschließend einen Blick in den Himmel, welcher noch immer vom dichten Geäst des wundervoll tiefen und gespenstigen Waldes verdeckt wurde. "Ich bin mir nicht sicher, wie spät es ist, aber was hältst du davon, wenn wir dem Training für heute eine Pause geben und ich dich noch bei mir Zuhause auf einen Tee einlade? Mama hat mir Süßspeise von Zuhause geschickt.", meinte die Sakai und gestikulierte dann mit der rechten Hand in die Richtung, aus der sie vermutete, dass sie gekommen waren.

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Emaru
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BeitragThema: Re: Transzendenter Wald   Sa 25 Okt 2014 - 1:08

Das Lob Valeries fühlte sich wirklich gut an. Emaru wusste, dass er einen außergewöhnlichen Zauber geschaffen hatte, ihm war klar, dass er sich gut nutzen ließ und dass kaum jemand auf dieser Welt diese Art Zauber nutzen konnte – schon gar kein Elementarmagier. Und dennoch veranlasste die Anerkennung, die er von dem Mädchen dafür bekam, ein warmes Gefühl in seinem Inneren... ein seltsames, aber angenehmes Gefühl, eines, das er jedenfalls nicht gewohnt war. Vermutlich freute er sich darüber... ja, das würde es sein. Freude fühlte sich eigentlich recht gut an, fand der Dargin, und es war schön, dass wenigstens Valerie so etwas in ihm hervorrufen konnte. Andererseits gab es derzeit schwerlich einen anderen Menschen, dem er annähernd so nahe stand, also konnte er nicht davon ausgehen, dass irgendjemand oder irgendetwas anderes diese Emotion in ihm hervorzurufen vermochte... zu schade, aber nachvollziehbar. Außerdem hatte dieser Gedanke auch etwas Schönes an sich: Valerie war damit jemand besonderes für ihn, was wiederum bedeutete, dass er einen besonderen Menschen in seinem Leben hatte. Und so langsam verstand er auch, warum sich alle anderen das so sehr wünschten...
„Ja... ich will ihn dir beibringen, Valerie“, antwortete er, diesmal seine Intention nicht nur andeutend. „Du bist der einzige Mensch, dem ich ihn beibringen würde und werde. Aber ich fürchte, zurzeit bist du noch nicht ganz bereit dazu, ihn zu erlernen... ich bin mir sicher, dass du das Potential dazu hast, aber dir fehlt es noch an Übung.“ Der Dargin streichelte sanft über ihren violetten Schopf und lächelte zu ihr hinunter. Es war kein Wunder, dass sie die Finsternismagie noch nicht so weit ausgebaut hatte, wenn sie schon so früh an etwas komplexem wie den Finsternisrunen arbeitete, aber er hatte auch schon viel zu früh damit begonnen, die Kristallmagie zu meistern, daher konnte er ihr unmöglich einen Vorwurf machen... und das wollte er auch gar nicht. Sie hatte etwas Beeindruckendes geleistet, das viel eher Förderung verdiente als den Versuch, ihren Erfolg niederzumachen. Und wenn es jemanden gab, dem Emaru das meistern zweier Magien nebenher zutraute, dann war viel eher sie es als irgendein anderer seiner Bekannten. „Während ich den Spruch perfektioniere, kannst du ja an deiner Finsternismagie arbeiten... und dann bringe ich ihn dir bei. Das klingt doch gut, nicht wahr?“
Er war allerdings nicht der einzige, der ein gutes Angebot mitgebracht hatte... „Eine Tasse Tee und etwas Süßes mit dir zusammen? Wenn das mal kein Angebot ist, das man nicht ausschlagen kann...“ Zufrieden gesellte er sich wieder zu ihr und ergriff ihre Hand. „Wir müssen allerdings... oh.“ Nach kurzer Orientierung blickte der Dargin für einen Moment lang sehr irritiert, kurz darauf aber wieder sehr zufrieden. Das war wirklich unglaublich... „Das ist tatsächlich die richtige Richtung. Machen wir uns auf den Weg.“ Und so ließen die beiden Finsternismagier die außergewöhnliche Kulisse hinter sich, die noch immer dunkel schimmerte, als sei nie etwas geschehen... dieser schöne Anblick, den kaum jemand je sehen würde... Dieser schöne Anblick, der eine kurze Weile lang nur ihnen beiden gehört hatte.

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