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 Park "Jadeschlange"

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Emaru
Cheshire of Dusk
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BeitragThema: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:07

Die Straßen Oshibana Towns waren inzwischen ziemlich leer... kein Wunder, wenn man bedachte, wie spät es war. Die Sonne hatte sich bereits dazu entschieden, der Nacht Platz zu machen, und es war nurmehr eine Frage von Minuten, bis auch ihr letzter Strahl hinterm Horizont verschwinden würde, um die Dunkelheit und damit eine ganz besondere Art Licht zu bringen: Den wunderschönen Sternenhimmel.
Und mit diesem Stichwort taucht auch schon der erste Charakter unseres kleinen Spieles auf. Vor wenigen Stunden war er von einer Quest nach Hause gekommen. Vor wenigen Minuten war er wieder aufgewacht. Und jetzt war er auf dem Weg, um die Sterne zu begutachten, die ihn so erfreuten. Exakt, der Charakter, der die Eröffnung machte, war niemand anders als Emaru Dargin, professioneller Magier und Bewunderer des Nachthimmels. Sein weißes Haar wehte leicht in der Brise, die an ihm vorbeizog, während er dem Weg in den Park folgte. Nicht der beste Ort, um die Sterne zu beobachten, aber doch recht angenehm, und man konnte sich gemütlich auf eine der Bänke setzen, wenn man müde wurde oder einfach gemütlich auf einer Bank sitzen wollte. Vielleicht spielte auch das Glück ein wenig herein in die Tatsache, dass er die heutige Nacht an diesem Ort zu verbringen gedachte. Als die Finsternis endgültig über den Himmel zog, stand er da und strich sich einmal durch die Haare. Atmete tief durch die Nase ein. Es roch nach Gras, was in einem Park nicht wirklich überraschend war, und leicht nach Pfirsich. Durch den Mund atmete er wieder aus. Dann ging er weiter. Hoffentlich konnte man heute Nacht gut sehen...

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Sophia
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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:09

Oshibana … Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Sophia war ihrer Heimatstadt Marokkasu großgeworden und bewegte sich selten außerhalb der Anwesen ihrer Familie allein. Selbst dort war ihre Orientierung meist miserabel gewesen, aber sie hatte immer ein Telefon, mit dem sie jemanden erreichen konnte, falls sie wirklich nicht mehr zurechtkam. In Magnolia, wo sie nun schon eine Weile lebte, kam sie gerade so auf den üblichen Wegen allein zurecht. Sie handhabte es meist so, dass sie nur tagsüber das Haus verließ und wenn sie sich nicht mehr zurechtfand, fragte sie meist nach Hilfe oder ging zurück zum Gildenhaus, was nie schwer zu finden war. Zu Fairy Tail zu finden, war unheimlich einfach, da das Chaos oftmals schon vom Weiten zu erkennen war… Allerdings erlaubte die junge Magierin es sich mittlerweile immer häufiger ihre Heimat zu verlassen und die großen, wirklich wichtigen Städte, dieser Welt zu bestaunen. Umso begeisterter war sie natürlich von jeder einzelnen Stadt, die sie bewundern konnte. Auch heute hatte sie viel Spaß in Oshibana gehabt. Es gab viel zu sehen, unglaublich schöne und interessante Häuser, Märkte und Geschäfte. Selbst das Gildenhaus der bekannten Gilde Blue Pegasus hatte sie bewundern dürfen!
Danach hatte sie einen Fehler begangen. Sophia war in den Park gegangen und widmete sich einer ihrer neuen Errungenschaften. Sie hatte sich auf eine Bank gesetzt, die Ruhe genossen und mit einem ihrer Handhelds ein neues Videospiel gespielt, welches sie hier in einem Laden gefunden hatte. Ähnlich wie auf ihrer Reise nach Hosenka war sie auf ein richtiges Schmuckstück gestoßen! Doch natürlich konnte sie es wieder einmal nicht abwarten und begann schon viel zu früh zu spielen… Sie war so vertieft, dass sie nichts mehr bemerkte. Der Park, die Menschen, die Tiere… selbst die untergehende Sonne hatte sie nicht von den Pixeln auf dem Bildschirm ablenken können. Als sie nach einiger Zeit niesen und daraufhin ihre Nase putzen musste, speicherte sie das Spiel und schaltete die Konsole ab… Erst dann bemerkte sie die unendliche Dunkelheit, in der sie sich befand. Verwirrt hatte sie sich umgesehen. Das war doch noch derselbe Park… Oder? Wie war sie hier noch einmal hingekommen? Wo war der Bahnhof? Würden so spät noch Züge fahren? Viel zu viele Fragen trafen auf das Köpfchen der panischen Sophia. Vielleicht sollte sie ihren Papa anrufen… Sie zückte ihr Handy doch da… Ihr Akku war alle! Wie konnte das passieren? Da hatte sie extra eines mitgenommen, da sie es ja eigentlich geahnt hatte, dass sie sich verlief… Doch in diesem Ausmaß… Es war so dunkel und in dem Park stand kaum eine Laternen, welche ihren Weg erhellen würde. Und wenn sie nun ziellos herumirrte… Vielleicht verirrte sie sich in eine schreckliche Gegend… Was sollte sie nur tun? Sie begann zu zittern und war den Tränen nahe. Dabei hatte sie sich vorgenommen nicht immer gleich zu weinen. Aber das war zu viel… So unendlich viel zu viel. Sie zog die Nase hoch, schnäuzte sie dann hastig und versuchte durch tiefes Ein- und Ausatmen einen klaren Kopf zu bekommen. Wie ging man nun am besten vor? Sie hatte keinen Schimmer. Nicht eine Menschenseele sah sie, die sie hätte fragen können… Ihre Augen waren nicht für die Dunkelheit gemacht… Traurig suchte sie mit den Augen die Gegend ab… Es musste doch irgendeinen Anhaltspunkt geben…

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Emaru
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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:09

Tapp. Tapp. Tapp.
Der ruhige, leere Park sollte es nicht mehr lange bleiben. Zwar würde der neue Besucher kaum Geräusche machen, schon gar keine, die die Idylle stören konnten, die sich ihm bot, aber mit nun immerhin zwei Besuchern konnte der Park sich beim besten Willen nicht länger als vollkommen leer bezeichnen. Vermutlich war es Sophias Glück, dass Emaru jetzt gerade hier war; einsam und allein in einer fremden Stadt festzusitzen, und das mitten in der Nacht, war nicht unbedingt eine der angenehmsten Erfahrungen, die man machen konnte. Wenn niemand kam, war das schlimm – wenn die falsche Person kam, war das schlimmer. Glücklicherweise war der Dargin die richtige Person...
Tapp. Tapp. Tapp.
Langsam und sicher führten ihn seine Schritte den ordentlich asphaltierten Weg neben den Wiesen entlang. Er erwartete nicht, jemanden zu sehen, und ließ daher zu, dass die sanfte Brise seine Frisur leicht durcheinander brachte, auch wenn es ihn leicht störte. Immerhin war er einer der stilvollen Magier Blue Pegasus', und er mochte es nicht, wenn sein Aussehen das nicht widerspiegelte. Sein Haar sah allerdings immer großartig aus, darum musste er sich also keine Sorgen machen. Auch seine Klamotten saßen ziemlich gut, und wenngleich sie nicht schwarz waren, passten sie doch gut in die Dunkelheit hinein, schienen fast in ihr zu verschwinden und ihn mit sich zu nehmen, doch der strahlend helle Punkt, den sein weißes Haar darstellte, hielt ihn in dieser Welt fest und ließ ihn nicht plötzlich zu einem Teil der Finsternis werden, nur weil diese in ihm vertreten war. Manchmal war es wirklich gut, dass dieses Weiß ihn hielt. Dieses Mal war eines dieser Male.
Tapp. Tapp. Tapp.
Stop.
Fast wäre der Dargin an der Bank vorbei gegangen. Nur fast. Im letzten Moment hatten seine an die Finsternis gewöhnten Augen etwas erkannt. Jemanden. Eine kleine Gestalt, die kaum auffiel in dem großen Park. Etwas überrascht wandte sich der Dargin dem kleinen Mädchen zu, und obwohl kaum Licht da war, schienen seine güldenen Augen in der Dunkelheit zu glänzen, zu leuchten. Wieso war dieser Parks eigentlich nicht beleuchtet? Überall standen Schilder, aber es gab nicht eine einzige Laterne. Emaru hatte sich schon ein paar Mal gefragt, woran es lag, aber es war sehr gut, wenn man die Sterne beobachten wollte, also hatte er keinen Grund, sich zu beschweren. Für ein Kind musste es aber ziemlich bedrohlich wirken, vor allem, wenn es allein hier war. Sie sah auch nicht gut aus. Nun, so war das nicht gemeint – sie war durchaus ein gutaussehendes Mädchen, aber sie fühlte sich sichtbar unwohl. Emaru schluckte leicht, hatte sie gerade erst ein paar Sekunden lang angesehen, konnte sich aber des Gefühls nicht erwehren, dass sie den Tränen relativ nahe sein musste. Sie wirkte so unschuldig; dieses kindliche Aussehen, mit ihren hell wirkenden Haaren, deren Farbe er in der Dunkelheit kaum ausmachen konnte, ihrer zierlichen Statur – sofern man davon absah, ihre Brüste zu bemerken, die die Frage weckten, ob sie tatsächlich noch ein junges Mädchen war – und dem Katzenrucksack, aus dem zwei längliche Stücke Stoff herausragten, die wie die Ohren irgendeines Stofftieres aussahen – eines pinken Stofftieres. Der Dargin sah sich etwas unsicher im Park um, ob nicht doch irgendwelche Elternteile hier im Park waren, aber es war leer. Völlig leer. Sie war ganz allein hier...
Unter der Erkenntnis, dass er ein kleines Mädchen unmöglich allein in der Dunkelheit sitzen lassen konnte, ohne zumindest zu wissen, dass es ihr gut ging, näherte er sich der Bank langsam und ging vor ihr auf ein Knie herunter, um in die rosanen, feucht schimmernden Augen des Mädchens zu sehen. Er lächelte sie an, um ihr zu zeigen, dass er nicht gefährlich war, ehe er in einer beruhigenden Stimme zu ihr sprach: „Hallo, meine Kleine. Geht es dir gut? Sind deine Eltern in der Nähe?“ Mit etwas Glück war alles in Ordnung. Dann hatte er sich umsonst gesorgt und alle waren glücklich. Nur hatte er leider nicht das Gefühl, dass alles in Ordnung sein würde...

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:10

Alles war okay. Es konnte jetzt nur noch besser werden. Sie durfte nur nicht in Tränen ausbrechen, denn Verzweiflung würde an dieser Stelle alles nur noch um einiges schlimmer machen. Tief atmete die Magierin ein und aus, überlegte wie sie vorgehen könnte und versuchte herauszufinden aus welcher Richtung sie gekommen war. Doch selbst das schien eine Aufgabe zu sein, die sie unmöglich lösen konnte. Es war unheimlich dunkel in diesem Park. Sophia hatte keine Angst davor, dass irgendjemand auf sie zukommen und ihr etwas antun könnte. Glücklicherweise dachte das naive Kind an so etwas nicht. Allerdings machte sie sich Sorgen darüber nie wieder nach Hause zu finden und das war viel gruseliger als all die Dunkelheit und Stille in diesem Park. Am liebsten wäre sie aufgesprungen und losgerannt, doch die Angst sich noch weiter zu verirren, fesselte sie an diese Bank. Ihre Beine fühlten sich so schwer an, als wären sie in den Boden unter der Bank einbetoniert. Ihr ganzer Körper fühlte sich an, als wäre sie an diese Bank gebunden, wie durch einen starken Zauber. Und doch keimte der Wunsch in ihr davonzurennen, bis sie ihre Heimat endlich erkennen konnte…
Die rosafarbenen Augen der Magierin waren nicht nur von einem feuchten Schleier bedeckt. Sie verloren ihre Farbe, aufgrund der Verzweiflung, die sie packte, während sie etwas an diese Bank fesselte. Sophia wollte weg, aber sie konnte einfach nicht. Sie bemerkte nicht wie viel Zeit vergangen war, seit sie sich ihrer Situation bewusst geworden war. Vielleicht eine Stunde oder nur wenige Minuten… Alles fühlte sich bedeutungslos und leer an. So langsam rückte der Wunsch zu fliehen in den Hintergrund und das Bedürfnis nach Schlaf holte sie ein. Ihr Blick war dauerhaft auf dieselbe Stelle fixiert. Es waren ihre Füße, die sich einfach nicht regen wollten. Allerdings erblickten die trüben, glasigen Augen nach einer Weile etwas anderes in dem bisher unveränderten Blickfeld. Etwas hell Leuchtendes erschien vor ihrem zierlichen Körper. Es war golden und weckte sie ein wenig aus ihrer Starre. Neugierig blickte sie in die strahlenden Augen des Magiers an und versuchte sich stumm auf seine Worte zu konzentrieren. Seine Haare waren weiß… Selbst in der dunklen Nacht in diesem Park hatte man ihn kaum übersehen können. Er kniete vor ihr und war doch fast so groß wie sie, ein wahrer Riese. Der Fremde erinnerte sie ein wenig an die wohlerzogenen Männer, die häufig die Anwesen ihrer Familie heimsuchten. Daher war sie kaum misstrauisch ihm gegenüber. Außerdem lächelte er sie an, was konnte er ihr da schon Böses wollen? Sophia blickte ihm ein wenig ausdruckslos ins Gesicht. Es sprachen weder Angst noch Freude aus ihrem Gesicht, da sie noch immer überfordert mit der Situation war. Dass er sie „Kleine“ genannt hatte, bezog sie mal auf ihre Körpergröße. Sie ging nicht davon aus, dass man sie noch für ein Kind hielt. Auf seine Fragen hin, schüttelte sie nur knapp den Kopf. Dann holte sie kurz Luft und sagte mit ihrer üblich trägen, aber niedlichen Stimme: „Ich bin allein hier.“ Ah, wie unhöflich! Selbst wenn es mitten in der Nacht und eine wirklich ungewöhnliche Situation war, sollte man doch der Etikette folgen, nicht? „Mein Name ist Sophia… Ich war in etwas vertieft und die Zeit ist an mir vorbeigezogen…“ Und nun saß sie hier mehr oder weniger fest, weil sie nicht mehr wusste wie sie nach Hause fand. Doch in dieser merkwürdigen Situation vergaß sie völlig sich ordentlich zu erklären. Stattdessen sah sie dem großen Magier nur ein wenig hilflos entgegen. Eine kalte Brise wehte ihr durchs Haar und legte für einen Moment lang das Gildenzeichen an ihrem Hals sehr deutlich frei. In einer solchen Situation war die sonst so behütete Magierin aus gutem Haus noch nie gewesen… Sie wusste nicht wie sie damit umgehen sollte… Alles war auf den Kopf gestellt… Und sie war so müde…

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Emaru
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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:11

Sie war allein hier...? Für einen kurzen Moment schlich sich Besorgnis auf Emarus Gesicht. Das war eine der Eigenschaften, die er als seine Schwächen ansah: So kühl er auch zu sein vermochte, er spürte immer eine gewisse Verpflichtung, Menschen zu helfen, die sich in problematischen Situationen befanden. Als er das erste Mal jemanden hatte sterben sehen, was glücklicherweise nur sehr selten vorkam, selbst als Magier, hatte ihn das ziemlich stark mitgenommen und er hatte so lange versucht, die junge Frau aus den Trümmern des Gebäudes zu graben, bis selbst er sich nicht mehr vormachen konnte, dass sie noch nicht tot war. Er hatte sogar einen kleinen Grabstein angefertigt, trotz seinem Umfeld, das man am besten als postapokalyptisches Schlachtfeld beschreiben konnte... Der Gedanke daran brachte ihn noch immer zum erschaudern. Noch schlimmer als leidende Menschen waren für ihn allerdings leidende Mädchen, was ihn nicht nur praktisch wehrlos machte gegenüber dem Hundeblick eines niedlichen Kindes, sondern auch verhinderte, dass er in Situationen wie diesen einfach aufstand und wegging. Nein, er verspürte das Bedürnis, wenn nicht sogar den Zwang, Sophia zu helfen, obwohl es so viel angenehmer wäre, einfach weiterzugehen, sich eine bessere Bank zu suchen – die gab es, das wusste er – und die Sterne zu beobachten, die sich bereits am Himmelszelt zu zeigen begannen. Er sah dem armen Mädchen in die Augen, bemerkte kurz am unteren Rand seines Blickfeldes, dass ihr wehendes Haar etwas helles, rötliches freilegte, doch als er hinabblickte, war es schon wieder bedeckt. Es war aber auch nicht wichtig. Jetzt ging es erst einmal darum, ihr zu helfen.
Zuerst einmal setzte der Dargin ein normales Lächeln auf, nicht besorgt, aber auch nicht extrem fröhlich, weil das seltsam wirken würde. Es sollte sie beruhigen und zeigen, dass er ganz fest glaubte, dass alles okay sein würde. „Hallo, Sophia. Ich bin Emaru“, begann er, unsicher, was er jetzt sagen sollte. Eine Vorstellung war doch ein guter Anfang. Nach ein paar Sekunden ging es weiter: „Jeder vergisst mal die Zeit, das ist ganz normal. Aber deine Familie macht sich vermutlich Sorgen um dich, nicht? Du solltest langsam Heim gehen.“ Das klang doch gar nicht mal schlecht. Damit sagte er ihr gleichzeitig, dass sie nichts falsch gemacht hatte, also musste sie sich keine Vorwürfe machen, und er schickte sie auf den Weg nach Hause. Auf den Weg nach Hause durch eine dunkle Stadt voller Menschen, die nicht alle so gute Absichten hatten wie er... Der Weißschopf biss leicht die Zähne zusammen. Richtig, es gab ja immer wieder jene, die... naja... verschiedene böse Dinge taten. Gewalt, Diebstahl und alles darüber. Wo er so darüber nachdachte, war Sophias Vertrauensseligkeit ihm gegenüber eigentlich ziemlich unvorsichtig, immerhin konnte er jede Art von böser Person dieser Welt sein... Er war sogar Finsternismagier, und noch dazu hatte er eine zweite Persönlichkeit. Sein ganzes Selbst schrie doch schon 'Antagonist'!
Innerlich seufzend, entschied er sich, dass er doch noch etwas mehr helfen musste. Soweit er wusste, gab es in seiner Gilde eine Person, die absolut davon überzeugt war, dass man das Gute durchsetzen musste, und die sich deshalb dazu entschieden hatte, so etwas wie eine freiwillige Nachtwache zu führen. Mit seinem nicht gerade unterirdischen magischen Talent war er vermutlich auch nicht der schlechteste Kandidat für so etwas, allerdings würde sich Emaru nicht wohl damit fühlen, darauf zu vertrauen, dass so jemand die Sicherheit eines Mädchens verantwortete, das der Dargin selbst gefunden und aufgelesen hatte. Wenn ihr dann doch etwas passierte... nein, er musste seine Aussage noch einmal etwas aufbessern. „Weißt du, am besten bringe ich dich nach Hause, immerhin ist es schon recht spät... wir wollen doch nicht, dass du dich im Dunkeln verläufst.“ Oder Schlimmeres... aber das sagte er natürlich nicht. „Also, wo wohnst du?“
An dieser Stelle wäre es wohl erwähnenswert, dass Emaru als Antwort eine Adresse erwartete... eine Adresse innerhalb Oshibana Towns. Ein Fußmarsch von zehn, vielleicht zwanzig Minuten, ohne weitere Komplikationen, weil sie doch mit Sicherheit hier lebte. Was sollte denn ein kleines Mädchen von außerhalb in einem Park um diese Uhrzeit? Ja, er erwarte eine Adresse wie 'Ren-Akatsuki-Weg 13', und nicht so etwas wie 'In Hosenka Town'.
Es würde ein langer Abend werden...

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Sophia
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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:12

Jegliche Tageszeiten, welche die Menschheit für sich definiert hatte, spielten im ganzen Leben der rosahaarigen Magierin noch keine besonders große Rolle. Das recht kleine Mädchen hatte schon immer einen ganz eigenen Lebensrhythmus gehabt, der nichts mit dem menschlichen Verständnis von Zeit zu tun hatte. Sie schlief wann immer sie Lust dazu hatte. Deshalb fürchtete sie die Dunkelheit in der Regel auch nicht. Viel schlimmer war die Ungewissheit in fremder Umgebung, wenn man die eigene Hand vor Augen nicht sehen konnte und nicht die Finsternis an sich. Sophia interessierte sich nicht sonderlich dafür ob es Morgen, Mittag, Abend oder Nacht war… Alles was zählte, war das, was ihr Körper ihr sagte. Wenn er müde war, dann schlief er einfach ein und wenn er Beschäftigung verlangte, dann gab sie ihm genau das. Es funktionierte simpel und sonst immer problemlos. Doch in einer fremden Stadt in einer stockfinsteren Umgebung von ihrer natürlichen Müdigkeit übermannt zu werden, war nicht der beste Umstand, den man sich vorstellen konnte…
Umso ironischer war es doch, dass gerade ein Finsternismagier gerade den düsteren Park für Sophia erhellt hatte. Diese machte sich erstaunlicherweise wenig Sorgen um die Umstände seines Auftrittes. Warum war schwer zu beschreiben, doch dieser Mann hatte absolut nicht die Wirkung auf sie, als würde er ihr etwas tun wollen. Vielleicht eine aufgrund ihrer Naivität eingebildete Art Intuition, aber es erwies sich nicht als falsch bisher. Sophia glaubte nicht wirklich, dass sich ihre Familie um sie sorgte. Es kam nicht selten vor, dass sie die Zeit vergaß und somit auch verdrängte sich bei ihrem Ziehvater zu melden. Daher war es kaum effektiv gewesen sie darauf zu bringen, dass sich jemand über sie Gedanken machen könnte. Davon ging sie nicht aus. Sie zuckte mit den Schultern und sah sich einmal im finsteren Park um, doch ihre rosafarbenen Augen erkannten nach wie vor nicht sonderlich viel. Der Weißhaarige trug ein interessantes Lächeln auf seinen Lippen. Es wahrte viel Abstand und war trotzdem irgendwie angenehm. Doch dann begann er etwas zu sagen, was Sophia ein wenig in Verlegenheit brachte. Er wollte sie nach Hause bringen? Ob er eine Ahnung hatte, was er sich da vornahm? Die Magierin blinzelte ihn einige Male ungläubig an und erkannte dann seine Intention dahinter recht schnell. Zwar sagte er in dem Satz „wir“, doch es wurde ziemlich deutlich, dass er nicht wollte, dass sie sich verlief. Zugegebenermaßen hatte sie auch nicht wirklich vor sich zu verlaufen, aber sicher hätte es einen etwas merkwürdigeren Klang gehabt, hätte er zu einer Fremden gesagt, dass er nicht wollte, dass sie sich verirrte. Sie hatte dies wirklich nicht vor, also beschloss sie sein Angebot anzunehmen. Aber… Wo sie wohnte? Schon wieder hatte sie den Namen dieser verdammten Stadt vergessen. Jedes Mal dasselbe… Sie wusste sicher wie ihre Gilde hieß, auch wie ihr Haus aussah, aber Städte- und Straßennamen waren für das verwöhnte Mädchen ein Graus. Sie grübelte einige Sekunden. Wie umschrieb sie es am besten? Dann sah sie ihn mit den großen Augen an. „Ich bin nicht von hier.“, begann sie recht ausdrucksstark, aber knapp ausgedrückt. „Ich lebe in dieser Stadt mit… M… Weißt du… Da wo die bekannte Gilde Fairy Tail sitzt.“, versuchte sie zu umschreiben, wobei sie Hände und Füße nutzte, was natürlich nicht sonderlich effektiv war. Dann sah sie Emaru an. Emaru… Ein interessanter Name… Die musste bei dem Klang irgendwie an den Mond denken… Vielleicht hing es mit seinen Augen oder der Form des Mondes zusammen… Wie auch immer. Fraglich war, ob Emaru immer noch gewillt war sie nach Hause zu bringen. Immerhin hatte er damit nun ein ganzes Stück Weg vor sich… Seine Gutmütigkeit wird ihn wohl noch ein wenig ärgern, während er sich mit einem tranigen Mädchen wie Sophia herumärgert.

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:13

Dieses Mädchen... machte es einem wirklich nicht besonders einfach. So etwas in der Richtung dachte der Dargin gerade. Das hatte man davon, wenn man sich gut verhalten wollte: Man blieb mit einem kleinen Mädchen stecken, das sich nicht nur nachts verlief, sondern nicht einmal genau zu wissen schien, wo sie wohnte... und in Magnolia Town lebte. Sophia lebte in Magnolia Town! Sie nannte es nicht so, sie nannte es die Stadt mit M, aber jeder, wirklich jeder, wusste, wo Fairy Tail lag. Naja, bis auf vielleicht die ein oder andere Person, die dort lebten. Wie sie hier. Die in Oshibana Town saß. Nachts. Hatte schon jemand erwähnt, dass sie ein kleines Mädchen war?
Auf diese Information hin musste Emaru erst einmal tief durchatmen. Einen Moment lang dachte er darüber nach, sie einfach allein zu lassen und sich um seinen eigenen Kram zu kümmern – was eben jeder normale Mensch getan hätte –, aber keine Sekunde später machte er sich schon Vorwürfe dafür, dass er so etwas überhaupt gedacht hatte. Es war nicht so, als könnte er einfach verschwinden, wenn das arme Mädchen Probleme hatte. Es war so schwer, ein guter Mensch zu sein...
„In Ordnung...“, begann er also langsam und zeigte dabei möglichst wenig von seiner derzeitigen inneren Resignation. „Du lebst also in Magnolia Town, ja?“ Die Stadt mit M und Fairy Tail – das konnte nur Magnolia Town sein. Um das zu wissen, musste man nicht der gebildete Reisende sein, der Emaru tatsächlich war. Man musste nicht halb Fiore persönlich erforschen, was Emaru tatsächlich getan hatte. Man musste nicht einmal eine Karte studieren, was Emaru tatsächlich schon mehrere Male, vielleicht mehrere hundert Male, hinter sich gebracht hatte. Man musste schon ziemlich ignorant ob seiner gesamten Umwelt sein, um das nicht zu wissen... oder eben ein kleines Mädchen. Der Dargin entschied sich bewusst dazu, nicht zu hinterfragen, dass besagtes kleines Mädchen alleine herumreiste, immerhin kam sie aus Magnolia, da war das nicht so abwegig. Die Fairys waren die schlimmsten von allen, chaotisch und ahnungslos und zerstörerisch, hatten sie nicht den geringsten Sinn für Stil und beherrschten eigentlich nur die Kunst, anderen gehörig auf die Nerven zu gehen, aber der Rest der Stadt konnte nicht viel besser sein. Wer würde schließlich freiwillig an einem Ort leben, an dem diese missgeleiteten Magier hausten und ihre Launen auslebten, wenn er nicht selbst so einige Probleme hatte? Oder zusammengefasst: Man durfte sich nicht wundern, wenn die Leute aus Magnolie Town dämliche Dinge taten.
„Ich weiß gar nicht, ob jetzt noch Züge nach Magnolia fahren...“, meinte der Dargin etwas unsicher, während er seine außergewöhnliche Eigenschaft, die meisten Fahrpläne auswendig zu können, einsetzte. Es war durchaus möglich, dass er sich irrte, aber mit etwas Pech stimmten die Informationen in seinem Gedächtnis und das Mädchen konnte entweder nach Hause laufen, oder aber es war bis zum nächsten Morgen hier in Oshibana gefangen. Beides nicht gerade anregende Wahlmöglichkeiten... Hoffentlich, oh, hoffentlich irrte sich Emaru. „Naja... man kann unmöglich auswendig wissen, welche Züge wann fahren, richtig?“, meinte er in einer heiteren Stimme, und obwohl er es zu Sophia sagte, wollte er damit eher sich selbst Hoffnung machen. Und hey, es in einem fröhlichen und sorglosen Ton zu hören ließ es tatsächlich ein wenig glaubwürdiger wirken, als wenn die pessimistische Stimme in seinem Kopf das übernahm! Vielleicht erwischten sie ja doch noch eine der letzten Fahrten und er konnte das Mädchen in den Zug nach Hause setzen! „Wir sollten zum Bahnhof gehen und nachsehen, meinst du nicht, Sophia?“

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:14

Einfach? Nein, Sophia hatte es in ihrem Leben wirklich noch niemandem leicht gemacht. Es schien eine Art Bestimmung für die junge Magierin zu sein anderen Menschen Unglück zu bringen. Natürlich war ihr selbst dies noch nicht so bewusst, aber von Glück konnte wirklich niemand bisher reden, der mit ihr zu tun hatte. Sicher war sie ein umgänglicher Mensch, der sich darum bemühte niemandem zur Last zu fallen und hilfreich zu sein, doch meist erreichte sie genau das Gegenteil. Auch Emaru wollte sie nicht unnötig bemühen oder nerven, doch im Moment hatte sie gar keine andere Wahl als sich auf ihn zu verlassen, weil sie sonst in diesem dunklen Park auf ewig festsaß. Wenn sie wüsste, dass dieser schon jetzt genervt von ihrer Unfähigkeit war, hätte sie schon längst angefangen zu weinen… aber glücklicherweise ließ sich der Blue Pegasus Magier davon nichts anmerken, sondern verhielt sich sehr höflich und zuvorkommend. Dass wenigstens er wusste wie die Stadt hieß aus der sie kam, erleichterte sie sichtlich. Zum ersten Mal konnte man ein richtiges Strahlen auf den Lippen des Mädchens erkennen. „Ja genau! Magnolia war es. Vielen Dank, Emaru-san… Ich lebe dort noch nicht so lang und vergesse den Namen deshalb manchmal…“ Man konnte ihr ansehen, dass es sie ein wenig verlegen machte zu vergessen wo sie wohnte, aber sie konnte einfach nicht anders. Wenn man sie nach jeglichen Videospielen aller möglichen Kategorien fragen würde, hätte sie wohl eine Antwort, aber Dinge, die sie nicht wirklich interessierten, vergaß sie unheimlich schnell…
Seine Aussage zu den Zügen bereitete Sophia sichtlich Unbehagen. Es konnte sein, dass keine Züge mehr fuhren? Dann saß sie hier in dieser fremden Stadt im Dunkeln fest… Was sollte sie nur tun? Wohin sollte sie gehen? Erreichen konnte sie ja auch niemanden, da ihr Telefon alle war… Doch der junge Mann sagte auch, dass er sich nicht ganz sicher war bei dieser Annahme. Sie hoffte wirklich, dass er Unrecht hatte, denn auch wenn sie unendlich dankbar für seine Hilfe war, würde sie am Ende wieder auf sich allein gestellt sein, wenn kein Zug mehr fuhr. Die süße Sophia wäre ihrem augenscheinlichen Retter überall hin gefolgt ohne es auch nur für eine Sekunde in Frage zu stellen. Alles war besser als dieser unbeleuchtete, stille Park… Hier konnte man den Verstand schneller verlieren, als man glaubte.
Also würden sie zum Bahnhof gehen. Da Sophia ohnehin nicht auf die Idee kommen würde die Ideen des jungen Mannes in Frage zu stellen, nickte sie nur stumm, packte ihre Sachen zusammen und erhob sich von der Bank. Wenn sie so neben ihm stand, wurde erst deutlich wie viel kleiner Sophia war. Kein Wunder, dass er die Sechzehnjährige für ein Kind hielt… Sie richtete ihre Kleidung, warf sich den Rucksack über und blickte Emaru erwartungsvoll an. Wohin würden sie gehen? Wer weiß, auf was für merkwürdige Gestalten die beiden auf ihrem Weg um diese Tageszeit treffen würden… Noch war die Magierin sehr zuversichtlich, dass alles gut gehen würde.

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:15

Irgendwie konnte man Sophia gar nicht böse sein, egal, wie problematisch sie den Abend machte. Schon allein, als sie sich für den Namen bedankte und erklärte, dass sie noch nicht lange da sei, klang sie so niedlich! Unschuldig und kindlich, so wie alles an ihr. Man hatte einfach das Gefühl, sie schonen und beschützen und trösten zu müssen. Naja... vielleicht lag das aber auch einfach an ihm selbst. Gut möglich. „Keine Sorge, jeder vergisst mal etwas“, meinte er lächelnd, als gäbe es keine Probleme in der Welt. „Weißt du, ich bin selbst vor Kurzem umgezogen... da ist alles so durcheinander und alles muss so schnell gehen. Wer kann da erwarten, dass man sich so komplizierte neue Namen merkt?“ Jeder konnte das erwarten, wirklich jeder! Man musste doch wohl wissen, wo man wohnte... oder zumindest die Stadt sollte man kennen! War das wirklich so viel verlangt? Aber der Dargin würde sich hüten, auch nur ein Wort in dieser Richtung zu verlieren. Er wollte ihr helfen, nicht sie noch weiter deprimieren. Und wenn er so etwas Fieses sagte, würde es ihn später ganz sicher quälen...
Immerhin war die Kleine offensichtlich entschlossen, ihr Ziel zu erreichen. Ohne in Tränen auszubrechen oder nach ihren Eltern zu fragen, nahm sie still alles auf, was der Dargin sagte, und packte alles in ihren Rucksack, um aufzustehen und sich auf den Weg zu machen. Oder naja... um aufzustehen und zu ihm hochzusehen mit einem Blick, der ihn fragte, was sie tun wollten, der ihn zu der einzigen Person dieser Welt machte, die irgendetwas für sie tun konnte, und ihm sämtliche Verantwortung für das Kind auf die Schultern legte – eine Verantwortung, die sehr schwer wog. Schwerer als alle großen Felsbrocken in eiskalten Bergen im Norden Fiores. Wieso nur traf das gerade ihn...? Ach ja, richtig: Er war ein Sternenbeobachter, und er hatte ein weiches Herz. Deswegen.

Wie von ihm erwartet wurde, ging Emaru erst einmal voraus. Erst wortlos, aber als er den Ausgang des Parkes kommen sah, wurde ihm klar, dass diese Stille vermutlich nicht so gut war. Wäre er ein kleines Mädchen, das im Dunkeln in der Fremde mit einem Fremden unterwegs war und keine Ahnung hatte, was passieren könnte, dann würde beidseitiges Schweigen ihn mit Sicherheit noch mehr verunsichern als ohnehin schon; jedenfalls... nahm er das an. Es war nichts, das man einfach mal ausprobieren konnte, um zu sehen, wie man tatsächlich reagierte in einer solchen Situation, aber es war eine recht sichere Annahme, nicht war? Aber was für ein Thema sollte man anschneiden? Irgendetwas Fröhliches vielleicht, so etwas wie... Süßigkeiten? Ihr einen Kaugummi anbieten? Nein... nein, vermutlich beruhigte das das Mädchen gar nicht. Etwas Beruhigendes... Schlaf? Der Sternenhimmel? Philosophische Gedanken über das Leben? Nein, sicher nicht. Am Ende verlor er sich noch in seinen Spezialgebieten und verwirrte das Mädchen nur unnötig; davon hatte dann niemand etwas. Es musste etwas Simpleres geben, etwas Einfaches, das allgegenwärtig genug war, dass ein Kind damit umgehen konnte... Straßenkriminalität war es sicher nicht, aber so etwas wie... ein Spiel. Spiele! Ja... hatte das Mädchen nicht vorhin gesagt, sie wäre in etwas vertieft gewesen und hätte darüber die Zeit vergessen? Das hatte sie, bestimmt. Und vermutlich war das so etwas wie ein Spiel gewesen... Gute Idee, Emaru! Sehr gute Idee! „Ach, Sophia?“, fragte er also in die doch etwas unangenehme Stille hinein. „Du hast vorhin gesagt, dass du die Zeit vergessen hast, weil du beschäftigt warst, nicht? Was hast du denn gemacht?“ Das war allgemein ein Prinzip, dass sich mit allen Frauen gut arrangierte: Man nahm etwas auf, das sie gesagt hatten – ein Zeichen, dass man zuhörte –, fragte danach, als ob es einen interessierte – ein Zeichen, dass man sich dafür interessierte – und das sagte man normalerweise auf eine etwas frechere Art und mit Worten, die nicht annähernd so sehr danach klangen, als redete man mit einem Kind – weil sie das schlecht aufnehmen konnten. Das hier war also quasi eine angepasste Version, extra für die glückliche kleine Sophia. Emaru schenkte ihr sogar ein kurzes Grinsen, um eine Kleinigkeit hinzuzufügen: „Du hast gespielt, oder?“

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:16

Die junge Magierin war in ihrem Leben immer gut behandelt worden. Noch niemals hatte es jemand gewagt ihr etwas anzutun, dafür hatte ihr starker und strenger Stiefvater gesorgt und der Schutz ihrer reichen Familie tat sein Restliches. Sie war immer ein braves und freundliches Mädchen gewesen, weshalb auch niemand auf die Idee kam etwas Schlimmes von ihr zu wollen. Dennoch war Sophia die Art Mensch, welche die Gutmütigkeit anderer unheimlich zu schätzen wusste. So freute sie sich unheimlich über die Freundlichkeit und das Verständnis des Dargin, was auch in ihren leuchtenden, rosafarbenen Augen zu erkennen war. Und natürlich hielt die Magierin ihre Freude darüber nicht inne, sondern drückte es so aus, wie sie es am besten konnte… Mit diesen supersüßen Worten, an denen man sich die Zähne ausbeißen konnte: „Mein Vater würde furchtbar mit mir schimpfen, wenn er wüsste, dass ich mich in so eine Situation gebracht habe… Ich bin Ihnen unendlich dankbar für Ihr Verständnis Emaru-san!“ Ja, sie war sehr höflich, da sie stets so erzogen worden war. Da stand immerhin ein riesiger, fremder Mann vor ihr, der ihr auf die freundlichste Art und Weise überhaupt seine Hilfe anbot und das einfach so… Sie wusste gar nicht, wie sie ihm dafür danken sollte! Und Sophias Naivität kannte keine Grenzen! „Es tut mir schrecklich Leid, dass ich Ihnen solche Umstände bereite… Wenn ich das irgendwie wieder gutmachen kann, lassen Sie es mich wissen. Auch Geld sollte kein Problem sein!“ … Sagte sie. Laut und deutlich in einem düsteren Park neben einem fremden Mann, dem sie völlig blind vertraute. Sie war nicht dumm, wirklich nicht. Sophia war in ihrem gesamten Leben behütet worden wie ein rohes Ei. Da war es wohl kaum verwunderlich, dass sie einem wildfremden Mann blind vertraute und nicht wusste wo sie wohnte. Wenn sie ihren Namen wusste, ohne dass ihn ihr jemand vorsagte, dann war das wohl schon eine gute Leistung. Gut , dass Emaru so ein weiches Herz hätte. Viele andere Magier hätten wohl spätestens an diesem Punkt jegliche Geduld verloren…
Tatsächlich fürchtete sich Sophia jedoch nicht vor dieser Situation. Die Magierin hatte noch nie etwas Erschreckendes erlebt oder gesehen, weshalb es nichts gab, was sie wirklich aus der Fassung bringen konnte, so lang es nicht wirklich geschah. Sicher war die Dunkelheit ein unheimliches Schemen, was aber absolut evolutionär bedingt war. Menschen mochten es noch nie nicht sehen zu können, was um sie herum geschah. Wenn ihr etwas in dieser Situation wirklich Angst gemacht hätte, dann die Einsamkeit, aber da ihr Ritter mit dem weißen Haar und den strahlenden Augen sie gerettet hatte, gab es nichts mehr zu befürchten! Es wurde eine Weile still… Sophia mochte keine Stille, nicht etwa aus Furcht, sondern weil sie glaubte, dass es Menschen unglücklich machte. Nach einer Weile brach der Magier jedoch die Stille. Ein Lächeln trat erneut auf sein Gesicht und sie fühlte sich gleich wohler. In der Gegenwart von freundlichen Menschen ging es Sophia gleich hunderte Male besser. Die Frage des Magiers brachte sie jedoch ein wenig in Verlegenheit. Leicht gerötete Wangen deuteten auch darauf hin. Sie schämte sich keineswegs für ihr Hobby, doch es bestätigte das, was ihr Vater immer behauptet hatte. Dieser pochte vehement darauf, dass die Videospiele Sophia stets in Schwierigkeiten brachten, da sie das ohnehin naive Mädchen nur umso mehr von der Realität ablenkten. Als er sie ertappt hatte, was er mit seinen Worten deutlich machte, schnappte sie leicht erschrocken nach Luft und begann eine Haarsträhne um ihren Finger zu wickeln. Da konnte sie sich wohl kaum herauswinden… „E-Ehm… Nun ja… Ich bin das erste Mal in dieser Stadt und habe die Läden aufgesucht, die alte Videospiele führen… Dabei bin ich auf einen richtigen Klassiker gestoßen! Und dann habe ich mich in den Park gesetzt um zu spielen…“ Sie stoppte kurz, blickte zum Himmel und dem leuchtenden Mond. „…und als ich wieder aufblickte, war es dunkel und ich war allein…“ Dann lächelte sie jedoch wieder. „Aber zum Glück kamen Sie dann!“ Hach, war sie nicht zu süß um wahr zu sein? Ehrlich… Es gab Menschen, die ihr das wirklich nicht abkauften…

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:17

Ah, auch Geld sollte kein Problem sein... Wäre Emaru ein Charakter in einer Zeichentrickserie oder einem Anime, hätte man jetzt einen dicken Schweißtropfen an seiner Schläfe erkennen können. Er hatte sich extra noch einmal umgesehen, nur um sicherzustellen, dass wirklich niemand sonst im Park war – wenn das jemand hörte, dann wurde das hier noch komplizierter, als es ohnehin schon war. Der Dargin war erst wenige Minuten hier, und schon jetzt fiel es ihm schwer, dieses Lächeln aufrecht zu erhalten; das konnte eine harte Nacht werden.
Glücklicherweise schaffte er es recht gut, das Gespräch auf einen Punkt zu bringen, auf den das Mädchen gut ansprang, ohne gleich etwas herauszurufen, dass die beiden in unnötige Schwierigkeiten bringen konnte. Sie mochte also Videospiele, hm? Irgendwie niedlich. Emaru hatte dem ja nie wirklich etwas abgewinnen können – auf einen Bildschirm gucken und jemanden steuern, der irgendwelche Abenteuer erlebt? Als Gildenmagier konnte er mehr als genug Abenteuer erleben, als Reisender erst recht und wenn er eine andere Art von Abenteuer suchte, dann gab es genügend Frauen, die ihm mehr Freude bereiten würden als so ein Spiel. Blieb er tatsächlich mal zuhause, dann entspannte er sich lieber mit einem guten Buch oder holte ein bisschen von dem Schlaf nach, den er so dringend brauchte. Als Kind war er ähnlich gewesen, bloß aktiver; er hatte entweder Zeit draußen verbracht oder hatte etwas über Magie gelesen, weil er die doch unbedingt hatte lernen wollen. Ihm hatte es immer mehr Spaß gemacht, mit anderen Kindern zu spielen als allein an einer Konsole zu hängen, und auch, nachdem er sich von anderen zurückgezogen hatte, waren die Erinnerungen, die Videospiele als nicht so spannend abstempelten, stark genug, um ihn von ihnen wegzuhalten. Aber zu sehen, wie ein Mädchen wie Sophia sich dafür begeisterte, war schon irgendwie süß. Wenngleich eigentlich alles, was sie machte, eigentlich süß sein musste, wenn man so darüber nachdachte...

„Aber zum Glück kamen Sie dann!“ Okay, Sophia war niedlich. Sie sah aus wie ein pinkes Marshmallow und man musste sie einfach irgendwie gern haben, wenn auch hauptsächlich wegen ihrer Naivität und dem Fakt, dass sie einen dauernd dazu anstiftete, 'Aww' zu sagen. Aber das hier war einfach zu viel! Wie sie ihn mit dieser heiteren Stimme zu einem Ritter in strahlender Rüstung aufwertete... Es war einfach viel zu süß! Die Wangen des Finsternismagiers heizten sich schnell auf, was man in dieser Dunkelheit glücklicherweise nicht gut erkennen konnte, man sah höchstens eine Verdunkelung auf seiner sonst so bleichen Haut. Er wusste gar nicht, was er sagen sollte, und ehe er sich versah, stand er vor dem Ausgang zum Park und hatte noch nicht geantwortet. „A-ah... wir sind schon am Rand des Parks...“, meinte er etwas unsicher und ließ damit gleichzeitig das Thema fallen, das er eben aufgepickt hatte. Er blickte kurz in die Finsternis und versuchte, seine Gedanken zu ordnen. „Richtig... es ist ziemlich dunkel. Du solltest...“
Während er sprach, merkte er, wie er seine Hand in ihre Richtung streckte – natürlich, der logischste Gedanke, wenn man mit einem kleinen Mädchen im Dunkeln unterwegs war, war, dass man sie nicht verlieren sollte und dazu am besten ihre Hand nahm. Irgendwie schien das bei Sophia aber nicht richtig... Schnell zog der Dargin seine Hand zurück und klopfte mit ihr nicht existenten Staub von seiner Jacke, ehe er seinen Satz ruhig beendete: „Du... solltest möglichst nah bei mir bleiben. Ich will dich hier nicht wieder verlieren, das wäre bestimmt nicht gut.“ Puh, elegant gelöst... also konnte es weitergehen. Endlich kamen sie aus diesem Park heraus, das hatte lange genug gedauert... Jetzt ging es weiter zum Bahnhof! Aber diese Stille war schon wieder zurückgekehrt...
„A-also... Sophia, du magst Videospiele? Dann hast du bestimmt schon ein paar, hm? Zwanzig, dreißig Stück?“

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:18

Dass Sophia Männer in Verlegenheit brachte, geschah öfter als man es sich vorstellen konnte. Die junge Magierin war neben ihrer endlosen Niedlichkeit und Naivität und unfassbar nett und liebevoll gegenüber allen Menschen, sodass viele sich davon berührt fühlten. Hinzu kam, dass sie ja nicht unbedingt schlecht aussah und schon so manch ein Junge an das nerdige Goldstück sein Herz verloren hatte. Zu ihrem eigenen Leidwesen, denn  Sophia war so mit sich selbst und ihrer Welt beschäftigt, dass sie solche Gefühle völlig ausblendete. Vermutlich würde sie jedem Menschen aus der Hand fressen, egal was er ihr erzählte und vormachte, aber die Konsequenz der Schwärmereien für sie waren quasi nicht existent. Zunächst lag dies daran, dass viele sich nicht trauten ihr offen gegenüber zu treten, da man glaubte, dass es falsch war sie in einer solchen Art und Weise zu mögen, da sie ja irgendwie ein Kind war und man doch einem Kind nicht auf diese Art nahekommen wollte und sollte! Zum anderen war da die Tatsache, dass sie selbst eindeutige Anspielungen und direkte Aussagen dahingehend schlichtweg nicht begriff. Als es tatsächlich ein junger Mann aus der Firma ihrer Familie wagte sie dazu einzuladen eine Nacht mit ihm zu verbringen, fragte sie ihn danach, ob sie eine Pyjamaparty mit Chips, Süßigkeiten und Videospielen veranstalten würden. Er gab die Idee daraufhin schnell wieder auf ihr nahe kommen zu wollen…
Jedenfalls… Soviel dazu. Aber das war ja auch nur der Extremfall. Nicht jeder reagierte mit solchen Bedürfnissen auf das Mädchen. Glücklicherweise … Sophia war wirklich zu niedlich und unnahbar für diese Welt, da sie in ihrer eigenen lebte. Wen wunderte es da schon, dass Emaru ihr da wie der klischeehafte Ritter erschien, der zu ihrer Rettung aufschlug? Als würde er die Prinzessin aus dem Schloss retten, die von einem Antagonisten gefangen genommen wurde… Allerdings war der Antagonist in diesem Fall am ehesten die Dunkelheit und das Schloss eine fremde Stadt… Sophia war so süß, dass man davon manchmal Karies kriegen könnte.
Dass sie am Rand des Parks angekommen waren, bemerkte die junge Magierin zunächst gar nicht mal. Erst als Emaru sie darauf aufmerksam machte, blickte sie sich verdattert um. „Ohje… Hier sieht alles völlig fremd aus im Dunkeln…“, sagte sie leise und deutlich eingeschüchtert. „Allein wäre ich hier wohl total verloren.“, fügte sie dann noch hinzu und lächelte Emaru freudestrahlend an. Sie wusste seine Hilfe wirklich von ganzem Herzen zu schätzen. Er forderte sie auf möglichst nahe bei ihm zu bleiben, wobei sie seine unbedachte Geste gar nicht wahrgenommen hätte. Selbst ein Wink mit dem Zaunpfahl würde bei Sophia manchmal nicht reichen… Sie war meist zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. So hatte Oshibana bei Nacht gerade ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Lächelnd nickte sie auf seine Aufforderung hin und rückte ihm ein wenig weiter auf die Pelle. Na ob er die Aussage nicht noch bereuen würde…? „Sie sind ein wirklich netter Mensch! Ich kann Ihnen gar nicht genug für Ihre Hilfe danken!“, sagte sie und strahlte ihn überglücklich an. Sophia genoss es sehr, wenn sich jemand um ihr Wohl sorgte, weswegen Emaru das viel Sympathie verschaffte. Obwohl es fragwürdig war, ob man das bei ihr noch großartig steigern konnte. Wieder stellte er eine Frage zu den Videospielen und man konnte sehen, wie es im Kopf des rosahaarigen Mädchens ratterte. „Ich denke, dass es sogar noch viele mehr sind…“, murmelte sie nachdenklich. „Einmal durfte ich sogar dabei helfen ein Spiel mitzugestalten, weil eine Tochterfirma von der meines Vaters das entwickelt hat. Das war wirklich spaßig und die waren alle so lieb zu mir!“, berichtete sie begeistert… Womit sie wieder eine Information herausgelassen hatte, die nicht unbedingt für die Ohren aller Menschen gedacht waren. Die Tochter eines Unternehmers war bestimmt nicht unbedingt unnütz… Gut, dass Sophia Emaru getroffen hatte, der er nichts antun würde. Die junge Magierin war schon wieder in Gedanken weitergesprungen. Sie betrachtete die Sterne und den Mond über Oshibana… In der Stadt, in der sie großgeworden war, hatte sie zum Einschlafen oft in den Himmel gesehen, doch der sah ganz anders aus. „In Marokkasu ist der Himmel viel dunkler nachts… Da sieht man nur elektrische Lichter. Vielleicht ist es gar nicht so übel eine andere Stadt im Dunkeln zu sehen.“, sagte sie nachdenklich und blickte weiter in den Himmel. Und wer kennt nicht die Geschichte von Hans guck in die Luft? Natürlich warf sich bösartigerweise ein diabolischer Gegenstand in den Weg – vielleicht sogar ihr eigener Fuß – und ließ die arme Magierin stolpern und das Gleichgewicht verlieren. Aber gut, dass Emaru so nahe war! Da konnte man sich ja sicher gleich festhalten… Was für ein gutmütiger, geduldiger Babysitter…

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:18

Viele mehr...? Herrje, da hatte er ja einen richtigen Spielfan an seiner Seite. Mit seinem warmen Lächeln und der hintergründigen Hoffnung, dass das arme Mädchen nicht komplett süchtig nach diesen Videospielen sei, lauschte der Dargin ihren begeisterten Erläuterungen darüber, wie sie bei der Erstellung eines solchen tatsächlich hatte mitwirken dürfen. Mit Sicherheit eine seltene Ehre, die, wie sie nicht zu erwähnen vergass, allein ihrem Status zu verdanken war. Überhaupt war das Weißhaar recht überrascht darüber, was für einen Promi er da aufgelesen zu haben schien. Sie hatte zwar nichts genaues gesagt, aber es war deutlich genug geworden, dass ihre Familie Geld und wenigstens ihr Vater Einfluss hatte. Was auch immer das für eine Firma war, die er besaß, mit einem Spielehersteller als Tochterfirma musste sie recht groß und bedeutend sein; würde er ihren Nachnamen kennen, da war er sich sicher, wäre er ein sehr bekannter. Aber er bevorzugte es, nicht zu fragen; wäre Sophia, mit ihren optischen Veranlagungen und ihrer Herkunft, in ein paar Jahren eine sicher mehr als lohnende Affäre, so war es zu diesem Zeitpunkt wohl das Beste, so wenig wie möglich involviert zu werden. Er würde dafür sorgen, dass sie sicher nach Hause kam, und das war es. Nicht, dass ihr Vater noch irgendwelche seltsamen Gedanken bezüglich seiner Absichten bekam. Emaru tat selten etwas mit seinem eigenen Vorteil im Vordergrund, er war die Art Person, die ein volles Portemonnaie voll zurückgab und nicht einmal einen Finderlohn dafür verlangte. Eine Quest war etwas anderes: Man rief ihn und erwartete, dass er ein Problem löste, und dafür wurde er bezahlt. So verdiente er sein Leben. Aber wenn er von selbst über jemanden stolperte, der Schwierigkeiten hatte, dann half er, ob das verlangt wurde oder nicht. Und dann verlangte er auch nichts dafür; es war ja seine freie Entscheidung gewesen, nicht sein Job. So, wie er es heute mit Sophia tat und kein Geld dafür verlangen würde, ihr den Weg gezeigt zu haben. Er hatte jederzeit die Chance gehabt, sie stehen zu lassen, und es einfach nicht getan... dafür brauchte er keine Gegenleistung. Zu dieser Einstellung spielte zwar nicht nur der gute Mensch in ihm, sondern auch sein Ego ein, das sich nicht für das Bezahlen lassen, was es tat, als wäre es nur eine Art Söldner, sondern der Welt zeigte, dass er die komplette Kontrolle über sich selbst hatte, aber das änderte nichts daran, dass es selten war, jemand hilfsbereiten wie ihn zu treffen, und dass es für Leute wie das kleine Mädchen an seiner Seite definitiv eine sehr glückliche Situation war.
„Wow... das ist wirklich Glück“, meinte er warm als Antwort auf ihre kleine Anekdote. „Nicht viele Leute bekommen eine Chance, bei etwas mitzuwirken, das ihnen so viel Freude bereitet... Du scheinst es wirklich gut zu haben, hm?“ Sie waren inzwischen auf den Straßen unterwegs, und Sophia schien eine richtige Faszination für den Nachthimmel zu haben; etwas, das dem Weißschopf durchaus gefiel. Es war überraschend, aber erfreulich zu sehen, dass er es mit jemandem zu tun hatte, der die Schönheit von Mond und Sternen zu schätzen wusste, selbst wenn dieser jemand jung und naiv war. Gerade wollte er sich selbst dazu äußern, als er eine rapide Bewegung auf Sophias Seite wahrnahm. Es stellte sich heraus, dass sie stolperte, und hätte sie sich nicht an ihm festgehalten, dann wäre sie wohl hingefallen, obwohl sich schon kurz darauf zwei Hände stützend und haltend an ihren Körper legten, um eben nicht zuzulassen, dass sie zu Boden fiel. Glücklicherweise konnte sie schneller reagieren als Emaru, dem das nun wirklich nicht lag... Aber das Ganze hatte ihn schon wieder in so eine prekäre Situation gebracht! Er biss die Zähne zusammen und merkte, dass seine Röte sich erst einmal nicht verabschieden würde... ganz ruhig, ganz ruhig. Er stellte sicher, dass das kleine Mädchen sicher auf ihren Füßen stand und ließ wieder los, dann atmete er langsam aus. Ganz ruhig. Er hatte nichts Falsches gemacht, und er selbst wusste doch am Besten, dass er sich nicht an dieses Kind, oder an Kinder im Allgemeinen, heranmachen wollte. Da sollte er lieber zurück zu dem alten Thema, den Sternen. Damit konnte er besser umgehen... „Also... ich beobachte die Sterne auch gern. Hier in Oshibana sieht man sie sehr gut, Sophia“, meinte er also und lächelte sie an, als sei nichts geschehen. „Natürlich sieht man sie von hier oben besser... Wenn du magst, kann ich dich hochheben.“ Er lachte leise, wenn auch mit einer gewissen Distanz. Das war natürlich mehr ein Scherz als ein Angebot, aber natürlich war ihm klar, dass er, wenn sie es wollte, quasi verpflichtet war, sein Versprechen einzuhalten. Aber das war ja kein Problem... „Aaach? Maru-chan... Was ist denn mit deinem Kopf los? Oder eher, mit deinem Nacken? Wenn du das Mädchen auf deine Schultern nimmst... oh, oh, wie kannst du nur!“ Die hämische Stimme Shis erschallte und riss Emaru aus seiner zufriedenen Gedankenwelt in eine kleine Hölle, die ihm den Schweiß auf die Stirn trieb. Der Gedanke... sein Nacken... eigentlich war es so natürlich, und nicht einmal das, wovon er gesprochen hatte, aber in diesem Moment klang das alles so falsch. Normalerweise hätte er auf so eine Äußerung gar nicht gehört, aber jetzt gerade... Uff. Das war alles einfach zu viel...

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:20

Dass er ihre Geschichte zu den Spielen gewürdigt hatte, bemerkte Sophia aufgrund ihrer momentan geringen Aufmerksamkeitsspanne nur nebenher. Sie hatte das Thema schon fast wieder vergessen, wusste aber noch, dass es ihr wichtig war und schätzte daher die Aufmerksamkeit des jungen Mannes sehr. Immerhin war es sehr freundlich ihrem Unsinn zu zuhören und dabei noch so freundlich und umsichtig zu sein… Allerdings war die kleine Magierin ja schon bei einem neuen Interesse angekommen: Dem Nachthimmel. Dieser hatte in Oshibana eine komplett andere Wirkung als in ihrer Heimat. Dort war es nie so düster und es wirkte stets eher dämmerig, da die elektrischen Lichter das Himmelszelt nie wirklich in absoluter Dunkelheit untergehen ließen. Echte Sterne hatte sie daher nicht allzu häufig gesehen und schon gar nicht so strahlend wie hier. Zwar hatte sie in einigen Videospielen und Filmen bereits sehen dürfen, wie ein echter Sternenhimmel aussehen sollte, doch sie hatte das immer für fern und irreal gehalten. Wenn man hier sah wie sehr der Mond und die Sterne selbst bei Nacht dieses dunkle Gebiet erhellten, war es wirklich erstaunlich…
Allerdings hatte sich ihr Unvermögen mit mangelnder Konzentration gepaart und Sophia war mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit über ihre eigenen Füße gestolpert. Gerade so hatte sie es noch geschafft sich an Emaru festzuhalten. Dieser bat ihr seine Hilfe an, indem  er sie direkt festhielt, sodass sie von einem schmerzhaften Sturz auf die Nase verschont blieb. Als sie sich wieder gefangen hatte, seufzte sie leise. Diesmal lief jedoch auch Sophias Kopf knallrot an, wenn doch vermutlich aus anderen Gründen als bei Emaru. Sie schämte sich nämlich unheimlich darüber, dass ihr so etwas passiert war und brachte zunächst kein Wort raus. Wie konnte sie nur immer so ungeschickt sein und andere Leute in solche Situationen bringen? Sie war wirklich zu nichts richtig zu gebrauchen und machte allen nur Ärger… Glücklicherweise war sie so damit beschäftigt sich dafür zu schämen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wie unangenehm diese Sache ihrem Begleiter gewesen war…
Erneut entschärfte der freundliche, junge Mann die Situation für die Magierin ein wenig, indem er einfach weiter über das Thema sprach, das sie selbst angerissen hatte. Wie schön, dass auch er den Nachthimmel als so schön empfand wie sie. Für ihre Träumereien interessierte sich nur selten jemand, dazu gehörte es natürlich auch abwesend in wunderschöne Gegenden oder Bilder zu starren, bis man den Verstand oder das Bewusstsein verlor. Zu gern betrachtete die Magierin die besonders interessanten Dinge dieser Welt und verlor sich selbst gern ein wenig darin…
Was er dann jedoch dazu sagte, brachte Sophia erneut in Verlegenheit. Er wollte was? Wenn sie sich was wünschte? Wusste er was er da sagte? Verdattert blickte sie ihn an… Sie wusste nicht was sie dazu sagen sollte. Er bot ihr gerade doch nicht allen Ernstes an sie auf seine Schultern zu heben, oder? Bei allem Respekt, den sie vor dem freundlichen Magier hatte… Sie traute ihm nicht wirklich zu, dass er ihr Gewicht auf seine Schultern stemmen könnte. Nur wie drückte man das am besten aus? Glücklicherweise war das rosahaarige Mädchen ja nicht auf den Mund gefallen. Freundlich wie sie eben war, lächelte sie den Weißhaarigen an und sagte: „Das ist ein sehr nettes Angebot, aber das wäre eine dieser unkonventionellen Aktionen, die von den meisten Menschen nicht mit Wohlwollen beobachtet werden.“ Und da zeigte sich für einen kurzen Moment, dass das naive, süße Ding zumindest einmal nicht wirklich dumm war. Lächelnd streckte die Magierin ihre Arme von sich und balancierte auf einer Bordsteinkante… In dem Moment beschloss sie erneut das Thema zu wechseln. „Wäre es okay, wenn ich etwas über Sie erfahren wollen würde, Emaru-san? Also… Wie alt Sie sind und was Sie beruflich machen beispielsweise.“ Dabei hatte sie dieses engelsgleiche Lächeln auf den Lippen, das kein Wässerchen trüben konnte. Wie sie darauf kam? Ganz simpel… Smalltalk war doch irgendwie beruhigend in einer Situation wie dieser. Es war dunkel und trotz des Schutzes, der von dem Weißhaarigen ausging, immer noch sehr suspekt… Sophia hatte ein wenig Angst davor, dass er sie irgendwann allein stehen ließ. Das lenkte sie genau davon ab. Dabei wurde sie schon wieder träger und langsamer… Sophia war eben eine kleine Schlafmütze.

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:25

Emaru guckte ganz schön baff aus der Wäsche als Reaktion auf die Antwort Sophias. Alle Scham war mit einem mal vergessen, als sich nur eine Frage aufdrängte: Wo kamen auf einmal diese Worte her? „Das ist ein sehr nettes Angebot, aber das wäre eine dieser unkonventionellen Aktionen, die von den meisten Menschen nicht mit Wohlwollen beobachtet werden.“ Nein. Einfach nein. Egal, wie oft er es sich durch den Kopf gehen ließ, dieser Satz klang einfach nicht wie etwas, das Sophia sagen würde. Von Anfang an hatte er das Gefühl gehabt, dass an diesem Kind irgendetwas einfach nicht stimmte, aber das... das war einfach ein viel zu extremer Kontrast! Das Kind, das nicht wusste, wie Magnolia Town hieß, und das Kind, das so etwas sagte, konnte einfach nicht das gleiche sein. Aber ehe er noch tiefer in seinen Überlegungen versinken konnte, lenkte sie mit ihrer nächsten Frage ab; sie wollte etwas über ihn selbst wissen? „Natürlich, kein Problem“, meinte er höflich und lauschte ihrer Frage. Oh, das war eine ziemlich einfache... Alter und Beruf? Die musste er wirklich nicht geheim halten. „Ich bin neunzehn, zurzeit. Und ich bin Gildenmagier in Blue Pegasus. Ich bin oft unterwegs, deshalb ist es ziemliches Glück, dass ich heute hier war“, antwortete er und nickte dem Mädchen zu. Er war wirklich selten zuhause... entweder war er auf Reisen, oder auf Quests, oder auf einer passenden Kombination von beidem. Eigentlich lohnte es sich kaum, mehr als die Hälfte seines Lohns für eine Wohnung auszugeben... aber naja, was hatte er für eine Wahl? Zurück nach Hause ziehen? Eher nicht...
„Ich hoffe, ich darf dich auch fragen, wie alt du bist?“, fragte er zurück, höflich und angemessen, und zwinkerte ihr kurz zu. „Obwohl ich natürlich weiß, dass man Frauen nicht nach ihrem Alter fragt. Würdest du eine Ausnahme für mich machen, Sophia?“

Etwas abgelenkt, ging Emaru einfach so, wie er sonst den Weg vom Park zum Bahnhof gegangen wäre... so, wie es selbstverständlich war. Was er dabei nicht bedachte, war, wie prekär die Situation, in der er sich befand, eigentlich war. Er hatte ein kleines, reiches Mädchen an seiner Seite, was bedeutete, dass man sich auf den beleuchteten, breiten und ungefährlichen Straßen hielt, dort, wo viele Wohngebäude standen und immer jemand aufmerksam war. Man nahm auf keinen Fall Wege durch leere Geschäfts- oder gar Seitenstraßen, oder durch schlechte Viertel im Allgemeinen. Schließlich war selbst in Städten wie Magnolia, Hosenka oder Oshibana Town nicht alles toll und friedlich, es gab immer und überall Menschen, bei denen man sich mit seinem Vertrauen etwas zurückhalten sollte, und wenn man sich etwas auskannte, wusste man, wie man solche Leute möglichst vermied. Nun war Emaru aber ein großer, eindrucksvoller und, wenn alle Stricke rissen, magisch sehr fähiger junger Mann, der weder viel hatte, das man ihm stehlen konnte, noch unfähig war, sich selbst zu verteidigen, weswegen es für ihn eigentlich recht problemlos möglich war, sich durch solche Gebiete zu begeben. Tagsüber waren sie ohnehin sicherer, und wenn es der kürzere Weg war, was sprach dagegen? Abgesehen davon hatte es ihm schon ein, zwei Mal die Gelegenheit eröffnet, zu beobachten, wie jemand davor stand, seinen Besitz an eine jüngere Bande zu verlieren – unnötig zu erwähnen, dass Emaru nicht lange Beobachter gewesen war und der Besitz nicht lange weg. Aber alte Angewohnheiten sterben langsam, und so fand Emaru erst heraus, dass sie nicht in einem so guten Viertel waren, er und Sophia... Ohje, das konnte schlecht enden...

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:25

Nachdenklich und mit ihrem neugierigen und freundlichen Lächeln auf den Lippen strich sich Sophia eine lange, pinkfarbene Haarsträhne hinter das Ohr. Die Hände verschränkte sie hinter ihrem Rücken, während sie aufmerksam in Richtung des jungen Magiers blickte und ihm zuhörte. So viel älter als sie war er gar nicht und dass er ein Magier war, erfreute Sophia wirklich. Sie hatte bisher noch nicht das Glück gehabt einen anderen Menschen mit ihren Fähigkeiten kennenzulernen, der nicht ihrer Gilde angehörte. Im Gegensatz zu ihm war die jüngere, niedliche Magierin nicht allzu oft auf Quests gewesen und hatte sich bisher nur wenig getraut ihrer Arbeit wirklich nachzugehen. Sie konnte noch nicht allzu viel mit ihrer Magie anfangen, weshalb sie sich meist nutzlos vorkam und glaubte, dass sie eine Gruppe eher aufhalten würde, als ihr helfen zu können… Sein Zwinkern munterte sie jedoch auf und ließ diese deprimierenden Gedanken wieder verschwinden. Sie wusste sehr wohl, dass es in der Gesellschaft als unhöflich betrachtet wurde, wenn man eine Person weiblichen Geschlechts nach ihrem Alter fragte. Allerdings glaubte Sophia, dass dies ohnehin nur für Frauen galt, die alt genug waren ihr Alter überhaupt verbergen zu wollen. Wieso sollte sich ein Teenager wie sie für ihr Alter schämen? „Ich habe kein Problem damit, wenn man mich nett nach solchen Dingen fragt.“, sagte sie mit ihrem strahlenden Lächeln auf den Lippen und blickte nachdenklich nach oben. Was Emaru wohl glaubte wie alt sie war? „Im Moment bin ich sechzehn Jahre alt.“ Dann fiel ihr ein, dass sie ihm allerdings auch ähnliche Informationen geben sollte wie er ihr! Immerhin war es nur höflich, oder? „Oh! Ich bin übrigens auch Magierin, aber in der Gilde Fairy Tail…“ Plötzlich sah man in ihrem Gesicht eine leichte Scham aufkommen. Jetzt hatte sie damit geprahlt, dabei hatte sie gar nichts drauf. Eigentlich hatte sie wirklich Glück gehabt, dass man sie dort überhaupt aufnahm… „A-Aber… Ich bin noch keine besonders gute Magierin…“ Verlegen kratzte sie sich an ihrer rot angelaufenen Wange und blickte einfach vor Scham weg von Emaru weiter die Straße entlang…
In dem Moment traf etwas Kaltes und Nasses die Nasenspitze des Mädchens. Sofort schüttelte sich ihr Körper infolge einer leichten Schreckreaktion und sie bekam eine Gänsehaut. Ein Blick nach oben verriet, dass sich der Nachthimmel tatsächlich noch etwas abgedunkelt hatte und nun von dunklen Wolken bedeckt wurde. Regen zog auf… Die kleine Magierin nahm ihre Kapuze in die Hände und zog sie sich unmittelbar über den Kopf. Dass sich auf dieser ein niedliches Katzengesicht mit Ohren befand, war wohl kaum einer Erwähnung wert, oder? Sie sah ohnehin aus wie ein rosafarbenes Plüschtier… Erst als es jedoch nun so dunkel gewesen war, bemerkte Sophia, dass der weißhaarige Magier sie in keine allzu gute Gegend geführt hatte. Hier war es recht dunkel, eng und irgendwie nicht wirklich einladend. Zugegebenermaßen war es ihr etwas unangenehm, aber sie wollte es nicht zeigen, da sie Emaru nicht den Eindruck vermitteln wollte, dass er einen Fehler mit der Wahl dieses Wegs begangen hatte. Vermutlich ging das einfach schneller und er wollte diese Sache schnell hinter sich bringen, was auch absolut nachvollziehbar war. Dennoch konnte die Magierin nicht umher sich hier nicht wirklich wohlzufühlen… Gerade als es etwas mehr mit Regnen begann und Sophia sich an diese Umgebung gewohnt hatte, folgte etwas, was ihr wirklich eine Heidenangst einjagen sollte… In einem ruhigen Moment, in dem sie gerade tief durchgeatmet und sich einigermaßen entspannt hatte, ertönte ein lautes, blechernes Geräusch gefolgt von einem lauten Knall. Sofort machte die Magierin einen Satz in Richtung Emaru und rückte ihm ein wenig mehr auf die Pelle, als sie es geplant hatte. Das verwöhnte Mädchen konnte einfach nicht anders… Vor lauter Schreck hatte sie nach der Hand des jungen Mannes gegriffen und hatte ihren Arm an seinen gedrückt. Allerdings folgte dem lauten Geräusch lediglich ein wenig Katzenjammer und Fauchen. „Ahhh, so ein Mist…“, fluchte sie innerlich, während ihr Kopf hochrot anlief und sie stocksteif wurde. Am liebsten wäre sie im Boden versunken, aber sie bekam ohnehin nicht mehr so viel mit, da ihr Herz durch den Schreck noch endlos raste. Sie konnte weder loslassen, noch die Entschuldigung hinausbringen, die ihr im Hals steckengeblieben war. Dabei wollte sie ihm doch nicht zur Last fallen…

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Emaru
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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:27

Die Frage nach ihrem Alter brachte gleich mehrere Überraschungen mit sich. Zuerst einmal... sie war sechzehn? Aber sie wirkte so kindlich! Emaru hatte sie auf zehn Jahre geschätzt, zwölf Jahre höchstens, auf jeden Fall viel zu jung, aber sie war gar nicht so viel jünger als er! Das erklärte aber dann auch... Als Emaru merkte, dass sein Blick von ihrem Gesicht aus tiefer wanderte – von seinem Blickpunkt aus also wirklich sehr tief – brach er diesen Gedankengang schnell ab. Ja, es hatte sich erklärt, kein Grund, noch einmal hinzusehen, geschweige denn hinzustarren. Es war ohnehin nicht das erste Mal, dass er so etwas sah, sei es nun mit oder ohne Kleidung, also schön den Blick nach vorne richten.
Die nächste Überraschung war ihre Betätigung als Magierin in einer Gilde, namentlich Fairy Tail. Der Name erklärte Emaru wieder so einiges; kein Wunder, dass sie so zerstreut war und dauernd Dinge vergaß. Sie war eine Fairy. Wie sie darauf kam, dass sie angab, hätte er vermutlich nicht verstanden, hätte sie ihn darüber informiert, aber dass sie noch nicht so gut war, das war verständlich. „Das hätte ich gar nicht erwartet“, sagte Emaru und meinte damit sowohl Alter als auch Beruf, wollte das aber nicht genauer spezifizieren. Sie musste nicht unbedingt wissen, dass er sie für ein Kind gehalten hatte. „Aber mach dir keine Sorgen... ich war mit sechzehn auch noch nicht so gut. Vertrau mir, in ein paar Jahren wirst du bestimmt zu einer tollen Magierin heranwachsen. Ich muss noch aufpassen, dass du mich nicht überholst!“ Mit diesen letzten Worten zwinkerte er zu dem Mädchen hinab, auch wenn er nicht glaubte, dass das je geschehen würde. Einerseits, weil er darauf vertraute, sich selbst stetig zu verbessern, andererseits, weil sie zu Fairy Tail gehörte. So ruhmvoll die Vergangenheit dieser Gilde auch sein mochte, in ihrer reinen Stillosigkeit lag nichts, das ihren Mitgliedern ermöglichte, in ihrem Leben weit zu kommen. Sie würden feiern und grundlos Dinge kaputt machen, bis irgendwann der magische Rat beschloss, ihnen endgültig die Türen zu verbarrikadieren und ihrem ungehorsamen Verein ein Ende zu bereiten. Mit etwas Glück machte sich Sophia bis dahin aber... dann konnte sie damit rechnen, dass eines der Kernmitglieder in Blue Pegasus bereit war, ein gutes Wort für ihren Beitritt einzulegen.

In den unsicheren Teilen Oshibana Towns war Emaru mindestens ebenso nervös wie seine kleine Begleiterin, aber er behielt dennoch seine Gelassenheit bei, aus dem simplen Grund, dass man nicht richtig reagieren konnte, wenn man panisch wurde. Sophia nutzte die erste Gelegenheit, um dieses Statement zu beweisen, denn während Emaru auf die entfernten Geräusche reagierte, indem er zuerst einmal ausschloss, dass sie zu nahe waren, um ihnen Schaden zu verursachen, und dann auf etwas wartete, das die Herkunft des Klanges vielleicht aufklärte – in diesem Fall die Stimme einer alten Katze – klammerte sie sich schnell an seinen Arm, als ginge die Welt unter, und drückte sich an ihn, ohne irgendeine Intention, wieder loszulassen. Die leichte Rötung auf seinen Wangen ignorierend, die durch den Fakt darauf gezaubert war, dass er gerade die Brüste einer Sechzehnjährigen ziemlich deutlich spürte, lächelte er zu ihr hinab und legte seine freie, linke Hand auf ihr Haar, um beruhigend darüber zu streichen. „Keine Sorge, Sophia“, meinte er leise zu ihr. „Ich bin gleich hier... dir kann gar nichts passieren.“ Kurz blickte er sich auf der Straße um, um zu prüfen, ob etwas hier war, als ihm eine Dose auffiel, die einige Meter weit entfernt auf dem Boden lag. „Siehst du die Dose dort?“, fragte er und deutete in die Richtung. „Sie ist viel zu weit weg, um uns etwas zu tun, richtig? Aber sieh mal, was ich kann.“ Während er das sagte, lud er seine Finger mit Mana auf und formte sie zu einer Pistole, um damit in Richtung der Büchse zu deuten. Er schoss eine Devil's Bullet ab, die in der Dunkelheit wohl eher nicht zu sehen war, und kurz darauf hörte man den Einschlag und die Büchse segelte ein Stück weiter von den beiden weg. Emaru lächelte weiter Sophia an. „Siehst du? Dir kann nichts passieren, solange ich da bin. Und wir sind auch gleich beim Bahnof... meinst du, du hältst ein paar Minuten noch durch?“ Seine Stimme war beruhigend und sanft, er drängte sie nicht und er klang nicht genervt von ihr, sie sollte also keinen Grund haben, weiter verunsichert zu bleiben. Und da er jetzt wusste, dass sie sechzehn war, gab es da noch etwas, das er für sie tun könnte. Mit einem kleinen Mädchen war es seltsam, aber bei jemandem, der alt genug war, um – in diesem Fall natürlich nur rein theoretisch – einen nächtlichen Besuch zu erhalten, ging es sicher in Ordnung. „Wenn du magst, kannst du auch meine Hand halten“, bot er daher an, noch immer lächelnd, noch immer freundlich. Wenn es ihr half, tat er das doch gern...

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:27

Was sollte sie mit dieser Situation anfangen? Sophia hatte das Gefühl in diesem Moment einfach nicht zu wissen womit sie beginnen sollte. Wie reagierte man richtig? Die Magierin war nicht die Art Mensch, die jemanden beleidigt von sich stieß, schmollte und so tat als wäre nichts passiert. Wohl eher war sie die Art Mensch, die sich hunderte Male für einen solchen Fehltritt entschuldigte und zu guter Letzt noch in Tränen ausbrach, weil das nicht ihre Absicht gewesen war. Es war unhöflich einer fremden Person so nahe zu treten. Dies wusste selbst das verwöhnte Mädchen… Und dennoch hatte sie nicht den Mut irgendwie zu reagieren… Jede Sekunde länger, die sie sich an seinen Arm klammerte, machte das Ganze noch unangenehmer und schwieriger. Aber während ihr diese Sekunden wie eine Ewigkeit vorkamen, war da ein weißhaariger Magier an ihrer Seite, der dieses Problem nicht ganz so ernst zu nehmen schien wie sie selbst. Sie spürte eine unfassbar simple, aber auch ebenso entspannende Berührung auf ihrem Kopf und blickte starr gen Boden. Er streichelte ihr durchs Haar… Eine solche Geste war sie nur von ihrem Papa gewohnt. Sofort wurde ihr warm ums Herz und sie lächelte, wobei ihre Wangen vermutlich noch rötlicher angelaufen wären, hätte sie nicht schon ein Extrem erreicht. Beruhigende Worte ließ das Mädchen über sich ergehen und schämte sich bei dem Gedanken, dass sie das hier gerade tatsächlich genoss. Erst als er sie auf die Dose aufmerksam machte, hob sich ihr Blick wieder ein wenig und die rosafarbenen Augen fixierten das von ihm genannte Objekt. Sie beobachtete im Augenwinkel wie sich die Hand des Magiers bewegte und kurz darauf die Dose ein ganzes Stück zur Seite sprang. Zwar ließ sich nicht wirklich erkennen was es damit auf sich hatte, doch die junge Dame ahnte, dass dies eine Art elementare Magie oder Vergleichbares sein kann. Emaru musste irgendeine Fähigkeit haben etwas zu beschwören, was er kontrollieren konnte. Das war mit ihrer Magie irgendwie gar nicht so recht vergleichbar. Sie konnte Dinge herstellen, die von allein ihre Funktion erfüllten, aber das war definitiv weniger offensiv als das, was Emaru da auf die Dose geschossen hatte. Tatsächlich machte sie sich aber kaum lange Gedanken über die Magie des jungen Mannes. Es beruhigte sie tatsächlich zu sehen, dass er sie beschützen könnte, wenn wirklich etwas auf sie zukam, denn so langsam konnte sie nicht mehr verdrängen und heucheln, dass ihr diese fremde Stadt in der Dunkelheit etwas unangenehm war. Recht langsam begann sie ihren Griff etwas zu lockern und lächelte leicht. Seine beruhigenden Worte waren so nett, dass es dem Mädchen ein wenig die Sprache verschlug. Sie wollte sich sehr gern dafür bedanken, war aber im Moment zu aufgeregt dafür. Als er sie fragte, ob sie es noch ein wenig bis zum Bahnhof aushalten würde, nickte sie leicht und löste ihren Griff komplett. Sie wich nur ein kleines Stück von ihm und wagte sich wieder zu ihm hinaufzublicken. Tief atmete sie ein, bevor sie sich traute zu ihm zu sprechen und in leicht erhöhter Stimme hervorbrachte: „E-Entschuldigen Sie bitte…“ Jep, sie war immer noch genauso höflich wie zuvor gegenüber Emaru. Immerhin hatte er ihr nicht das Du bewilligt… Sie wollte ja niemandem zu nahe treten. „Das war wirklich nicht meine Absicht… Aber ich habe mich so erschrocken…“ Sie war einfach nur unkonzentriert gewesen, sonst hätte sie so ein simples Geräusch nicht so aus der Fassung gebracht. Als sie zu ihm aufblickte, hatte sie sogar noch ein wenig glasige Augen. Sie war recht stolz auf sich selbst, da sie weder zu schreien, noch zu heulen angefangen hatte. Dennoch ließ sich nicht leugnen, dass ihr dieser Schreck in der Umgebung durch Mark und Bein gegangen war. „Ich hatte wohl wirklich Glück auf Sie zu stoßen.“, begann sie, als sie versuchte von der eben noch so peinlichen Situation abzulenken. „Sie sind ein sehr netter Mensch und noch dazu ein fähiger Magier! Vielen Dank für alles, Emaru-san.“ Nun lächelte sie ihn sogar wieder ehrlich an. Wie fähig er war, konnte sie sicherlich nicht einschätzen, aber da sie stets mit ihren eigenen Fähigkeiten verglich, hatte er sicher etwas auf dem Kasten. Auf sein Angebot hin zuckte das Mädchen kurz mit der Hand. Sollte sie das wirklich annehmen? Wäre das nicht zu viel verlangt von einem völlig Fremden? Sie hatte wirklich das Bedürfnis seine Hand zu nehmen, da sie sich gerade auch durch die ganze Scham so unfassbar unsicher fühlte. Es zu ignorieren, wäre jedoch sehr unhöflich, wenn man betrachtete was er alles für sie tat. Leise seufzte sie, allerdings nicht genervt, sondern eher ein wenig verunsichert. „Danke für das Angebot, aber das kann ich nicht annehmen. Sie tun schon so viel zu viel für mich.“, sagte sie deshalb ein wenig eilig und machte kurz einen hastigen Satz voran, um ein Stück Abstand zu gewinnen. Sie wollte ihm wirklich nicht noch mehr zur Last fallen… Ein wenig hoffte sie schon, dass sie bald am Bahnhof waren, aber ehrlich gesagt fürchtete sie sich davor dort wieder allein zu sein… Doch diesen Gedanken blendete sie krampfhaft aus.

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:28

Wie es aussah, hatte Emaru es geschafft, das Mädchen zu beruhigen... Nun, das war auch zu hoffen. Seine Wortwahl, seine Körpersprache, seine Handlungen – sie waren so etwas wie seine primären Waffen, wichtiger als Magie, weil sie sich eher für die Dinge eigneten, die er zu vollbringen gedachte. Natürlich hatte er einen gewissen Antrieb, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, das Böse zu bekämpfen et cetera, et cetera, aber in erster Linie bevorzugte er es, die Früchte des Lebens zu genießen, die menschlicher Kontakt auf seinem physischen Gipfel zu bieten vermochte, und dafür war es eben notwendig, gut reden zu können und Leute in gewissem Maße zu beeinflussen – zum Beispiel, indem man sie beruhigte. Hin und wieder ließ sich das eben auch im Alltag oder in weniger alltäglichen Situationen wie dieser anwenden, selbst ohne die Intention, sich mit jemandem ein Bett zu teilen. Besonders bei jüngeren Mädchen – und trotz ihrer Behauptung, dass sie sechzehn sei, konnte Emaru in Sophia einfach schwerlich etwas anderes sehen – war es nützlich, wenn man wusste, wie man ihnen die Angst oder die Trauer nahm und zu einer Art beschützenden Figur wurde, die bei einer ein paar Jahre älteren Version sicher einen Vaterkomplex hätte ausnutzen können. Theoretisch natürlich auch bei der jungen Version, aber... so etwas machte der Dargin einfach nicht.
Sophias mehr als niedliche Entschuldigungen für ihr Verhalten wären zwar nicht nötig gewesen, sie schadeten aber definitiv auch nicht. Nachträglich machte es Emaru rein gar nichts aus, dass sie sich so an ihn geklammert hatte, auch wenn mitten im Geschehen die am deutlichsten hervorstechenden Merkmale des Mädchens einen Weg gefunden hatten, sich zumindest vorübergehend noch etwas weiter zu verdeutlichen. Es störte ihn aber natürlich auch nicht, zu hören, wie man ihn als Mensch lobte und ihm sagte, was für ein Glück es doch war, ihn zu kennen. Ihr Seufzen war kurz etwas irritierend, erklärte sich jedoch schnell darin, dass sie das Angebot, seine Hand zu nehmen, ausschlug; nicht, weil sie nicht wollen würde oder weil es wieder an irgendeine gesellschaftliche Grenze stieß, sondern simpel aus dem Grund, dass sie der Meinung war, ihm damit weitere Umstände zu machen. Sie war wirklich ein furchtbar liebes Mädchen, aber eben auch ein wenig naiv. „Oh, bitte... das würde mir nun wirklich keine Umstände machen...“, meinte er freundlich, während er mit ihr langsam weiter in Richtung des Bahnhofes ging. „Es ist nicht so, als würde es mir Mühe machen, und unangenehm wäre es mir auch nicht. Du musst mein Angebot wirklich nicht meinetwegen ausschlagen... wenn ich ein Problem damit hätte, deine Hand zu halten, würde ich es dir nicht anbieten. Aber selbstverständlich ist die Entscheidung schlussendlich deine, und wenn du es nicht möchtest, weil du es wirklich nicht möchtest, dann ist das in Ordnung. Ich will nur sagen... wenn du mehr Support brauchst, dann gebe ich ihn dir gerne.“ So war es wirklich; sie würde sich nur unnötig unwohl fühlen, wenn sie etwas tun wollte und sich nicht traute. Wenn er das verhindern konnte, warum sollte er es dann nicht tun? Und wenn sie seine Hand nicht wollte, war das ebenso in Ordnung, aber dann würde sie sie immerhin aus freien Stücken nicht wollen und nicht aus Schüchternheit heraus. So oder so war es aber nicht direkt wichtig, denn... „Wir sind sowieso gleich am Bahnhof. Es würde keinen großen Unterschied machen.“

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:29

Sophia verstand noch nicht allzu viel von den Beziehungen erwachsener Menschen. Sicher hatte man als Teenagermädchen immer mal eine Schwärmerei gegenüber jemandem, hatte diese Person dann auch besonders gut im Auge und malte sich in Gedanken ein paar traumhafte Geschichten dazu aus, aber sich so wie die Herren in ihrem Alter zu jemandem hingezogen zu fühlen, war für sie definitiv noch zu viel. So war es für sie alles andere als üblich darüber nachzudenken mit jemandem ein Bett zu teilen, was bei Emaru offensichtlich ganz anders war. Dementsprechend hatte er wohl Recht mit der Annahme, dass sie naiv war. So lieb wie sie war, brachte das auch einige Schwierigkeiten mit sich. Der Gedanke allein daran von jemandem gemocht zu werden, wäre vermutlich wohl schon zu viel, da sie ungern so im Mittelpunkt stand. Sie besaß nicht diese Fähigkeit mit ihrer Sprache besonders auf Menschen einzuwirken und sie von sich zu überzeugen. Entweder jemand ging von sich aus auf sie zu, weil ihre Art auf ihn sympathisch wirkte oder sie hatte schlechte Karten. Sophia war die Art Mensch, mit der man sich gut mal unterhalten oder mit der man auch unkompliziert und sorglos arbeiten konnte, aber jegliche Art von Beziehung zu einem Menschen aufzubauen, der sich selbst weder ausdrücken konnte noch wollte, war wohl reichlich schwierig. Das Gute daran war jedoch, dass es ihr ja nichts ausmachte so zu sein. Dementsprechend musste man sich bei ihr wirklich gar keine Gedanken machen… Selbst wenn man ihr zu nahe treten würde, war sie sicher bereit das zu verzeihen und zu vergessen… Niemals würde sie wieder ein Wort verlieren oder jemals so etwas erwarten oder verlangen, ganz egal wie viel ihr tatsächlich an der Person lag. Sie war so ein gutes Mädchen.
Dementsprechend war es für sie unheimlich schwierig ihren eigenen Willen zu akzeptieren und durchzusetzen und gerade das merkte sie, als es darum ging die Hand ihres Begleiters zu halten. Sie wusste sehr gut, dass ihr das den Weg erleichtern und sie beruhigen würde, aber sie hatte das Gefühl einen Menschen für ihre Belange zu nutzen, war nicht erlaubt. Die Reaktion ihres Begleiters machte jedoch sehr deutlich, dass ihm das wirklich gar nichts ausmachen würde. Sophia rang mit sich selbst… Das tun was sie wollte und ihre Ideale bei Seite stellen, mit der Begründung, dass es ja gerade niemanden stören würde… oder doch dem treu bleiben, was sie glaubte? Tatsächlich sagte Emaru sogar trotzdem, dass es ihre Entscheidung war und er sie lassen würde, wenn sie nicht wollte. Wie schwierig… Sophia brauchte vermutlich hin und wieder jemanden, der sie herumkommandierte, denn da hatte sie das Gefühl das Richtige zu tun. Sie schmunzelte leicht und warf einen Blick auf Emarus Hand. Die ganze Zeit überlegte sie was sie tun sollte, während er sprach. Sie war sich wirklich unsicher… Diese Sache war schwieriger, als sie erwartet hatte. Der letzte Satz war es dann, der ihr die Entscheidung abnahm. Diese fiel vermutlich anders aus, als man vermuten würde… Lächelnd hob Sophia ihre Hand, nahm ihren Mut zusammen und griff nach der von Emaru. Im Vergleich zu ihrer war seine Hand groß, kaum auffällig rauer und wärmer. Scheinbar unwillkürlich hatte sie die Hand des Magiers gepackt, wobei man das so kaum sagen konnte… Normalerweise hielt man die Hand eines anderen Menschen, indem man die Finger kreuzte. Sophia tat dies natürlich nicht. Ihr kleines Händchen umklammerte eher vorsichtig einige Finger des Magiers und trotzdem es so unwillkürlich und merkwürdig anmutete, strahlte sie doch bis über beide Ohren. Da war es ganz egal wie weit der Weg noch war. „Doch, doch. Es macht einen großen Unterschied.“, sagte sie völlig offen und unverblümt. Sie strahlte immerhin ziemlich und die zuvor auf ihr liegende Last war wie abgefallen. All die fremde Umgebung, Dunkel- und Unwissenheit störten sie nun nicht mehr so sehr. Ob man das so erkennen konnte, wie sie es empfand? Schwer zu sagen… Jedenfalls kam sie wieder nicht drum herum sich noch einmal dafür zu bedanken. Sophia war wirklich einfach zufriedenzustellen…

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:30

Leicht überrascht war der Dargin schon, als Sophia plötzlich seine Hand ergriff; das hatte er nicht erwartet. Es war keine große Überraschung, aber eine kleine, positive eben schon; sie öffnete sich etwas mehr, das konnte nur ein gutes Zeichen sein. Ihre folgenden Worte verstand er allerdings nicht ganz: Wenn es einen großen Unterschied machte, warum tat sie es dann? Sie war doch zuvor dagegen gewesen... Wenn es keinen Unterschied gab, konnte sich ein Nein schnell in ein Ja umwandeln, aber wenn doch, dann war die ursprüngliche Antwort doch wohl die logischste... Ach, sie war Fairy Tail Magierin. Da musste man nicht immer alles mit Logik verrechnen. Vor allem, da die einzig logische Erklärung, die Emaru einfiel, ihn wieder zum Erröten bringen würde... Nein, es war besser, davon Abstand zu halten. Ihre Hand zu halten war kein schlechtes Gefühl, und es gab keinen Grund dazu, eines daraus zu machen, indem man zu sehr darüber nachdachte. Den Moment zu genießen, während man das letzte Stück zum Bahnhof zurücklegte, war doch die wesentlich angenehmere Möglichkeit.

Aber alles fand mal ein Ende, also auch diese kurze Zweisamkeit und die etwas längere, aber noch immer kurze Reise der beiden ebenfalls. Wie angekündigt, kam ihr Ziel sehr bald in Sicht, der Bahnhof von Oshibana Town und mit ihm die Aussicht darauf, dass Sophia endlich den sicheren Weg zurück nach Hause finden würde. Es gab nicht mehr viel zu tun, das wussten sie beide, und kaum noch etwas, das ihre Abreise verhindern konnte, also wurde es wohl Zeit, sich zu verabschieden. Natürlich dürfte das kein Problem sein; sie kannten sich ja so gut wie gar nicht. Diese kurze Zeit konnte unmöglich genug sein, um sie einander näher zu bringen, also trennten sich die Wege der beiden gleich hier und jetzt...
„Oh, nicht doch...“
Die Gedanken des Dargin bargen leichte Resignation, während seine Befürchtungen wahr wurden. So schnell ging es wohl nicht; Sophia würde um diese Zeit keinen Zug mehr nehmen. Zumindest keinen in ihre Heimatstadt. Aber was sollte er machen, wenn sie nicht nach Hause kam? Dass er sie nicht einfach zurücklassen konnte, wusste er bereits. Um sie selbst nach Hause zu bringen, hatte er nicht die Mittel. Aber wie sollte er sich denn noch weiter um sie kümmern, wenn sie hier nicht wegkam? Natürlich fielen ihm ein paar Möglichkeiten ein, aber er wollte noch immer nicht zu nahe an das Mädchen herankommen, wo sie doch so jung aussah und sich entsprechend verhielt. Wenn sich eine bessere Möglichkeit finden ließ, dann würde er sie natürlich bevorzugen... aber zuerst einmal musste er das Mädchen über ihre Situation informieren. „Wie es aussieht, kommst du heute nicht mehr nach Hause“, meinte Emaru mit leichtem Bedauern, während er sich vom Fahrplan abwandte. „Aber das ist doch bestimmt nicht so schlimm, nicht wahr? Hast du hier jemanden, bei dem du bleiben könntest für eine Nacht? Jemand wie du kennt hier doch sicher wen.“ Sie gehörte immerhin zu einer offenbar recht betuchten Familie, da gab es bestimmt ein paar Verbindungen überall hin...

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:30

Als sie die Lichter des Bahnhofs in der Ferne sah, fühlte sich Sophia schon um einiges sicherer. Diese Stadt war doch ziemlich düster im Vergleich zu ihrer stets beleuchteten Heimat. Zwar hatte ihr der freundliche Magier an ihrer Seite viel Sicherheit gegeben, dadurch dass er so einfühlsam und verständnisvoll ihr gegenüber gewesen war, aber es war schon etwas anderes in dieser leeren, schweigsamen Stadt herumzuirren. Am Bahnhof hatte man schon eher wieder das Gefühl in der Zivilisation zu sein. Sophia hatte die ganze Zeit ein wenig den Eindruck gehabt, dass sie all das nur träumte, doch das konnte nicht stimmen. Sie hatte wirklich solches Glück gehabt und wusste nicht wie sie dafür hätte danken können. Tatsächlich hatte sie dem jungen Mann wirklich viel abverlangt. Er hatte sie nicht nur völlig selbstverständlich hier her gebracht, sondern sie auch aufgemuntert und sogar ihre Hand gehalten, weil sie sich fürchtete. Deshalb hatte sie schon leicht ein schlechtes Gewissen. Es fühlte sich an, als hätte sie ihn ausgenutzt… So etwas tat sie normalerweise wirklich nicht!
Aber nun war ihre gemeinsame Reise wohl an seinem Ende angekommen. Er hatte ohnehin schon mehr für sie getan als sie ihm jemals hätte danken können… Allerdings schaute er für sie noch auf den Fahrplan. Das war wirklich nett von ihm, denn sie kannte sich mit so etwas nicht allzu gut aus… Bisher hatte sie immer jemanden um Hilfe gebeten, wenn es um solche Dinge ging. Sie war eben doch sehr behütet aufgewachsen und mit den einfachsten Sachen überfordert. Gespannt stand sie hinter dem Weißhaarigen und betrachtete ihn noch einmal genau im Licht. Er wirkte nicht ganz so sehr wie der strahlende Held, als den sie ihn in dem dunklen Park gesehen hatte. Seine weißen Haare waren trotzdem ein ziemlicher Blickfang. Ihre Gedanken drifteten ein wenig ab… Vermutlich war sie ganz schön müde. Allerdings war es sehr still in der Bahnhofshalle, was der Magierin kein gutes Gefühl gab. Alle Geschäfte waren geschlossen, kein Mensch bewegte sich hier und einen Zug konnte sie auch nicht wirklich wahrnehmen. Das war ganz anders, als zu dem Zeitpunkt, an dem sie angereist war… Die Information, die Emaru ihr dann mitteilte, überraschte sie zwar deshalb nicht sonderlich, aber brachte sie schon beobachtbar aus der Ruhe Nachdenklich wandte sie ihren Blick von seinem Gesicht ab und betrachtete ihr Schuhwerk. Was sollte sie jetzt machen? Sie wusste nicht was sie tun sollte… Eigentlich könnte sie einfach hier auf de Zug warten, oder? Emarus Vorschlag machte recht deutlich, dass er sich darauf verließ, dass sie etwas hatte wohin sie gehen konnte. Sicher hatte ihr Vater viele Kontakte, aber keine denen man seine uneheliche Tochter aus einer Inzestbeziehung gern vorstellte … In der Firma war ihre Existenz kein Geheimnis, allerdings wussten dort nur wenige wer genau sie war. Für die meisten war sie die beliebte, niedliche Tochter eines Mitarbeiters… Nicht die des Firmenchefs…
Sie druckste ein wenig herum, lächelte dann ein wenig bedrückt. „Hehe… Ja, ich denke schon.“ Sie holte ihr Telefon aus der Tasche, klappte es auf, um durch das schwarze Display daran erinnert zu werden, dass der Akku schon längst leer war. „A-Aber es ist spät. Ich werde wohl niemanden mehr erreichen.“ Dabei versuchte sie noch immer nicht so erschüttert zu wirken, wie sie eigentlich war. Sie brauchte keine Hilfe mehr. Nun sollte sie doch wirklich klarkommen… Eigentlich musste sie nur auf den Zug warten! Eigentlich… „Ach was soll’s! Ich kann sicher hierbleiben und warten bis ein Zug kommt. Es sieht nicht aus, als würde mich jemand verjagen, nicht? Außerdem kann der ja kaum eine Ewigkeit auf sich warten lassen, oder? Ich meine… Der Morgen kommt sicher bald!“ Je mehr sie redete, desto mehr fiel ihr auf, dass sie sich darin verstrickte. So wirkte sie sicher ganz und gar nicht mehr sicher… Verlegen strich sie sich durch die Haare. „A-Also! Jedenfalls… Vielen Dank für Ihre Hilfe, Emaru-san. Ich würde das gern irgendwann einmal wieder gutmachen.“, versuchte sie zu einem Abschied zu führen. Sie konnte unmöglich noch mehr von ihm verlangen… Jetzt fühlte sie sich doch schon so schlecht deswegen… Der arme Kerl opferte seine ganze Nacht für sie… Dass sie schreckliche Angst davor hatte hier allein zu bleiben, wollte sie sich nicht anmerken lassen. Es war sicher weniger schlimm als im Park und… Sie konnte ja vielleicht die Augen kurz zumachen… Dann ging die Zeit ganz schnell vorbei!

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:30

Natürlich ahnte Emaru nichts von den Beziehungen in Sophias Familie oder der Firma ihres Vaters, wie sollte er auch? Dennoch hatte er nicht wirklich erwartet, dass sie hier einen Platz hatte, an dem sie bleiben konnte, es war mehr eine verzweifelte Hoffnung gewesen als alles andere. Als er dann ihr Lächeln sah, dieses bedrückte, traurige Lächeln, fühlte er sich gleich mies wegen dem, was er gesagt hatte. Er hätte ihr nicht das Gefühl geben sollen, ungewollt zu sein... Jetzt traute sie sich umso weniger, um seine Hilfe zu bitten, und wollte tatsächlich hier am Bahnsteig darauf warten, dass der Zug am nächsten Morgen kam. Das ging nun wirklich nicht...
Mit einem sanften Lächeln trat Emaru näher an Sophia heran und legte ihr eine Hand auf den Kopf. „Sag so etwas nicht“, meinte er, streichelte sie kurz und nahm dann seine Hand wieder zurück. „Es kommt gar nicht in Frage, dass ich dich hier draußen in der Kälte sitzen lasse. Du bleibst nicht die ganze Nacht über hier!“ Er behielt einen freundlichen Ton bei, klang nicht wie jemand, der Befehle erteilte, sondern wirklich mehr wie jemand, der einem Freund einen guten Ratschlag verpasste. Dennoch versuchte er, in seinen Worten anklingen zu lassen, dass er sie dieses Mal nicht entscheiden lassen wollte. Er war viel zu verantwortungsbewusst, um ein junges Mädchen hier alleine herumsitzen zu lassen, selbst wenn sie es so wollte. Nein, es gab zumindest eine akzeptable Alternative. „Wie gesagt, ich wohne hier... Ich nehme dich einfach heute Nacht mit nach Hause. Morgen früh bringe ich dich dann wieder zum Bahnhof und du kannst wieder zurück nach Magnolia Town. Das ist alles kein Problem.“ Er hatte heute Nacht ohnehin nichts mehr vor, nach allem, was passiert war. Da konnte er sie auch gleich mitnehmen. Es war auf jeden Fall besser, als sie einsam und alleine hier sitzen zu lassen. Er hatte zwar die Wahl, theoretisch, aber für ihn war keine Option möglich. Er würde nicht einfach plötzlich aufhören, sich um sie zu kümmern...
„Gut, damit sollte das geklärt sein“, meinte er und lächelte etwas wärmer. „Du bekommst also eine Gelegenheit, meine Wohnung zu sehen... die kennen nicht viele. Du hast wirklich Glück.“ Er zwinkerte ihr leicht zu, dann hielt er die Hand aus, damit sie sie ergreifen konnte. Am Ende konnte er sie zu nichts zwingen, aber es sollte inzwischen klar sein, dass er wollte, dass sie mitkam. Sonst würde er sich ja wohl kaum die Mühe machen! „Also, kommst du?“

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BeitragThema: Re: Park "Jadeschlange"   Sa 25 Okt 2014 - 16:32

Sophia meinte wirklich was sie sagte. Es käme ihr nicht für eine Sekunde in den Sinn Emaru noch mehr zu belasten, als sie es ohnehin schon getan hatte. Der Magier war so freundlich zu ihr gewesen, hatte ihr aus freien Stücken geholfen und über all ihre Verwirrtheit hinweggesehen. Außerdem hatte sie das Gefühl, dass er sich wirklich wünschte, dass sie woanders unterkam. Als „ungewolltes“ Kind hatte Sophia da sofort unterbewusst den Gedanken, dass man sie loswerden wollte. Dass er es eigentlich gut mit ihr meinte, kam ihr gar nicht wirklich in den Sinn. Doch das sprach sie nicht aus. Nein, sie wagte es nicht mal so etwas wirklich zu denken. Emaru war ein guter Kerl mit einem großen Herz, dem sie wirklich viel zu verdanken hatte. Deshalb hoffte sie wirklich, dass ihre Wege sich trennten, denn irgendwann wollte sie ihm zurückzahlen, was er für sie getan hatte. Man sah sich ja immer zwei Mal im Leben, davon war sie überzeugt…
Deshalb schämte sie sich fast dafür, dass in ihr kurz der Gedanke daran aufkeimte, dass er sie nicht allein zurücklassen sollte. Sie fürchtete sich hier. Das war weder ihr Zuhause, noch war es die richtige Zeit um sich hier allein aufzuhalten. Sicher war sie eine Magierin, doch sie wusste selbst, dass sie nicht die Stärkste war und wer weiß was man ihr erzählte? Und dennoch hatte sie ihre Worte wirklich ernst gemeint. Sie war sich in diesem Moment mit sich selbst nicht wirklich einig, doch das lag sicher an der ungewöhnlichen Situation… Langsam begann sie sich in ihrem Kopf mehr und mehr unangenehme Szenarien auszumalen, die sie nervös und unsicher machten…
Dann wirkte jedoch ein unheimlich beruhigendes Lächeln auf sie ein und eine Berührung direkt auf ihrem Kopf rüttelte sie wach. Der freundliche Magier strich ihr über den Kopf und ließ ihr Herz einen Moment lang höher schlagen. Er war so gut zu ihr! Wie konnte sie sich dafür nur revanchieren? Eigentlich war es gar nicht wirklich kalt. Dieser Gedanke war der erste, der ihr kam, als er sagte, dass er sie hier nicht sitzen lassen würde. War das wirklich der Grund? Der junge Mann musste ein unwahrscheinlich großes Herz haben! Auch wenn es nicht wirklich klang als wollte er sie zu etwas klingen, wurde doch deutlich, dass er sehr darauf bestand, dass sie hier nicht allein blieb. Doch was hatte sie für eine Alternative? Sie hatte doch niemanden wohin sie gehen konnte… Wenn er die ganze Nacht hierblieb, würde sie sich sicher ewig schlecht fühlen. Dann ging der Sechzehnjährigen jedoch ein Licht auf und tatsächlich verhielt sie sich nun erstmalig wie ein wirklich pubertierendes Mädchen. Ein junger Mann wollte sie mitten in der Nacht mit nach Hause nehmen? Wo sie sich ja sonst wirklich nicht solche Gedanken machte, war das doch ein wenig viel. Sie wusste, dass er das nur tat, damit sie nicht allein sein musste. Tatsächlich traute sie es einem so freundlichen Menschen gar nicht zu irgendwelche üblen Hintergedanken zu haben. Dennoch kostete es einem jungen Mädchen doch viel Überwindung mit einem netten Herrn mit nach Hause zu gehen. Es war ja nicht so, als wäre sie jemals mit jemandem in seine Wohnung gegangen. Sie beobachtete Emaru während er erzählte und konnte gar nicht anders als rot anzulaufen, doch sie versuchte das ein wenig zu verbergen. Immerhin wollte man ja nicht, dass er wusste, dass sie solche Gedanken hatte! Das würde das Ganze nur noch unangenehmer machen…
Die ganze Zeit über hatte Sophia keinen Ton von sich gegeben. Stumm hatte sie ihm zugehört, ihn beobachtet und schien ein wenig verwirrt. Emaru versuchte es ihr mit seiner freundlichen, scherzenden Art leichter zu machen. Das merkte sie. Für sie war es nicht gewöhnlich so im Mittelpunkt einer Situation zu stehen. Normalerweise war ihr dies unangenehm, aber hier ging das irgendwie. Erst als er sagte, dass sie wirklich Glück hatte, nickte die Magierin wieder einmal. Damit hatte er wohl Recht. Bei keiner anderen Person wäre sie so sicher gewesen wie in diesem Moment. Ein wenig unsicher blickte sie auf die ausgestreckte Hand des Magiers. Sie wollte ihn auch nicht noch länger warten lassen. Er war sicher auch schon müde um die Zeit. Zögerlich streckte sie ihre Hand nach seiner aus und griff sie wieder. So wie zuvor hatte sie noch immer diese kindliche Art sie zu fassen, aber das würde sie sich wohl nicht abgewöhnen. Nun kam eine Seite an Sophia zum Vorschein, die man sicher erahnen konnte, aber noch nicht so gesehen hatte. Die Magierin schniefte leise und nickte stumm. Sie war äußerst sensibel und wirklich gerührt von der Großzügigkeit und Hilfe des jungen Mannes. „Vielen Dank…“, murmelte sie deshalb nur leise, weil sie nicht auch noch heulen wollte. Das wäre dann doch ein wenig peinlich…

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