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 Liebeskummer Rot-Weiß

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Souta
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BeitragThema: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 16:26

My Bittersweet Valentine
Liebeskummer Rot-Weiß

Manchmal hat man das Gefühl, schlimme Ereignisse nur geträumt zu haben, um sich selbst vor dem Amoklaufen zu schützen. Itasa Soutanobu hatte eben dieses, als er am Morgen des Valentinstages aus den weichen Daunen seines Bettes kroch und sich nur widerwillig vom warmen Rücken eines hübschen Blondschopfes löste, der seine Vorderseite erwärmt hatte, die ebenso unbekleidet war wie alle anderen Personen in seiner Wohnung. Wären seine verschlafenen Schritte nicht patschend, weil barfuß, über Dielen statt Teppich getappst und hätte er nicht ein völlig anderes Badezimmer vorgefunden als vor einem Jahr, er hätte die vergangenen Tage als ein Hirngespinst abgetan, vielleicht eine Heimsuchung vom Geist der vergangenen Liebschaften, die ihm sein Karma aufzeigen wollte, zusammen mit all den negativen Folgen, die sein ausschweifender Lebensstil so mit sich brachte. Leider wohnte er in einem neuen Apartment, so neu, dass tatsächlich noch ein paar ungeöffnete Bücherkisten herumstanden, arbeitete für eine neue Gilde und war nicht mehr derselbe Souta wie zuvor. Er war bedeutend stärker, schneller und geschickter als damals, doch manche Dinge änderten sich nie, wie zum Beispiel sein Drang, vor Problemen wegzulaufen und sie nicht an sich heranzulassen. Am Abend nach einer emotional recht aufwühlenden Quest hatte er noch mit gegen die Eingangstür gepresstem Rücken und Schnappatmung eine tränenerfüllte Panikattacke ausgestanden – heute lebte er wie eh und je weiter. Er war ein Stehaufmännchen, und was ihn im hinteren Bereich seines Kopfes langsam zerfraß, konnte er schon seit Kindestagen an ziemlich gut ignorieren. Es war Februar, so dass den im Augenblick nur behostem Kettenmagier ein wenig fröstelte, als er nach oben griff und die täglichen Klimmzüge an der Türrahmenstange bewerkstelligte. Körperliche Ertüchtigung machte ihn nicht nur wacher als Kaffee, es half auch der Allgemeinheit recht gut dabei, seinen Koffeinlaunen zu entgehen, da ein von Natur aus hyperaktiver Souta nicht unbedingt noch mehr Aufputschmittel gebrauchen konnte. Er zählte im Übrigen nicht mit, daher wusste er nicht, wie viele er bereits hinter sich hatte, als er Schritte aus dem Schlafzimmer heraustapsen hörte und die verschlafenen Augen seiner neuesten Errungenschaft zu ihm hochblinzelten. Nicht, dass er auch nur einen Blick darauf verschwendete, wo das hübsche Ding doch seine Decke als Tunika benutzte und ihn dazu brachte, mit einem leichtem Lächeln auf den Boden zu hüpfen und sich einen Schweißtropfen von der Stirn zu wischen. „Habe ich dich geweckt?“ Er wusste ihren Namen nicht mehr und es war ihm auch egal, da er sie hoffentlich nie wiedersehen würde, doch nette Kerle verloren selbst nach Jahren ihre Tugend nicht, außerdem sah sie wirklich sehr ansprechend aus und es war immerhin Valentinstag … „Nein, ich werde sowieso bald abhauen ...“ Sie streckte sich. Ihr Lächeln war ziemlich strahlend, also zuckte er nur mit den Achseln und griff sich in die Potasche seiner Jeans, woraus er ein kleines Bündel Jewel zu Tage förderte, was sie mit einem leicht irritiertem Blick aufnahm. „Der Einsatz. Ich gehe duschen – du bist weg, wenn ich wieder rauskomme, oder?“ Sie kicherte und nahm das Geld, was die Angelegenheit für ihn erst einmal klärte. „Oh. Das hatte ich ganz vergessen … Natürlich.“ Damit war sie weg, zumindest für ihn, und als er etwa eine halbe Stunde später komplett bekleidet und ein wenig fröhlicher – trotz des Tages – aus dem Badezimmer kam, hübsch in seiner dunklen Jeans, seinem beigen Hemd und seiner coolen Jeansjacke, war von der Verflossenen keine Spur mehr zu sehen. Allerhöchste Zeit für ein ausgiebiges Frühstück, dann ging es aber wirklich an die Arbeit, er wollte unbedingt aus diesem Haus heraus, weil das nämlich die unmittelbare Gefahr bot, auf eine Person zu treffen, die im Moment so ziemlich das Letzte war, das er antreffen wollte. Eigentlich konnte er sich ja auch etwas einpacken, dann wäre er noch schneller … Jap. Mit fröhlichem Pfeifen schmierte sich der Kettenmagier ein Brot, pappte die Scheiben zusammen und kniff sie sich zwischen die Zähne, während er in sanften Tanzschritten seine Tasche, Schlüssel und Bewaffnung zusammenkramte. Nach kurzer Zeit war er auch schon auf dem Weg nach draußen, blieb aber stehen, bevor er die Tür hinter sich lassen konnte, weil dort auf seiner Schwelle etwas lag, das ihn verstörte und sofort bewirkte, dass er misstrauisch in alle Richtungen schaute, das Zeug aufklaubte und die Tür wieder schloss. Sein Training hatte ihn kaum gestört, aber jetzt klopfte ihm das Herz heftig gegen den Adamsapfel, während er so auf die klsicheehafte Schokolade und die Karte starrte, die in seiner Hand zu verschwimmen schien. Eine gewisse Zeit zuvor hätte er diese Geste mit einem Lachen hingenommen und sich darüber gefreut, dass er etwas zum Naschen bekommen hatte, für das er nicht zahlen musste, doch jetzt verkrampfte sich sein Arm mitsamt seinem Gesichtsausdruck, weil er sich nicht entscheiden konnte, was er von dieser Sache halten sollte, war sie doch absolut unpassend … Dennoch konnte er nicht anders, als das Schriftstück zu öffnen, um seinen Verdacht bestätigt zu sehen. Immer wieder geisterte das grüne Auge über die geschriebenen Zeilen, als wolle es sie aufsaugen, dann hielt er jedoch plötzlich inne, stieß ein seltsames kurzes Schnauben aus und nahm die Geschenke wieder in die Hand. Die erneut aufgenommene Melodie seines Pfeifens verzerrte sich um keinen Ton, als er die Gegenstände beim Verlassen seiner Wohnung in recht ansehlichem Bogen in den Mülleimer feuerte und die Tür dahinter verschloss.

Der große Vorteil an dieser Wohnlage war nicht nur die Nähe zu einem hübschem kleinen Café, das morgens bereits darauf wartete, ihm einen Donut zu bringen, für den er langsam aber sicher Mengenrabatt kriegen sollte, sondern auch die zentrale Lage innerhalb der Stadt, so dass er eigentlich jeden Punkt von Oshibana Town innerhalb von kurzer Zeit erreichen konnte, besonders wichtig natürlich das Gildenhaus, das sich wie immer perfekt und drachenhaft in sein Blickfeld schob, während er um die Ecke bog und sich fragte, wie hoch die Wahrscheinlichkeit war, dass er innerhalb des Hauses auf jemanden treffen würde, den er auf keinen Fall sehen wollte. Jetzt natürlich erst recht nicht, also … Ein wenig betreten ließ der Rothaarige den Blick über den Boden schweifen, bis sein Auge an einem Zettel hängen blieb, den irgendjemand achtlos auf der Straßenecke niedergelassen hatte. Schon von weitem war das Gildenzeichen zu sehen – es konnte sich also nur um eine Questbeschreibung handeln. Sowas aber auch, wer schmiss den einfach so mit Aufträgen herum, oder war sein Schicksal ihm plötzlich dermaßen hold? Na egal, der Rotschopf fackelte nicht lange und bückte sich erst einmal recht schwungvoll, um das Papier vom Boden aufzuheben, denn neugierig war er ja alle Male ...

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Zuletzt von Souta am Sa 25 Okt 2014 - 16:57 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Emaru
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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 16:29

„Valentinstag...“ Egal, wie oft Emaru dieses Wort wiederholte, es brachte ihn wohl nicht weiter. Mit einem arm über die Stirn gelegt lag er auf der Matratze, die auf dem kalten Boden seines neuen Appartements lag. Die Decke lag so allein in der Ecke, wie er auf dem improvisierten Bett, und sie war auch ähnlich zerknüllt, wie er sich gerade fühlte. „Valentinstag...“ Es waren solche Tage, die ihn besonders schwer trafen. Genau wie Weihnachten und was es sonst noch alles gab, das etwas feierte, für das es keinen ersichtlichen Grund gab. Es konnte doch wohl nicht sein, dass er der einzige Mensch auf der Welt war, der diese Bräuche nicht verstand? Etwas zerknirscht, aber nicht minder schwungvoll setzte er sich auf und rieb sich erst einmal die verschlafenen Augen, stand dann langsam auf und wandelte ins Bad. Die Menschen waren so sensibel, gefühlsbetont, irrational... sie schafften einen ganzen Tag an, um ein Gefühl zu feiern, das sich nicht beweisen ließ, nicht einmal wirklich existierte, sondern rein eine auf hoher Anziehung basierende Illusion darstellte, und sie merkten es nicht einmal... „Ah, Marulein. Da ist wohl jemand auf dem falschen Fuß aufgestanden. Willst du nicht die Vorhänge aufziehen und die Sonne in dein Herz scheinen lassen und dir jemanden suchen, mit dem du dir eine Packung Pralinen teilen kannst? Und dann tanzt du mit Regebogen und Wattebällchen!“ „Klappe“, murrte er einfach nur, unterdrückte das Verlangen, eins seiner Haarpflegeprodukte durch den Raum zu werfen, und stieg unter die Dusche. Er war zu müde für irgendwelche gehässigen Anspielungen...
Lange dauerte es nicht, sich zurecht zu machen und wieder in dem Wohnzimmer zu stehen, das nur wenig mehr Einrichtung bot als sein Schlafzimmer mit der Matratze, einem Schreibtisch und einem Schrank für Klamotten. Hier waren es eben ein Tisch, ein kleines Sofa, ein paar Stühle und in einer Ecke die integrierte Küche, einzig die Türme an Büchern, die überall auf dem Boden standen, und die drei nicht ausgepackten Kartons verschafften zumindest die Illusion eines Heims... oder einer Lagerhalle. Einerseits war der Dargin ja froh, endlich nicht mehr daheim zu leben, bei seiner Familie, wo er doch schon so kurz vor dem neunzehnten Lebensjahr stand, andererseits deprimierte es ihn, zu sehen, wie wenig er sich um seine neue Wohnung kümmerte. Und auch die Tatsache, dass die Deckenlampe hatte abmontiert werden müssen, da er ohnehin nur etwa zwanzig Zentimeter Abstand zur Decke hatte... Es war keine tolle Wohnung und mit den zwei Zimmern auch keine große, aber es war ein eigenes Heim. Er ging kurz an seinen Minikühlschrank, überprüfte die Milchflasche darin – gerade noch nicht abgelaufen – und trank sie leer, fertigte dann eine Notiz an: Kühlschrank leer – einkaufen, damit er das auch irgendwann tun würde, und wandte sich endgültig der Tür zu. Wollte er sich das wirklich antun? Eigentlich wollte er mit diesem Tag nichts zu tun haben. Er verabscheute es, all diese Vorstellungen und Wunschträume mit ansehen zu müssen, die sich die Leute machten, und er wollte auf gar keinen Fall riskieren, in so etwas mit hineingezogen zu werden. Es hatte seinen Grund, warum er heute hier aufgewacht war. Eigentlich hatte er sich ja versprochen, in seiner Wohnung erst zu schlafen, wenn er alles ausgepackt und ein richtiges Bett gekauft hatte, und bisher hatte er es ganz gut ausgehalten, entweder bei anderen Leuten aufzuwachen oder eben seine Nächte mit den Sternen zu verbringen, die er so sehr mochte. Manch einer hätte sicher gesagt, er würde sie lieben. Wenn man dieser angeblichen Emotion schon so viel Bedeutung zudachte, dann sollte man sie doch bitte nicht so inflationär verwenden... sie waren doch alle gleich, diese Menschen. Unzufrieden ging er aus der Tür hinaus, legte die drei Stockwerke nach unten über die Treppen zurück – eine Wahl hatte er ja nicht – und machte sich an seinen Briefkasten. Leerte ihn und warf sofort die beiden Briefe in den rosa Umschlägen weg. Dann verließ er das Haus endgültig. „Ts... Valentinstag!“

Immerhin, was er hier hatte, war gar nicht mal so übel. Das erste war ein Brief von Jin, in dem er ihn darum bat, doch mal wieder zuhause vorbei zu schauen. Lächerlich, aber irgendwie lustig, immerhin lebte sein Zwilling ebenfalls in Oshibana Town und hatte ja ganz offensichtlich seine Adresse – warum sollte dann Emaru kommen und nicht anders herum? Dass das schon der dritte Brief dieser Art war, in nicht einmal zwei Monaten, machte das ganze noch amüsanter. Brief Nummer zwei stammte von Mariah aus Mirobi, dem Mädchen, das er auf seiner letzten Quest kennen gelernt hatte. Sie hatte offenbar vor Kurzem ihren achtzehnten Geburtstag gefeiert, es lief alles gut mit ihrer Karthago-Initiative und auch sie wünschte sich einen baldigen Besuch von ihm. Ein nettes Mädchen. Nummer drei war eine Postkarte, und darüber freute er sich ganz besonders, denn es war das erste Mal seit Langen, dass sein großer Bruder James etwas von sich hören ließ. Zwar war es dem Jungen wirklich ein Rätsel, wo seine ganze Familie seine Adresse her hatte – Mariah hatte er, wie versprochen, bereits ein kleines Päckchen mit magischen Utensilien aus der Stadt geschickt, daher wunderte es ihn bei ihr nicht –, aber bei James war es definitiv besser so. Er würde Emaru in naher Zukunft wiedersehen, so hieß es... wenn das Weißhaar dem ihm ausgelegten Schicksal folge. Vermutlich meinte er etwas ähnliches wie den verschollenen Handschuh in Mirobi... hatte das Braunhaar etwa an allen Problemzonen Fiores den Plan gefasst, dass Emaru sie lösen würde? Naja, wenn sie das einander näher brachte, dann würde er dem wohl nachgehen...
Gerade auf dem Weg zum Gildenhaus, fiel Emaru etwas seltsames auf. Eben noch hatte er zwei Briefe und eine Postkarte in seine Jackentasche gestopft, da lag etwas ein Stück vor ihm auf dem Boden, das sein Gildenzeichen enthielt. Irritiert blieb der Dargin stehen, beobachtete kurz den Zettel, blickte sich dann in der Straße um, vor sich, hinter sich; niemand da. Aber... in der Karte stand es doch so? ... dem dir ausgelegten Schicksal... Es konnte nicht sein, dass James das dahin gelegt hatte, oder? Nein, das war eigentlich unmöglich, aber das Wortspiel passte so gut... Emaru konnte nicht anders. Er preschte nach vorne, in Richtung der Ecke, an der das Schriftstück lag. Beugte sich vor, griff danach... und spürte, wie etwas von der Seite gegen seinen Schädel stieß. Irritiert verlor er das Gleichgewicht, schaffte es gerade so, sich mit der rechten Hand auf dem Boden aufzustützen, sodass er nicht hinfiel, und blickte in die Richtung, aus der das Geschoss gekommen war. Aber... das war kein Geschoss. Das war irgendein Rotschopf... Hatte der auch nach dem Zettel gegriffen? Was er jetzt sagen sollte, wusste Emaru nicht so richtig; er entschied sich für ein simples „Ähm... Entschuldigung?“ Das Stück Papier hatte er für den Moment vergessen... aber immerhin begann er damit, sich wieder auf die Beine zu stellen.

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 16:56

Trotz einer recht beeindruckenden Bandbreite an unterschiedlichen Talenten wie etwa eine übermenschliche Geschwindigkeit und den Charme eines Teenie-Popstars gehörte Schmerzunempfindlichkeit leider nicht zu der Vielzahl an herausragenden Eigenschaften, mit denen Souta aufwarten konnte. Für gewöhnlich lag er ungefähr zehn Minuten lang mit herzzereißendem Heulen auf dem Boden, wenn er versehentlich versuchte, Möbelstücke mit einem seiner Zehen zu verschieben, da wunderte es sicher niemanden, dass dem Rotschopf erst einmal die Tränen in das Auge schossen, als ein völlig unerwarteter Schmerz vor seiner Stirn explodierte, der sich in etwa so anfühlte, als wäre er gegen einen Stahlträger gelaufen und ihn auch etwa mit derselben Wucht zurückschmiss, so dass er recht verdutzt auf dem Hosenboden landete und wahrscheinlich ziemlich verdattert aus der Wäsche guckte. Eine Hand hob sich, um sich auf die Stelle zu drücken, die frontale Bekanntschaft mit einem Eisenkopf gemacht hatte, die andere lag irgendwo am Boden herum und rundete sein plattgewalztes Erscheinungsbild ab. Souta konnte Pistolenschüssen mit einem dreifachem Rückwärtssalto und einer Pirouette ausweichen, wenn er es darauf anlegte und er konnte so schnell rennen, dass er es entgegen jeder Schwerkraft einige Schritte die Wand hochschaffen würde – wie in aller Welt hatte er denn gegen diesen Typen rummsen können, der sich bei ihm entschuldigte und ihm ein wenig bekannt vorkam? Im ersten Moment war das Herz des Kettenmagiers stehen geblieben, als er bemerkt hatte, dass er gegen einen Mann mit weißen Haaren gelaufen war, doch es hatte zum Glück nur ein paar Sekunden gebraucht, ehe er feststellen konnte, dass er nicht derjenige war, dem er ausgewichen war, sondern jemand Anderes, der ihm zwar ein wenig bekannt vorkam, aber nicht so sehr, dass er ihn sofort mit einem Namen in Verbindung bringen könnte. Während er sich so die bereits wachsende Beule rieb und er den Umstand verfluchte, dass er seinen Privatheiler verlassen hatte, rappelte er sich etwa zeitgleich mit dem Anderen auf und bemerkte verdutzt, dass der Zettel noch immer zwischen ihnen auf dem Boden lag. Es kam ihm irgendwie falsch vor, das Objekt ihres Zusammenstoßes einfach so liegen zu lassen, also hob er es auf, schaute es aber nicht weiter an, weil es richtig erschien, zuerst den Rowdy in Augenschein zu nehmen, der ihm beinahe den Schädel gebrochen hätte. Nein, das hier war nicht Seraphim, schon allein deshalb nicht, weil er leicht zu seinem Gegenüber aufschauen musste, statt den Blick um eine Nuance zu senken, außerdem fehlte da ein gewisses Lächeln und einige andere Charakteristika, wie etwa die Tatsache, dass da noch Abstand zwischen ihnen bestand. Wieso hatte er trotzdem das Gefühl, den Typen schonmal irgendwo getroffen zu haben? Vielleicht war er damals, als sie die Puristen besiegten, bei der Versammlung dabei gewesen oder er hatte ihn schon einmal im Gildenhaus gesehen, nachdem er sich nach dem Questbogen gebückt hatte, war er wohl ebenfalls bei Blue Pegasus, alles andere wäre ja irgendwie komisch, schließlich hob man doch nicht einfach irgendwelche Zettel auf, wenn man keinen Grund dafür hatte … „Schon okay“, meinte er dennoch, obwohl sein Schädel brummte wie ein Bienenschwarm, und streckte ihm die sonnengebräunte Hand zum Einschlagen hin, weil man ja genausogut ein wenig Smalltalk betreiben konnte, wo man sich doch schon so einschlägig begrüßt hatte. Außerdem wollte er ja eine Quest erledigen und das Gildenhaus möglichst vermeiden, da bot es sich doch wohl an, schon hier Leute aufzugabeln. Und dieser Kerl war wohl noch die humanere Alternative zum Marktschreien, was das anging. „Ich bin Souta. Tut mir Leid, hab dich gar nicht gesehen.“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 16:59

Emaru hatte, was Schmerzen anging, doch das glücklichere Händchen; für seinen Stahlträger von einem Schädel war der Zusammenstoß wenig mehr als irritierend. Dennoch war es natürlich nicht gerade seine favorisierte Art, neue Leute kennen zu lernen; auch, wenn er es hier streng genommen mit einem alten Bekannten zu tun hatte. Allerdings waren kurze Treffen, die sich nun schon zwei Jahre in der Vergangenheit abgespielt hatten, nicht unbedingt das, was sich besonders stark in seinem Gedächtnis festhielt, besonders, da es zu jenem Zeitpunkt ja wirklich Umstände gegeben hatte, die ein Kennenlernen überschatten konnten. So war es gerade, als würde er den Rotschopf zum ersten Mal sehen, der ja nun wirklich alles andere als unauffällig war, und eigentlich auch alles andere als klein... wenngleich Emaru ein wenig über ihn ragte, doch das war keine Seltenheit. Was den Blick des Weißschopfes kurz fing, war das schwarze Leder, das eines seiner grünen Augen überdeckte, allerdings hielt er sich auch daran nicht wirklich auf und schüttelte nur kurz den Kopf. „Nein, keine Sorge... ich hätte auch vorsichtiger sein müssen. Außerdem ist ja nichts passiert...“ Nun, ihm war nichts passiert; er konnte ja nicht ahnen, dass sein Kollege von so einem leichten Aufprall gleich solche Schmerzen davontragen würde. Dass er es hier mit einem Kollegen zu tun hatte, das stand spätestens in dem Moment fest, in dem das Rothaar sich den Zettel geschnappt hatte, auf dem das Gildenzeichen nun wirklich nicht deutlicher hätte zu sehen sein können. Wenn sie sich beide für genau diesen Zettel, also diese Quest interessierten – welche auch immer das sein mochte –, dann konnte sich der Dargin womöglich den Weg zum Gildenhaus sparen... das klang doch sehr angenehm. Ohne weiteres Zögern schlug er also bei der Hand ein, die sein Gegenüber ihm hinhielt, und für einen Moment wurde der Unterschied zwischen der nahezu farblosen Haut des Dargin und dem wesentlich dunkleren Ton Soutas sehr deutlich, doch es verschwand, wie es gekommen war, als sich die beiden Hände wieder voneinander trennten. „Mein Name ist Emaru... freut mich, Souta.“ Moment... Souta? Er ließ diesen Namen noch einmal durch seinen Kopf gehen. Souta... ja, irgendwie klang das bekannt. Aber woher...? „Irgendeine Idee, Shi? Sagt dir der Name was?“, fragte er in Gedanken, doch nach ein paar Sekunden verneinte sein Alter Ego; nein, es habe den Namen noch nie zuvor gehört. Nun gut, wäre nicht das erste Mal, dass Emarus Gedächtnis sich mit Eigennamen vertat, und es gab sicherlich häufigere Namen, die diesem im Klang ähnelten, wie Ruto oder Yuuta. Nicht, dass er einen Ruto oder einen Yuuta kennen würde...
Erneut fiel der Blick des Dargin auf das Stück Papier, dass sein Gesprächspartner in der Hand hielt. War diese Quest nun etwas, das ihm sein Bruder hatte zuschanzen wollen, oder lag sie doch nur rein zufällig auf der Straße und er machte sich mit solchen Gedanken nur zum Idioten? „Du machst dich zum Idioten, Maru. Ist doch klar.“ „Sei still. Ich kann nicht wissen, was er plant... und wenn es keine Quest für ihn ist, dann ist es immerhin eine Quest. Ich brauche das Geld, jetzt, wo ich alleine lebe... ich habe nämlich keinen Wirt, in dessen Körper ich mich verstecken kann, weißt du?“ Damit hatte sich das Thema für ihn dann auch erledigt, jetzt war nicht der richtige Moment für stummen Streit. Stattdessen deutete er auf die Quest. „Mal nachsehen, um was für eine Aufgabe es da geht? Ich meine, wenn wir schon beide danach greifen, dann sollten wir auch wissen, worum es geht, nicht?“ Mit einem schwachen Lächeln legte er den Kopf leicht schief; jeder Questanfang war der Anfang von irgendetwas unvorhergesehenem, und immer tauchte etwas oder jemand auf, das alles unnötig verkomplizierte. Aber gerade deswegen war es wichtig, auf das vorbereitet zu sein, auf das man vorbereitet sein konnte...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:01

Emaru, Emaru, Emaru ... Irgendetwas an diesem Namen kam Souta bekannt vor, doch er schaffte es ebenso wenig wie der Weißhaarige, ihn mit einem Ort oder einer Zeit in Verbindung zu setzen. Das war ja nicht verwunderlich, schließlich kannte der Kettenmagier viele Menschen - besonders Frauen - und hatte nicht gerade das Gedächtnis eines Elefanten, was solche Sachen anging. Die wichtigen Namen in seinem Leben konnte er sich natürlich ohne Weiteres merken, aber er war entgegen aller Vorstellung niemand, der Trophäen sammelte oder Buch über seine One Night Stands führte. Allgemein mochte man den Rotschopf zwar vielleicht als einigermaßen clever bezeichnen, aber er war ganz sicher kein Genie. Wie er keine komplizierten Fachwörter aussprechen konnte und sie auch niemals gebrauchen würde, so hatte er eben auch ein Gedächtnis, das gerne einmal einzelne Dinge in den Vordergrund rückte und andere verblassen ließ. An manches musste er sich erinnern, weil es sich auf traumatische Art in seinen Geist gebrannt hatte und in jeder wachen Minute verfolgte, andere hatte er sich eingeprägt, weil er sie sehr oft vorgesetzt bekommen hatte, wie zum Beispiel den Körpergeruch einer bestimmten Person oder den Klang ihrer Stimme. Manchmal fielen da eben Sachen durch das Raster, in diesem Fall war das sämtliches Wissen über Emaru, das er vielleicht haben könnte. Aber das machte nichts. Souta verwarf den Gedanken sowieso recht schnell wieder, da der Andere ihn noch nicht um ein Autogramm gebeten hatte, was nur bedeuten konnte, dass er sich nicht an ihn erinnerte, was nicht nur aufgrund seines einprägsamen und wundervollen Charakters unmöglich war, sondern auch noch dadurch begünstigt wurde, dass er einen flammend roten Haarschopf und eine Augenklappe besaß, was Charakteristika waren, die es nun einmal nicht so oft in Fiore gab. Natürlich konnte man ihn vergessen, aber in seinem Kopf existierte diese Möglichkeit gar nicht, also kannte er Emaru nicht - sonst hätte der ihn ja auch erkannt. Der Kettenmagier erwiderte den Händedruck fest und nahm die Entschuldigung des Gegenübers mit einem freundlichem Lächeln an. Er war nicht der Erste, in den er hineingerannt war und auch wenn er gehofft hatte, dass sie diese romantisch angehauchte Szene mit dem auf dem Boden liegendem Blatt, nach dem man sich gleichzeitig bückte etwas sanfter über die Bühne hätten bringen können, war er doch froh darüber, dass sie aufkeimende Spannungen sofort im Keim erstickt hatten. Sofern der Pegasurianer vor ihm nicht spontan zu einer vollbusigen Frau mutierte, wäre das nämlich mehr als seltsam. Und er hatte erst einmal genug von seltsam. Vielleicht für immer. Sein Blick klebte wahrscheinlich etwas zu lang im Gesicht vor ihm, doch das lag nur daran, dass er ein wenig überrascht war, wie glatt ihr Gespräch doch lief und wie direkt Emaru auf die Quest lenkte. Irgendwie schien es, als hätte der Himmel einen Questpartner geschickt, ohne, dass er dazu gezwungen war, das Gildenhaus zu betreten ... Das wäre großartig. Ohne viel Federlesen, aber mit einem eifrigem Nicken, drehte der Rothaarige das Blatt in der Hand und überflog die Questbeschreibung mit sich weitenden Augen. "Oh, krasses Teil", informierte er den Anderen vage und runzelte die Stirn. Das sah irgendwie vielversprechend aus, wenn er ehrlich war, also ... sollte er ihm die Details erklären und ihn fragen, ob er mit ihm gehen wollte oder war das zu direkt? Seit wann machte er sich Sorgen darüber, zu direkt zu sein?! "Anscheinend ist ein Dorf in Schwierigkeiten, jemand versaut ihnen das Valentinsfest. Lies selbst." Er warf ihm das Papier zu, was der Andere jedoch aufgrund ihres recht geringen Abstandes fangen können sollte, und runzelte leicht die Stirn, während er die Arme verschränkte und wie ein Stier mit einem Stiefel am Boden scharrte. Sein Kopf tat noch immer weh, vielleicht war er deshalb so ungehemmt, andererseits war er ein ADHSkranker Typ, dessen Hemmungen ohnehin kaum existent waren, also ... "Hast du Lust mich zu begleiten? Ich meine - außer du hast schon ein Date für heute." Sein schelmisches Grinsen ließ den Satz ganz schnell zu einem Witz werden, man wollte hier nämlich nichts andeuten, auch wenn sich sicherlich jeder darüber freuen würde, an diesem Tag der Liebe und der Romantik ein bisschen Zeit mit ihm zu verbringen, wo er doch quasi die männliche Venus war ... Nur hübscher.

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:05

Diskretion war an mancher Stelle hilfreich, an anderer sogar wichtig. Wem die Höflichkeit so tief im Wesen verankert lag, wie es bei Emaru der Fall war – was wohl einer der Gründe war, aus denen ihm Worte der Entschuldigung so oft über die Lippen glitten, wobei er das doch eigentlich ändern wollte –, der wusste auch mit Diskretion umzugehen. Sie selbst zu beherrschen, sie bei anderen zu erkennen und zu respektieren. Doch es gab Zeiten, da war es besser, sich von ihr loszusagen; er wusste auch, wie man diskret geschützte Daten aus anderen Personen zu locken vermochte. Und selbstverständlich war dem Dargin auch bewusst, wann es richtig war, direkt zu sein. Diese Quest stellte eine solche Gelegenheit dar; eine Gelegenheit, die man nicht verstreichen lassen durfte, indem man um den heißen Brei herumredete. Vor allem war es der sicherste Weg, aus dem Liebesnest zu entfliehen, das Oshibana Town am Valentinstag wurde. Eine Stadt oder ein Dorf, die in Angst und Schrecken – oder wenigstens einen leichten Aufruhr – versetzt worden war, würde sich wohl kaum die Mühe machen, nach irgendwelchen Gefühlen zu stochern, nur weil ein Tag war, der im allgemeinen Konsens als ein Besonderer angesehen wurde. Nun wollte er nicht riskieren, dass der Rotschopf ihn stehen ließ und er in die Gilde gehen musste, in der womöglich Minna – diese neugierige kleine Neumagierin, die, aus welchen Gründen auch immer, stets Emarus Rücken als Schutz vor anderen männlichen Vertretern ihrer Spezies suchte – oder Ariadne – welche absolut keinen Hehl daraus machte, dass er an ihrer Seite eine Mahlzeit eingenommen hatte, aber sämtliche nachfolgenden Aktionen weit diskreter behandelte – oder was-wusste-er-wer ihn erwarten würden, womöglich sogar Seite an Seite, um ihn zur Rede zu stellen, weil sie nicht die einzigen waren, die sich irgendwelche fehlerhaften romantischen Vorstellungen ihm gegenüber machten... Ja, er hatte seine anfängliche Zurückgezogenheit etwas beiseite gelegt und sich mit ein paar Leuten aus der Gilde vertraut gemacht. Er hätte es lassen sollen.
Daher hatte er es so indiskret und direkt gewagt – wagen müssen –, den vielleicht oder vielleicht auch nicht Bekannten um Informationen bezüglich dieses ominösen Zettels zu bitten, und das war wohl kein Fehler; sie waren, wie er es ausdrückte, wohl ziemlich krass. Als Souta nun diesen Zettel zu ihm warf, fischte Emaru ihn mit einer eleganten Bewegung aus der Luft, versuchte es zumindest, verfehlte jedoch und musste weit weniger elegant mit seiner zweiten Hand hinterher hasten und sich dabei ein Stück vorbeugen, um gerade so noch heran zu kommen; es musste übel aussehen, aber er schaffte es gerade so und begann, zu lesen, ohne sich weiter damit aufzuhalten. Einen Moment lang spielte ein kurzes Lächeln auf seinen Lippen, während er es so durch die Zeilen ging; ja, auf diese Art konnte man Leuten auch dämliche Feiertage verderben. Irgendwie sympathetisierte er ja mit den Tätern... was nicht hieß, dass er ihre Methoden billigte. Sein Gesichtsausdruck wurde wieder etwas strenger. Egal, wie nervig sie waren: Man konnte nicht so mit anderen Menschen umspringen. Man lebte Seite an Seite, um sich zu unterstützen, und Entführungen gingen definitiv nicht als Unterstützung durch. „Du hast Recht, das ist wirklich ein... krasses Teil, kopierte der Weißschopf zögerlich die Wortwahl seines Gegenübers und nickte. Er dürfte nicht allzu interessiert aussehen, dennoch gefiel ihm die Quest. Irgendwie. Auch wenn das bisher nicht groß nach etwas klang, das James einfädeln würde. „Es sei denn, er versucht noch immer, mir meine Ansicht der Liebe auszutreiben... nein, so närrisch ist er nicht. Kann er nicht sein.“ Diesen Gedanken verwarf er so schnell, wie er gekommen war. Das hier war reiner Zufall, kein Zweifel. Vorhin noch hatte er gedacht, er würde den Namen Souta kennen; er wurde noch paranoid. Vermutlich der Schlafmangel, die Nummer eins unter Emarus Ausreden für alle seine Fehler.
Die nächste Frage des Rotschopfes kam allerdings eher überraschend, und wurde in den ersten Momenten von Perplexität, dann von leisem Lachen begrüßt, ehe der Dargin etwas bitter in Richtung des Gildenhauses schwenkte. Diese Bitterkeit, man konnte sie im leisen Subtext seines kontrolliert amüsierten Tonfalls heraushören, wenn man sich die Mühe machte: „Ein Date? Am Valentinstag? Nicht für alles Geld der Welt. Hoffnung zu schüren, wo keine zu finden sein sollte, ist reiner Hohn, reines Spielen mit den Herzen der Personen, die sich nicht vor ihrer eigenen Sehnsucht zu schützen vermögen. Wer weiß, wie die Takte der Menschheit schlagen, wann sie im Gleichen sind und wann im Unvereinbaren und was geschieht, wenn sie sich solcher Wege öffnen, der begibt sich nicht auf solches Niveau, es sei denn, er ist ein Sadist oder selbst sehnsüchtig auf der Suche nach etwas... Möge dieses Etwas sein, was es wolle.“ „Maa-ruu“, rief ihn die Stimme seiner zweiten Persönlichkeit von innen heraus, und er zuckte zusammen. „Du redest wieder wirres Zeug. Die Leute werden dich noch für verrückt halten.“ Sein verwirrter Blick wurde langsam wieder klarer und er schüttelte den Kopf. Eigentlich wollte er diese Ausbrüche doch unter Kontrolle bekommen. Manchmal packte irgendetwas einfach seine Zunge und ließ sie reden, wie es ihr beliebte... Das missfiel ihm. Aber er konnte nichts tun. „Entschuldige... Ich rede wieder zuviel“, murmelte er und nahm noch einmal den Zettel hoch. „Ich komme gern mit dir. Wie es scheint, geht es heute nach Oak Town.“ Eben wäre es besser gewesen, diskreter zu sein – jetzt war Direktheit wieder angemessen.

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:10

Jeden anderen hätte diese poetische Anwandlung Emarus wohl in den Winterschlaf getrieben, doch Souta machte sie eher traurig. Man sah ihm natürlich nichts an, da er wie der ewige Strahlemann mit lächelndem Gesicht vor dem Weißhaarigem stand und aussah, als könnte er nicht besser gelaunt sein und als wären alle Regenbögen und Schmetterlinge dieser Welt irgendwo in dem Licht, das ihm aus dem Hintern schien, vereint – aber innerlich hätte er sich nun gerne auf den Asphalt geworfen und mit den Armen wedelnd rumgeheult. Warum? Weil der Andere in etwas hochgestochenen Worten ziemlich genau seine Reaktion auf eine überraschende und unfreiwillige Liebeserklärung beschrieben – und auch seine Philosophie, was das betraf. Jeder, der den Fehler machte, jemanden zu lieben oder sich für diese Person zu öffnen, endete am Ende mit Herzschmerz und Einsamkeit, daher konnte man darauf verzichten. Wieso mussten manche Menschen eine perfekte Freundschaft durch lächerliche Gefühle zerstören und alles verändern, was monatelang so gut funktioniert hatte? Der Rotschopf schüttelte leicht den Kopf, ehe er überhaupt bemerkte, dass sich der Weißhaarige für seinen Wortschwall entschuldigt hatte, und wedelte dann mit einer Hand, fröhlich wie immer. „Ist schon okay, ich weiß, was du meinst.“ Jap, das wusste er sogar ziemlich gut, aber das war kein Grund, sich nun bei seinem neuem Questpartner auszuflennen, dafür war er einerseits nicht gemacht und andererseits war er auch deutlich zu dankbar, dass er das Gildenhaus mit allen Mitteln meiden wollte, schließlich hatten Emarus Worte nur noch zusätzlich unterstrichen, warum absoluter Abbruch jeglichen Kontaktes einfach die beste Lösung war, die man unter Umständen auch bis in alle Ewigkeit ausdehnen konnte. Bei seinem Geschick und seiner Geschwindigkeit war das sicherlich möglich, zumal er für den Anfang ja ganz weit weg fahren konnte, inmitten eines dichten Nadelwaldes. Auch in der letzten Quest war er in der Nähe von Oak Town gewesen und hatte die ganze Stadt gerettet, aber leider wusste niemand davon, weil sie in einer Zeitschleife gefangen gewesen war, anders als Hargeon Towns Bewohner, die er vor einen Tsunami gerettet hatte. „Okidoki. Dann mal auf zum Bahnhof.“ Es war eine Art Reflex, der ihn durchfuhr, noch ehe er ihn stoppen konnte, also klopfte er dem Größeren auf die Schulter, bevor er sich auf den Weg machte und die selbst zu dieser Stunde gut besuchten Straßen der Stadt durchquerte, mit langsamer Rücksicht auf seinen Begleiter natürlich, weswegen sich der Marsch auch etwas länger gestaltete, als er das gewohnt war. Da Souta keinerlei männliche Freunde besaß, wusste er nicht so recht, was wohl die richtigen Themen für Smalltalk waren, wo er doch absolut kein sexuelles Interesse an Emaru hatte … Dann musste er eben irgendwie improvisieren. „Ist das deine erste Quest in Oak Town?“ Das war eine legitime Frage. Er selbst hatte ja sogar ein wenig dort gelebt und kannte sich daher recht gut aus, weswegen sie schon einmal einen Vorteil hatten. Wenn er mehr über den Anderen herausfand, konnte er außerdem vielleicht seiner Erinnerung auf die Sprünge helfen und dieses dumpfe Gefühl von Bekanntschaft loswerden oder aufklären, das ihn noch immer verfolgte. Woher kannte er ihn nur … „Ich war schon öfter dort. Der Wald ist ganz nett.“ Wie beiläufig strich er sich dabei über seine Handgelenke, doch da er beim Gehen sowieso herumschlenkerte und recht lebhaft herumwuselte, mochte das nicht weiter auffallen – zumal man die wulstigen weißen Narben kaum sehen konnte, sofern man sich nicht anstrengte oder ihn genau in Augenschein nahm.

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:15

Glück gehabt, Souta schien ihm seinen kleinen Ausbruch nicht übel zu nehmen. Zugegeben, es war nur eine von vielen unangenehmen Angewohnheiten, die der Dargin verinnerlicht hatte; ob es nun schlimmer war als das Reden mit seinem inneren Ich, das nach außen hin wie Reden mit der Luft wirken musste, oder die Tatsache, dass er bei vielen Gelegenheiten an vielen Orten in Schlaf versank, mochte er nun liegen, sitzen oder gar stehen. Die letzte Nacht hatte er allerdings ganz gut durchgeschlafen... zumindest eine Weile sollte er vor solchen Geschehnissen gefeit sein, und ein Redeschwall wie eben kam arg selten vor, also hatte er auch da eine Auszeit vor sich, vermutlich. Blieb als einzige Sorge noch Shi übrig, aber mit dem würde er schon klarkommen...
Der Rotschopf schien allerdings auch allgemein eher zu der lockeren Sorte Menschen zu gehören, die, die sich durch nichts erschüttern ließen und den Tag aus vollem Herzen begrüßen konnten. Kurz spürte der Dargin seine Hand auf der eigenen Schulter, dann nickte er zustimmend; es war wirklich Zeit, sich auf den Weg zu machen. Das Ziel war, wie so oft, der Bahnhof Oshibana Towns, an dem so ziemlich jede Quest ihren Anfang zu finden gedachte, dann würden sie in Richtung Oak Town fahren. Es dauerte einige Sekunden, bis Emaru sich wieder die richtige Linie ins Gedächtnis gerufen hatte, und überrascht fiel ihm auf, dass er sich schon ein paar Mal in der Nähe der Stadt aufgehalten haben musste, einmal sogar hindurch gefahren war auf dem Weg in ein kleines Dorf, das irgendwo in den Bergen im Norden gelegen hatte. Bewusst war es ihm damals nicht gewesen, er hatte nicht daran gedacht, und Oak Town zählte er auch nicht zu den Orten, die er in seinem Leben besucht hatte, obwohl er natürlich auch außerhalb von Quests hin und wieder reiste, sich besser mit der Geografie des Kontinents vertraut machte, weil das Wissen, dass er dadurch aufnahm, eines Tages wichtig sein könnte. Man konnte nie wissen, was man irgendwann wissen musste, daher war der sicherste Weg, einfach so viel zu lernen wie möglich, und da war das tatsächliche Abwandern einer Strecke dem Studieren einer Karte weit überlegen. Es gab nicht viele Orte, die Emaru noch nie gesehen hatte, und schon gar keinen, der so berühmt war wie diese Stadt. Da hatte es fast schon einen ironischen Anklang, dass Souta gerade diese Tatsache ansprach. „Tatsächlich war ich noch nie in Oak Town... Genauer gesagt, ist es die einzige der sechs großen Städte Fiores, der ich noch keinen Besuch abgestattet habe. Aber das wird wohl nicht mehr lange so bleiben.“ Ein füchsisches Lächeln zog sich auf die Züge des Weißschopfes, der zufrieden feststellte, dass er damit wirklich keinen wichtigen Ort des Kontinents als unbekannt würde ansehen können. Damit war er sicher nicht der einzige, allerdings war das auch nicht wichtig. Die eigene Leistung war alles, was zählte, Wettbewerb mit anderen brauchte man nur, wenn man von sich selbst nicht ausreichend überzeugt war. Emaru kannte seine Stärken wie seine Schwächen, und ihm war bewusst, dass er dem größten Teil der Bevölkerung Fiores überlegen war. Selbst, wenn man die neun Zehntel nicht magischer Mitbürger ausklammerte. „Es ist wohl gut, den ersten Besuch mit jemandem zu verbringen, der sich bereits auskennt. Dann war es wohl ein Glücksfall, dass ich dich getroffen habe, hm?“ Für ihn war es das vermutlich; er hatte von dem Zusammenstoß vorhin keine Kopfschmerzen davon getragen, er hatte jemanden erwischt, der sich am Zielort auskam und über seine Fehler hinwegsah. Außerdem war es gut, mit einem anderen Kerl unterwegs zu sein an diesem Tag der selten erwiderten Gefühle, der allen Leuten so wichtig zu sein schien. Sein rothaariger Begleiter dagegen hatte nicht so eine harte Schädelplatte gehabt und durfte jetzt einem Fremden Oak Town zeigen, und es war gut möglich, dass er ein hübsches Weibchen vorgezogen hätte. Aber so rücksichtsvoll, daran zu denken, war Emaru dann doch nicht. „Wenn du schon öfter in Oak Town warst, war es sicher nicht immer wegen der Arbeit, oder? Magst du den Ort besonders, oder so?“

Während der Dargin also selbst mal eine Frage stellte, um den für beide nicht gerade gewohnten Smalltalk – schließlich war das Weißhaar im Allgemeinen nicht unbedingt jemand, der sich groß mit anderen unterhielt – voran zu treiben, erschien schon das Bild des Bahnhofes am Ende der langen Straße. Für Emaru war das hier eine gewohnte Geschwindigkeit, und seiner Meinung nach kamen sie ziemlich fix voran...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:19

„Klar, es ist immer ein Glücksfall, mich zu treffen.“ Souta beantwortete diese höchstwahrscheinlich rhetorisch gemeinte Frage mit einer Natürlichkeit, die an Arroganz erinnern mochte, hätte er dabei die Nase gehoben oder sich anderweitig über seinen Begleiter gestellt, doch das war nicht seine Art. Der Rotschopf schenkte dem Weißhaarigen hinter sich ein flüchtiges Lächeln, das seine Aussage in einen Witz verwandelte, obwohl sie eigentlich vollständig ernst gemeint gewesen war. Er selbst fand, dass er ein ziemlich guter Questpartner war und der Andere demnach tatsächlich das große Los gezogen hatte. Emaru durfte sich nun über die goldene Eintrittskarte in Soutas wundersame Fabrik der lustigen Momente und spannenden Aktionen freuen, die ihn zwar nicht zu kleinen haarigen Oompaloompas, aber dafür zu viel bedeutsameren Schätzen führen würde, wenn er sich darauf einließ. Gerade die Tatsache, dass der Größere noch nie in Oak Town gewesen war, Souta sich allerdings ganz wunderbar dort auskannte, weckte in ihm die große Lust, vielleicht nach der Quest noch eine Stadttour zu unternehmen. Wann konnte man schon mit einem Kumpel ein richtig schönes Saufgelage erleben? Und das Beste an der Sache war natürlich noch, dass sie genau den Valentinstag getroffen hatten, an dem – wie jeder wusste – tausende von einsamen Frauen nach einer frustvollen Nacht suchten … Wunderbar. Er musste demnach lediglich ein möglichst gutes Verhältnis zu seinem Partner aufbauen, dann konnte er diesen bescheidenen Vorschlag unterbreiten und alles war geritzt. Apropos … Emaru erkundigte sich nach Oak Town, was eine ganz neue Zwickmühle für den Kettenmagier eröffnete. Er konnte schließlich schlecht seine Lebensgeschichte und seinen tragischen Suizidversuch zum Besten geben, außerdem durfte er die Existenz von Sasames Hütte nicht jedem dahergelaufenem Typen preisgeben, allerdings musste er ja irgendwie erklären, warum er sich rund um die Stadt derart gut auskannte. Diplomatie war gefragt, zum Glück war der Rotschopf da auch so unglaublich gut drin … Er seufzte leicht, weil er plötzlich mit der Situation überfordert schien, und torkelte ein wenig auf dem Platz herum, scheinbar auf der Suche nach ihrem Zug, der sich eigentlich recht bald in ihr Blickfeld schieben sollte, ehe er sich noch einmal umdrehte und sich verlegen am Hinterkopf kratzte. „Ich hab eine Weile dort gelebt. War nicht unbedingt meine Glanzzeit, aber hey, man lernt aus seinen Fehlern, oder?“ Wieder lächelte er, diesmal um ein Vielfaches ehrlicher als zuvor. Ja, man musste tatsächlich etwas falsch machen, um zu sehen, wie es richtig ging. Manchmal schaffte man es auf Anhieb, aber selbst Souta, der sich als Gott aller Großartigkeit ausgab, wusste, dass wahre Meister nicht so schnell vom Himmel fielen und man schon gar nicht der Boss im eigenen Leben war, das sich gerne einmal besonders rebellisch gegen die eigenen Pläne stemmte und nicht gerade selten den mürrischen Teenager mimte, den der Kettenmagier nach eigenen Angaben mit seiner Unschuld über Bord geworfen hatte. Wenn man einmal ignorierte, wie kindisch er sich momentan in einer anderen Liebesbeziehung so aufführte, könnte man ihn durchaus als erwachsen bezeichnen, deshalb stand er auch für seine Missetaten gerade und verdeckte lediglich die schlimmsten Narben an seinem Körper. Eigentlich schämte er sich ja nicht so sehr für sein Auge, aber er wollte schließlich auch nicht allen Menschen das Grauen aus der Hölle zeigen, also trug er eben diese Augenklappe, die schon ein Teil von ihm geworden war, wie seine knallroten Haare und sein lockerer Gang, der ihn – Emaru hatte er sich einfach mal am Handgelenk geschnappt, daran musste sich der Weißhaarige bei dem Älteren wohl oder übel gewöhnen – in Richtung dampfendes, krasses Pferd lenkte, das sie mit ein wenig Glück bis nach Oak Town fahren ließ. Es war nicht das erste Mal, dass er Zug fuhr, aber das erste Mal, dass er ein Abteil ohne Hintergedanken betreten würde. Bisher hatte er es fast immer irgendwie geschafft, sich selbst oder seine Mitfahrer teils unabsichtlich um Kleidungsstücke zu erleichtern, da wollte man wohl hoffen, dass Emaru nicht das nächste Opfer seiner etwas peinlichen Reiseeskapaden wurde, doch das ließ sich ganz einfach verhindern, indem man in dem Rothaarigen keine Langeweile weckte! „Wir gehen ja nicht direkt in die Stadt, sondern ein wenig außerhalb, aber das zählt natürlich trotzdem. Der Wald ist allerdings ziemlich dicht, also solltest du dann bei mir bleiben, sonst verlieren wir uns noch.“ Das war keine Kritik an Emarus Orientierungsfähigkeit, denn zu zweit fand man sich einfach viel besser zurecht. Souta nickte dem Anderen noch kurz zu und erklomm dann mit einem einzigen Hoppser die Stufen in den Zug hinein, tänzelte ein wenig herum und hielt dann mit ernstem Blick Ausschau nach einem geeignetem Abteil, das sie wenn möglich ganz für sich alleine haben konnten. Nichts wäre jetzt schlimmer als eine Horde knutschender Pärchen, wo er doch eigentlich auf diese Quest ging, um eben solchen Schrecken zu entgehen. „Ey, kann ich eigentlich am Fenster sitzen?“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:23

Eine Antwort auf eine rhetorische Frage ließ wohl jeden Menschen für einen Moment perplex zurück, vor allem, wenn man sich, wie Emaru in diesem Moment, nicht sicher war, ob die Antwort überheblich oder scherzhaft war. Souta war definitiv nicht leicht zu durchschauen. Entweder war er komplizierter als die Leute, die der Dargin bisher so kannte, oder es lag daran, dass das Weißhaar kaum Zeit in männlicher Gesellschaft verbrachte und sich entsprechend wenig mit den übrigen Mitgliedern dieses Geschlechtes auskannte; beides war möglich, vielleicht traf sogar beides zu. Aber wenn sie eine Weile gemeinsam unterwegs waren, würde er schon ein bisschen über den Rotschopf herausfinden können, also lächelte er einfach und ließ die Antwort als Scherz stehen und die Konversation ihren Weg gehen.
„Man lernt aus seinen Fehlern...“, wiederholte er ruhig und versank mit einem müden Lächeln in einer kurzen Erinnerung. Souta hatte in Oak Town gelebt und hatte sich mit einem Fehler quasi selbst von dort verbannt? Das war durchaus vergleichbar mit den schmerzlichen Erinnerungen Emarus an seine Zeit in Hargeon Town. Die große Hafenstadt war wirklich ein schöner Ort gewesen, es war fast schon schade, dass er dort nicht länger hatte leben können... und es war eine Verschwendung, fiel ihm gerade auf, dass er nie, wirklich nie zurück ging, um sie mal zu besuchen. „Wer weiß“, dachte er sich, und für einen Moment verbreiterte sich sein Lächeln zu einem Grinsen. „Vielleicht zeige ich Souta bei der nächsten Quest meine alte Heimat.“ Irgendwie ein netter Gedanke, und durchaus nicht unmöglich, je nachdem, wie sich das hier entwickelte. Vermutlich wäre es ohnehin nicht schlecht, auch mit der ein oder anderen männlichen Person eine Art Freundschaft aufzubauen, selbst wenn es nur eine Freundschaft unter Kollegen sein sollte. Aber darum ging es jetzt erst einmal nicht. Inzwischen hatte Souta ihn nämlich – auf eine etwas rüde Art und Weise, aber das war okay – in den Zug gezogen, der sie in Richtung ihres Ziels transportieren würde, und die Suche nach einem eigenen Abteil hatte begonnen. „Du hast Recht, nur Menschen, die Fehler machen, entwickeln sich weiter. Wenn man bedenkt, wohin einen vergangene Fehler geführt haben, war es vielleicht gar nicht so schlecht, sie gemacht zu haben, hm?“, antwortete er ruhig, wenn auch etwas spät, und ging hinter seinem Begleiter her, bis dieser ein leeres Abteil gefunden hatte. „Setz dich ruhig hin, wo es dir gefällt, das ist kein Problem.“ Emaru war ohnehin nicht scharf darauf, am Fenster zu sitzen. Nachts war das etwas anderes, aber zu dieser Zeit gab es keine Sterne zu sehen, also wartete er einfach, bis der Rotschopf sich gesetzt hatte, streckte sich und ließ sich zufrieden neben ihm nieder. „Der Wald um Oak Town...“, begann er, um den Faden des Gespräches nicht gleich wieder fallen zu lassen. „Wenn ich mich nicht irre, ist es ein Nadelholzwald, nicht wahr? Für Februar ist es schon recht warm, aber das macht dann wohl keinen Unterschied... Dort gibt es ja keine Blätter, die abfallen könnten.“ Nachdenklich schloss er kurz die Augen, öffnete sie aber schnell wieder – wenn man mit jemandem sprach, war es unhöflich, ihn nicht anzusehen. Also drehte er den Kopf und sah Souta direkt ins Gesicht. „Im ganzen Jahr ist der Februar der Monat, den ich am wenigsten mag... aber ich habe es im Allgemeinen nicht so mit dem Winter. Der verträgt sich nicht wirklich mit meinen Hobbys, weißt du.“ Nicht mehr lange, dann war Frühling; das war perfekt. Im Frühling wuchsen alle Pflanzen gut, der Himmel war meistens schön frei und gut ersichtlich, aber die Temperaturen waren noch nicht so hoch, dass die Leute es für merkwürdig hielten, wenn man sich mal ein, zwei Tage lang zuhause einschloss und einfach nur las. Nicht zu vergessen, dass Frauen zu dieser Jahreszeit waren wie Rehe, die sich selbst erschossen und auf das Wagendach des Jägers schnallten. Nun war es bis dahin ja nicht mehr lange...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:26

Würde man Souta fragen, welchen Monat im Jahr er so gar nicht mochte, war die Antwort darauf zu finden nicht ganz leicht für ihn. Zum Einen mochte er den August nicht so gerne, aus dem einfachem Grund, dass dort sein Geburtstag war und der Gedanke daran, dass er statt einer gewissen anderen Person noch ein Jahr älter geworden war in ihm immense Schuldgefühle weckte. Ansonsten war der Sommer allerdings ganz nett. Kurze Röcke und Tanktops waren nicht zu verachten. Winter bot das alles nicht, doch dafür konnte man, wenn es kalt war, umso fester zusammenrücken und sich auf besonders flauschigen Laken wälzen. Alle Jahreszeiten hatten ihre Vor-und Nachteile, deshalb wollte sich der Kettenmagier so pauschal nicht festlegen. Er hatte sich, nachdem der Fensterplatz der Seine war, auf die Bank gefläzt und hing mit der Konsistenz von Schokopudding darin herum, während Emaru von Fehlern und seinen Hobbies sprach. Es tat gut, einfach nur dazusitzen und ihm zuzuhören, war beinahe einschläfernd, obwohl der Inhalt alles andere als langweilig war. Irgendwann während des Monologes verschränkte er die Arme hinter den Kopf und lehnte sich mit dem Rücken und angezogenen Füßen gegen das Fenster, damit er in das Gesicht des Anderen gucken konnte. Sein Blick wurde ein wenig nachdenklich, weil es schon eine Weile her war, dass er derart unkompliziert mit einer anderen Person geredet hatte. Und es gefiel ihm. Vielleicht würde er heute ja nicht die halbe Fahrt im Speiseabteil verbringen, sondern ein paar Kennenlernfloskeln anwenden, die er sonst nur gebrauchte, wenn er Basisinformationen für seine Liebschaften einholte. „Was sind denn deine Hobbies?“, fragte er, während er einen der Arme um seine Knie schlang und den Kopf leicht schieflegte, in der Hoffnung, so interessiert zu wirken, wie er wollte. Es machte ihn durchaus neugierig, wie der Andere so drauf war, schließlich mussten sie sich hier vielleicht ihr Leben anvertrauen, das wollten normale, weniger suizidale Menschen, eher nur für jene tun, denen sie auch eine gewisse Sympathie entgegenbrachten. Bisher schien Emaru noch ziemlich undurchsichtig. Ernst, aber auch lustig. Irgendwie ganz ordentlich gekleidet, und doch vom Wesen her ganz leger. Soetwas kannte Souta nicht. Also musste er herausfinden, wie er denn nun wirklich war, wozu sich ein wenig Smalltalk sicher ausgesprochen gut eignete. „Und was ist deine Magie? Ich muss ja gestehen, dass ich ein miserabler Magier bin. Kettenmagie. Aber ich bin der schnellste Mann von Fiore und kann recht gut mit meinen Fäusten und meiner Waffe umgehen. Wie steht es da bei dir?“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:29

Ein wenig überraschend traf es Emaru schon, dass er sich so problemlos mit Souta unterhalten konnte und dieser ihn auch noch mit Aufmerksamkeit und Interesse dafür belohnte. Seinen Erfahrungen nach war es wesentlich schwieriger, mit einem männlichen Begleiter auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, als mit einer Frau eine Konversation zu führen, sie dazu zu bringen, an den eigenen Lippen zu hängen, oder eben doch etwas ganz anderes mit ihren Lippen zu tun. Irgendwie war es eine schöne Abwechslung, denn war es nicht eigentlich die Aufgabe von Männern, einander zu verstehen und sich untereinander darüber zu beschweren, dass Frauen genau das eben nicht taten? Viele Bücher, Theaterstücke und auch die ein oder andere Filmübertragung über Lachrymavision hatten diese Einschätzung auf jeden Fall unterstützt, nur mit der Erfahrung im echten Leben hatte es bisher noch nicht so richtig gefunkt, dabei war das doch eine sehr vernünftige These; das männliche und weibliche Geschlecht waren von Natur aus unterschiedlich, in körperlicher Hinsicht, und die Ansichten der Gesellschaft sowie die daraus resultierenden Erziehungsformen sorgten dafür, dass auch ihre Persönlichkeit in verschiedene Richtungen trainiert wurden, sodass unter gleichen Geschlechtern ähnliche Erfahrungen, ähnliche Leiden und ähnliche Freuden zu finden sein mussten, was wiederum auf erhöhtes Verständnis füreinander schließen ließ... oder war das einfach nur eine fehlerhafte Einschätzung des Dargin, die durch diverse Medien gestützt oder überhaupt erst durch sie hervorgerufen wurde? Nun, die Zeit mit Souta konnte ihm womöglich eine sichere Antwort darauf bringen... Emaru lauschte seinen Fragen und Kommentaren und besah sich seine interessierte Miene, und ein zufriedenes Lächeln huschte auf seine Lippen. Dann begann er zu lachen.
„Ahaha... Du bist Kettenmagier, ja?“, fragte er und lachte erneut. Es war kein hochnäsiges oder erniedrigendes Lachen, sondern eher eines, das sich über die Ironie amüsierte, die sich vor den eigenen Augen auftat. Das Schicksal spielte manchmal wirklich die lustigsten Streiche. Langsam beruhigte er sich wieder und verschenkte einen wirklich fröhlichen Blick an den Kollegen, der mit ihm das Abteil teilte. So glücklich hatte er schon lange nicht mehr gucken können... „Hehe... entschuldige, ich finde das einfach nur... ironisch, ja. Ironie des Schicksals. Weißt du, der einzige Mensch, den ich je bewundert habe, ist ebenfalls Kettenmagier, und ich wünsche mir schon unglaublich lange, ihn mal wieder treffen zu können...“ Hoffentlich nahm der Rotschopf ihm die ganze Sache nicht übel, wenn er mal die Chance hatte, glücklich zu sein, dann ergriff er sie eben. Menschen begehrten seit jeher das, was ihnen verwehrt war, und für Emaru war das im Allgemeinen wahres Glück, wahre Zufriedenheit. Er hatte kein Problem mit seinem Leben und den Leuten um sich herum, er mochte all das, doch als stumpfer Mensch, der er nun einmal war, vermochte nichts von alledem, ihn wirklich zu erfüllen. Das Gefühl, das ihn gerade übermannt hatte, war eine sehr willkommene Abwechslung zu dieser relativen Leere, mit der er zwar leben, aber nicht froh sein konnte. „Ich für meinen Teil nutze Finsternismagie, was wider meiner Haare überraschend gut zu mir passt. Meine körperliche Kondition ist im allgemeinen recht gut... überdurchschnittlich für einen Magier auf jeden Fall. Und was meine Hobbys angeht...“ Der Kopf des Magiers lehnte sich zurück, berührte die hölzerne Verkleidung, die den Zug oberhalb der Sitzbänke ausmachte, und blickte an die Decke. Ja, wie war das mit seinen Hobbys? „Im allgemeinen lese ich gern und viel, aber ich gärtnere auch ein wenig... Und ich liebe es, nachts die Sterne zu beobachten. Das ist für mich eine der größten Freuden auf unserer Erde. Oh, außerdem... ich glaube, wenn das überhaupt gilt, dass man Frauen zu meinen Hobbys zählen kann.“ Ja, das war doch eine sehr dezente und zutreffende Beschreibung der Tätigkeiten, denen der Weißschopf in seiner Freizeit nachzugehen genoss. Er reiste auch hin und wieder durch Fiore, aber das war eigentlich nicht wirklich ein Hobby, sondern mehr eine Art Erkundung der Welt, in der er lebte, um Wissen anzuhäufen, dass er vermutlich niemals brauchen konnte, vielleicht aber doch, irgendwann mal, und von dem er bereuen könnte, es nicht zu haben. Das war natürlich etwas arg vorausschauend gedacht, aber Wissen war nun einmal Macht. Und wo er schon dabei war, konnte er doch auch ein wenig an Information über seinen Begleiter einholen. „Wie steht es mit dir? Was machst du in deiner Freizeit gerne, Souta? Deinem Teint nach zu urteilen, wirst du dich wohl kaum in deinem Zimmer einschließen, um zu büffeln, hm?“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:30

Man hatte Souta zu seiner eigenen Überraschung schon etliche Male gefragt, ob er an das Schicksal glaubte – und die Antwort war immer ein fettes "Nein!" gewesen. In den Augen des Kettenmagiers war man, wie es dieses Sprichwort so schön sagte, "seines Glückes Schmied". Da war kein Karma im Spiel, kein fetter Mann, der einem eine irrsinnige Anzahl an Pfaden vorauslegte und auch kein Modell von Himmel und Hölle – zumindest hoffte er Letzteres, denn wenn man mal ehrlich war, lebte er nicht gerade wie ein Heiliger. Nein, Schicksal oder Vorsehung waren einfach nur Ausreden von Menschen, die sich in Unglück gestürzt hatten und diesen Umstand irgendwie auf unerklärliche Phänomene ummünzen mussten, um damit fertigzuwerden. Dementsprechend war das Schicksal auch nicht ironisch veranlagt ... Aber er verstand natürlich, was Emaru sagen wollte. Die einzige Person, die der Andere jemals bewundert hatte, war Kettenmagier gewesen? Der Rothaarige schlüpfte aus seinem Stiefel und zog den Fuß auf die weiche Matte des Zugsitzes, um das Kinn auf das Knie zu stützen und den Anderen eindringlicher anschauen zu können. Seine Zehen bohrten sich in die Unterlage, während er sprach. Hm. Schon wieder ein Gegensatz. Die ganze Zeit wirkte er irgendwie verschlossen und cool und jetzt öffnete er sich total – dabei hatte er selbst nur wenig über sich preisgegeben. War es möglich, dass Emaru ihm bereits vertraute, so als Questpartner, oder war das der übliche Charme des Souta, der neuerdings auch auf Männer wirkte. Der Kettenmagier hoffte inständig, dass es Ersteres war, denn wenn ihm nun die Kerle nachrennen würden, hätte er noch ein paar Probleme mehr, die er nicht lösen wollte. Er hatte ja schon Schwierigkeiten, sich selbst zu glauben, wenn der Rest der Welt dann auch noch von seinen Anwandlungen erfuhr, wurde es kritisch und er hatte wirklich keine Lust, dass seltsame Gerüchte mit dem Hafenwasser Hargeons bis zu den verkrüppelten Überresten seiner Familie schwappten. Emaru erklärte ihm, dass er Finsternismagier war und das zu ihm passte – Souta schob sich den Daumennagel in den Mund und kaute darauf herum. Diese Sache mit der Magie und der Persönlichkeit sagte ihm nicht ganz zu. Magie war etwas, wofür man sich bewusst entschied oder eben etwas, was einem antrainiert wurde. Nur weil man Kettenmagier war, musste man nicht automatisch gezügelt sein – er war es nicht – und als Finsternismagier konnte man auch kuschelig und nett sein. Mein Gott, er kannte den einzigen Menschen in Fiore, der durch Handauflegung heilen konnte und wenn man mal dessen Behandlung ihm selbst gegenüber außer Acht ließ, passte der wohl eher auf sehr, sehr dunkle Finsternismagie. Emaru erschien ihm nicht unbedingt wie der typische Fiesling, aber er konnte sich ja auch irren. Hinter jedem Lächeln konnten ganze Abgründe liegen. Wenn er also behauptete, dass Dunkelheit seine Sache war, würde er ihm das glauben und das Auge nach Anzeichen dafür offen halten. Was nun seine körperliche Kondition anbelangte ... Wie sollte Souta in diesem Moment widerstehen, den Anderen einmal von oben bis unten zu mustern und sich kurz vorzustellen, wie der wohl ohne Kleidung aussehen würde? Nicht, dass er sich wünschen würde, diesen Anblick möglichst bald vorgesetzt zu bekommen, aber wenn er schon sagte, dass er topfit war, interessierte ihn das natürlich. Es sprach eine Art Alphamännchenzelle in seinem Hirn an, die ihn als Antwort darauf dazu brachte, mit dem Daumenlutschen aufzuhören und die Muskeln an seinen Armen leicht anzuspannen. Er machte sich allerdings nicht wirklich Sorgen, weil er bezweifelte, dass irgendjemand ihm körperlich das Wasser reichen könnte ... wobei ein bisschen Konkurrenz sicherlich ganz witzig wäre. Na ja. Nun also zu den Hobbies des Weißhaarigen, die ein wenig klangen, als würde er ein Inserat aus einer Zeitung vortragen, fehlten nur noch die langen Spaziergänge am Strand, die Souta eher nicht so geil fand, weil an Stränden immer so blöde Meere hingen ... Frauen? Der Fuß des Einäugigen sackte wieder auf den Boden zurück und er legte den Kopf leicht schief, weil er kurz dachte, dass er sich verhört hatte. Nein ... er hatte Frauen als sein Hobby bezeichnet. Oh, das war wunderbar ... Das bedeutete, dass er sich die Überredungskunst sparen konnte, wenn er mit ihm um die Häuser ziehen wollte. Also doch ein wenig Konkurrenz. Ein kurzer, prüfender Blick auf seinen Teint, der wirklich umwerfend dunkel war, und er richtete sich noch ein wenig auf, um eine passende Antwort zu geben, wobei sich seine Lippen spalteten und sein strahlendes Lächeln erst einmal dafür sorgte, dass das Abteil in allen Regenbogenfarben leuchtete. "Das ist ja interessant – wir haben fast dieselben Interessen. Ich mag die Natur auch! Und Frauen! Ansonsten esse ich gerne, ich bastle gerne an meiner Waffe herum und ich trainiere relativ oft. Du meintest, dass du in toller körperlicher Verfassung bist, das macht mich natürlich neugierig. Du wärst nicht zufällig an einem Wettkampf interessiert, um die Zugfahrt ein wenig lustiger zu machen?"

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:32

Zu behaupten, dass Emaru an das Schicksal glaubte, wäre falsch, ebenso, wie er nicht an einen Gott oder an die Existenz von Geistern glaubte. Für ihn waren solche Dinge nur Teile von Redewendungen, über die man oft stolperte und die man sich deswegen aneignete, wie die berühmte Ironie des Schicksals eben. Der Gedanke, dass es etwas gab, das das Leben vorbestimmte, oder ein Wesen, das alles nach Belieben und Willkür kontrollierte, war für ihn einfach undenkbar, und selbst, wenn es Letzteres geben würde, immerhin konnte man es ja gewissermaßen mit der eindeutig existenten Magie über einen Kamm brechen, hätte dieses Wesen doch kaum einen Grund, der Menschheit gut und behilflich gesinnt zu sein, im Gegenteil, Menschen wären nur kleine Wesen, maximal Spielzeuge, für es. Dem Versuch, tote Leute als mehr oder minder lebendig darzustellen dagegen missfiel dem Dargin einfach komplett; wer starb, der war weg. Er hatte schon Menschen sterben sehen und verstand den Unwillen, ihr endgültiges Verschwinden wahrzuhaben, doch man musste damit klarkommen, denn selbst Magie konnte die Grenzen zwischen Leben und Tod nicht überwinden. Der Tod war ein One-Way-Ticket, und es war töricht, zu glauben, dass tote Leute noch da waren. Lieber sollte man sich darauf konzentrieren, mit den Lebenden klarzukommen.
Das war nicht immer eine simple Aufgabe, doch in diesem Fall machte Souta es Emaru wirklich leicht. Er hörte so aufmerksam und gespannt zu, als würde der Weißhaarige eine spannende Geschichte mit halsbrecherischen Aktionen und wahnwitzigen Kämpfen erzählen, dabei ging es doch simpel um Hobbys. Emaru hatte einige starke Seiten, wobei das Stärkste an ihm wohl wirklich sein Ego sein konnte, und wegen ebenjenem hatte er eine Schwäche, die er beim besten Willen nicht leugnen konnte: Er liebte es, wenn eine Person an seinen Lippen hing, wenn er für jemanden den Mittelpunkt einer Situation darstellte, ihn faszinierte und mitriss und sich seiner absoluten Aufmerksamkeit gewiss sein konnte. Diese Prestige war einer der Gründe, aus denen er ein Interesse daran gefunden hatte, Frauen in Netzen seiner Worte zu fangen und für kurze Zeit zu den Seinen zu machen. Wenn sich ihm eine solche Situation erst eröffnete, konnte er einfach nicht anders, als sie voll und ganz zu genießen, auch wenn man das so interpretieren könnte, als habe er das gleiche Interesse an Souta wie an einer jungen Frau... Es stimmte soweit, dass der Antrieb der gleiche war. Das Ziel war selbstverständlich ein anderes, und das war auch gut so, immerhin bedeutete es, dass ihm der rothaarige Magier länger auf einer akzeptablen Ebene erhalten bleiben würde, als die meisten seiner weiblichen Bekanntschaften es konnten. Kein Wunder also, dass Emaru sehr zufrieden damit war, wie die Dinge liefen...
Vielleicht war es dem sogar ganz zuträglich, dass Souta sich mit Worten zurückhielt, während Emaru seine Reden hielt. Gebannte Zuhörer waren nun einmal ein beeindruckender Schub für ein großes Ego, besonders, wenn sie danach strahlten wie nach einer Offenbarung. Ihre Interessen gingen also Konform? Wie hochgradig interessant. Emaru merkte schon, wie ein Teil seines Gehirns sich ernsthaft daran setzte, die Wahrscheinlichkeit dazu auszurechnen, dass er zufällig auf der Straße ein männliches Mitglied aus seiner Gilde kennenlernte, mit dem er sich gut verstand und dessen Hobbys auch noch zu seinen passten. Den Rechenvorgang brach er allerdings ab, bevor er über 'nicht allzu hoch' hinaus war. Souta wollte einen Wettbewerb mit ihm austragen? Die strahlend gelben Augen des Dargin zogen sich füchsisch zusammen, er lächelte. Das heizte die Dinge doch wirklich auf. „Hm... ich bezweifle, dass ich mit dem schnellsten Magier Fiores mithalten kann, denn Geschwindigkeit ist nicht meine starke Seite“, meinte er bescheiden, ohne jedoch sein Gegenüber aus dem Fokus zu lassen. Jetzt hatte der Rotschopf wirklich etwas in ihm geweckt. „Aber wenn du Lust auf einen Wettkampf hast, bin ich selbstverständlich dabei. So ein Angebot auszuschlagen, wäre nicht wirklich mein Stil...“ Wie von selbst richtete sich der Körper Emarus in seinem Sitz zu voller Größe auf, seine Augen weiterhin auf den jungen Mann fixiert, der ihm gegenüber saß. Sein Lächeln war sicher und leicht herausfordernd, denn eine Sache war über Magier bekannt: Sie waren im Allgemeinen alles andere als stark. Als Zauberer achtete man auf seine Magie, nicht auf seinen Körper. Wenn Souta so schnell war, wie er sagte, musste er sich fast ausschließlich auf dahingehendes Training fixiert haben, während Emaru wesentlich ausgeglichener war. Egal, ob nun Magie oder Körper – wenn man sich auf ein Gebiet fixiert hatte, konnte man auf den anderen nicht mit ihm mithalten. So thronte er majestätisch und selbstsicher auf seinem Platz, während er fragte: „An welche Art Herausforderung hast du denn gedacht... Souta?“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:34

Selbstverständlich konnte Emaru nicht mit dem schnellstem Mann Fiores mithalten, sonst wäre Souta ja auch nicht der schnellste, sondern derjenige, der genauso schnell wie jemand anderes war, lag das nicht auf der Hand? Klar gab es Menschen, die ihr Gegenüber zu einem solch ungleichem Wettrennen herausforderten, weil ihnen der Triumph wichtiger war als das Spiel an sich, doch der Kettenmagier gehörte nicht in diese Kategorie. Er liebte es, sich mit anderen zu messen, sein Ego auf die Waage zu legen und sich zu fordern. Er könnte den Anderen einfach so abhängen, aber welchen Spaß würde das machen? Wo wäre das Erfolgserlebnis, wenn er ihm lediglich bewies, dass er die Wahrheit gesagt hatte? Er wusste doch schon, dass er schneller war als jeder andere, sich darin auch noch zu messen wäre höchstens arrogant. Vielleicht hätte er es getan, wenn Emaru von sich behauptet hätte, dass er ihn schlagen konnte, doch das tat er nicht. Der Weißhaarige lenkte das Thema sogar davon ab, versuchte offenbar eine andere Quelle zu finden, aus der sie einen Wettkampf schöpfen konnten. Was allerdings nicht seiner Unsicherheit geschuldet zu sein schien, so wie er sich aufrichtete und ihn anblickte. Für einen Moment sah Emaru aus wie ein Mafiaboss, fehlte nur das gönnerhafte Armwedeln und volle Backentaschen. Würde er ihm ein Angebot unterbreiten, dass er nicht abschlagen konnte, oder waren sie eher nicht dafür bestimmt, auf einen grünen Zweig zu kommen, was ihre Stärken anging? Souta machte keine Anstalten, sich irgendwie größer zu machen, stattdessen schien er eher auf der weichen Zugbank zu zerlaufen und immer weiter in das Leder zu sinken, während sich sein Blick zur Decke hob und er nachdachte. Nun, selbst wenn er nun gewollt hätte, ein Wettrennen war in einem Zug irgendwie nicht das Wahre. Enge Räume eigneten sich so gar nicht dafür, hohe Geschwindigkeiten anzunehmen, weil man überall aneckte. Theoretisch war er zwar sehr geschickt, aber ein Mensch konnte eben nur über eine gewisse Menge an Schwung frei verfügen. Wenn dieser zuviel wurde, krachte man gegen Ecken und Kanten, was für ihn als schmerzempfindlichsten Mann aller Zeiten wahrscheinlich der Tod sein würde. Also setzte sich der Rothaarige auf, griff an die Wand und zog den Tisch aus, der sich zwischen den beiden Magiern aufklappen ließ. Normalerweise benutzte man ihn, um Essen zu verstauen oder Gegenstände abzustellen, doch der Kettenmagier legte nur seine Hände darauf ab und betrachtete, wie sie sich dunkel von der hellen Oberfläche abhoben, ehe er sein Auge nach oben bewegte und Emarus Blick einfing. "Wir könnten mit einer ganz banalen Partie Armdrücken anfangen, was sagst du?" Er lächelte und wurde leicht zur Seite gewippt, als der Zug sich in Bewegung setzte und die Landschaft am Fenster vorbeizuziehen begann, als hätte man sie verschmiert. Ob Emaru das tun würde? Armdrücken war doch eine sehr männliche Disziplin und wenn man Souta so ansah, schlaksig und zierlich und dürr, wer käme da schon auf die Idee, dass seine fettfreien Gliedmaßen aus Muskeln bestanden? Nicht, dass er den Anderen austricksen wollte – er war einfach neugierig auf die Sache mit der körperlichen Verfassung und trieb sich selbst allzu gerne an seine Grenzen. Eigentlich war es ja gar nicht so unwahrscheinlich, dass der Finsternismagier stärker war als er. Das waren sicherlich viele, er kannte ja bei Weitem nicht alle Mitglieder seiner Gilde. Zum Glück hatte er eine ganze Zugfahrt Zeit, um das zumindest bei einem von ihnen zu ändern. Oder sollte sich das vielleicht eher als Pech herausstellen?

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:37

Interessiert sah Emaru dabei zu, wie Souta den Tisch ausklappte, und konnte sich fast schon denken, worauf das hinauslaufen sollte; selbst der eher intellektuell angehauchte Dargin war eben doch ein Junge und somit auch als Kind mit dem typischen Krafttest, dem Armdrücken, in Kontakt gekommen. Er war damals noch lange nicht so kräftig gewesen wie heute; in seiner Anfangszeit hatte er oft gewonnen, aber vermutlich noch öfter verloren. Inzwischen war er ja fast schon ein Übermensch, die normalen Bürger Fiores würden kaum an ihn heranreichen, obwohl er seit Jahren nicht mehr gespielt hatte. Damals war er allerdings natürlich auch auf die Idee gekommen, nach einer Serie an Niederlagen das einzusetzen, was ihn den kräftigeren Leuten gegenüber überlegen gemacht hatte: Seinen Kopf. Am Ende war eben auch das Armdrücken nur ein Spiel, bei dem man mit Technik schön Punkte machen konnte. Gewisse Abstände konnte man nicht überbrücken, aber seine Statistik hatte er schon aufpoliert auf diese Weise. Zwar nicht auf hundert Prozent, aber doch ein Stück über die fünfzig Prozent hinaus... gar kein schlechter Wert für seine geringer ausgeprägten Muskeln damals.
Das war allerdings lang her, und er war recht früh aus dem Alter ausgetreten, indem er seine physische Überlegenheit gegenüber anderen zur Schau stellen musste. Er erinnerte sich kaum mehr daran, wie genau er seine Nachteile im Armdrücken ausgeglichen hatte, doch er würde das auch nicht brauchen; Souta war, egal, wie man es nun sah, ein Magier, und als solcher konnte er nicht stark genug sein, den Weißschopf in die Bredouille zu drängen. Emarus Lächeln schmälerte sich also kein Stück, während er nickte: „In Ordnung, dann also Armdrücken. Ist eine ganze Weile her, seit ich das zuletzt gemacht habe...“ Die Regeln waren dennoch simpel und schwer zu vergessen: Beide Teilnehmer legten ihren Ellbogen – meist den rechten, seltener den linken – auf den Tisch, die zugehörigen Hände ergriffen sich und dann versuchte man, durch Drücken dafür zu sorgen, dass der Handrücken des anderen auf der Tischplatte lag, sobald man das geschafft hatte, galt es ein Sieg. Magie benutzte man dabei selbstverständlich nicht, da es allein darum ging, körperliche Attribute zu vergleichen... es wäre etwas ungerecht, sich dabei durch Magie zu verstärken, wobei es mit Sicherheit Wettbewerbe gab, in denen es genau darum ging.

Emarus Taktik, sofern man es eine nennen konnte, für diese Runde stand bereits fest. Für gewöhnlich war der einfachste Weg, so etwas zu gewinnen, das sofortige Herunterdrücken der gegnerischen Hand mit voller Kraft, und zwar in dem Moment, in dem das Spiel begann; das würde er nicht machen. Der Dargin wollte erst einmal ein Gefühl dafür bekommen, mit wie viel Stärke der Rotschopf gegen seinen Arm drücken konnte, denn er wirkte durchaus muskulös. Das bedeutete, anstatt gleich in die Offensive zu gehen, würde er simpel entgegenhalten, würde seinen Arm stillhalten und gerade so viel Kraft aufwenden, dass sein Gegenüber ihn nicht wegzudrücken vermochte. Wenn er das ein paar Sekunden hielt, sollte er sich ein Bild über die Fähigkeiten Soutas machen können, und danach würde er simpel anfangen, selbst Druck aufzubauen, bis er gewonnen hatte... das müsste eigentlich problemlos klappen. Sie stellten also ihre Arme auf, ergriffen einander bei den Händen, dann starrten Emarus güldene Pupillen über das Kampffeld hinweg in das Gesicht seines Gegenübers. Noch immer wirkte der Dargin perfekt entspannt, selbstsicher, frei von Zweifeln – weil er es war. Langsam bewegten sich seine Lippen wieder: „Auf drei... Souta?“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:42

Das letzte Mal, als Souta einen Mann an der Hand gehalten hatte, gab es deutlich weniger Abstand zwischen ihm und dem Anderem. In jenem Falle war das sehr positiv für den Kettenmagier gewesen, doch in diesem passte das auch so. Es trennte sie nicht nur der Tisch, auf dem sie sich stützen würden, sondern auch ein Stahlseil namens Heterosexualität, das weniger regenbogenfarben zwischen ihnen hing, als man annehmen mochte. Souta hatte zum Beispiel kein Problem damit, mit seiner generell sehr warmen Hand in die blasse Fläche Emarus zu schlüpfen, seine schlanken Finger um die seinen zu legen und in dieser Position auszuharren, bis das Startsignal kam. Allerdings sollte das auch genau so bleiben, sonst hätte er ihn eher zu einem Ringkampf aufgefordert, was er in dieser engen Kabine niemals tun würde. Schließlich wollte er nichts von Emaru, was über eine zögerliche Freundschaft oder eine spannende Rivalität hinausging. Daher saß er einfach nur da, schaute in seine Augen und versuchte herauszufinden, welche Art von Strategie er wohl verfolgte und wie stark er sein könnte, wo er ihm doch mehr als nur selbstsicher vorkam. Hatte sich da jemand an Soutas Schlankheit verloren und die Muskeln missachtet, aus denen der Magier zu bestehen schien, oder war er einfach so abartig kräftig, wie er selbst schnell war? Geradezu übermenschlich, manche waren so. Manche rannten unsichtbar, da gab es sicherlich auch jene, die ganze Kutschen stemmen konnten. Ihn würde es nicht überraschen, doch wenn das der Fall war, verlor er nur ungern. Er hatte dieses Spiel vorgeschlagen, um die Kraft Emarus einzuschätzen, aber als jemand mit einem Riesenego störte es ihn natürlich umso mehr, wenn er nun eine Niederlage einheimsen musste. Da er jedoch gar nichts erfahren würde, solange er einfach nur hier saß und doof in gelbe Augen starrte, nickte er auf die Frage seines Gegenübers schließlich doch noch und spannte beinahe sofort die Muskeln in seinem Arm an, für den Fall, dass der so einer war, der alles auf eine Karte setzte. Souta war so jemand. Er lebte sein Leben mit dem Kopf durch die Wand und war schnell. Bei gewissen Dingen verhinderte er natürlich, dass er schneller fertig war als andere, aber bei soetwas konnte man durchaus seine Stärke wie einen Faustschlag beweisen, also steckte er die ersten Drückversuche Emarus weg und zwang dann mit all der Kraft, die er aufbringen konnte, die weiße Hand des Anderen auf die Tischplatte. Seine Stirn runzelte sich vor Anstrengung, aber es war nun nicht unbedingt die Art von Herausforderung gewesen, die er sich erwartet hatte. Wann genau war Souta nur dermaßen stark geworden und hatte selbst diejenigen übertrumpft, die so selbstsicher über ihre eigene Körperkraft waren? Na ja, eigentlich war es ja egal, er hatte gewonnen! Mit triumphalem Gesichtsausdruck lehnte er sich wieder zurück und betrachtete seine abgekauten Fingernägel, für den dramaturgischen Effekt. "Scheint, als wäre ich der Sieger. Was sagst du ... Du lädst mich dafür zum Essen ein?"

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:43

Emaru war etwas überrascht, als er merkte, dass die Kraft seines Gegenübers ausreichte, um seine Hand wegzudrücken. Er hatte nicht erwartet, dass Souta vollkommen schwächlich sein würde, ein Blick reichte, um die Möglichkeit auszusortieren... aber die physische Stärke, die er innehatte, lag ein ganzes Stück über allem, was der Weißschopf für möglich gehalten hätte. Leicht biss er die Zähne zusammen und drückte kräftig dagegen, wollte sich nicht so einfach besiegen lassen, und er schaffte es tatsächlich, auch wenn es viel Energie kostete, die langsame, aber sichere Bewegung entgegen der Tischplatte zu stoppen, auch wenn er nicht gegen Soutas Stärke ankam. Einige Sekunden lang konnte er die Lage halten, dann sank seine Hand weiter, und er überlegte scharf: Was für Tricks hatte er als Kind benutzt? Wie hatte er gegen stärkere Gegner gewinnen können? Er versuchte, sich zu erinnern, arbeitete hart daran, sich irgendetwas ins Gedächtnis zu rufen... doch als ein Schimmer zurückkehrte, hing sein Handrücken bereits Zentimeter über der Platte – die Niederlage war offensichtlich. Er ließ die Anspannung aus seinem Arm entweichen und sein Arm schlug durch den jetzt ungebremsten Druck kräftig auf dem Tisch ein, was für jeden anderen wohl ziemlich schmerzhaft geendet hätte; der Dargin rieb einfach nur leicht sein überanstrengtes Handgelenk, nachdem sein Gegenüber losgelassen hatte. Er lächelte noch immer, aber es war kein überhebliches Lächeln mehr, sondern einfach ein ruhiges; es zeigte, dass seine Niederlage ihn nicht allzu sehr störte. Nicht verlieren zu können, wäre einfach zu stillos.
„Sieht aus, als hätte ich mich überschätzt...“, murmelte er in den Raum hinein, dann schüttelte er den Kopf. Nein, er wusste genau, wo sein Fehler gelegen hatte. „Nein, ich habe dich wohl ganz schön unterschätzt. Tut mir leid, Souta... Das Essen bin ich dir wirklich schuldig.“ Er lehnte sich leicht zurück und schloss für einen Moment die Augen. Der Rotschopf hatte ja gesagt, dass er kein guter Magier war, aber wie sehr musste er seine magischen Fähigkeiten vernachlässigt haben, um so einen Körper zu bekommen? Der Kraftunterschied zwischen Emaru und ihm lag nicht bei ein paar kleinen Pünktchen, die er mehr hatte – sie standen auf zwei völlig unterschiedlichen Stufen. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass Souta mehr Erfahrung hatte? Emaru war mit vierzehn Jahren praktizierender Magier geworden, das war nun 5 Jahre her. Vielleicht hatte der Rotschopf simpel schon eher begonnen und dementsprechend mehr durchgemacht, was ihn am Ende stärker hatte werden lassen, obwohl die beiden sich im Alter nicht so sehr zu unterscheiden schienen. Seine Augen öffneten sich wieder und fixierten seinen Begleiter. „Ich bin sicher, hier gibt es irgendwo einen Speisewaggon, wenn du magst... worauf hättest du denn Lust? Oder willst du warten, bis wir in Oak sind?“ Wirklich hungrig war der Dargin jedenfalls noch nicht, aber er war ja auch nicht der Gewinner. Sein Blick huschte kurz aus dem Fenster, vor dem die Natur vorbeizog, als würde sie vor irgendetwas flüchten... Das war irgendwie jedes Mal wieder ein schöner Ausblick, wenn man Zug fuhr. Als wäre man selbst der große Held, der sich dorthin bewegte, wo alles andere nur weg wollte. Er selbst fand dieses Gefühl etwas kindisch, konnte es allerdings doch irgendwie genießen; jeder Mensch hatte wohl noch irgendwo tief in sich eine Seite, die sein Leben lang Kind blieb. Ein Schmunzeln breitete sich auf den Lippen des Magiers aus. „Gibt es eigentlich noch etwas, das du gern testen würdest, bevor wir ankommen, Souta?“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:45

So gesehen konnte einem Emaru schon leid tun. Erst hatte er einen Teil seiner Überlegenheit beim Armdrücken eingebüßt und jetzt schlitterte er gefährlich nahe am Bankrott vorbei. Wenn der Kettenmagier irgendetwas noch besser beherrschte, als seinen Körper zum Kämpfen einzusetzen, dann war das, eben diesen bis zum Anschlag mit Essbarem vollzustopfen. Obwohl er derart mager war, schaffte er es immer wieder, sich zu überfressen und sein Budget bis auf den letzten Cent auszureizen, weil er so gefräßig war. Die meisten seiner Bekannten weigerten sich daher, ihn zum Essen auszuführen, weil er einfach zu teuer war. Der Weißhaarige hatte also unglaubliches Pech, dass er so ehrenvoll war und zusagte, ihm eine Mahlzeit zu spendieren. Aber Souta war nicht bösartig. Er war ein netter Kerl, und auch wenn er durchaus vorhatte, auf das Angebot zurückzukommen, um seinen generell überreizten Geldbeutel zu schonen, würde er nicht sofort darauf bestehen, den Speisewagen aufzusuchen. Einerseits wollte er seinem Partner die wuchernden Preise von Fiores Zügen ersparen und andererseits hatte er nach dieser mäßigen Anstrengung eher Lust auf ... Tacos! Ja, er könnte nun ein paar Tacos vertragen, das wäre genau das Richtige, doch leider gab es soetwas nicht auf fahrenden Mobilen, die durch Fiore cruisten, obwohl das eine durchaus gute Geschäftsidee wäre. Ob man Seraphim so ein Ding wohl auf den Rücken schnallen könnte, wenn er ... Oh. Das war nicht sein ehemaliger Freund, das war Emaru. Ein kleines, kaum spürbares Stechen plagte den Rothaarigen in der Brust, während er sich wieder seitlich auf der Bank ausstreckte und seufzte, als gäbe es im Augenblick nichts, was seine gute Laune trüben könnte, selbst wenn das nur eine Illusion war. “Hm, nein. Ich denke, ich mache ein Nickerchen, bis wir da sind, ja? Wärst du so nett, mich zu wecken?” Er grinste leicht und wartete nicht auf eine Antwort, stattdessen lehnte er sich mit dem Rücken gegen das weiche Leder des Zugsitzes und schloss das Auge, als läge er auf einem unglaublich bequemen Bett. Jemand, der soviel herumkam wie er, konnte fast überall schlafen. “Wir können ja einen Happen essen, wenn wir da sind...” Wahrscheinlich würden sie mehr als nur einen Happen verspeisen, aber das war nicht Soutas Problem. Er musste das nicht bezahlen, also machte er sich auch keine Sorgen darum. Die Welt konnte so einfach sein, wenn man andere im Armdrücken besiegen konnte ...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:45

Oh nein, Emaru ahnte nicht, was er gerade auf sich geladen hatte. Woher sollte er auch wissen, dass der Soutanobu essen konnte, als wenn sein Leben davon abhing, ohne, dass sein Körper wirklich auch nur nahe am Verhungern lag? Er sah nicht wirklich danach aus, und auch der Fakt, dass Emaru die hübsche junge Dame namens Tascha als Teil seines Bekanntenkreises zählte, hatte ihn nicht zu jemandem gemacht, der hinter jeder Person, die gerne aß, einen enormen Vielfraß vermutete. Völlig ahnungslos und entspannt saß er also auf seinem Sitz, während Souta entschied, das Essen auf später zu verlegen und jetzt erst einmal ein wenig Ruhe einkehren zu lassen. „In Ordnung“, meinte der Dargin nur lächelnd, während er seinen Blick wieder aus dem Fenster schweifen ließ und seinem Kameraden seine Ruhe gewährte. Er selbst konnte sicher noch eine Weile wach bleiben, nachdem er mehr oder weniger durchgeschlafen hatte... dafür würde ihm eben später vermutlich etwas Energie fehlen, weil er seine Schlafgewohnheiten – 'fast den ganzen Tag' – durcheinander gebracht hatte. Aber das war ja jetzt noch kein Problem. „Ich werde dich schon wach bekommen...“

Die Fahrt wurde auf Dauer... nun, recht langweilig. Es gab, wie in einem Zug so üblich, nicht wirklich etwas zu tun und alleine wach zu bleiben war auch nicht das Non Plus Ultra. Selbst die schnell vorüberziehende Landschaft verlor nach einer Weile an Faszination, weswegen der Dargin ganz froh war, dass anstelle von gewöhnlichen irgendwann Nadelbäume neben ihnen am Fenster vorbei zischten. Erst nur hier und da ein vereinzeltes Tännchen, dann kamen sie in Gruppen vor und schlussendlich fuhren sie durch einen ganzen Wald von ihnen, stellenweise so dicht, dass nicht einmal Licht hindurch schien. Das war er also, der Moment, auf den Emaru gewartet hatte... der Moment, in dem er erstmals einen Schritt in Oak Town machen konnte. Dass er, Emaru Dargin, hier noch nicht ein einziges Mal gewesen war, war eine große Schande für jemanden, der unter anderem auf seine Reiseerfahrungen stolz war, daher würde er die Gelegenheit sicher nicht verstreichen lassen, sich hier ein wenig umzusehen... sobald der Zug hielt jedenfalls. Es dauerte allerdings nicht lange, bis endlich die erlösende Stimme ertönte und die Passagiere darüber informierte, dass sie bald ankommen würden, und dass bitte alle in ihren Sitzen blieben oder sich, sollten sie dort gerade nicht sitzen, dorthin begaben. „Souta? Es wird langsam Zeit, aufzuwachen“, meinte der Dargin in den Raum hinein, doch der Rotschopf schien ihn nicht zu hören. Schulterzuckend blickte Emaru erneut aus dem Fenster, wartete darauf, dass der Zug anhielt. Dann konnte er aufstehen und ihn manuell wecken, viel angenehmer. Man wollte ja nicht aufstehen und seine Schulter schütteln und dann vom Anhalten des Zuges überrascht werden, sodass man fiel und ihn mit sich von dem Sitz zog... nein, so eine Situation brauchten die beiden wirklich nicht.
Also wartete der Weißschopf noch ein wenig, und kaum hatte das Gefährt das letzte Bisschen seiner Geschwindigkeit ausgebremst und hielt am Bahnhof Oak Towns, stand Emaru elegant auf, klopfte sich den – imaginären, es war hier recht sauber – Staub von der dunklen Kleidung und tat einen Schritt auf seinen Begleiter zu, lehnte sich leicht vor und legte seine Hand an dessen rechte Schulter, um sanft an dieser zu rütteln. „Aufwachen, Souta“, meinte er. „Wir sind in Oak Town...“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:47

Das unablässige Ruckeln des Zuges hatte Souta zwar nicht am Einschlafen hindern können – nur wenige Dinge konnten das – aber es hatte ebensowenig zu einer bequemen Position beigetragen. Daher durfte sich Emaru wohl glücklich schätzen, denn diesmal reichte das sanfte Schulterruckeln ausnahmsweise voll und ganz aus. Normalerweise war schon ein Donnerknall, das Zuhalten seiner Luftwege oder einfach ein extrem spontanes Als-Unterlage-missbraucht-werden von Nöten. Im ersten Moment war Souta noch orientierungslos und wunderte sich darüber, dass sie sich nicht mehr bewegten, und noch bevor die Erinnerungen ihn einholten, wie sie es früher oder später immer taten, hatte sich eine seiner Hände um das blasse Handgelenk des Anderen geschlungen, eingefroren zwischen einer Geste des Festhaltens und einer des Von-sich-Stoßens. Nur einen Wimpernschlag war er gespannt wie eine Bogensehne, die freie Hand auf dem runden Lederstück seiner Peitsche, das Auge ein wachsamer Smaragd, dann zerkrümelte diese flüchtige, geradezu bedrohliche Aura wieder, weil Souta den Mund aufriss, um herzhaft zu gähnen. Ein gemurmeltes Dankeswort später stand er auf und drückte sich die Hände ins Kreuz, um sich erst einmal mit knackendem Rücken durchzustrecken. “Alter, bei den Sitzen stirbt einem ja der Arsch weg”, meinte er nach einem schnalzigen Einrasten seiner Wirbel. Ei, er wurde alt. Als die Durchsage kam, dass sich die Passanten jetzt endlich aus ihren Sitzen erheben konnten – hoppala – beeilte er sich, schnell mit Emaru im Schlepptau (also an seiner Hand) den Menschen zu folgen, die aus dem Zug quollen, als wäre das Gefährt eine Cremetube, die man an einem Ende viel zu fest zusammengequetscht hatte. Ein paar Ellenbogenhiebe und Bäuche später waren die beiden auf dem Bahnhof und konnten sich im Trubel der Masse umschauen, der für einen Ort wie diesen typisch war. Souta war schon öfter hier gewesen, und auch wenn sie nicht direkt in Oak Town waren, wie Emaru gesagt hatte, fühlte es sich doch ganz so an. Das letzte Mal war er hier gewesen, um einen Dschinn zu besiegen, was keine allzu leichte Aufgabe gewesen war. Hoffentlich würden sie diesmal eine leichtere Mission absahnen können, was konnte einem Dörfchen schon gefährlich werden? Der Rotschopf schaute sich nach einer geeigneten Startposition um – das mit dem Essen war nicht vergessen und würde spätestens im Dorf erfolgen müssen – als plötzlich ein wildes Winken seine Aufmerksamkeit erregte. Für einen Moment war er verwirrt, ob das tatsächlich ihnen galt, doch als er sich umschaute, konnte er niemanden hinter sich erkennen. Außerdem ließ sich der Typ nicht beirren und kam schnurstracks auf sie zu. Auf dem ersten Blick sah er irgendwie sehr kräftig aus, mit breiten Oberarmen und soviel Körperbehaarung, dass er ein Yeti hätte sein können. Das Schild in seiner Hand, auf dem eine schlechte Kopie des Blue Pegasus Wappens gezeichnet worden war, wirkte in seiner riesigen Hand wie die Seite eines Notizblockes.Und dennoch war er sympathisch, da er ihnen ein freundliches, offenes Lächeln schenkte, welches Souta ohne Umschweife genauso erwiderte.
“Verzeihung. Seid ihr die Magier, die unser Dorf angeheuert hat?”, fragte er mit einer tiefen, kehligen Stimme und deutete auf Soutas Waffen, nicht ohne lange seine Augenklappe zu betrachten. Um einer genaueren Musterung zu entgehen, hob er sein Shirt und zeigte dem Mann den Bauch, auf dem ein deutlich hübscheres Pferdchen zu sehen war.
“Ja. Sind Sie hier, um uns abzuholen? Wirklich nett von Ihnen.” Er lächelte noch etwas mehr und war überdies froh, dass man sie nicht zwang, durch die Wälder zu irren. Mit einem persönlichen Führer würde der Weg viel schneller bewältigt werden und das bedeutete, dass er viel schneller an etwas Essbares kam! Konnte das hier noch besser anfangen?

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:47

Im ersten Moment erschrak Emaru ein wenig, als Souta ihn packte und nach seinem Handgelenk griff; instinktiv schoss die freie Linke des Dargin nach oben und nur durch eine gewisse Selbstkontrolle schaffte er es, sie nicht gleich in eine dunkle Klaue zu verwandeln. Eigentlich hätte man damit rechnen müssen; ganz egal, wie unschuldig und fröhlich Souta immer wirkte, er war ein erfahrener Magier, der sicher schon einiges erlebt und sich eine gewisse Vorsicht angeeignet hatte. Diese Art von Instinkt fand sich in vielen starken Personen, doch innerhalb eines Blinzelns hatten sowohl der Dargin, als auch der Soutanobu sich wieder beruhigt und konnten sich unbehelligt anlächeln, als sei nichts gewesen; der Rotschopf gähnte sogar. So angespannt die Situation für einen Moment gewesen war, so entspannt waren die beiden Magier jetzt gerade, während sie den Zug verließen. Möge das Abenteuer beginnen...

Als Souta die Hand des Dargin losließ, nahm dieser sie sogleich hoch, um ein Gähnen dahinter zu verbergen. Irgendwie wurde er langsam wieder etwas müder, doch noch war alles okay. Später würde es vielleicht etwas problematisch werden, aber egal, wie man es sah, jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt, um sich zur Ruhe zu begeben. Ganz besonders, da nun jemand auf sie zukam, der definitiv ein Blue Pegasus-Zeichen schwenkte.... Ihr Auftraggeber?
Nein, offenbar war es eher ein Untergebener, den man nach ihnen geschickt hatte, aber immerhin wirkte er freundlich. Er grüßte auch recht höflich, wenngleich er darauf verzichtete, sich selbst vorzustellen, und da Souta es ihm gleichtat, entschied sich Emaru, dieser Geste einfach mal zu folgen. Den eigenen Namen zu nennen war nicht schwierig, das konnte er genauso gut später wieder nachholen. „Sehr erfreut“, meinte er also und stellte sich neben Souta auf. Die Frage des Rotschopfes zu wiederholen war nicht notwendig, also blieb er bei diesen wenigen Worten, während sich ihr Gegenüber wieder zu Wort meldete: „Ja, ich bin ebenfalls erfreut. Und ja, ich wurde geschickt, um euch zu holen. Es ist nicht weit, ich hoffe, zu Fuß zu gehen macht euch nichts aus?“ Das machte es nicht; im Gegenteil, ein wenig Bewegung schaffte es vielleicht, die Müdigkeit Emarus noch ein wenig weiter aufzulockern, sodass er länger sein Bestes geben konnte. Also folgten die beiden ihm simpel in Richtung des kleinen Dorfes...
Es war ein recht schweigsamer Weg, zumindest zu Anfang. Es war eindeutig keine Touristenführung, denn ihr Führer sprach gar nicht, während sie zum Wald liefen, und auch, als sie darin waren, schwieg er noch ein paar Minuten lang. Irgendwie wurde der Dargin das Gefühl nicht los, dass über diesem freundlichen Mann eine etwas düstere Aura lag, aber richtig festmachen ließ sich diese Ahnung nicht... bis er dann doch zu reden begann. „Ihr... wisst ihr, warum ihr hier seid?“, fragte er etwas unsicher, wobei er wirklich nervös wirkte. Irgendetwas stimmte nicht. „Nun, unseren Informationen nach sind Leute von hier verschwunden. Wir sollen verhindern, dass es erneut geschieht, und sie vermutlich zurückholen... oder?“, hakte Emaru nach, leicht skeptisch. Nicht, dass er an ihrem Auftrag zweifelte, aber es schien einen Haken oder ein Detail zu geben, das ihnen vorenthalten wurde. Etwas, das dieser Mann wusste...
„Nun... ja, das stimmt soweit“, meinte er, wirkte aber nicht wirklich erleichtert. „Bisher wurden aber nur Mädchen entführt... hübsche Mädchen. Ich weiß nicht, wie viele von ihnen erwartet haben, einen Valentinsgruß zu bekommen, aber einige von ihnen sind einfach spurlos verschwunden! Wir... wir sind alle sehr aufgeregt, und...“ An dieser Stelle stockte der Mann. Er schien kurz mit sich zu hadern, ob er das wirklich sagen wollte, dann sah er die beiden jedoch traurig an. „M-Meine Tochter ist darunter... Meine kleine Prinzessin! Es ist unheimlich wichtig, dass ihr die Mädchen findet, versteht ihr? Wir müssen uns auf euch verlassen können. Könnt ihr uns versichern, dass ihr sie zurückholt?“ Ah, welch clevere Wortwahl. Er wollte ein Versprechen? Es wäre unprofessionell, zu sagen, dass es definitiv klappen würde, immerhin stand nicht einmal fest, ob diese Personen noch lebten... Emaru blickte zu Souta. Sie durften keine solchen Versprechen abgeben, aber mal sehen, was der Rotschopf so tun würde...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:50

Im Gildengeschäft wusste jeder, der schon eine Weile dabei war – und Souta war durchaus schon länger in solchen Arbeitsfeldern tätig – dass es eine schlechte Idee war, auf Versprechungen einzugehen. Auf dem ersten Blick mochten sie sehr nützlich erscheinen, damit man das Vertrauen seines Gesprächspartners in sich selbst festigen konnte, aber auf lange Sicht war das nicht nur schädlich für einen selbst, sondern auch hochgradig unprofessionell. Wer schon vor einer Sondierung der Lage behauptete, dass eine Lösung zu finden war, dem lastete automatisch immenser Druck auf. Noch konnte man nichts über die Situation sagen und bevor sie nicht einmal einen Hinweis dafür besaßen, ob die Vermissten noch lebten, wäre es töricht, jetzt schon so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Sich selbst als erfahren und geeignet zu bezeichnen war okay, aber leere Versprechungen nun einmal alles andere als fair. Es ging hier schließlich um Menschenleben, da waren Schüsse ins Blaue unangebracht. Souta hatte in seinem Leben noch nie versprochen, eine Person zurückzuholen, denn das größte Problem war nicht etwa, dass man sich nicht sicher sein konnte, es auch zu schaffen, sondern die Frage, ob man damit umgehen konnte, es am Ende vielleicht nicht hinzubekommen. Wenn sie am Ende die Leiche der jungen Frau fanden, würde er damit umgehen können, dass er ihrem Vater falsche Hoffnungen gemacht hatte? Würde sich ihr Gesicht und ihr Kosename, der Prinzessin zu sein schien, dann nicht bis in alle Ewigkeit in seine Retina brennen und ihn in seinen Träumen verfolgen? Gut möglich, das. Eindeutig ein zu hohes Risiko. Selbstverständlich opferte er sich für andere auf, aber er würde sich nicht absichtlich schaden, wenn man es auch anders lösen konnte. Für den Kettenmagier wirkte der Andere vor allem verzweifelt und niedergeschlagen, trotz seines freundlichen Verhaltens sah man deutlich die Traurigkeit, die sich nach seiner Geschichte auf seine Züge geschlichen hatte und einfach nicht mehr weichen wollte. Der Boden des Waldes, der sehr schnell den Bahnhof abgelöst hatte, ließ ihre Schuhsohlen lautlos einsinken und bald waren die einzigen Geräusche das Knacken der Zweige unter den Beinen und das leise Pfeifen ihrer Atemzüge. Eine Weile ging das so, und es schien fast, als würde niemand auf die Frage antworten, doch gerade, als es ein wenig unangenehm zu werden drohte, schnellte Soutas Arm nach vorne und griff nach der Schulter des Mannes, der irritiert stehen blieb, als der Rotschopf mühelos zu ihm aufschloss und ihm ein mitfühlendes Lächeln schenkte. „Ich werde ihnen nicht versprechen, dass wir sie finden. Aber wir werden es mit allem versuchen, was in unserer Macht steht. Wir sind hier, um zu helfen.“ Das war keine Lüge, aber unverfänglich genug, so hoffte er. Irgendeine Wirkung schien seine Aussage jedenfalls zu erzielen, denn ihr Führer seufzte, straffte seine Schultern und nahm mit einem Nicken den Weg wieder auf. Vielleicht hörte man ein dumpfes „Danke“, doch da in dem Augenblick eine Krähe irgendwo in der Nähe krächzte, würde man wohl niemals erfahren, ob diese kleine Ermunterung etwas gebracht hatte.

Obwohl der Weg hauptsächlich bergauf ging, wie es in dieser hochländischen Region Fiores nun einmal üblich war, und er deshalb besonders auslaugend wirkte, war er deutlich kürzer, als man es von unten glauben mochte; die scheinbar willkürliche Aneinanderreihung dichter Nadelbäume erweckten die Illusion von Kilometern, wo in Wirklichkeit nur einige hundert Meter lagen. Aus diesem Grund dauerte es nicht allzu lange, bis sich ihr Blickfeld ein wenig verschob und die Baumspitzen die ersten Rauchfahnen rustikaler Hütten freigaben, die sich geradezu kreisförmig um eine Statue in der Mitte des Dorfes scharten, welche eine wunderschöne Frau darstellte. Das war nicht weiter ungewöhnlich: Viele kleinere Gemeinden in Fiores glaubten an übernatürliche Schutzpatronen oder vergötterten ehemalige Helden, die ihre Herkunft nicht vergessen oder verraten hatten. Mitunter einer der Gründe, wieso er niemals in Statuenform in Hargeon Town auftauchen würde, doch wer wollte das schon? Normalerweise bedeuteten Denkmäler wie dieses hier, dass die fleischliche Hülle der heldenhaften Person schon längere Zeit verfault war und Souta hatte durchaus vor, noch ein paar Jahre zu leben.
Der Unterschied zwischen weichem Waldboden und von Menschen geebneter Erde war bemerkenswert, selbst nach so kurzer Wanderung, und wäre Souta etwas ungeschickter gewesen, hätten die grob behauenen Pflastersteine ihn vielleicht ins Stolpern gebracht. So war es allerdings vor allem die Luft, die sich veränderte. Statt Harz und Kiefernnadeln lag hier der Geruch von frisch gebackenem Brot und Arbeit in der Luft – dennoch konnte man sofort sehen, dass etwas nicht stimmte. Obwohl man rosarote Girlanden und derart farbige Lampions aufgestellt hatte, lagen einige Rosen zertreten auf der Straße, manche hatte man gar unachtsam zwischen Fensterläden eingeklemmt, die offensichtlich schnell geschlossen worden waren. Keine Willkommensgrüße, nur abweisende Türen und eine bedrückte Atmosphäre. Selbst die kleine Gaststube im Osten des Dorfes schien vollkommen dunkel dazuliegen. Traurig ... Nur in einem Haus brannte Licht, und eine Gestalt zeichnete sich durch die offene Tür ab, die mit ihrem Gesicht ihnen zugewandt war. Ihr noch immer namenloser Führer eilte in seine Richtung, so als wäre es ihm nun plötzlich ebenso wichtig, sich so schnell wie möglich hinter ein Schloss zu verziehen, doch er brachte sie wohlbehalten ans Ende des wirklich kleinen Dorfes, das von Bäumen eingeschlossen war. Die Gestalt in der Tür stellte sich als Mann mit grau meliertem Haar heraus, der tiefe Sorgenfalten auf der Stirn spazieren trug und irgendwie abgemagert wirkte. Er bedankte sich bei dem Mann mit dem Schild und wandte sich dann den beiden Magiern zu. „Entschuldigt diesen kühlen Empfang. Die Leute haben Angst davor, ihre Häuser zu verlassen. Bitte, tretet ein.“ Er machte einen Schritt zur Seite, um sie in sein Haus zu bitten und Souta schaute kurz zu Emaru. Nun würden sie also endlich erfahren, was genau es mit dieser Quest auf sich hatte und wie sie diesem Dorf helfen konnten!

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:51

Sehr gut, Souta war professionell genug, sich nicht auf so eine Bitte einzulassen. Es war wichtig für Emaru, das zu wissen; er hatte in seiner Laufbahn mit vielen Anfängern zu tun gehabt, und diese Frage war oft eine recht gute Methode, erfahrene von weniger erfahrenen Magiern zu unterscheiden. Er selbst war in seinem ersten Jahr tatsächlich auch jemand gewesen, der Versprechen gab, von denen er glaubte, dass er sie mit genügend Mühe auf jeden Fall erreichen könnte, nur, um Menschen glücklich zu machen... wie naiv er doch gewesen war. Er hatte nicht das Privileg gehabt, von einem erfahreneren Kollegen zu erfahren, dass man so etwas nicht machen konnte, nein, er selbst war mitten in dieses selbst geschmiedete Messer gelaufen, hatte ein Versprechen nicht halten können. Es war nichts so Extremes gewesen wie ein Menschenleben, nur ein kleines Mädchen, dem er versprochen hatte, ihr Häschen zu finden und zurückzubringen. Gefunden hatte er es dann auch... nur leider war ein magisches Vierrad da wohl schneller gewesen als er. So einen Fehler machte man kein zweites Mal...
Das Dorf hier oben hatte Emaru zwar noch nie gesehen, aber es wirkte nicht fremdartig. Als Reisender sah man einige Dinge, und wer eine Weile im Norden Fiores verbracht hatte, der kannte auf jeden Fall wenigstens zwei oder drei Dörfer, die wie dieses aussahen, wenn man davon absah, dass hier kein Schnee auf den Dächern lag. Einen Moment lang überlegte Emaru allerdings, ob das hier nun eine Göttin darstellte oder eine Frau, die hier wirklich mal gelebt hatte... Er tippte auf Göttin. Die waren nicht selten, dafür waren die meisten Heldenstatuen von Männern. Natürlich konnte er sich auch eine Frau in einer Rüstung vorstellen, aber die hätte eine völlig andere Statur als die Statue vor ihnen, und irgendwie wirkte dieses Dorf nicht wie eines, in dem eine mystische Heilerin eine Katastrophe abgewendet hatte, solche Dörfer reagierten auf zukünftige Extremsituationen nämlich meist weit hoffnungsvoller. Sie beteten für die Rückkehr ihrer Helden oder glaubten daran, dass der Himmel wieder etwas schicken würde, um sie zu erretten... was uns zu der Stimmung hier führt. Dem Dargin entging keineswegs, dass der gesamte Platz menschenleer war, die Häuser abgesperrt, die Fenster in zwei davon sogar vernagelt. Die Leute hier hatten furchtbare Angst. Er runzelte leicht die Stirn, während er sich so umsah, etwas enttäuscht darüber, dass die Ankunft zweier großer Magier nicht einmal ausreichte, um auch nur einer einzelnen Person genug Hoffnung zu geben, um ihr Haus kurz zum Gruße zu verlassen, doch man tat das alles ja nicht für die Prestige, sondern um zu helfen... Seufzend wandte er sich um und folgte Souta und ihrem Führer, um in das Heim des Dorfoberhauptes gelassen zu werden. Nun ging es wohl los...

„Vielen Dank, dass ihr euch gemeldet habt... Wollt ihr etwas Tee?“, fragte das Oberhaupt. Trotz seiner offensichtlichen Besorgnis blieb er noch sehr höflich und stellte den beiden Magiern noch vor ihrer Antwort Tassen hin. Der Tee war bereits fertig, stand mit einer halbvollen Tasse auf dem Tisch und war wohl bis eben getrunken worden. Emaru nickte, und der Mann vor ihnen goss ein, dann war Souta dran, sich zu entscheiden. Der Dargin nippte kurz an dem noch immer brühheißen Getränk... Schmeckte durchaus. Ein entspannender Kräutertee, gar nicht schlecht.
„Es ist unsere Aufgabe, Leuten zu helfen, die sich nicht selbst helfen können“, meinte Emaru, während er seine Tasse wieder auf ihre Untertasse stellte. „Sie können uns danken, wenn die Situation gelöst ist. Was genau sollen wir tun?“ Ob Souta inzwischen wohl gemerkt hätte, dass Emaru schon seit einer Weile nicht mehr so locker und offen war wie zuvor im Zug? Er war ein ganzes Stück geschäftsmäßiger geworden, seit sie nicht mehr allein waren. „Hm... selbstverständlich. Wir befinden uns in einer unangenehmen Situation, wissen Sie... Heute war Valentinstag, doch einige Frauen haben verfrühte Geschenke bekommen. Nun, nicht nur Frauen. Unter ihnen war auch ein jüngeres Mädel... oh...“ Jüngeres Mädel? Emaru kannte Leute im Alter dieses Mannes, die so etwas sagten, und sie meinten selten wirklich junge Mädchen. Eigentlich konnte es alles sein, von einer Fünfjährigen über eine Jugendliche bis hin zu einer Frau um die zwanzig. Da von Letzteren aber vermutlich mehrere verschwunden waren, tippte er auf eine Sechzehnjährige... oder jemanden in dem Dreh. Ihr Klient schien sich davon aber etwas zu sehr mitnehmen zu lassen. „Entschuldigung... wir waren bei Valentinsgeschenken“, rief das Weißhaar ihn wieder zurück in die Welt der Anwesenden, und er blickte kurz irritiert auf, fasste sich dann jedoch. „Oh... ach ja. Sie haben also Geschenke erhalten. Erst hat man sich nichts dabei gedacht, doch dann sind ein paar von ihnen einfach verschwunden... und dann noch ein paar mehr. Erst nach der sechsten Frau sind wir darauf gekommen, dass die Geschenke die Verbindung darstellen... und jetzt sind kaum noch welche von ihnen hier. Wir konnten die anderen nicht allein beschützen, und wir wissen nicht einmal, wie sie entführt werden. Es sind nicht mehr viele da, vielleicht ein Dutzend, wenn es hochkommt. Alle Dorfbewohner sind besorgt... Väter um ihre Töchter, Männer um ihre Frauen... ein junge Frau hat ihre ältere Schwester verloren und verbarrikadiert sich nun, weil sie selbst auch ein Geschenk erhalten hat...“ Er seufzte auf, und der Dargin verstand das; es war keine gute Situation, eindeutig. Aber was genau wollte er nun von ihnen? Sollten sie die übrigen Frauen beschützen und so vielleicht die Täter fassen? Oder sollten sie sich auf die Suche nach den Verschwundenen machen?

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:53

Momentan sah es ganz so aus, als hätten die Valentinstagsgeschenke etwas mit den Entführungen der jungen Frauen zu tun, doch gerade bei solchen Fällen, die auf dem ersten Blick schon komplett klar erschienen, steckte oft mehr dahinter, als man anfangs glaubte. Nicht jede Quest warb sofort mit dem Aufhalten eines Tsunamis, doch es gab nun einmal Aufträge, bei denen die Schwierigkeit sich erst mit der Zeit ergab. Bisher schien der Vorgang simpel zu sein: Sie mussten sich einfach in der Nähe eines potentiellen Opfers aufhalten und abwarten, bis man den Täter auf frischer Tat erwischte. Vielleicht hatte man es mit einem verzweifelten Single zu tun, der seine Einsamkeit nicht mehr ertragen konnte und deshalb anderen diesen Feiertag versauen wollte ... Andererseits war es irgendwie schon komisch, dass niemand etwas von den Entführungen bemerkt zu haben schien. Gerade, wenn man schon derart dezimiert war, sollte ma doch besonders vorsichtig sein, also war der Entführer entweder besonders clever oder auf andere Art dazu in der Lage, sich zu tarnen, was auch magisches Talent nicht sofort ausschloss. Oder Übernatürliches. Noch wusste man nicht viel, also lehnte Souta sich auf dem bequemen Stuhl nach vorne und nahm sich einen Schokoladenkeks vom Teller, den er nachdenklich anknabberte. Gerade, als er schluckte, rief der Bürgermeister etwas über seine Schulter, was nach “Angelie” klang und wenig später erschien eine etwa neunzehn Jahre alte Frau im Türrahmen, welche die beiden Magier leicht verwirrt musterte und dann ihren Vater anblickte. Sie war sehr hübsch: Schlank, aber kurvig, blond und blauäugig, mit einem einfachem Kleid und einer freundlichen, bodenständigen Aura um sie herum. Der Mann musste gar nicht erst erklären, dass auch seine Tochter in Gefahr schwebte, da sie wahrscheinlich die Hälfte aller Valentinstagsgeschenke abgegriffen haben musste ... Oder mehr. Wieso gab es in solchen Kuhkaffs eigentlich immer derart hübsche Mädchen? Lag das am Wasser oder so?
“Papa! Hallo, ihr seid bestimmt die Magier, ja? Bitte gebt euer Bestes, diese Entführungen entzweien das ganze Dorf ...” Sie klang aufrichtig traurig, weshalb Souta sie sofort sympathisch fand. Für einen Moment vergaß er, dass er auf einer Quest war, aber das hielt nicht allzu lange an, da er sich ja bereits vorgenommen hatte, an diesem speziellen Tag nichts zu machen. Obwohl er es versuchen könnte ... Zurück zu ihrer Aufgabe.
“Wir haben gerade alle Details geklärt. Wo werdet ihr anfangen?”
“Na ja, das ist eine gute Frage. Vielleicht sollten wir mit den gefährdeten Personen sprechen und nach Spuren an den Tatorten suchen ... Was davon würdest du lieber machen, Emaru?” Souta kam zwar generell gut mit Menschen klar, aber gegen ein wenig stöbern hatte er auch nichts. Angelie hätte er dennoch gern befragt, doch diese Interviews würden sicherlich nicht die letzte Gelegenheit sein, mit ihr zu sprechen ... Möglicherweise brauchten sie ja auch tiefgründigere Recherche und wer würde sich besser für einen Nachtdienst eignen als er, der Gott der Großartigkeit? Da war er plötzlich wieder dreizehn ...

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