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 Liebeskummer Rot-Weiß

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Emaru
Cheshire of Dusk
Emaru

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:53

Die Besprechung verlief gerade... nichts weiter. Emaru würde nicht sagen, dass es gut oder schlecht lief, es war zurzeit einfach nur eine Beschreibung der Lage und die Magier würden entscheiden müssen, wie sie vorzugehen hatten. Der Dargin konnte mit relativer Sicherheit sagen, dass es keine allzu gute Idee war, auf gut Glück in die Berge zu gehen und nach Leuten zu suchen, die früher und später ohnehin ins Dorf kommen würden, dort ihr Lager hatten und sich somit auskannten und noch dazu fähig genug waren, unbemerkt Mitglieder einer so kleinen Gemeinde zu entführen. Kurz kam dem jungen Mann ein Gedanke: Was, wenn es jemand war, der hier lebte? Jemand, den jeder kannte und dem jeder traute, vielleicht sogar jemand, der selbst ein Geschenk bekommen hatte und jetzt angeblich zitterte? Diese Sorge behielt er im Kopf, sprach sie allerdings nicht aus; wenn die Leute hier darauf kamen, dass der Schuldige unter ihnen sein könnte, und ihr Vertrauen ineinander nicht genügte, das als Nonsens abzutun, dann würde sie das nur unnötig weiter aufscheuchen...
Nun wurde die ganze Situation allerdings leicht aufgewirbelt, als eine andere Person in den Raum wirbelte; auch, wenn sie es auf Wunsch des Klienten tat. Der Blick des Finsternismagiers hob sich, glitt kurz über den kurvigen Körper des Mädchens und musterte ihr Gesicht; sie wirkte nicht gerade glücklich, aber ihr Gesicht war weder gerötet, noch sonderlich blass, also kam sie offenbar mit der Situation klar. Ein gutes Zeichen. Dennoch kam der Dargin nicht umhin, mehr zu bemerken als nur ihre emotionale Stärke, und er warf einen kurzen Blick zu Souta hinüber. Ihrem ersten Gespräch nach zu urteilen, teilten die beiden ein gewisses Interesse, das die Interaktion mit so einem Mädchen erschweren konnte, denn sich selbst hatte er bereits dabei ertappt, wie seine Gedanken beinahe aus dem professionellen Bereich geschweift wären, und dem Rotschopf traute er das ebenso. Was ihn daran am meisten störte, war, dass dieser vielleicht wirklich handeln könnte, während Emaru zum Nichtstun verdammt wäre und zusehen müsste, wie eine hübsche junge Dame vor seinen Augen eingefangen wurde; man durfte ja nicht vergessen, was für ein Tag heute war, und als stilvoller Mensch konnte das Weißhaar heute nicht einmal daran denken, Spielchen mit ihr zu spielen. Die Folgen wären einfach untragbar. Wenn Souta sich lange genug zurückhielt, konnte der Rotschopf ja morgen noch versuchen, einen Wettbewerb vom Zaun zu brechen...
Im Verlauf eines einzelnen Tages, das sagte Emaru seine Erfahrung, würde sich so ein Problem nicht einfach auflösen lassen, wenn sie nicht relativ großes Glück hatten. Gleichzeitig bedeutete das aber auch, dass niemand von ihnen erwarten konnte, heute etwas Großes aufzuziehen, was die Möglichkeit bot, unbehelligt die Lage abzuschätzen, sich ein Bild der Menschen und der Situation zu machen und vielleicht auch schon eine Art Falle auszulegen für nichtsahnende Entführer... Er für seinen Teil konnte denken und arbeiten gleichzeitig, selbst wenn jemand wie Angelie da war, da sollte es möglich sein, eine Idee auszuarbeiten. Er war sogar gerade jetzt dabei, während das Gespräch zu ihm weitergereicht wurde, und nickte langsam. „Es stimmt... wir sollten zuallererst den Frauen einen Besuch abstatten, die diese angeblichen Drohgeschenke erhalten haben. Auch, wenn sie uns wohl nicht mehr erzählen können als etwas über die Geschenke, ist das derzeit eine sehr beunruhigende Situation. Wir sollten nicht riskieren, dass eine von ihnen aus Panik... etwas Schädliches tut. Wir sollten ein bisschen mehr Sicherheit einbringen.“ Nachdenklich pausierte er einen Moment und schloss die Augen, während sich seine Hände zusammenlegten; Daumen, Zeige- und kleiner Finger berührten sich an den Spitzen, die anderen waren eingeklappt. So konnte er einen klaren Kopf behalten, ohne sich groß konzentrieren zu müssen. „Ich weiß nicht, was an den bisherigen Tatorten inzwischen verändert wurde, aber wir sollten sie auf jeden Fall noch aufsuchen... die potenziellen Opfer sehe ich aber als wichtiger an, zumindest sollten sie vorher kommen. Außerdem schlage ich vor, mit Leuten zu sprechen, die den bisherigen Opfern nahestanden, nur zur Sicherheit...“ Er öffnete die Augen wieder und blickte den Vorstand der Stadt an. „Ich hoffe, das geht... wir bräuchten dazu natürlich noch Namen und Adressen. Das ist doch kein Problem?“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:55

Sicherheit einbringen, das klang nach einem Plan, dem der Held namens Souta jederzeit zustimmen würde. Er hätte das Anliegen zwar nicht in so vielen komplizierten Worten ausgedrückt, hauptsächlich deshalb, weil er mit solchen immer so seine Probleme hatte, aber die noblen Absichten Emarus wurden dennoch deutlich und machten den Blasshaarigen umso sympathischer. Auch für den Kettenmagier lag der Fokus dieser Quest ganz klar darauf, die bedrohten Menschen hier im Dorf zu beschützen, selbst wenn das bedeutete, dass die Spurensuche etwas länger dauern würde. Befragungen eigneten sich natürlich perfekt, um sich ein wenig in der Gerüchteküche umzuhören und nach Skandalen zu graben, schließlich war es tatsächlich möglich, dass es hier mit erstaunlich menschlichen Dingen zuging. Der Bürgermeister begann auf die Frage seines Partners hin, ins Nebenzimmer zu wuseln, von wo aus man kurz darauf Geraschel und dumpfe Laute vernehmen konnte, so als würde jemand Schubladen auf- und wieder zumachen. Souta genehmigte sich noch einen Keks und betrachtete die Tochter des Dorfältesten freundlich lächelnd. Sie erwiderte sein Grinsen, wirkte aber eher gequält, was vermutlich auch verständlich war, immerhin schwebte auch sie in unmittelbarer Gefahr. Wer entführte nur unschuldige, hübsche Mädchen … Ein Drache? Angeblich waren diese majestätischen Wesen ja gar nicht so, wie man es in Märchenbüchern las, standen weder auf Gold noch auf anderen Glitzerkram und zogen sogar Menschenkinder auf … Aber Souta würde das erst glauben, wenn er einen mit eigenen Augen gesehen hatte, was, wenn er so darüber nachdachte, ziemlich cool wäre. Das Mädchen zupfte an ihrem Kleid, und der Rotschopf wollte gerade etwas sagen, um die gespannte Stille zu unterbrechen, da kam der Bürgermeister auch schon ein wenig zerzaust zurück und reichte ihnen ein zerknittertes Blatt Papier. Souta nahm es entgegen, überflog kurz die Länge der Liste (Uff...) und stand dann direkt auf. Nachdem er sich noch einen Keks vom Teller genommen hatte, deutete er auf das Blatt Papier und blickte ein wenig ernster als zuvor. “Wir werden die Leute hier befragen und versuchen, etwas herauszufinden. Wenn wir etwas finden, erfahrt ihr es als Erstes.” Mit diesen Worten trat er wieder in die Kälte des Nordens hinaus und zog die Schultern gegen den eisigen Wind an, der diese Ortschaft zu einer geradezu unfreundlichen Gegend machte. Ohne viel Federlesen riss er die sorgfältig angefertigte Liste in der Mitte auseinander und reichte Emaru die obere Hälfte. “Es ist wohl besser, wenn wir uns aufteilen. Wir treffen uns in ...” Er warf einen Blick auf seine Uhr und runzelte leicht die Stirn. “... zwei Stunden drüben im Gasthaus. Viel Erfolg, Emaru.” Wieder dieses Grinsen, so als wäre die ganze Welt in Ordnung, als würde Souta sich gleich auf einen Spielplatz begeben und nicht mit verzweifelten Angehörigen verschwundener Personen reden müssen, was viel Leid und Tränen versprach. Wenn sie etwas Wichtiges herausfinden konnten, war es das wert. Irgendetwas musste in diesem Dorf vorgehen, und Souta würde das früher oder später schon noch rauskriegen, schließlich war er der Gott der Großartigkeit und Emaru war ja eigentlich auch gar nicht so schlecht ... Kein Grund zur Sorge also.

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 17:56

Offenbar war der Bürgermeister bereit, ihnen Namen zu nennen – sehr gut. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Dorfvorstand sich geweigert hätte, Informationen über die Leute herauszugeben, auf die er aufzupassen hatte, selbst wenn das die Arbeit der angeheuerten Magier unnötig erschwerte... es gab überraschend viele dieser Menschen auf dieser Welt, und es war sehr kompliziert, mit ihnen oder für sie zu arbeiten. Wenn man schon jemanden einstellte, musste man diesem auch ein gewisses Maß an Vertrauen entgegen bringen; was hier ja zum Glück getan wurde. Die Liste, die sie bekamen, enthielt eine Vielzahl an Namen, definitiv zu viel, als dass sie sie Stück für Stück komplett abklappern konnten, ohne sich aufzuteilen. Das war offenbar auch Souta klar... „Zwei Stunden also. Viel Erfolg“, meinte der Dargin also nicht unzufrieden und nahm seinen Teil der Liste entgegen. Die erste Person, die er besuchen durfte, war offenbar, oh Überraschung, eine Frau...

„Guten Tag“, rief er, während er an die Tür des Hauses klopfte, in dem die nächste Person wohnen sollte. Ein paar Momente lang wartete er, als jedoch keine Reaktion kam, klopfte er erneut. Erneut wartete er ein wenig, klopfte dann noch einmal und öffnete auch wieder den Mund: „Mein Name ist Emaru Dargin, und ich bin Mitglied der Gilde Blue Pegasus. Ich will ihnen helfen. Bitte lassen sie mich herein!“ Wieder geschah nichts. Regungslos stand er vor dieser hölzernen Tür, wartete, starrte... und seufzte schlussendlich resignierend. Einen Moment lang flackerte vor seinem inneren Auge das Bild auf, wie er diese fragile Holztür einfach aus den Angeln schlug, doch das wäre natürlich sehr kontraproduktiv. Also wandte er sich ab und ging vorbei, blieb, kaum dass er das Fenster passiert hatte, noch einmal stehen und drehte den Kopf, um eine Gestalt weghuschen zu sehen, die ihn wohl durch die Scheibe beobachtet hatte. Das war schon das vierte Häuschen, bei dem es so ablief...

Die Verzweiflung der Leute in diesem Dorf war verständlich, sehr verständlich sogar, aber so langsam verzweifelte auch der Dargin. Nach dem siebzehnten Haus hatte er es immerhin viermal geschafft, wenigstens mit den Leuten zu reden, davon hatte man ihm einmal sogar die Tür geöffnet, aber das alles half ihm nicht. Die meisten Leute waren vollkommen abweisend und offensichtlich verschüchtert, und die, die sprachen, konnten ihm nichts weiter erzählen als dass es hier eigentlich niemanden gab, der auch nur einer Fliege etwas zuleide tun konnte. Das war die perfekte Situation: Alle Leute fürchteten sich vor etwas, aber dieses Etwas existierte in ihren Augen überhaupt nicht. Wie sagenhaft hilfreich...
„Hey, du da. Dargin!“ Eine unerwartete Stimme ließ den Weißschopf aufhorchen, und er blickte in die Richtung, aus der sie kam. Im Schatten der Hütte, der er soeben einen Besuch abgestattet hatte – oder vor der er wenigstens gestanden und durch die Tür mit jemandem gesprochen hatte – stand jemand, der nun hervortrat, doch Emarus Augen waren ausreichend an Dunkelheit gewöhnt, um ihn auch so zu erkennen: Ein junger Mann, an die dreiundzwanzig, vierundzwanzig Jahre, nicht so groß wie der Dargin, aber durchaus beachtlich... wäre er nicht so hager. Er wirkte nicht gerade muskulös, und seine nahezu bleiche Haut half auch nicht dabei, ihn wie einen Draufgänger wirken zu lassen, auch wenn er es offensichtlich auf einen coolen Auftritt anlegte. Sein Haar hatte einen recht schmutzigen Braunton, war auch recht dunkel, aber man konnte es immerhin schwerlich mit Schwarz verwechseln... es stellte sich nur eine Frage: Was wollte er von Emaru? „Was ist los? Hilfst du mir?“, fragte der Weißschopf also, während der andere auf ihn zu trat. Er machte sich groß und versuchte offenbar, bedrohlich zu wirken, aber sein Körperbau und die wenigstens fünfzehn Zentimeter, die der Dargin nach unten sehen musste, nahmen dem Auftritt, ehrlich gesagt, einiges an Coolness. Hoffentlich schreckte ihn das nicht zu sehr ab. „Ich bin Grand... und die Mademoiselle, mit der du eben gesprochen hast, war Céleste. Es ist eine Weile her, dass sie überhaupt den Mund aufbekommen hat... alle Achtung!“ Seine Worte mochten lobend gewählt sein, doch er machte deutlich, dass er nicht erfreut war. Gestik, Mimik, Stimme... alles ein wenig übertrieben, alles definitiv nicht glücklich. Erst einmal still bleiben... „Weißt du, es gefällt mir gar nicht, dass plötzlich ein Fremder auftaucht und sie wieder redet... Céleste und ich, wir sind nämlich mehr als Bekannte, compris? Andererseits ist es natürlich gut, dass es ihr wieder besser geht. Sie hat ein Geschenk gekriegt, und seit diesen Entführungen kommt sie nicht mehr raus, spricht nicht einmal, so besorgt ist sie. Sie lässt nicht einmal mich rein, Merde! Also...“ Jetzt hob er seine Hand an und packte Emaru am Revers, als wolle er ihm wirklich drohen. Die Augenbraue des Weißschopfes zuckte hoch, doch noch reagierte er nicht weiter. Mal sehen, worauf das hinaus lief... „Ich erwarte, dass du Magier dafür sorgst, dass meiner Freundin nichts passiert! Dafür bin ich bereit, dir Informationen zu geben! Deal?“ Kurz überlegte der Dargin, doch viele Anhaltspunkte hatte er nicht. Gar keinen eigentlich. Mit leeren Händen wollte er sicher nicht zurückkehren, also... „Deal. Wenn du etwas weißt, das mir hilft, sag es mir bitte... ich werde ohnehin nicht zulassen, dass den übrigen Dorfbewohnern etwas passiert. Keine Sorge...“
Auch, wenn die Informationen, die Grand ihm nicht vorenthielt, dazu dienten, dessen Bitte zu erfüllen, was aus ihrem Zurückhalten ein Hindernis für sein eigenes Interesse machen würde, rieb Emaru ihm das nicht unter die Nase, sondern willigte ein. Schwierigkeiten hatte es schon genug gegeben, und er hatte wirklich nicht vor, hier noch jemanden verschwinden zu lassen; solange er wusste, wo sich die Person befand, war es kein Verschwinden, Köderaktionen sollten dem also nicht widersprechen. Nur für den Fall. Der junge Mann ließ ihn dann auch endlich los, drehte sich um und klang immer noch nicht wirklich glücklich, als er zu sprechen begann, doch so viel wollte man auch gar nicht verlangen: „Also... du hast das jetzt Nicht von mir, aber es gibt hier eine Frau, die sie nicht mehr alle hat... eine echt alte Lady, und zwar echt echt alt. Die ist die älteste Person hier überhaupt und näher an den Hundert als an den Zweihundert... ähm... jedenfalls, sie ist alt und schräg. Ihr Name ist Déchu Tombéi, und sie behauptet ernsthaft, sie wüsste, was hinter den Entführungen steckt. Glaubt nur keiner, weil die immer so ein Zeug sagt... sie hat die Angewohnheit, die Zukunft vorauszusagen, mit Karten und all diesem Kram, und sie liegt eigentlich nie richtig... oder zumindest nur zu fünfzig Prozent. Aber ich hab das Gefühl, dass diesmal mehr dahinter steckt...“ Ein paar Sekunden herrschte Stille, dann sagte Grand noch: „Das... ist alles“, wartete auf den Dank Emarus und verzog sich dann mit einer letzten, nicht ganz ernstzunehmenden Drohung, dass sich auch der Weißschopf an seinen Teil des Deals halten sollte. Als er gegangen war, seufzte der Dargin auf; wie hatte er erwarten können, dass so eine lächerliche Figur ihm eine Hilfe sein würde? Am besten ging er einfach zum nächsten Haus weiter, die zwei Stunden hielten nicht mehr so lange...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:00

Schon nach den ersten paar zugeschlagenen Türen wurde Souta klar, dass die zwei Stunden, die er angesetzt hatte, eine optimistische Schätzung gewesen waren. Anders als so manches kleine Dorf, welches allein schon durch die Anwesenheit von Magiern am Ausflippen war, gehörte dieses Kaff wohl eher in die einsiedlerische Sparte, welche fremden Leuten generell ablehnend gegenüberstand. Die schmuckvolle Festtagsdekoration auf dem Dorfplatz hob sich immer mehr von der Abweisung ab, die ihnen hier entgegengebracht wurde. Teilweise konnte man natürlich verstehen, dass sie Angst hatten und man nicht mit Vertrauen rechnen konnte, solange jeder als Täter in Frage kam, doch die Ermittlungen einer Gilde zu behindern, war sicherlich nicht der richtige Weg, um die Probleme im Dorf zu lösen. Möglicherweise war Souta allerdings auch nur ein wenig stinkig, weil nicht einmal sein strahlendes Lächeln, seine sanfte Stimme und seine Großartigkeit einen Hoffnungsschimmer in den Bewohnern wecken konnten, die ihm entweder erst gar nicht öffneten, oder nach kurzer Zeit die Tür vor der Nase zuschlugen. Er war jetzt schon fast eine Stunde unterwegs und hatte keine verwertbaren Informationen gefunden, dafür aber schon zwei verzweifelte Mütter trösten müssen, welche die Keuschheit ihrer Töchter schworen und davon abgesehen auch noch das ganze Dorf von jeglicher Schuld freisprachen. Insgeheim hatte sich der Rotschopf gefragt, ob diese Weiber denn glaubten, ihre Engelskinder hätten sich einfach so in Luft aufgelöst, doch das sagte er natürlich nicht. Nett und einfühlsam, wie er nun einmal war, hatte er ihre Schultern geklopft und sie sein Oberteil vollheulen lassen. Keine Ergebnisse von ihnen, keine Ergebnisse von den feindseligen Leuten und keine Ergebnisse von denen, die ihn nicht einmal aussprechen ließen. Kurz: Keine Ergebnisse. Ein paar Adressen waren auf seiner Liste noch übrig, doch er bezweifelte, dass es bei diesen anders sein würde. Wenn man ihn wenigstens einmal an einen Tatort ließe, aber Nein, es war einfach zuviel verlangt, sich ein klein wenig Respekt zu verschaffen. Souta hoffte, dass Emaru mehr Glück hatte, während er angespannt an einer Häuserreihe vorbeimarschierte und hin und wieder einen Stein wegtrat. Übermütig knockte der Geschickte letztendlich einen besonders hübschen Kiesel mit der Ferse nach oben und pfefferte ihn anschließend mit seiner Schulter hinter sich, als er plötzlich einen Schmerzenslaut hörte und sich umschaute, um gerade noch einen blonden Schopf hinter einer Hauswand verschwinden zu sehen. Nanu? Wer kam denn auf die Idee, ihm hinterherzulaufen? Mit einem kurzen Blick auf die verbleibenden Häuser, machte der Rothaarige auf dem Absatz Kehrt und bewegte sich in Richtung der zuvor gehörten Stimme, nur um bereits nach wenigen Schritten das unverwechselbare Rascheln schneller Füße zu hören, die sich schnell von ihm zu entfernen schienen … Nicht schnell genug, natürlich. Souta legte einen Zahn zu und sprang nach einem kurzen Lauern über einen Zaun, um kurz nach einer hübschen jungen Dame auf dem Boden zu landen, nach der er nur die Hand ausstrecken musste. „Angelie?“ Was hatte die Bürgermeistertochter hier zu suchen? Und wieso war sie vor ihm weggelaufen?
„Ich … Es ist nicht so, wie du denkst!“
„Du verfolgst mich, das denke ich. Was ist denn los?“ Nachdem sie sich ein wenig in seinem Griff herumgeschmissen hatte und bemerkte, dass an Ausbrechen nicht zu denken war, sah sie richtig traurig aus … Armes, hübsches Ding …
„Ich bin eine der Wenigen, die noch übrig ist … und ich habe Angst! Ich glaube, dass das alles meine Schuld ist ...“ Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Das war jetzt schon das zweite Mal, dass sich ein augenscheinlich unschuldiges Mädchen für etwas die Schuld gab, das sie sicherlich nicht verursacht hatte, wenn man nach Soutas Quests rechnete, doch das hier war kein kleines Kind, deshalb mochte sie vielleicht tatsächlich in die Sache verwickelt sein. Er betrachtete sie deshalb erwartungsvoll, versuchte aber aus Rücksicht auf ihre Tränen nicht allzu sehr an ihrem Arm zu reißen und streichelte ihr stattdessen eher die Schulter.
„Was ist passiert?“
„Es geht um meine Freundin, Noemi … Im März findet bei uns immer ein Frühlingstanz statt und wir wollten diesmal unbedingt mit einem Partner hingehen … Also haben wir mit der Alten geredet, denn alle sagen, dass sie Tränke herstellen kann, durch die man unwiderstehlich wird, verstehst du? Ich glaube, sie ist eine Hexe ...“ Angelie wischte sich über die Augen und schaute zu ihm auf. Ihre leicht geröteten Wangen, ihre vor Aufregung bebende Brust und das vorteilhafte Kleid brachten den Kettenmagier beinahe komplett vom Thema ab. Wie hatte man sich nur weigern können, mit ihr zu tanzen, wo sie doch so wunderschön war, dass er beinahe sabbern … Moment. Tanz. Partner. Alte Frau. Ergab keinen Sinn. „Ich … Nein. Aber egal. Red weiter.“
„Na ja, sie meinte, dass wir es stattdessen mit einem Gebet am Waldschrein versuchen sollten, also haben wir am Tag vor dem Valentinstag dort um die Aufmerksamkeit eines Liebenden gebeten, wie sie es uns gesagt hat … und in der Nacht sind dann plötzlich alle unversprochenen Mädchen verschwunden!“ Das klang ganz danach, als wäre dieses alte Weib in diese Sache verwickelt … Souta hatte schon einmal mit einer Hexe zutun gehabt, die ein ganzes Dorf aus bösem Willen vergiftet hatte, vielleicht hatte diese Frau ja ein ähnliches Motiv … Ohne zu zögern streckte er die Hand aus und strich dem Mädchen mit einem Finger eine Träne von der Wange. „Das war sicher nicht deine Schuld … Kannst du mir sagen, wo diese Frau wohnt? Und dann gehst du wohl am besten direkt wieder nach Hause. Ich beschütze dich zwar gerne und verstehe, dass du Angst hast, aber bei deinem Vater bist du sicherer, verstanden?“ Vor allem war sie in seiner Nähe vor Übergriffen der körperlichen Natur gewappnet, weswegen es dem Kettenmagier auch schon fast wieder Leid tat, als er sich nach einer kurzen Ortsbeschreibung von ihr verabschiedete und sich auf den Weg zurück zum Gasthaus machte. Eigentlich hätte er sie ja auch anders trösten können, aber er wollte sich ja beherrschen und zu Gunsten dieser Quest einmal nicht alles nageln, was sich ihm anbot … Auch wenn das eine ganz bescheuerte Regelung war. Wenig enthusiastisch stieß der Magier letztlich die Tür zum Wirtshaus auf, welches wie erwartet nicht gerade gut besucht war, bestellte sich von etwas zu essen, was hoffentlich Eintopf war (er hatte langsam wirklich Hunger) und setzte sich dann an einen freien Tisch, um auf Emaru zu warten. Blieb nur zu hoffen, dass dessen Befragungen ertragreicher gewesen waren ...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:03

Wieder kam der Dargin an einigen Häusern erfolglos vorbei, und langsam frustrierte es ihn. Da war er schon so ein charismatischer, wortgewandter Kerl, der sich selbst oft genug bewies, dass er fähig war, die Gunst seiner Mitmenschen – meist der weiblichen – zu erringen, und doch schaffte er es kaum, auch nur eine einzige der Frauen hier zum Reden zu bringen... Nun, das stimmte so nicht ganz. Tatsächlich hatte er sie inzwischen fast alle soweit, dass sie mit ihm das ein oder andere Wort wechselten oder ihm sogar die Tür öffneten, aber nützliche Informationen bekam er eben nicht. Als er kurz davor war, das sechste Haus nach dem Treffen mit Grand zu verlassen, kam ihm ein Gedanke; ein lächerlicher Gedanke, aber besser als gar nichts. Wenigstens hatte er dann Gewissheit... Also drehte er sich noch einmal zu der Frau um, die im Vergleich zu Angelie schon etwas älter, aber durchaus noch irgendwie attraktiv, wenngleich nicht Emarus Typ war. Was hatte er schon zu verlieren? „Es gibt also niemanden, den sie mit diesen Verbrechen in Verbindung bringen würden?“, fragte er noch einmal nach und blickte sie etwas eindringlicher an. „Nicht einmal, sagen wir... Déchu Tombéi?“ Das galt nicht als Beeinflussung; sie hatte ihm bereits keine Ergebnisse geliefert, dieser Test diente nur dazu, zu sehen, ob auch andere Dorfbewohner als Grand diesen Verdacht für eine Möglichkeit hielten. Wie erwartet, verneinte sie zuerst einmal, doch noch ehe sie den Satz zu Ende gesprochen hatte, stockte sie, blickte etwas unsicher drein, sie dachte offenbar nach. Man musste keine Gedanken lesen können, um zu sehen, dass sie die Möglichkeit tatsächlich nicht ausschloss... Wenngleich sie danach vehement verneinte. Nein, nein, es konnte nicht sein, dass die Lady etwas damit zu tun hatte. Sie war allerdings etwas zu vehement...
Zwei Häuser später war der Dargin sich sicher. Jeder reagierte auf diesen Namen, ein Mann mittleren Alters, der mit seiner Tochter zusammen gewesen war, als Emaru seine Fragen gestellt hatte, hatte sogar offene Verdächtigungen ausgesprochen, nachdem der Name erst einmal draußen gewesen war. Die lächerliche und klischeehafte Verurteilung eines frischen Erwachsenen einer alten, etwas seltsamen Frau gegenüber war nicht genug, um Emaru von ihrer Schuld zu überzeugen, doch wenn so viele Leute ihr gegenüber argwöhnisch waren, dann musste sich dort doch auch wenigstens eine Spur befinden. Irgendwie wollte er nicht glauben, dass eine alte Lady dazu fähig war, unbemerkt Menschen zu entführen, aber irgendeine Verbindung musste es doch geben, weshalb er im nächsten Haus, das er als das letzte seiner Route festlegte, da langsam die Zeit auslief, nicht nur nach ihrem Namen, sondern auch nach einer Adresse fragte... und diese in Form einer ungefähren Beschreibung von Lage und Haus erhielt. Das sollte genügen.
Mit allem, was er brauchte, und einem gewissen Zeitfenster wollte er sich auf den Weg zum Gasthaus machen, in dem er sich mit Souta treffen sollte... als ihm etwas auffiel. Mit einem kurzen Blick zur Seite bestätigte sich das, was auch nur eine flüchtige Einbildung hätte sein können: Die nächste Tür hatte sich leicht geöffnet, und heraus blickte eine hübsche junge Frau, halb versteckt hinter dem Holz und definitiv unsicher wie ein scheues Reh, aber... aufmerksam. Offenbar war ihr aufgefallen, dass hier Leute befragt wurden, und war wohl bereit, zu reden. Er konnte zwar keine Informationen mehr sammeln, aber... ein Lächeln breitete sich auf Emarus Lippen aus. Wenn er heute eine Person in diesem Dorf richtig zum Reden bekommen konnte, dann war das ein wirklich großer Erfolg, und den würde er sich nicht durch die Lappen gehen lassen – und diese Frau sah nun wirklich nach Heimspiel aus. Etwas Zeit hatte er ja noch...

Etwa eine halbe Stunde später – und damit knapp zehn Minuten zu spät – trat der Dargin beschwingten Schrittes in das Gasthaus ein, mit einem Gesichtsausdruck, der so zufrieden war, dass er auch mit einem Lied auf den Lippen keinen anderen Eindruck gemacht hätte. In der – nicht überraschend – relativ leeren Gaststätte blickte er sich erst einmal um, und als er dann seinen Partner ausgemacht hatte, ging er gleich zu ihm herüber. Erfolg machte einen wirklich glücklich! Natürlich war er auf einer rein geschäftlichen Ebene geblieben, aber die Frau hatte geredet und geredet und er hatte sie sogar dazu bringen können, mit dem Reden aufzuhören, wenn er gerade etwas sagen wollte; das klappte nicht bei jeder Frau. Er hatte das Gespräch dominieren und ihr dennoch ein gutes Gefühl vermitteln können... perfekt! Natürlich hielten sich die neuen Informationen in sehr, sehr, sehr engen Grenzen, aber seinen Trumpf hatte er ja bereits in der Tasche, also sollte das kein Problem darstellen... „Und, Souta, was hast du so gefunden?“, fragte der Dargin, während er sich dem Rotschopf gegenübersetzte, jederzeit bereit, über die sogenannte Hexe, die Reaktionen der Dorfbewohner und natürlich die Lage ihres Heimes zu sprechen. Vermutlich war Souta an diese Informationen nicht gelangt...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:06

Emaru kam gleich zur Sache, was eine Qualität war, die Souta nicht nur an seinen Frauen, sondern auch an seinen Freunden schätzte. Soweit zu gehen, den Weißhaarigen schon als seinen Freund zu bezeichnen, dafür kannten sie sich noch nicht gut genug, und seine Bettgeschichte würde der sowieso nie werden, aber angenehm war es schon. Wer nicht ewig lang um den heißen Brei redete, kam früher an den wie auch immer gerateten, aber stets wichtigen Punkt, den Souta in allen Situationen anpeilte und das bedeutete, dass man den ohnehin nicht sehr belastungsfähigen Geduldsfaden des Kettenmagiers nicht unnötig lange auf die Schulter spannte. Kurz nachdem sich sein Kollege gesetzt hatte, brachte ihm die Bedienung eine beeindruckend große Schüssel Eintopf, in dem man allem Anschein nach eine Kuh geviertelt hatte. Dieses Dorf mochte ja wegen seiner fehlenden Gastfreundschaft eher untypisch sein, aber was seine Portionen anging, war es doch ganz nach dem Geschmack des Rotschopfes. Er konnte sich gar nicht oft genug darüber beschweren, wie klein die Teller in der Großstadt waren und als jemand, der nicht kochen konnte, aber über alle Maßen verfressen war, ging das einfach nicht gut aus. Vor allem hatte es eine Zeit gegeben, in der er sich das Essen nicht von irgendwelchen fettriefenden Gittern hatte holen können, weil er so häufig mit jemanden zusammen war, der ihn mit Todesblicken strafte, wenn er dessen Polster und/oder Kleider mit fettigen Fingern berührte ... Nein. Dieser Teller hier war perfekt, gerade, weil man auch mit einer Schaufel daraus essen könnte, ohne die Größenverhältnisse zu verwischen, also glitzerten seine Augen freudig. Schon seltsam, dass er am Valentinstag ausgerechnet mit soetwas wie einem Kumpel aß, aber es war ja auch nicht so, als hätte er jemals ein ernsthaftes Date an diesem Tag geführt, von daher waren seine Absichten momentan wahrscheinlich reiner und ehrenhafter als jemals zuvor, schließlich turtelten sie hier nicht, sondern versuchten, sich auf die Rettung verschwundener Mädchen zu konzentrieren. Emaru wollte also wissen, was er bisher an Informationen gesammelt hatte? Nun, er würde es ihm erläutern ... Aber zuerst nahm der Rotschopf eine Gabel voll Eintopf, der wirklich lecker war. “Also ... 's scheint ganz so, als wüffe man unf ... Entschuldige. Na ja, ich hab ehrlich gesagt nicht viel mitgekriegt, die scheinen ein wenig Angst vor fremden zu haben. Und mit ein wenig meine ich, dass die ihre Hosen gestrichen voll haben. Alles, was ich herausfinden konnte, hat mit so einer komischen Alten zu tun ... Dechu oder so ... Und einem Waldschrein. Alles sehr diffus. Was ist mit dir?” Nein, sein Namensgedächtnis war nicht das Beste. Aber vielleicht konnte der Andere ja ein wenig Licht ins Dunkel bringen, während Souta versuchte, sein Körpergewicht in Gemüsepampe zu vertilgen?

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:07

Oh... Souta hatte also ebenfalls von dieser älteren Dame gehört? Er kannte sogar ihren Namen... so in etwa. Und er sagte etwas von einem Waldschrein... Der Rotschopf hatte sich also tatsächlich ebenfalls informieren können und so ziemlich alles aus den Dorfbewohnern herausgeholt, was sie zu liefern bereit waren. Dann musste Emaru sich nur noch um die Einzelheiten kümmern... „Déchu Tombéi“, meinte er mit einem Nicken und blickte seinen Partner an. „Bekannt für ihre Angewohnheit, Dinge vorhersagen zu wollen, und derzeit wohl unser einziger Anhaltspunkt. Sie behauptet offenbar, zu wissen, was hinter den Geschehnissen steckt, und im gesamten Dorf herrscht ein gewisses Misstrauen ihr gegenüber.“ So viel zu ihr... gab es noch mehr zu sagen? Eigentlich nicht wirklich, oder? Abgesehen davon, dass er in etwa wusste, wo ihr Heim steckte, waren das alle Informationen, die er hatte bekommen können, und das auch nur wegen eines nervigen Jungen, der sich unbedingt aufspielen wollte... aber seine Absichten waren gut gewesen. Er wollte seiner Freundin ehrlich helfen, davon ging der Weißschopf auf, also würde er dafür sorgen, dass sie ihre Hilfe bekommen würde, so wie jeder andere in diesem Dorf auch. Das war nun einmal seine Aufgabe als Magier von Blue Pegasus.
Apropos Aufgabe... der Blick des Dargin fiel hinab auf das Essen, das der Rothaarige gerade in sich schaufelte und deutlich genoss. Wie erfreulich, dass der Geschmack seinen Wünschen entsprach, allerdings erinnerte sich Emaru noch deutlich daran, dass er ja gewisse Wettschulden noch zu begleichen hatte, also stützte er seinen Kopf lächelnd auf einer Hand auf und deutete mit der anderen auf den Teller seines Begleiters hinab. „Ich nehme mal an, das ist dann meine Gelegenheit, meine Schuld an dir zu begleichen? Ein Essen hast du ja immerhin gewonnen...“ Ja, Souta hatte nicht weiter nach dem Einsatz gefragt, aber so funktionierte das auch nicht. Ein Mensch mit Stil musste nicht darauf hingewiesen werden, zu zahlen, was er zu zahlen hatte – er tat es von selbst und bereitwillig. Das gehörte nun einmal dazu, ein gewisses Niveau zu besitzen, auf das der Dargin nun wirklich nicht verzichten wollte, hatte er doch durchaus dafür gearbeitet, zu einer respektablen Persönlichkeit zu werden; es war ihm ähnlich wichtig wie seine magischen Fähigkeiten. Und abgesehen davon hatte er hier, abgesehen von dem Bezahlen der Rechnung, nicht wirklich etwas zu tun, während Souta aß... Die Notwendigkeit, sich selbst etwas zu bestellen, sah er gerade nicht und auch sonst gab es hier keine Aktion seinerseits, die erwartet werden sollte. „Wenn deine Pause fertig ist, können wir dann ja zu ihr gehen...“, meinte er also und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, überblickte den Raum. Nett eingerichtet war es ja durchaus, aber auch wieder nicht so fesselnd, dass es den Aufenthalt weniger langweilig gestalten würde. Hoffentlich konnten sie bald wieder an die Arbeit...

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Zuletzt von Emaru am Sa 25 Okt 2014 - 18:10 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:10

Emaru hatte Glück: Wie alle Dinge im Leben erledigte Souta seine Mahlzeiten zwar in rauen Mengen, aber eben auch besonders schnell. Nun ja, es gab durchaus gewisse Sachen, denen der Kettenmagier etwas mehr Zeit widmete, weil ein flinkes Ende dort nicht als vorteilhaft, sondern eher als peinlich betrachtet wurde, aber Themen dieser Art hatten sowieso nichts am Esstisch verloren und hatten daher auch keine Chance, weiter diskutiert zu werden. Noch immer ärgerte sich der Itasa nicht gerade wenig darüber, dass er Angelie nicht ein wenig direkter getröstet hatte, doch das konnte er ja möglicherweise noch nachholen. Bisher war nichts verloren, sie standen noch ganz am Anfang und hatten eher noch einen besseren Stand, da sich die wenigen Informationen, die man ihnen gegeben hatte, doch tatsächlich deckten, was allein wegen ihrer Rarität schon sehr für ihre Glaubwürdigkeit sprach. Sein weißhaariger Kamerad schlug vor, dass sie die alte Frau aufsuchen sollten, was er natürlich befürworten würde. Nachdem er gegessen hatte. In der Zwischenzeit betrachtete er Emaru und kam wiedereinmal zu dem Schluss, dass der wirklich gar nichts mit seinem ehemalig besten Freund gemeinsam hatte, mit dem er gerade nicht sprach. Auf dem ersten Blick mochte man sie für ähnlich halten, aber aus der Nähe wurden die vielen Unterschiede doch viel zu überwältigend, als dass sich Souta unwohl gefühlt hätte. Generell hatte er ja nichts gegen weiße Haare, die fand er schon immer hübsch, auch wenn er der Meinung war, dass man seine leuchtende Farbkraft einfach nicht übertreffen konnte, die nach Vanille duftete und damit ein ... wie nannte er es ... natürliches Afrisakum? Afrodisakum ... Afro? Na ja, es stimulierte die Sinne und machte in den richtigen Dosen sogar ein wenig wuschig, alles Dinge, die der Rotschopf eigentlich immer achtete. Gerade war er allerdings nicht in Flirtstimmung, weil Emaru unglücklicherweise dem falschen Geschlecht angehörte, deshalb musste er sich wohl oder übel doch auf ihre Quest konzentrieren und darüber nachdenken, wie eine alte Hexe vom Unglück einsamer Frauen profitieren könnte ... Wahrscheinlich würden sie erst etwas erfahren, wenn sie Dechu einen Besuch abgestattet hatten und dazu musste er aufstehen. Mit einem Ächzen und einem letzten Löffel voll Eintopf erhob sich Souta schließlich vom Stuhl und unterdrückte ein Rülpsen, um nicht unhöflich zu wirken. Das Essen würde natürlich Emaru bezahlen, das sah er als selbstverständlich ein, immerhin hatte er ihm das versprochen. So teuer konnte der Eintopf außerdem nicht gewesen sein, schließlich war reichlich davon vorhanden, auch wenn er gerade sicherlich zwei Kilo Fleisch vertilgt hatte und sich leicht fühlte, als müsse er gleich platzen ...

Auf dem Weg zum etwas abgelegenen Haus der ominösen Hexe rieb sich Souta immer wieder abwesend den Bauch und schmeckte eine Mischung aus Kuh und Kräutern, die ein wenig unangenehm war, überging diesen Fakt jedoch, da er Emaru wahrscheinlich nicht wirklich interessierte und zudem auch keine Bewandnis für ihre Quest hatte. So gesehen war allerdings auch diese alte Frau vielleicht eher Humbug und man hatte sie auf die falsche Fährte geführt ... Selbst wenn ihre Haus sehr authentisch wirkte.
Es gab verschiedene Arten von Magiern und Magiebegeisterten. Eine Gruppierung studierte Zauber, wurde zu einem Magier und ging zu einer Gilde, um seine Fähigkeiten zu beweisen und sich zu profilieren, andere fanden ihre Zielgruppe eher bei den Zivilisten, die sich durch Kristallkugeln, Knochenlesen und ähnlichen Unsinn beeindrucken ließen. Souta glaubte persönlich weder an Schicksal noch an Vorsehung, da das eine ziemlich ernüchternde Vorstellung wäre, aber er hatte auch schon einen Dschinn bekämpft, der tatsächlich Wünsche erfüllen konnte, also war er diesbezüglich durchaus liberal eingestellt. Was ihre alte Tante allerdings anschleppte, war so dermaßen offensichtlich unecht, dass man sogar schon an seiner eigenen Originalität zweifeln musste, wenn man sie so betrachtete. Ihr Haus war buchstäblich von oben bis unten mit Hufeisen, Traumfängern und Talismanen behängt, aber das Gruseligste war ein extrem deplatzierter Gartenschmuck, der wie eine tanzende Elfe aussah, mit grünem Blätterkleid und langen, schwarzen Haaren, aber einer schrecklichen Maske von Gesicht, scharfen Zähnen und langen Krallen. Das Ding konnte in Alpträumen vorkommen, aber doch nicht im Vorgarten stehen ...
“Juhu~” Die Stimme kam von einem Kräuterbeet im hinteren Bereich des Hauses, das der Kälte zu trotzen schien, und eine sehr korpulente, alte Dame mit grauer Hochsteckfrisur und gigantischen Ohrringen wuselte in ihre Richtung, scheinbar vollkommen unberührt von der Gesamtsituation des Dorfes und sogar lächelnd ... Was zur Hölle hatten sie sich da nur angelacht? Ihre Schlabberhose und das weite Hemd ließen sie ein wenig wie einen dicken Hippie wirken, wozu ihr etwas glasiger Blick auch zu passen schien.
“Entschuldigen Sie die Störung. Ich bin Souta und das ist mein Partner Emaru. Wir würden Ihnen gerne ein paar Fragen zu den Entführungen hier im Dorf stellen. Es dauert nicht lange.” Während er sprach, zückte er sein Oberteil, um ihr sein Gildenzeichen zu präsentieren, und setzte ein ernstes Gesicht auf. Zeit für Tacheles!

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:12

Soutas Pause war... überraschend kurz. So, wie er aß, erschien die Bezeichnung als 'schnellster Magier Fiores' gar nicht mal so falsch. Nicht, dass Emaru groß auf die Idee gekommen war, zu zweifeln, aber der Rotschopf untermauerte sein Statement gerade ziemlich deutlich. Dem Dargin passte das ziemlich gut, denn je mehr sich der Tag dem Abend annäherte, desto weniger Zeit hatten die beiden, ihre Aufgaben vorzubereiten. Und wenn noch ein Mädchen verschwand, weil sie zu lange brauchten, wäre das ein vermeidbarer Fehler gewesen – also los, auf zu der ominösen alten Frau!
Der Weg war nicht zu lang, aber dennoch eine unangenehme Strecke, und als er dann ihr Ziel sah, stöhnte Emaru leise auf. Dieser Haus, dieser Garten, dieses... Alles! Diese Tombéi gehörte eindeutig zu diesen Fanatikern, die sich einbildeten, magische Kräfte könne man erlangen, indem man die Sterne studierte und in irgendwelche Kugeln glotzte. Also, nichts gegen Sternenbeobachtung, aber Magie war eben doch etwas anderes, und wenn man Emaru erzählen würde, dass er morgen großes Unglück erleiden würde, weil sein Sternzeichen das der Jungfrau war, würde seine Reaktion wohl aus einem verwunderten „Ach, ich bin Jungfrau?“ bestehen – aus dem Alter, in dem er jedes Mal vehement darauf bestehen musste, dass man seinen Namen nicht mit Jungfräulichkeit in Verbindung brachte, war er bereits heraus. Die einzige Regung, die solche Leute in ihm hervorriefen, war also eine relativ starke Genervtheit, gestärkt noch einmal dadurch, dass sie ihn an seine Kindheit erinnerten. Damals, als er mit Umhang und Zylinder und Zauberstab Kartentricks ausgeführt und Ringe verbunden hatte, Tauben aus Boxen geholt und all den Kram, den man nun einmal als Fake-Zauberer machte. Als er noch so naiv gewesen, zu glauben, die Leute würden nicht wissen, dass hinter alledem Tricks steckten... und einige andere Dinge. Wann hatte sich das geändert? Als Shi das erste Mal aufgetaucht? Nein, es war früher gewesen... er seufzte leise. Nun, egal, wann er sich nun verändert hatte, jetzt war das unwichtig. Jetzt ging es darum, eine Fanatikerin über Kidnapping auszufragen.
Apropos Fanatikerin... da kam sie auch schon. Zugegeben, wenn man mal von den Ohrringen absah, wirkte sie gar nicht, wie Emaru erwartet hätte: Statt einer spindeldürren, bis auf das Skelett mageren Frau mit Fingern, die länger waren als die aller gesunden Menschen dieser Welt, bekamen sie eine unglaublich – wie sagte man das höflich – wohlgenährte Frau in einem Alter, das das dieser uralten Hütte fast noch zu übersteigen schien, und langen, weißen Haaren – die von Emaru sahen allerdings wesentlich besser aus. „Aah, ihr seid Magier“, meinte die Lady erfreut, als Souta sein Tatto präsentierte, und lächelte verschmitzt. „Es ist immer schön, Kollegen zu treffen... vielleicht werdet ihr eure spirituellen Kräfte ja auch irgendwann für das Allgemeinwohl aufwenden.“ Dann drehte sie sich um zu Emaru und erschrak sichtlich, zuckte zusammen und taumelte ein paar Schritte zurück, ehe sie mit ihrer Hand sehr seltsame – magische? – Gesten in seine Richtung machte. Ihre andere Hand versank in einer Tasche dieser viel zu weiten Hose und holte ein paar Karten hervor, die sie sogleich zu Boden fallen ließ und anstarrte. „Oooh, wie ich es mir dachte!“, rief sie schockiert, was auch so eine Art Magie war – es zauberte ein großes Fragezeichen über Emarus Kopf. „Duuu bist das Elend! Ich sehe das Zeichen des Todes an dir! Alles in deiner Umgebung stürzt in Unheil, bis nichts mehr übrig ist...! Lass mich aus deiner Hand lesen! Lass mich aus deiner Hand lesen und dir zeigen, wie du über dein Schicksal hinwegkommen kannst!“ „Nein danke“, erwiderte der Dargin sachlich und winkte ab. „Wie mein Partner bereits sagte, wir wollen ihnen Fragen stellen. Ist das möglich?“ Die alte Lady blickte ihn noch einige Sekunden eindringlich an, dann wirbelte sie herum und stapfte auf ihr Häuschen zu. „Selbstverständlich, meine Kleinen“, rief sie über ihre Schulter zurück. „Kommt ruhig herein.“

Die Atmosphäre drinnen war auch nicht viel besser. Es war dunkel – das war das einzige pro – und verhängt mit Spinnweben, die irgendwie falsch wirkten, während die Regale alle den Eindruck machten, sie würden bald einbrechen. In der Mitte des Raumes, in den sie geführt wurden, stand ein kleiner, runder Tisch, an dem er und Souta sitzen sollten, um sogleich Tee vor die Nase gestellt zu bekommen. Zuerst einmal fing allerdings etwas anderes den Blick des Dargin ein: Eine gläserne Kugel auf der Mitte des Tisches, in der sich gesichtslose Gestalten, umhüllt mit Feuer, wanden vor Schmerz und Pain, ohne Hoffnung auf Erlösung. Es wäre ein eindrucksvoller Anblick gewesen, hätte Déchu nicht vergessen, das Preisschild abzumachen – „Blick ins Höllenfeuer – Darlene's Mystical Bewitching Super-Shop – 72,99 J“. Es nahm dem ganzen etwas die Dramatik.
„Hyrahyrahyra!“, lachte die alte Frau – die jetzt einen komischen, übergroßen Hut trug – manisch und blickte die beiden Magier aus großen Augen an. „Was führt euch zu mir? Eröffnet Madame Tombéi euer Anliegen!“ Irritiert sah Emaru sie an, holte dann einmal tief Luft, weil sie nervig war, ehe er zu einer Antwort ansetzte, doch sie unterbrach ihn mit einer hektischen Geste und blickte in ihr Höllenfeuer. „Aha! Madame Tombéi sieht es... ihr sucht Informationen über die Entführungen, nicht? Huhuhu...“ Ja, die suchten sie. Das hatten sie ihr doch schon gesagt. Aber wieder sprach sie, bevor Emaru etwas sagen konnte. „Ihr seid nicht die Ersten, die danach fragen!“ Oh, das widerum kam überraschend. „All diese Mädchen... jedes einzelne... sie haben Fragen gestellt, die zu diesem Mysterium gehörten. Sie alle waren hiii~iiier~! Hyrahyrahyrahaha!“ Die Augen der Frau rollten nach oben, bis sie komplett weiß erschienen... okay, das war gruselig. Sie hatte offenbar doch ein paar Tricks drauf. Dann unterbrach sie jedoch und blickte den Dargin ernst an.
„Und du bist sicher, dass ich dir nicht aus der Hand lesen soll?“ „... Ja, ganz sicher.“ „Wie du meinst... jedenfalls...
All diese Mädchen, sie kamen zu mir! Jede einzelne von ihnen war Jungfrau und seeehnte sich nach der Liebe... oh, welch Unheil sie doch damit heraufbeschworen. Hyrahyrahyra! Also nannte ich ihre Zukunft, doch sie waren Uuunglücklich mit meiner Prophezeihung... Sie wollten ihr Schicksal nicht? So kann man es sagen! Hyrahyrahyraaah!“
Sie grinste die beiden Magier an, während sie die Teetassen zu sich herüberzog. Dann blickte sie in die des Dargin und schien konzentriert... Las sie etwa den Teesatz? Eigentlich machte man das doch mit Kaffee, oder? Gab es Teesatz überhaupt? Und vor allem... was wollte sie sehen? Er hatte keinen Schluck getrunken! Das hielt die alte Frau allerdings nicht auf, als sie wissend nickte und sagte: „Wie ich es mir dachte... Böse Omen, nur böse Omen. Du bist ein geplagter Mann, doch die Menschen um dich haben es noch viel schlimmer...“ Dann sah sie in die andere Tasse und lächelte Souta an. „Und du hast großes Glück mit der Damenwelt. Genieß es, ehe er dich umbringt.“ Dann blinzelte sie ihm zu – sie blinzelte wirklich, offenbar konnte sie nicht zwinkern – und fuhr mit der Befragung fort: „Auf jeden Fall solltet ihr zum Waldschrein gehen. Dort findet ihr vielleicht die Antworten, die ihr sucht...“ Dann machte sie eine esoterische Geste mit ihren Händen, um sie den beiden Magiern schlussendlich geöffnet hinzuhalten: „Das macht 27 Jewel, bitte. Pro Person, bitte.“
Die Lady bestand tatsächlich felsenfest auf ihre Bezahlung, was darin endete, dass sie sie tatsächlich bekam. Sie mochte nicht viel draufhaben, was Magie anging, aber wenn es darum ging, Leute zu nerven, bis sie nachgaben, war sie ohne Frage eine Meisterin. Souta verließ die kleine Hütte zuerst, doch als auch Emaru gehen wollte, hielt die Frau ihn noch kurz am Ärmel fest und grinste manisch zu ihm auf. „Schlimmes wird passieren“, säuselte sie. „Du bist aus September, nicht? Eine Jungfrau, nicht?“ Der Dargin entzog ihr seinen Arm und drehte sich kühl weg von ihr. „Jungfrau...?“, wiederholte er, während er auf den Ausgang zuschritt. „Ich bin vieles, gute Lady... aber das bin ich ganz sicher nicht.“ Damit verließ er den Raum und ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen, sodass die Tombéi allein zurückblieb in ihrem kleinen Zimmer...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:13

Das Schmerzhafteste an dieser Tomirgendetwas-Frau war nicht ihre offenkundige Falschheit oder die Tatsache, dass sie behauptet hatte, dass sie mit ihrer Magie nichts Ordentliches anstellten, was dem sogenannten “Allgemeinwohl” diente ... Souta hatte sich bei diesem Satz bereits ein zischendes “Ich halte in meiner Freizeit Tsunamis auf, Biatch” verkneifen müssen, was sicherlich nicht allzu freundlich gekommen wäre ... Sondern ihre Geldgier. Der Kettenmagier war eigentlich immer knapp bei Kasse, weil er einfach nicht sparen oder spekulieren konnte, deshalb waren die 27 Jewel nichts, was er eben so aus dem Fenster werfen würde, zumal sie sich ihr Geld sicherlich durch Betrug und das Ausnutzen der Ängste anderer verdiente, was in die unterste Schublade gehörte. Souta fragte sich ernsthaft, wie eine einzige Person soviel Selbstvertrauen besitzen konnte, um sie als ihre Kollegen zu bezeichnen und sie dann auch noch abzuziehen. Ständig wollte die Alte aus Emarus Hand lesen und schien etwas Großes und Gefährliches in ihm zu lesen, der Tod und all diese tollen Dinge, die irgendwie sowohl klischeehaft als auch leicht lächerlich waren. Natürlich war es ein guter Versuch, bei einem Magier auf Untergang zu tippen, schließlich verdiente man in solchen Berufen seine Jewels ja nicht, indem man an Blumen schnüffelte oder so ... Der Rotschopf war dennoch irritiert. Er hatte etwas mehr Show erwartet, doch stattdessen kam es ihm eher so vor, als wäre er im Haus einer besonders esoterischen Oma gelandet. Er kannte seine Großeltern nicht, aber hatten alte Leute nicht immer soviel Kitsch bei sich aufgetürmt, den man quasi über das ganze Leben angesammelt hatte? Mit misstrauischem Blick betrachtete Souta eine ausgestopfte Eule, die ihn von der Decke anstarrte und mit ihren Augen regelrecht zu penetrieren schien, was ihm mehr als nur unangenehm war. Sein Auge verengte sich und er runzelte die Stirn, brauchte aber ein paar Sekunden, ehe er sich davon abwenden konnte und fand seinen Blick immer wieder zurück zur Figur geistern, ehe ein hübscher Kristall in einem Regal seine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Tombei faselte etwas über den Schrein und lachte zwischendurch immer mal wieder ein wenig diabolisch, also nutzte er die Gelegenheit, um alles anzugrabbeln, was er finden konnte, weil er nun einmal einer der Kandidaten war, der gewisse Dinge eher mit den Händen sah ... Interessiert drehte er das Stück in seiner Hand und zupfte ein wenig daran herum, bis sich etwas mit einem Knacken löste und das Ding in der Mitte durchbrach. Erschrocken hielt er das Trümmerteil (miesetse Qualität aller Zeiten!) in seiner Hand, als Dechu ihm verriet, dass er großes Glück mit Frauen hatte und nickte ihr entgegen, ehe er den Kristall wieder aufstellte und sich, als wäre nichts gewesen, zum Tisch begab und an seinem Tee nippte. Der Fakt, dass man hier keine Kekse servierte, fiel ihm ebenso störend auf wie die penetrant nervige Tonlage in der Stimme der Frau, der er langsam aber sicher trotz seiner friedliebenden Natur irgendwie den Hals umdrehen wollte. Bisher war sie nicht nützlich gewesen, im Gegenteil, sie orderte sie zum Waldschrein, was natürlich bedeutete, dass sie in dieser behinderten Kälte auch noch einen Trip durch die Natur machen durften, aber im Gegensatz zu den Aussagen ihrer Zeugen konnte sie ihnen auch keine brauchbaren Informationen bieten, abgesehen davon, dass Emaru ihnen allen Unglück und Verderben bringen würde und Souta ohne es wirklich zu wollen, erfahren durfte, dass der Weißhaarige keine Jungfrau war ... Na ja, er selbst auch nicht, also war das ja nun nicht so schlimm. Nachdemd er Rotschopf die nutzloseste Wahrsagestunde der Welt beendet hatte, wandte er sich wieder dem Dorf zu und wartete auf Emaru, ehe er sich schüttelte wie ein Hund, der durch eine besonders dreckige Pfütze gewatet ist. “Ich hasse Amateure ... Na ja. Sie lebt wohl ganz gut damit. Lass uns so schnell wie möglich diesen Waldschrein finden, was meinst du?” Nord Fiore war für seine dichten Wälder bekannt, weswegen sie es wohl irgendwie nicht ganz so leicht dabei haben würden, die Kultstätte zu finden, aber sie waren ja starke Magier und schlau noch dazu. Ihnen würde schon etwas einfallen, wie sie ihn fanden. Außerdem war das Ganze wahrscheinlich sowieso nur ein erfundener Spuk, der ihre Zeit verschwendete, aber man musste ja allen Spuren hinterher – besonders, wenn sie so spärlich gesäht waren wie diese hier.

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:18

Mit Soutas negativer Meinung über die Tombéi konnte Emaru nur überein stimmen, aber sie war nun einmal der einzige Punkt, den man ihnen in diesem Fall gegeben hatte, also hatten sie schwerlich eine Wahl gehabt. Selbiges galt jetzt für den Waldschrein, aber der würde wenigstens nicht versuchen, irgendwelche Vorhersagen zu machen oder ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen, davon ging Emaru jedenfalls aus. Mit der Aussicht auf Besserung war es überraschend leicht, auf Soutas Kommentar optimistisch zu reagieren: „Sieht nicht so aus, als hätten wir eine Alternative dazu, einen dichten Wald nach einem wie auch immer gearteten Schrein zu durchsuchen... Wollen wir hoffen, dass wir ihn finden, bevor meine Anwesenheit dich umbringt, hm?“ Er zwinkerte seinem Kameraden zu und lächelte, ehe er kurz stockte. Moment, hatte da nicht gestanden...? Er blickte noch einmal an einen Baum, an dem sie gerade vorbeigelaufen waren, und tatsächlich: Da hing ein hölzerner Pfeil. Nicht irgendein hölzerner Pfeil... einer, auf dem das Wort 'Waldschrein' klar und deutlich zu lesen war. War der vorhin schon hier gewesen...? So oder so, der Dargin tippte seinem Kameraden auf die Schulter und deutete auf das Schild. „Ich würde sagen... dreißig Prozent Wahrscheinlichkeit, dass das eine Falle ist. Zehn, dass es ein dummer Streich ist... drei, dass es ein kluger ist.“ Dann grinste er kurz über seinen eigenen Witz und zuckte mit dem Kopf in Richtung Wald, da, wo das Schild hinzeigte. „Was meinst du? Gehen wir?“

Sie gingen. Es wurde ein langer, langer Marsch durch nadelige Bäume und über enge, verschlungene Pfade, die hier verschluckt und da wieder ausgespien wurden und nirgendwo hin führten, außer ins eigene Verderben. Stunde um Stunde gingen die beiden durch die Wälder und fanden Dinge, die sie nie hätten erwarten können, aber keinen Schrein...
Jedenfalls erwartete Emaru fast, dass das der Fall sein würde. Tatsächlich war es allerdings überraschend einfach. Sie mussten an einer kleinen Baumgruppe vorbei und dann ergab sich ein Pfad, der hier und da etwas eng wurde, aber nahezu gerade verlief und immer gut sichtbar war und schlussendlich – nach gerade mal zehn Minuten oder einer Viertelstunde oder so, beeindruckend – kamen sie unter einem dieser roten, großen Tore hindurch. Emaru überlegte kurz, wie die noch gleich hießen... so etwas stand doch immer in der Nähe von heiligen Plätzen, behangen mit komischen Talismanen und sonstigem spirituellen Zeug, das böse Geister abhielt... Ach, er kannte sich damit einfach nicht aus. Irgendwie traurig, fand er, dass ein stilvoller, intelektueller Mensch an so einem spirituellen Platz war und es nicht würdigen konnte, ja, nicht einmal wusste, wie dieses Tor hieß! Zu einem späteren Zeitpunkt würde er sich mal darüber informieren und vielleicht, vielleicht, irgendwann erleuchtet hierher zurückkehren... oder auch nicht. Eher nicht.
Der Schrein selbst sah allerdings durchaus ziemlich hübsch aus. Zuerst einmal stand da ein Stein in der Erde, nicht besonders groß, aber mit eingravierter Schrift; ziemlich lyrisch, das, und es wies entweder auf ein Grab oder auf Wiederbelebung oder Erleuchtung hin, jedenfalls war das hier offenbar ein wichtiger Platz. Nicht weit davon entfernt stand ein kleines, weißes Häuschen mit rot-goldenem Dach, eindeutig schon ziemlich alt, aber noch immer glanzvoll. Es gab keine Fenster und nur eine einzelne Tür, eine Schiebetür, in der leider schon ein deutlicher Riss zu erkennen war, aber es war hübsch gemacht. Gestört wurde der Anblick nur durch an einen deutlich neueren, metallenen Kasten mit Schloss und einem Schlitz oben, auf dem in krakeliger Handschrift stand: „Der Geist der Wälder sieht Fremde bei seinem Schrein. Ehrt ihn mit einer kleinen Gabe! Zehn Jewel oder mehr!“ Diese verfluchte alte Frau...
Vorsichtig schob Emaru die Tür auf und wurde begrüßt von einer unangenehm großen Schicht Staub, die ihn zuerst einmal dazu inspirierte, einen Hustenanfall zu erleiden; wenn sich Erleuchtung so anfühlte, dann war er froh, dass er ein tumber Tor ohne Ahnung von Religion war. Ein paar Fußspuren innerhalb des Staubes sprachen allerdings dafür, dass hier in letzter Zeit doch ein paar Leute gewesen waren... aber das vermochte seine Aufmerksamkeit nicht auf sich zu ziehen. Nein, er konzentrierte sich viel mehr auf das große Gebilde, das die Mitte des Raumes einnahm. War das eine Truhe oder doch eher ein großer Sarg? So oder so, es war majestätisch... Das kräftige Holz schien selbst unter der ganzen Schicht an Staub noch zu schimmern, fast zu leuchten. Aber auch hier war eine merkwürdige Box zu sehen, dieses mal eine würfelförmige, kleine Kiste, die problemlos in eine Hand passte. Der Dargin nahm sie mit beiden hoch und betrachtete sie von allen Seiten; auch hier war ein kleiner Schlitz zu finden, aber es schien nicht für Geld zu sein. Auf jeder Seite des Kästchens ließ sich ein Symbol sehen, das bestimmt religiös war, aber nirgendwo eine Möglichkeit, es zu öffnen, und da er nicht unbedingt etwas angeblich Heiliges kaputt machen wollte, nur um zu sehen, was sich darin befand, stellte der Weißschopf die kleine Box wieder zurück. Das hier war durchaus ein interessanter Ort, bis hin zu dem Besen, der dort in der Ecke stand und trotz offenbar regelmäßigem Besuch zuließ, dass es hier so staubig war, dass man nicht einmal gut atmen konnte. Aber es gab hier nicht viele Stellen, an denen sich etwas verstecken könnte... Dargin und Soutanobu gleichermaßen durchsuchten das Innere und Äußere des Schreins, doch es schien hier nichts zu geben. Emaru sprach sich deutlich gegen das Öffnen der ominösen Box oder des möglichen Grabes aus, noch ehe Souta es hätte vorschlagen können, hätte er das gewollt, und so hatten sie schlussendlich... nichts. Gar nichts. Absolut gar nichts. Ein Besuch im Waldschrein ohne jegliches Ergebnis, und dafür 27 Jewel. Pro Person. Super. Nach diesem Rückschlag hieß es erst einmal, zurück in das Dorf, dann konnten sie weitersehen und sich vielleicht direkt um die Opfer kümmern. „Hm... war der Weg vorhin schon so lang...?“, dachte Emaru ohne große Rührung, als sie nach einer Weile noch nicht am Ziel waren, doch dann kamen vor ihnen ein paar Bäume, zwischen denen Licht hervorschimmerte... gut, sie waren wohl da.
Oder auch nicht. Als die Magier die Äste zur Seite schoben, traute der Dargin seinen Augen nicht: Sie waren schon wieder am Waldschrein! Genervt ging es um das Häuschen herum und wieder zurück auf den eigentlichen Weg; sie mussten sich auf dem Weg durch den Wald irgendwie verlaufen haben, dann mussten sie jetzt einfach besser darauf achten, dem Pfad zu folgen. Also achteten sie besser darauf, dem Pfad zu folgen... und kamen wieder am Schrein an! Langsam wurde Emaru etwas nervös, aber dazu gab es keinen Grund... Zufall, reiner Zufall. Zumindest, bis es sie auch beim dritten Mal wieder hierher verschlug... „W-was zur Hölle... ist hier bitte los...?“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:19

Tja, da waren sie, die schlauen, erfahrenen Magier. Und was taten sie? Sie liefen erst einmal mit gesenktem Kopf und Vollgas in die erste Falle, die sich ihnen bot, weil sie es konnten. Spätestens nach dem dritten Mal Laufen bemerkte Souta, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging, da hätte es nicht einmal Emarus leicht verwirrte Reaktion gebraucht, um das zu erkennen. Der Kettenmagier reiste oft, er hatte allgemein einen etwas spontanen, aber nichtsdestotrotz ausgereiften Orientierungssinn und auch sein Kamerad hatte ja verlauten lassen, dass er gerne neue Gebiete erkundete und obgleich er diese Wälder nicht kannte, wusste jeder halbwegs ordentliche Wanderer, wie man sich in solchem Terrain nicht verlief. Ein wichtiger Tipp war zum Beispiel, sich einen Fixpunkt zu merken, und wenn sie beim ersten Mal auf den Schrein zugelaufen waren und danach vom Schrein weggingen, konnte es nicht sein, dass sie wieder darauf zugingen, außer es gab im ganzen Wald vollkommen identische Schreine, aber das war unwahrscheinlich, schließlich hatten alle Bewohner nur im Singular gesprochen. In der Gebetsstätte selbst hatten sie weder einen Pulk entführter Jungfrauen noch irgendetwas Anderes gefunden, was auf menschlichen Einfluss hinwies, abgesehen von der etwas unverschämten Geldspendenbox, in die der Rotschopf vielleicht etwas hineingeworfen hätte, wenn man ihn vorhin nicht schon schamlos abgezockt hätte. So stand er nur herum und schaute sich alles an, berührte ein paar Rahmen, das Übliche eben, ohne großartig gefesselt zu sein. Das hier war eben ein normaler Schrein, wie man ihn öfter fand, für irgendeinen Helden oder einen Geist oder irgendetwas, was so ein rückständiges Dorf eben für Fruchtbarkeit oder was auch immer anbetete. Es ärgerte den Kettenmagier, dass sie ihre Zeit verschwendet hatten und zudem auch noch seine Ersparnisse aus dem Fenster geworfen worden waren, für gar nichts. Diese alte Frau war eine Schwindlerin und er hatte nicht übel Lust, ihr die Jewels aus der Tasche zu schütteln, wenn sie wieder bei ihr waren, doch das klappte ja nicht, weil sie Hals über Kopf in einen Bann gerannt waren, der sie jetzt festhielt wie die Hasen im Gitter. Es frustierte Souta, dass er so leicht auf einen so simplen Trick hereingefallen war, aber wer rechnete nach einer Esoteriktante auch mit echter Magie? Hier im Wald vor allem, zwischen Kuhmist und dem ein oder anderem Eichhörnchenpenthouse, das war doch unwahrscheinlich ... Und trotzdem kamen sie schon wieder am Waldschrein an, diesmal zum letzten Mal, weil Souta die Arme in die Luft schmiss und damit deklarierte, dass er aufgab. Das hier hatte etwas von einem Goldfisch, der gegen sein Glas anschwamm, und das musste er sich nicht zur Erheiterung irgendeiner magischen Entität bieten lassen. Natürlich war es etwas Magisches ... Nur was? Noch ein Dschinn? Eine Hexe? Souta murrte, denn er hatte keine Ahnung. “Das ist so klischeehaft ... Machtspielchen, nichts Anderes. Wer diesen Zauber gesprochen hat, der hat uns jetzt, wo er uns will.” Er kratzte sich am Hinterkopf und schritt dann auf das Zentrum der Stätte zu, schaute in die Luft, auf der Suche nach einer Spur, fand aber nichts, außer Stille. “Du musst uns nicht entführen, wir sind keine verzweifelten Jungfrauen oder ... enttäuschte ... Liebhaber.” Das Letzte hinkte ein bisschen, weil Souta kurzzeitig an jemanden denken musste, der ihn normalerweise statt eines anderen Weißhaares begleitete, doch er hatte sich gleich wieder und seufzte, als natürlich keine Antwort kam. Stattdessen rieb er sich die Oberarme, denn langsam war es hier oben richtig kalt geworden – kälter als sonst vielleicht. Andererseits war er, was soetwas anging, auch etwas empfindlich. “Uns bleibt jetzt wohl nichts Anderes, als zu warten ... Verdammt, es ist eisig hier.” Brummig hockte sich der Kettenmagier in die Hütte, die nicht richtig geschlossen werden konnte und keinerlei Schutz gegen die kriechende Kälte bot, aber wenigstens saß er so nicht draußen herum und konnte versuchen, sich ein wenig aufzuplustern. Mit ratlosem Blick schaute er zu Emaru herüber. Möglicherweise hatte der ja Erfahrung damit, wie man Bänne brach oder kannte sich anderweitig aus ... Souta hasste es jedenfalls, untätig herumzusitzen ...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:25

Emaru war schon aus ganz anderen Wäldern wieder herausgekommen! Es gab einen dunklen Wald in der Mitte zwischen Oshibana Town und Hosenka Town, der dafür berühmt war, dass kaum jemand je wieder herauskam, und er ging dorthin, wenn er ungezügelt trainieren oder den Kopf frei bekommen wollte! Er hatte mehr von Fiore live gesehen als die meisten Menschen, also war es ja wohl lächerlich, zu glauben, dass er sich in einem Wald wie diesem verlaufen könnte! Er war sich eigentlich schon nach dem zweiten Versuch sicher gewesen, aber jetzt war jeder Zweifel aus dem Weg geräumt: Sie hatten sich nicht verlaufen. Irgendeine Magie war es, die die beiden Zauberer an Ort und Stelle hielt, und das nervte ihn gerade ganz schön. Ein Blick nach oben in den Himmel machte es nicht besser... es war ziemlich bewölkt gerade. Vorhin war es noch ein so klarer Tag gewesen, dass er gedacht hatte, heute Nacht konnte man die Sterne wunderschön sehen, doch die Nacht kam so langsam und die Sterne blieben hinter den Wolken verschwunden. Na toll...
Während Souta sich an das ominöse Wesen richtete, das die beiden hier eingesperrt hatte, ohne sichtlichen Erfolg, blickte der Dargin sich weiter die Grenzen zwischen Wald und Lichtung an. Nicht, dass er sich irgendetwas davon erhoffte, aber was er sonst tun sollte, wusste er auch nicht. Genervt trat er einen kleinen Stein mit viel Kraft in den Wald hinein und erwartete fast, ihn gegen die andere Seite des Schreins schlagen zu hören, aber das geschah natürlich nicht. „Kalt...?“, murmelte er, ohne groß aufzusehen. „Mag sein... ich bin gegen Kälte recht resistent...“
Das war er, das war er wirklich, doch während Souta sich in die kleine Hütte zu dem Sarg und dem unbenutzten Besen begab, spürte er doch ein gewisses Frösteln – es war durchaus kühl hier. Aber er hatte eine Idee. Was, wenn das kein großer, ein Feld umfassender Zauber war, sondern eher eine besondere Art der Barriere? Da sie problemlos hergekommen waren und auf ihrem Weg durch den Wald niemandem begegnet waren, nicht einmal jemanden gehört hatten, konnte das durchaus sein. Eine Barriere, die sich beim Betreten aktivierte und die Leute in ihr nicht mehr herauslassen. Dann musste hier irgendwo etwas sein, das sie in Stand hielt, eine Linie von Runen oder irgendwelche magischen Objekte... irgendetwas. Barrieren liefen niemals ganz von allein. Er trat an den Waldrand heran, kniete sich hin, strich mit der Hand über den Boden; nein, hier war nichts. Irgendwie enttäuschend...

„... huh?“ Der Kopf des Dargin zuckte leicht hoch, als er etwas Kühles in seinem Nacken spürte, und im nächsten Moment spürte er es noch einmal, diesmal auf der Nase. Seine Auge kreuzten sich fast, als er auf sie hinabblickte und... eine Schneeflocke erblickte. Eine kleine Schneeflocke, die schnell zerschmolz. „Ist die Zeit für Schnee nicht langsam vorbei...?“ Dieses Jahr hatte es ohnehin kaum geschneit... aber in den Bergen konnte das ja durchaus etwas anders sein. Besser, er suchte weiter nach einer Möglichkeit, hier wieder wegzukommen, anstatt sich davon ablenken zu lassen. Also ging er etwas tiefer in den Wald hinein, achtete diesmal klar auf den Boden; wenn er nichts fand, würde er so oder so zum Schrein zurückkommen. Er konnte sich nicht noch mehr verlaufen als jetzt. Es war aber doch ziemlich unangenehm... es wurde wirklich, wirklich kalt! Nach einer Weile begann der massive Körper des Dargin, unaufhörlich zu zittern, bis es so schlimm wurde, dass er sich nicht mehr konzentrieren konnte. Er sank kurz auf ein Knie herunter und atmete tief durch, während seine Arme um seinen Oberkörper geschlungen waren, doch es half nicht. Außerdem konnte er eh nichts sehen... so, wie seine Stimmung gesunken war, war der Sturm stärker geworden. Moment, Sturm? Eben war nur etwas Schnee gefallen, aber jetzt schlug er einem richtig ins Gesicht. Noch war er nicht so weit gegangen... besser, er ging direkt zurück, anstatt darauf zu warten, dass ihn die Magie dieses Ortes zum Schrein zurückbrachte. Also drehte er um und hatte den Wind jetzt im Rücken, und während der Sturm nicht nachließ, merkte er mit jedem Schritt, wie die Kälte ihn etwas weniger mitnahm. Vor dem Häuschen blickte er noch zu einem kleinen Hügelchen im Schnee; natürlich, der Stein mit den Runen darauf. Daran hatte er noch gar nicht gedacht... wenn der Sturm nachließ, würde er mal nachsehen, wie es damit aussah. Vielleicht war es ja dieser Stein, der die Barriere hielt, wo sie war...
Jetzt ging es aber erst einmal hinein, zu Souta, und es war überraschend warm hier drinnen, für einen Ort, der weder irgendeine Form von Dämmung, eine Heizung oder auch nur eine richtige Tür hatte. „Ah... hier ist es viel angenehmer als draußen“, meinte er, blickte zu Souta hinab. „Du glaubst gar nicht, wie kalt es wird, wenn man sich von hier ein Stück entfernt... es ist um den Schrein herum wirklich... überraschend warm...“ So langsam fiel der Groschen bei ihm. „Das gibt es doch nicht! Diese verfluchte Magie kontrolliert das Wetter?“ Mit einer Hand hielt er sich den Kopf, während draußen der Wind peitschte, und versuchte, sich zu beruhigen, ging dabei leicht auf und ab. Er schaffte es auch, wieder etwas mehr Ruhe in sich einkehren zu lassen, und draußen ließ der Schneesturm wieder etwas nach; es gab offensichtlich einen Zusammenhang zwischen beidem...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:28

Ja, es war sicherlich ganz toll, was Emaru da an tollen Phänomenen herausgefunden hatte, mit denen man den Zauber beschreiben konnte, indem er einfach mal einen Spaziergang machte und sich die Sache von Nahem ansah. Echt klasse. Leider starb Souta hier gerade ein wenig. Also, es war nicht direkt lebensbedrohlich hier drin, schließlich war er nicht verletzt und trotz geringer Schmerztoleranz nicht aus Zucker, aber dass es plötzlich zu schneien begann, als sie sich voneinander entfernten, konnte doch niemand ahnen, oder? Der Kettenmagier wurde von dem plötzlichen Kälteeinbruch auf dem vollkommen falschem Fuß erwischt und zitterte und bibberte wie Espenlaub, während der Andere sich durch den Schneesturm kämpfte, der sich mit zunehmender Entfernung nur noch verstärkte. Verdammt, es war unmöglich, dass es innerhalb so kurzer Zeit so verdammt kalt wurde, oder? Nicht einmal im extremen Norden waren derartige Schwankungen üblich, das hier ging nicht mit rechten Dingen zu! Souta wollte Emaru etwas in der Richtung zurufen, doch als er den Mund öffnete, klapperten seine Zähne so heftig, dass es wehtat, und er rollte sich gegen die Wand zu einem kleinen Paket zusammen, aufrecht sitzend, aber mit den Armen um den Knien und dem Kopf eingezogen soweit er das konnte, ohne zur Schildkröte zu werden, um der beißenden Kälte möglichst keine Angriffsfläche zu bieten. Das funktionierte kaum. Er spürte, wie sein ganzer Körper sich in heftigen Zuckungen schüttelte und hatte Angst, dass er diese Kälte nicht überleben würde, da wurde es plötzlich ein ganzes Stück wärmer, als Emaru sich ihm wieder näherte. Der Kettenmagier hob den Blick kurz und lauschte seinen Ausführungen, doch kaum hatte er ihm innerlich zugestimmt, schnellte plötzlich sein Arm nach vorne und er hatte das Weißhaar gepackt, um es hinabzuziehen und sich an ihn zu kuscheln, in einer einzigen, blitzschnellen Bewegung, die in ihm sowohl Panik als auch ein durchdringend positives Gefühl weckte, was allerdings irgendwie fremd war. Es dauerte nur eine Sekunde, da wurde es in der Hütte schlagartig wärmer, so als hätte man eine Heizung aufgedreht, so warm, dass man es geradezu heiß nennen konnte ... Draußen im Schnee begann ein gewisses Artefakt leicht rosarot zu leuchten, und auch hier drinnen sprangen die Opferkerzen an und sorgten für eine geradezu romantische Stimmung – wenn hier irgendjemand romantische Gefühle hegen würde. Souta hatte keine Ahnung, wieso er das getan hatte, und er versuchte auch sofort, sich zu lösen, weswegen er letztendlich reichlich verwirrt auf dem Hintern landete, ein wenig wegrobbte und sich am Kopf kratzte. “Was ...” Das hier war Emaru. Ein Typ. Irgendein Bekannter, den er auf dieser Quest getroffen hatte und nur, weil er vielleicht gewisse Ähnlichkeit mit einem anderen Weißhaarigen aufwies, bedeutete das nicht, dass es gerechtfertigt war, wie wohlig er sich plötzlich gefühlt hatte und wie sein Bauch von einem Moment zum Anderen zu einer ganzen Brutstätte für Schmetterlinge geworden war ... Das hier war nicht der Typ, der das bei ihm auslöste, denn das konnte niemand, nicht einmal ...
“Der Falsche? Nur Liebende und Unglückliche besuchen mich – was wollt ihr in meinem Reich?”
Eine Stimme erklang aus allen Holzspänen der Hütte, aus jedem Zentimeter Material, aus Souta und Emaru selbst, sie hallte durch Organe und Knochen und ließ beides zusammen mit einer schneidenden, grausamen Kälte erzittern, die sich in das tiefste Mark zu fressen schien. Weiblich war sie, doch auch düster und wütend – eindeutig feindselig. Hatte dieses Wesen etwa den Zauber gewirkt? Wieso war es unsichtbar? Und warum hatte es sie verkuppeln wollen ... All das ergab keinen Sinn ... Und dennoch hatten sie jetzt immerhin einen Gesprächspartner. Das konnte ja nur noch besser werden, oder?

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:29

Emaru versuchte, sich zu beruhigen, versuchte es wirklich. Er mochte eine Person sein, die ein Stück weit über den Dingen stand, die andere Menschen so beschäftigte, aber durch die kleine Nummer zwei, die sich in ihm versteckte, besaß er auch eine gewisse Reizbarkeit, der entgegen zu wirken nicht immer so einfach war, wie man meinen sollte. Über die Jahre hatte er daran gearbeitet und war relativ ausgeglichen geworden, aber wenn ihn etwas wirklich nervte, so wie diese gemeine Barriere und das Wetter, das ja unbedingt verrückt spielen musste, dann kostete es ihn doch ein Stück seiner ohnehin gering bemessenen Konzentration, und was war in solchen Situationen wohl gar nicht hilfreich? Genau, von irgendwelchen Männern angesprungen zu werden!
„S-Souta?“, rief der Weißschopf überrascht, als der andere ihn zu Boden zu zerren versuchte, und infolge dessen wurde es schlagartig heiß... Emaru hatte das ganze viel zu unerwartet getroffen, als dass er gerade irgendetwas machen konnte. Nicht einmal sein Instinkt verlangte, dem Rotschopf dafür eine überzuziehen, denn für einen Moment fühlte sich die Berührung... gut an? Wie...? Aber dann siegte doch wieder die Natur des jungen Mannes, er wollte seinen Begleiter von sich stoßen, doch das war nicht notwendig, da der von selbst losließ und auf seinen Hintern plumpste. Nun, das war auch in Ordnung, aber wie war es überhaupt so weit gekommen? Der Dargin holte schon Luft, um Souta zu fragen, was er sich denn bitte dabei gedacht hatte, als eine Stimme ertönte. Von überall. Eine hübsche, weibliche Stimme, aber ihr Klang war dennoch eher beunruhigend als angenehm... und vor allem war sie sauer. Man brauchte in diesem Fall keine Mimik oder Gestik, um das festzustellen. Sie mochte es wohl nicht, wenn Leute herkamen, die nicht gerade in einem Liebesstreit steckten...
„Was wir hier wollen?“, fragte der Weißschopf zurück und blickte spontan den Sarg oder die Truhe oder was immer es auch war an – irgendwie kam ihm das am ehesten wie die Verkörperung von einem magischen Wesen vor als alles andere hier. Sie würde ja wohl kaum im Staub oder im Besen stecken... „Wir sind Magier der Gilde Blue Pegasus und sind hier, weil es in letzter Zeit Probleme gab mit Mädchen, die verschwunden sind. Das Dorf, das nicht weit von hier liegt, wird durch diese vermeintlichen Entführungen schwer gegeißelt, und es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass hier wieder Frieden einkehren kann.“ An dieser Stelle machte der Dargin eine kurze Pause. Es war vermutlich nicht so clever, ein Wesen zu verärgern, das ein kleines Reich kontrollieren konnte, ganz besonders, wenn man sich in diesem Reich befand. Und es war schon gar keine gute Idee, sich in einer solchen Situation als der Boss oder die überlegene Person aufzuspielen, also war es wichtig, sich erst einmal die richtige Wortwahl zurecht zu legen. Was auch immer hier die Kontrolle hielt, es war offensichtlich emotional und verärgert, also war es hier besser, Vorsicht walten zu lassen... „Wir wurden hierher geschickt von einer älteren Mitbürgerin, die meinte, wir würden einen Anhaltspunkt finden... und, dass alle Verschwundenen zuvor bei diesem Schrein waren. Deswegen... ich wüsste gerne etwas mehr über dich.“ So, jetzt sprach er direkt mit dem Wesen oder dem Zauber oder der Entität oder... was auch immer es sein mochte. Vielleicht sprach er auch mit dem Schrein. Und falls er halluzinierte und es die Stimme gar nicht gegeben hatte, dann sprach er vermutlich mit sich selbst und Souta hielt ihn für verrückt. Jedenfalls sprach er. „Würdest du mir sagen, wer oder was du bist? Und ob du etwas mit dem Verschwinden der Mädchen zu tun hast? Hast du sie auch in eine Barriere gesperrt, so wie uns?“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:34

Die eisige Kälte und die plötzliche Wärme, die sich innerhalb so kurzer Zeit abgewechselt hatten, ihre Gefangenschaft im Gebiet rund um den Schrein und die rauchige, abstrakte Frauenstimme, die wutentbrannt nach ihren Motiven fragte ... All das waren deutliche Hinweise darauf, dass sie es mit einer Wesenheit zutun hatten, die ihnen, was magische Fähigkeiten anging, weit überlegen war. Die Macht ihrer Worte war beeindruckend, ließ die Hütte erzittern und spielte allgemein sehr auf den dramatischen Effekt, wie es auch die anderen magischen Ungeheuer schon immer getan hatten, denen der Itasa auf seiner Reise durch Fiore begegnet war. Bisher war er noch nie mit einem frisch Getroffenem in einem Holzhaus gefangen gewesen und hatte ihn aus irgendeinem urtümlichen Instinkt heraus angeknuddelt, aber ansonsten, ja, ansonsten war das ganz die Abenteurerchose, für die man Magier kannte und liebte. Souta wusste nicht so recht, was er antworten sollte, oder ob sich das überhaupt lohnte, weil er ja niemandem in die Augen schauen konnte, doch allein die Gewissheit, dass sie es offenbar tatsächlich mit einer etwas anderen Form der Existenz zutun hatten, reichte ja schon, dass sie Pläne schmieden konnten, wie man einen wütenden Geist wieder loswurde. Natürlich wäre es ideal gewesen, schon zuvor von der Beschaffenheit ihres Gegners zu wissen und sich darauf vorzubereiten, aber man konnte ja nie alles haben und wann war Souta schon jemals nicht dazu gezwungen, irgendwie zu improvisieren? Während Emaru versuchte, die zornige Unsichtbare zu beschwichtigen und ihre Identität zu bestätigen, ging der Rotschopf flink all seine Optionen durch und versuchte herauszufinden, wie man Körperlose verbannte oder rastlose Seelen beruhigte, irgendwie gab es dazu doch immer einen Schlüssel ... Irgendetwas, was sie an dieser Welt hielt, weswegen sie nicht ins Jenseits kamen, und das musste man dann vernichten. Na ja, andererseits hatte er vielleicht zuviele Romane gelesen und er konnte nicht gerade sagen, dass diese immer historische Authentität bewiesen ... Zurück also zu den altmodischen Quellen: Ihrer Umgebung. Souta betrachtete den Altar, der wohl wirklich so ziemlich das Einzige in der ganzen Hütte war, was abgesehen von Staub und nie benutzten Besen etwas hermachte, und dachte dann darüber nach, ob Götter überhaupt existierten. Natürlich hatte er nicht vor, in dieser etwas beklemmenden Lage theologische Erörterungen zu tätigen, aber wenn das hier die Wesenheit war, der man diesen Altar gewidmet hatte, dann musste man eigentlich nur ihre Verbindung zu dieser Welt zerstören, um den Bann zu brechen, oder? Ja, das klang logisch. Emaru redete weiter, über Entführungen und Mädchen, was der Rothaarige dazu nutzte, sich dem Objekt der Begierde bis auf einen Schritt Entfernung zu nähern und es in Augenschein zu nehmen. Ja, das Ding war ziemlich alt und wahrscheinlich waren die Steine durch das kühle Klima und den Frost schon ein wenig verwittert, eigentlich sollte es kein Problem sein, die Gebetsstätte zu zerstören, ein kräftiger, konzentrierter Schlag ...
“Entführt? Gegen ihren Willen halte ich niemanden fest! Diese Geschöpfe suchten nach Liebe und sie finden sie in meiner Umarmung ... Die Welt blickte mit Spott und Gelächter auf sie hinab, doch in meinen Augen sind sie perfekt! Ich werde ... WAS TUST DU DA?!”
Ein Krachen ertönte, gefolgt von einem Schmerzensschrei, und dann lagen plötzlich zwei Hälften einer schmuckvollen Vezierung auf den Boden, und daneben stand ein Kettenmagier, der seine Hand umklammerte, als hätte er sie gerade durch den Fleischwolf gejagt, obwohl man bis auf eine leichte Rötung kaum Verletzungen daran erkennen konnte. Das Problem war allerdings weniger sein Karateschlag, der den Altar zwar nicht komplett zerbröselt, aber immerhin halbwegs vernichtet hatte, sondern eher die Tatsache, dass statt einem Leuchten oder irgendeinem anderen Anzeichen von Erfolg schwarzer Rauch aus dem Riss aufzusteigen begann, der sich in der Hütte ausbreitete und die beiden Magier relativ bald dazu zwang, auf die Lichtung hinauszutreten. Immer mehr von dem dichtem RQualm quoll aus dem Eingang hervor und schien sich mit jedem Zentimeter zu verdichten, bis er den schattenhaften Umriss einer elfengleichen Person formte, schwarz wie die Nacht, aber mit leuchtend-flammenden Augen und einem gut erkennbaren Mund ausgestattet. “Früher haben die Menschen bei mir Tiere GEOPFERT. Sie vertrauten meinem Urteil und ich konnte in ihre Herzen sehen. Sie sehnten sich nach Liebe. Aber heute ... Seht euch an, was aus den Menschen dieser Zeit geworden ist! Es geht euch nur noch um die Zahl der Rundungen, die Anerkennung, die ihr euch mit Geld erkauft ...” Sie hob eine ihrer Hände, die in langen Krallen endete und deutete damit auf Emaru, dann auf Souta. “Ihr spielt mit den Körpern und den Herzen anderer und habt Spaß daran. Und doch solltet ihr nichts mehr fürchten als die Liebe selbst. Sie ist die stärkste Waffe, die diese Welt zu bieten hat und ihr werdet von ihr gerichtet werden!” Mit diesem letzten, schicksalsträchtigem Satz stürzte sie sich auf die Magier.

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:35

Hm... die Kreatur dieses Schreins schien bereit sein, zu reden, auch wenn sie ziemlich auf ihrem Standpunkt beharrte. Das war kein Problem, das taten die Meisten. Zuerst einmal musste Emaru hervorheben, dass er nicht behauptet hatte, sie wäre eine Entführerin, dann sagen, dass der Versuch, mehr Liebe unter die Menschen zu bringen, ziemlich edel war; dass er selbst an das Gefühl der Liebe nicht glaubte, gehörte hier nicht hin. Dann kam die Argumentation, dass es nun aber viele Leute gab, denen diese 'Geschöpfe' fehlten und die deswegen jetzt einsam waren, und diese Gottheit oder was sie war würde mit ihrem Harmoniebedürfnis sicher einen Weg ausarbeiten können, wie man die Menschen wieder glücklich machen konnte... “WAS TUST DU DA?!”
Bei seiner Konzentration darauf, wie man dieses Wesen besänftigen und zur Kooperation bewegen konnte, hatte Emaru kaum bemerkt, worauf Souta abzielte... und als die Frauenstimme ihm die Ohren vollkreischte, zerschlug er doch tatsächlich den Altar! Die kleine Box, die darauf gestanden hatte, flog ein Stück zurück und zerbrach mit einem Knacken am Boden, während die steinerne Truhe selbst einen schwarzen Rauch in die Luft entließ, jetzt, wo die ominöse Frau richtig sauer war. „Was hast du dir dabei gedacht?“, fragte Emaru den Rotschopf, während sie den Schrein verlassen mussten, um nicht zu ersticken, doch kaum waren sie draußen, wo der Schneesturm glücklicherweise aufgehört zu haben schien, folgte ihnen der Rauch... und wurde fester. Die Form missfiel Emaru: Das war zwar nur Rauch, aber zweifellos eine Frau, diese feminine Figur ließ sich nicht verleugnen, auch wenn vor ihr keine Medizinbälle herumhängen – das war keine Notwendigkeit, um das Geschlecht deuten zu können. Er wusste zwar, dass ihr Gegner weiblich war, aber wenn sie wenigstens unförmig und wabernd und physisch nicht zu deuten gewesen wäre, wäre es ihm leichter gefallen, dagegen zu kämpfen; der Dargin verletzte keine Frauen, wenn er es vermeiden konnte. Besonders schwierig war es für ihn, als sie über die heutigen Zeiten redete... und über seine Persönlichkeit. Er wollte ihr sagen, dass es nicht stimmte, dass zumindest er Optik und Geld nicht so wichtig nahm und dass er nie, niemals mit einem Herz spielen würde... aber irgendwie lag das im Auge des Betrachters. Nur, weil er es immer wieder schaffte, sich selbst davon zu überzeugen, dass das, was er tat, das Richtige und er ein guter und alles andere als oberflächlicher Mensch war, konnte er nicht erwarten, dass sie es ihm glauben würde... Irgendwie fürchtete er das vernichtende Urteil, das dieses Wesen über ihn verhängte. Dabei hatte sie gar kein Recht, ihn zu verurteilen, und er nicht die Pflicht, sich selbst zu rechtfertigen...

Mit einem Mal wurde sein Blick kühl und klar. Richtig, er musste sich hier nicht rechtfertigen. Während sie auf ihn zustürzte, holte sie zum Schlag aus, attackierte ihn, da er näher war als Souta, doch das Weißhaar hielt ihren ersten Faustschlag simpel mit seiner eigenen Hand auf, und als sie mit der zweiten Hand nachsetzen wollte, schnappte er diese auch aus der Luft. „Verstehe ich das richtig? Du willst über mich richten?“, fragte er mit leichtem Groll in der Stimme, gefolgt von einem schmerzvollen Aufschrei der Frau, die sich schnell aus seinem Griff zog, um zu zeigen, dass sich in ihren beiden Händen nun Löcher fanden, die von der Form her gut zu den Stacheln passten, die aus Emarus Handinnenfläche ragten. „Du nimmst dir mehr heraus, als du hast, elende Kreatur.“ „Was sagst du da?“, kreischte sie mit einer ohrenbetäubend hohen Stimme, während ihre Hände sich wieder auffüllten. „Ein herzloser Mensch wie du, für dessen Triebe andere Menschen zu leiden haben, wird nie verstehen, was Liebe ist! Deswegen wirst du dein Ende hier finden! Du wirst diesen Ort nie verlassen!“ Mehr Rauch fand seinen Weg zu der Frau, und sie wurde ein wenig größer; ob sie auch stärker wurde? Emaru für seinen Teil wollte das nicht unbedingt herausfinden... „Souta, bleib ein wenig zurück“, meinte Emaru, während sich in seinen Händen kleine Kügelchen bildeten. Kaum war die neunte fertig, schloss er kurz die Augen und prägte sich ein, wie die Lady auf ihn zustürzte. „Instant Darkness!“ Und im nächsten Moment wurden er und seine Gegnerin von einer Wolke aus Finsternis verschluckt. Mit einem schnellen Schritt zur Seite und einer Drehung um etwa neunzig grad wich der Dargin der Faust aus, die die Kreatur mit einem unnötigen Kampfschrei kombinierte. Ihr Temperament war wohl eine ihrer größten Schwächen, wie er ihr mit einem schnellen Schlag mit der linken zeigte. Gleichzeitig öffnete er seine rechte Hand und murmelte: „Crystal Bullets.“ Die ersten beiden trafen, da befand sie sich wohl noch im Flug, doch kaum gab es ein leises Knirschen, als ihr Fuß auf den Schnee traf, schaffte sie es, der letzten auszuweichen. Allerdings war es relativ leicht, ihren Lauf zu verfolgen, da der Schnee ihre Schritte recht geräuschvoll machte, und so konnte Emaru die linke Hand ebenfalls öffnen und die sechs Kugeln aus ihr gleich hinterher schicken. Er wusste, dass dieser Angriff langsam war, aber wenn man wusste, wo sie lang lief, reichten sechs langsame Kugeln völlig, um sie aus dem Tritt zu bringen. Zwei davon trafen tatsächlich, machten nicht viel Schaden, brachten die Frau aber vollkommen aus der Ruhe. „DUUUU!“, kreischte sie, dann erklangen wieder Schritte, die direkt auf ihn zukamen. Sie hielt sich wohl für clever, weil sie den Ursprung der Kugeln herausgefunden hatte... Was sie offenbar nicht erwartete, waren die kleinen Klingen, die Emaru vor sich in die Luft gesetzt hatte. 15 Mini Blades sollten ihren Zweck erfüllen... „Mini Blades.“
Keine ganze Sekunde später kreischte sie wieder, doch dann würde Emaru überraschend von etwas getroffen... etwas kräftigem. Seitlich flog er aus seiner Wolke wieder heraus, schlug zweimal auf dem Schnee auf, ehe er sich wieder hochrappelte, doch während er noch dabei war, schälte sich eine dicke, schwarze Linie aus seiner Finsternis und schlug nach ihm, traf ihn frontal in den Magen und hob ihn nach oben, um ihn erneut in den Schnee fallen zu lassen. Wie eine Schlange bewegte sich die wirklich feste Rauchfahne, während die Schutzgöttin des Schreines mit einer zweiten dieser Art wieder hervortrat. Etwas größer war sie auch wieder geworden, hatte aber offenbar aufgegeben, ihn einfach so zu erwischen... Oder doch nicht? Noch während er aufstand, lief sie auf ihn zu, und er hatte es nicht einmal ganz geschafft, auf die Beine zu kommen, da kratzten ihre Klauen – ihre Finger hatte sie offenbar sehr spitz gestaltet – durch seine zähe Haut hindurch, ehe ihr Bein nach oben schnellte und sein Kinn kraftvoll von unten erwischte. Wäre Emaru nicht Emaru, so wäre das wohl furchtbar schmerzhaft, vermutlich sogar ein Bruch gewesen, aber auch so reichte es, um ihn in die Luft zu heben und wieder auf den Rücken krachen zu lassen. Als sie nachsetzen wollte, raste dann jedoch sein Fuß nach oben und trat gegen die Stelle, an der bei einem Menschen der Magen gelegen hätte, ehe er sich endlich aufrichtete. Schnell stieß wieder eine der Rauchfahnen nach vorne, doch damit hatte er gerechnet, erschuf vor sich einfach eine Dark Blade, die sich nach einer kurzen Bewegung vorwärts bewegte und durch den Rauch schnitt, während er direkt hinter ihr herlief. Die Frau wich der Klinge problemlos aus, auch der Faust, die ihr schwarzes Gesicht attackieren wollte, entkam sie schnell zur Seite... doch plötzlich schoss auf genau dieser Seite ein ebenso schwarzer Stachel heraus und entlockte ihr wieder einen dieser markerschütternden Schreie, während er durch ihr Gesicht riss und aus dieser Entfernung tat das verdammt in den Ohren weh, hinterließ ein fürchterliches Klingeln, aber darauf konnte er nicht achten. Die beiden Rauchwürmer hielten für einige Momente inne und das reichte dem Dargin, um wieder in der Wolke aus Finsernis zu verschwinden und wenig später nahe Souta wieder aus ihr herauszukommen. „In Ordnung...“, meinte er etwas zu laut, weil er gerade nicht so gut hörte. „Es sieht nicht so gut aus wie erwartet. Diese Schlangen haben mich überrascht.“ Aber die zwei würden es sicher trotzdem schaffen...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:37

Souta zu fragen, was er sich bei einer impulsiven Handlung gedacht hatte war, als würde man Wasser fragen, wieso es Gegenstände nass machte. Es passierte einfach, war ein naürlicher Nebeneffekt seiner Persönlichkeit. Der Rotschopf war nicht dumm, aber er war durchaus pragmatisch und nahm die Dinge dazu eben noch gerne selbst in die Hand. Wenn er sich einer Sache sicher war und es zudem keine Möglichkeit gab, mit seinem Kameraden zu kommunizieren, schaltete er sich eben aus eigenem Antrieb ein. Emarus Verhandlungen hatten als ausgezeichnete Ablenkung getaugt, mehr sah der Kettenmagier im Moment nicht. Dass sich die Lage verschlimmerte und sie aus der Hütte gedrängt wurden, hatte er ja unmöglich ahnen können, oder? Er war sich so sicher gewesen, dass sie mit einer derartigen Aktion die Geisterfrau/Göttin loswerden würden, hatte sich aber wohl geirrt. Irgendwie hatten sie nun wohl ein Problem, denn um ehrlich zu sein, war diese keifende Stimme noch deutlich bedrohlicher, wenn sie aus einem schwarzen Schemen mit Kurven und Krallen bestand. Klar, das war sicherlich ziemlich schlecht für die beiden, aber man musste auch sagen, dass sie einen ansprechenden Körperbau ausgewählt hatte und niemand wissen konnte, dass sie derartige Tricks auf Lager hatte ... Er war also nicht unbedingt Schuld, wenn diese Frau sie zerfleischte, ja? Für's Erste schien sie es jedenfalls eher auf Emaru abgesehen zu haben, was Souta auch gerne zu einem tollen Angriff ausgenutzt hätte, doch stattdessen schickte ihn der Weißhaarige auf die Reservebank, was er natürlich nicht sehr gut aufnahm. Zwar war der Andere nicht sein Freund, sondern eher ein sympathischer Anwärter auf den Bro-Titel, aber andere einfach so kämpfen zu lassen, während er zusehen und Däumchen drehen musste, war einfach nicht drin ... Er war halb für diesen Schlamassel verantwortlich und statt zu helfen, sollte er einfach zurücktreten und Emaru machen lassen? Hatte der etwa die Befürchtung, dass er noch mehr kaputtmachte, oder vertraute er Souta nicht oder wollte er die Bühne für sich alleine haben? Offenbar keines dieser Dinge, denn als der Rotschopf schließlich widerwillig zurückstakste, stob eine Wolke aus Dunkelheit hervor, die recht schnell erklärte, wieso er sich nicht in diesem Radius befinden sollte, denn das hätte ihn wohl direkt erblinden lassen. Kampfgeräusche waren zu hören, und alles juckte ihn, sich ebenfalls in den Nebel zu stürzen, aber so todesmutig war er dann doch nicht ... Zumal wahrscheinlich nur sein Kamerad da drin die Hand vor Augen sehen konnte, wie auch immer der es anstellte. Dennoch war es nicht gerade prickelnd, die kreischenden Schreie dieser Rachegöttin zu hören, denn das tat nicht nur in den Ohren weh. Wie konnte jemand solche Geräusche machen und sich für die Liebe einsetzen? Das passte doch nicht zusammen. Dieses Wesen war selbstgefällig und sah sich als Richterin, deshalb hatte sie die Mädchen entführt und hielt sie bei sich, in einem Abklatsch ihrer Welt, den sie sicherlich für ein Paradies hielt. In Wirklichkeit waren diese armen Personen sicher vor Angst und Heimweh ganz verzweifelt und sehnten sich nach ihren Familien, aus denen man sie fortgerissen hatte. Wieso mussten solche übernatürlichen Göttinnen nur immer alles so wörtlich nehmen ... Oh, da war Emaru wieder, schoss durch die Gegend und wurde von einem Rauchtentakel verfolgt, der die Sache nicht weniger bedrohlich machte. Sie wusste sich also auch zu helfen, aber der Andere schickte sie mit einem Tritt und einem Stachel ins Jenseits und tauchte kurz darauf bei ihm auf, was dem Rothaarigen ein anerkennendes Pfeifen entlockte. Wäre das Vieh sterblich, hätte er sie wohl schon abgemurkst, aber so hörte man eher Wutgeheul und kurz darauf brach ein Spieß zwischen ihnen hervor, der die beiden Magier dazu zwang, zur Seite auszuweichen. Souta machte eine halbe Drehung und hatte plötzlich eine grinsende, glühende Fratze direkt im Gesicht, was den Rotschopf dazu bewegte, rückwärtszustolpern und fast auf den Hintern zu fallen, was er nur aufgrund seiner Geschicklichkeit nicht tat. Diese Frau sah deutlich gruseliger aus, wenn sie so nahe bei ihm war ... Auch wenn sie sich eher langsam bewegte, wie eine Kobra kurz vor dem Zustoßen. “Wir hatten einen schlechten Start, meinst du nicht? Vielleicht sollten wir uns nochmal unterhalten?” Ein weißer, leuchtender Streifen erschien in der Mittelregion des Schattenschemens und schien sich einen Moment auszubreiten und obwohl Souta gerne gewusst hätte, was diese helle Stelle bedeutete und woher sie gekommen war, hatte er kaum Zeit, um auszuweichen, weil sie sich auf ihn stürzte. Er wirbelte an ihr vorbei und versuchte es mit einem harten Ellenbogenschlag in ihr Kreuz, der sie halb zu Boden schickte und den Streifen dunkler machte. Statt jedoch zu fallen und eine neue Basis für Angriffe zu liefern, wurde der Kettenmagier von einer Rauchkugel im Bauch zurückgestoßen, die buchstäblich aus dem Nichts aufgetaucht war. Während sich beide Gegner langsam wieder aufrichteten und Souta sich die schmerzende Mitte rieb, die sicherlich einen blauen Fleck davontragen würde, schienen die Krallen der Frau länger zu werden, doch sie hielt inne, um ihn anzublicken, scheinbar interessiert oder amüsiert darüber, dass sie ihn verletzt hatte. Sollte Liebe nicht eher ... sanft sein? Das hier hatte eher etwas von den Frauen, die er am Morgen danach verließ und er mochte es eigentlich nicht, verdroschen zu werden, zumal dieses Miststück die Regenerationsfähigkeit eines Superhelden besaß. Ob das wohl an dem weißen Leuchten lag, das sich langsam auf ihr ausbreitete, je länger er hier herumtrödelte? Er musste gleich wieder zu Atem kommen und sie dorthin zurückschicken, wo sie herausgekrochen war, dann würden sie schon sehen, wie sie die Mädchen befreiten. Vielleicht mussten sie dieser Göttin ja nur ein wenig Respekt vor Stärkeren beibringen ...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:44

Gerade hatte er erwartet, zumindest kurz ein paar Worte mit Souta zu wechseln und vielleicht den Ansatz einer Strategie einzuleiten, als sie plötzlich mit ihrem Rauchstachel ankam! Das ließ seine 40-Zentimeter-Stacheln etwas schwächlich aussehen, aber zum Glück war das hier kein Vergleich, sondern nur ein kleines Kämpfchen im Schnee. Das Blöde war nur, dass sie jetzt auf Souta abzielen konnte, was nicht unbedingt in seinem Sinne war; wenn sie nahe bei ihm blieb, dann konnte er nicht wieder die Sicht verschlechtern. Andererseits würde das Rothaar sich schon wehren können, schnell und stark, wie es war... Und tatsächlich, er brachte die Lady auf ein Knie. Für Emaru war das die Eröffnung schlechthin, also stürzte er vor, während sie eine Rauchkugel erzeugte, um den schnelleren der beiden Zauberer zu attackieren, und rammte ihr seinen Stiefel von hinten ins Genick, um sie zu Boden zu drücken und auch dort zu halten. „Du hast genug getan, elende Kreatur...“, meinte er noch, während seine beiden Hände Pistolen bildeten. „Devil's Bullet!“ Und er schoss. Einmal. Zweimal. Dreimal. Und dann wieder und wieder und wieder. Sekunde für Sekunde lösten sich mindestens vier Schüsse von seinen Fingern, bis der schwarze Körper vollkommen durchlöchert war. Und als sie sich regenerieren wollte, schoss er weiter.
Eine gute halbe Minute machte Emaru so weiter, hörte schlussendlich schwer atmend auf. Diese Schüsse kosteten ihn nur einen winzigen Bruchteil an Mana, doch so viele direkt aufeinander folgend zu verschießen ging dann doch etwas auf die eigene Ausdauer. Allerdings spürte er schon, wie seine Regeneration wieder kickte und ihn erneut mit Energie versorgte. Das hier könnte er noch stundenlang machen. „... Du musst die Liebe wirklich hassen, nicht wahr?“, erklang auf einmal die Stimme der Rauchwolke, und Emaru sah zu ihr hinunter. Er wollte schon wieder abdrücken, aber sie klang gerade nicht so wütend. Sie klang, als hätte sie... Mitleid? „Es ist kein Hass“, meinte er wahrheitsgemäß. „Ich sehe nur nicht ein, dass du Leuten deinen Willen aufzwingst. Ebenso wenig kann ich akzeptieren, dass du in mir den Glauben an eine Emotion verankern willst, die nicht einmal existiert.“ „Die... nicht existiert?“, fragte sie, und es klang noch immer so, als würde sie ihn bemitleiden. Das machte ihn sauer. Er war hier nicht derjenige, der am Boden lag und Löcher in seinem Körper stopfte! Es gab an ihm nichts zu bemitleiden! „Genau! Ich weiß nicht, was du manifestierst, aber Liebe kann es nicht sein! Es ist nur eine Illusion, die sich Menschen aus dem Affekt eines Gefühls der Anziehung und der Zufriedenheit erschaffen! Was glaubst du, wieso sich alle Paare wieder trennen? Weil Anziehung nicht ewig hält! Irgendwann merken sie, dass sie doch nicht verliebt sind, und leiden unter ihrer Beziehung! Deswegen gehe ich keine Beziehungen ein! Ich will niemanden unnötig leiden lassen! Also unterstell du mir keine unlauteren Absichten! Du bist doch diejenige, die unter der Tarnung eines schönen Gefühls nichts weiter als pure Verzweiflung verbreitet!“ Für einen Moment nahm er den Fuß wieder hoch, um ihn sofort wieder kräftig auf ihren Körper niedergehen zu lassen. Er trat mit aller Kraft, weshalb sein Fuß sich ein Stück weit ihn ihren Körper bohrte. „Du armer Junge... ewig dazu verdammt, keine Liebe zu bekommen...“, erklang die Stimme noch einmal, verstummte wieder kurz. Und als sie weitersprach, war das wütende Kreischen wieder da. „Lass mich dein leeres Leben beenden, du armseliges Etwaaas!“

Mit einem Mal kroch die Rauchwolke Emarus Bein hinauf, ganz schnell. Er zog instinktiv den Fuß zurück, doch das half nicht, die Wolke klammerte sich daran und schaffte es zu seinem Torso, um sich von dort nicht nur nach oben, sondern auch auf sein anderes Bein auszubreiten. Sie wollte ihn zuschnüren! Mit zwei Stacheln an den Händen schnitt er durch den Rauch, schaffte damit aber wenig mehr, als sich die Klamotten ein Stück weit zu ruinieren, während die Frau weiter an ihm hochkroch und nun auch seine Arme in Beschlag nahm... und das war es. Bis zum Hals schnappte dieser Kokon noch zu, ehe er ihn fest zusammendrückte und sie sich wieder davon entfernte. Nun war er gefesselt und sie stand vor ihm... keine tolle Situation. „Siehst du? Das ist die Macht der Liebe! Willst du dich den weiter verschließen, armesliges Wesen? Willst du dich dem weiter verschließen... Emaru?“ In diesem Moment riss einer seiner Nervenstränge endgültig. In diesem Moment, in dem sie seinen Namen so hochnäsig erwähnte, konnte der Dargin einfach nicht länger ruhig bleiben. Eine Ader auf seiner Schläfe begann zu pochen, und aus seinem Körper schossen augenblicklich vier Stacheln, die durch den Rauch stochen und ihn kurz instabil machten; ein kurzer Moment, den der Weißschopf nutzte, um gegen sein Gefängnis anzudrücken. „Halt die Klappe! Halt endlich die Klappe!“, schrie er das Monster vor sich an, die Augen geweitet, das Gesicht verzogen, während er gegen den Rauch um seinen Körper kämpfte. „Du willst Liebe mit Gewalt durchsetzen? Wie bescheuert ist das? Das Konzept der Liebe, so irrig es auch sein mag, basiert auf Frieden, nicht auf Gewalt!“ Das schwarze Etwas grinste ihn nur an. „Liebe kann auch weh tun, weißt du...“ „Kann sie nicht! Liebe gibt es nicht! Etwas, das nicht existiert, tut nicht... Hiaargh!“ Mit einem Mal spürte Emaru starke Schmerzen, als hätte sich gerade irgendetwas durch seinen Körper gebohrt... was machte dieser Rauch da nur? Plötzlich wurde er wieder kräftiger und schloss sich fester um den jungen Mann, drückte ihn wieder zu einem festen Paket zusammen, das nichts weiter bewegen konnte als Hals und Kopf. „Narr!“, lachte die Schutzgöttin nur. „Dein Widerwille macht mich nur noch stärker!“ Und langsam begann das Gefängnis, sich auch um seinen Kopf zu schließen. Jetzt wurde der Dargin panisch. Er musste etwas tun können, irgendwas... „Souta!“ Richtig, Souta war ja auch noch da! „Hol mich hier raus, Souta! Schlag mich hier raus, wenn es sein muss! Hol mich irgendwie aus diesem dämlichen Rauch und ich reiße sie in Stü-...“ An dieser Stelle brach er ab. Unfreiwillig; der Rauch hatte seinen Mund erreicht, und da der weit offen stand, schaffte er es schnell in die Luftröhre. Hustend und keuchend konnte Emaru nichts weiter tun, als dabei zuzusehen, wie ihm schwarz vor Augen wurde...

Wenige Sekunden später wurde es endgültig schwarz. Nicht länger nur vor Rauch; Emaru hatte das Bewusstsein verloren. Doch dann öffneten sich die gülden leuchtenden Augen erneut. Das weiße Haar konnte in diesem engen Gefängnis nicht vor sie fallen, doch der Gesichtsausdruck dürfte kaum einen Zweifel lassen, hätte man ihn sehen können: Das hier war nicht länger Emaru...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:46

Liebe als nicht existent darzustellen war nicht ganz das, was Souta so unterschreiben würde, denn obwohl ein Großteil wohl der Meinung war, dass man „Liebe“ und „Romantik“ im selben Satz verwenden konnte, so wusste der Kettenmagier doch, dass es eine gewisse Unterscheidung in dieser Hinsicht gab, die ihm letztendlich sogar mehrmals zum Verhängnis geworden war. Nahm man beispielsweise ihn selbst, so hatte man ohne Zweifel einen Weiberhelden vor sich, der mit den Herzen der Frauen spielte wie mit roten, pulsierenden Fellknäueln, doch das bedeutete noch lange nicht, dass er zu keiner Liebe im Stande war. Tatsächlich war er schon einmal sehr unglücklich verliebt gewesen und hatte sich daraufhin fast das Leben genommen, doch abgesehen von dieser blinden, romantischen Art der Zuneigung war Souta schon immer eher der Typ für platonische Sachen gewesen. Nicht umsonst gab es den Begriff der Bromance, obwohl das bei ihm eher anders definiert wurde. Der Erfahrung nach hielt solche Liebe deutlich länger als das heiße Glühen der Leidenschaft, weil man sich daran nicht verbrennen konnte. Sie wurde nicht aus Lust und nicht aus Erregung geboren, sondern auf etappenweise aufgebauter Zuneigung, weswegen sie vielleicht nicht so wundervoll romantisch war, aber dafür deutlich fester und beständiger als so manch andere Beziehungen. Liebschaften kamen und gingen, aber Freunde blieben, hieß es nicht so? Souta liebte einige Menschen und gab dies auch offen zu: Er hatte vermutlich nie jemanden so sehr geliebt wie seine kleine Schwester, seine Mutter, und natürlich liebte er auch seinen ehemaligen besten Freund. Hatte geliebt. Bis er herausgefunden hatte, dass die Zuneigung, die er ihm gegenüber empfunden hatte, auf der anderen Seite ganz anders aufgenommen worden war … Sein engster Vertrauter hatte sich in ihn verliebt und das hatte sein Weltbild komplett zerstört und ihn überfordert. Er wollte ihm nicht wehtun, aber dazu würde es früher oder später kommen müssen – oder vielleicht war es dazu schon gekommen, wenn er ohne ihn wegfuhr und sich neue Bekanntschaften suchte, als wolle er ihn vergessen? Es war einfach kompliziert, diese romantische Liebe … Eigentlich sollte sie bedingungslos sein, aber konnte sie das überhaupt, wenn ihr Entstehen an so viele Bedingungen geknüpft war, die in genau der richten Reihenfolge greifen mussten? Liebe auf dem ersten Blick war Schwachsinn und selbst, wenn er sich genau überlegte, dass es bei ihm selbst schon einmal ähnlich verlaufen war, würde er das leugnen, weil er Angst davor hatte, was passierte, wenn er auf sein Herz hörte, das objektiv betrachtet ziemlich kaputt war. Er war wohl nicht ganz so anders als diese Rauchfrau, schwarz und schwammig und besaß sicher auch lange Krallen, mit denen er Leute abwehrte, die ihm zu nahe kamen … Auch wenn er seine Mauern aus Freundlichkeit baute. Dennoch hatte Souta das Gefühl, dass er damit hier nicht sonderlich weit kam, denn spätestens, als diese Frau Emaru in eine Art Kokon steckte, war es mit der Geduld des Kettenmagiers vorbei. Er betrachtete die Szenerie mit weit aufgerissenem Auge und konnte nicht fassen, auf welche fiese Tricks sie hier zurückgriff … Er würde sicherlich nicht gegen seinen Partner kämpfen! „Liebe kann wehtun, schon klar! Ich verstehe. Wenn man sich darauf einlässt, wird alles gut, willst du mir das damit sagen? Was ist aber, wenn man sich nicht darauf einlassen kann? Was ist, wenn das eine schlechte Idee wäre? Ist Liebe nicht etwas Selbstloses, ja, was ist mit dem Quatsch, dass wahre Liebe sich erst dann zeigt, wenn man loslassen kann, hm? Was, wenn derjenige, den man liebt, ohne einen viel besser dran wäre, weil man alle Menschen, die man jemals an sich herangelassen hat, umbringt oder in den Abgrund treibt? Was ist damit?“ Souta funkelte der schwarzen Frau entgegen, die in der Luft zu wabern schien wie ein ätherisches Wesen, eine Rachegöttin, eine Götze, aber sicherlich keine liebreizende Waldgöttin, die Menschen zusammenbrachte. Seine Hände ballten sich zu Fäusten und er beugte die Knie, um einer Attacke ausweichen zu können, während sich sein Körper vor Wut und Stress anspannte wie eine Bogensehne kurz vorm Abschuss. „Wie kannst du dich nur anmaßen, über die Leben anderer zu urteilen oder uns Lehrstunden über die Liebe zu halten? Du lebst in einer perfekten Welt, die sich deinem Willen beugt. Du denkst vielleicht, dass du in die Herzen der Menschen sehen kannst und versuchst, dich als ihre Retterin aufzuspielen, aber in Wirklichkeit sind nicht sie es, die niemanden haben, sondern du! Du bist einsam und versteckst dich hinter deinen gerechten Idealen, aber da mache ich nicht mit, verstehst du? Ich werde dein bescheuertes Spiel nicht spielen, ich tanze nicht nach deiner Pfeife. Ich hab vielleicht keine Ahnung wie man jemanden liebt, verdammt, ich habe eine Scheißangst davor, es auch nur zu versuchen, aber ich weiß, dass jeder Mensch einen freien Willen und eigene Entscheidungen verdient! Das Leben besteht nicht aus Hitzewallungen und Schneestürmen und wir sind nicht deine Puppen, deren Geschichten du spinnen kannst! Ich kämpfe jedenfalls nicht gegen meine Freunde.“ Und damit war wohl klar, dass er Emaru nichts antun würde, auch wenn das anders herum vielleicht nicht der Fall war ... Dann musste er sich eben auf die Puppenspielerin konzentrieren. Wenn diese Rauchkugel nur nicht so bescheuert getroffen hätte ...

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:52

Emaru hörte nicht viel von Soutas Rede. Einerseits lag das vermutlich daran, dass er nicht bei Bewusstsein war, gemeint war allerdings, dass sein Körper es nicht wahrnehmen konnte, denn der Rauch, der ihn umschwärmte, verdeckte ihm die Ohren... und drang hinein. Selbiges galt für Nase und Mund, und vermutlich würde er eine Rauchvergiftung davon ziehen, wenn das hier nicht eine sehr unangenehme Form von Magie, sondern gewöhnlicher Rauch wäre. Zum ersten Mal war die ihn umgebende Finsternis für den Dargin mehr als unangenehm...
Seine Beine und Arme und sein Oberkörper wurden langsam freigegeben, während der Kokon sich von außen nach innen und in Emaru hinein kehrte, nichts weiter zurücklassend als eine deutliche Rötung seiner Augen und einer starken Schwärzung seiner sonst so weißen Haare. Ein rotäugiger, schwarzhaariger Emaru... ein seltener Anblick, eigentlich einer, den man nie sah. Doch es war daran zu zweifeln, dass Souta es groß genießen konnte. Von seiner selbstbewussten, eleganten Haltung war Emaru nicht viel geblieben, er stand da wie eine Puppe, die an ihren Fäden hing, leicht vorgebeugt, zitternd, unsicher, als würde er gerade erst zu stehen lernen. Seine Arme hingen schlaf herab, während sein Kopf sich leicht hob und ein rotes Auge in Richtung Souta glühte. Hinter ihm lachte die angebliche Göttin laut auf, wobei es schwierig war, es von dem üblichen Kreischen zu unterscheiden; die Tonhöhe war in etwa die gleiche. „Du tanzt nicht nach meiner Pfeife? Jeder Mensch dieser Welt, wenn er sie einmal gekostet hat, wird süchtig nach Liebe, folgt ihr kopf- und bedingungslos! Was lässt dich glauben, dass du besser wärst? Oder dein kleiner Freund hier? Nach wessen Pfeife tanzt er wohl?“ Mit diesem Stichwort raste Emaru vor... ja, er raste. Es lag vermutlich an der Magie der Rauchwolke der Liebe, dass er seine eigene Geschwindigkeit so weit überschreiten konnte. Es war übermenschlich, wie schnell er gerade rannte, niemand auf dieser Welt konnte dem tödlichen Schlag entkommen, den er gerade auszuliefern bereit war...
Niemand?
Fast niemand. Ganz egal, was Emaru auch beschleunigen mochte, Souta war noch immer der schnellste Magier Fiores. Er wich ganz locker aus, diesem Schlag, dem nächsten, dann dem Tritt, der folgte. Selbst, als sich eine Rauchschlange in den Kampf gesellte, die ihm den Weg abschneiden sollte, sprang er simpel darüber hinweg, weshalb Emarus Faust einfach hindurch krachte und mindestens einen halben Meter aus dem Gebilde schlug. Für einen Moment hatte die Rauchlady keine freie Sicht, und noch innerhalb dieses Momentes tauchte Souta wieder auf – vor ihr. Direkt vor ihr. Sie konnte ihren Rauch gerade so in alle Richtungen platzen lassen, damit sein Angriff ins Leere ging, und schlängelte sich dann zwischen seinen Beinen hindurch, legte sich wie ein Schloss um diese, um seine Bewegung zu verhindern, und schon stürmte Emaru wieder hervor. Er konnte nicht wieder weglaufen, nicht in den paar Augenblicken, die der Finsternismagier brauchte, um vor ihm anzukommen, und schon setzte er wieder zu einem dieser mehr als tödlichen Schläge an, gerichtet auf Soutanobu Itasa. Gerichtet auf den Mann, der es bisher als einziger geschafft hatte, ihm etwas näher zu kommen, der einzige, mit dem Emaru sich vielleicht, nur vielleicht anfreunden konnte. Der, der ihn im Armdrücken geschlagen hatte und mit dem er doch eigentlich hatte um die Häuser ziehen wollen, um zu sehen, wer bei Frauen mehr Talent aufwies...
„Du glaubst, ich lasse dich ihm wehtun?“ „Huh?“ Durch das plötzliche Auftauchen einer Gedankenstimme in dem Körper, den sie doch eigentlich kontrollierte, überraschte die Schutzgöttin. Eigentlich musste er doch vollkommen das Bewusstsein verloren haben... „Du glaubst ernsthaft, ich lasse dich ihm wehtun?“
Es gab wenige Dinge, die Shi aufregten... nein, eigentlich nicht. Eigentlich reichte alles dazu. Das Besetzen seines Wirtes war deswegen zwar sehr unangenehm für ihn, aber nicht viel nerviger als sonst. Allerdings gab es nur wenig, das Emarus zweite Persönlichkeit akzeptierte, und dazu gehörte in diesem Fall Souta. Er war lustig, er war locker, er war stark und irgendwie naiv. Aber vor allem hatte er im Armdrücken gewonnen. Es stand also eins zu null für ihn, und wenn das nicht aufgeholt wurde, dann konnte er noch nicht sterben. Das hier wäre definitiv kein Sieg für Emaru geworden, das hätte für die dämliche Rauchwolke gezählt, also wäre Souta gestorben und der Körper, in dem Shi nun einmal steckte, wäre beschämt geblieben... das war inakzeptabel! Ja, Rivalität, auch freundliche Rivalität, gehörte zu den Dingen, die dem Alter Ego des Weißschopfes gefielen...
Hätte Souta sich in diesem Moment nicht zurückgelehnt, um dem Angriff doch recht problemlos auszuweichen, und ohne größere Anstrengung seine rauchigen Ketten gesprengt, so hätte die bleiche Hand des Finsternismagiers direkt vor seinem Gesicht gehalten; so hielt sie einfach an einer recht willkürlich entscheinenden Stelle in der Luft. „Ich bin besser darin, mit Emarus Körper zu spielen“, meinte er in seiner Stimmlage, die ein Stück unterhalb der lag, die Emarus Körper normalerweise emittierte. Gleichzeitig ließ er sich eine Strähne schwarzen Haares über ein Auge fallen. „Schwarz gefällt mir... das könnte Emaru beibehalten“, meinte er relativ ruhig, während sein gesamter Körper zu zittern begann. Der Rauch wollte Bewegung in ihm hervorrufen, doch er hielt dagegen. Langsam bewegte sich der Arm, der gerade noch Souta attackieren wollte, und schlug dann heftig auf dem Bauch des Dargin ein. Ein kleines Stück Rauch quoll aus seiner Nase heraus, versuchte jedoch schnell wieder, zurückzukehren. Shi schlug noch ein paar Mal auf seinen Magen ein, musste dann jedoch frustriert aufgeben. „Dieser Idiot... ist zu widerstandsfähig für seine eigenen Schläge...“, knurrte er, dann blickte er Souta direkt an, mit seinem einen sichtbaren manischen Auge, über das sich Momente später auch eine schwarze Schicht Haare legte. „Souta! Du bist stärker als ich! Du kannst Emaru verletzen, also schlag diesen Rauch aus mir raus!“ Das Zittern wurde stärker; die Lady wollte ihn wieder in Bewegung zwingen, und das schien ihr auch gut zu gelingen. Die hatte echt viel Kraft in ihrem dämlichen Rauch! Aber Souta wollte ihn nicht verletzen... „Ich kann mich nicht lange zurückhalten... Ich weiß, wie stark du bist! Aber die Stärke dieses Körpers ist Widerstand... In unserer Gilde kann höchstens Master Ryce damit konkurrieren! Du hast mir deine Stärke gezeigt, jetzt vertrau auf meine!“ Er blickte ihm durch die schwarzen Haare in die Augen, und für einen Moment blitzten die roten Augen wieder in einem trüben Gold auf, das vielleicht sogar durch die Strähnen schien. „Vertrau auf einen Freund, Souta!“

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:53

Ein Freund … Das war etwas Besonderes. Souta war sicherlich einer der freundlichsten, aufregendsten und sozialsten Menschen Fiores, aber eine Sache, die der Rotschopf nicht besaß, das waren Freunde. Derzeit hatte sich der Zähler auf Null zurückgesetzt, während er eine ganze Zeit lang zwischen Eins und Zwei geschwankt hatte, deshalb überraschte es ihn ziemlich, dass er nach seinem emotionalem Ausbruch ausgerechnet als solcher bezeichnet wurde … Von einem offensichtlich von Schmerzen und Problemen geplagten Emaru, der irgendwie anders aussah als der, den er kennen gelernt hatte. Es waren nicht nur seine Haare und die Augen, sondern alles an ihm, seine Haltung, sein Auftreten – hätte Souta von der Persönlichkeitsstörung des normalerweise Weißhaarigen gewusst, wäre er sicher schneller auf eine Lösung gekommen, doch so war er ziemlich ratlos. Sollte das eine Falle der Göttin sein, die seinen Kameraden gegen ihn ausspielte und wartete, bis er in Reichweite kam? Doch sie konnte unmöglich wissen, dass Freunde und Menschen, die er mochte, sein wunder Punkt waren, oder? Souta war der festen Überzeugung, dass sie zwar magisch begabt war, aber in etwa soviel Menschenkenntnis wie die Wahrsagerin des Dorfes besaß, wenn es darum ging, Charaktere einzuschätzen. Nein, das hier musste Emaru sein … Zumindest teilweise. Auch Souta war schon einmal in einer ähnlichen Situation gewesen, hatte mit aller Kraft dagegen angekämpft, als Waffe benutzt zu werden, und am Ende hilflos zusehen müssen, wie er jemanden verletzte, der ihm wichtig war. Natürlich spielte er keine Rolle im Leben seines Gegenübers und eben deshalb wunderte er sich auch, dass er ihn einen Freund nannte, aber so verantwortungslos der Rotschopf auch sein konnte, eines war er schon immer gewesen: Loyal. Er würde sich für Fremde vor eine Kugel schmeißen und für Freunde … Nun, es gab kaum etwas, was er für diese Personen nicht tun würde, allein schon, weil sie ihn aushielten und die Unmöglichkeit vollbrachten, ihn zu mögen, trotz oder gerade wegen seiner selbstzerstörerischen Art. Souta würde Emaru nicht hängen lassen, das stand fest. Er würde diese Fesseln sprengen und dann, wenn die Göttin am Boden lag, würden sie sie zwingen, die Entführten freizugeben und zu erkennen, dass es Dinge gab, die über dieser bescheuerten Liebe standen, die sie so hoch lobte. Die gebräunte Hand des Kettenmagiers legte sich über die geballte, blasse Faust des Teamkameraden und hob sich nicht nur ausgesprochen davon ab, sondern drückte auch die verkrampften Finger auseinander und hielt sie fest, als hätte er beim Händeschütteln den falschen Arm erwischt – freundschaftlich, Halt spendend, und jederzeit bereit, fest zuzupacken und den anderen auf den Boden zu schleudern, sollte er die Kontrolle verlieren. „Konzentrier dich auf sie, darauf, sie loszuwerden. Ich kümmere mich um den Rest.“ Der Boden bebte und der Rothaarige zog die beiden ein Stück zur Seite, um einem Stachel zu entgehen, der beinahe trotzig hervorbrach. „Es tut mir Leid!“ Rauch wirbelte von seinen Füßen auf, er stieß sich ab und landete ein paar Meter entfernt auf den Boden, nahm Anlauf, wobei seine Schuhsohlen sich in die Überreste des Schnees gruben und rammte dem ehemals Weißhaarigen dann seine Faust wie einen Rammbock in die Eingeweide, so stark er konnte, betend, ihn nicht allzu ernsthaft zu verletzen. Er hatte nur getan, was man ihm aufgetragen hatte, er hatte ihm vertraut, und wenn er dafür nun Schaden angerichtet hatte … Ein Schmerzensschrei entfuhr ihm, als die Faust gegen den Bauch des Finsternismagiers traf, sein Arm fühlte sich seltsam taub an, wie eine Stimmgabel, die man an einem Felsen angeschlagen hatte, aber er hielt sich nicht zurück, zog den Arm zurück und schlug erneut zu, und dann noch einmal. Hoffentlich brachte das etwas, denn wenn er den Anderen nun umsonst grün und blau schlug, würde er vermutlich ausflippen … Es kostete ihm ja jetzt schon den letzten Nerv.

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:56

´Konzentration... Konzentration... Shi wusste, dass das jetzt wehtun würde. Emaru war keine Schmerzen gewöhnt, weil er so gut wie keine spürte, deshalb konnte er recht empfindlich reagieren, wenn er tatsächlich mal so etwas fühlte, und Shi war da nur wenig resistenter. Aber das hier musste sein, um diesen Kampf zu gewinnen, also biss er die Zähne zusammen und fokussierte sich... und dann traf Soutas Faust auf ihn.
Emaru war widerstandsfähig. Das war er wirklich. Was das anging, konnten ihm nur wenige Magier das Wasser reichen. Aber dieser Schlag von Souta übertraf alles, was er je gespürt hatte. Es fühlte sich an, als würde er komplett zerdrückt werden, und seine Füße schrammten ein Stück weit über den Boden durch den Rückstoß. Aber gleichzeitig zwang etwas seine Kiefer auseinander, und eine recht große Menge Rauch verließ ihn wieder. Dann folgte der nächste Schlag, der ihn komplett aus dem Gleichgewicht brachte, aber seinen Mund zu dem Schlot eines Kohlekraftwerkes werden ließ, und schlussendlich kam der dritte Schlag, der den Dargin meterweit fortschleuderte und hart auf der Erde aufschlagen ließ. Ein paar Blutspritzer, die aus seinem Mund entkamen, färbten ein paar Fleckchen im Schnee rot, doch gleichzeitig verließ eine Unmenge an Rauch ihn auch. Auf dem Boden liegend, hustete und röchelte das vorübergehende Schwarzhaar noch ein paar kleinere Wölkchen raus, aber seine Augen erstrahlten wieder in dem üblichen Gold und sein Körper muckte nicht mehr – er war sie tatsächlich losgeworden!
Das war allerdings noch kein Sieg, immerhin stand die echte Rauchwolke noch ganz woanders. Er stand dafür gar nicht mehr, als er versuchte, sich aufzusetzen, stöhnte er vor Schmerz auf und sank wieder nieder. Es war gar nicht schön, verletzt zu werden, aber zum Glück konnte Souta sie effektiv davon abhalten, ihn als Ziel zu nehmen, während er mehr oder weniger aus dem Gefecht ausgeschlossen war. Aber es war okay. Er spürte es. Seine Innereien waren kein Matsch, seine Verletzungen waren schmerzhaft, aber nicht lebensbedrohlich... und seine Kraft kroch bereits langsam wieder zurück in seinen Körper. Apropos kriechen... da versuchte doch tatsächlich wieder ein bisschen Rauch, seinen Körper zu umschließen, aber Variable Dark Sting verscheuchte es schnell wieder. Relativ bald, um Souta nicht groß zu beunruhigen sogar früher, als für ihn gut gewesen wäre, richtete Shi sich wieder auf, kam irgendwie hoch auf Hände und Knie und von da aus wieder auf die Beine. „Souta!“, rief er, musste dann kurz husten, wobei wieder etwas Blut auf seiner Hand landete. Der Kerl hatte echt einen Schlag drauf, das gab es gar nicht! „Kannst du sie noch ein wenig von mir abhalten? Ich muss mich etwas erholen und eine Kleinigkeit vorbereiten... dann machen wir sie als Team fertig, versprochen!“
Mit diesen Worten stellte Shi sich breitbeinig auf, erhob die Hande so, dass die Handflächen in den Himmel zeigten, als wolle er eine Gabe erhalten. Dieser Zauber hier... Emaru hatte ihn selbst entworfen, und er brauchte noch eine Inkantation, obwohl er auf so einem niedrigen Level lag. Kein Wunder, Emaru war ja auch ein Pfuscher! Aber das hier... das hier würde sie weiterbringen, es würde im Kampf helfen, es würde den Sieg ganz klar hervorbringen! Während er sich konzentrierte, begannen schwarze Linien aus Finsternismana um seinen Körper herumzuziehen, die deutlich zeigten, dass er gerade einen Zauber plante; es wurde Zeit, diesen Kampf umzudrehen!

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Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 18:56

Okay, das klappte prima. Emaru kotzte eine Menge Rauch, und auch etwas Blut, Souta war am Austicken, aber immerhin hatten sie die Frau nicht mehr an der Backe, also, wenigstens nicht mehr in Form einer Emaru-Marionette, die ihm an die Kehle gehen wollte. Warum war der Rothaarige aber nicht glücklich und machte keine Freundensprünge? Nun, das hatte eventuell etwas mit den roten Flecken im Schnee zu tun, mit seiner Hand, die schmerzte und mit dem nagenden schlechten Gewissen. Selbstverständlich hatte er hier keinen Kameraden verletzt, weil er ein Idiot war oder so, aber er hatte ihn ziemlich heftig getroffen und ihm dabei höchstwahrscheinlich einige Schmerzen bereitet, die man verhindern hätte können. Streng genommen war diese ganze Sache die Schuld des Rothaarigen, schließlich hatte er den Altar zerstört und damit alles in Gang gebracht. Das konnte man allerdings auch seinem Schuldkomplex zuschreiben, denn wer hatte schon erwartet, dass diese Frau ihre Entführten freiwillig herausrückte, und wer konnte wissen, ob sie nicht trotzdem auf diesen Trick zurückgegriffen hätte? Souta hatte nichts Falsches getan, er war ja dazu beordert worden, aber wenn er ehrlich war, machte das die Sache auch nicht besser. Es passte ihm einfach nicht, wenn Menschen in seiner Umgebung verletzt wurden und wenn er selbst das getan hatte, bekam er negative Gefühle … Er schlug sich ja für jeden Kleinkram in die Pfanne, natürlich machte er sich auch ganz allein für den Gang der Dinge verantwortlich und fühlte sich furchtbar … Allerdings konnte er noch einen Teil des Ganzen auf diese Rauchfrau übertragen, die er von Emaru fernhalten musste. Unglaublich, dass dieser Typ wieder aufstand, als wäre nichts gewesen, und nun auch noch loszauberte. Er durfte ihn nicht enttäuschen, wenn er trotz allem noch auf ihn zählte, dann war es nun sein Ziel, dieses Vertrauen zurückzugeben und sich um das Miststück zu kümmern, welches sich trotz offenkundiger Überraschung schon wieder kreischend auf sie stürzen wollte. Der Rothaarige hechtete sich zur Seite, als einer ihrer Tentakel nach ihm langte und ließ ihn ins Leere gehen, wurde allerdings von einer Rauchkugel daran gehindert, nach vorne zu sprinten und ihr die Beine wegzureißen. Während er durch den Schnee stolperte und einen neuen Halt suchte, griff er an seinen Gürtel und zog seine Peitsche hervor. Mehrere Stachel brachen aus dem Boden, seiner Bahn folgend, und einer davon bohrte sich schmerzhaft in seine Wade, was einen heißen, brennenden Schmerz verursachte, doch bevor sein Bein einknicken konnte, schnellte sein Arm nach vorne und brachte die Kette in die Richtung der Rauchfrau, welche diabolisch lachte … Und dann legten sich die Glieder um ihren Hals und er zog daran, hoffte darauf, dass sie körperlich war – und das war sie. Sie fiel zu Boden, rappelte sich wieder auf, aber der Widerhaken am Ende der Waffe hatte sich in ihre Haut gebohrt und zwang sie dazu, dem Verschluss die gesamte Aufmerksamkeit zu widmen, um nicht zu ersticken (wenn sie das denn konnte), doch immer, wenn etwas an ihr sich aufzulösen versuchte, riss er daran und sorgte dafür, dass sie in eine Richtung torkelte, die er ihr vage vorgab. Da hatte er sie also jetzt an der Angel … Nicht lange, natürlich, denn früher oder später würde sie sich auflösen oder sein Spielchen durchschauen, aber sie war eindeutig wütend, beinahe in Raserei, und das bedeutete, dass sie nicht so klar dachte, wie man das normalerweise tat. Was Emaru einige Sekunden geben dürfte, um sie loszuwerden, mit was auch immer er sie attackieren wollte. Für Souta sah diese Sache recht mächtig aus, aber er kannte sich auch nicht mit Zaubern aus. Er wollte diese Frau endlich loswerden, bevor die Wunde an seinem Bein ihn umkippen ließ, denn im Gegensatz zu dem Weißhaarigen war er überaus empfindlich und konnte nicht lange aufrecht stehen, wenn er getroffen wurde – auch wenn die Kälte der Umgebung und die damit verbundene Taubheit seiner Muskeln ihm in Moment in die Hände spielten. Geist an der Kette, Zauber an Emaru, Zeit, dass man diese Produkte vermischte!

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Emaru
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Emaru

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BeitragThema: Re: Liebeskummer Rot-Weiß   Sa 25 Okt 2014 - 19:00

Shis Fokus lag nicht auf der Frau. Shis Fokus lag nicht auf Souta. Shis Fokus lag auch nicht auf der Kälte, die ihm in die Gleider fuhr, oder dem furchtbaren Gestank nach Asche, der in der Luft hing. Nein, Shi konzentrierte sich voll und ganz auf den Zauber. Das war einer von Emarus Sprüchen, nur Emarus Spruch, nicht seiner, deshalb war es nicht leicht, aber er würde das schon hinbekommen. „Eines Gottes Reich, keines Menschen Welt“, rezitierte er den wohl mächtigsten Spruch, den sein Wirt derzeit besaß. „Was wie das Ende scheint, ist nur ein Schritt, gestattet allein durch meine Gnade. Eyes of the God of Death! Gut, das letzte Wort hatte er etwas abgeändert, er war eben viel eher Tod als Finsternis. Die Bezeichnung als Gott passte ihm allerdings ziemlich gut...
Er warf den Kopf zurück, damit die Haare wieder aus seinen Augen verschwanden; bei diesem Zauber waren sie zu hinderlich. Nun konnte man sie sehen, seine Pupillen, seine Iris... seine Iris, die sonst so gelb, in diesem Moment jedoch in tiefstes Pechschwarz getaucht war. Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus; es hatte geklappt! Dieser Zauber gehörte damit offiziell auch zu seinem Repertoire, und er würde ihn gleich mal ausprobieren!

Shi ging also auf die Rauchfrau zu, rannte nicht, lief nicht einmal schnell, weil er das beides nicht konnte. Auch so konnte er gerade einmal geradeaus, schwankte dabei noch ein bisschen, stolperte hier und da. Souta hatte viel mehr Schaden an seinem Körper gemacht, als sie es je gekonnt hätte, und kampffähig war er so auch nicht, aber er musste das durchziehen. Einmal drohte er tatsächlich, komplett umzukippen, doch er fing sich noch einmal und ging die restlichen Schritte. Smokey, die sich bisher auf Souta fixiert hatte, bemerkte ihn erst, als er knapp vor ihr stand, was wohl daran lag, dass er nicht schnell gewesen war, sonst hätte sie ihn mit Sicherheit hören müssen. „Oh?“, fragte sie hochnäsig und zog leicht an der Kette. „Sieh an, wer da noch steht. Glaubst du, ich wüsste nicht, dass dein Körper seine Grenzen bereits erreicht... W-wa-was?“ Mit einem Mal verlor sie ihre Ruhe und ihr Selbstbewusstsein wieder, genau in dem Moment, in dem sie ihm in die Augen gesehen hatte. Panisch riss sie an der Kette und versuchte, Soutas eiserner Falle zu entkommen – erfolglos. „Ich... ich kann nichts sehen!“, kreischte sie, dass es in den Ohren wehtat, doch die Schmerzen in seinem Magen lenkten Shi effektiv davon ab, und er ließ an beiden Händen je zwei Stacheln entstehen, die aus seinen Knöcheln ragten wie ein Schlagring. Dann schlug er zu!
„AAAAARGH!“, schrien die beiden unisono; Madame Aschgrau aufgrund zweier Stachel und einer Faust, die sich in sie rammten und sie zerfetzten, Shi aufgrund eines unglaublichen Schmerzes in seinem Magen. Eine schnelle Bewegung wie ein kraftvoller Schlag war in dieser Situation etwas furchtbar Dummes gewesen, wie sein Magen ihm deutlich mitteilte... aber er hatte keine Wahl! Also zog er die Hand zurück und stieß stattdessen mit der anderen zu. Schlag um Schlag pflanzte er in die Rauchwolke, die langsam wirklich zu einer Art Wolke wurde, immer mehr ihre Form verlor. Er biss die Zähne kraftvoll zusammen und riss die Augen auf, und dabei sah er ihr die ganze Zeit in sie Augen, folgte sogar jeder Drehung ihres Kopfes, damit sie jedes Mal, wenn sein Zauber den Effekt auf sie verlor, wieder erblindete. Ihre Wehrfähigkeit war ohne Sehkraft praktisch gar nicht mehr vorhanden, weswegen jeder seiner Angriffe perfekt traf. Sie zog mehr und mehr Rauch auf sich, doch es genügte nicht, ihre Regeneration war langsamer als die Zerstörung, die er mit seinen stachelbesetzten Fäusten in sie riss. Und Stück für Stück, während die Zusammenarbeit dieser zwei Blue Pegasus Magier – und, vielleicht noch wichtiger, Freunde – mehr und mehr von ihr entfernte, wurde der Rauch weniger und weniger dicht, sie war nicht länger so dunkel und schwarz, sondern wurde heller und heller, bleicher und bleicher. Schlussendlich war nur noch ihr Kopf übrig, der Rauch fast komplett weiß, und Shi ließ alle vier Stacheln, die er erschaffen konnte, aus einer einzelnen Faust austreten... und schlug zu. Der Rauch zerstob, und von der Göttin blieb nichts weiter übrig als ein Ascheregen. Es war vorbei... es war endlich vorbei! Erleichtert fiel Shi auf die Knie, verlor von dort aus endgültig die Kontrolle und wurde ohnmächtig vor Schmerz. Das war furchtbar gewesen...

Der Frieden hielt nicht lange... nach wenigen Sekunden ertönte wieder ein lautes Kreischen, das die güldenen Augen dazu brachte, wieder aufzuschießen. Dann verzog sich Emarus Gesicht vor Schmerz; warum tat ihm alles so weh? Das letzte, woran er sich erinnerte, war, wie dieser Rauch in ihn gedrungen war... und aus seinem Inneren kamen diese unsäglichen Schmerzen... was hatte sie da nur angerichtet? An den Kampf seines Alter Ego erinnerte er sich nicht...
Die Temperatur wechselte plötzlich sehr schnell. Von kaltem Berg zu Wüste zu Antarktis zu Vulkaninneres zu Weltraum bis ganz hinüber zu einer Hitze, wie sie nur in der Hölle vorkommen konnte. Der Dargin spürte seine Kleidung klatschnass werden, als der Schnee unter ihm schmolz, dann fielen alle Nadeln von den Tannen und diese fingen Feuer. Als er schmerzerfüllt den Kopf hob, stob vor ihm Asche in die Luft, waberte herum in Form der Frau von zuvor. „Narren!“, kreischte sie mit ihrer ohrenzerfetzenden Stimme. „Ihr gefühlslosen NARRRREEEEEEN! Ich war noch NEEETT zu euch! Wie KÖNNT IIIHR ES WAAAGEEEN, mich so zu attackieren? Ein FESTER KÖRRRPEEER macht nichts als Ärger!“ Ihre Worte klingelten in Emarus Ohren, doch er wusste, was sie meinte. Sie stob jetzt nur noch als Asche durch die Luft... kein fester Rauch, kein fester Körper. Sie war unantastbar.
Als wäre all das nicht genug, bildete die herumwirbelnde Asche ein Problem, das mit dem des Rauches gleichzusetzen war: Sie wurde eingeatmet... und sie war giftig. Der Dargin spürte, wie ihm schwindlig wurde, dabei stand er noch nicht mal. Er wusste auch nicht, ob er wieder würde stehen können, aber er musste es versuchen. Sie mussten hier wieder raus...

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