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 Unterkunft eines jungen Dargin

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Sophia
Königin der Nerds
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BeitragThema: Re: Unterkunft eines jungen Dargin   Di 23 Dez 2014 - 0:22

Nachdenklich tippte Sophia ziemlich rasch und unfassbar koordiniert auf den Tasten der Konsole in ihren Händen herum. Obwohl sie eines der besonders teuren 3D Spiele eingesteckt hatte, konnte sie die hübsche und abenteuerliche Grafik des Adventures nicht so recht packen. Ständig driftete sie in Gedanken von der Geschichte ab und landete wieder an diesem Ort. Dies war etwas ungewöhnlich, da Sophia in der Regel die Art Mensch war, die sich von einer Geschichte komplett in den Bann ziehen ließ. So sehr, dass sie eine ganze Nacht auf einer Parkbank verbringen könnte, würde nicht der Akku des Geräts irgendwann nachgeben… Aber hier konnte sie sich nicht so recht konzentrieren. Zum einen lag das daran, dass ihr Unterbewusstsein offenbar wusste wie unhöflich es war, wenn sie sich im Zuhause einer anderen Person so gehen ließ. Es war aber auch der Raum, der es ihr nicht möglich machte zu vergessen, dass sie hier nicht in ihrer Heimat war. Alles roch irgendwie nach Emaru, obwohl das ein ziemlich unaufdringlicher und angenehmer Geruch war… Hier war alles so still und entspannt… Sie würde gern hier bleiben, denn irgendwie mochte sie das. Aber das war wohl nix für die kleine, quirlige Sophia. Nach einer Weile, in der die Magierin mal wieder selbst die Zeit völlig aus den Augen verloren hatte, hörte sie Geräusche aus dem anderen Zimmer. Sofort ging sie davon aus, dass der junge Mann wach geworden war. Sie fragte sich, wie er sich wohl fühlte, nachdem er wegen ihr einen so unangenehmen Schlafplatz hatte aufsuchen müssen… Bisher hatte sie sich wirklich ruhig verhalten, um ihm zumindest etwas Ruhe zu gönnen, nachdem sie ihn so lang wachgehalten und in Anspruch genommen hatte… Die letzte Nacht war Emaru quasi ihr Babysitter gewesen… Bei dem Gedanken schämte sie sich so sehr, dass ihr Gesicht kurz rot anlief. Noch bevor die Schritte näher gekommen waren, beruhigte sie sich allerdings und seufzte leise.
Als Emaru in den Raum hereinblickte, strahlte Sophia ihn sofort wieder an. Schnell war der Spielstand gesichert und die Konsole ausgeschalten, damit sie auch ja nichts verpasste von dem was er ihr zu sagen hatte. Er sah irgendwie erschöpft aus, aber sie wusste auch nicht so recht, ob der Weißhaarige nicht von Natur aus so wirkte, da sie ihn kaum kannte. Irgendwie ein komischer Gedanke, wenn man bedachte, dass sie gerade auf seinem Bett saß… Aber sie fürchtete ihn keineswegs. Er hatte eine viel zu gute Seele, der sie, wo sie doch ohnehin so ein gutgläubiger Mensch war, blind vertraute. Als er sie begrüßte, bekam sie fast schon wieder ein schlechtes Gewissen. Am besten sie fragte gar nicht erst danach wie er geschlafen hatte, denn die Antwort konnte sie sich denken… „Ehm… Wirklich gut. Vielen Dank dafür…“, sagte sie etwas verlegen und strich sich die Haare aus dem Gesicht. „Entschuldige, dass ich dein Bett in Anspruch genommen habe…“ Das war schwerer auszusprechen als erwartet, aber sie hatte irgendwie das Gefühl, dass sie es sagen sollte. Immerhin hatte sie sein Leben in seiner eigenen Wohnung eingeschränkt! Das war ziemlich dreist und unhöflich… Aber nun zurück zum tatsächlichen Geschehen. Emaru fragte nach, ob Sophia mit Pfannkuchen zum Frühstück einverstanden war. Einen Moment lang irritierte das die Magierin… Der junge Mann wirkte nicht wirklich als würde er sich regelmäßig in die Küche stellen und sich ein gutes Frühstück zubereiten… Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass er sich in dieser Position befand, weil sie sein Gast war… Nicht nur, dass sie sich quasi zu ihm eingeladen hatte und ihn dazu gezwungen hatte, sich um sie zu kümmern… Sie hatte auch noch in seinem Bett geschlafen und nun wollte er ihr Frühstück machen? Das konnte sie nicht zulassen! Wenn es nur eine Chance dazu gab sein Verhalten wieder gut zu machen, dann war sie jetzt gekommen! „Emaru… Also… Wenn du möchtest, würde ich dich gern zum Frühstück einladen…“, sagte sie etwas beschämt. Das wirkte so komisch. Sie wusste nicht so richtig, was sie sagen sollte. Wie sollte man das auch rüberbringen, ohne dass es komisch wirkte?! „Also… Ich würde dich wirklich darum bitten… Weil… Ich würde gern wieder gutmachen, was du für mich getan hast!“ Sophia versuchte wirklich ihren Aussagen irgendwie Nachdruck zu verleihen, aber wenn man sie so sah, wirkte sie wohl eher ein wenig verwirrt… Hoffentlich nahm er ihre Einladung an… Weiter hatte sie übrigens noch nicht gedacht. Sophia wusste nicht was er gern aß und kannte hier kein Restaurant… Aber dass die Magierin in ihrer Position nicht so viel nachdachte, war wohl nach einer aufwühlenden Nacht irgendwie nachvollziehbar… Emaru verstand sie bestimmt.

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Emaru
Cheshire of Dusk
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BeitragThema: Re: Unterkunft eines jungen Dargin   Mo 29 Dez 2014 - 14:51

Sophia wirkte richtig glücklich, als Emaru bei ihr auftauchte... Das war wirklich ein angenehmes Gefühl. Er hatte sich nicht um sie gekümmert, damit sie ihm dankbar war oder ihn mochte, sondern einfach, weil sie gerade jemanden gebraucht hatte, aber ihr strahlendes Gesicht zu sehen, erfüllte ihn trotzdem ein Stück weit mit Freude. Sich um andere zu kümmern war etwas, das ihm wichtig war... Er konnte sich nicht abwenden von jemandem, der seine Hilfe brauchte. Er genoss es, zu sehen, wie das Leben anderer sich besserte. Und auch, wenn es zu Anfang nicht Teil seiner Motivationen gewesen war, war dieses Gefühl, helfen zu können, inzwischen wohl der größte Anreiz seiner Arbeit als Magier, stand für ihn sogar noch über der Ansammlung von Wissen. Wie also könnte er sich davon abhalten, einen gewissen Stolz zu spüren, wenn ein Mädchen ihn anstrahlte dafür, dass er ihr einen Unterschlupf geboten hatte? Darüber, dass sie sich entschuldigte, weil sie in seinem Bett geschlafen hatte, lächelte er bloß und winkte ab. „Ach was, das ist schon okay. Ich habe eben keinen anderen Platz für Gäste.“ Zufrieden trat er weiter in den Raum hinein, näher zu ihr, damit sie nicht das Gefühl hatte, er würde sich auf Abstand zu ihr halten. Sie war offensichtlich nicht sehr selbstsicher, da wollte er nicht riskieren, dass sie dachte, er wolle sie nicht bei sich haben. „Solange du eine angenehme Nacht hattest, bin ich zufrieden.“
Auf das Angebot mit den Pfannkuchen reagierte das Mädchen eher zurückhaltend... Emaru konnte ja nicht wissen, dass sie ihn durchschaut hatte und bereits ahnte, dass er nicht der begeisterte Koch war, als der er sich gerade auszugeben versuchte. Damit hatte sie allerdings sehr recht; der Dargin hatte eigentlich nur eine Küche, weil es günstiger war, simple Gerichte selbst zu machen, als regelmäßig essen zu gehen. Nudeln bekam er gut hin, Brötchen gingen, Eintöpfe klappten auch meist... es wurde nur eben schwierig, wenn er sich an etwas kompliziertere Dinge wagte oder einfache Dinge, die Talent im Kochen verlangten. Er arbeitete daran, ja, aber schlussendlich waren die Zutaten ihm zu teuer, um damit groß herumzuexperimentieren. Von jemand anderem eingeladen zu werden klang da gleich ein Stück angenehmer, auch, wenn ein Teil von ihm sagte, dass er nicht ein unschuldiges Mädchen so ausnutzen durfte. Ein anderer Teil von ihm sagte ihm dagegen, dass dieses Mädchen sich vermutlich besser fühlen würde, wenn er sie für sich zahlen ließ, und er die Situation genießen sollte, um dafür zu sorgen, dass es der süßen, kleinen Sophia gutging. Und wenn er ehrlich war, dann neigte er im Allgemeinen gern dazu, auf diesen letzten Teil zu hören. Die Entscheidung war also gar nicht so schwer.

„Hehe... ach, Sophia. Du musst wirklich nichts gutmachen... ich habe dir doch gern geholfen. Und du warst so ein lieber Gast... ich hatte eine sehr schöne Zeit mit dir, ehrlich.“ Die Ehrlichkeit in den Augen des Dargin war deutlich, man konnte sie praktisch schon in der Luft spüren, während er sprach. Er bauschte seine Worte zwar wieder ein wenig auf, weil Sophia die Unterstützung einfach zu brauchen schien, aber er meinte es, wie er es sagte – es war schön mit ihr gewesen, und sie musste nichts für ihn tun. Nicht zwingend. Aber... „Wenn es für dich angenehmer ist, mich zum Essen einzuladen, werde ich dir das natürlich nicht verbieten. Im Gegenteil, ich würde gern mit dir frühstücken.“ Fröhlich reichte er ihr die Hand, um ihr beim Aufstehen vom Bett zu helfen, ehe er fortfuhr. „Es gibt ein paar wirklich schöne Lokale in Oshibana, in denen man gut frühstücken kann. Sag mir einfach, worauf du Lust hast, und wir gehen hin, okay?“ Das klang doch, als würde es ein schmackhafter Morgen werden... Hach, Emaru freute sich jetzt schon!
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Sophia
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BeitragThema: Re: Unterkunft eines jungen Dargin   Mi 14 Jan 2015 - 13:11

Man konnte nicht behaupten, dass die junge Sophia es nicht gewohnt war von Menschen gut behandelt zu werden, denn das wäre nicht wahr. Sie hatte einen Vater mit viel Geld, wurde daher oft wie eine Prinzessin behandelt und an ihrer Seite war stets ihr liebevoller Ziehvater gewesen, der sie großzog. Auch in Magnolia hatte sie, abgesehen von einigen Ausnahmen, vor allem in ihrer Gilde nur freundliche Menschen kennengelernt, die ihr gegenüber gutherzig gewesen waren, wenn sie einfach nur sie selbst war… Aber ob ihr schon mal so eine uneigennützige Person wie Emaru unter die Augen gekommen war, wusste die Magierin nicht. Unzählige Male hatte sie dem jungen Mann angeboten, das was er für sie getan hatte, irgendwie wieder gutzumachen, doch jedes Mal lehnte er ab. Sie konnte sehen wie er lebte und wie es ihm hier gehen musste… Nicht unbedingt schlecht, aber es war auch kein Zustand, in dem die meisten Menschen Hilfe eines anderen ablehnen würden. Schon gar nicht, wenn man doch schon etwas für sie getan hatte. Sagte man nicht immer, dass eine Hand die andere wäscht? Stattdessen erklärte der Magier sogar noch, dass er zufrieden war, so lang er wusste, dass sie eine angenehme Nacht gehabt hatte. Das war ein Rätsel für Sophia… So waren Menschen nicht, oder? Hatte sie bisher immer mit einem falschen Blick auf die Welt geschaut? Sie hatte wirklich immer das Gefühl gehabt, dass Menschen nur Dinge füreinander taten, weil sie etwas dafür erwarteten… So war es auch mit all den Bediensteten, die sie wie eine Prinzessin behandelten… Die wurden ja immerhin reich dafür bezahlt… Es war schwer zu verstehen, aber davon würde sie auf jeden Fall etwas im Kopf behalten und mitnehmen…
Sie hatte so oft versucht Emaru etwas anzubieten, dass sie sich langsam schon fast schlecht damit vorkam, ihm solche Vorschläge zu machen. Er erklärte immer wieder, dass es nichts gab, was sie wieder gutzumachen hatte, aber sie wurde das Gefühl einfach nicht los in seiner Schuld zu stehen. Dass er sagte, dass sie ein angenehmer Gast gewesen war und er die Zeit mit ihr genossen hatte, machte es nicht unbedingt besser, sondern brachte sie nur umso mehr in Verlegenheit. Sie spürte, dass er meinte, was er sagte und doch war das etwas für sie, was sie einfach nicht gewohnt war. Und wieder wurde aus seinen Worten deutlich, dass er ihr nur zustimmte, weil er es für sie wollte. Diese Form von Altruismus war Sophia unbekannt… Etwas Ungewöhnliches, aber, wie sie innerlich zugeben musste, auch wirklich Angenehmes… Man hatte nichts zu befürchten, konnte sich einfach wohlfühlen… Wenn sie nur etwas davon mitnehmen konnte, würden andere sich in ihrer Umgebung sicher auch viel besser fühlen, oder? Lächelnd nahm sie seine Hand und zog sich vom Bett hoch. Dann steckte sie all ihre Sachen wieder zurück in den mehr als kitschigen Kätzchenrucksack und strahlte Emaru entgegen. Sie wusste einfach nicht, wie sie ihm ihre Dankbarkeit vermitteln konnte und verließ sich deshalb nun einfach mal auf ihren Ausdruck. Wenn sie ihm ihre Dankbarkeit über ihre Emotionen zeigte, dann war das doch immerhin eine andere Möglichkeit, als ihm Dinge zu schenken, zu kaufen oder zu bezahlen, richtig? Alles andere lehnte er ja ab, aber da hatte er keine andere Wahl! Sophia überlegte einen Moment, als er sagte, sie solle sich überlegen worauf sie Lust hatte. So etwas lag der jungen Magierin nicht, da sie wirklich so ziemlich alles gern aß und vor allem nicht wenig davon… Dass aus ihr keine kleine, dicke Kugel geworden war, grenzte an ein Wunder. Sie schmunzelte über den Gedanken. „Wenn das so ist… Dann kannst du mir ja sicher etwas empfehlen, wo man abwechslungsreich essen kann, oder? Etwas, was du besonders gut findest, okay?“ Sie grinste bis über beide Ohren. Nun hatte er keine andere Wahl als etwas auszusuchen, was er auch mochte, denn Sophia hatte ja quasi keinen Schimmer was sie wollte … Vermutlich wäre sie ohnehin mit allem zufrieden, aber zur Abwechslung sollte er mal in ihren Schuhen stecken und überlegen, was er ihr Gutes tun konnte. Nicht, dass er das nicht ohnehin gemacht hatte, aber das war schon eher eine Aufgabe, die ihrem Versuch ihm ihre Dankbarkeit zu zeigen, nahe kam. Sophia mochte Emaru wirklich… Vermutlich würde sie diese unerwartete Begegnung und den Tag mit ihm nicht so schnell vergessen.

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Emaru
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BeitragThema: Re: Unterkunft eines jungen Dargin   Mi 28 Jan 2015 - 19:34

Sophias Plan, Emaru ihre Dankbarkeit durch ihre Emotionen geradezu aufzuzwingen, funktionierte wundervoll – schon lange, bevor sie ihn gefasst hatte. Wie er bereits erwähnt hatte, sah er es als Belohnung an, dass sie so glücklich war, dementsprechend war ihr strahlendes Lächeln für ihn wirklich die Freude, die sie ihm damit machen wollte. Als sie dann den Ball wieder zu ihm zurückspielte, ihm sagte, er solle das Lokal aussuchen, lachte er leise auf. So ein cleveres kleines Mädchen, drängte ihn doch wirklich dazu, etwas zu wählen, das ihm persönlich gefiel, ohne es direkt zu sagen. Nachdenklich fuhr er sich mit der Hand durch die Haare, überlegte. „Ich esse ehrlich gesagt nicht oft auswärts“, sagte er ruhig. Es fiel ihm nicht wirklich leicht, ein Restaurant zu empfehlen, weil er nicht so oft welche besuchte. Wenn, dann aß er meist mit jemandem zu Abend... aber das waren nicht die richtigen Restaurants, gerade weil er diese Art Absichten nicht mit Sophia verfolgte. Abgesehen davon hatte er nur Erfahrung mit ein paar Eisdielen, die nicht unbedingt die beste Frühstücksauswahl hatten, weil es Eisdielen waren. Aber nachdem sie so ein kluges Manöver ausgeführt hatte, wollte er sie auch nicht enttäuschen, wollte selbst etwas aussuchen und ihr dabei eine schöne Zeit gönnen. Er hatte gelegentlich einen Blick auf den Frühstücksteil einiger Karten geworfen, also wusste er, dass es ein entsprechendes Angebot gab in Läden, die ihm gefielen. Stellte sich nur die Frage, wo es die größte Auswahl gab, damit es auch ja den Geschmack seiner Begleiterin traf...
„Ah, ich glaube, mir fällt eins ein“, meinte er mit einem breiten Lächeln. „Ich kenne ein sehr schönes Restaurant mit einer ziemlich großen Karte. Es liegt, ehrlich gesagt, am oberen Rand meiner Preisklasse, deswegen habe ich da erst ein paar Mal zu Abend gegessen, aber ich bin sicher, dass sie ein gutes Frühstücksangebot haben. Außerdem muss ich sagen, dass mich das Essen dort nie enttäuscht hat...“ Für einen kurzen Moment drohte seine Erinnerung abzuschweifen, doch er ließ es nicht zu, stoppte sie und drehte die Zeit zurück, heraus aus ihrem Haus und zurück ins Restaurant. Dann kehrte er zurück in die Realität und blickte Sophia an. „Also, wenn es okay ist, dass es etwas mehr kostet, könnten wir dort hingehen. Ich verbürge mich selbstverständlich dafür, dass das Essen es wert ist.“

Dass Sophia nicht verneinte, war keine Überraschung. Sie wirkte nicht wie jemand, der ihm das ausschlagen würde, im Gegenteil. Viel eher ging er davon aus, dass sie sich freuen würde, etwas mehr für ihn zu bezahlen, weil sie so offenbar gern ihre Dankbarkeit zeigte. Ihm war das durchaus recht; ein gutes Essen auszuschlagen war wirklich nicht seine Art. Eher freute er sich immer, wenn er etwas Leckeres von einer anderen Person spendiert bekam, weil Essen eine Lebensgrundlage war, die einen nicht zu verachtenden Teil seines Gehaltes verschlang. So fühlte er sich ziemlich beflügelt, während er die Straße entlang schritt, immer darauf achtend, dass Sophia an seiner Seite blieb und nicht zurückfiel. Glücklicherweise war er niemand, der besonders schnell ging, sodass sie trotz seiner weiteren Beinspanne gut mithalten konnte. „Ich freue mich schon darauf, mit dir zu frühstücken, Sophia“, meinte er höflich, lächelnd. Er dachte nicht wirklich darüber nach, wie es aussehen würde. Wenige Leute würden ein Mädchen mit einem Rucksack, der Katzen imitierte, in etwas mitnehmen, das fast schon an ein feines Restaurant herankam. Überhaupt mutete es sicher seltsam an, dass er mit ihr Essen ging, wo sie doch nicht annähernd so aussahen, als hätten sie irgendeine Form von Familienähnlichkeit. Ihre nicht gerade enorme Größe stach besonders heraus neben diesem Hünen, und seine farblosen Haare, die in ihrem Weiß geradezu leuchteten, passten nicht wirklich zu ihrer pink strahlenden Pracht. Nachdem er sich ein wenig zurechtgemacht hatte – er konnte schließlich nicht in einer Jogginghose das Haus verlassen, dazu kam es noch – war er auch angemessener gekleidet als seine Begleiterin. Aber ihm war das egal. Er frühstückte mit jemandem, den er mochte. Das war alles, was für ihn zählte. „Übrigens“, fragte er ruhig, während er weiter auf den Weg achtete. „Was isst du eigentlich normalerweise für Dinge? Hast du ein Lieblingsessen?“ Ein wenig unterhalten konnte man sich ja...

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Sophia
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BeitragThema: Re: Unterkunft eines jungen Dargin   Do 29 Jan 2015 - 18:47

Zunächst war Sophia für einen Moment ganz kurz davor zu schmollen. Da hatte sie schon einen so raffinierten Tick genutzt, um ihn dazu zu bringen wenigstens ein Restaurant auszusuchen und er kam ihr einmal mehr mit der Antwort, dass er nicht auf außer Haus aß. Doch dann entdeckte die Magierin eine kleine Veränderung in der Mimik des Mannes und erkannte einen Hoffnungsschimmer. Er strengte sich wirklich an und dachte darüber nach! Emaru war wirklich ein netter Kerl… Sie hatte schon wieder das Bedürfnis sich erkenntlich zu zeigen, aber dass das nicht so einfach war, hatte sie ja schon einige Male bemerkt. Tatsächlich verkündete der Magier dann eine erleichternde Neuigkeit: Ihm war tatsächlich ein Restaurant eingefallen. Und je mehr Sophia ihm zuhörte, desto mehr freute sie sich darüber, dass der Magier etwas gefunden hatte, wohin sie gehen könnte, denn laut seiner Beschreibung klang das nach etwas, wohin so wirklich gern gehen würde! Es gab viel unterschiedliches Essen und es war nicht besonders günstig, sodass sie Emaru damit etwas Gutes tun konnte. Außerdem schien der junge Mann dort auch gern hinzugehen, denn er sprach davon, dass das Essen dort wirklich gut war und ihn nie enttäuscht hatte. Und schon strahlte Sophia wieder etwas mehr, weil sie sich darauf freute mit Emaru gemeinsam in diesem Restaurant zu frühstücken. Sie sagte nicht einmal großartig etwas dazu, aber das freudige Lächeln auf ihren Lippen sprach mehr als jedes Wort es wohl könnte…
Natürlich stimmte die Magierin ihm bei diesem Restaurant zu, obwohl sie gar nicht allzu viel sagte, weil sie recht aufgeregt deswegen war. Nachdem sie sich beide einigermaßen zurecht gemacht hatten, machten sie sich gemeinsam auf den Weg. Sophia dachte ebenfalls nur wenig darüber nach, wie es wirken würde, wenn sie mit dem großen und wesentlich erwachseneren Mann essen ging. Sie war es gewohnt komisch von Leuten angesehen zu werden, wegen den Dingen, die sie so mit sich rumtrug und weil man ihr nicht zutraute, wie viel Geld ihr zur Verfügung stand. Sobald ihr Name fiel, wussten allerdings die meisten Menschen mit wem sie es zu tun hatten und öffneten ihr alle Barrieren. Tatsächlich ging Sophia jedoch nicht sonderlich oft gut essen. Sie stoppte viel öfter in dem einen oder anderen Imbiss, weil sie selbst nicht allzu gut kochen und es sich leisten konnte. Als sie nach Magnolia kam, ging sie einige Male in ein paar Restaurants essen, bis ihr auffiel, dass es sich recht einsam anfühlte, wenn man allein dorthin ging… Deshalb aß sie am allerliebsten im Gildenhaus, denn dort hatte sie immer Gesellschaft. Obwohl diese nicht selten etwas merkwürdig und für viele Leute sicher auch viel zu aufdringlich war, genoss Sophia diese Menschen sehr. Sie konnte am besten mit der Art Mensch umgehen, die einfach ausdrückte, wie sie war. Als Emaru erwähnte, dass er sich darüber freute, mit ihr essen zu gehen, lachte sie freudig und erklärte: „Ohja, ich auch! Ich war lange nicht in Gesellschaft essen!“ Das war nicht einmal gelogen. Sie hatte nicht allzu viele Freunde und abgesehen von den wenigen Treffen mit ihrem Vater, der sie meist zum Essen einlud, ging sie selten aus. Ihr Ziehvater war nicht die Art Mensch, die viel unternahm, aber der war immerhin ein guter Koch, also war das in Ordnung. Während sie auf dem Weg waren, fragte Emaru das Mädchen, was sie normalerweise aß und sie wusste darauf einen ganzen Moment lang keine Antwort. „Im Moment nehme ich mir mein Essen meist an einem Imbiss in der Nähe meiner Wohnung mit. Vermutlich esse ich nicht allzu gesund…“, sagte sie etwas verlegen und blickte an sich herunter. Das war zu erahnen, da sie nicht gerade die zierlichste Figur hatte… Vor allem im letzter Zeit hatte sie sich wieder ein wenig gehenlassen… Einsamkeit tat ihr nicht besonders gut, denn das sorgte für viel Langeweile und neben den Videospielen machte es sich immer gut über ein paar Süßigkeiten oder Chips herzufallen… „Als ich noch in Marokkasu gelebt habe, hat meist mein Papa für mich gekocht… Oder mein echter Vater hat mich zum Essen eingeladen.“, fügte sie lächelnd hinzu. „Hm… und was meinen Geschmack angeht… Ich esse eigentlich alles, was auf den Tisch kommt.“, erklärte sie strahlend. Dann wandte sie sich ihm mit einem fragenden Gesicht zu: „Gibt es etwas, was du gern isst, Emaru-san?“

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Emaru
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BeitragThema: Re: Unterkunft eines jungen Dargin   Mo 2 Feb 2015 - 22:57

Sophias Enthusiasmus in allen Ehren, aber Emaru machte sich ein wenig Sorgen um sie. Es klang ein wenig, als würde sie nicht viel Zeit mit anderen verbringen, und wenn man bedachte, dass der Dargin sie am vorigen Abend vertieft in ein Videospiel entdeckt hatte in einem Ausmaß, dass sie die Zeit vergaß und ebenso ihre Heimatstadt, konnte sich der Gedanke aufdrängen, dass ein nicht zu verachtender Anteil ihrer Zeit allein verbracht wurde. Nun war er wohl einer der letzten Menschen, die anderen davon abraten konnten, allein zu bleiben, wenn man bedachte, wie viel Zeit er damit verbrachte allein zu lesen, zu trainieren, Geld zu verdienen oder auch nur mit seiner zweiten Hälfte zu sprechen. Das hieß allerdings nicht, dass er nicht anderen wünschte, einen etwas gesünderen Lebensstil zu haben, besonders einem jungen Mädchen, das all sein Potenzial noch vor sich hertrug, es darauf warten ließ, zu erblühen und zu tatsächlicher Fertigkeit zu werden. Sophia war lieb, niedlich und intelligent – zumindest die meiste Zeit lang – und hatte sicher gute Chancen darauf, ganze Horden von Menschen um sich zu scharen, die sie mochten und ihr positiv gesinnt waren. Sie musste nur etwas mehr aus sich herauskommen...
Jetzt wollte sie allerdings eher Informationen aus Emaru holen, oder zumindest ein wenig Smalltalk betreiben. Fair genug; er hatte sie gefragt, da durfte sie das auch. „Dafür, dass du behauptest, so ungesund zu essen, siehst du viel zu gut aus, Sophia“, komplimentierte der Dargin lächelnd und ließ unter den Tisch fallen, was er gerade über ihre elterlichen Beziehungen mitbekommen hatte. Dass ihr Vater offenbar nicht derjenige war, der sie aufzog, war etwas überraschend und sehr interessant, aber das Weißhaar hatte wirklich nicht vor, irgendwelche wunden Punkte anzusprechen oder Licht auf Dinge zu scheinen, die das Mädchen lieber verborgen gehalten hätte. Zugegeben, sie war sehr offen; es würde sie vermutlich überhaupt nicht stören, alle Daten über ihr Privatleben fröhlich auszuplappern, einschließlich ihrer PIN-Nummer, aber das war ein Risiko, dass er nicht eingehen wollte. Es konnte gut sein, dass sie verletzter war, als sie zeigte, und er wollte wirklich nicht derjenige sein, der ihr Schmerzen zufügte. So wichtig war diese Information für ihn persönlich ja nicht...
„Ich werde sicher auch nicht über das Essen klagen, das mir gegeben wird“, kommentierte der Dargin ihre Antwort auf seine letztere Frage, „Aber ich fürchte, dass das als vollwertige Antwort nicht ausreicht, wenn man nach seiner Lieblingsspeise gefragt wird.“ Mit einem leichten Zwinkern ließ er Sophia wissen, dass das eine Anspielung war, ging aber nicht weiter darauf ein. „Ich glaube, am meisten ernähre ich mich von Pasta, oft serviert als Bolognese...“ Das stimmte; Nudeln, Reis und Brot stellten zurzeit einen nicht zu verachtenden Anteil seiner Ernährung dar, weil das Apartment, in dem er lebte, einen nicht zu verachtenden Teil seines eher unregelmäßigen Einkommens verschlang. Glücklicherweise gab es Soße für Nudelgerichte günstig in Gläsern zu kaufen, sodass man nicht einmal ansatzweise kochen können musste, um ein leckeres, wenn auch repetitives, Mahl zu erhalten. „Aber ich weiß nicht, ob ich das als meine bevorzugte Nahrung beschreiben würde... ich glaube, die Ehre kommt gebratenen Nudeln zu. Ich verbinde ein paar gute Erinnerungen mit dieser Art Gericht, das macht es gleich schmackhafter.“ Er schenkte der Luft vor sich ein scheinbar grundloses Lächeln für einen Moment der seligen Erinnerung, ehe er sich wieder auf den Pfad konzentrierte und eine Ecke als Gelegenheit wahrnahm, die Richtung zu wechseln. Wenig später blieb er stehen und nickte Sophia zu. „Sieht aus, als wären wir da...“
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