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 Geschäftsstraße

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Kabuto
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BeitragThema: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:01

Hm, mal sehen... Hab ich... hab ich... hab ich auch... Langsam ging Kabuto die lange Liste in seiner Hand Stück für Stück durch, bis er erleichtert aufatmete; gut, er hatte alles bekommen, was er gebraucht hatte. Es war sogar noch ein klein wenig Geld übrig, aber das würde er natürlich seinem Onkel im Ganzen zurückgeben – er durfte nicht mehr kaufen, als er sollte. Angestrengt hob er den übergroßen, schweren Rucksack auf seinen Rücken, der ihm nicht nur bis über den Kopf reichte, sondern auch noch deutlich sichtbar zu voll war; wenn man ihn nicht kannte, konnte man annehmen, dass seine schiefe Haltung von dem Gewicht auf seinem Rücken kam. Dann griff er neben sich und hob auch noch die Flagge auf, die er gekauft hatte. Oder eigentlich hatte er sie nicht gekauft, konnte er ja nicht, aber der Verkäufer, ein lieber alter Mann, war so nett gewesen, ihm diesen Artikel, den er sich so sehr gewünscht hatte, dazu zu geben, nachdem er ohnehin schon unglaubliche Mengen an Jewel im Laden zurückgelassen hatte für die Artikel, die seine Tante und seine Cousine in Magnolia Town nicht hatten bekommen können. Eigentlich war die Fahne aber auch nicht für ihn, sondern wurde als Geschenk geplant; er kannte da jemanden, der sich bestimmt sehr darüber freuen würde, und was würde er nicht alles tun, um diesen jemand glücklich zu machen? Es war dem Motiv zu verdanken, das auf dem Stoff prangte, der jetzt aber um die hölzerne Stange gewickelt war, sodass es wohl niemand erkennen konnte. Er schulterte also sein Geschenk, und machte sich auf den Weg zurück zur Bahnstation...

Oh nein... nicht schon wieder! Geschlagen sank Kabuto auf die Knie und hielt sich mit der freien Hand den Kopf. Es konnte doch gar nicht so viele Sackgassen in einer einzigen Stadt geben! Verzweifelt blickte der Kyofu die herumstehenden Mülltonnen an, und fühlte sich, als sollte er sich einfach zu ihnen stellen und warten, bis ihn die Leute mit ihrem Abfall bewarfen. Andererseits würde er dann sicher zu spät nach Hause kommen, und das würde nur wieder Ärger geben... Angestrengt stemmte er sich wieder auf die Beine, was sehr mühevoll war, einerseits aufgrund der schweren Last seines absoluten Selbstzweifels, andererseits aber auch wegen der fast noch schwereren Last, die in Form eines Rucksackes auf seinen Schultern lastete. Auf wackeligen Beinen kam er wieder hoch und drehte sich um, verließ die Gasse, in der er steckte, und sah sich auf der größeren Straße noch einmal um. Mal sehen... es ist früher Nachmittag, und die Sonne steht da... Und da drüben ist dieser Kirchturm, also... Oh! Ich bin schon ganz in der Nähe! Mit neuem Elan lief er die Straße entlang, bog einmal ab, noch ein zweites Mal. Ja, genau hier musste der Bahnhof sein... Und kaum erblickte er, wovor er stand, weiteten sich seine Pupillen. Vermutlich weniger vor Freude, als vielmehr vor Schock. Das Geschäft, vor dem er jetzt stand... hatte er nicht genau hier die Flagge gekauft, und den ganzen anderen Kram, der in seinem Rucksack steckte? War er nicht genau hier aufgebrochen? Spätestens jetzt musste er es zugeben: Er hatte sich vollständig verirrt in dieser großen, fremden Stadt. Vermutlich wäre es das beste, irgendjemanden nach dem Weg zu fragen. Nur wen?
Als er sich umdrehte, fiel ihm sofort jemand ins Auge. Es war vermutlich reiner Zufall, dass sie gerade hier war, aber schon auf den ersten Blick wusste er, dass sie die richtige war, um zu fragen. Ob das wohl an ihrem Aussehen lag? Sie war zwar ein wenig größer als er, sah aber trotzdem unglaublich zerbrechlich aus, und ihre Haut war so strahlend weiß... Natürlich war das nicht das, was ihn am meisten fesselte. Wie so oft sprang die seltsame Vorliebe des Jungen auf ihre Haarfarbe an. Nun gut, blau zählte er eigentlich längst nicht mehr zu den außergewöhnlichen Farben, aber das hier war kein gewöhnliches, dunkles Blau, wie man es an jedem zweiten Punk sah; ihre Frisur erstrahlte in einem wunderschönen Hellblau, das ihm in der Sonne wie Eis zu glitzern schien. Ja, eindeutig, sie würde er ansprechen! Ah, M-Moment... kann ich einfach so mit ihr reden?, schlichen sich die Zweifel in seinen Verstand, verwandelten ihn in eine steinerne Statue, die nichts anderes tun konnte als Starren. Sie w-würde sich vo-von mir doch nur gene-nervt fühlen... Überhaupt habe ich kein Recht, so ein Mädchen dazu zu zwingen, sich mit mir abzugeben! Außerdem... sie würde m-mich sicher auslachen, w-weil ich nicht einmal d-den Bahnhof selbst finde... „Aus dem Weg!“, brummte wie aus dem Nichts eine genervte Männerstimme hinter ihm, und er spürte eine Hand, die sich von hinten auf den Rucksack legte, ihn anstieß... und natürlich dafür sorgte, dass der Grünschopf flach auf dem Boden aufkam, direkt vor den Füßen der eisblauen Schönheit. Sofort wurde er knallrot, murmelte mehrfach das Wort Entschuldigung und versuchte erfolglos, sich wieder hoch zu stemmen, doch das Gewicht seiner Einkäufe bevorzugte es offenbar, ihn weiter zu Boden zu drücken. Er hatte sogar die Fahne fallen gelassen, die sich nun auf der Straße ausrollte und das Bild eines großen, roten Drachen auf blauem Grund zeigte, der von Flammen umgeben war. Na, für wen konnte das Geschenk wohl sein?

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Kohana
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:01

Lecker! Mit einem begeisterten Lächeln auf den Lippen lief die junge Kohana die Straßen ihrer neuen Heimatstadt entlang. So langsam gewöhnte sie sich an Hosenka, denn obwohl sie die frostigen Berge gewohnt war, konnte auch solch wärmere Temperaturen ein ganz angenehmes Gefühl auf der Haut bringen. Problematisch blieb allein die Angewohnheit der Dragonslayerin sich in so viel Kleidung zu hüllen, dass es ihr den Schweiß auf die Stirn trieb. So war es heute zwar relativ warm, aber die Magierin trug noch immer eine dicke Jacke und eine warme Strumpfhose unter ihrem kurzen Röckchen. Aber die Wärme unter dieser unpassenden Kleidung störte sie gerade herzlich wenig, denn sie war abgelenkt. Es gab Dinge auf dieser Welt, die so schön waren, dass man alles um sich herum absolut ausblenden konnte…
Eine Sache, die Kohana so glücklich machte, war definitiv Eis! Darum lag auf den Lippen der Magierin ein so breites Lächeln, dass man glauben könnte sie wäre nicht ganz bei Sinnen. Doch das köstliche Wassereis, welches sie gerade genüsslich auf ihrem Weg verputzte, reichte aus, um der jungen Frau alles Glück der Welt zu bringen. Mit ihrer Kühlbox in der Hand schlenderte Kohana die Straßen entlang und begnügte sich mit ihrem Erdbeerspeiseeis… Konnte es irgendetwas Besseres geben? Die hellblauen Haare schwangen bei jedem Schritt hin und her und obwohl sie eigentlich mal wieder Geld gebrauchen konnte, genoss das Mädchen ihren freien Tag in vollen Zügen. Was sie heute wohl noch machen würde? Der wichtigste Einkauf war auf jeden Fall getätigt, denn Kohana hatte Eis in Massen! Wenn nun nicht wieder jemand kam, der dafür sorgte, dass ihr Eis sich auf dem Asphalt verteilte, konnte es gar kein schlechter Tag werden! Naja… Zugegebenermaßen hatten die Jungen, welche neulich das Wassereis vernichtet hatten, ihr auch eine gute Entschädigung geliefert. Das war also auch zu verkraften… Dennoch wusste Kohana immer noch nicht, was sie nun mit ihrem Tag anfangen sollte…
Während sie so zufrieden mit sich und dieser Welt herumschlenderte, ahnte das junge Mädchen noch nicht, dass auf sie eine verheißungsvolle Begegnung wartete. Es war ähnlich den letzten beiden Jungen, denn auch die hatten sie an einem freien Tag überrumpelt… Nun war es jedoch nicht sie, die ein Problem hatte, sondern ganz plötzlich wurde ein Junge vor ihren Augen niedergestoßen und landete vor ihren Füßen. Neugierig blickte Kohana zu ihm herunter. Er schien ein Stück kleiner, vielleicht auch jünger als sie zu sein und war schwer bepackt. Beschämt stammelte er eine Entschuldigung, während er versuchte sich zu erheben. Was sollte sie nun tun? Konnte er nützlich genug sein, als dass sie ihm helfen würde? Da entdeckte sie die Fahne, welche sich neben dem Jungen ausrollte. Und sie weckte sofort den Hass der Magierin… Drachen. Pah. Diese widerlichen und peinlichen Biester. Natürlich himmelten die Menschen sie an… Sie waren ganz besondere Wesen, welche einen unglaublichen Ruf hatten, doch dass sie in Wahrheit allesamt Bastarde waren, das glaubt niemand. Nicht einmal die anderen Menschenkinder, die von ihren schuppigen Eltern sitzengelassen wurden… Aber Kohana würde diesen Irrglauben aufklären und sie ein für alle mal von dieser Welt entfernen! Doch bevor sie in ihrer absoluten Rage noch ausbrach, entsann sie sich, dass dort ein Junge vor ihr lag, der mit Sicherheit Hilfe brauchte. Egal ob er jetzt nützlich wirkte oder nicht… So etwas musste man immer erst genauer betrachten! Lächelnd beugte sich Kohana ein Stück nach vorn, streckte eine der blassen, zarten Hände nach ihm aus und mit der anderen strich sie sich eine der langen Haarsträhnen hinter das Ohr. „Kann ihr dir helfen? Das sieht ganz schön schwer aus… Hast du dir wehgetan?“ Ihr falsches Lächeln, welches natürlich wieder zuckersüß und herzlich wirkte, wich schnell einer gespielten Sorge, welche durch ihre großen Augen kaum als falsch zu identifizieren sein dürfte… Nein, wer sie nicht kannte, der konnte nicht wissen, dass all das in ihrem Gesicht nicht wahr war… Was sie da wohl für ein kleines Kerlchen vor sich hatte?
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Kabuto
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:04

Nach einigen Sekunden stand Kabuto ganz kurz vor der endgültigen Resignation. Eigentlich hatte er gedacht, all das Training hätte ihn kräftig gemacht, doch jetzt ließ er sich von ein paar Einkäufen fertigmachen? Gut, ein paar war wohl stark untertrieben, sah die Tragetasche auf seinem Rücken doch aus, als hätte er vor, ein paar Monate allein durch die Berge zu wandern, dennoch... er war einer der Magier von Fairy Tail! Wenn er sich weiter in solche Lagen drängen ließ, würde der gute Ruf seiner Gilde noch darunter leiden, und das wollte er nun wirklich nicht. Andererseits... was konnte er jetzt gerade anderes machen, als auf Hilfe zu hoffen?
Glücklicherweise war die rettende Person aber schon an Ort und Stelle, in Form des hübschen Mädchens, dem der Kyofu gerade im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen lag. Sie reckte ihm eine zarte Hand entgegen, fragte, ob sie ihm helfen konnte, ob er sich verletzt hatte... doch in den ersten Momenten konnte er gar nicht reagieren. Er blickte nur mit großen Augen zu ihr auf. Mit der Sonne im Rücken erstrahlte sie richtig, und diese freundliche Geste, das liebe Lächeln, das alles Gute in dieser Welt zu enthalten schien, ließen sie fast wie einen kleinen Engel wirken; es dauerte ein bisschen, bis der Junge sich wieder gefasst hatte und seinen Blick von ihrem Gesicht lösen konnte, dann ergriff er langsam ihre Hand und ließ sich aufhelfen. V-Vielen Dank..., stotterte er leise und lächelte schüchtern zurück. Es... es geht mir gut, nichts passiert. I-ich wollte dir k-keine Umstände machen... ver-verzeih mir! Es war so typisch... kaum traf er auf ein hübsches Mädchen, das so nett, freundlich und liebevoll war, musste ihm so etwas Peinliches geschehen! Sie konnte unmöglich etwas Gutes von ihm denken... aber wenigstens hatte er noch immer die Gelegenheit, sich höflich vorzustellen! Wenn der erste Eindruck nichts taugte, konnte man so immerhin den zweiten noch retten! M-Mein Name ist Kabuto... Kabuto Kyofu. Es... war wirklich nett von dir, mir zu helfen! K-kann ich mich irgendwie dafür revanchieren? Eine Wiedergutmachung hatte das Mädchen auf jeden Fall verdient, wenn sie schon solche Mühen auf sich nahm – nach seinem Wohlergehen fragen, ihm die Hand reichen –, um ihm etwas Gutes zu tun. Er ahnte nicht, dass irgendetwas davon mit rationaler Planung oder hinterhältigen Gedanken in Verbindung stehen könnte, für ihn stand hier nur eine freundliche Person, die für ihn da gewesen war, als er sie gebraucht hatte, und das, obwohl er ein vollkommen Fremder war. Immerhin war er alles andere als skeptisch, was andere Menschen anging, und sie hatte ihr Schauspiel wirklich wundervoll hinbekommen. Und dazu kam noch die absolute Unschuld, die alles an ihr ausströmte... konnte irgendjemand sie für so berechnend halten? Unmöglich. Kabuto für seinen Teil fand sich absolut gefangen in ihren schönen Haaren, mit dieser hypnotischen Farbe, die sich in zwei langen Pferdeschwänzen ihre Seiten entlang nach unten bewegten. Und sie kamen so weit... Sein Blick verfolgte kurz die Haarpracht, dann fiel ihr ihre Hand auf. Was hielt sie denn da... eine Box? Eine Kühlbox vielleicht? Sah zumindest so aus... Apropos...
Die Pupillen des Jungen zogen sich wieder zusammen – oh nein, das konnte doch nicht sein! Er starrte auf seine Hände: Beide waren leer. Vollkommen leer! W-wo... wo ist...?, rief er panisch und warf hektische Blicke über die Straße, bis er die Flagge wieder entdeckte und schnell die zwei Schritte zu ihr zurücklegte, sie aufhob, erneut einrollte und dieses mal im einem festen Griff packte, aus dem sie sicher nicht so schnell wieder rauskommen würde. Erleichtert atmete er aus und blickte dann peinlich berührt zu seiner neuen Bekanntschaft zurück. E-entschuldige... D-das hier ist ein Geschenk für eine... besondere Freundin von mir... Es ist sehr wichtig! Er nickte kurz bekräftigend, hielt dann jedoch inne – warum genau erzählte er so etwas eigentlich immer gleich herum? Als könnte es dieses Mädchen in irgendeiner Form interessieren...

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Kohana
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:04

Wie oft passierte es schon, dass einem ein junger Mann direkt vor die Füße fiel? Zwar hatte das Souvenir, welches er bei sich trug, sie ein wenig grimmig gestimmt, doch überwiegte ihre natürliche Neugier, weshalb sie beschloss nett zu dem kleinen Kerl zu sein und ihm zu helfen. Kohana war ja kein Unmensch! Zumindest leider noch nicht… Er schien ein wenig eingeschüchtert, was Kohana aber vielleicht auf die Peinlichkeit der Situation schob. Der kleine Kerl war ganz niedlich, weshalb sie erstaunlich viel Mitgefühl für ihn entwickelte, wenn man betrachtete, dass sie sich normalerweise fast ausschließlich für sich selbst interessierte. Der schüchterne Junge ließ sich von der Magierin aufhelfen und entschuldigte sich kurz darauf sehr ausschweifend dafür, dass er ihr Umstände gemacht hätte. Als hätte sie einen riesigen Kraftakt hinter sich gebracht, um ihm aufzuhelfen… Sie konnte gar nicht anders als ein wenig zu lachen, weil diese Entschuldigung für Kohana so absurd wirkte. „Mach dir keine Gedanken. Du hast mir weder Umstände gemacht, noch Probleme bereitet.“, versuchte sie bemüht freundlich zu sagen und grinste ihn weiterhin an. Es war immer noch irgendwie witzig, dass er sich dafür entschuldigt hatte… Kurz darauf folgte eine Vorstellung, wobei auffiel, dass er noch immer ein wenig schüchtern wirkte, hin und wieder stotterte, aber er war auch recht höflich. Eigentlich hatte Kohana nicht viel übrig für Weicheier oder Schwächlinge, aber es schien so als hätte zumindest dieser kleine Kerl eine Chance verdient. Warum? Schwer zu sagen… Wenn man es genau nahm, dann hätte er bisher nur Minuspunkte sammeln müssen. Das Souvenir, welches in Kohana Zorn weckte, noch dazu schien er ein recht schwaches Kerlchen zu sein, was sein Verhalten erkennen ließ. Woran lag es dann aber, dass sie ihm eine Chance gab? Vielleicht war sie auch etwas weich geworden, denn der kleine Kerl war irgendwie ganz niedlich…
Und er wollte sich revanchieren. Kohana grinste erstmal wieder nur in seine Richtung. Was könnte sie wohl von ihm wollen können? Sie schüttelte zunächst den Kopf, dann begann auch sie damit sich vorzustellen: „Ich bin Kohana und du musst dich nicht revanchieren. Das war doch wirklich nur eine Kleinigkeit.“ Wenn man es genau betrachtete, war Kohana für ihre Verhältnisse schon sehr uneigennützig nett zu ihm. Sie wusste selbst noch nicht warum, hoffte aber innerlich schon darauf, dass sie irgendwann einmal etwas davon hatte nett zu ihm zu sein. Aber das war ja eigentlich immer so, denn Kohana überlegte immer welchen Gewinn sie aus ihren Handlungen ziehen konnte. Nichtsdestotrotz hatte der Kleine für seinen Auftritt eine gute Chance von ihr anerkannt zu werden. Irgendwo war sie ja doch noch menschlich…
Plötzlich änderte sich das Verhalten des kleinen Kerls doch schlagartig, als er auf seine Hände blickte. Kohana überlegte einen Moment woran dies lag, dann bemerkte sie aber, dass ihm sicher aufgefallen war, dass er etwas verloren hatte. Seine Reaktion war doch etwas sehr krass, denn er schien völlig panisch zu werden, während er umherblickte und alles absuchte. Es war also die Flagge und sie schien für ihn sehr wichtig zu sein. Ob er tatsächlich ein solches Interesse an Drachen hatte? Schon bald wandte er sich wieder Kohana zu und entschuldigte sich für dieses Verhalten. Sie hatte es nicht als allzu schlimm empfunden, aber naja. Er schien wirklich darauf zu achten besonders höflich zu anderen zu sein. Kohana winkte lächelnd ab und blickte auf die Flagge in seiner Hand. Für eine besondere Freundin? Dann war also nicht er der Drachenfanatiker, sondern jemand anderes… Ob er verliebt war? Zumindest verband Kohana die „besondere Freundin“ sofort mit einer romantischen Beziehung. Eine Drachenflagge… Vielleicht für einen Blue Pegasus Magier? Oder sogar eine Cousine? Es galt etwas über dieses Mädchen herauszufinden! Denn wenn es, egal wie unwahrscheinlich es war, eine ihrer Cousinen war, dann war das ein großer Schritt in Richtung von Kohanas Plänen. Eine leichte Nervosität machte sich in ihr breit, die sie aber sofort zu verdecken versuchte. „Also…“, begann sie und setzte ein frecheres Grinsen auf. „Eine besondere Freundin?“, betonte sie amüsiert und etwas überzogen. „Eine sehr wichtige, besondere Freundin?“ Dann kicherte sie und blickte auf die Flagge. „Vielleicht solltest du deiner Angebeteten lieber noch ein paar Blumen holen.“ Natürlich übertrieb sie völlig, aber sie wollte den kleinen Kerl aus der Reserve locken. Entweder er würde nun vor lauter Verlegenheit im Boden versinken, weil er ertappt wurde, oder er rechtfertigte sich wegen der Flagge… Egal was er tat, oder ob es etwas ganz anderes war, beides würde Kohana reizen…
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Kabuto
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:06

Oh... okay, murmelte Kabuto etwas unsicher. Sie wollte wirklich nicht, dass er etwas für sie tat? Für sie mochte all das eine Kleinigkeit gewesen sein, doch für den Kyofu war es immer wieder eine Überraschung, wenn jemand ihm half, ihm gegenüber nett war, obwohl sie sich nicht kannten. Vielleicht sollte er das langsam ablegen, aber es war schwierig. Welche Erlebnisse prägten einen Menschen am meisten? Jene aus der Kindheit. Damals war er für seine Eltern nicht von Bedeutung gewesen, und für die Leute aus dem Dorf nur Abschaum, wenn er dort einmal ankam. Immer hatten sie nur gelacht, auch über ihn, aber vor allem über seinen Vater, und er war nie etwas anderes gewesen als der Nachwuchs dieses Versagers. Sie hatten ihm nicht einmal die Chance gegeben, selbst zum Versager zu werden, nein, er war nur eine Versagersbrut. Kein Titel, den er sich selbst verdient hatte, sondern etwas, das ihn einfach verfolgt hatte. Das schlimmste war, dass man es ihm ansah, dass er diesem Möchtegern-Forscher wie aus dem Gesicht geschnitten war! Würde er in einer Familie leben, die ihn respektierte, dann hätte er wohl über diese Dinge hinwegkommen können, doch noch immer war Ablehnung ein Teil seines Alltags. Wo sollte das Selbstvertrauen herkommen?
Umso größer der Schock, als er realisierte, dass das Geschenk, das doch für eine der wenigen Personen, die wirklich lieb zu ihm waren, gedacht war, sich nicht mehr in seiner Hand befand. Manch anderer hätte einfach ein neues geholt – diese Fahnen waren nicht sehr beliebt, diese hatte mit drei weiteren zusammengestanden, die, so der Geschäftsführer, noch aus dem Weihnachtsbestand übrig waren, der sich ja nun wirklich hätte verflüssigen können in all den Monaten –, doch deren Ausgaben wurden ja auch nicht kontrolliert. Wie sollte Kabuto seinem Onkel erklären, dass er Geld für so einen Firlefanz ausgegeben hatte, wenn er sich nicht einmal ein Bonbon kaufen durfte? Zum Glück war es aber nicht weg, veranlasste ihn bloß zu einem ziemlich lächerlichen Auftritt, für den er sich natürlich auch gleich entschuldigte. Vielleicht nicht mit den ganz richtigen Worten, denn die Reaktion Kohanas trieb ihm wieder die Röte in die Wangen, und sein Blick schaffte es absolut nicht in ihr Gesicht – zur Ablenkung folgte er einfach wieder ihren faszinierenden Zöpfen. N-Nein..., murmelte er, viel zu leise, wurde dann lauter; etwas zu laut vermutlich. Panik eben. Nein! S-so stehen wir beide... über... überhaupt nicht z-zueinander! Leider. Seine Worte sagten es nicht, aber in seiner Stimme lag es so deutlich, als hätte er es auf der Stirn stehen. Leider.
U-und sowieso... das hier w-wird ihr besser gefallen, ganz sicher. S-sie hat eine A-Art... persönliche Verbindung dazu. Sie ist... Hier stockte er. Konnte er das einfach so weitererzählen? Sie gehörte immerhin zu einer eher kleinen Gruppe von Magiern, das musste man doch nicht überall heraus posaunen. Andererseits... sie selbst machte gar kein Geheimnis daraus, oder? Ihm hatte sie es sofort gesagt, obwohl sie ihn kaum gekannt hatte, dabei hatte der Kyofu nicht einmal gefragt. Und ihr Ausruf während des ersten Kampfes im Turnier... er erinnerte sich kaum an ihren Gegner, aber im Prinzip hatte sie sich damit sehr deutlich selbst verraten. Stimmt, ihr machte es absolut nichts aus, wenn jeder auf der Welt wusste, was sie war. Und Kohana war so ein freundliches Mädchen... Was sollte schief gehen? Sie ist die Dragonslayerin des Feuers!, beendete er also ganz stolz seinen Satz, als wäre es sein eigener Erfolg gewesen. Er war gewissermaßen stolz, sie zu kennen, ein Freund von ihr zu sein. Allerdings hatte das, zugegeben, mehr mit seiner Zuneigung ihr gegenüber zu tun als mit ihrer Magie. Ich hoffe, ihr so eine Freude machen zu können, verstehst du, Kohana? Er lächelte sie an, auch wenn er ihr nicht in die Augen sehen konnte. Das konnte er bei niemandem, aber bei einer Schönheit wie ihr war es noch weit mehr als unmöglich. Außerdem gab es doch eh kaum etwas Hübscheres anzusehen als ihr Haar auf dieser Welt...

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Kohana
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:06

War es nicht witzig, wie eine so zufällige und scheinbar absolut nichtige Begegnung möglicherweise Kohana auf einen Weg führte, nach dem sie schon eine gefühlte Ewigkeit gesucht hatte? Das war perfekt! Aber sie durfte sich nur noch nicht zu viel einbilden, denn umso größer wäre die Enttäuschung, würde sich ihre Vermutung als falsch herausstellen. Wie lange wartete sie schon darauf einen anderen Dragon Slayer zu treffen? Kohana hatte bisher nicht ein einziges anderes Drachenkind gefunden. Es wirkte schon fast so auf sie, als hätte das Schicksal etwas gegen sie. So sehr wollte sie wissen, ob die anderen Drachen ihre Zöglinge genauso unverhofft verlassen hatten und wie die Magier damit klarkamen… Für Kohana selbst war es wie ein Stich ins Herz gewesen, der vermutlich auch zu einem Großteil die Schuld für ihr merkwürdiges Verhalten trug. Eigentlich war sie ja das nette Mädchen gewesen, welches sie nun immer mimte, doch hatte sie der Verlust ihres Ziehvaters so gekränkt, dass sie einen schrecklichen Zorn gegenüber den Drachen hegte und diese am liebsten alle vernichten würde. Dann könnten sie und die anderen Drachenkinder diese Welt beherrschen, weil es niemanden mehr gab, der sie aufhalten könnte… und dann wäre diese Welt endlich gerecht und fair! In ihren Gedanken ging sie all diese schmerzlichen Erinnerungen durch, während sie lächelnd auf die Flagge blickte, welche der Junge freudig in seinen Händen hielt… War es wirklich der richtige Weg, auf dem sie sich befand? Oder nur ein Zufall?
Aber nun zurück zu ihrer Anspielung. Dem Jungen war es ja schon beim Schwärmen fast auf die Nasenspitze geschrieben. Er wirkte wie jemand, der ein großes Herz hatte, welches er sicher auch leicht an eine gutmütige Person verschenkte. Zumindest schätzte sie ihn bisher so ein… Alles passte eigentlich. Er war ein schüchternes, kleines Kerlchen, welches auf das kleinste Bisschen Hilfe mit einer gutmütigen Geste reagierte und einem quasi zu Füßen lag für scheinbar jede Kleinigkeit, mit der man ihm irgendetwas Gutes tat. Ob sie richtig lag? Schwer zu sagen, aber ihr reichten die Anhaltspunkte bisher… Mal sehen, ob sich das Bild von ihm noch ändern würde. Ob er wohlmöglich eine Person der anderen vorzog? Seine Reaktion sprach jedoch schon Bände und Kohana merkte, dass sie mit ihrer Vermutung zu der Flagge ins Schwarze getroffen hatte. Dieses Mädchen, der er diese Flagge schenken wollte, schien ihm näher zu stehen, als er zugeben wollte. Er wurde laut, geriet in Panik und verneinte so stark, dass es schon wieder sehr zustimmend wirkte. Kohana kicherte leicht, als er vehement abstritt, dass es so war, während sein Gesicht doch sagte, dass er sich heimlich danach sehnte. Süßes, kleines Kerlchen… Der folgende Satz lenkte jedoch völlig von ihm ab und ließ Kohana die Ohren spitzen. Persönliche Verbindung? Es wurde heißer… Schwer fiel es ihr die Neugier zu unterdrücken, da sie ja schließlich auch nur ein Mensch war. Sie war? Dann stockte er. Kohana setzte ein Gesicht auf, welches zeigte, dass sie seine Worte nicht verstand oder sie in Frage stellte. Sie wollte es wissen, ließ sich aber von ihrer Vermutung nichts anmerken, sondern stellte sich selbst eher so dar, als wüsste sie nicht worauf das hinauslief. In seinem Gesicht konnte man erkennen, dass er nachdachte. Worüber? Ob er das sagen sollte, was Kohana hören wollte? Ironie des Schicksals… Dann sagte er es jedoch und die Augen der hübschen Magierin begannen zu funkeln, während sie die Hände zusammenschlug und ihn begeistert anstarrte. „Eine Dragonslayerin?“, fragte sie scheinbar total neugierig, als ihr Herz einen riesigen Sprung machte. Nicht nur das hatte er verraten, sondern auch ihr Element… Feuer war nun nicht unbedingt das, was Kohana unbedingt finden wollte, aber ein guter Anfang war das auf jeden Fall. Der Feuerdrache sollte sehr stark sein, hatte ihr Vater immer gesagt… Ob sie das verstand? Natürlich! Auch wenn sie bei einem solchen Geschenk die Flagge tiefgefroren und in unendlich viele Einzelteile zerspringen lassen hätte… Doch das tat hier nichts zur Sache. Diese Person, also die Dragonslayerin, schien also kein so negatives Bild von ihrem Elternteil zu haben… Was sollte sie nun tun? Erst einmal neugierig tun. Sie musste mehr über diese Person wissen! Aber das wäre wohl leichter, wenn sie ihre eigene Identität offenbarte. Das wollte sie allerdings nicht, weil der Junge schon brühwarm einer Fremden von der Feuer Dragonslayerin erzählte, die das vermutlich nicht wissen sollte. „Du kennst eine echte Dragonslayerin? Das ist ja cool! Kannst du mir von ihr erzählen?“ Sie stockte. Ja warum sollte er? Sie war doch nur eine dahergelaufene junge Frau… „Weißt du, diese Magier interessieren mich unheimlich… Nur hatte ich noch nie das Glück einen persönlich zu treffen…“ Und das war nicht mal gelogen, wenn sie von sich selbst absah. Vielleicht konnte sie ihm ja irgendwann trauen und ihm die Wahrheit erzählen… Er war gutherzig, das würde er bestimmt verstehen…
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Kabuto
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:08

Es sollte eigentlich nicht so leicht sein, fremden Leuten Informationen preis zu geben, die wichtig sein konnten, aber so dachte Kabuto nicht. Wenn es um ihn ging, konnte jeder alles wissen, den es interessierte – aber wer würde sich schon für ihn interessieren? Wenn es darum ging, etwas über jemand anderen zu erzählen, war er schon zurückhaltender, aber solange er nicht glaubte, dass es etwas war, das man für sich behalten sollte – und im Allgemeinen war er ziemlich gut darin, das zu sortieren –, konnte man es ihm relativ leicht entlocken, wenn man nur das Bild einer netten, liebevollen Person abgab... und, zugegeben, es half, wenn man so süß aussah wie Kohana. Die Augen des Jungen spielten noch immer mit ihren Pferdeschwänzen, während sich ein sanftes Lächeln auf sein Gesicht stahl. Die Begeisterung, die das Mädchen ihm über die Information, dass er eine Dragonslayerin kannte, entgegen brachte, erfreute ihn sehr, schließlich schien er sie soeben glücklich gemacht zu haben, nachdem sie so lieb zu ihm gewesen war. Außerdem wollte sie unbedingt mehr hören über Lia und das konnte man doch durchaus als Revanche ansehen für ihre guten Taten. Natürlich würde er ihre Bitte nicht deswegen erfüllen, sondern weil er sie wirklich mochte und er keinen Schaden darin sah, aber es war gut zu wissen, dass er wirklich etwas für sie tun konnte. Kurz zuvor hatte das ja noch anders ausgesehen...
Ich... ich erzähle dir sehr gern von ihr, Kohana. Ich meine, es scheint dich sehr zu interessieren, u-und... ähm, wenn ich dich glücklich m-machen kann, tue ich das gern! Er nickte, kurz, aber heftig, dann legte er den Kopf leicht schief und überlegte kurz. Vielleicht hast du sogar Glück, dass du mich getroffen hast, ich kenne nämlich noch eine Dragonslayerin... die des Donners. So langsam wurde der Grünschopf etwas selbstsicherer, schaffte es trotz des enormen Gewichtes auf seinem Rücken, ziemlich gerade zu stehen, auch wenn er immer noch ein wenig zu ihr aufsehen musste. Wenn man es so bedachte, war er doch ein ziemlich glücklicher Mensch, sofern man sämtliche familiären Angelegenheiten außer Acht ließ. Zu seinen bekannten zählte er zwei wunderschöne, starke und liebe Dragonslayerinnen, die ihn beide sehr mochten, und durch diese Bekanntschaften konnte er einen Draht zu einem Mädchen aufbauen, das ebenso wunderschön und lieb war. Für so ein schüchternes Kerlchen, das musste man sagen, räumte er auf sozialer Ebene ganz schön ab. Und die Freude darüber stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben, während er Kohanas Wunsch nachkam: Also... die Dragonslayerin des Feuers heißt Lia. Sie ist groß und ziemlich hübsch, mit pinken Haaren, die ihr wirklich gut stehen. Sie ist wirklich nett... so wie du, wirklich. Manchmal ist sie ein bisschen streng, wenn es nötig ist, aber mir gegenüber war sie immer sehr fürsorglich. Und sie ist richtig stark! Unglaublich stark! Ich habe sie kennengelernt, weil sie auch in Fairy Tail ist... sie war eine der ersten Personen, mit denen ich gearbeitet habe. Ich glaube, du würdest sie bestimmt mögen. Ja, das würde sie sicher; Kohana und Lia passten wirklich gut zusammen. Vor dem inneren Auge des Jungen konnte er sich die beiden vorstellen, wie sie beieinander standen... Einerseits die farbenfrohe Lia mit ihrer herzerwärmenden Aura, andererseits die nur wenig kleinere Kohana, deren Haare so schön glitzerten und deren Nähe so erfrischend war. Noch immer schaffte sie es, seine vollständige Konzentration auf sich allein zu ziehen, ohne auch nur einen Hauch von Rivalität; nichts in Hosenka Town konnte mit ihr mithalten. Zugegeben, noch immer fesselte ihn hauptsächlich ihre Haarpracht, ihre wunderschöne, glänzende, eisblaue Haarpracht, die so elegant und gewagt zugleich zu beiden Seiten ihres Körpers herabfiel, als wolle sie die Erde selbst locken, ihrem Zauber zu unterliegen... Nun, mit der Erde mochte das nicht klappen, aber einen gewissen Magier hatte sie auf jeden Fall in ihren Bann gezogen. Es passte nicht ganz zum Thema, aber es ließ sich nicht länger zurückhalten. D-du... deine Haare sind... wi-wirklich schön, Kohana..., murmelte er und errötete zugleich, blickte schnell zur Seite. Zum Glück war heute nicht so viel los, sonst könnte jeder sehen, dass er fast so stark strahlte, wie die Sonne es tat...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:08

Ohhhh, was für ein Jackpot! Kohana konnte es kaum erwarten darüber zu erfahren was für einen Dragonslayer der kleine Kerl da kannte. Die Magierin wusste nicht wieso, aber dieser kleine Kerl hatte ihre Aufmerksamkeit nicht ohne Grund gefangen und nun hatte sie durch das einigermaßen gute Gefühl, welches sie gehabt hatte, sogar jemanden getroffen, der ihr etwas über ihre Cousine berichten konnte. Kohana wusste, dass es einige andere Dragonslayer abgesehen von ihr gab, doch hatte sie es bisher noch nicht geschafft einen oder eine zu treffen. Dass dieser kleine, unscheinbare Knirps der Schlüssel zu ihrer ersten Begegnung werden könnte, hätte die junge Dame niemals gedacht. In Kohanas verrücktem Ego steckte auch noch ein bisschen das neugierige Kind, welches sich natürlich auch unbedingt mit den anderen Dragonslayern auseinandersetzen wollte und das nicht nur für ihren naiven Weltherrschaftsplan. Der kleine Kerl schien auf jeden Fall begeistert davon zu sein, dass er Kohana etwas Interessantes erzählen konnte. Er strahlte bis über beide Ohren und begann wie verrückt loszuplappern. Dabei legte er sogar seine vorher noch so offensichtliche Schüchternheit ab und Kohana folgte seinen Worten unheimlich gespannt. Tatsächlich musste die Magierin nun doch darauf achten inne zu halten, denn der kleine Kerl begann direkt damit, dass er abgesehen von der einen Dragonslayerin sogar noch eine andere kannte. Donner… Und sie waren beide Mädchen? Das war schon irgendwie unerwartet, denn Kohana hatte zumindest etwas darauf gehofft einen Herren kennenzulernen, aber gut. Die Zweite, von der er eigentlich erzählen wollte, war also tatsächlich die des Feuers gewesen und ihr Name war Lia. Daraus ließ sich jedoch noch nicht erschließen woher sie stammte. Ihr Drachenvater war da schon etwas Bekannter, denn der Feuerdrache war einer derjenigen, über die ihren Ziehvater sehr häufig geschimpft hatte. Feuer und Eis verstanden sich nicht allzu gut… Laut seiner Beschreibung schien die junge Frau sehr gegensätzlich zu Kohana selbst zu sein, was wohl damit zusammenhing, dass sie ja auch völlig gegensätzliche Elemente hatten. Fast schon ein bisschen klischeehaft, aber es war gut das zu hören. Was Kohana ein wenig zurückhielt, war die Aussage, dass sie sehr stark war. Sie wusste nicht wirklich was es für den Junge bedeutete, wenn jemand stark war, aber wenn er es so betonte, sollte die Eis Dragonslayerin ihrer Cousine wohl etwas zurückhaltender gegenüber treten, wenn sie diese traf… Fairy Tail… Kohana mochte diese Gilde nicht. Sie verabscheute sie nicht so sehr wie Blue Pegasus, wegen dem dämlichen Drachenfanatismus, aber es war nun auch nicht so wirklich etwas für sie. Sein Gedankengang war, wenn man es nüchtern betrachtete, ein wenig abstrakt. Feuer und Eis würden sich gut verstehen… Ob das wirklich so wäre? Ganz sicher würde eine Begegnung mit einem anderen Kind, welches so aufgezogen wurde wie sie, etwas in dem kranken Kopf des Mädchens auslösen. Doch ob das so gut oder eher schlecht war, das würde nur eine tatsächliche Zusammenführung zeigen. Und sie zögerte nun langsam, wo er von ihr berichtet hatte… Sie und noch eine andere… Was wenn sie viel stärker waren als sie? Einen Moment lang überhörte sie das Kompliment des Jungen fast, wo dieser doch geradezu direkt vor ihr im Boden versank. Ein sanftes Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab und wurde nur gekrönt durch ein leises, verlegenes Kichern. Ob das echt war oder nicht, sei mal dahingestellt! „Danke Kabuto-kun…“ Wollte sie nun direkt etwas nach der anderen Dragonslayerin fragen? Es wäre besser, wenn sie ihm zuvor ein wenig mehr entgegen kam, damit er sich nicht ausgenutzt fühlte. „Du hast also wirklich mit mehreren Dragonslayern zusammengearbeitet? Dann bist du auch ein Magier, nicht wahr? Erzählst du mir etwas von deiner Arbeit in eurer Gilde?“ Sie blickte auf den schweren Rucksack auf dem Rücken des Jungen. „Vielleicht sollten wir uns irgendwo setzen. Oder hast du es eilig?“ Sie überlegte tatsächlich, ob sie ihm von ihrer Magie erzählen sollte, denn dann konnte sie ihm nahelegen ein Treffen mit den anderen Dragonslayern zu arrangieren… Doch war sie dazu bereit? Das wusste sie nicht so recht… Allein darüber nachzudenken, löste einiges an Aufregung in ihr aus. Was sollte sie tun?
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:10

Es tat gut, zu sehen, wie fasziniert und beeindruckt Kohana den Worten des grünhaarigen Magiers lauschte; das Mädchen musste wirklich viel von Dragonslayern halten, wenn sie so in seiner kurzen Erzählung versinken konnte. Und für ihn war es natürlich auch von Glück, dass er Lia und Sylvana kannte, mit dieser Begegnung mehr denn je, denn abgesehen davon, dass sie absolut perfekt und wundervoll und schön und lieb waren, ermöglichten sie es ihm auch noch, ein so hübsches Mädchen wie Kohana zu beeindrucken! Sie waren mehr als Göttinnen und die besten Freundinnen, die man haben konnte... sie brachten noch dazu Glück! Obwohl es vielleicht auch seine Persönlichkeit war, die ihm einen kleinen Bonus bei diesem speziellen Mädchen einbrachte, so, wie sie auf sein mehr oder weniger gestottertes Geständnis reagierte... unglaublich süß! Kohana konnte ja richtig schüchtern sein, und ihre Stimme klang so zart, als sie ihm dankte. Wäre er nicht schon knallrot, dann hätte sich jetzt ein sanfter Streifen dieser Farbe auf seine Wangen gelegt, doch so entspannte er sich einfach wieder etwas mehr und schaffte es, ihr wieder ins Gesicht zu sehen; nicht in die Augen, aber wenigstens ins Gesicht. Und sie hatte wirklich Interesse an ihm, das war deutlich. Nicht nur an seinen Geschichten über Dragonslayer – was für ihn vollkommen okay gewesen wäre –, sondern an ihm, Kabuto Kyofu, höchstpersönlich. Warum sollte sie ihn sonst nach seiner Arbeit fragen? Ihre Gegenwart war wirklich sehr erfrischend, so sehr, dass er ihr auch sicher etwas viel Persönlicheres hätte erzählen können, aber natürlich wollte er sie auch nicht drängen, also würde er sie einfach das Gespräch in die Richtung leiten lassen, die ihr am ehesten behagte, und dann einfach offen darüber reden. In diesem Fall eben seine Arbeit in der Gilde und den Vorschlag, sich doch kurz zu setzen. Oh... j-ja, natürlich! Am besten setzen wir uns irgendwo hin! A-aber... du musst uns hinführen, okay? Ich ke-kenne mich hier n... nicht wirklich aus... Ich sehe grade keine Bank und... Er stockte einen Moment, während ihm warm ums Herz wurde. Allein der Gedanke daran, mit diesem kleinen Engel auf einer Bank zu sitzen, vielleicht in einem warmen Park, Seite an Seite, während sie seinen Erzählungen lauschte und ihn aus bewundernden Augen ansah, erfüllte ihn mit so einem wohligen Gefühl... Aber nein, daran konnte er sich nicht aufhalten. Er musste weitersprechen: ... ähm, und ich wüsste auch nicht, wo das nächste Café oder Lokal ist, in dem man sich mal setzen könnte... Wieder stockte er. Gemeinsam etwas trinken? Essen gehen? Ein kleines, spontanes Date mit dieser Schönheit? Seine Beine wurden schon leicht wacklig, und er musste sich zwingen, nicht daran zu denken, wie es wäre, wenn sie ihn zu sich nach Hause einlud, weil er fürchtete, dass er, wenn er es tat, gleich das Bewusstsein verlieren würde. Seine Stirn hatte sich bereits unangenehm aufgeheizt, und irgendwo tief in seinem Inneren wünschte er sich, die kühle Berührung Kohanas daran zu spüren... doch er konnte natürlich nicht darum bitten, das wäre seltsam. Also konzentrierte er sich einfach darauf, das Gewicht des Rucksacks auszuhalten, und ließ Kohana entscheiden, wohin sie nun gehen würden, um sich kurz zu setzen. Oder auch etwas länger, je nachdem, wie es lief... Ein wenig Strafe von seiner Familie wäre mehr als erträglich als Ausgleich dafür, dass er etwas mehr Zeit mit ihr verbringen durfte.

Während die beiden auf dem Weg waren, entschied er sich, ein wenig auf ihre Frage einzugehen; sie konnten ja auch schon reden, bevor sie saßen, es war auf jeden Fall besser als peinliches Schweigen. Aber was sollte er denn groß erzählen? Er war doch nichts besonderes... Weißt du, ich fühle mich wirklich geehrt, dass du etwas über mich hören willst..., meinte er nach einer kurzen Weile und rieb sich mit einem Finger nachdenklich die Wange. A-aber... ich b-bin gar nicht so besonders, eigentlich. I-ich meine, ich habe nicht wirklich tolle Erlebnisse und Erfahrungen vorzuweisen... A-außer vielleicht, dass ich einmal einem Werwolf begegnet bin, in einem Dorf hoch im Norden. Der war zum Glück sehr friedlich... oh, und als ich Lia kennen gelernt habe, habe ich mit ihr an einem großen Turnier in Oshibana Town teilgenommen. Da waren starke Leute, aber ich schätze, ich habe mich nicht übel geschlagen... b-bis ich gegen dieses Monster antreten musste! E-er h-hat sein Gesicht versteckt und... und... Hier brach Kabuto ab und packte seine rechte Schulter. Es war pures Glück gewesen, dass er diesen Arm noch immer besaß... Fast hätte ihn dieser Chibi getötet! Gemerkt hatte der Grünschopf es nicht, aber in seinem Blick spiegelte sich reine Angst wieder, während er sich erinnerte. Und er zitterte am ganzen Körper...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:11

Was Kohana gerade so wirklich wollte, war ihr gar nicht einmal so bewusst. Sie war gespannt, neugierig darauf, was der Junge ihr wohl für Geschichten über die Dragonslayer erzählen würde, die er kennengelernt hatte. Auf der anderen Seite fragte sie aber auch nach ihm persönlich. Nicht etwa nur, weil sie wusste, dass sie mehr erfahren würde, wenn sie persönlicher mit ihm wurde, sondern auch, weil dieser kleine, unscheinbare Kerl eine Ausstrahlung hatte. Sie wurde sich diese Schwäche natürlich nicht eingestehen, aber Kohana war ein unglaublich neugieriger Mensch und jemand, der mit solch wichtigen Personen in Kontakt kam, hatte vielleicht auch etwas zu erzählen, was die Magierin sonst noch interessieren könnte. Außerdem schien der kleine Kerl absolut fasziniert von der Blauhaarigen zu sein, weshalb sie glaubte, dass er früher oder später schon für irgendetwas nützlich werden könnte… Vielleicht steckte in ihm ja ein starker Magier. Wer wusste das schon?
Sein Charakter wirkte recht schwach, denn seine Gutmütigkeit war so stark, dass Kohana glaubte, er würde mit Leichtigkeit zerbrechen. Nicht oft dachte die Magierin nicht daran was man jemandem antun könnte, wenn es nötig wäre. Bei Kabuto wäre es vermutlich so leicht, dass sie sich darüber auch keine Gedanken machen musste. Stattdessen war sie interessiert an seinen Geschichten. Was er mit den Dragonslayern, ihren Cousinen, und in dieser Gilde erlebt hatte. Zugegeben, Kohana mochte Fairy Tail nicht besonders, weil da häufig die totalen Vollpfosten landeten, die absolut an dieses familiäre Gefühl glaubten, welches diese Idiotengilde auszustrahlen schien. Nichtsdestotrotz waren sie auch für ihre Stärke und die verrücktesten Geschichten bekannt. Würde sie dieses familiäre Beieinander nicht so sehr abschrecken, hätte sie sich vielleicht auch darauf eingelassen, nur um die berühmten und verrückten Storys zu erleben… Allerdings ging es in den anderen beiden bekannten Gilden viel gesitteter zu und das war irgendwie auch gut so.
Auf ihren Vorschlag sich irgendwo niederzulassen, um besser ins Gespräch zu kommen, reagierte der kleine Kerl wieder ziemlich aufgeregt und durch den Wind. Während sie beobachtete wie rot der Junge wurde, bemerkte Kohana auch, dass er sie immer wieder auf eine völlig verrückte Art ansah. Kein Mensch guckte das quirlige, hyperaktive Ding, welches sich Kohana nannte so an. Bisher war sie ja eher freundlich und respektvoll gewesen, aber der Junge starrte dennoch auf eine etwas andere Weise als sie es gewohnt war… Ein wenig eingeschüchtert schlug er ein Lokal vor. Nachdenklich blickte Kohana in seine Richtung. Warum eigentlich nicht? Sie hatte schon länger kein Eis mehr… „Magst du Eis Kabuto-kun? Ich liebe Eis! Wollen wir ein Eis essen gehen? Ich kenne hier einen tollen Laden!“ Nun zeigte sie etwas mehr von ihrer aufgedrehten, niedlichen Art. Mal sehen, wie er darauf reagierte… Dennoch schien sie mit Wärme und Freundlichkeit bei im weit zu kommen. Die Magierin führte den kleinen Kerl auf den richtigen Weg und während sie so liefen, kamen sie ins Gespräch…
Was er sagte, zauberte ein Schmunzeln auf Kohanas Lippen. So langsam zeichnete sich ein Bild über den kleinen Kerl im Kopf der Magierin ab. Er schien den Kontakt zu Menschen sehr zu genießen, war aber schüchtern und schien von sich selbst nicht viel zu halten. Viel Selbstbewusstsein war da nicht, sonst würde er sich nicht so weit unter ihrem Niveau platzieren. Er begann dennoch freudig zu erzählen, bis er an einem Punkt ankam, mit dem er nicht so zufrieden war. Tatsächlich wirkte er sogar sehr eingeschüchtert… Er fasste an seine Schulter. Ein guter Zeitpunkt etwas mehr Vertrauen aufzubauen! Kohanas Gesicht verwandelte sich in eine besorgte Miene, als sie dorthin sah. Sogar ein deutliches Zittern war zu vernehmen. Die Blauhaarige trat einen Schritt näher heran und legte mit einem warmen Lächeln kurz ihre kalte Hand, auf die seine, welche auf der Schulter ruhte. „Du scheinst dich doch gut durchgeboxt zu haben. Immerhin siehst du noch ziemlich fit aus und bist auch immer noch ein guter Kerl. Lass dich von solchen Erfahrungen nicht fertig machen Kabuto-kun.“ Dann zog sie die Hand wieder zurück und verschränkte die Hände grinsend hinter ihrem Rücken. Es war übrigens Taktik, dass sie ihn so oft mit Vornamen ansprach, da dies zu mehr Vertrauen und einer schneller fester werdenden Bindung beitrug. „Außerdem solltest du nicht so schlecht über dich urteilen Kabuto-kun! Jeder Mensch ist besonders und hat eine ganz eigene, interessante Geschichte!“ Wie sehr sie mit diesen Worten doch log. Für Kohana gab es eine ganz bestimmte Rangordnung unter Menschen und nichts interessierte sie weniger als der Abschaum, der keine Magie beherrscht. Für sie waren die normalen Menschen noch widerlicher als der Dreck unter ihren Fingernägeln. Es gab kaum etwas Schlimmeres, abgesehen von Drachen… „Und nun solltest du besser wieder lächeln, okay Kabuto-kun?“ Mit den großen blauen Augen blickte sie ihn an und strahlte quasi, was vermutlich nur an der ihrem engelsgleichen Auftritt lag…
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:13

Natürlich konnte es ein Fehler gewesen sein, an Dinge wie ein Date mit einem fremden Mädchen zu denken und das auch noch mehr oder weniger auszusprechen, während sie dabei war, doch in diesem Fall hatte Kabuto offensichtlich genau das Richtige getan, denn er hatte Kohana damit zum Nachdenken angeregt. Für einen Moment konnte man richtig sehen, wie sie sein Gerede über Cafés und Lokale in ihrem Kopf seine Kreise ziehen ließ, bis sie dann auf diese niedliche Art fragte, ob er mit ihr ein Eis essen gehen würde! Natürlich! Ich würde dir überallhin folgen!, hätte er fast ausgerufen, schaffte es jedoch, das in seinem Kopf zu behalten, und nickte stattdessen schnell. Es würde wirklich schön sein, zusammen mit ihr bei einem Eis zu sitzen und ein wenig zu plaudern, vielleicht nicht nur selbst zu erzählen, sondern auch etwas mehr über sie zu hören... Oh ja, antwortete er also fröhlich. Eis ist echt super! I-ich würde mich freuen, mit d-dir Eis essen zu gehen, Kohana! Abgesehen davon... je wohler sie sich bei den Aktivitäten fühlte, die die beiden miteinander unternahmen, desto angenehmer würde sie auch die Zeit mit dem Grünschopf in ihrer Nähe finden, nicht? Der Kyofu war nun wirklich nicht kalt und berechnend, aber der Gedanke kam ihm doch. Und wenn sie Eis wirklich so sehr liebte, dann konnte es sein, dass dieses hübsche Mädchen, das er gerade erst kennengelernt hatte, ihn jetzt schon in ihr Herz schließen würde!
Während sie ihn also in Richtung eines Ladens, der höchstwahrscheinlich eine Eisdiele sein würde, führte, begann er, ein wenig zu erzählen, von seinen Erfahrungen und Erlebnissen als Magier, immerhin hatte sie danach gefragt. Vielleicht hätte er aber etwas aufpassen sollen, in welche Richtung seine Erzählung schweifte, denn er kam nach nicht allzu langer Zeit an einem Punkt an, mit dem er sich gar nicht wohlfühlte. Er sah vor seinem inneren Auge diesen Kerl wieder auf sich zu schnellen, sah den blutrünstigen Blick seiner Augen über dem Schal, den er sich um seine untere Gesichtshälfte gewickelt hatte, und spürte den Schmerz in seiner ohnehin schon verwundeten Schulter, während das Schwert sich von oben nach unten durch sie zog. Seine Iris hatte sich bereits zu einem winzig kleinen Kreis zusammengezogen, während er eines der traumatischsten Erlebnisse seines Lebens wieder durchlebte, und um ihn herum hatte sich alles wieder aufgebaut; die große Arena, die Reihen von Zuschauern, die darüber jubelten, dass ein kleiner Junge tödlich verletzt wurde, das Bewusstsein, dass Lia gerade zusah und unglaublich enttäuscht von ihm sein musste, und natürlich der Verband seiner Schulter, der wieder herabfiel, nachdem er mit seinem Fleisch zusammen durchtrennt worden war... und dann war da plötzlich noch etwas. Ein sanftes, kühles Gefühl, dass sich auf seine Hand legte. Seine Hand, die bereits auf der tiefen Wunde lag... wie war sie dahin gekommen? Kabuto blickte darauf hinab, und unter der Hand befand sich keine Wunde mehr, doch auf ihr lag eine zweite, eine ganz zarte. Sein Blick folgte ihren Arm hinauf, bis er wieder in das Gesicht Kohanas sah, mit einem deutlich überraschten, irritierten Ausdruck, doch jetzt ohne die Furcht, den Horror von eben. Wer konnte noch irgendetwas Schlechtes empfinden, wenn er in dieses Gesicht sah?
S-seltsam..., dachte der Kyofu. Sie hatte so eine ruhige, kühle Aura um sich, aber... dass ihre Haut wirklich so kalt ist... Es war schön, dass sie so war. Irgendwie wirkte sie sehr perfekt gerade. Dieser kleine Engel hatte auf irgendeine Weise etwas, das sie sehr eng mit der absoluten Lia oder seiner Göttin Sylvana verband, fand er. Und sie war so lieb zu ihm. Machte ihm Komplimente, dass er doch gar nicht so schlecht sei und sich doch selbst etwas mehr respektieren sollte. Dass er auf seine Weise ganz besonders war. Und dann bat sie ihn, zu lächeln. Kurz sah er sie immer noch verwirrt an, doch langsam zogen sich seine Mundwinkel wieder nach oben, und er blickte das Mädchen sehr friedlich an. V-Vielen Dank, Kohana..., murmelte er und unterdrückte den Drang, ihre Hand in seine zu nehmen. Entschuldige, dass ich... dir s-solche Sorgen gemacht habe. Du bist so ein wundervoller Mensch... i-ist es okay, wenn ich dein Eis bezahle? Ich be-bestehe darauf! Ja, das war doch ein guter Weg, ihr zu danken, nicht wahr? Langsam nahm er seine Hand wieder von seiner Schulter, wenngleich das bedeutete, dass er auch die Berührung des Mädchens verlor, doch das war okay. Er hatte sie ja immer noch bei sich. Sie würde ihn auch eine ganze Weile nicht verlassen, ihm erhalten bleiben. Vielleicht sollte er sein Eis extra etwas langsamer essen. Im Moment dachte er nicht einmal an die Tatsache, dass er kurz davor stand, eine seiner über alles geliebten Süßspeisen zu essen; ebenso wenig dachte er daran, dass sein Onkel ihn höchstwahrscheinlich lynchen würde, sobald er merkte, dass Kabuto mehr Geld ausgegeben hatte, als er sollte; zum ersten Mal stand der Junge kurz davor, eine der Regeln seiner Familie zu brechen. All das war unwichtig, solange er Kohana bei sich hatte, dieses herzliche, ehrliche, liebenswürdige Mädchen, das für ihn einfach da war, obwohl sie sich kaum kannten. A-also... wo ist jetzt diese Eisdiele?

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:14

Wenn Kohana nur normal wäre… Ja wenn sie ganz normal bei einer gesunden und glücklichen Familie aufgewachsen wäre, dann wäre sie nun vermutlich der Engel, der sie vorgibt zu sein. In ihr steckt dieser gutherzige und freundliche Mensch. Ganz tief unter dem vielen Zorn und dem Hass, der durch die Einsamkeit und Enttäuschung entstanden war, war immer noch dieses niedliche, weltfremde Ding, welches sich immer danach gesehnt hatte den Berg eines Tages mit ihrem Drachenvater zu verlassen. Doch was hatte dieser getan? Er ließ das arme Kind allein auf dem Berg zurück, wo diese hungernd auf ihren Vater wartete, bis zur Verzweiflung. Es hatte lang gedauert, bis Kohana Mut und Hoffnung verloren hatte. Als sie begriff, dass ihr Vater nicht zurückkehren würde, hatte sie schon lang den Verstand verloren und das, was einst das gutherzige Mädchen war, war nun ein gebranntes Kind, welches nur von Zorn und Rachsucht angetrieben wurde…
Manchmal vergaß sie das. Wenn man nicht daran dachte, was einem wiederfahren war und was alles noch geschehen würde. Dann war die Welt ganz normal und friedlich. Doch spätestens wenn sie wieder damit anfing Menschen nach ihrem Wert zu bemessen oder von einem Drachen hörte, brodelte es in ihr. Ob sie sich jemals ändern würde? Wo sie doch nur diese eigentlich schlechten Gefühle antrieben, war die Wahrscheinlichkeit nicht sonderlich hoch, dass es irgendwann wieder mit ihrer Psyche bergauf gehen würde. Selbst jetzt, wo sie vor diesem gutmütigen Kerl stand, dachte sie nur daran, dass sie ihn eines Tages für etwas benutzen könnte, dass alles auslöschen würde, was ihr im Weg stand. Zumindest glaubte die Dragonslayerin immer noch irgendwo an dieses Ziel. Sie war nicht dumm und wusste, dass es weder einfach werden würde ihr Ziel zu erreichen, noch dass es bald passieren würde. Und dennoch drehte sich jeder zweite Gedanke darum. Kohana wusste, dass zwischenmenschliche Beziehungen nicht abwendbar waren, wenn es darum ging Macht zu erlangen. Sie brauchte Kontakte, Geld und Kraft um ihr Ziel zu erreichen. Warum sie gerade auf Kabuto so ansprang? Es war nicht nur so, dass er ihr Informationen über ihre Verwandtschaft geben konnte. In Kabuto steckte vielmehr noch etwas von Kohana, was schon lang zerbrochen war. Gutmütigkeit, Vertrauen, Hoffnung… All die Dinge, die ihr Vater ihr genommen hatte, als sie das Kind allein auf einem Berg zurückließ. Vermutlich um sie verhungern oder erfrieren zu lassen… Kohana verstand nicht, wieso andere Drachenkinder, wo sie doch allesamt verlassen wurden, ihren Eltern noch mit sehnsüchtigen Gedanken nachhängen konnten. Zumindest hatte die Magierin etwas in der Art gehört. Sie wusste, dass zu dem Zeitpunkt, an dem ihr Vater verschwunden war, alle Drachen vom Erdboden verschluckt wurden und sie wusste, dass es Dragonslayer gab, die dem Drachenkult angehörten. Solch ein Unfug… Die Drachen waren schreckliche Wesen, die ihre eigenen Schützlinge zum Sterben zurückließen. Wie konnte man so etwas befürworten?
Kohana beneidete Kabuto unbewusst für seine Fähigkeit die Welt mit diesen Augen zu sehen. Sie wusste genau, dass auch ihre Welt viel besser war, als sie nicht von diesen schrecklichen Gefühlen bestimmt war. Doch Wahnsinn war nichts, was man sich aussuchen konnte. Und so lächelte sie ihm warm mit der völlig falschen Emotion ins Gesicht. Wo wieder der Hass auf all die fliegenden Ungetüme aufkochte, lächelte sie Kabuto an, als würde sie ihm ihr Herz öffnen. Nur die kalten Hände passten nicht so ganz in das wunderschöne Bild des blauen Engelchens…
Doch zurück zum eigentlichen Geschehen, denn gerade hatte das kalte Händchen Kohanas den kleinen Kerl ein wenig beruhigt. Er entschuldigte sich sofort dafür, dass er sich so benommen hatte, wobei Kohana das eigentlich gar nicht so sehr gestört hatte. Immerhin gab ihr solches Verhalten gute Karten dafür sich bei ihm gutzustellen. Allerdings holte er noch ein wenig weiter aus und bot an sie zum Essen einzuladen. Natürlich wollte sie das dankend annehmen, doch das wäre zu dreist. Auf zum Rechnungstanz! „O-Oh, ehrlich? Ich fühle mich geschmeichelt, aber… bist du dir da sicher?“, fragte sie ein wenig beschämt und kicherte leise, während sie langsam die Hand von seiner Schulter zog. Sie waren der Eisdiele schon recht nahe, als der Junge fragte wo sie denn war. Etwas verlegen lächelte sie und zeigte auf eine Straße, die ihnen direkt gegenüber lag. „Dort um die Ecke. Der Laden ist recht klein, aber die stellen das Eis selbst her!“, schwärmte sie dann leicht und ihre Augen glitzerten. Ob es ihm dort auch so gefallen würde? Als Eismagierin war Kohana nahezu jede Art von gefrorenem Wasser recht…
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:14

Ahaha... n-natürlich bin ich mir sicher! Keine Sorge, ich ü-übernehme das schon für dich!, antwortete der Junge und winkte ab, den Kopf leicht schief gelegt. Kohana war so süß! Dachte sie etwa wirklich, dass er ein Problem damit haben könne, etwas für sie zu tun? Geld war ja nun wirklich nicht alles auf der Welt, nicht zu vergleichen mit einer Bekanntschaft wie ihr, und sie machte ihm nun wirklich keine Mühe. Der Junge konnte geradezu spüren, dass sie sich auch von ihm angezogen fühlte, sie war wohl nicht wirklich gut darin, ihre Gefühle zu verstecken, so offensichtlich war es. Natürlich war ihm das nur recht. Ein schlechter Lügner zu sein war eine gute Eigenschaft, eine, die nur ehrlichen Menschen anhaften konnte. Und jemand, der so nett war wie Kohana, konnte nicht einmal ein schlechter Mensch sein, selbst wenn sie die größte Lügnerin dieser Erde wäre – da war er sich sicher. So, wie sie ihn behandelte, konnte das nicht einfach alles Getue sein, da war er sich absolut sicher. Nein, vor ihm stand ein süßer, kleiner Engel, der keiner Fliege etwas zu Leide tun konnte. Und schon gar keine Märchen erzählen.
In Gaststätten, die ihre Sachen selbst herstellten, aß man ja bekanntlich am besten, also gefiel ihm die Beschreibung des Ladens sehr. S-selbstgemacht?, wiederholte er fröhlich und nickte. Klingt toll. Und we-wenn du den Laden gut findest, muss... muss er ja großartig sein... Ich werd bestimmt nicht enttäuscht sein, das weiß ich jetzt schon. Weit war es auch nicht mehr, einzig eine Ecke und ein paar Minuten des Wartens trennten sie noch von der kühlen Köstlichkeit. Als sie davor standen, betrachtete der Kyofu die Eisdiele erst einmal von außen. Wie angekündigt war es nicht gerade riesig, doch es sah durchaus einladend aus, mit einer großen Eistüte aus Kunststoff, die vorne neben der Tür stand und jedem potenziellen Kunden zeigte, was es hier gab, und einer gläsernen Tür, durch die man auf die ruhige Atmosphäre im Inneren blicken konnte. Ruhig war wirklich der beste Weg, es zu beschreiben; mit den älteren Holztischen und dem gekachelten Boden sah es zwar durchaus einladend aus, aber das Arrangement hatte irgendwie etwas leicht abweisendes... nichts, das einen aus dem Laden hielt, aber etwas, das einem deutlich das Gefühl gab, dass jeder Tisch für sich stand und sie nicht zusammengehörten. Kabuto konnte nicht mit dem Finger darauf zeigten, aber es wirkte irgendwie nicht familiär... Etwas schüchtern blickte er zu seiner blauhaarigen Begleitung hinüber. Merkte sie das nicht? Er konnte sich sehr gut vorstellen, dass man, wenn man allein an einem dieser Tische saß, egal, wie voll das Lokal auch sein sollte, sich allein fühlte, einsam, so, als wäre man von keinem einzelnen Menschen umgeben. In Magnolia gab es so etwas gar nicht, aber vielleicht waren die Leute hier in Hosenka Town daran gewöhnt, immerhin galt alles hier als wesentlich professioneller als das, was er von Zuhause kannte. Kohana war daran vermutlich schon so gewöhnt, dass sie es gar nicht anders kannte und nur des Eises wegen hierherkam... Irgendwie ein trauriger Gedanke. Die Erinnerungen daran, wie er nach dem Tod seines Sensei in der Gilde begonnen hatte, kamen wieder zurück, als er sich so allein gefühlt hatte, niemanden kannte, noch kein Teil des Ganzen war. Inzwischen war Fairy Tail für ihn wie eine zweite, richtige Familie, aber er wusste, wie es war, allein zu sein. Lebte Kohana so ein Leben? Nun, jetzt war sie nicht allein... jetzt war er bei ihr, und er würde ihr zeigen, dass es jemanden auf dieser Welt gab, der sie wirklich mochte, so, wie er es von seinen Gildenmitgliedern erlebt hatte. Nur für den Fall, dass die Atmosphäre dieser Stadt ihr so sehr zugesetzt hatte. Vermutlich war es lächerlich, sie hatte sicher liebende Eltern und ganz viele Freunde und er kam nur seltsam herüber, wenn er so etwas sagte wie 'Du bist nicht allein' oder 'Ich bin für dich da'. Aber was, wenn nicht...?
Als die beiden eingetreten waren und sich an einen der Tische gesetzt hatte, blickte er sie einige Momente lang forschend an. Versteckten sich unter diesem Lächeln Trauer und Einsamkeit...? Eher nicht. Und sie war so ein ehrlicher Mensch, sie würde ihre Emotionen nicht so verstecken. Innerlich schalt der Grünschopf sich; er war so ein Idiot, ihr zu misstrauen und davon auszugehen, dass ein Engel wie sie die gleichen Probleme haben könnte wie er, der nichts weiter war als ein großer Fehlschlag. Er senkte den Blick auf die Tischplatte und hörte auf, zu schweigen, auch wenn sie noch nicht bestellt hatten – sie würden ja eh noch auf einen Kellner warten müssen: Sag mal, Kohana... würdest du mir ein bisschen mehr über dich erzählen? A-auch, wenn du k-keine Magierin bist... ich bin sicher, a-alles, was mit dir zu tun hat, ist sehr i-in-interessant!

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:15

Ein deutlich schüchternes Lächeln zeichnete sich auf Kohanas Lippen ab, während sie über ihren Erfolg triumphierte. Jetzt bekam sie sogar Eis umsonst! Der kleine Kerl war viel zu gutmütig, fast schon so sehr, dass sich die Blauhaarige leicht schlecht fühlte dabei ihn so auszunutzen. Mit leicht geröteten Wangen murmelte sie ganz leise: „Das ist so lieb von dir… Vielen Dank…“, um seine Großzügigkeit noch einmal zu unterstreichen. Tatsächlich fühlte sie sich sogar etwas geehrt von jemandem eingeladen zu werden, doch in letzter Zeit war ihr das öfter passiert, wenn auch nicht aus reiner Gutmütigkeit. War das, was sie da regelmäßig darstellte, wirklich so toll, dass manche Menschen alles dafür taten diese falsche Person glücklich zu stellen? Das unterstrich doch nur wieder, dass Kohana an sich ein abgrundtief schlechter Mensch war, dem niemand etwas Gutes tun wollte… Genau wie ihr Vater… Aber die war ohnehin nur ein blöder Drachen, der gar nicht wusste, was er an diesem tollen Mädchen gehabt hatte! Sonst hätte er sie ja wohl nicht zurückgelassen!
Auch an Kabutos Worten zu der Eisdiele machte der Junge sehr deutlich, dass er große Hoffnungen in das Urteilsvermögen der jungen Frau hatte. Sie verstand nicht wirklich warum Kabuto so nett über sie sprach und sie so wertschätzte. Eigentlich hatte sie doch nicht wirklich etwas für ihn getan, abgesehen davon, dass sie nett mit ihm geredet hatte, doch das zählte ja nicht wirklich…
Nach einer Weile betraten die beiden das Lokal. Kohanas Herz schlug schon bei der Kunststoffnachbildung des Eises höher, da es sie immer schon auf den tollen Geschmack einstimmte. Amüsiert spazierte sie in das Gebäude herein und blickte sich danach um, ob noch immer alles genauso war, wie es beim letzten Mal. Tatsächlich hatte sich wirklich nichts verändert. Kohana fühlte sich nahezu heimisch hier, weil sie nicht selten hier her kam. Die Mitarbeiter begrüßten sie immer schon sehr freundlich und das obwohl sich die junge Frau ihnen gegenüber gar nicht einmal besonders niedlich verhalten hatte. Dass das Lokal nicht besonders familiär war, war Kohana ganz sicher nicht einmal aufgefallen. Sie war schon immer ein recht einsamer Einsiedler gewesen und hatte nie ernsthaften Kontakt zu jemandem gepflegt, wenn man von ihrem Drachenvater absah. Seitdem sie dieser jedoch verlassen hatte, hatte Kohana eine gestörte Beziehung zu Beziehungen, wenn man das so sagen kann. Immerhin hatte sie ja genug mit ihrem Plan zu tun, denn ohne Plan und Arbeit gab es kein Ergebnis. Doch daran konnte sie sich nicht mehr wirklich besonders gut erinnern, da sie, wie gesagt, mit anderen Dingen beschäftigt war. Als sie sich ein wenig im Raum bewegt hatten, hatte Kabuto bald einen Tisch ausgesucht, an den er sich setzte. Die junge Magierin setzte sich ihm gegenüber und lächelte ihn an. Doch plötzlich verhielt sich der kleine Kerl komisch, fast so, als hätte irgendetwas gerade an seinem Stimmungsrädchen gedreht. Denn wo er eben noch so froh war, dass sie zusammen essen gingen, war sein Glück schlagartig verlaufen. Sie lachte dann leise, als er seine Frage stellte. „Tatsächlich bin ich eine Magierin, Kabuto-kun.“, begann sie und schenkte ihm ein warmes Lächeln. „Ich lebe in einer kleinen Wohnung hier in der Stadt und arbeite für Lamia Scale. Meine Arbeit füllt mich ziemlich aus und wenn ich nicht deshalb unterwegs bin, reise ich recht gern.“ Dann stoppte sie kurz und überlegte, was sie noch groß zu sagen hatte. Leider fiel ihr nichts weiter dazu ein, weswegen sie ein verlegenes Lächeln aufsetzte. „Tut mir Leid, Kabuto-kun… Von mir gibt es nicht besonders viele interessante Dinge zu erzählen…“ Sie kicherte leise und legte eine Hand auf den Tisch. „Da hast du sicher spannendere Geschichten, hm?“ Der Kellner ließ noch immer auf sich warten und Kohana blätterte durch eine der Speisekarten, die auf dem Tisch aufgestellt gewesen waren. So viel Eis! Am liebsten hätte sie jedes!
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:17

Kabuto konnte sich schwerlich über das Lokal beschweren – zu behaupten, dass ein Eiscafé eine warme Atmosphäre innehaben müsste, wäre, als würde man sagen, dass man Pommes Frites nicht in einem Laden servieren sollte, in dem Salzstreuer auf den Tischen standen. Solange das Eis gut war und er selbst in der Gesellschaft von Kohana, würde es ohnehin kein Problem geben, dieses eine Mädchen glich nämlich eine ganze Gruppe aus, so nah, wie der Grünschopf sich ihr jetzt schon fühlte. Ob sie es auch spürte? Sie war schüchtern und zuvorkommend und wollte mit ihm reden und war sogar mit ihm Eis essen gegangen, noch bevor sie gewusst hatte, dass er die Kosten übernehmen würde... Bestimmt interessierte sie sich wirklich mehr für ihn, obwohl er doch eigentlich so unnütz war. Das zeugte bloß von ihrem großen Herzen, das über so etwas hinwegblicken konnte... oder von seiner Selbstillusion, die ihm nur Hoffnungen zu machen versuchte. Aber warum kamen dann solche Gedanken überhaupt? Es gab doch immer noch Lia... und Sylvana...
Dass Kohana eine Magierin war, überraschte den Kyofu dann doch leicht; sie hatte sich von der Tatsache, dass er Gildenmagier war, so faszinieren lassen, dass er angenommen hatte, sie würde solche Fähigkeiten gar nicht besitzen. Er hatte sie unterschätzt; das konnte man kaum glauben, wenn man bedachte, dass seine Gedanken über sie einzig in den höchsten Tönen zu schwärmen vermochten. Und sie beherrschte nicht nur Magie, sie war sogar Teil von Lamia Scale, eine Gilde, die mindestens ebenso an Ruhm besaß wie Fairy Tail auch, dann musste sie auch recht fähig sein. Dabei wirkte sie so zart und zerbrechlich... wirklich ein Engel auf Erden. Ah... i-ich wäre nie darauf gekommen, dass du in einer Gilde bist, meinte der Junge lächelnd, während auch er eine Eiskarte vor sich ausbreitete. Da gab es wirklich ein paar unheimlich lecker aussehende Sachen... Du wirkst so... so unschuldig, gar nicht wie eine Magierin. V-versteh mich n-nicht falsch, das... das ist positiv gemeint! Du... du hast eine angenehme, ruhige Aura, g-genau! Er nickte schnell; ja, das traf es wohl am Besten. Viel besser als das, was sie noch gesagt hatte, denn damit lag sie total daneben. Es gab nichts interessantes über sie? Unmöglich. Sie war ein liebes Mädchen, eine erfüllte Questmagierin und in ihrer Freizeit auch noch eine Reisende, und noch dazu so süß, ihren Geschichten könnte man sicher den ganzen Tag lauschen. Sie war einfach nur schüchtern, aber das machte sie nur noch niedlicher. Wie sollte er ihr nur klarmachen, dass sie sich selbst unterschätzte...? Ah, natürlich! Eh... j-jetzt bist du es aber, die sich schlecht macht, Kohana. Du bist viel interessanter, als du meinst! Immerhin bist du nicht nur eine Magierin, du reist auch noch. Wo warst du schon überall? Gibt es noch Orte, die du unbedingt sehen magst? S-so etwas ist... ei-eindrucksvoll! Ich ha-habe dir doch alle meine i-interessanten Geschichten schon erzählt... Namentlich das mit dem Werwolf und das große Turnier. Davon abgesehen gab es doch eigentlich nichts, was man nicht als normal oder alltäglich bezeichnen könnte... oder? Wenn er so zurückdachte, daran, wie er zuletzt gemeinsam mit Sylvana, der Dragonslayerin des Donners, gearbeitet hatte, gab es wohl doch noch eine Sache, die erwähnenswert wäre... Mh, ich glaube, ich habe etwas vergessen. Eine Quest, die ich vor einer Weile erledigt habe, mit Sylvana. Da... a-ah! Sylvana ist übrigens die Dragonslayerin des... Soweit kam der Kyofu, dann stoppte er jedoch plötzlich. Ah, ein Kellner kam gerade auf ihren Tisch zu... Dann wurde es wohl Zeit, zu Bestellen. „Guten Tag, ihr beiden“, meinte der junge Mann höflich, mit einem zuvorkommenden Lächeln. „Kann ich ihre Bestellung aufnehmen?“ Etwas schüchtern sah Kabuto zu Kohana hinüber; es war unhöflich, einfach als Erster zu bestellen, besonders, wenn man in Gesellschaft einer Dame... eines Mädchens war. Er wusste bereits, dass er nichts Außergewöhnliches nehmen würde, einfach nur ein Spaghettieis Nuss, dennoch wollte er seiner Begleitung nicht den Vortritt nehmen...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:17

Eis, Eis und noch mal Eis. Für Kohana, Dragonslayerin des Eises, war es unheimlich schwierig an noch etwas anderes zu denken als Eis, wenn sie sich in der Nähe dieser Sache befand. Doch genauso gut wusste Kohana, dass sie sich zusammenreißen musste, denn dieses Verhaltensmuster musste sie für sich behalten. Kabuto kantne andere Dragonslayer und wusste möglicherweise davon, dass die Kinder der Drachen ihre Elemente aßen um sich zu stärken. Da durfte man sich nichts anmerken lassen…
So konzentrierte sich Kohana weiter auf das Gespräch, welches sie mit ihrem kleinen Begleiter hatte und war recht neugierig darauf was er wohl dazu sagen würde, dass sie auch eine Magierin war. Sie hatte nicht ganz bewusst nichts erwähnt, bis er nicht danach gefragt hatte. Kohana war nämlich geschickt darin die Dinge für sich zu behalten, die sie auch für sich behalten wollte. So log sie niemanden an und wenn man danach fragte, konnte sie das immer noch abwägen. Tatsächlich schien Kabuto sehr erstaunt darüber zu sein, dass Kohana denselben Job hatte wie er. Ein wenig verlegen lächelte sie, als er sagte, dass er sie gar nicht so eingeschätzt hatte. Das bewies natürlich wieder, dass ihr Plan dahingehend gut aufgegangen war. Er hielt sie für unschuldig und vermutlich auch naiv… Das war gut, denn so war er gut auf sie zu sprechen und würde ihr helfen, wenn sie welche benötigte. Ein leises, verlegenes Kichern kam über Kohanas Lippen, während sie erklärte: „Viele Leute ahnen nicht, dass ich Magierin bin, aber ich bin auch nicht besonders gut.“ Das war nicht mal gelogen, aber wie es gemeint war, wusste er zum Glück nicht. Als er begann ihr auszureden, dass ihre Themen uninteressant waren, zeigte sich erneut, dass er ein großes Interesse an ihr als Mensch hatte. Ansonsten würde er nicht so nachbohren und das war irgendwie gut so. Als er nach ihren Reisen fragte, hatte er sogar wirklich einen Punkt getroffen über den Kohana wirklich gern mit jemandem sprechen wollte. Sie lächelte und begann zu erzählen: „Ich war schon öfter in Hargeon Town, aber da ist es total heiß…  Dort war ich auch schon auf dem Meer mit einem Schiff! Und ich war in Oshibana… Da ist die Technik total beeindruckend! Außerdem kenne ich mich Hosenka sehr gut aus, weil ich ja nun schon eine Weile hier lebe…“ Dann stoppte sie kurz und fasste sich nachdenklich an die Lippen. „Oh! Ich weiß was ich dir erzählen kann! Ich bin in den Bergen in Nord Fiore aufgewachsen, warst du da schon einmal, Kabuto-kun?“ Kabuto fing daraufhin noch einmal von einer Quest mit einem Mädchen namens Sylvana zu erzählen, die offenbar Dragonslayerin war, doch bevor er verriet welche, kam jemand dazwischen. Kohana hatte sich ja eigentlich auf den Kellner gefreut, weil das bedeutete, dass es bald Eis gab. Doch gerade dieses Wort hatte sie unbedingt hören wollen… Egal, erst einmal bestellen, dann konnte sie ja immer noch fragen. „Hm…“, sagte sie nachdenklich, als der Kellner danach fragte was sie wollten. „Guten Tag, ich nehme, denke ich, diesen Himbeereisbecher.“, erklärte sie mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen, welches in diesem Fall sogar echt war. „Und du Kabuto-kun?“, lächelte sie ihn an. War sie nicht zuckersüß?
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:20

Und Sylvanas Element ist...?
Das war vermutlich die Frage, die in Kohana am meisten brannte, doch das arme Mädchen würde sich noch ein wenig gedulden müssen, denn im entscheidenden Moment wurde der Grünschopf mitten in seiner Rede unterbrochen. Nicht in einem Akt der Unhöflichkeit, im Gegenteil, endlich hatten die beiden die Gelegenheit, zu bestellen, und Kohana hatte den Vortritt. Himbeer... sehr lecker. Fast so süß wie das Mädchen, das das Eis essen würde, jedenfalls kam dieser Gedanke ihrem Gesprächspartner kurz, dessen Wangen sich gleich entsprechend röteten – ein sanfter Himbeerton vermutlich. Was ihn aber noch mehr in Verlegenheit brachte, war das Lächeln, das die kleine ihm entgegen brachte, dieses zuckersüße Lächeln, während sie seinen Namen aussprach... Es entführte ihn in eine bläulich-grüne Welt, gleich ihrer Augen, in denen er sich gerade verlor, ließ seinen Mund offen stehen und seinen Verstand blank laufen. Für einige Momente saß er nicht mit ihr in diesem Eiscafé, für einen Moment waren er und sie einfach nur da und sonst existierte nichts auf dieser großen, weiten Welt. Die Szene, die sich vor seinen Augen eröffnete, war unglaublich romantisch und lieblich... die Szene, die alle anderen sahen, war wohl weniger anziehend: Ein grünhaariger Junge, der sein Gegenüber anstarrte, als hätte er verlernt zu sprechen. Erst, als der Kellner noch einmal nachfragte, was er bestellen wollte, schreckte er auf aus seiner Trance.
Eh? A-ah!, rief er überrascht und blickte den Ober aus großen Augen an, dann schüttelte er hektisch den Kopf. Verzeihung, Verzeihung!, meinte er, und dann: I-i-ich will das Spa-Spaghettieis... Nuss, bitte! W-wenn das okay ist...“ „Kein Problem, junger Mann. Ihre Bestellung kommt gleich“, lautete die höfliche Antwort, der Kellner schrieb sich etwas auf und verließ die beiden dann. Inzwischen war aus den Himbeerwangen des Kyofus eine Szenerie geworden, so rot, dass man meinen könnte, es herrsche gerade ein Waldbrand darauf. Er traute sich kaum, Kohana wieder anzusehen, hielt seinen Kopf einige Sekunden lang starr zur Seite gerichtet, ehe er sich wieder der süßen Magierin zuwandt. Ehe sein Blick jedoch ihr Gesicht finden konnte, senkte er sich schnell wieder auf die hölzerne Tischplatte – oh, war die aber schön verarbeitet – und die Spitzen seiner Zeigefinger stießen schüchtern aneinander. Eben hatte er auf voller Linie Mist gebaut, das war klar; wie hatte das nur passieren können? Er war total in ihren Augen versunken! Es gab nur einen einzigen Weg: Schnell auf lockere und coole Art das Thema ihres Gesprächs wieder aufgreifen, um den größten Schaden abzuwenden. Einfach lässig bleiben... Ah... A-a-also, ich... Ähm... W-wo wa-waren wir... stehen geblieben...? Ach ja! Perfekt; cooler konnte man gar nicht sein. Ähm, Nordfiore... j-ja, da war ich schon einmal! A-auf der Quest, von der ich dir v-vorhin erzählt habe... die, a-auf der ich d-dem Werwolf begegnet bin! Nicht ganz das Thema, das Kohana hören wollte? Tja, da hatte sie wohl Pech gehabt, denn Kabuto war die gesamte Situation von ihm völlig unangenehm, absolut peinlich. Und abgesehen davon, dass er in solchen Situationen lauter oder leiser wurde – in diesem Fall lauter –, veränderte sich auch die Geschwindigkeit, mit der er sprach. Jetzt gerade war er so schnell, dass es schwer genug war, überhaupt zu verstehen, was er sagte, und unmöglich, dazwischen zu reden. Man konnte ihn nicht wieder auf den richtigen Weg bringen, selbst, wenn man wollte...
W-weißt du, d-der Norden ist n-nicht gerade meine liebste Region v-von Fiore, weil es d-da zie-ziemlich kalt ist... N-nicht, dass Kälte schlecht ist! Aber es ist so anstrengend, wenn man in so kalten Gebieten ist, weil man viel mehr Kalorien verbrennt, und dann erschöpft man schneller und muss mehr essen und mein Onkel mag es eigentlich nicht, wenn ich so viel esse, und seit er mich aufgenommen hat halte ich mich an seine Regeln, und deshalb würde ich das nie tun, auch wenn ich jetzt eigentlich kein Eis haben dürfte, besonders, weil er meine Ausgaben kontrolliert, aber es ist mit dir zusammen, und d-da konnte ich doch nicht nein... ah! Ähm, also, der Norden... e-es ist auf jeden Fall sehr schön, u-und bestimmt viel angenehmer, wenn man da aufgewachsen ist! I-ich fände es wirklich schön, mal mit dir nach Nordfiore zu fahren, Kohana!, rief er schlussendlich, dann stoppte er abrupt und atmete schwer; das hatte ihn ganz schön Energie gekostet, aber wenigstens war alles nicht mehr so peinlich... oder? Aber er hatte gerade eine Einladung für eine gemeinsame Reise vorgeschlagen... Ä-ähm... natürlich nur, wenn du... magst... Was war er nur immer so dämlich...?

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:21

Wenn sie sich darüber Gedanken machen könnte, wie normale Menschen wohl waren und sich dem bewusst wäre, dass sie eben nicht normal war, dann würde sie sich mit Sicherheit danach sehnen so normal zu sein, wie andere es eben waren. Doch wenn man ehrlich war, dann war Kohana wahnsinnig. Der Wunsch danach die oberste Herrschaft ihrer Welt zu übernehmen und das zu unterdrücken, was ihrer Nase nicht gefiel, war ganz eindeutig Größenwahnsinn. Fraglich war jedoch, ob es schon zu spät war für sie. Konnte sie jemals wieder von dieser bösen Schiene abkommen? Gab es irgendwann ein Happy End für die Magierin? Bisher sehnte sich Kohana nur nach einer Sache und das war Rache, doch wusste sie genauso gut wie jeder andere, dass die Drachen nicht verschwunden waren, um bald wiederzukommen. Ob sie wohl jemals wiederkamen? All diese sozial nonkonformen Gefühle trieben die junge Frau an und doch saß sie in diesem Eiscafé mit einem freundlichen Jungen und blendete es für eine ganze Weile immer wieder aus… In ihr steckte vermutlich tatsächlich noch irgendwo dieses normale Mädchen, aber ob es sich von ihr trennen würde, war fraglich…
Jedes Mal wenn sich das Thema um die Dragonslayer drehte, erblühte in Kohana nicht nur die Hoffnung ihre Cousinen und Cousins kennenzulernen, sondern auch der Gedanke daran, dass sie die Drachen irgendwann stellen wollte. Und dann begannen sich die wahnwitzigen Gedanken Kohanas völlig selbstständig zu machen. So blendete sie völlig aus, dass Kabuto sie für eine ganze Weile wie ein Verrückter anstarrte. Bis er aufschreckte und peinlich berührte Laute von sich gab. Was war gewesen? Ein wenig verdutzt blickte Kohana ihn an, fragte sich was los war und beobachtete, wie er rot anlief und hastig erklärte, was er haben wollte. Als er sie danach wieder anblickte, was nicht lang anhielt, konnte sie kaum einen Blick in seine Augen gewinnen, bevor er sich lieber der Tischplatte widmete. Es war fast schade, dass Kohana diese zwischenmenschlichen Plänkeleien nicht ansatzweise verstand. Sie fragte sich, ob Kabuto gerade irgendwelche Schmerzen oder sonstwas hatte, einzig und allein aus dem Grund, dass sie diese Art von Sympathie nicht nachvollziehen konnte. Was das anging, hatte sie immer noch die Sichtweise eines Kindes, denn was sie nicht kannte, davon ging sie eben auch nicht aus. „Ist alles in Ordnung, Kabuto-kun?“, fragte sie tatsächlich ein wenig besorgt. Immerhin wollte sie nicht, dass eine Einladung zum Essen in einem Desaster endete. Doch da kam er schon wieder auf das vorherige Thema zurück. Schlagartig hatte sich sein Sprechtempo verdreifacht und Kohana blinzelte ihn einige Male irritiert an. Was war los mit ihm? Sie versuchte zumindest seinen Worten aufmerksam zu lauschen, auch wenn das gar nicht mal so einfach war. Zugegebenermaßen war es interessant, dass er einem Werwolf begegnet war. Kohana hatte gar nicht gewusst, dass so etwas tatsächlich existierte und so war es weniger uninteressant als Kabuto dachte. Er gab dann allerdings genau das wieder, was Kohana schon oft gehört hatte, wenn es um ihre Heimat ging. Es war zu kalt, also unbequem, weil das Leben dort nicht unbedingt leicht war. Allerdings klang es bei Kabuto sogar ein bisschen weniger weinerlich, weil er es wirklich auf die körperliche Energie bezog, die schon abgeschwächt wurde in diesen Gebieten. Kohana schmunzelte leicht, als der kleine Kerl mit seiner langen Rede fertig war. Wieder einmal blendete sie für einen Moment lang ihr eigenes Ziel aus. Kabuto machte sich durch seine naive und leicht angreifbare Art ziemlich rar und interessant für Kohana. Sie war es gewohnt mit dem ganzen Körper für etwas kämpfen zu müssen, doch bei ihm musste sie sich keine Sorgen machen, dass man ihr in den Rücken fiel. Dazu war er viel zu gut… Ja, zu gut, um genau zu sein. Da machte man sich fast schon ein wenig Sorgen darüber, dass er blind in das Messer anderer Leute laufen könnte… „Du hast schon Recht. Dort wo man zu Hause ist, ist es immer wohlig warm. Dementsprechend fühle ich mich ziemlich wohl in der Kälte von Nordfiore.“ Wenn man davon absah, dass es dort überall für sie essbare Energie gab, war es auch ein schöner Ort, auch wenn sie ihn häufig mit Schmerzen verband. Auf seine Einladung reagierte Kohana sogar ein wenig peinlich berührt. „Weißt du Kabuto-kun… Nichts gegen dich, aber ich würde es vorziehen erst einmal nicht dorthin zu gehen…“ Das sagte sie nicht, weil sie den Jungen erst ein paar Minuten, wenn überhaupt eine Stunde lang kannte, sondern weil sie fürchtete, dass ihre Psyche dann unkontrollierbar würde, wenn sie damit konfrontiert wurde. „Wenn du Lust hast, könnten wir aber gern mal woanders hingehen.“ Warum sie auf seine Einladung einging, wusste sie nicht wirklich. Es reizte sie irgendwie, auch wenn sie es selbst nicht verstand. „Oh, und was deinen Onkel betrifft, Kabuto-kun.“, begann sie und hob belehrend den Zeigefinger: „Es ist schon richtig, dass man den Personen, die einen bei sich aufnehmen und hüten dankbar sein sollte, aber hin und wieder muss man sich auch etwas selbst gönnen und sich dafür über so manche Regel hinwegsetzen.“ Das hatte sie zumindest begriffen, als ihr Vater sie auf dem Berg zurückgelassen hatte. Sie versuchte das für den Moment bei Seite zu schieben, weil es doch widererwartend ganz nett hier mit dem Jungen war. Also freute sie sich lieber auf das Eis…
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:22

Kabuto musste erst einmal seinen Atem wieder in den Griff bekommen, ehe er realisieren konnte, was Kohana eben gesagt hatte: Sie würde ihn gerne wiedersehen, gerne mit ihm an einen anderen Ort gehen... gemeinsam ein Stück reisen? Einen schönen Platz, eine bekannte Attraktion, eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit? Eigentlich war es gar nicht wichtig, wo die beiden schlussendlich landeten, für den Kyofu zählte nur eines: Kohana wollte wirklich mit ihm zusammen sein! Mit ihm, wo es doch so viel bessere Menschen auf dieser Welt, ach was, allein in dieser Stadt gab! Wenn sie nicht in die Berge wollte, war das kein Problem, er würde sie glatt durch Wüsten tragen und über Meere rudern, nur, um mit ihr am Ort ihrer Wünsche sein zu können. Seine Augen leuchteten auf, seine Mundwinkel zogen sich leicht nach oben und er atmete auf, glücklich und überrascht zugleich, hätte der Grünschopf doch nie ernsthaft geglaubt, dass jemand wie Kohana Interesse an ihm hegen können. Aber es begann wirklich, mehr und mehr an Glaubwürdigkeit zu gewinnen...
Ehe er allerdings dazu kam, seine Freude – in welch noch so übertrieben großem Maße – auszudrücken, stockte er, als er merkte, wie der Finger der Blauhaarigen sich in die Lüfte reckte. Was war denn jetzt los? Tatsächlich ging das Mädchen weiter darauf ein, was er über seinen Onkel gesagt hatte, und ihre Worte ließen ihn schlucken; es gefiel ihm nicht ganz, was sie sagte, aber sie konnte ja nicht wissen, wie diese ganze Dynamik mit seiner Familie funktionierte, also war das zu verzeihen. Dennoch konnte er nicht einfach zulassen, dass jemand schlecht über Anihiro dachte. Mit einem Mal war sein Gesichtsausdruck sehr ernst und seine Stimme etwas sicherer, wie immer, wenn er das Gefühl hatte, dass einem seiner Nächsten Unrecht getan wurde: Entschuldige bitte, Kohana, aber ich will nicht, dass du so etwas über meinen Onkel sagst. Endlich einmal schaffte er es, ihr wirklich in die Augen zu sehen, und selbst, wenn diese so schön blau und tief waren, ließ er sich doch nicht von seiner Rede abbringen. Ich weiß, wie sich das anhört, aber... Er achtet darauf, dass es mir gut geht, auch, wenn er manchmal sehr streng wirkt. Und ich liebe ihn dafür. Er ist mir mehr ein Vater, als mein Vater es jemals war, er hat mir ein Heim gegeben und obwohl ich Magier bin, fällt es mir schwer, mir ein Leben ohne ihn vorzustellen. Ich... du weißt vermutlich nicht, wie das ist, aber... ich weiß nicht, was ich machen würde, wenn er einfach aus meinem Leben verschwinden würde. Vermutlich würde ich total zusammenbrechen... Ah! A-aber da-das ist natürlich n-nicht dein Problem... Gegen Ende wurde er wieder unsicher und leise, blickte leicht zur Seite, als wären die Wände des Eiscafés plötzlich furchtbar interessant geworden. Toll gemacht, jetzt hatte er dem armen Mädchen auch noch einen Vortrag gehalten, dabei hatte sie doch eigentlich nur nett sein wollen. Nein, sie war sogar sehr nett gewesen, hatte ihn in seinem Selbstbewusstsein stärken und ihm zeigen wollen, dass er sich nicht alles gefallen lassen musste... und er verhielt sich so. Wie unausstehlich konnte man nur sein? K-Kohana, es... tut mir leid..., meinte er leise und senkte peinlich berührt den Blick. I-ich weiß, dass du e-einfach nur... n-nett sein wolltest und... i-ich hätte da-das alles nicht zu... zu dir sagen sollen... Er stockte und schluckte. Wenn er jetzt nicht aufhörte, sich zu entschuldigen, dann würden ihm noch die Tränen kommen vor Enttäuschung von sich selbst. Er rechnete schon damit, dass die Magierin aufstehen und aus dem Laden stürmen würde...

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Zuletzt von Kabuto am Sa 25 Okt 2014 - 17:25 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:23

Irgendwie freute Kohana die Reaktion Kabutos auf ihre Reaktion nach seiner Einladung. Sie war schon ein wenig verunsichert gewesen, ob es in Ordnung war ein solches Angebot einfach so anzunehmen, doch scheinbar war es eine gute Wahl gewesen, denn die Augen des Jungen begannen zu leuchten und ein Grinsen wurde in sein Gesicht gezaubert. Kohana musste automatisch auch lächeln, denn scheinbar machte sie Eindruck bei dem kleinen Kerl. Dann würde er sie sicher irgendwann unterstützen, wenn sie es schwer hatte. So eine kleine Freundschaft konnte doch nur von Vorteil sein, oder? Selbst wenn sie von ihren Plänen absah, erinnerte sie sich daran, dass Kyrona gesagt hatte, dass es immer gut war ein paar Personen um sich zu haben, die einem ein gutes Gefühl geben konnten. So wütend sie auf ihren Ziehvater auch war, wusste sie ja dennoch, dass der Rat des weisen Drachen schon so manches Mal nützlich gewesen war. Doch nicht alles was Kohana gesagt hatte, fand seinen Anklang bei Kabuto, denn schlagartig veränderte sich sein Gesichtsausdruck und ihm stand ein wenig mehr Strenge ins Gesicht geschrieben…
Es war ihre Aussage zu seinem Onkel gewesen, welcher den Jungen aus der Ruhe gebracht hatte. Er schien es absolut abzulehnen, dass jemand schlecht über seinen Onkel redete, dabei hatte sie es nicht einmal böse gemeint, sondern wollte ihm einfach dazu raten nicht alles einfach so hinzunehmen, nur weil man es von irgendjemandem gesagt bekommt. Kohana war überzeugt davon, dass es wichtig war alles und jeden zu hinterfragen und Kyrona hatte dies an ihr sogar geschätzt. Doch Kabuto schien das so gar nicht zu gefallen, was sie schon ein wenig verletzte. Sie fühlte sich von ihm ziemlich getadelt, obwohl sie es doch eigentlich gut mit ihm gemeint hatte. Generell war sie zu ihm netter gewesen als zu den meisten Menschen und das hatte sie nun davon? Der Kopf der Magierin senkte sich ein wenig, während sie seine Worte über sich ergehen ließ. Als er fertig war mit seiner Predigt blickte die Magierin auf die Tischplatte, welche bei seinen Worten immer mehr von ihrer Aufmerksamkeit gewann. Allerdings ließ Kabuto eine Phrase fallen, die Kohana total traf. Das konnte er nicht ahnen, aber da war er zu weit gegangen. Sie konnte das nicht verstehen? Kohana konnte nicht verstehen, wie es war jemanden zu verlieren? Oh, aber natürlich. Er war ja sicher auch als Kind auf einem Berg zurückgelassen worden und stand dann ohne Familie oder ein Wort des Abschieds ganz allein da. Ja, das passierte ja quasi jedem. Nein, nicht jedem. Nur jedem Kind eines Drachen! Während er begann sich zu entschuldigen, kamen seine Worte nur noch gedämpft bei Kohana an. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten auf dem Tisch und sie wusste gar nicht mehr wie sie reagieren sollte. Und dann wurde ihr eine Sache klar: Kohana musste jetzt Klartext reden, damit dieser Bengel sie verstand!
Damit, dass sie aufstehen würde, hatte er nicht unrecht, doch anstatt aus dem Lokal zu stürmen, packte sie den Jungen am Handgelenk und zog ihn hinter sich her. Sie stürmte mit ihm auf die Damentoilette, ohne ihm auch nur eine Chance zur Widerrede zu geben. Kohana gab keinen Ton von sich, zog Kabuto mit in eine der Kabinen, schubste ihn herein und schloss die Tür hinter ihnen ab. Dann seufzte sie leise und drehte sich zu ihm herum. Und wo er nun vermutlich den Anschiss seines Lebens vermutet hatte, drehte sich die Dragonslayerin mit ihren großen Kulleraugen zu ihm herum, die mit Tränen gefüllt waren. „W-Wie kannst du sowas sagen?!“, fuhr sie ihm völlig entnervt und schon recht verheult an. „I-Ich wollte dir das eigentlich nicht erzählen, aber… Der Grund aus dem ich mich so für D-Dragonslayer interessiere, ist… dass ich selbst einer bin.“ Sie schluchzte zwischendurch immer wieder und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „U-Und mein Vater Kyrona, die einzige Familie die ich je hatte, hat mich ganz allein auf einem riesigen Berg zurückgelassen, d-den ich mein ganzes Leben nicht verlassen hatte!“ Sie stieß kraftlos mit den Händen vor seine Schultern. „U-Und du sagst, dass ich nicht wüsste, wie das ist…“, flüsterte sie zum Abschluss, weil ihre Stimme den Ton vor lauter Heulen verloren hatte.  So durchtrieben Kohana auch sein konnte, wenn es um ihren wunden Punkt ging, dann verlor das fieseste Biest ihre Nerven und brach in einem Heulkrampf aus. Ob Kabuto nun mit heulen würde? Die Wahrscheinlichkeit war vermutlich sogar ziemlich hoch…
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Kabuto
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:24

Wie erwartet... er hatte sie verärgert mit seinem unpassenden Ausbruch, und jetzt stand sie auf und würde ihn hier völlig alleine zurücklassen, mit nichts weiter als dem Wissen, dass er es sich mit einem der wundervollsten Menschen dieser Welt verdorben hatte. Nun, bis zum Aufstehen war seine Einschätzung auf jeden Fall korrekt gewesen, alles danach wirkte irgendwie... willkürlich. Plötzlich. Unpassend. Natürlich hatte er sie verärgert, aber er konnte sie mit so einer simplen Aussage unmöglich so sehr verletzt haben, dass es so eine starke Reaktion forderte... oder?
Offenbar war sie aber doch ganz schön mitgenommen, schnappte sie sich doch mit einem Mal sein Handgelenk und zog ihn regelrecht auf die Beine, riss ihn mit sich durch das Lokal, ohne dass er auch nur einen Gedanken an Gegenwehr verschwenden konnte, so sehr hatte sie ihn in Überraschung versetzt. Als er dann merkte, wohin es ging, rötete sich sein Gesicht leicht, seine enorme Trauer von eben hatte sich inzwischen größtenteils in Perplexität aufgelöst, weshalb nun auch ein wenig Platz für Peinlichkeit da war: Sie schleppte ihn tatsächlich auf die Damentoilette! Eigentlich gehörte er da gar nicht rein, aber er konnte sich Kohana schwerlich widersetzen, ganz besonders, nachdem er sie so verärgert hatte, also schluckte der Junge und ließ sich hineinziehen.
Gerade war zum Glück niemand hier... er atmete erleichtert aus, ehe er stürmisch in eine Kabine gerissen wurde. Sein Fokus legte sich schnell wieder auf die blauhaarige Schönheit, die ihn nicht etwa wütend anschnauzte, sondern... sie weinte...?
Ihre Stimmung lag nicht einfach bei Zorn... sie befand sich irgendwo zwischen Wut und tiefer Trauer, und ganz offensichtlich waren seine Worte dafür verantwortlich gewesen. Der Kyofu verstand nicht, hatte keine Ahnung, was genau so schlimm gewesen sein sollte; ja, er hatte sich falsch verhalten, aber das hier wirkte doch übertrieben. Doch ihre nächsten Worte klärten die Situation auf: Sie war eine Dragonslayerin, und ihre Mutter Kyrona – also vermutlich eine Drachin – hatte sie allein zurückgelassen. Und er kam daher, schwärmte von seinem Onkel, der ihn aufgenommen hatte, und war dann noch so gemein, ihr zu sagen, sie verstünde nicht, wie schlimm es für ihn wäre, ihn zu verlieren... Das Gegenteil war der Fall. Er selbst war es, der noch nie hatte erleben müssen, wie es war, wenn die wichtigste Person auf der Welt einem genommen wurde, und ausgerechnet vor ihr tat er so, als ginge es ihm schlimmer als jedem anderen. Was für ein furchtbarer Mensch er sein musste...
Der Stoß des Mädchens war schwach, doch in Kabutos derzeitigem emotionalen Zustand war er noch viel schwächer, und so taumelte er zurück, landete mit dem Hintern auf dem – zum Glück geschlossenen – Deckel der Toilettenschüssel, mit denen die beiden sich die Kabine teilten, und blickte von dort aus zu dem weinenden Engel auf, von dem er genau wusste, dass Kabuto selbst es gewesen war, der ihn verletzt hatte. Und wieder bildeten sich Tränen in den blauen Augen des Jungen. Er schluckte hörbar, blickte sie an... und mit einem Ruck stand er wieder auf den Beinen, dicht vor ihr, und schlang seine Arme um sie. K-K-Kohana..., stotterte, nein, schluchzte er ihr zu. E-es tut mir l-leid... D-du hast v-völlig Recht! I-ich hatte ke-keine Ahnung... I-ich habe dir Unrecht g-getan. Vergib mir... Er drückte das Mädchen an sich, ob sie seine Nähe nun wollte oder nicht. Nachdem er nun wusste, dass sie jemand war, den man verlassen hatte, musste er ihr einfach nahe sein, ihr irgendwie beweisen, dass jemand bei ihr war, blieb, sie nicht zurücklassen würde. Über seine rechte Wange lief eine Träne; über seine linke ebenfalls, doch sie kam nicht ganz hinab, sondern blieb wie gefangen an der Stelle, an der sein Gesicht das der Dragonslayerin berührte. Beide waren keine Tränen des Selbsthasses oder der Trauer darüber, Kohana verlieren zu können, sondern gehörten allein dem Mädchen, waren ein Teil des Mitleids, das er für sie empfand, auch wenn es nur ein winziger Splitter dieser großen Emotion war. Seine Stimme zitterte, als er fortfuhr: Ich wollte... dir nicht weh tun... Und ich will es auch nie wieder machen... Ich wünsche dir doch... nur das Beste, Kohana... Er stoppte einen Moment, schloss die Augen und strich ihr sanft über den Rücken, ohne die Umarmung zu lösen. Du bist also... die Dragonslayerin des Eises, hm...? Er wusste selbst nicht genau, woher er ihr Element kannte. Es gab natürlich einige Hinweise, doch bewusst hatte er keinen wahrgenommen. Was ihn am ehesten darauf gebracht hatte, war wohl die Aura, die das Mädchen umgab. Kein Wunder, dass... deine Haut sich so wunderbar kühl anfühlt... Kohana...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:24

Die arme Kohana war an einem Punkt angekommen, der ihr sehr unangenehm war. Sie hatte in der Regel recht wenig Kontakt zu anderen Menschen gehabt und diesen war sie bisher nie nahegestanden. Aus Angst davor zu viel über sich preiszugeben oder sich angreifbar zu machen, steckte sie viele Themen einfach weg oder tat sie mit einfachen Antworten ab. Nur selten erkundigte sich jemand genauer. Dass sie gerade erstaunlich viel Vertrauen in Kabuto gesetzt hatte, hatte vermutlich mitunter etwas damit zu tun, dass sie nicht glaubte, er würde ihr in den Rücken fallen. Wenn sie es tatsächlich wagen sollte eine Art von zwischenmenschlichen Beziehungen zu versuchen, dann wäre es genau so ein gutmütiger Mensch wie er, der ihr dabei sicher helfen konnte. Das Problem war aber eher, eben weil sie nicht erwartet hatte, dass er ihr so nahe treten würde, konnte sie umso weniger die Fassung behalten, als der Junge durch einen absoluten Zufall genau den richtigen Knopf drückte. Schon war die Magierin völlig aufgelöst und zutiefst verletzt, weil ihr gutgemeinter Rat so sehr in die Hose gegangen war, dass sie nun diejenige war, die darunter zu leiden hatte…
Aus einer Mischung von Zorn und Trauer hatte sie den Jungen von sich weggestoßen, den sie eben noch mit sich selbst im Damenklo eingeschlossen hatte. Zwar hatte sie nicht besonders viel Energie, weil ihr das alles zu nahe gegangen war, doch versuchte sie ihn all das verstehen zu lassen, was sie gerade empfand. So saß Kabuto nun vor ihr, total zusammengesackt, auf der Toilettenschüssel und Kohana wischte sich zitternd die rinnenden Tränen aus dem Gesicht. Wie konnte so ein fremder Junge genau ins Schwarze treffen? Entweder er war ein Genie oder es war ein für Kohana unglaublich unglücklicher Zufall gewesen. Sie wusste nicht was sie tun sollte. Nun weglaufen, war nicht mehr wirklich eine Alternative, aber sie hatte auch Angst davor, dass er irgendetwas sagte, weil sie nicht mehr wusste, wie man mit so etwas umging. Vor Kyrona durfte Kohana nicht viel weinen, weil diese immer sagte, dass Tränen in der Kälte nur mehr schmerzhaft als hilfreich waren. Generell ließ die Drachenfrau nur in wenigen Momenten große Gefühle zu, was vermutlich auch ein Grund dafür war, dass Kohana ihre Emotionen in der Öffentlichkeit keinesfalls zeigen wollte. Sonst hätte sie Kabuto ja genauso gut auf ihrem Platz eine Szene machen können. Aber das wäre nicht fair und auch unangenehm für sie beide. Während sie seine Situation noch fürchtete, schien er sich aber davon nicht zurückhalten zu lassen. Selbst, dass sie ihn weggestoßen hatte, kümmerte ihn scheinbar recht wenig, da er einfach aufstand und sie in die Arme nahm. Der Dragonslayerin stockte vor Schock der Atem, als sie nicht mehr begriff was los war. Klar war Kohana schon öfter von anderen Menschen umarmt worden, aber meist nur von Mädchen und dann eher kurze, unbedeutende Berührungen mit denen sie umgehen konnte. Doch das hier… Kabuto war ein Junge! Und der nahm sie auf dem Damenklo in den Arm, während sie in einem Heulkrampf ausgebrochen war. Kohana versuchte wieder einigermaßen durchzuatmen, wobei das neben dem Schluchzen nicht so einfach war. Er entschuldigte sich bei ihr und es war keine einfache Bitte um Verzeihung, sondern sehr emotional. So war noch niemand mit ihr umgegangen und das verwirrte das Mädchen völlig. Sie konnte mit der Nähe nicht so recht umgehen, musste sich aber eingestehen, dass es in solchen Situationen sehr angenehm war. Gerade ihr fiel häufig auf, dass die Nähe anderer Menschen sehr warm war im Vergleich dazu, wenn sie sich selbst berührte. Ihre Haut war kalt, wie die einer Leiche… Obwohl sie Kälte eigentlich vorzog, empfand sie doch die Wärme eines anderen Menschen irgendwie als schön. Vor allem, wenn dieser versuchte ihr irgendwie Halt zu geben. Da fiel Kohana auf, dass es nicht nur ihre eigenen Tränen war, die sie da spürte. Er weinte tatsächlich? Warum? Ihr war doch gerade etwas Schreckliches widerfahren? Weshalb war er da traurig? Das konnte sie nicht so recht begreifen, aber irgendwie tat es ihr leid, dass er deswegen auch so bedrückt war. Und es kam noch mehr… Abgesehen von der Umarmung, streichelte er ihr auch noch über den Rücken, was die Magierin völlig aus dem Konzept brachte. Nein, diese Art von Körperkontakt kannte sie nicht und erstrecht nicht in diesem Ausmaß. Kohana wurde, zu ihrem emotionalen Chaos, nun auch noch total in Verlegenheit gebracht und bekam Herzrasen. Hoffentlich merkte er das nicht… Kohanas Augen waren, im Gegensatz zu seinen, weit aufgerissen, doch wenigstens stoppten die Tränen und sie lehnte ihr Kinn an ihn. Dass er auf ihr Element gekommen war, wunderte sie nicht wirklich. Wenn man wusste, dass sie Dragonslayerin war, erklärte sich alles von selbst: Der Berg, das Eis und ihre Kälte… Aber halt! Was sagte er dazu? Wunderbar kühl? Sie löste sich vorsichtig aus der angenehmen Umarmung des Jungen und blickte ihn total verlegen an. Dass sie gerade total labil war, blendete sie ein wenig aus, weil sie gar nicht fassen konnte was Kabuto gerade gesagt hatte. Sie hatte bisher immer merkwürdige Blicke oder gemeine Fragen zu ihrer kalten Haut gehört, doch dass es jemand so schätzte, erschreckte sie ein wenig… Aber es schmeichelte ihr auch, nach allem was man ihr dazu gesagt hatte. Ihr Gesicht war rot, nicht nur weil sie geheult hatte, sondern auch, weil sie sich gerade schämte, wegen dem was er gesagt hatte. Sie wischte sich die letzten Tränen aus dem Gesicht und übrig blieben nur rote und glasige Augen. „Wu-Wunderbar?“, wiederholte sie ein wenig perplex und blickte dem Jungen in die blauen Augen. Und erst jetzt wurde ihr bewusst in was für eine Situation sie ihn gerade gebracht hatte. Sie standen in einer viel zu engen Toilettenkabine, direkt aneinander und dazu noch auf dem Damenklo. Dass das peinlich war, stand außer Frage. Diese Erkenntnis schlug sich in einem feuerroten Gesicht wieder. Doch Kohana wäre ein Glückspilz, wäre das alles gewesen. Denn während sie Kabuto eine gefühlte halbe Ewigkeit peinlich berührt in die Augen geblickt hatte, hörte sie hinter sich die Tür der Damentoilette quietschen… Wirklich? Jetzt?! Ein wenig panisch hob die Eismagierin ihre Hand und drückte sie auf Kabutos Mund und zeigte mit der anderen die Geste, welche weitbekannt bedeutete, dass man keinen Ton von sich geben durfte. Ihr Blick sagte ungefähr: „Keiner darf wissen, dass du hier bist!“ … Aber das wusste er sicher auch selbst.
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:26

Dass Kohana diese Nähe, diese fast schon intime Berührung, mit der er tief in ihre Privatsphäre eindrang, vermutlich unangenehm sein würde, damit hatte Kabuto durchaus gerechnet, und dennoch hatte er sie umarmt. Er, der Junge, der so panisch darauf achtete, niemandem je auf die Füße zu treten. Es war simpel das Gefühl, nein, die Gewissheit gewesen, dass sie genau das nun brauchen würde, diese Nähe, dieses Zeichen der Zuneigung, um sich wieder wenigstens etwas besser zu fühlen... und er selbst hatte es auch gebraucht. Wenn er jemandem wie Kohana keinen Halt gab, wie konnte er dann behaupten, ein guter Mensch zu sein? Wie hätte er erwarten können, je den Platz einzunehmen, den sein Sensei in Fairy Tail leer gelassen hatte? Es war egal, ob man nun lieb oder unhöflich war, alt oder jung, unansehnlich oder so unendlich süß und hübsch wie diese Dragonslayerin, jemand, der gerade zu leiden hatte und sich von selbst nicht davon befreien konnte, brauchte immer Hilfe, auch, wenn es ihm unangenehm sein mochte, und so jemanden konnte Kabuto niemals im Stich lassen. Ganz besonders dann, wenn er selbst daran Schuld war. Und noch mehr, wenn es sich dann doch um jemanden wie Kohana handelte, jemand, den er so mochte... da war es irgendwie besonders schön, dass er ihr durch Berührung helfen konnte...
Auch seine Wangen waren nicht nur von Tränen gerötet, als sie sich langsam aus seiner Umarmung wandte, doch zum Glück fühlte es sich nicht so an, als würde sie ihn loswerden, als würde sie sich gegen ihn wehren... Es war viel eher, als würde es ihr doch irgendwie widerstreben, sich nun von ihm zu lösen, langsam und zögerlich, und das gefiel ihm. Es bewies, dass er das Richtige getan hatte... und vor allem, dass sie ihm nicht den Rücken zuwenden würde. Das nahm eine riesige Last von seinem drückenden Herzen, hatte er doch Angst gehabt, sie gleich wieder zu verlieren, nachdem er die Chance gehabt hatte, Kohana kennen zu lernen und so einen Blick in den Himmel hatte werfen dürfen. Das wieder entrissen zu bekommen... Nein. Daran wollte er nicht einmal denken. Sie mochte ihn. Sie mochte ihn! Jedes Mal, wenn er sich das selbst sagte, fühlte er sich etwas besser, das Gewicht auf seinem Herzen wurde immer schwächer, und es verschwand vollkommen, als das Mädchen ihm in die Augen sah und ihre Worte sprach: „Wu-Wunderbar?“

Sie freute sich... Sie freute sich! Sein Kompliment, es hatte sie glücklich gemacht! Die Trauer mochte nicht völlig verschwunden sein, doch Kabuto war nicht so überheblich, zu erwarten, dass er ihr diese ganze Last einfach so von den Schultern nehmen konnte. Sie war etwas glücklicher, und das reichte völlig.
Nun sei dies aber ein guter Moment, eines zu erwähnen: Für den Grünschopf gab es gerade wenig mehr als ihn selbst und das Mädchen vor seiner Nase. Er dachte nicht daran, dass sich wohl gleich ein Kellner fragen würde, wo die Gäste waren, oder daran, dass sein Rucksack noch bei dem Tisch lag, nicht einmal an die Toilette hinter ihm, auf der er vorhin kurz gesessen hatte. Deswegen war es für ihn doch ein recht großer Schock, als er plötzlich das Geräusch einer Tür hörte und sich mit einem Schlag bewusst wurde, dass er sich gerade auf der Damentoilette befand! Mit einem Mädchen, in einer engen Kabine! Das sah gar nicht gut aus! Mit einem Schlag begann sein Gesicht, der kühlen Atmosphäre seiner Begleiterin eiskalt entgegen zu wirken, indem es sich nämlich dramatisch aufheizte, und vermutlich war es ganz gut, dass Kohana ihm den Mund zu hielt, denn ansonsten hätte er sicher ein Geräusch der Überraschung losgelassen. Er war noch gar nicht dazu gekommen, ihr zu sagen, wie angenehm er ihre Haut wirklich fand, doch es war vermutlich sein Pech, dass gerade jetzt eine Frau hier herein kommen musste... Der Junge sah, wie Kohana den Finger an die Lippen legte, nickte, um zu zeigen, dass er verstand, und trat vorsichtig – und vor allem still – leicht zurück, sodass er noch knapper vor der Schüssel stand; sie befanden sich einfach auf so engem Raum, so kurz nach einer Umarmung, und konnten nicht einmal heraus. Kohana brauchte sicher etwas Platz, und auch dem Grünschopf war die Situation nun etwas unangenehm geworden. Seine Lippen bildeten ein kurzes Entschuldigung, um die Peinlichkeit des Moments ein wenig aufzulösen, während die Schritte, die die andere Frau in den Raum hinein gemacht hatte, verstummten. Einige Momente später ertönte leises Plätschern, und Kabutos Gesicht passte nun auch die Farbe der Temperatur an, er wurde wirklich knallrot... hätte man ihn angemalt, hätte das genau so ausgesehen. Der Grünschopf kniff die Augen zusammen und biss sich leicht auf die Zunge, dieser gesamte Moment war einfach so furchtbar unangenehm, und das einzige, was ihn davon abhielt, im Boden zu versinken, war vermutlich, dass er das Mädchen nicht allein lassen wollte – und vielleicht auch die Kacheln am Boden, durch die kam man schwerlich durch. Die ganze Situation war für ihn jedenfalls innerhalb weniger Sekunden von einer himmlischen umgeschwungen zu einer, die man eher nicht miterleben wollte...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:26

Wie war sie nur in eine solche Situation geraten? Kohana konnte immer noch kaum fassen, dass sie sich hier auf der Damentoilette, eingesperrt in einer Kabine mit einem Jungen befand. Sie mochte Kabuto schon irgendwie, aber da war sie wohl zu weit gegangen. Dass sie das nicht gemerkt hatte, lag wohl an einer Kurzschlussreaktion, die sie nun sehr bereute. Sie hatte mit Sicherheit nicht nur zu viel über sich preisgegeben, sondern sie würden noch eine riesige Menge Ärger bekommen, wenn sie jemand hier erwischte. So drückte sie mit totaler Unsicherheit und Panik in ihrem Gesicht die zittrigen Hände auf Kabutos Mund. Wenigstens färbten die Gesichter beider Personen in dieser Toilettenkabine sich synchron rot, sodass sie sich beide sicher sein konnten, dass das keine alltägliche Übung für den anderen war. Kabuto trat vorsichtig einen Schritt zurück und entschuldigte sich bei Kohana, die daraufhin noch einen Farbton rötlicher im Gesicht wurde. Er entschuldigte sich dafür, dass sie ihn auf dem Damenklo eingesperrt hatte, ohne daran zu denken, dass es auch noch andere Frauen auf dieser Welt gab? Doch die gute Frau, die ja von ihrem Schicksal gar nichts wusste, brachte die beiden in eine noch viel peinlichere Situation, als sie die Toilette auch noch zweckgemäß benutzte! Nicht, dass Kohana irgendwelche Komplexe in die Richtung hatte, aber vor einem Jungen war das doch schon etwas ganz anderes. Immerhin war sie ja auch nur ein einfaches Mädchen! Ohje… Wie wollten sie hier jemals wieder herauskommen? Wenn sie jemand sah… Was würde man wohl denken? Kohana hatte ja kein Problem mit Kabuto und mochte ihn mittlerweile sogar erstaunlich gern, doch sie wusste auch ganz genau was es bedeutete, wenn zwei Personen von unterschiedlichem Geschlecht aus einer Toilettenkabine stürzten. Egal ob sie jemanden gut leiden konnte oder nicht, aber sie würde sicher nicht nach kürzester Zeit Koitus mit dieser Person auf einer Damentoilette haben! Aber jeder würde das denken… Oh Gott… Wie enttäuscht ihr Vater wohl wäre, wenn er davon wüsste? Naja, ein wenig stolz war sie vielleicht, wenn man bedachte, dass Kohana begann sich gegenüber einem anderen Menschen zu öffnen, aber ein bisschen weniger peinlich und unangenehm hätte es wohl sein können…
Nach einer Weile hörte das Geräusch auf und Kohana wagte es noch immer kaum laut zu atmen. Sie stand stocksteif und absolut beschämt in dieser Toilettenkabine, während sie es gar nicht wagte Kabuto anzusehen. Stattdessen betrachtete sie lieber einer der Ecken und blendete die Klobürste aus, vor der sie sich dazu auch noch ekelte. Man hörte eine weibliche Stimme kurz seufzen, bevor sich erneut quietschend die Tür öffnete und die Frau auf ihrem geräuschvollen Schuhwerk das Zimmer verließ. Kohana beugte sich herunter und wagte einen Blick unter dem Türschlitz hervor. Keine Schuhe mehr, also war sie weg … Ein absolut erleichtertes Seufzen brach aus dem Mädchen heraus, während sie sich tief durchatmend an die Tür lehnte. Sie war immer noch knallrot im Gesicht und traute es sich nun auch wieder in Kabutos Richtung zu sehen. „D-Das alles… tut mir so schrecklich Leid…“, begann sie zu stammeln und war noch immer total verlegen. „I-Ich wollte dich nicht in ei-eine so schreckliche Situation bringen…“ Sie verbeugte sich sogar vor ihm, weil sie das so peinlich empfand. Kohana legte nicht häufig wert auf solche Höflichkeiten, doch Kabuto hatte sie gerade ganz schön übel mitgespielt, auch wenn es völlig unbewusst gewesen war. „Bitte behalt alles was hier passiert ist für dich, o-okay? Also… auch was ich dir erzählt habe…“ Diese Bitte war ihr sehr wichtig, denn sie wollte nicht, dass er von ihrer Identität so viel preisgab wie bei den anderen Mädchen. Ob er mit denen auch in solchen Situationen gesteckt hatte? Der Gedanke war ihr irgendwie sehr unangenehm. „I-Ich sehe nach, ob der Gang frei ist und sage dir dann, wann du raus kannst, o-okay?“ Plötzlich stockte sie. Irgendwie wollte sie sich entschuldigen, aber sich gleichzeitig auch erkenntlich zeigen, dafür, dass er ihr zugehört hatte und so… Beschämt blickte sie in eine Ecke, trat dann einen Schritt heran und verpasste Kabuto vorsichtig mit den kalten Lippen einen Kuss auf die Wange. „D-Danke… Dass du… mir zugehört hast.“, beendete sie eilig, aber verlegen, öffnete dann die Tür und stürmte heraus. Dahinter atmete sie noch einmal tief durch und ging durch die Damentoilettentür heraus, wo sich gerade niemand aufhielt. „Die Luft ist rein!“, flüsterte sie durch einen Spalt in der Tür und ging dann schon zu ihrem Platz zurück, damit sie nicht zeitgleich ankamen. Das war das mit Abstand peinlichste was ihr je widerfahren war, aber bestimmt auch eine Erfahrung, die sie auf ihrem Weg zu einem normaleren Menschen gebrauchen konnte…
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:27

Wenn man extrem optimistisch sein wollte, so konnte man vielleicht sagen, dass diese Situation immerhin Kohana endgültig vergessen ließ, dass sie, kurz nachdem sie sich erstmals geöffnet hatte, mitten in ihrem Schwachpunkt getroffen worden war von dem Jungen, der bisher so nett gewirkt hatte. Nicht, dass er es mit Absicht getan hätte, nicht, dass er Derartiges überhaupt beabsichtigen könnte, doch es war nun einfach geschehen, tat ihm furchtbar leid und wäre noch grauenvoller, wenn es die Beziehung zwischen den beiden dauerhaft geschädigt hätte, wo diese doch gerade erst begann. Doch Kabuto war nicht so optimistisch, daran dachte er nicht einmal. Das Ganze hier war ihm einfach nur sehr, sehr, sehr peinlich, und dass er nicht im Boden versinken oder sich selbst wegspülen konnte, machte es nicht besser.
Irgendwann verließ die fremde Frau den Raum aber auch wieder, was es Kabuto erlaubte, die Augen wieder zu öffnen, auch wenn er blickte, als hätte er nun ein ganzes Stück an Appetit verloren. Während der Grünschopf allerdings hart daran arbeiten musste, sich wieder zu sammeln, schien Kohana bereits wieder auf der Höhe zu sein, zumindest war sie bereits wieder in der Lage, logisch genug zu denken, um die Lage zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie nun wirklich allein waren und so auch heraus konnten. Sie war so clever, und doch hatte er sie dazu gebracht, sie beide in so eine Situation zu bringen... das Mädchen musste sich wirklich schlecht fühlen nach allem, was ihnen passiert war. Als sich die junge Schönheit zu ihm umdrehte, holte der Kyofu bereits Luft, um sich erneut zu entschuldigen... doch sie kam ihm zuvor. Sie entschuldigte sich bei ihm! Es traf Kabuto sehr überraschend, hielt ihn auf, noch ehe er wirklich zum Reden ansetzen konnte, und zwang ihn in eine kurzzeitige, aber frohe Starre, in der er den Worten der Dragonslayerin nur lauschen konnte. Sie kümmerte sich um ihn... ihr war es wirklich wichtig, dass es ihm gut ging! Sie vertraute ihm und sie gab sich selbst die Schuld daran, dass die beiden hier festsaßen, dabei war er es doch gewesen, der all das provoziert hatte! Doch als würde all das ihn nicht schon weit genug aus der Bahn schleudern vor Überraschung und Freude, musste das Mädchen doch noch etwas weiter gehen...
Kohana trat an Kabuto heran, ihr Gesicht näherte sich seinem und mit einem Mal verspürte der Grünschopf die kühle Berührung des Mädchens, doch nicht einfach ihr Haar, das ihn streifte, ihre Finger, die über seine Wange strichen, nein, es waren eindeutig ihre Lippen, die sich auf der Haut des Magiers niederließen. Nicht lange, doch es reichte völlig, um ihn endgültig aus seinem Konzept zu bringen und ihn dafür in ein kleines Meer der Euphorie zu tauchen. Sein Mund öffnete sich leicht, blieb offen stehen, seine überraschten Augen starrten starr nach vorne, und kaum hatte das Mädchen ihm den Rücken zu gedreht, bewegte seine linke Hand sich langsam hinauf und berührte vorsichtig die Wange, so sanft, als hätte er Angst, den Kuss, den er eben empfangen hatte, durch zu starke Berührung ungeschehen zu machen. Kabuto war fast schon wieder komplett in seiner eigenen Welt gefangen, und doch drangen die Worte dieses kleinen Engels, obwohl sie nur gewispert wurden, problemlos an sein Ohr; für sie würde er wohl in jeder Situation aufhorchen. Ein paar Sekunden stand er noch unsicher in der Kabine, dann schloss er die Augen und mit einem Mal schoss ihm alles durch den Kopf, was er dem Mädchen gerne sagen würde: Kohana! Es tut mir leid dass das alles passiert ist und dass es dir so peinlich ist und dass ich das gesagt habe, aber ich bin wirklich froh, dass wir uns nahe gekommen sind! Ich weiß, die Situation war nicht perfekt und es war furchtbar unangenehm mit dieser Frau, aber das ist nicht so schlimm und es ist nicht deine Schuld und du musst dich nicht bei mir entschuldigen, denn du bist das wundervollste Mädchen auf der ganzen Welt und ich bin froh, wenn ich für dich da sein kann! Danke, dass ich dich umarmen durfte! Ich werde niemandem auch nur ein Wort hiervon erzählen, ich verspreche, nein, ich schwöre es, weil ich nicht will, dass du unglücklich bist, und... und... Der Junge schluckte kurz. V-vielen Dank für diesen wunderschönen Kuss! Danach atmete er erst einmal tief durch, den leicht säuerlichen Duft des Raumes, in dem er sich befand, ignorierend, und entspannte seinen Körper etwas, ehe er sich mit übervorsichtig leisen Schritten auf den Weg zur Tür machte, vorsichtig hinaus spähte und schnell hindurch schlüpfte, um sich wieder in den Hauptteil des Lokales zu begeben. Zwar hatte sicher jeder gesehen, wie das Mädchen ihn auf die Toilette geschleppt hatte, aber wenigstens schien niemand gemerkt zu haben, wie er wieder herausgekommen war... ein Erfolg?

Kurz darauf kam er auch wieder zu dem Tisch der beiden und bemerkte erfreut, dass sowohl Kohana, als auch seine ganzen Sachen noch da waren – dass es in diesem Eiscafé so gut wie niemanden gab, der seinen Rucksack überhaupt anheben können würde, konnte er ja nicht ahnen. Er schenkte der Blauhaarigen ein scheues Lächeln und setzte sich dann wieder auf seinen Platz, dann bemühte er sich, ihr wieder ins Gesicht zu sehen, ohne gleich knallrot zu werden – obwohl er sicher ohnehin eine Reströte auf den Wangen liegen hatten, von der Toilettenerfahrung und natürlich dem Kuss. Kohana..., meinte er vorsichtig und überlegte, wie er die nächsten Worte hervorbringen sollte. Er entschied sich dafür, es einfach darauf ankommen zu lassen: Ich... ich möchte nur sagen, d-dass ich dir... immer g-gerne zuhören werde, o-okay? Und d-dass... ich dich sehr mag... Ah, jetzt hatte er es doch nicht geschafft, nicht rot zu werden. Sein Blick wanderte wieder zurück zu ihren Zöpfen, er konnte einfach nicht weiter in ihr Gesicht sehen, so niedlich, wie sie aussah. Gleichzeitig erhob sich allerdings seine linke Hand erneut und legte sich wieder leicht an seine Wange, und das Lächeln auf seinen Lippen, das eben noch so schüchtern gewesen war, wurde für einige Momente größer, und seine Stimme wurde selbstbewusster: Es ist wirklich schön, mit dir zusammen zu sein.

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