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 Geschäftsstraße

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Kohana
Dragon of Justice
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:28

Nachdem Kohana ihrem kleinen Begleiter deutlich gemacht hatte, dass er nun heraustreten konnte, ging sie selbst erhobenen Hauptes zurück an ihren Platz. Sie hoffte innerlich sehr, dass niemand gesehen hatte, wie sie mit Kabuto dort hineingestürmt war und dass er da auch wieder herauskam. Auch ihr Gesicht war immer noch leicht rot, da sie sich in ihrem Leben noch nie in einer so peinlichen Situation befunden hatte. Generell war sie noch keinem Menschen so nahe gekommen wie Kabuto gerade, den sie ja noch nicht einmal lang kannte. Vermutlich war es eine Kurzschlussreaktion gewesen ihn zu küssen, doch bereute sie es nicht wirklich. Kohana hatte in ihrem ganzen Leben nur sehr selten eine freundliche Art von Körperkontakt zu anderen Menschen gehabt, weswegen das für sie schon eine sehr interessante Erfahrung war, auch wenn sie selbst nicht einschätzen konnte, ob es möglicherweise zu voreilig gewesen war. Eine neue Erkenntnis, die sie daraus gezogen hatte, war dass man Menschen ruhig einmal ein wenig Vertrauen entgegenbringen konnte, wenn sie so freundlicher Natur waren wie Kabuto, denn diese Erfahrung, die sie mit ihm gemacht hatte, hatte ihr viel bedeutet. Wegen ihrer Herkunft hatte er sie nicht komisch angesehen, sondern konnte nachvollziehen, wie sehr sie litt und versuchte sie zu trösten. Sie glaubte auch daran, dass er es niemandem verraten würde, wenn sie ihn darum bat. Er war ein guter, aber auch ein relativ normaler und schwach wirkender Mensch. Ob ihre Einschätzung falsch war? Konnten alle Menschen gut oder schlecht sein? War nicht die Magie das, woran man den Wert eines Menschen messen konnte? Denn sicher war Kabuto kein Dragonslayer, doch kam er ihr vor, als wäre er ein sehr wertvoller Mensch… Darüber musste sie sich wohl noch einige Gedanken machen. Vielleicht war sie zu voreilig gewesen… Oder war sie das jetzt? Was wenn sie ihm blind vertraute und er doch nur einer der niederen Menschen war, die für ihren Fall sorgen wollten? Eine Mischung aus Dankbarkeit und Paranoia kämpfte um Kohanas Aufmerksamkeit und sie wusste nicht damit umzugehen…
Dann kam jedoch der noch immer errötete Junge zurück an den Tisch und setzte sich zu ihr. Er wirkte so unschuldig und gutmütig… Wie konnte sie glauben, dass er ihr etwas Böses wollen könnte? Und trotzdem sie es verdrängte, wenn er so vor ihr saß, pochte ein Teil in ihrem Kopf darauf Vorsicht zu bewahren. Nur was sollte sie nun tun? Er sprach sie an und fing damit direkt erst einmal ihre Aufmerksamkeit, welche sich immer wieder in ihren Gedanken verfangen hatte. Doch sobald ihr Name fiel, aus seinem Mund, war das Mädchen wieder voll dabei und blickte ihn an. Sie erinnerte sich daran, dass sie ihm sehr nahe getreten war. Zu nahe vielleicht? Er blickte sie nämlich nicht direkt an. Sagte er die Wahrheit? Kyrona sagte, wenn Menschen einem nicht in die Augen blicken, dann lügen sie. Aber nein, Kabuto wirkte nicht so als würde er lügen. Eher etwas ängstlich oder irgendetwas, was die Magierin nicht definieren konnte. Die Worte die dann noch folgten, machten jedoch deutlich, dass er bestimmt nicht los. Irgendetwas hielt ihn zurück, doch es war nicht die Tatsache, dass er nicht die Wahrheit sagte. Die blauen Augen der Magierin musterten ihn, als ihr bewusst wurde, dass er sich nur schämte. Sie lächelte, blickte ihn an und hörte ihm zu, denn nun war sie beruhigt. Er versicherte ihr, dass er ihr öfter zuhören würde, wenn sie das brauchte und dass er sie sehr gern hatte. Ein verlegenes Lächeln trat auf die Lippen der Blauhaarigen. Jemand mochte sie… Das Gefühl hatte sie schon öfter gehabt, aber so direkt hatte ihr das noch niemand gesagt. Und es war kein Vergleich dazu, wie sie jemand mochte, wenn sie sich verstellte, denn nun war sie doch gerade sehr sie selbst gewesen… Es war ein angenehmes Gefühl zu wissen, dass es jemanden gab, der einen einfach total akzeptierte. Aber halt, das tat er vielleicht gar nicht… Er kannte ihre Schattenseite nicht… Der Junge wurde immer rötlicher im Gesicht. Mit Sicherheit weil es peinlich war über so etwas zu reden. Vor allem nach einer solchen Situation und in der Öffentlichkeit.  Sie sah wie er lächelte, als seine Hand an seine Wange ging. Scheinbar war sie doch nicht zu nahe gekommen, denn er schien ihre Berührung zu schätzen. Konnte man so also einfach mit Menschen umgehen? Doch wer würde ihr auch das Verständnis entgegen bringen, das er hatte? Als er seinen letzten Satz sprach, klang Kabuto ziemlich anders. Viel sicherer und in seiner Stimme war mehr Ton zu hören… Er war sich damit also ziemlich sicher, oder? Die Magierin lächelte und nickte zustimmend. Wieder wurde ihre Schattenseite in die Ecke gedrängt und ausgeblendet, sodass es einfach verschwand. Dann kam ihr ein Gedanke… Etwas, nach dem sie sich gesehnt hatte, als ihr Vater davon erzählt hatte. Bisher war sie noch nie so weit mit jemandem gekommen, aber nachdem sie ihm schon davon erzählt hatte, war das sicher kein Problem mehr! Zuversichtlich schnappte sich Kohana die Hand des Jungen und sie strahlte ihn an als sie sagte: „Willst du mein Freund sein Kabuto-kun? Ich hatte noch nie einen richtigen, festen Freund!“ … Dass das zweideutig klingt, für Menschen, die zwei Arten von Freunden unterscheiden, musste gar nicht mehr erwähnt werden, oder? Kohana kannte diese Art von Freund nicht. Vor allem, dass die Wortwahl fester Freund dafür stand, war ihr unbekannt. Zwar wusste sie wie biologische Reproduktion funktioniert und das man heiratet, aber dass man das auch als eine Art männlichen Freund bezeichnen konnte, war ihr nicht bewusst. Sie meinte tatsächlich eine richtige Freundschaft, denn auch das kannte sie noch nicht aus der eigenen Erfahrung. Doch was dachte Kabuto wohl, was sie meinen würde?
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Kabuto
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:30

Ja, die Erinnerung an den Kuss, der ihn vorher noch in eine Starre versetzt hatte, erfüllte Kabuto nun mit einer Kraft und einem Selbstbewusstsein, wie er sie selten zuvor, vielleicht sogar noch nie verspürt hatte. Daher konnte er gegenüber Kohana auch so ehrlich mit seinen Gefühlen sein; oder naja, zumindest fast. Seine absolute Bewunderung – oder mehr? – für sie behielt er noch für sich, davon konnte er ihr einfach noch nicht erzählen, und außerdem wäre es dafür ohnehin viel zu früh, es würde sie höchstens abschrecken und ihn so schwach wirken lassen, wie er nun einmal war; gerade, wo er hatte anfangen dürfen, ihr Halt zu geben, konnte er sich das nicht leisten.
Seine Sicherheit verschwand aber auch so recht schnell, und zwar in dem Moment, in dem sie seine Hand anfasste. Kabuto blickte sie überrascht an, hatte er doch nicht erwartet, dass sie ihn so berühren würde, und begegnete ihren Augen, die ihn voll Freude anblitzten. Egal, wie oft er in dieses hübsche Gesicht sah, er würde sich nie daran gewöhnen können, wie wundervoll der Engel vor ihm aussah, mit ihren Haaren, ihrer absoluten Niedlichkeit, aber umso mehr, wenn sie ihn so ansah, wie jetzt gerade... Kein Mensch dieser Welt würde ihr einen Wunsch abschlagen können, wenn er in ein solches Antlitz sehen durfte, sicher nicht. Das war aber nicht alles, das war nicht einmal der Anfang, höchstens der Prolog im Vergleich zu dem, was er gleich darauf empfinden würde, während sie sprach:
„Willst du mein Freund sein Kabuto-kun? Ich hatte noch nie einen richtigen, festen Freund!“

Wortlos saß der Grünschopf Kohana gegenüber, seine Augen groß, seine Wangen langsam wieder aufheizend. Im ersten Moment hatte er gedacht, sie meinte, dass die beiden 'nur' Freunde sein sollte, was er vollkommen hätte nachvollziehen können und natürlich hätte ihn auch das sehr, sehr, sehr glücklich gemacht. Doch das Ende ihres Satzes war eindeutig... nein, mehr als eindeutig. Fester Freund... es war vollkommen unmöglich, da irgendetwas Falsches herein zu interpretieren, und entsprechend war es auch völlig gerechtfertigt, dass er mit einem Mal wirklich knallrot wurde und ein paar Mal überrascht nach Luft schnappte, ehe er es tatsächlich fertig brachte, richtige Worte zustande zu bringen: I-i-i-ich? D-du... d-du willst, da-dass... dass ich d-dein fes-fes... D-du willst mich als deinen festen Freund? Ehrlich? Unglaube und Freude mischten sich in seiner Stimme, denn dass dieser wunderschöne, liebliche Engel sich mit einem Versager wie dem kleinen Kyofu abgeben wollte, war ebenso traumhaft wie unglaubwürdig. Nicht, dass er ihre Worte anzweifeln würde, aber dass ihm von allen Menschen dieser Welt ein solches Glück zuteil werden sollte, gehörte einfach zu den Dingen, von denen er nie gedacht hätte, dass sie einfach so passieren würde. So schön der Gedanke auch war, er war einfach niemandem, für den solch schöne Gedanken wahr werden sollten... oder etwa doch? K-Kohana... d-du bist wu-wunderschön u-und ich... ich wäre so un... unglaublich glücklich, dein f-f-fester F-Freund sein zu dü-dürfen, a-aber... W-willst du wirklich j-jemanden wie... mich...? I-i-ich bin doch... so weit davon entfernt, d-dir gerecht zu werden... Du k-könntest jemand s-so viel besseres finden. W-willst du wirklich... willst du wirklich mich?
Kohana, dieses engelsgleiche Mädchen mit dem unendlich schönen, eisblauen Haar, als Freundin zu haben, wäre eine der größten Freuden, die der Kyofu je erfahren könnte... und definitiv das Schönste, was ihm in seinem Leben bisher widerfahren wäre. Noch immer klang es unglaubwürdig, doch es war so schön, dass er ihr einfach glauben würde – sie würde doch nie etwas sagen, das nicht stimmte. Sie nicht. Also wischte er sich die Tränen aus den Augenwinkeln, die sich vor Rührung gebildet hatten, und lächelte sie an. W-wenn du mich wirklich als deinen Freund haben möchtest..., meinte er unsicher, aber definitiv mit einem gewissen Glanz in den Augen. ... dann lautet meine Antwort ja! Ich wäre unglaublich gerne dein Freund, Kohana, und ich bin unglaublich glücklich, dass du mich gefragt hast! Ich verspreche dir... ich werde mich immer gut um dich kümmern!

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Kohana
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:30

Soso, Kohana sollte also einen festen Freund haben. Wenn sie sich der Situation bewusst wäre, in die sie sich gerade herein redete, ganz allein durch ihr weniges Wissen, wäre sie wahrscheinlich im Boden versunken vor Scham. Erstens mal, weil sie ihm einfach so unverblümt diese Frage gestellt hatte, obwohl sie sich noch gar nicht lang kannten und zweitens, weil es doch ein wenig peinlich war. Nicht, dass es nun so schlimm gewesen wäre, wenn es tatsächlich so wäre, aber sie hätte das vermutlich im Leben nicht so ausgesprochen, weil sie dafür viel zu unerfahren war…
Aber weil sie eben nicht wusste, was genau sie da gerade von Kabuto verlangt hatte, schnappte sie nur begeistert das Händchen des Jungen und die großen Augen glitzerten ihn mit Begeisterung an, in der Hoffnung einen Freund für sich gewinnen zu können. Fast ein wenig ungeduldig wartete sie auf die Reaktion des Jungen und war unheimlich vorfreudig auf diese. Doch statt Freude machte sich erst einmal Verlegenheit und eine deutliche Röte im Gesicht des Jungen breit, bevor er zu stottern begann. Scheinbar konnte er ihre Frage kaum glauben. Ob Kabuto auch noch nie Freunde gehabt hatte? Das wäre ja traurig… Sie kam aus dem Nichts, da konnte man das verstehen, aber er war doch so ein netter Junge gewesen. Im Gegensatz  zu ihm, sah sie ihn so gar nicht als Versager an. Sie bewunderte es irgendwie, dass er so nett und ehrlich war. Er hatte sich diese Werte bewahren können, trotzdem er in dieser Welt lebte und war offenbar absolut gutherzig. Das rechnete sie ihm hoch an, denn sie fühlte sich gut, wenn er sie so anerkannte, obwohl sie so ein schlechter Mensch war. Mit Sicherheit auch nur, weil er ihre Gedanken nicht kannte… Als er ihre Frage noch einmal wiederholte, ganz ungläubig und ihre Worte in Frage stellte, blickte sie ihn etwas verdutzt an. Was war denn dabei? Sie hätte ihn bestimmt nicht danach gefragt, wenn sie es nicht gewollt hätte. Sie nickte zustimmend und erklärte ihm leise: „Du bist sehr nett zu mir und zeigst viel Verständnis für mich, obwohl das nicht nötig wäre. Außerdem bin ich mir sicher, dass ich dir vertrauen kann und dass du mir immer helfen wirst, wenn ich Hilfe brauche. Was sollte da dagegen sprechen?“ Sie blickte ihn fragend an und lächelte. Natürlich verstand sie nicht, dass es hier gerade um weitaus mehr als eine einfache Freundschaft ging, aber so oder so stimmte ihre Einschätzung von ihm. Warum sollte er ihr auch nicht gerecht werden? Er war ein netter Kerl, der noch dazu fürsorglich und hilfsbereit war. Außerdem hatte er ihre Schwäche akzeptiert und mehr konnte sich das Mädchen nicht erhoffen, wenn man von ihren Plänen absah, die sie momentan weit in den Hintergrund rückte, weil das Jetzt zählte. Dass er sich deshalb Tränen aus dem Augenwinkel wischte, verstand sie nicht so recht. Sie gewann immer mehr den Eindruck, dass sie seine erste Freundin war und das tat ihr Leid. Wie schlecht musste er sich selbst einschätzen, dass er so darauf reagierte?
Dann sagte er ihr aber zu, was das Mädchen sehr erleichterte. So hatte sie also ihren ersten Freund! Ihr Herz machte einen Sprung und zum ersten Mal seit Ewigkeiten fühlte sie nicht diese eiskalte Einsamkeit. So schnell würde sie ihn nicht mehr wieder hergeben wollen, wobei es vermutlich auch ein wenig gefährlich war, sich an eine Verrückte zu binden. Aber das würde Kabuto wohl noch erfahren. Nun schämte sie sich doch ein bisschen, weil er so begeistert war und ihr solche Versprechen gab. Sie hatte selbst zu ihrer einzigen Bezugsperson Kyrona keine besondere Bindung gehabt, da diese, entsprechend ihres Elementes, auch emotional recht kalt war. Kohana glaubt zwar daran, dass sie ihr irgendwann einmal etwas bedeutet haben muss, aber sie verstand bis heute nicht, wieso sie das Mädchen dann sitzen ließ. Ihr gefiel der Gedanke daran, dass sie jemand richtig schätzte und sich um sie kümmerte. Aber damit konnte sie eben noch nicht so richtig umgehen. Sie ließ die Hand des jungen los und legte ihre kalten Hände an ihre rötlichen Wangen. Das war das Gute an eiskalten Händen… Verlegen blickte sie auf den Tisch und murmelte: „Ich freu mich so…“ Dann fiel ihr aber etwas ein und sie blickte auf. „W-Weißt du… D-Da ich sowas ja noch nie hatte… G-Gibt es da etwas, was ich beachten muss?“ Natürlich würde sie ihn beschützen und sich um ihn kümmern, wenn es nötig wäre. Das verstand sich selbst für Kohana ganz von selbst, vor allem weil er es betonte. Hoffentlich hatten sie das Thema wenigstens vom Tisch, wenn der Kellner endlich ihr Eis brachte. Alles andere wäre doch sehr peinlich, oder?
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Kabuto
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 17:40

Kabuto war wirklich, wirklich aufgeregt, immerhin war er zum ersten Mal gefragt worden, ob er jemandes fester Freund sein wollte... er selbst hatte auch noch kein Mädchen in dieser Richtung angesprochen, einerseits, weil er kaum jemanden kannte, andererseits aber auch, weil er sich niemals getraut hätte. Aber hätte er ahnen können, dass er gar nicht derjenige sein musste, der den ersten Schritt tat? Niemals! Niemals hätte er auch nur daran gedacht, dass ihn eines Tages wie aus dem Nichts ein schönes Mädchen genau das fragen würde, und doch war es nun geschehen. Und so schwer es ihm auch fiel, ihr zu glauben... sie war sehr überzeugend. Sagte ihm, dass er nett und verständnisvoll war, und dass sie das Gefühl hatte, er würde für sie da sein. Sie vertraute ihm wirklich, und der Grünschopf wusste, dass sie mit alledem recht hatte, dass er sie nicht im Stich lassen und enttäuschen würde, also... War es möglich, dass er es verdient hatte? Dass das hier nicht nur eine glückliche Fügung war, sondern er wirklich einen Engel wie sie für sich hatte gewinnen können, obwohl er nur der übliche, schwache Kabuto war? Offenbar war dem so...
Er lächelte wieder etwas sicherer, während er ihr zusah, wie sie ihre Wangen anfasste... Sie schien sich wirklich zu freuen, zumindest sagte sie das. Kohana sah so unheimlich niedlich aus, wenn sie glücklich war, einer der Gründe, aus denen der Grünschopf sicher alles dafür tun war, sie auch immer wieder so glücklich zu machen, besonders jetzt, wo sie doch zusammen waren. Ganz offiziell. Und sie hatte ihn gefragt... Bei dem Gedanken schwebte er immer noch auf Wolken. Naja, es war aber auch wirklich noch nicht lange her, also war das zu erwarten; ihre nächste Frage überraschte ihn allerdings. Etwas zum Beachten? Gab es denn sowas? Hm... also, ehrlich gesagt..., meinte er nachdenklich und kratzte sich an der Wange. Ihm fielen nicht wirklich irgendwelche Regeln für Beziehungen ein, aber das konnte er nicht sagen, dann würde er ja vollkommen dämlich dastehen. Am besten ehrlich sein und sich dabei schnell etwas überlegen... A-also, Kohana... i-ich hatte ehrlich gesagt... noch nie eine Freundin, weißt du... D-du bist die E-Erste für mich a-also habe ich noch keine Erfahrung mit sowas... Der Anfang war schon ganz gut. Nicht das Sinnbild der Männlichkeit, aber das konnte man von ihm auch schwerlich erwarten. Und vor Allem stimmte es, war also legitim. Aber natürlich reichte sowas nicht, also weiter: Aber... i-ich habe schon einiges gehört, u-und ich glaube... I-ich glaube, bei B-Beziehungen geht es... um Treue? Ah, ja, um Treue. A-also, dass ein Freund u-u-und eine Freundin füreinander da sind, und, ähm... dass sie sich nicht betrügen, glaube ich. M-manche Leute wollen nicht, dass ihre Freundin sich mit anderen Männern trifft, a-aber du kannst natürlich alles tun, was du möchtest! I-i-ich will nur, dass du dich wohlfühlst... So ein Glück, dass sein Gesicht bereits rot war, ansonsten hätte man während seiner kurzen Rede einen deutlichen Anstieg dieser Farbe sehen können, der in diesem Moment ihren Höhepunkt erreicht hätte. Immerhin hatte er es geschafft, seinen Satz zu Ende zu bringen, ehe der Kellner kam... was dieser nämlich jetzt auch endlich tat.
„Entschuldigt bitte, ihr zwei“, meinte der nämlich, während er elegant erst ihren, dann seinen Eisbecher vor den beiden auf den Tisch stellte und sich leicht verneigte. „Es hat ein wenig gedauert, aber ich hoffe, das Eis ist zu eurer Zufriedenheit... Guten Appetit.“ Damit ließ er die beiden dann auch wieder alleine, und Kabuto war schon ganz gespannt; Kohana hatte sich die ganze Zeit auf das Eis gefreut, und als Eisdragonslayer lebte sie ja praktisch davon. Konnte sie sich nun soweit zurückhalten, dass sie sich weiter um ihn, ihren festen Freund – hach, der Gedanke fühlte sich immer noch fantastisch an –, kümmerte und das Thema weiter besprach, oder würde sie sich in der kalten Köstlichkeit verlieren? Nicht, dass er es ihr übel nehmen würde... aber es wäre durchaus schmeichelhaft, wenn sie ihm mehr Aufmerksamkeit entgegen brachte als dem Eis...

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Kohana
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:35

Wie schwierig all diese neuen Dinge waren… Kohana musste noch so viele Sachen lernen, von denen sie in ihrem Leben noch nicht gehört hatte. Ein fester Freund also… Sie nahm sich vor dabei alles absolut richtig zu machen, um ihn nicht zu enttäuschen! Kohana war so stolz darauf, dass sie überhaupt schon so schnell einen Freund gefunden hatte, da wollte sie es sich mit ihm natürlich nicht verderben! Doch inwiefern sollte sie das, wenn sie doch keinen Schimmer hatte und das ihre absolut erste Erfahrung war? Und genau da war die einfachste Lösung: Kohana fragte einfach ganz unverblümt nach. Seine Reaktionen auf ihre Worte waren immer wieder interessant. Obwohl er ihr von anderen Damen erzählt hatte, schien er selbst noch keine eigene Freundin gehabt zu haben und hatte somit genauso wenige Erfahrungen wie er. Da hatten sie doch beste Voraussetzungen, oder nicht? Dass er wenig Ahnung hatte, machte er mit seinen Erklärungen recht deutlich, doch irgendwie beruhigte das Kohana, da sie dann weniger falsch machen konnte. Oder nicht? Sie bemerkte jedoch, dass ihm das Thema irgendwie unangenehm sein musste oder zumindest peinlich, denn Kabuto wirkte wieder deutlich unsicherer als zuvor und das Stottern kehrte wieder zurück. Dass er nicht der typisch maskuline Mann war, war ihr schon aufgefallen, doch das kümmerte sie nicht. Kohana bewunderte andere Fähigkeiten des Jungen. Dass sie ihn trotzdem schätzte, hatte sie ihm ja schon sehr direkt erklärt. Aber immerhin schien er sich so langsam an den Gedanken zu gewöhnen, dass sie seine Freundin war, denn er wurde wieder ruhiger. Sie verstand immer noch nicht, warum er sich damit so schwer getan hatte, aber sie war irgendwie erleichtert, dass er es dann doch akzeptierte. Fast hatte sie ein wenig Angst, dass er es gar nicht wollte, aber seine Worte machten doch sehr deutlich, dass ihm viel daran lag…
Was er dann zu erklären begann, fing rasch die komplette Aufmerksamkeit der Magierin. Es ging also in einer solchen Freundschaft hauptsächlich um Treue. Und wenn er das so sagte, dann konnte sie sich sicher darauf verlassen, dass er sich daran auch halten würde, oder? Dass sie wohl selbst einer der loyalsten Menschen der Welt war, wurde spätestens dann deutlich, wenn man betrachtete wie lang sie auf einem Berg einsam und verlassen darauf gewartet hatte, dass ihr Vater eines Tages wiederkam. Doch das tat sie nicht… Ihr Vertrauen zu verletzen, war ein absolutes Tabu, aber sie vertraute dem unschuldigen Jungen irgendwie. Wenn ihr einmal jemand wichtig war, dann das auch für lange Zeit. Was er da erzählte, klang fast zu schön um wahr zu sein. Man war einander nicht nur treu, sondern auch füreinander da. Ein Gedanke, an den sie sich gewöhnen musste, aber sie genoss irgendwie den Traum jemandem trauen zu können. Mit großen Augen funkelte sie ihn an, während er mit ihr sprach und sie bemerkte fast gar nicht, dass er dabei selbst unsicher und schüchtern wirkte. Sie nickte aufmerksam, um zu zeigen, dass sie seine Worte unterstützte. Wenn sie etwas toll fand, dann eine Einigung auf diese Punkte. Was dann jedoch kam, verwirrte sie ein wenig. Man sollte sich nicht mit anderen Männern treffen? Verdutzt blickte sie ihn an, weil sie diese Kondition nicht ganz verstand. Man konnte also nur einen männlichen Freund haben? Nun, wenn das so war, dann würde sie sich wohl daran halten! „Ich verstehe!“, unterstrich sie seine Worte knapp. „Und wenn es dir lieber ist, treffe ich andere Männer nicht in meiner Freizeit. Aber für Quests ist es doch okay, oder?“ Dass sie absolut unerfahren und ratlos war, konnte man ihr wohl von den Augen ablesen, doch sie blieb im Gegensatz zu ihm erstaunlich locker.
Gerade als sie Kabuto sagen wollte, dass er sich dann aber auch daran halten musste, unterbrach jemand ihre Zweisamkeit. Der Kellner von vorhin trat an den Tisch heran und brachte ihnen das Eis, welches die Magierin fast aus den Augen verloren hatte. Neugierig sah sie das große Prachtstück an, bis ihr jedoch einfiel, dass Kyrona gesagt hatte, dass sie während einer Unterhaltung nicht einfach anfangen durfte zu essen. Sie schielte an der Schale vorbei zu Kabuto und versuchte zurück auf das Gespräch zu kommen, als der Kellner wieder weg war. Man sah ihr sicher an, dass es ihr schwer fiel sich auf etwas anderes zu konzentrieren, wenn das kalte Eis direkt vor ihrer Nase stand. Ein wenig unkonzentriert versuchte sie zurück auf den Gedanken zu kommen, bei dem sie sich befanden hatten. „E..Ehm… Also ich verspreche dir auf jeden Fall, dass ich mir Mühe geben werde, okay Kabuto-kun?“ Die sonst so berechnende Kohana war viel zu zahm und gutmütig gegenüber dem Jungen. Und wieso? Sie vertraute ihm, weil dieser naive, unschuldige Junge völlig unbewusste genau die richtigen Knöpfe drückte.
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Kabuto
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:36

Sie wollte wirklich darauf verzichten, andere Jungen zu treffen? Das überraschte den Kyofu nun wirklich. Andererseits geschah hier ohnehin andauernd etwas, das er für unmöglich hielt... oh, vielleicht träumte er. Das würde all das erklären, was bisher geschehen war... einerseits, dass ein wunderschönes Mädchen seine Freundin sein wollte, andererseits die unheimlich peinliche Situation auf der Toilette – das war, wie wenn man träumte, dass man ohne Hose irgendwo stand –, und ebenso die unwahrscheinliche Zufallsbegegnung mit noch einer dritten Dragonslayerin. Das war die Antwort auf alles... er musste träumen. Eigentlich würde er sich, wie jeder normale Mensch, jetzt wohl kneifen oder sich von einem Cat Bug piksen lassen, aber falls er doch wach sein sollte – klar, weil das hier ja auch so real sein konnte –, wollte er Kohana nicht irgendwie verstören, indem er etwas Seltsames tat. Wenn er träumen sollte, dann konnte er es ja auch wenigstens so gut es ging genießen, nicht wahr?
Er konnte jetzt aber ohnehin nichts dazu sagen, denn abgesehen davon, dass er Kohana unterbrochen hätte, kam jetzt jemand anders, um zu unterbrechen – wenngleich es keine unangenehme Unterbrechung war. Genauer gesagt, kam nun endlich ihr tolles Eis an ihrem Tisch an, und der Grünschopf musste gestehen, dass es wirklich gut aussah; das Café, das die Eisdragonslayerin bevorzugte, musste aber auch das beste sein, nicht wahr? Er würde bestimmt noch öfter hierher kommen, zusammen mit ihr... sofern es sie und das Lokal wirklich gab, natürlich.
Man merkte deutlich, dass Blicke und Konzentration des Mädchens ganz klar zum Eis gezogen wurden, und während Kabuto über ihre Niedlichkeit lächeln musste, geschah wieder etwas Unglaubliches: Sie wandte sich mit all ihrer Macht dem Jungen zu, obwohl das Lebensmittel sie so sehr anzog! Versuchte sogar, das Gespräch etwas weiter zu führen... wenngleich sie jetzt so ähnlich klang wie er sonst. Es war irgendwie amüsant, das so gefasste Mädchen jetzt so zu sehen. Aber quälen wollte der Kyofu sie natürlich nicht.
A-also, z-zu eben... E-es ist v-v-völlig okay für mich, we-wenn du dich m-mit anderen J-Jungen triffst. Ich w-weiß ja, dass... ich dir vertrauen kann, Kohana... Genau, Kohana war vertrauenswürdig. Sie hätte jeden Grund, einen kleinen Nichtsnutz wie ihn zu ersetzen, aber irgendwie war es sehr einfach, ihr zu glauben, dass sie das nicht vorhatte und auch, dass sie es nicht tun würde, wenn die Situation es ermöglichte. Kabutos Vertrauen in das Mädchen vor ihm war fest und stark und würde sich durch nichts erschüttern lassen. Leute, die von ihren Freundinnen verlangten, dass sie sich von anderen fernhielten, hatten entweder nicht genug Vertrauen, oder es waren Leute, die nicht genug Selbstbewusstsein hatten. Die Art Leute, die Angst hatten, dass ihre Freundin sie verlassen könnte, weil sie nicht gut genug waren, weil sie jemand anders besser finden könnte, oder einfach, weil sie ihnen von einem Mann mit geschickter Zunge geraubt werden könnten. Die Menschen, die sich selbst kaum zutrauen konnten, ein Mädchen zu halten. Und naja... irgendwie fiel der Grünschopf schon in diese Kategorie. O-obwohl es natürlich... sch-schon schön wäre, d-dich n-n-nur für mich zu haben... w-wenn du nicht grade a-auf Quest bist, natürlich, fügte er also schüchtern an, ehe er sie anlächelte. Aber darüber können wir später reden. Jetzt lass dir dein Eis schmecken... ich will dein glückliches Gesicht sehen, wenn du es genießt. Er selbst würde natürlich auch mit seinem anfangen, allerdings wollte er wirklich sehen, wie sie sich freute. So, wie das Eis sie zu faszinieren schien, und so lecker, wie es sein sollte, wäre sie sicher sehr glücklich...

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Zuletzt von Kabuto am Sa 25 Okt 2014 - 22:45 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:41

In Kohanas Kopf drehte sich, ob sie nun wollte oder nicht, leider alles nur um das Eis vor ihrer Nase. Ob es wohl jedem Dragonslayer so ging, wenn er etwas von seinem Element vors Gesicht gestellt bekam? Es fiel ihr schwer darüber hinweg zu sehen, was wohl auch damit zusammenhing, dass so ein großer Eisbecher direkt bis zu ihrem Gesicht hinaufreichte, wenn sie da so saß. Sie hatte versuchte ihn ein Stück zur Seite zu schieben, um Kabuto wieder anzusehen. So gern wollte sie naschen, aber weil sie sich bemühen wollte, hatte sie auch nicht vor Kabuto zu enttäuschen. Zwar merkte sie, wie ihr das Wasser im Mund langsam zusammenlief, doch sie schluckte es herunter und versuchte krampfhaft sich zu konzentrieren. Kabuto war für sie der erste Freund in ihrem Leben, jemand dem sie vertrauen und auf den sie sich verlassen könnte… Da konnte sie sich doch nicht von seiner traumhaften Eisschüssel unterdrücken lassen! Obwohl es ihr schwer fiel am Eis vorbei zu ihm zu blicken, sah sie sein Lächeln. Irgendetwas schien ihn glücklich zu machen. Zumindest lächelte der junge Mann vor ihr offenbar recht zufrieden. Bei diesem wichtigen Thema musste sie unbedingt zuhören, denn wenn sie bei den Regeln etwas Wichtiges verpasste, war es doch sehr wahrscheinlich, dass sie einen Fehler machen würde. Daher blickten die großen Augen des Mädchens ihn an, als er versuchte ihr deutlich zu machen, dass er ihr trotz allem Freiheiten geben wollte. Aber gerade wenn es um den Punkt mit den anderen Jungen ging, schien er mit sich selbst zu ringen. Sie verstand noch immer nicht, wieso es ihm so viel ausmachen würde, weil sie natürlich ihre Art von Beziehung auch noch nicht kapiert hatte, aber um Kabuto nicht zu enttäuschen, würde sie sich blind darauf einlassen. Hatte sie einmal Vertrauen zu jemandem gefasst, konnte Kohana nämlich sehr loyal sein. Wäre Kabuto ein Stückchen größer, männlicher und selbstsicherer, wäre die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering gewesen, dass Kohana ihm schon lang verfallen wäre. Immerhin war sie ja nur ein einfaches Mädchen. So war es mehr so, dass die besonderen Eigenschaften des Jungen sie faszinierten. Er schien völlig intuitiv zu begreifen, wie er Kohana behandeln musste und diese genoss diesen Zustand zweifelsohne…
Was noch besser war, war jedoch die Tatsache, dass er auf ihre Bedürfnisse einging. So schien er bemerkt zu haben, dass Kohana das Eis begierig anstarrte und erklärte ihr, dass sie das Gespräch auf später verschieben konnten. Die hellblauen Augen des Mädchens glitzerten Kabuto vorfreudig an, als würden sie seine Worte noch einmal ungläubig in Frage stellen. Dann nickte sie begeistert, schnappte sich ihren Löffel und stockte kurz. Wie verfressen das wohl aussah. Verlegen blickte sie zu ihrem Begleiter und murmelte: „Eh… Guten Appetit.“ Sie kicherte leise und steckte dann doch vor lauter Ungeduld den Löffel einfach in das Eis und schob ihn sich kurz darauf in den Mund. Ein Moment kurzer Stille trat auf, als Kohana den ersten Bissen genoss und ihren Augen den Jungen anstrahlten. „Lecker…“, murmelte sie mit vollem Mund und begann dann sich über das Eis herzumachen. Sie bemühte sich, dabei nicht ganz so verfressen zu wirken, doch man sah ihr an, wie sehr sie das freute. Besonders auffällig war immer wieder ein Blick in Richtung Kabuto, der so wirkte, als wolle sie sich versichern, dass es okay ist was sie tat. Ein wenig Eis schmierte sie sich dabei auch an die Wange, doch das blendete sie für den Moment völlig aus. Man konnte es ja später immer noch wegmachen! Und Kabuto würde sie bestimmt nicht auslachen. Ob er sich auch so über das Eis freute? Vermutlich nicht ganz so sehr, aber Eis war doch eigentlich etwas, was jeder Mensch mochte, oder nicht?
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Kabuto
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:46

Er hatte also recht gehabt... Kohana konnte es kaum noch erwarten, endlich ihr leckeres Eis zu verspeisen. Nicht, dass man ein großer Experte oder Menschenkenner sein musste, um das zu erkennen, aber Kabuto war dennoch froh, wenigstens nicht schon bei den ganz kleinen Hürden zu scheitern. Solange er wusste, was seine Freundin wollte, und es ihr ermöglichen konnte, war Alles gut. Seine Freundin... es war immer noch so surreal, aber auch immer noch so schön... vermutlich würde es immer so bleiben. Naja, immer... eben so lange, bis sie ihn wieder loswerden wollte. Aber das war hoffentlich noch nicht allzu bald.
Guten Appetit, wiederholte er also, während sie sich bereits an ihrem Eis labte, und sah ihr ein wenig dabei zu, sah sie einfach nur an, während sie naschte. Sie war so ein süßes und liebes Mädchen, und es war so leicht, ihr eine Freude zu machen... vielleicht würde sie ihm ja sogar doch noch etwas länger gewogen sein. Es wäre auf jeden Fall wirklich schön. Außerdem sah sie ihn alle paar Sekunden an; sie war so eine tolle Freundin! Um sie aber nicht die ganze Zeit beim Essen anzustarren, begann er selbst nun auch endlich damit, sein eigenes Eis zu sich zu nehmen. Spaghettieis mit Nussgeschmack, wie er es bestellt hatte – es sah gut aus und schon beim ersten Bissen merkte er, dass es sogar noch besser schmeckte. Ein deutliches Mmmh entwich ihm, das klar genug aussagte, wie sehr er den Geschmack genoss. Entsprechend ließen auch die nächsten Löffel von Eis nicht lang darauf warten, in seinen Mund geführt zu werden, allerdings war das Tempo, in dem er seinen Becher verspeiste, nichts im Vergleich zu dem, das Kohana vorlegte. Sie hatte es sogar geschafft, ein wenig davon an die eigene Wange zu schmieren... wie niedlich! Ein so süßes Mädchen und ein so nutzloser Junge... nein, das konnte nicht sein. Vielleicht, nur vielleicht, waren diese beiden Personen gar nicht so, wie Kabuto sie einschätzte. Natürlich war Kohana ein Engel, aber er selbst konnte ja durchaus die eine oder andere Qualität besitzen, die an seiner Schusseligkeit und seinen anderen vielen Schwächen vorbeisehen ließ. Vielleicht, nur vielleicht, war der Käfermagier ja gar nicht nutzlos...

Eine Weile saßen die beiden da und naschten einfach nur, und während Kohanas Eisbecher sich schnell leerte, hatte der Grünschopf noch einiges übrig. Nicht, weil es ihm nicht schmecken und er langsam essen würde, sondern einfach, weil er bei ihrem Tempo niemals mithalten konnte, ohne Kopfschmerzen zu bekommen, und auch, wenn er durch seine vielen, vielen, vielen Stürze eine gewisse Menge an Resistenz gegenüber Stößen entwickelt hatte, waren Eiscremekopfschmerzen – so peinlich das auch sein mochte – noch immer etwas, das ihn ziemlich außer Gefecht setzen konnte. Das Mädchen hatte damit natürlich kein Problem, ihr Körper war ohnehin nicht viel wärmer als das Stück Eis, das noch immer an ihrer Wange hing und nur erstaunlich langsam schmolz. Man könnte es sogar ablecken, wenn man wollte, aber dafür war der Kyofu dann doch etwas zu zurückhaltend. Es sah allerdings aus, als wäre ihr Eis bald fertig, dabei hatten sie noch nichts gemacht, was Pärchen so machten, nicht einmal ein wenig geteilt. Das musste man doch ändern. K-Kohana...?, meinte er also etwas leise, aber doch bestimmt und hielt ihr seinen Löffel mit einem kleinen Berg kalten Nussgeschmackes hin. D-das Eis ist echt lecker... M-m-magst du mal... b-bei mir probieren?“ Klar hatte er den Löffel schon im Mund gehabt, aber sie war doch seine feste Freundin, da dürfte das kein Problem sein. Und wenn es sie doch störte, konnte sie ja auch mit ihrem eigenen Löffel etwas von seinem Eis nehmen... Er lächelte sie breit an: I-ich bin doch jetzt d-dein Freund. Mein Eis ist auch dein Eis! Ja, so war es. Das war sicher kein Satz, der ihn am Ende den ganzen Becher kosten würde... nein, nein, ganz bestimmt nicht...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:46

Ein Geräusch des Wohlbefindens, welches Kabuto nach dem ersten Löffel seiner eigenen Eisspeise ausgedrückt hatte, machte wohl deutlich, dass Kohanas Theorie stimmte: Jeder Mensch mochte Eis! Und wenn es nicht die Kälte war, dann wohl die köstliche Süße oder ein bestimmter Geschmack, der jeden Einzelnen ganz für sich selbst in seinen Bann zog. Wer behauptete, dass er kein Eis mochte, der log einfach! Dass diese Art von Eis Kohana nicht ganz die Kraft verlieh, die man möglicherweise vermutete, war ein wichtiger Punkt, aber es war dennoch ihre Leibspeise. Nur an echtem Schnee oder magischem Eis konnte sie ihre Kräfte nähren, aber das hier schmeckte schon deutlich besser… Hin und wieder versuchte das Dragonslayer Mädchen sich wieder auf den Kyofu zu konzentrieren, doch das war leichter gesagt, als getan. Immerhin zog diese kalte, süße Masse das Mädchen völlig in seinen Bann!
Sie merkte aber auch sehr wohl, dass sie im Vergleich zu ihm unglaublich verfressen wirkte, da sie deutlich schneller aß als er. Es beschämte sie ein wenig, aber viel Zurückhaltung konnte sie in dem Fall nicht üben. Dafür war es einfach zu gut! Kohana bemerkte, dass er hin und wieder pausierte und deutlich langsamer aß als sie… Stimmt… Sie hatte von diesem Phänomen gehört, dass normale Menschen Kopfschmerzen bekamen, wenn sie kalte Getränke oder Speisen zu schnell herein schaufelten. Für die eiskalte Dragonslayerin war dies wohl kaum relevant. Alles in ihrem Kopf war sicher genauso kalt wie ihre Haut. Nach einer Weile sprach der Junge sie jedoch an und sie stoppte abrupt und blickte ihn an. Sie nahm Kabuto mittlerweile sehr ernst, weswegen dies sogar ihre Aufmerksamkeit von dem Eis ablenkte. Die Magierin beobachtete überrascht, wie der Junge ihr einen Löffel mit Eis entgegenstreckte. Ein wenig verdutzt blinzelte sie einige Male und konnte kaum glauben, was er da von sich gab. Das bedeutete es also einen Freund zu haben? Diese Geste war so unfassbar herzlich… Kohanas Gesicht lief rot an und sie blickte ihn beschämt an. Und sie hatte ihr Eis einfach nur so blind in sich hinein geschaufelt. Wie hatte sie so blind sein können? Dass er den Löffel bereits im Mund gehabt hatte, störte sie nicht im Geringsten. Beschämt blickte sie ihn an und öffnete den Mund, bevor sie mit den zierlichen Händen den Rand der Tischplatte umfasste und sich daran nach vorn drückte, um das Eis von dem Löffel zu essen. Kaum hatte sie dies getan, rutschte sie wieder nach hinten und ein glücklicher Gesichtsausdruck machte um ihr hübsches Näschen herum breit. Die rote Färbung wich auch langsam zurück und sie grinste ihn an. „D-Das ist sehr lecker, Kabuto-kun.“, erklärte sie ein wenig übermäßig grinsend. „Du musst mir noch viel erklären, wenn es um unsere Beziehung geht… Ich kenne mich nicht aus und benehme mich bestimmt oft nicht gut…“ Wieder ein wenig beschämt kratzte sie das Eis in ihrem Becher zusammen und bot ihm den letzten Rest auf ihrem Löffel an. „N-Natürlich soll mein Eis auch dein Eis sein…“, murmelte sie leise und blickte auf die Tischplatte. Sie schämte sich unendlich dafür, dass sie da nicht eher drauf gekommen war. Mit seinen Freunden teilte man also… Das musste sie sich merken! Was man wohl noch alles so tat? Kohana würde vermutlich alles glauben und jeden Wunsch von Kabutos Lippen ablesen, wenn er sagte, dass das dazu gehörte. Aber ober mit dem Preis leben könnte, den er für diese Momente zahlen musste? Sie war unfassbar loyal und hing jetzt schon unheimlich an dem Jungen, obwohl sie sich kaum kannten. So war man eben, wenn man niemanden hatte… Aber gerade seine naive Gutmütigkeit machte es ihr leicht einfach so zu sein…
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:47

Irgendwie stellte es Kabuto zufrieden, zu sehen, wie Kohana sofort reagierte, wenn er ihren Namen sagte. Sie kannten sich gerade erst... wie lange? Eine Stunde vielleicht? Und doch war er ihr bereits so wichtig, dass sie sogar für ihn von ihrem Eis aufsah. Natürlich war sie ihm noch wichtiger, so als seine erste Freundin und der Engel, der sie war, aber von so jemandem ähnliche Zuneigung entgegengebracht zu bekommen, das war neu. Es war ganz anders als mit Lia und Sylvana, die immer besonders nett zu ihm gewesen waren, aber ihm gegenüber nie diese Art von Gefühl gespürt hatten, wenngleich er sie ähnlich verehrt hatte. Bei allen drei hatte es begonnen, noch bevor er gewusst hatte, was sie waren, aber alle drei hatten sich irgendwann als Dragonslayer herausgestellt... ob es da einen Zusammenhang gab? Konnte es sein, dass er von Dragonslayerinnen angezogen wurde? Oder war es nur Zufall, dass die drei schönsten und liebsten Mädchen seines Lebens von Drachen aufgezogen worden waren? Woran auch immer es lag, er hatte hier bei Kohana etwas gefunden, das er schon lange gesucht und doch nie erwartet hatte... Gegenliebe. Eine Person, die nicht nur für Kabuto wichtig war, sondern die auch ihm eine gewisse Importanz zumaß. Kohana konnte zu anhänglich werden? Lächerlich. Sie konnte nicht anhänglich genug sein...
Auf ihre unheimlich süße Art lehnte sie sich vor und nahm den Bissen an, den er ihr anbot, genoss ihn wieder sichtlich, und man sah, wie glücklich sie war, während sie wieder zurück sank und ihm sagte, wie gut es schmeckte. Nun ja, das hier war ihre Eisdiele... aber es freute ihn schon, immerhin wollte er sie glücklich sehen. Sie wurde leicht rot, erinnerte ihn wieder an sich selbst, wie sie so schüchtern war und gleichzeitig so anhänglich. Als wären sie füreinander bestimmt gewesen... vielleicht waren sie das. Das würde erklären, warum sie ihn mochte. Zufrieden mit diesem Gedanken ließ er sich den letzten Rest ihres Eises anbieten und nahm ihn auch dankend an, lehnte sich vor, um ihren Löffel in den Mund zu nehmen und es zu genießen. Ihr Eis war nicht weniger fantastisch als seines, und als er sich wieder zurücklehnte, lächelte er sie breit an. Du machst das schon ganz toll, Kohana, meinte er zufrieden. Du bist eine tolle Freundin! Ich bin ja selbst auch noch nicht so erfahren, also ist es nicht so schlimm, wenn du einen Fehler machst... wir lernen beide noch, richtig? Ja, das war richtig so. Er war ja nicht besser als der Engel vor ihm... egal unter welchen Umständen, das wäre unvorstellbar. Sie befanden sich beide in ihrer ersten richtigen Beziehung, da musste man kleine Fehler verzeihen. Und diesem wundervollen Geschöpf mit dem langen, blauen Haar würde er auch in der tausendsten Beziehung noch jeden Anfängerfehler verzeihen...
Jetzt hatte sie ihm aber den letzten Rest von ihrem Eis gegeben, und er hatte noch ein ganzes Stück vor sich; das ging so natürlich auch nicht. Als guter Freund musste er etwas dagegen tun, also stand er auf, mit einem einfachen Warte kurz. Der Grünschopf nahm seinen Stuhl und umrundete den Tisch, um ihn direkt neben den von Kohana zu stellen, dann schob er ihren leeren Eisbecher weg und zog stattdessen seinen an die Stelle, an der er eben gestanden hatte. Siehst du, jetzt können wir beide gut davon essen, meinte er, während er sich wieder setzte, diesmal ganz dicht an ihrer Seite. Er war ganz schön warm, daher konnte es durchaus sein, dass das Mädchen gerade seine Körperwärme spürte. Kabuto lächelte sie schüchtern an und deutete auf den Eisbecher: Bedien dich. Dann stockte er jedoch kurz, so aus dem Profil fiel ihm wieder etwas auf. Das Grünhaar streckte vorsichtig seine Hand aus und legte sie sanft an Kohanas Wange, um mit dem Daumen endlich das süße, aber sicher klebrige Eis von ihrer zarten Haut zu wischen. So etwas brauchte sie gar nicht, um niedlich auszusehen...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:49

Da war ihr letzter Rest Eis wohl im Begriff verzehrt zu werden. Nicht ein einziger wehleider Blick der Magierin war auf das Eis gerichtet. Dazu war sie doch zu verlegen, weil sie nicht eine Sekunde daran gedacht hatte, dass sie sich als Kabutos feste Freundin mehr um ihn sorgen musste. Deshalb versuchte sie es wieder zu richten. Die junge Frau war immer sehr eigensinnig mit den Dingen gewesen, die ihr am Herzen lagen, die sie gern hatte oder sie gönnte es einfach jemandem nicht. Kabuto hingegen bot sie ihren letzten Löffel Eis an, ohne auch nur einen kleinen Moment der köstlichen Speise auf dem silbern glänzenden Metallstück nachzutrauern. Doch als sie es aus Neugier doch wagte wieder aufzusehen, erblickte sie ein breites Grinsen im Gesicht des Jungen. Offenbar hatte ihm das Eis genauso zugesagt wie ihr selbst. Sie schmunzelte leicht, obwohl es sie nicht wirklich weniger verlegen machte, dass dieser Junge ihr gerade Mut zusprach und ihr erklärte, dass sie sich keine Gedanken darum machen müsste etwas falsch zu machen. Als er seine eigenen Worte in Frage stellte, nickte Kohana nur stumm und lächelte leicht vor sich hin. Es war mit Sicherheit ganz gut, dass sie alle beide keine Erfahrungen hatten, denn ansonsten würde er höhere Erwartungen an sie haben. Dass er einen Engel in ihr sah, konnte sie nicht ahnen. Vermutlich hätte sie ihn auch berichtigt, denn wenn man in den hübschen Kopf der Blauhaarigen blicken konnte, begriff man spätestens, dass sie absolut keine Heilige war. Bisher hatte sie nichts verbrochen, doch das Potential, das nach wie vor in ihr schlummerte, war gefährlich… Aber nun war es so, als hätte jemand das Ganze für den Moment völlig verschlossen. Stattdessen blickte sie mit ihren niedlichen, rötlichen Wangen in die Richtung des Jungen und lächelte leicht verträumt über ihre dummen Anfängerfehler. Sie würde schon irgendwie eine richtig gute Freundin werden! Das war ihr Ziel!
Ein wenig neugierig blickte sie auf und beobachtete, was der Junge anstellte, nachdem er sie aufgefordert hatte auf sie zu warten. Verdutzt sah sie zu, wie er den Stuhl nahm und zu ihr hin rückte. Dass er all diese Dinge tun konnte, ohne sich dabei komisch zu fühlen, bewunderte Kohana irgendwie. So selbstsicher sie auch wirken konnte, in solchen Situationen würde sie einfach untergehen. Er tauschte die Eisbecher aus, als wäre absolut nichts dabei und erlaubte ihr davon zu essen. Ein wenig ungläubig blickte die junge Frau ihn an. Er wollte das tatsächlich teilen? Mit ihr? Alles? Das war weit mehr Großzügigkeit, als die Magierin bisher überhaupt erlebt hatte. Sicher hatte das viel damit zu tun, dass sie abgeschottet von der Gesellschaft aufgewachsen war und nur wenige Menschen ihr überhaupt in ihrem Leben unter die Arme gegriffen hatten, aber dennoch… Für Kohana war es eine unglaubliche Geste etwas zu teilen, was man selbst genoss. Obwohl es auch ein angenehmes Gefühl gewesen war ihr Eis mit ihm zu teilen. Es gab einem eine ganz besondere Art von Befriedigung… Man fühlte sich, als hätte man sich selbst damit mehr Gutes getan als dem anderen. War das sein Antrieb? Während sie trotz seines mehr als eindeutigen Angebots regungslos vor dem Becher saß und die Hände auf ihren Schoß gelegt hatte, dachte sie darüber nach, ob sie es tatsächlich wagen konnte einfach an sein Essen zu gehen. Kohana war es nicht gewohnt, dass sie etwas bekam ohne etwas dafür getan zu haben. Das war so uneigennützig… Oder nicht? Aber seine warme Hand an ihrer Wange erweckte sie aus ihrer Starre. Der gesenkte Kopf fuhr ein Stück nach oben und wandte sich seiner Richtung zu. Mit einem etwas merkwürdigen Gesichtsausdruck starrten die großen, blauen Augen in die des Jungen. Für ihn schien das alles so selbstverständlich… Und Kohana war nur die etwas steife und ruppige Art einer alten Drachendame gewohnt. Sie dachte, dass Kyrona das edelste und netteste Wesen dieser Welt gewesen war. Doch nach so kurzer Zeit mit einem noch so fremden Menschen, auf den sie sich mit Sicherheit im Leben nicht eingelassen hätte, wenn sie nicht etwas von ihm erwartet hätte, waren ihre Gedanken völlig durcheinander und kaum unter Kontrolle zu bringen. Mit leicht geöffnetem Mund blickte sie ihm tief in die Augen und brachte es nicht über sich die Worte zu artikulieren, die in ihrem Kopf herum schwebten. Es sah fast so aus, als wollte sie etwas sagen, nur kam kein Ton heraus. Dann wandte sie sich hastig ab, schnappte mit einer Hand rasch die des Magiers und mit der anderen eroberte sie ihren Löffel zurück. „D-Danke…“, stammelte sie und traute sich ein erstes Bisschen von seinem Eis zu nehmen. Doch seine Hand ließ sie nicht los…
Was in diesem Moment passiert war? Das war dieser Moment, wenn der Kopf aussetzte und stattdessen bisher unbekannte Botenstoffe im Körper eines Menschen etwas in Gang setzten, was sonst nur die Gedanken schafften. Vielleicht würde ein kleiner, gutherziger Junge nicht die kaputte Gefühlswelt eines gebrochenen Mädchens heilen, aber er konnte dabei helfen ihrem absurden Weltbild zumindest einen Schubs in die richtige Richtung zu geben. Möglicherweise waren nicht die Drachenfähigkeiten das, was die Dragonslayer so interessant machte, sondern genau das, was sie von den großen Bestien unterschied… Hatte sie falsche Schritte zum richtigen Ziel hin gesetzt? Magie war scheinbar nicht etwas, was sich nur mit Zaubern befasste, sondern auch ein Gefühl, welches nur die simple Menschlichkeit auslösen könnte…
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:49

Kohana reagierte ziemlich stark auf die simple Berührung ihrer Wange... mit einem Mal zuckte ihr Kopf hoch und sie sah ihn an, als wüsste sie gar nicht, was gerade los war. Er konnte nicht anders, als unter ihrem Blick leicht rot zu werden; hatte er es mit dieser Geste übertrieben? Eigentlich hatte Kabuto ihr doch nur das Eis von der Wange wischen wollen, doch natürlich würde sie seltsam reagieren, wenn er sie plötzlich einfach anfasste, noch dazu an einer so intimen Stelle wie ihrem Gesicht, und das, ohne auch nur ein Wort zu sagen... Er hätte es wenigstens ankündigen müssen! Das hatte das schüchterne Mädchen sicher verschreckt...
Gerade wollte er seine Hand wieder zurückziehen, als Kohana unerwartet danach griff... und ihm dankte. Wo es eben noch sie gewesen war, die kein Wort herausbekommen hatte, war nun er der Sprachlose; wofür bedankte sie sich nun? Dass sie von seinem Eis essen durfte? Dass er ihre Wange sauber gemacht hatte? Vielleicht dafür, dass er jetzt direkt neben ihr saß? All das war doch kaum der Rede wert. Das Eis hätte er ohne sie nie kennengelernt, ihre Wange zu berühren war Belohnung genug, und was Letzteres anging... es war ihm völlig egal, was all die Leute hier dachten. Zum ersten Mal in seinem Leben war es Kabuto egal, was für einen Eindruck er machte; er wollte nur Kohana glücklich sehen und bei ihr sein, und wenn er beides tun konnte, indem er einen Stuhl verschob, dann würde er das auf jeden Fall machen. Irgendwie kam ihm der Dank unverdient vor... aber seltsamerweise – eigentlich sollte das normal sein, doch für den Kyofu war es wirklich außergewöhnlich – kam es ihm nicht so vor, als wäre er ihren Dank nicht wert. Irgendwie hatte sich das Gefühl verzogen, dass es selbstverständlich war, dass er alles tat, was er konnte, und dass er sich entschuldigen musste, wenn etwas nicht ganz klappte – es war, als wäre er in seiner eigenen Sicht nicht länger der einzige Mensch zweiter Klasse, der auf der Welt existierte, sondern als wäre er tatsächlich so viel wert wie jeder andere auch. Das musste er sein, sonst würde sich Kohana ja noch weiter unter Wert verkaufen als ohnehin, und da sie wirklich solide Gründe hatte, ihn für das zu mögen, was er war... konnte es doch sein, dass er es wirklich irgendwie verdient hatte. Also war er doch nicht so nutzlos, wie er immer gedacht hatte... Vielleicht lag es daran, dass er es die letzten paar Minuten geschafft hatte, so gut wie gar nicht zu stottern. Vielleicht schenkte Kohanas Gegenwart ihm etwas Selbstvertrauen...

Das Mädchen begann nun damit, sein Eis zu essen... doch sie ließ seine Hand nicht los. Ein paar Momente lang betrachtete Kabuto seine rechte Hand, wie sie von den kühlen Fingern der Dragonslayerin umschlossen wurde, ehe sich die Röte auf seinen Wangen wieder leicht legte und er sie anlächelte. Gut, halten wir Händchen, meinte der Grünschopf, durchaus nicht unzufrieden, und drehte seine Hand leicht in ihrem Griff, sodass er diesen erwidern konnte. Es war immerhin kein richtiges Händchenhalten, wenn nur sie ihn festhielt. Dass er nun seinen Löffel mit der linken Hand nehmen musste, war schon in Ordnung, trotz seinem geringen Geschick sollte er fähig sein, mit links zu essen... auch, wenn seine Geschwindigkeit sich nochmal ein wenig verringerte. Andererseits bedeutete das, es blieb mehr von dem Eis für Kohana... und dieser Gedanke verbreiterte das Lächeln des Jungen noch einmal. Was Kohana glücklich machte, das machte auch ihn glücklich...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:52

Wenn man sie so betrachtete, wurde ziemlich klar, dass das naive Mädchen leicht zu beeinflussen war. Gerade wenn es um Eis ging, war sie sehr berechenbar. Bisher war es eigentlich immer auf eine Eisdiele hinausgelaufen, wenn Kohana irgendjemand etwas Gutes tun wollte. Doch das störte sie nicht im Geringsten, denn das war wohl mit Abstand das Beste, was ihr passieren konnte! Zumindest gab es für die Magierin kaum Dinge, die ihr mehr bedeuteten als süßes Speiseeis. Vielleicht einige wenige, doch die vergaß sie schnell mal, wenn man ihr diese Köstlichkeit vor die Nase setzte…
Kabuto jedenfalls schien davon angetan zu sein, dass sie seine Hand genommen hatte. Zumindest wehrte er sich nicht absolut dagegen, sondern ließ es über sich ergehen. Dass er zunächst sprachlos deswegen war, wurde Kohana gar nicht so bewusst. Während sie schon glücklich lächelnd mit ihrer freien Hand im Eis herum löffelte, schien der Junge wieder etwas aufzutauen. Dass er deutlich selbstbewusster war, wie als sie sich vor nicht allzu langer Zeit getroffen hatten, war ihnen sicher beiden aufgefallen. Es war allerdings angenehmer für Kohana, denn sie selbst war in der Regel gar nicht mal so zurückhaltend. Seine Hand war so warm im Vergleich zu ihrer eigenen. Generell war das ein gutes Gefühl für die Magierin. Es zauberte ein Lächeln auf die Lippen, dass er dieses angenehme Maß an Körperkontakt offenbar auch so empfand. Sie fühlte sich sicherer und akzeptiert, obwohl sie so viele Fehler hatte oder viele Dinge falsch machte, weil sie keinen Schimmer hatte. Allgemein strahlte der Junge eine auffällige Wärme aus, die sie als angenehm empfand. Wieso er so warm war, wurde ihr nicht wirklich klar, aber sie ging davon aus, dass Menschen so waren. Sie wusste, dass ihr eigener Körper kälter war als die der meisten anderen Menschen und so war ihr auch bewusst, dass andere wärmer waren. Kabuto war da vergleichsweise vermutlich sogar ungewöhnlich warm im Moment, aber Kohana bemerkte dies nicht einmal…
Nach einem kurzen Moment drehte Kabuto seine Hand, sodass er auch die ihre hielt und sprach laut das aus, was für Kohana unmöglich auszusprechen gewesen wäre. Das war viel zu peinlich! Nicht, dass es nicht ganz süß war das zu hören, aber für die Magierin wäre das nicht in Frage gekommen. Sie erstarrte kurz, als er dies so begeistert aussprach und nickte dann verlegen. Die Magierin genoss diese naive Ehrlichkeit des Jungen. Es war genau das, was ihn so ausmachte. Dass er so direkt und selbstsicher diese Dinge ansprach, faszinierte sie. Davon, dass sie ihn damit behinderte und ihn somit dazu zwang mit der falschen Hand zu essen, merkte sie zunächst nicht allzu viel. Sie freute sich viel zu sehr über diese Situation…
Kohana aß also weiter, merkte aber nach einer Weile, dass sie dies deutlich schneller tat als sie. Einen Moment lang beobachtete sie aus dem Augenwinkel heraus die Bewegungen des Jungen und ihr fiel auf was nicht stimmte. Ohne zu zögern oder darüber nachzudenken, nahm sie einen Löffel voll Eis und hielt ihm dies entgegen. Zwar erinnerte sie sich daran, dass es ihr peinlich gewesen war dies von ihm anzunehmen, doch verkraftete sie das nun. Immerhin wollte sie ihm ja nicht alles wegessen, da es doch sein Eis war. Und wenn sie ihn durch das Halten seiner Hand behinderte, dann musste sie ihm eben irgendwie anders helfen! Bald war die Sache sowieso gegessen! … Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber dennoch verzichtete sie lieber, als ihm etwas wegzunehmen. Sie war ja nun seine Freundin und wollte sich ganz stark anstrengen, um alles richtig zu machen! Selbst wenn das bedeutete ihre eigenen Wünsche hinten anzustellen, war es in diesem Fall erstaunlich in Ordnung…
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:53

Man konnte nicht wirklich sagen, dass Kabuto sich daran störte, dass er sein Eis jetzt nicht so richtig genießen konnte... Er genoss stattdessen etwas anderes, das noch viel schöner war. Kohana machte keine Anstalten, seine Hand wieder loszulassen, und das machte ihn glücklicher, als alles Naschwerk dieser Welt es jemals gekonnt hätte. Aber das Mädchen war viel zu rücksichtsvoll, als dass sie ihm nur das zugestehen würde; sie bemerkte, dass er so seine Schwierigkeiten hatte, mit links zu essen, und war so unglaublich süß und lieb, ihm wieder einen Löffel voll leckeren Eises zu geben. Zufrieden nahm er den Löffel in den Mund, ließ sich füttern von seiner Freundin, mit einem fröhlichen Lächeln auf seinen Lippen. V-vielen Dank, Kohana, fügte er an, als er das Eis geschluckt hatte, spürte, wie er noch etwas wärmer wurde, anstatt abzukühlen. Sein Griff um ihr Händchen wurde ein wenig fester, während er zur Seite blinke, noch immer dieses verlegene, aber alles andere als unglückliche Lächeln auf den Lippen. Dass sie sich so lieb um ihn kümmerte... er wusste gar nicht, was er noch sagen könnte. Ähm... i-ich hoffe, es schmeckt dir so sehr wie mir! Ja, etwas in der Richtung passte doch relativ gut in die Stimmung des Augenblicks. Und mit diesem Wissen konnten beide auch mit hoffentlich reinem Gewissen weiter essen, ohne die Hand des anderen loslassen zu müssen...

Aber auch dieses Eis musste irgendwann zur Neige gehen, und überraschend schnell lockten die beiden leeren Becher ihren Kellner wieder an, fragte, ob die beiden noch etwas wollten. Ah... N-nein danke!, antwortete der Grünschopf vielleicht etwas zu hastig, aber er wusste, dass er ohnehin schon zu viel Geld ausgab, als dass sein Onkel es akzeptieren würde. Außerdem, und daran hatte er bis eben noch gar nicht gedacht, wusste er auch gar nicht, ob er genug Geld dabei hatte. Eigentlich hatte er nur etwas mehr bekommen, als er für die Einkäufe und die Fahrt hin und zurück brauchte, dementsprechend war es Glück, wenn er jetzt überhaupt genug hatte, um die zwei Eisbecher zu bezahlen... er konnte nicht riskieren, dass mehr bestellt wurde und er dann Kohana um Geld bitten musste. Immerhin hatte er versprochen, das hier zu übernehmen...
Könnte ich... bitte die Rechnung bekommen?, fragte er also, was schnell bejaht wurde, dann verschwand der Mann mit den leeren Eisbechern und zog sich zurück. Kabuto atmete erleichtert auf, dass das alles so glatt gelaufen war, traute sich allerdings nicht, Kohana anzusehen... er musste gerade einen ziemlich jämmerlichen Eindruck gemacht haben, vermutlich wirkte er sogar geizig. Aber was hätte er denn sonst tun sollen?
Es dauerte aber wirklich nicht lange, bis die Rechnung dann endlich kam, und sie war überraschend günstig... Leicht lächelnd ließ der Kyofu die Hand seiner Freundin los und nahm seinen Geldbeutel hervor, öffnete ihn, blickte hinein... und erstarrte. Seine Lippen trennten sich leicht voneinander, und sein Gesichtsausdruck wechselte zu etwas, das irgendwo zwischen verzweifelt und vor Peinlichkeit verzogen lag. Einige Momente lang blieb er in dieser Starre, bis er die vertraute Stimme der Bedienung hörte: „Stimmt etwas nicht, der Herr?“ Sofort zogen sich die Pupillen des Jungen zusammen, dann richtete er seinen Rücken wieder gerade und brachte ein gequältes Lächeln auf sein Gesicht. A-a-ah, n-nein, keine S-Sorge. H-h-hier!, rief er aus und gab dem Kellner nicht nur das Geld für das Eis, sondern auch ein kleines Trinkgeld. Nur für die Fahrt nach Hause würde er jetzt nicht mehr bezahlen können... Aber hey, ein Stückchen laufen war ja auch okay. Auch wenn das Stückchen der Weg zwischen Hosenka und Magnolia Town war...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:54

War das nicht niedlich? Zwei so süße Teenager in der Blüte ihrer Jugend, die endlich zu ihrem passenden Partner gefunden hatten… Auch wenn nur einer der beiden ihre Situation so realistisch betrachtete, da die andere Person noch nicht einmal begriffen hatte in welche Situation sie sich gebracht hatte, war es doch recht eindeutig in welcher Art Beziehung sie sich befanden. Daran würde mit Sicherheit niemand zweifeln und selbst Kohana, die ja nicht wusste welche Art von Freundin sie für Kabuto darstellte, war doch mit der Situation sehr zufrieden. Diese ganze Freundschaftssache war doch angenehmer als sie es sich vorgestellt hatte. Und auch der Umgang untereinander, den sie sich irgendwie unangenehm vorgestellt hatte, weil es sicher mit Körperkontakt und all diesen Dingen zu tun hatte, von denen sie keine Ahnung hatte, erwies sich als deutlich einfacher, weil Kabuto viel Rücksicht zu nehmen schien. Entweder das oder er war wirklich so gutmütig, dass ihn all das nicht im Geringsten störte. Für ihre kleine Hilfe bedankte er sich jedenfalls, obwohl sie ja eigentlich überhaupt erst Schuld daran gewesen war, weil sie ihn ja behindert hatte, indem sie darauf bestand seine Hand zu halten. Doch wieder einmal schien er sich daran nicht stören zu  lassen. Wenn hier jemand der Engel war, dann wohl er, da er sie einfach so schräg annahm, wie sie eben war… Er versuchte sogar immer wieder Gespräch, trotz aller Peinlichkeit, immer wieder am Laufen zu halten und Kohana nickte nur stumm, weil sie das Ganze doch irgendwie noch sehr beschämte. Aber die ganze Zeit hatte die junge Magierin ein glückliches Lächeln auf den Lippen. Wie könnte es auch anders sein?
Als sie fertig waren, kam der Kellner wie aus einer Lauerposition herausgeschossen und fragte sie, noch bevor Kohana dazu kam ihren Löffel niederzulegen, ob sie noch etwas haben wollten. Im Leben wäre die Magierin nicht darauf gekommen einfach ja zu sagen, wenn er sie doch eingeladen hatte. Stattdessen blickte sie fragend zu ihm. Definitiv hatte sie keinen Hunger mehr, da sie mehr als genug Eis selbst gegessen und von ihm stibitzt hatte. Aber es konnte ja sein, dass der Magier nun noch Hunger hatte, weil sie ihm ja alles wegaß. Allerdings reagierte er flink und sagte dem Kellner, dass sie nichts mehr wünschten. Schade eigentlich… Nicht, dass sie unbedingt noch etwas gewollt hätte, aber das bedeutete wohl, dass die beiden bald wieder getrennte Wege gehen würden. Er schien es jedoch dann sehr eilig zu haben, was die Magierin etwas traurig stimmte. Nachdem sie sich so angenehm unterhalten hatte, wollte er so schnell verschwinden? Hatte sie etwas falsch gemacht? Ihr Blick fiel auf die Tischplatte, während sie schweigsam hörte, wie er direkt die Rechnung anforderte. Ob sie irgendwo zu weit gegangen war? Sie sah auch, dass er gar nicht mehr in ihre Richtung sah. Nun fühlte sie sich schlagartig richtig niedergeschlagen… Seine warme Hand ließ die ihre los und wühlte in seinem Portmonee herum. Erst als der Kellner fragte, ob mit ihm irgendetwas nicht stimmte, blickte Kohana auf und sah seinen Gesichtsausdruck. Dann begann all das Sinn zu machen. Warum er so eilig darauf bestanden hatte zu zahlen… Weshalb er sie nicht angesehen hatte… Wieso er nun so merkwürdig aussah… War er etwa knapp bei Kasse? Er hatte ja zuvor schon einen Einkauf getätigt. Da lag das schon irgendwie nahe. Und wenn man die Verzweiflung in seinem Gesicht sah, konnte sogar Kohana ahnen was da los war. Nach kurzem Zögern gab er jedoch das Geld heraus, sogar etwas Trinkgeld war dabei gewesen. Wieso tat er das? Nur wegen seinem Versprechen? Er war doch ein absolut guter Kerl, von oben bis unten… Sie lächelte und beobachtete wie der Kellner sich zurückzog. Als er weg war, beugte sie sich zu ihm hinüber und flüsterte: „War es doch zu teuer? Wenn du willst, gebe ich es dir wieder… Oder… Ich leihe dir etwas…“ Sie grinste bis über beide Ohren. „Dann hast du wenigstens einen Grund mich wieder zu besuchen.“ Wenn es etwas gab, was sie unbedingt sicher stellen wollte, dann das. Doch Kabuto war stolz… Würde er das mitmachen?
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 22:59

Kabuto war sichtbar erleichtert, als der Kellner sich wieder von ihrem Platz entfernte; es hatte alles gut funktioniert und offenbar hatte man nicht bemerkt, dass er so seine Probleme mit dem Geld besaß, das er eben ausgegeben hatte. Immerhin: Jetzt konnte er sich zwar kein Ticket mehr leisten, um nach Hause zu fahren, aber das wiederum bedeutete, dass er sogar mit etwas mehr Restgeld als geplant daheim aufschlagen konnte. Es würde zwar sehr, sehr, sehr lange dauern, mit dem viel zu schweren Rucksack auf seinen Schultern, aber wenigstens musste er seinem Onkel nicht beichten, dass er ein, nein, sogar zwei Eis gekauft hatte. Das war schon ein kleiner Sieg...
Als er dann jedoch merkte, wie Kohana sich näher zu ihm heran beugte, wurde schnell klar, dass es ihm ganz und gar nicht möglich gewesen war, sein leeres Portemonnaie zu verbergen... vermutlich lag es daran, dass Kohana einfach einen Draht zu ihm hatte, denn er hatte ja nun wirklich gut genug geschauspielert, um damit durchzukommen. Sie wirkte aber nicht sauer oder enttäuscht aufgrund seiner geringen Menge an Jewel oder der Unsicherheit beim Bezahlen, also war wohl noch alles in Ordnung... oder zumindest fast alles. Sie wollte ihm Geld leihen? Das konnte er unmöglich annehmen. Er hatte doch darauf bestanden, das hier zu bezahlen, außerdem würde sein Onkel nicht gut darauf reagieren, wenn irgendwann plötzlich Geld verschwand, weil er es ja an Kohana zurückzahlen musste. Er wandte sich ihr zu und stand schon kurz davor, zu verneinen, als sie ein entscheidendes Argument einbrachte: „Dann hast du wenigstens einen Grund mich wieder zu besuchen.“

Kabutos Augen weiteten sich, seine Pupillen zogen sich zusammen, während er sie anblickte, als hätte er einen Geist vor sich. Meinte sie das ernst? Wie konnte sie diese Worte aussprechen und ihn dabei so ehrlich angrinsen? Aus Erfahrung könnte man nun annehmen, dass es darum ging, dass sie ihn wiedersehen wollte, was er nicht glauben konnte oder nicht erwartet hätte, oder dass ihn die Ehrlichkeit in diesen Worten einfach wieder überrumpelte, doch dieses Mal war das nicht der Fall. Es war etwas anderes, das den Jungen tief traf, etwas, von dem er gedacht hätte, dass es ihr inzwischen verständlich genug sei, doch offenbar hatte er es noch immer nicht geschafft, ihr zu verdeutlichen, woran ihm wirklich etwas lag... Er legte ihr also die Hände an die Schultern und sah ihr mit ernstem Ausdruck tief in die Augen. Kohana!, begann er, und seine Stimme zitterte nicht einmal. Ich... ich habe einen Grund, dich wieder zu besuchen. Der Grund ist, dass ich, wenn ich dich besuche, dich sehen kann! Du bist doch nicht nur meine erste feste Freundin... du bist ein wundervoller Mensch, und wenn ich könnte, würde ich für immer bei dir bleiben! Ich gehe, weil ich gehen muss, und ich komme auf jeden Fall bald wieder zurück... dafür braucht es kein Geld, keine Verpflichtung oder sonst irgendetwas. Alles, was ich brauche, bist du... An dieser Stelle endete seine kurze Rede, doch er blieb noch ein paar Sekunden in Stellung... dann wurde er schlagartig knallrot. Oh, das hatte gar nicht so klingen sollen. Er hatte ihr nur sagen wollen, dass sie es war, die ihm wichtig war, und er auch so zu ihr kommen würde, aber irgendwie war daraus etwas total Kitschiges und Lächerliches geworden... Vorsichtig, als könnte er das Mädchen vor ihm dadurch verletzen, zog er die Hände zurück und blickte zur Seite, ohne groß zu wissen, was er nun tun sollte. Ähm... ah... i-i-..., stotterte er, hielt dann jedoch den Mund geschlossen und atmete tief durch die Nase durch, um sich wieder ein wenig zu beruhigen. Ganz ruhig, ganz ruhig, sie würde ihn schon nicht so einfach aufgeben...
Irgendwie schaffte er es tatsächlich, sich wieder ein wenig zu zügeln, dann lächelte er schüchtern – er schaffte es, ungefähr in ihre Richtung, aber natürlich nicht in ihr Gesicht zu sehen. A-also... d-du musst mir w-wirklich ke-kein Geld leihen, K-Kohana...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 23:04

War es ihr ernst gewesen? Hatte Kohana das wirklich so gemeint? Die Magierin hatte ihm gerade angeboten ihm Geld zu leihen und nahm als Vorwand die Tatsache, dass er sie dann ja wieder besuchen musste. Die Frage danach, ob das ernst gemeint war, war schwer zu beantworten. Auf der einen Seite fürchtete Kohana den Jungen trotz allem nicht wiederzusehen, da sie immer Angst davor hatte verlassen zu werden und ihn aber unbedingt treffen wollte. Deshalb dachte ein Teil von ihr, dass es sicher nicht zu ihrem Nachteil wäre ihm etwas mitzugeben, für das er sich noch Revanchieren musste. Außerdem hatte sie es gut gemeint. Sicher hatte er noch eine lange Reise vor sich, im Gegensatz zu ihr, die ja hier wohnte, bis er wieder zu Hause war. Und wenn er nun schon knapp bei Kasse war, hatte er vielleicht nichts mehr zum Essen bis dorthin oder so. Das konnte sie auch nicht so stehen lassen. Auf der anderen Seite hatte die Magierin es auch im Spaß gesagt. Es war sicher für die meisten Menschen schwierig Geld von anderen anzunehmen, weil es an ihrem Stolz kratzte. Mit diesem Vorwand wollte sie es ihm ein Stück weit auch leichter machen Geld anzunehmen. Aber wie viel Gewicht nun jeder dieser Punkte hatte, war schwer zu sagen… Eines war jedoch sicher: Sie meinte ihr Angebot ernst und würde es nicht zurückziehen. Kohana war nicht knapp bei Kasse und für jemanden, der so gut zu ihr war, konnte sie es verkraften etwas von ihrem Geld abzugeben. Sie würde es ihm sogar schenken, würde sie nicht ahnen, dass er das noch weniger annehmen könnte…
Der Blick, den sie nun aber dafür kassierte, war ein bisschen erschreckend. Mit weit aufgerissenen Augen sah er sie an. Ungefähr so, wie ein Reh in die Scheinwerfer eines Zugs starrte. Ihr Grinsen war noch nicht gewichen bis jetzt, doch als sie diesen Ausdruck sah, verminderte es sich schon. Hatte sie etwas Falsches gesagt? Wirklich? Er sah sie so komisch an. Ob er wütend war? Kohana konnte die Mimik anderer Leute ganz schwer einschätzen, weil sie ja mit ihrer eigenen so spielte. Deshalb war es für sie nicht wirklich leicht das zu deuten, obwohl sie auch sah, dass es ihn offenbar verstörte. Sie wollte danach fragen, traute sich aber nicht wirklich, weshalb sie kurz inne hielt. Dann legten sich allerdings schon seine Hände auf ihre Schultern und er wirkte plötzlich deutlich strenger und direkter. Auch weniger Unsicherheit war in der Stimme des Jungen zu hören und sie traute sich gar nicht etwas zu sagen. Als er ihren Namen sagte, zuckte sie etwas zusammen und starrte auf seine Lippen, während er sprach, weil seine Augen sie gerade einschüchterten. Doch kaum begann er wirklich zu sprechen, rutschte der Blick der Magierin immer weiter nach unten, während ihr Gesicht sich erneut rötlich färbte. Für Kohana war es übrigens nicht allzu leicht rote Farbe anzunehmen, da ihre Haut ja so kalt und blass war. Kabuto schaffte da eine Meisterleistung sie ständig so sehr aus dem Konzept zu bringen. Und das tat er noch, als wäre es das Natürlichste der Welt! Sie war ein wundervoller Mensch und er wollte für immer bei ihr bleiben? Er versprach sie bald wieder zu besuchen und der letzte Satz war die absolute Höhe. Etwas so Kitschiges hatte sie bisher niemanden sagen können, aber in dem Fall berührte es sie ziemlich. Sie fürchtete stets, dass man sie allein ließ, so wie ihr Vater es getan hatte und genau dagegen ging Kabuto scheinbar gezielt vor. Er ließ sie los, während sie beschämt auf die Tischplatte sah und gar nicht merkte, dass er ebenso verlegen wurde wie sie. Er setzte dazu an etwas zu sagen, hörte dann aber auf… Und zu guter Letzt sagte er, dass er kein Geld von ihr wollte. Nein, das sagte er nicht. Er sagte, dass sie nicht musste. Und wenn sie aber wollte?
Ihre Scham verflog wieder, als sie aufblickte und ihm mit einem Lächeln ins Gesicht strahlte. „D-Das war eigentlich n-nicht so ernst gemeint…“, erklärte sie mit einem verlegenen Lächeln. Er sollte sich nicht schlecht fühlen deswegen und auch nicht glauben, dass sie ihm nicht traute. Dann kratzte sie sich grinsend an der Wange. „Aber das ist sehr lieb von dir…“ Und deutlich leiser kam hinzu: „D-Danke…“ Dann wurde ihre Miene ein wenig strenger und sie zog aus ihrer Hosentasche eine schmale Geldtasche, bevor sie ihm den mahnenden, erhobenen Zeigefinger zeigte. „Trotzdem funktioniert das so nicht, wenn nur du etwas für mich tust! Als deine Freundin muss ich auf dich achten! Du hast Recht. Ich muss dir kein Geld geben, aber ich bestehe darauf, weil ich will, dass es dir gut geht, wenn ich nicht da bin.“ Dann suchte sie ein wenig Geld heraus und hielt es ihm entgegen. „Du musst es mir nicht wiedergeben, kannst es aber, wenn du möchtest. Mir ist es nur wichtig, dass es dir gut geht und dass du bald wiederkommen kannst, okay?“ Erwartungsvoll sah sie ihn an. Nun wurde es sicher schwierig für Kabuto: Wollte er ihr einen Gefallen tun, müsste er das Geld annehmen, aber das wollte er doch nicht, weil er sich nichts von ihr leihen wollte. Nicht einfach, oder? Kohana würde ihm das schon noch ausreden, dass nur er gut zu ihr war. Wenn ihr jemand am Herzen lag, war sie schon ein sehr gutes Mädchen… Das würde er noch kennenlernen!
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 23:08

Solche Ausbrüche hielten bei Kabuto immer nur ein paar Sekunden an, doch das Nachbeben schien ewig zu bleiben, und so auch jetzt: Seine Rede mochte kurz und prägnant gewesen sein, doch er selbst war inzwischen wenig mehr als ein roter Kopf, der halbwegs richtige Sätze vorzubringen vermochte, und das würde erst einmal so bleiben, wenn es nicht etwas gab, dass ihn wieder aufbaute. Die Tatsache, dass er so stark auf etwas reagiert hatte, das laut Kohanas Aussage das Ganze nicht einmal ihr Ernst gewesen war, tat das jedenfalls nicht, im Gegenteil; was war er für ein schlechter Freund, wenn er wegen einem Scherz gleich so aus der Haut fuhr?
Dass sie es ihm allerdings nicht übel nahm, besserte die Lage etwas – nicht sehr, aber es entspannte dem Käfermagier doch sehr, zu wissen, dass er diesen Menschen nicht verlieren würde. Er wollte auf keinen Fall ohne sie sein müssen, denn auch, wenn sie sich erst kurz kannten, war sie doch immerhin seine erste feste Freundin, und schon allein deshalb hielt sie für immer einen besonderen Stand in seinem Leben. Dadurch, dass sie ihm verzieh, nahm sie ihm schon einmal einige Sorgen... ein guter Anfang.
Ihre nächsten Worte brachten den Kyofu allerdings endgültig dazu, den Kopf zu heben und sie erstaunt anzusehen. Sein Gesicht mochte noch immer glühen wie eine Kürbislaterne, aber er war nicht mehr so versunken in der Peinlichkeit des Moments, während er geduldig darauf wartete, dass das schönste Mädchen dieser Welt damit aufhörte, mit den schönsten Lippen dieser Welt Worte zu formen, die mit der schönsten Stimme dieser Welt erklangen. Als sie geendet hatte, war seine eigene Stimme kaum mehr als ein Flüstern: Du... willst...? Er sah sie immer noch etwas ungläubig an, doch sein Ausdruck hellte sich auf und er lächelte leicht. Eigentlich wollte der Kyofu wirklich kein Geld von ihr, auch, wenn er dann laufen musste, aber wenn es sie glücklich machte, ihm etwas zu geben, dann würde er annehmen. Er war sich ohnehin nicht sicher, ob er den ganzen Weg nach Hause mit diesem Rucksack überhaupt schaffen konnte... Also lächelte er sie an: O-okay. Wenn du mir wirklich etwas geben willst, dann nehme ich an. Wenn ich nicht Heim laufen muss, geht es mir auch sicher besser..., fügte er noch leise hinzu und senkte wieder leicht den Kopf, sein Lächeln ließ jedoch nicht nach. Er hatte wirklich die beste Freundin, die man sich nur wünschen konnte, ganz egal, was sie selbst über sich dachte. Wenn sie ihn nur so sehen könnte, wie er es tat, dann würde sie wissen, wie toll und liebenswert sie doch war... Er sah ihr wieder ins Gesicht und versuchte, möglichst sicher zu sprechen, immerhin war das, was er jetzt gleich sagte, ihm sehr wichtig: In Ordnung. Kohana, ich werde auf jeden Fall bald wiederkommen!
Jetzt würde er sie gern wieder umarmen, oder ihr wenigstens sanft durchs Haar streichen, vielleicht sogar den sanften Kuss, den sie vorhin auf seine Wange gepflanzt hatte, erwidern – selbstverständlich ebenfalls nicht auf die Lippen, als würde er das wagen. Er traute sich allerdings auch so absolut nicht, eine dieser drei Optionen wirklich wahrzunehmen, also seufzte er innerlich kurz, während die Szenarien vor seinem inneren Auge abliefen, und sprach sie dann wieder an. Der Grünschopf konnte seine Gefühle nicht direkt zeigen, aber immerhin konnte er sie formulieren. Weißt du, Kohana, wenn ich nicht bald wieder zuhause sein müsste, dann würde ich so gern bei dir bleiben... eigentlich will ich gar nicht weg. Und ich werde auf keinen Fall auch nur einen Moment länger als nötig an einem Ort bleiben, an dem du nicht bist, damit wir uns ganz bald wiedersehen... Versprochen! Oh, diese Szene könnte so romantisch sein, wenn er doch nur nicht so eine Angst davor hätte, Körperkontakt einzuleiten! Wenn sie nicht wieder eine Übersprungshandlung bei ihm auslöste, würde er sich kaum trauen, sie anzufassen...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 23:10

Wie amüsant doch eigentlich die Tatsache war, dass es bei Kohana genau an dem mangelte, was ihm so leicht fiel. Die Magierin hatte große Schwierigkeiten ihre Emotionen zu verbalisieren. Das hing damit zusammen, dass sie dies in ihrem Leben recht selten getan hatte. Natürlich hatte Kohana mit ihrem Vater nicht gerade wenig gesprochen, aber allzu persönlich wurde es zwischen dem Mädchen und dem Drachen nie, da dieser dem Ausdruck jeglicher Gefühle oftmals auswich. Zwar konnte sie ihre eigenen Gefühle verstehen und auch selbst ausdrücken, nur das mit Worten zu erklären, fiel ihr unheimlich schwer. Ebenso schwierig war es für die Magierin eine Emotion zu unterdrücken. Dahingehend war sie noch etwas kindlich, weshalb alles einfach aus ihr heraussprudelte. Ganz egal ob Hass, Freude oder sogar Trauer… Gerade war vermutlich Verlegenheit das Wort, mit dem man ihre Gefühle gerade beschreiben konnte. Ein bisschen Verlustangst spielte immer noch mit, aber da Kabuto erstaunlich gut mit Worten umgehen konnte, blendete sie dies ganz schnell aus.
Was sie von sich gegeben hatte, schien Kabuto ganz schön erschrocken zu haben. Zumindest sah er die Magierin an als hätte sie einer fremden Sprache mit ihm kommuniziert oder Ähnliches. Fast so, als könnte er gar nicht fassen was sie von sich gab. Es schien jedoch sein Ziel getroffen zu haben, denn der zunächst verwunderte Gesichtsausdruck hellte sich zunehmend auf und wurde zu einem strahlenden Lächeln. Erleichtert grinste Kohana ihn an und wartete geduldig ab, bis er ausgesprochen hatte. Was sagte er da? Er wäre sonst nach Hause gelaufen? Als Mitglied von Fairy Tail lebte er sicher in der Nähe von Magnolia… Kohana kannte sich nicht besonders gut mit Geografie aus, doch sogar ihr war bewusst, dass das eine Strecke war, die kein normaler Mensch gern zu Fuß zurücklegen wollte. Weshalb wollte er dann dieses Risiko eingehen? Nur um zu seinem Wort zu stehen und sie einzuladen? Ein wenig merkwürdig war das schon, auch wenn es sehr gutmütig war. Fast zu sehr… Kohana bekam ein schlechtes Gewissen, wenn sie daran dachte, dass er ohne ihr Angebot wirklich gelaufen wäre und das nur wegen ihr. Natürlich schmeichelte ihr der Gedanke auch, dass sie ihm so viel wert war, dass er sein Wort unbedingt halten wollte, aber wenn das der Preis war… Allerdings heiterten ihre Gedanken sich wieder auf, sobald Kabuto total selbstsicher verkündete, dass er sie definitiv wieder besuchen würde. Einen kurzen Moment herrschte Schweigen. Es war keine unangenehme Stille, aber Kohana schämte sich dennoch ein wenig. Sie überlegte genau was sie sagen sollte, weil sie ahnte, dass sie nicht ansatzweise so schöne Worte hervorbrachte wie er… Noch während sie darüber nachdachte, riss er sie aber erneut aus diesem Wirrwarr heraus und das Lächeln verschwand für einen Moment, weil es einem erstaunten Gesichtsausdruck weichen musste. Kabuto hatte ihr in der kurzen Zeit schon vieles nahe gebracht, was sie sich im Leben nicht hätte vorstellen können, doch das übertraf ihre Erwartungen. Sie blickte ihn fasziniert an, blinzelte einige Male und wusste gar nicht was sie erwidern sollte. Es war als würde etwas Fernes viel näher kommen, sodass sie es ergreifen konnte… Nur begreifen konnte sie diesen Zustand noch nicht so ganz. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Es war so ungewohnt, dass ihr gegenüber so völlig unbeeindruckt und ehrlich seine Gefühle für sie darstellte. Und dass sie jemand so mochte, war nicht weniger merkwürdig… Was sie dazu zu sagen hatte, wurde ihr auch nicht so ganz klar. Man konnte jedoch sicher sehen, dass sie sich viele Gedanken darüber machte, denn in ihrem Kopf arbeitete es gerade ordentlich. Wie konnte er so cool sein? Aber es gab etwas, was sie besser konnte als er! Das war ihr zwar gar nicht mal so bewusst, aber genau das würde sie nun nutzen. Noch ein Stückchen näher rückte sie an den Jungen heran. Allzu viel traute sie sich nicht, weil sie doch etwas eingeschüchtert war, aber es reichte, um ihren Kopf auf seine Schulter zu legen und für einen Moment die Augen zu schließen. Genau das hatte sie auch bei dem Drachen immer getan und das spiegelte ein ziemlich großes Vertrauen wieder. Gerade für jemanden, der so paranoid wie Kohana ist, war es schon immer schwer seine Sicherheit aufzugeben. „Danke…“, hauchte sie leise, wobei diese Lautstärke bei der Nähe sicher sowieso ausreichen würde. Schon wieder ein Dank, weil ihr sonst nichts einfiel, was sie zu all diesen Worten hätte sagen können. Zu beeindruckt war sie von dem, was er von sich gegeben hatte und sie selbst war nicht in der Lage so schöne Worte hervor zu bringen. Und für den Moment war es völlig egal, dass sie so viel kälter war als er, denn durch seine Wärme fiel ihr gar nicht auf, dass sie anders war. Es war angenehm, aber für einen Dragonslayer zählten sicher weit mehr Punkte als nur das. Kaum sichtbar bewegte sich die Nasenspitze des Mädchens einige Male, als der hervorragende Geruchssinn des Drachenkindes sich den Duft des Jungen einprägte. Das war sicher einer dieser, die sich in den Kopf des Mädchens einbrennen würden und zwar verbunden mit etwas Positivem. Also ein guter Geruch! Sie würde ihn nun sicher überall wiederfinden… Ob ihm bewusst war worauf er sich einließ? Irgendwann würde sie ihm sagen müssen, dass sie nicht der Engel war, den er hinter ihrer süßen Fassade vermutete. Fürs Erste hatte das jedoch Zeit. Früh genug würde er merken, dass sie kein normales Mädchen war. Aber was viel interessanter war: Wie würde Kabuto wohl mit dieser Situation umgehen? Kohana ungeschützt und unterwürfig. Der richtige Moment um zu zuschlagen! … Wie auch immer er das gern wollte.
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 23:11

Kabuto war keineswegs sicher in der Gegenwart von Leuten, die er kannte, doch er war ein ganzes Stück gefasster, als er es gegenüber Fremden war. Vor nicht allzu langer Zeit war er bei dem Gedanken daran, Kohana auch nur anzusprechen, völlig erstarrt, doch das war draußen auf der Straße gewesen, als sie ihm noch völlig fremd und einfach nur ein wirklich schönes Mädchen gewesen war, das ihm vielleicht dabei hätte helfen können, den Weg zum Bahnhof zu finden... oh, vielleicht sollte er sie fragen, ihn dorthin zu begleiten. Er hatte sich schon einmal in Hosenka Town verlaufen heute...
Es gab aber etwas in Kabuto, das ihm wichtiger war als seine Ängste, nämlich den Drang, dafür zu Sorgen, dass die Leute um ihn herum und besonders seine Familie, seine Freunde und jetzt selbstverständlich auch seine Freundin sich wohl fühlten. Wenn Kohana sich sorgte, dass er nicht wiederkommen würde, dann musste er ihr doch klar machen, dass sie das nicht musste... und es stimmte ja auch. Es war nicht ganz leicht gewesen, das alles auszusprechen, aber mehr konnte er leider nicht für sie tun... und wenn es jemanden gab, der Erfahrung damit hatte, sich zu überwinden, dann war das ja wohl er, der quasi vor Allem zurückschreckte, was sich ihm im Leben zeigte! Im Vergleich dazu, seine Tante warten zu lassen und entgegen den Wünschen seines Onkels Geld auszugeben, war es ein Kinderspiel, Kohana seine Gefühle zu gestehen...

Die Wirkung, die seine Worte erzielten, war allerdings überraschend stark. Als sich Kohana ihm weiter zuneigte, sagte sein Kopf Kabuto, er solle ihr entgegenkommen, doch sein Körper wollte eher in die andere Richtung, aus Angst, sie gegen ihren Willen zu berühren – lächerlich, kam sie doch gerade von selbst so nahe, doch seine Instinkte konnte er eben nicht abschalten. So erstarrte er wieder, während seine Muskeln gleichermaßen vor und zurück wollten, und hatte kaum eine Wahl, als seine Freundin gewähren zu lassen. Nicht, dass das, was sie tat, nicht schön gewesen wäre, im Gegenteil: Sie kam ihm so nahe, dass er die kühle Aura spüren konnte, die sie umgab, und legte ihren Kopf auf seiner Schulter ab. Und sie dankte ihm schon wieder; womit hatte er nur das Glück verdient, so eine wundervolle Freundin zu bekommen? Vielleicht revanchierte sich das Universum endlich mal für seine Eltern, die ganzen Käfer, das grüne Haar und den Tod seines Sensei... Wenn das so war, dann war dem Universum verziehen! Die tollsten Eltern der Welt, eine käferfreie Welt, ein hübsches Brünett und ein lebendiger Akaroshi wären zwar alles tolle Sachen gewesen, doch mit Kohana konnte all das nicht mithalten. Nun gut, das Leben seines Lehrmeisters wäre ihm schon einiges wert... aber den Rest gab er gerne auf, wenn er dafür diese blauhaarige Schönheit bekam. Die Welt war eben doch ein schöner Ort.
Sein nächster Schritt kostete ihn dann schon wieder viel Überwindung: Angespannt hob er seine Arme an und legte sie dann um die Dragonslayerin, eine Hand an ihren Rücken, die andere in ihr schönes Haar. Dann atmete er einmal tief durch, aber nicht um ihren Duft zu inhalieren, wie sie es gerade mit seinem tat – obwohl sie, wie er merkte, wirklich, wirklich gut roch –, sondern weil seine nächsten Worte nicht nur völlig neu für ihn, sondern auch etwas schwierig waren. Es gab da etwas, das er wirklich wollte, aber wie sollte er nur danach fragen...? Kabuto schluckte. D-du, Kohana... I-ich würde gerne... ähm... ich meine, wenn du... magst... e-es ist o-okay, we-wenn du keine L-Lust hast... a-aber... d-denkst du, es wäre... Seine Wangen entflammten wieder und er drückte sich leicht an das Mädchen in seinen Armen. Wieso nur musste es so schwierig sein, ihr eine einfache Frage zu stellen? Er wusste doch genau, was er sagen wollte...
Kohana... wü-würdest... ähm... Kohana, w-was hältst du von... e-einem Kuss? I-i-immerhin s-sind wir... Freund u-und Freundin...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 23:12

Wieder lernte Kohana etwas Neues, wenn sie so mit Kabuto in Kontakt kam. Körperkontakt zu anderen Menschen war etwas, was die junge Magierin noch nicht allzu oft hatte und schon gar nicht auf diese Art und Weise. Hatte man das aber, schien man offenbar das Privileg zu haben, spüren zu können wie der andere sich fühlte. Zumindest ein bisschen. So merkte Kohana natürlich auch, dass ihr Freund sich gerade unheimlich anspannte, als ihr Kopf auf seiner Schulter lag. War es eine falsche Entscheidung gewesen? Kohana konnte so schlecht einschätzen wann man mit anderen Menschen zu weit ging… Aber danach zu fragen, war auch irgendwie komisch. Dann wirkte sie sicher unbeholfen und dumm. Lieber schwieg sie darüber und schluckte ihre Gedanken einfach herunter. Er würde bestimmt etwas sagen, wenn sie etwas falsch machte. Kabuto war viel zu ehrlich, als dass er sie so auflaufen lassen würde. Da sie die Augen geschlossen hatte, merkte sie nicht wirklich viel von seinen Blicken und wie sehr sie ihn in Verlegenheit gebracht hatte. Sie ahnte schon, dass das für ihn nicht einfach war, aber hielt es gerade deshalb für besser die Augen zu schließen, damit er in aller Ruhe seinen Mut zusammen nehmen konnte, um sich dazu zu äußern. Das er dann jedoch erst einmal gar nichts sagte, sondern seine Arme um sie legte, ließ sie kurz zusammenzucken. Sie hatte damit nicht gerechnet, aber es brachte sie zum Lächeln. Wieder ein so unglaublich angenehmes Gefühl, obwohl er immer noch ziemlich verkrampft wirkte. Seine Wärme allein reichte, um ihr selbst über die Verlegenheit hinweg zu helfen. Dass er seine Hände genau an diese zwei Stellen legen musste, war auch ein wenig zufällig. Direkt auf dem kalten Rücken, über dem Gildenzeichen der Magierin. Quasi genau da wo ihr Herz eigentlich schlägt! Und ihre Haare, auf die sie so stolz ist. Sie musste grinsen, unaufhörlich… Selbst wenn sie wollte, könnte sie damit gerade sicher nicht aufhören.
Als er durchatmete, ahnte Kohana, dass nun irgendwas kommen würde, nur als er zu sprechen begann, überraschte sie doch ganz schön, was er von sich gab. Sofort öffneten sich die großen Augen der Magierin und blickten irritiert in seine Richtung. Hatte er das gerade wirklich von sich gegeben? Dass er gestottert hatte, bedeutete eigentlich schon, dass irgendwas Besonderes auf sie zukam, aber das… Sie blinzelte ihn einige Male ratlos an, bevor ihr Gesicht sich erneut komplett rot färbte… Hatten wir eigentlich schon geklärt, dass es in der Regel schwer war Kohana zum Erröten zu bringen? Aber mit diesen Worten hatte sie doch keine andere Wahl. Ein Kuss? In ihrem ganzen Leben hatte Kohana noch niemand geküsst! Der einzige Kuss, den sie selbst mal verteilt hatte, war heute gewesen und das war eine absolute Kurzschlussreaktion gewesen, für die sie sich schon genug geschämt hatte! Sie hatte keine Eltern gehabt, die ihr mal ein Küsschen gaben und auch sonst niemanden, mit dem sie so etwas einmal hätte machen können. Und er… fragte einfach so danach. Dass er sie dann auch noch an sich drückte, macht es recht schwer ihr Herzrasen zu verbergen. War es legitim, dass Freund und Freundin sich küssten? Nun ja… Kohana würde nicht sicher jeden Freund küssen, aber Kabuto… Und wenn er schon so fragte… Er war so gut zu ihr gewesen. Sie wollte ihm eigentlich nichts abschlagen! Vorsichtig versuchte sie ihren Kopf zu heben, um ihn anzusehen. Dabei ließ sie jedoch nicht zu, dass er sie loslassen würde. Kaum traute sie sich in sein Gesicht zu gucken, versuchte es aber zumindest mit der richtigen Richtung. Dann begann sie zu stammeln: „A-Also… W-Wenn du das g-gern möchtest, d-dann… ist das… o-okay. A-Aber ich glaube, d-dass ich das nicht k-kann…“ Sie stockte kurz, guckte verlegen an sich herunter. „T-Tut mir also leid, f-falls ich was falsch mache… D-Du bist immerhin der Ei-Einzige, der das darf…“ Es war ihr wichtig ihm das zu sagen. Sie würde das niemandem erlauben, abgesehen von ihm. Er war für sie bestimmt schon nicht mehr ein ganz so typischer Freund, sondern etwas mehr, aber dem war sie sich nicht bewusst. Allerdings wusste sie, dass sie sich nicht von jedem Freund küssen lassen würde! So saß sie da nun, völlig eingeschüchtert von dieser neuen Situation. Aber sie wollte es ihm nicht abschlagen! Auf gar keinen Fall! Nur ob sie das hinbekommen würde, das war fragwürdig… Wenigstens lag es erstmal in seiner Hand. Über was für einen Kuss sprach man hier eigentlich? Darüber hatte sich Kohana keine Gedanken gemacht. Das müsste wohl Kabuto entscheiden.
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 23:13

Es war nicht leicht gewesen, diese Frage zu stellen, und das hatte man wohl gemerkt, aber es ging um etwas, das den Grünschopf wirklich erfreuen würde. Er hatte zum ersten Mal in seinem Leben eine richtige Beziehung – oder auch nur so etwas wie eine Beziehung – und wenn er jetzt seinen ersten richtigen Kuss bekommen würde, dann würde er vermutlich im Anschluss über allen Wolken schweben. Über allen blauen, kühlen Wolken, die angefüllt waren mit purer Glückseligkeit...
Für Kohana war das Ganze aber wohl nicht weniger schwierig als für ihn, wenn ihr Herzschlag, der so rasend schnell ging wie sein eigener, irgendeine Indikation dafür war. Als sie ihm dann antwortete, bemerkte er gleich noch ein Muster, dass man ihm ebenso zuschreiben konnte: Sie stotterte. Da verbrachte ein fröhliches, selbstbewusstes Mädchen etwas Zeit mit Kabuto und wurde zu einem unsichernden, stotternden Etwas... aber sie war immer noch ein wunderhübscher und lieber Engel, also war das wohl okay. Außerdem war die Schüchternheit, die ihm so peinlich war, einfach unglaublich niedlich, wenn sie von ihr kam...
Ein Kuss war also okay für sie? Es wirkte zwar so, als würde es sie viel Überwindung kosten, aber wenn sie okay sagte, dann konnte er sie relativ ruhigen Gewissens küssen – sofern sein Körper es über sich brachte. Ganz sicher war er sich dennoch nicht, also war es wohl gut, dass sie weitersprach: Sie sorgte sich, weil sie es nicht konnte? Weil es neu für sie war und sie deswegen fürchtete, es nicht richtig zu machen? Der Kyofu musste leicht lächeln; da musste sie sich doch keine Sorgen machen. Für ihn war das vollkommen in Ordnung, es war sogar irgendwie schön zu wissen, dass dieses süße Mädchen wirklich so rein war, wie er geglaubt hatte. Ihr nächster Satz machte den Moment aber gleich noch schöner: „D-Du bist immerhin der Ei-Einzige, der das darf…“
Seine Augen leuchteten auf bei diesen Worten, auch wenn seine Körpertemperatur sich gefühlt verdreifachte. Er entließ das Mädchen aus der Umarmung und lächelte sie an: J-ja, natürlich, i-i-ich weiß! D-du bist f-f-für mich j-ja a-auch die... die Erste und Einzige... D-deswegen bin ich wi-wirklich froh, dass es fü-für dich okay ist, Kohana! Ohje, er sagte wirklich zu oft das Wort okay... ach nein, die ersten Male war es ja nur gedacht gewesen. Glück gehabt! Ehe er es noch wirklich vermasseln konnte, brachte der junge Magier eine seiner Hände an das Gesicht seiner Freundin, strich ihr sanft über die Wange – so machte man das, oder? –, ehe er tief durchatmete und langsam sein Gesicht auf ihres zubewegte. Das hier war wirklich sein erster Kuss, aber er dachte nicht einmal an die Arten, an die er in seinem Alter vielleicht denken sollte – offener Mund, vielleicht sogar mit Zunge, ein Ringen der beiden Zungen zwischen den Mündern zweier Liebenden; nein. Kabuto mochte kein Spätentwickler sein, aber ihm fehlte es an der Fantasie, um an so etwas zu denken, konnte er sich doch schwerlich vorstellen, so etwas zu tun, oder überhaupt tun zu dürfen, und noch dazu hatte er auch einfach nicht das Bedürfnis. Ihm ging es gerade einzig und allein um die romantische Geste zwischen ihm und Kohana, nicht um irgendwelchen Speichelaustausch oder Ähnliches, und wenn sie ohnehin beide zum ersten Mal jemanden küssten, war es doch völlig okay, alles einfach und liebevoll zu halten. Ein Erlebnis, an das man sich gerne zurückerinnerte. So schloss er also die letzten paar Zentimeter, die die beiden voneinander trennten, drehte den Kopf leicht nach rechts... und drückte seine Lippen auf ihre. Er küsste sie...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 23:15

Sie stotterte? Ach was. Wie sollte man auch die Ruhe bewahren in einer solchen Situation? So kalt sich die Magierin auch innerlich fühlen mochte… Wenn es darum ging, dass ihr jemand so nahe kam, dann war auch sie nicht schwer aus der Fassung zu bringen. Da konnte man schon mal schneller reden als der Kopf hinterherkam, denn nur daher kam das Stottern des Mädchens. Durch ihren Kopf schossen so viele Gedanken zu dem, auf das sie sich gerade einließ. Ein wenig Misstrauen herrschte auch immer noch vor, während sie sich doch vornahm zu versuchen jemanden an sich heran zu lassen. Vielleicht konnte sie ja tatsächlich ein paar schöne Erfahrungen machen. Zumindest hoffte sie sehr darauf, dass der zweite Mann in ihrem Leben sie nicht so zurückließ, wie es der andere getan hatte. Sie glaubte nicht, dass Kabuto ihr wehtun würde… Er war ein guter Junge und nicht so herzlos wie der riesige Drache. Von Anfang an war er ehrlich zu ihr gewesen und so gut sie auch wusste, dass man anderen Leuten einiges vorspielen konnte, so glaubte sie dennoch kaum daran, dass dieser Junge das konnte. Es reichte ein Blick in seine Augen, die Scham in seinem Gesicht zu sehen oder einfach sein lächeln, sodass sie alle Zweifel für eine Sekunde vergaß. Sie kamen wieder, aber Kohana kämpfte mit sich das auszublenden. Noch dazu kamen unbekannte Gefühle, wenn sie daran dachte, dass er sie küssen würde. Es machte ihr ein wenig Angst sich das einzugestehen, weil es ihr bewusst machte, dass das hier etwas Besonderes war. Aber im Moment hatte sie nur Augen für den grünhaarigen Magier und ob das gut war oder nicht, war in dem Moment fast schon wieder egal, weil doch die Neugier über jeden Zweifel hinweghalf.
Ob sie tatsächlich so rein war wie er glaubte, sei mal dahingestellt. Was diese körperlichen Dinge anging, so ging es für Kohana jedenfalls nie so weit. Natürlich hatte sie mal jemanden umarmt, hätte ein wenig Körperkontakt und einmal war sie versehentlich auf einen Magier gefallen, aber all das war kein Vergleich zu dem hier! Und ganz sicher würde sie sich nicht von jedem so etwas gefallen lassen. Immerhin wusste sie, egal ob sie vom Berg kam oder nicht, was ein Kuss bedeutete und dass dies nicht gerade wenig war. Darum hatte sie auch solche Angst etwas falsch zu machen… Es erleichterte sie jedoch irgendwie, dass er das ähnlich sah wie sie und genauso wenige Erfahrungen zu haben schien. Sie wusste  ja von seinen Erzählungen, dass er andere Damen kannte, aber offenbar waren die keine so tollen Freundinnen wie sie es war. Hah, da hatte sie ganz schön schnell sein Herz erobert! Dass das auf Gegenseitigkeit beruhte, wollte sie sich nicht eingestehen. Für eine Dragonslayerin musste es doch schwach wirken, wenn sie nach so kurzer Zeit ihr Herz an einen völlig fremden Magier verschenkte. Doch was hatte sie schon für eine Wahl, wenn er ihr gegenüber so gutmütig war…
Sie war recht froh, dass sie das nicht vorgeschlagen hatte, denn sonst hätte sie das Gefühl gehabt, dass sie den ersten Schritt gehen müsste. Etwas, was sie sich so gar nicht vorstellen konnte, denn wenn Kohana einmal eingeschüchtert war, dann kam sie darüber nicht so leicht hinweg. Vor allem wenn man bedachte, dass es hier um etwas so Besonderes ging! Sie würde vermutlich die Nerven verlieren und versuchen es auf das nächste Mal zu verschieben. Klar konnte sie impulsiv sein, aber auch das hatte eben seine Grenzen… Und obwohl der Moment unendlich langsam zu vergehen schien, war sie doch irgendwie überrascht, als seine warme Hand auf ihrer Wange landete. Okay, im Vergleich zu sonst war diese Wärme nichts, denn ihr Kopf glühte vor lauter Scham. Gut, dass sie ausgeblendet hatte, dass sie sich hier in einem öffentlichen Gebäude befanden. Wie peinlich würde es wohl werden, wenn das den beiden wieder einfiel? Nun ja, es gab sicher schon ein paar Leute vor ihnen, die sich in einem Eis Café küssten, oder? Hoffentlich…
Sein Gesicht kam näher und Kohana wusste nicht, ob sie zurückweichen oder entgegenkommen wollte. Auf der einen Seite fürchtete sie, dass irgendetwas passierte, was auch immer. Sie hatte irgendwie Angst vor dieser Situation… Dann war sie allerdings auch wieder neugierig, obwohl das fast schon wieder das falsche Wort war. Ein Kuss hatte nicht nur etwas damit zu tun eine neue Erfahrung zu machen, etwas kennenzulernen… So hatte sie sich das immer vorgestellt. Dass das ihren ganzen Körper so völlig aus dem Konzept brachte, hatte sie nicht geahnt. Diese Redensart mit den Schmetterlingen im Bauch machte jetzt erst richtig Sinn… Obwohl die bei Kabuto fast noch treffender war, nicht? Aber wenigstens waren sie beide gleich ahnungslos was die verschiedenen Möglichkeiten eines Kusses anging. Im Gegensatz zu ihm wusste sie aber mit Sicherheit noch weniger Bescheid, da sie noch nirgendwo beobachtet hatte wie Menschen sich küssten und wie man sich überhaupt küssen konnte. Sicher, er konnte sich das nicht vorstellen, aber Kohana hatte so wirklich gar keine Ahnung! Sie atmete tief durch als er näher kam, soweit sie sich dies traute, und merkte selbst da, dass ihr rasendes Herz alles nur komplizierter machte. Vermutlich war sie total zitterig, aber das mochte er selbst sicher gerade gar nicht merken. Mit Sicherheit konnte man wohl sagen, dass sie sich beide viel zu viele Gedanken über diesen doch so simplen Akt machten. Doch dafür, dass es so einfach zu beschreiben war, löste es unheimlich viel aus. Als er die letzten, wenigen Zentimeter zu ihr herankam und sie fast schon ungeduldig darauf wartete, dass seine Lippen auf ihren Lagen, passierte alles wieder erstaunlich langsam. Es war erstaunlich, dass ein Kuss nicht nur etwas war, was man auf den Lippen spürte… Sie hatte das Gefühl, dass ihr ganzer Körper gerade das verarbeiten musste. Ihre Aufregung war so weit angestiegen, dass sie sogar das Atmen für kurze Zeit völlig vergaß und als sie sich dann endlich küssten, merkte Kohana, neben unendlich vielen anderen Gefühlen, zum ersten Mal nicht, dass sie eiskalt war… Ihre Lippen waren nicht kälter als seine und auch ihr Atem spielte gerade eine kleine Rolle, weil sie den völlig vergessen hatte. All das war vielleicht doch ein wenig viel, wenn man betrachtete, dass die beiden sich kaum wenige Stunden kannten… Das Gefühl, welches sie gerade beherrschte, war so schwer einzuordnen für Kohana, dass sie glaubte ihr würde schwindlig werden. Darum schloss sie die Augen und wartete ab, während sie diesen unendlichen Moment tonlos genoss. Vielleicht war das sogar ein wenig besser als Eis… oder?
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Kabuto
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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 23:16

Es war besser als Eis – besser als jedes Eis der Welt, wenn man Kabuto fragte. Auch, wenn er vermutlich andere Vergleiche anstellen würde, doch eines war sicher: Er würde diesen Kuss nicht einmal aufgeben, wenn Sylvana und Lia sich gemeinsam vor dem Eiscafé räkeln und nach ihm rufen würden. Ja, selbst seine beiden größten Schwärmereien bisher würden nicht mehr mit Kohana konkurrieren können, schon seit sie ihn gefragt hatte, ob er ihr Freund sein wolle, und jetzt standen sie vollkommen im Abseits – ob sie das störte oder nicht, sei einmal dahingestellt. Auf jeden Fall hatte der Grünschopf jetzt nur noch Augen für eine einzige Person...
Trotz seiner allgemein recht nachdenklichen Situation kamen Lia und Sylvana ihm jetzt aber nicht wirklich in den Sinn. Im Gegenteil: Sein Kopf war wie leergefegt. Sein Herz pochte wie wild, seine Muskeln verspannten sich nicht, wie er es eigentlich erwartet hatte vor Aufregung, sondern wurden ganz locker und hätte er nicht gesessen, dann hätte er wohl weiche Knie bekommen... Ob er es noch geschafft hätte, zu stehen? Oder wäre er einfach umgekippt? Es war vielleicht besser, dass sie das nicht herausfinden mussten. Dieses Gefühl sollte nicht abbrechen, es wäre viel besser, wenn es ewig halten würde... immer und ewig, ein Leben lang. Kohana musste sich nicht sorgen, dass er sie verlassen würde – nicht nur war er dafür nicht der Typ, sie hatte ihn auch ebenso in ihr Netz eingesponnen wie er sie in seines. Sie würden einander wohl nicht mehr entkommen...

Jeder Moment musste irgendwann enden, und wenn man sich noch so sehr wünschte, dass er ewig anhielt. Genau das wünschte sich Kabuto, als er spürte, dass seine Lippen und Kohanas sich nicht mehr berührten... wie lange hatte der Kuss gehalten? Ein paar Sekunden? Eine Minute? Eine Stunde? Er hatte das Zeitgefühl komplett verloren. Es war gleichzeitig eine Ewigkeit gewesen und doch nicht mehr als ein flüchtiger Augenblick. Seine Augen öffneten sich vorsichtig wieder, und seine Lippen begannen, sich zu bewegen, obwohl zwischen ihnen und denen Kohanas nur wenige Zentimeter lagen, wenn überhaupt. Kohana..., hauchte er ihren Namen, ehe er zuließ, dass sich der Abstand wieder vergrößerte. Er hätte es niemals gewagt, sie um einen Kuss zu bitten, wenn sie ihn nicht zuvor als ihren festen Freund bestimmt hätte – sie hatte das Ganze sehr schnell vorangetrieben, ohne es zu wissen, und er war weiter gegangen, weil er nicht wusste, dass sie es nicht wusste. Dass eines der schönsten Dinge dieser Welt, das wohl wunderbarste Erlebnis in Kabutos bisherigem Leben, aus Unwissenheit entstanden war... es wäre faszinierend und beängstigend zugleich gewesen, hätte er es gewusst. So aber war es einfach nur wunderschön gewesen, und es war noch nicht vorbei. Sie war jetzt seine feste Freundin... sie würden sich noch öfter küssen. Sie würden einfach beieinander sein und die Nähe des anderen genießen. Sie würden sich etwas sagen, für das es jetzt noch zu früh war, und vielleicht würde aus ihnen sogar noch viel mehr werden als das... Das konnte nur die Zukunft wissen.
Nach einigen Momenten der Ruhe, in denen die nachwirkende Schönheit des Kusses genossen und jede Form der Scham darin ertränkt werden konnte, blickte der Grünschopf seiner Freundin noch immer in die Augen. Ich... ich möchte nicht, dass du Dinge tust, nur weil ich es will... ich möchte, dass du für dich selbst entscheidest... Diese Worte kamen aus ihm heraus, ehe er darüber nachdenken konnte. Es beschäftigte ihn etwas, in seinem Unterbewusstsein. Er hatte es nicht merken wollen, aber wenn sie ihn küsste, nur weil er es wollte... wenn es nur etwas war, mit dem sie leben konnte, das 'okay' war... dann wäre er es, der über sie bestimmte, und dafür war eine Beziehung nicht da. Ihre Gefühle waren so wichtig wie seine auch. Aber... aber ich bin unglaublich froh, dass ich dich küssen durfte, Kohana! D-das war wundervoll! Wundervoll...

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BeitragThema: Re: Geschäftsstraße   Sa 25 Okt 2014 - 23:17

Zeitgefühl war ein interessanter Punkt. Schon eine ganze Weile konnte Kohana nicht mehr einschätzen wie lang sie eigentlich in dem Lokal waren. Wie lang war es überhaupt her, dass sie sich getroffen hatte? Dass sie dem Jungen auf die Beine geholfen hatte? So viele Dinge waren passiert, innerhalb so kurzer Zeit und doch kam es einem vor wie eine Ewigkeit. Die Magierin hatte schon einmal gehört, dass es eine andere Art Magie gab, die weder etwas mit Zauberei, noch mit Angriffen oder Ähnlichem zu tun hatte. Sie hatte sich das nicht vorstellen können, dass jemand sie verzauberte, ohne, dass er überhaupt ein Magier war, doch offenbar konnte die richtige Person einen immer völlig für sich einnehmen. Es fühlte sich wirklich an wie verhext, denn egal wie sehr sie ihr hübsches Köpfchen anstrengend würde, momentan könnte sie an nichts anderes, als an Kabuto denken. Sie könnte nichts an ihm schlecht oder hässlich finden, weil er einfach so toll zu ihr gewesen war, dass sie völlig vergaß, dass er doch eigentlich nur ein ganz normaler Junge war. Vielleicht war er ein wenig merkwürdig, mit seinen grünen Haaren, dem Stottern und seiner absoluten Naivität, doch all das gehörte ja irgendwie dazu… Und nur wegen diesen Dingen war sie in diese Situation geraten und der kleine Fairy Tail Magier hatte ihr den ersten Kuss geraubt.
Es fühlte sich jedoch nicht an, als hätte er ihr etwas gestohlen. Es war vielmehr so, als wäre es ein Geschenk gewesen. Eine Erfahrung, die sie nicht mehr missen wollen würde und selbst wenn sie die Zeit zurückdrehen könnte, hätte sie mit Sicherheit nichts anders gemacht, wenn sie das an diesen Punkt führte. Es ließ sie wirklich alles vergessen, jeden Fehler verzeihen, denn es half für diesen Moment über alles hinweg. Ob es immer so sein würde? Sie hoffte es, denn es war wundervoll…
Doch auch alle schönen Dinge fanden irgendwann ihr Ende und so merkte sie wie sich die Lippen des Jungen von ihr entfernten und sie wagte es leise nach etwas Luft zu schnappen. Noch immer war sie sehr rot im Gesicht und fühlte sich ein wenig unsicher in ihrem Körper. Ein wenig wie Pudding! So weich und schwer kontrollierbar. Genau so fühlte sich ihr Körper in diesem Moment an. Als er ihren Namen sagte, bekam sie eine leichte Gänsehaut und lächelte verlegen, während sie sich traute ihre Augen zu öffnen. Er war noch immer nicht weit weg und sie konnte ihm direkt in seine großen, blauen Augen sehen. Vielleicht lag der Zauber in ihnen verborgen? Ihre Entscheidung ihm aufzuhelfen, all diese Entscheidungen, die sie eigentlich glaubte zu bereuen, hatten sie an diesen Punkt gebracht und nun war sie sehr froh, dass sie all diese Dinge so hatte erleben dürfen. Ein unsicheres, wohlmöglich auch ein wenig verträumtes Lächeln strahlte in die Richtung des Käfermagiers. Kannte sie ihn? Nicht einmal wirklich. Er wusste so viel mehr über sie, als andersherum. In dieser Situation war ihr dies gar nicht so bewusst, aber früher oder später würde sie ihn sicher noch ausquetschen.
Wieder wurde es still, wenn auch nicht wirklich unangenehm. Kohana war noch immer ein wenig verträumt, als würde sie schweben. Hormone waren schon etwas Amüsantes… Ihr Blick wandte sich keine Sekunde von seinen Augen ab und als er zu sprechen begann, erschrak es sie fast ein wenig, weil sie damit schon fast nicht mehr gerechnet hatte. Was er dann sagte, verwunderte sie etwas. Wann hatte sie etwas getan, weil er es wollte? Hatte sie jemals einer Sache zugestimmt ohne, dass sie es gewollt hätte? Sie überlegte und das konnte man ihr auch ansehen. Wie sich die Zahnräder im Köpfchen der Eismagierin drehten, verstand sie schon bald was er meinte. Er schien sehr stolz zu sein, weil er die Ehre gehabt hatte sie küssen zu dürfen. Naja, es wirkte wohl tatsächlich ein wenig einseitig, oder? Sie konnte sich ein leises Kichern nicht verkneifen und grinste ihn an, als sie trotz der ganzen Scham etwas sehr Selbstsicheres hervorbrachte: „Glaubst du wirklich, dass ich einer solchen Sache zustimmen würde, wenn es so gar nicht wollen würde?“ Kaum ausgesprochen, brachten sie ihre eigenen Worte schon wieder in Verlegenheit. Aber vielleicht musste sie wirklich einmal mutig sein, um ihm zu beweisen, dass das ihr ernst war. „Wenn ich etwas nicht will, dann werde ich dir das schon sagen.“ Immerhin war das doch wichtig, wenn man befreundet war, nicht? Er würde das doch auch sicher tun, oder? „Aber das musst du auch machen, ja?“ Sie grinste ihn noch immer ein wenig verträumt an. Das war eine erstaunliche Erfahrung, die sie so bald nicht vergessen würde. Nur wurde ihr auch immer klarer, dass sie ihn bald gehen lassen musste und das war ihr weniger lieb… Von sich aus würde sie auf das Thema jedenfalls nicht zu sprechen kommen!
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