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 Waldstück

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Ivy Griffin

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BeitragThema: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:29

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Der Grasjunge und die Baumstammfällerin

Ivy Griffin schlief auf Waldmoos, weil ein Pastarestaurant in Hosenka Town die krasse Käsewoche – Käse bis zum Umfallen! eröffnet hatte.
Jeder logisch denkende Mensch hätte zwischen diesen beiden Tatsachen keinen Zusammenhang herstellen können, doch dafür gab es ja ihn. Ivy Griffin, der Zusammenhanghersteller der unsinnigen Zusammenhänge. Sein in den Weiten der Welt nur ein einziges Mal existierende Gehirn hatte es nicht nur geschafft, die krasse Käsewoche – Käse bis zum Umfallen! mit seinem Ausflug in die Natur zu verbinden, es hatte eben diesen als einzigen Ausweg aus seinem Dilemma aus unendlich vielen anderen Möglichkeiten gefiltert. Dabei war sein Problem äußerst simpel: Statistisch gesehen waren über 50% aller Menschen laktoseintolerant, also in etwa jeder Zweite. Durch traumatische Erfahrungen wusste Ivy, dass der Innhaber des Restaurants, über dem er wohnen durfte, ebenfalls diese Lebensmittelunverträglichkeit besaß. Im Gegensatz zu anderen Menschen – und in einer Art penetranten Ignoranz, was die mit Totenköpfen verzierten Beschwerdebriefe anging, die der Grüne an seine Tür klebte – tat er allerdings nichts dagegen und verwandelte sich daher bei jeder der sechsmal im Halbjahr stattfindenden Käsewochen – Käse bis zum Umfallen! in eine grauenerregende Geißel, da er gerne und viel Käse bis zum Umfallen zu sich nahm. Ivys Wohnung hatte einen nicht im Mindesten isolierten Boden, der aus aneinandergezimmerten Holzbrettern bestand und somit durchaus luftdurchlässig war. Normalerweise bereitete ihm das keine Schwierigkeiten, da er über dem Büro des Innhabers schlief und von dort höchstens Kaffeegeruch und ein paar Düfte aus der Küche zu ihm hinaufzogen, die er verschmerzen konnte. Doch sechsmal im Halbjahr wandelte sich dies. Er ertrug es viermal. Er ertrug es fünfmal, wenn die Frau des Innhabers ihm Plätzchen backte und ihm sagte, dass sie aufpassen würde, dass er es nicht übertrieb. Aber irgendwann war das Maß erreicht, das er gewillt war, zu erdulden. Wenn man plötzlich sieben Mal im Halbjahr die krasse Käsewoche – Käse bis zum Umfallen! abhielt, ganz unabhängig von dem Profit, den das für das Lokal bedeutete, spielte er nicht mehr mit. Er hatte ein Recht auf Einhaltung der Gesetze und ein Recht auf ein Leben mit Nasenschleimhaut, weswegen er vor Anbruch der Dunkelheit aus dem Haus geschlichen war und sich nach einer kurzen Stadttour außerhalb der Stadt in einem Wald zur Ruhe gebettet hatte. Das Moos unter seinem Kopf und Rücken war weich und trocken, weil es seit Tagen nicht geregnet hatte, und die Steine, die ihn umkreisten und sicherlich jeden Anderen zum Klettern animiert hätten, schützten ihn vor bösen Blicken. Angesichts seiner camouflagefarbenen Kleidung und seinen grünen Haaren war er außerdem perfekt vor wilden Tieren getarnt, auch wenn er bezweifelte, dass solche derart nahe an der Zivilisation nach Menschenfleisch hungern würden, wo sie doch zwanzig Meter weiter die Welt der Mülltonnen entdecken konnten. Ivy hatte keine Probleme damit, in der Wildnis zu schlafen, die ihn mit frischer Luft und hübschen Pflanzen versorgte, doch er hatte durchaus Schwierigkeiten damit, wieder aufzustehen. Solange kein Wecker ihn gewaltsam aus seiner Trance riss, könnte er ganze Tage verdösen, nur unterbrochen vom Ruf der Natur. Vielleicht würde er dies tun. Sich auch jetzt, gegen Mittag, in diese kleine Lichtung einrollen und einfach weiterschlafen, bis die krasse Käsewoche – Käse bis zum Umfallen! vorbei war. Was sollte ihn hier schon stören?

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Valerie
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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:35

Valerie war ein Mensch, der grundsätzlich gerne spazieren ging. Sie mochte die frische Luft, das Zwitschern der Vögel und die warmen Sonnenstrahlen, die ihr hier und da auf der Haut kitzelten. Die Natur hatte eine beruhigende und einnehmende Ausstrahlung und schaffte es außerdem ein wenig Abwechslung in die letzten Tage der Sakai zu bringen. Diese hatte sie nämlich mit Besuchen bei ihrer Familie verbracht und nun, wo sie gerade wieder Zuhause war, konnte sie eine Pause durchaus gut gebrauchen. Dabei war es nicht einmal so, als mochte Valerie ihre Familie nicht. Es war nur leider eine ständige Begebenheit, dass sie sich mit ihrem Vater stritt, wenn sie nach langer Zeit wieder einmal nach Hause fuhr. Nach wie vor war das Oberhaupt der Sakai Familie nicht wirklich einverstanden mit der Berufswahl seiner jüngsten Tochter und immer wenn sie aufeinander trafen machte er keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit. Auch wenn die Finsternismagierin sich mittlerweile an die bissigen Kommentare ihres Vaters gewöhnt hatte, so hielt sie es dennoch niemals wirklich lange in seiner Gegenwart aus und nun war wieder einmal ein wenig Rehabilitation nach ein paar wirklich anstrengenden Tagen nötig. Deshalb hatte Valerie beschlossen, dass sie ein wenig in den hübschen Wäldern um Hosenka Town herum spazieren gehen würde und mittlerweile hatte sie es auch schon einige Meter in das dichte Grün hinein geschafft.
Bislang war die Sakai strickt den Wegen gefolgt und hatte hier und da am Straßenrand ein paar Blumen gepflückt, welche sie besonders hübsch anzusehen fand. Ganz vorsichtig hatte sie die Stängel mit spitzen Fingern abgetrennt und sich anschließend eine weiße Blume in das dunkle Haar gesteckt, welches sie am heutigen Tag offen trug. Die anderen duftenden Pflanzen hielt sie mit ihren blassen Händchen umklammert, während sie sich summend umsah und überlegte wohin sie als nächstes gehen sollte. Der Wald schien sich in seiner endlosen Schönheit vor ihr zu erstrecken und das Mädchen konnte sich nicht entscheiden, was sie als nächstes sehen wollte. Es gab so viel zu entdecken und zu erkunden, daher beschloss das Mädchen einfach in irgendeine Richtung los zu gehen.
Zuvor streifte sie sich jedoch die Ballerinas von den Füßen, ehe sie barfuß querfeldein ihren Ausflug begann. Die Blätter knisterten unter ihren nackten Füßen und hier und da musste die Sakai aufpassen, dass sich ihr schwarzes Sommerkleid nicht in einem der nahen Äste und Gebüsch verfing und sie den dünnen Stoff wohl möglich in einer unachtsamen Begegnung einfach zerriss. Valerie mochte das Kleid und auch wenn sie nicht erwartete hier auf irgendwelche Menschen zu treffen, so würde es dennoch unangenehm werden, auf ihrem Rückweg durch Hosenka Town mit zerrissenen Klamotten zu spazieren.
Während Valerie also fröhlich summend durch die Natur spazierte und dabei die ein oder andere Lichtung passierte, übersahen ihre Augen in ihrer Neugier etwas, auf das sie vielleicht lieber geachtet hätte, denn kurz darauf stolperte die Dunkelhaarige unsanft über einen harten Gegenstand am Boden und landete kurzerhand mit dem Gesicht flach auf dem Erdboden. Ein unwilliges Schnauben entwich der Magierin, ehe sie sich aufrappelte und einen bösen Blick in die Richtung des Übeltäters warf. Ein stämmiger Ast hatte sich ihr in den Weg gestellt und ihr dabei auch noch unsanft den Boden unter den Füßen weggerissen. Valerie biss sich hart auf die Unterlippe, während sie versuchte die Tränen zu bekämpfen, welche sich langsam den Weg in ihre Augenwinkel bahnten. Der gemeine Stock hatte ihr den gesamten Knöchel und einen Teil des Schienbeins aufgekratzt, welcher nun wie Feuer brannte. "Autsch, autsch, autsch...so ein verdammter Mist...", wimmerte die Siebzehnjährige und blinzelte, während die erste Träne ihren Weg über ihre Wange fand. "Das so etwas immer mir passieren muss." Wie sollte sie denn nun nach Hause gekommen, wenn sie sich weh getan hatte? Sie war hier doch schließlich vollkommen alleine im Wald und niemand würde ihr helfen können. Und die hübsche Blume war ihr nun auch aus den Haaren gefallen. Konnte der Tag schlimmer werden?

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Ivy Griffin

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:37

Schlimmer ging es immer, das war nicht nur ein komischer Reim, sondern auch ein wahres Sprichwort. Insofern hatte Valerie wohl Glück, dass sie den letzten Gedanken nicht laut ausgesprochen hatte, sonst hätte sie das Schicksal und die Logik des Erzählens sicher mit spontanem Regenfall oder einem Klavier verhöhnt, das aus einer Baumkrone auf sie klatschte. Das mochte es alles geben, doch in diesem Augenblick war der Einzige, der vielleicht soetwas wie Mordfantasien mit Tasteninstrumenten aushecken könnte, ein junger Mann mit grünen Haaren, der beim dumpfen Aufprall und dem Gewimmer die gelben Augen aufschlug und sie erst einmal eine Drehung vollführen ließ. Übrigens hatte er sich auch nur mental gefragt, ob es hier etwas geben konnte, was ihn störte, also war Valerie ja vielleicht doch in Gefahr, was unter Umständen dazu führen sollte, dass er schnellstmöglich von ihr wegging, hätte er nicht gewusst, dass er das einzige Wesen in einem recht großem Umkreis war, niemand ihre Schreie hören würde und sie, so wie sie wimmerte, gerade die Hälfte ihrer Gedärme heraushängen hatte. Was sie irgendwie ebenfalls zum perfektem Opfer machte, nur um das mal zu sagen. Woher kommen diese Mordfantasien? Du hast sicher zwölf Stunden verschlafen, steh auf, fauler Sack und guck nach! Zum Glück hatte er ein sensibles Gewissen und eine sehr ausgeprägte Vorstellung von Moral, die ihn immerhin schon einmal dazu brachte, sich ohne Fluchen auf die Beine zu heben, penibel das Moos von sich abzukratzen und über einen der Steine in die Richtung des Mädchens zu blicken, welches zu Boden gesegelt zu sein schien. Eine steile Falte erschien auf seiner blassen Stirn, die gerade frei von Haaren war, welche in alle Richtungen abstanden. Eine Hand an der Basis seiner Nase, die andere auf dem kühlem Stein, brauchte er erst einmal ein paar Sekunden, bis sein schlaftrunkenes Hirn warmlaufen konnte. Am besten er fing mit den einfachen Sachen an. Da lag ein junges Mädchen, zwischen 15 und 17 Jahren alt, die sehr zierlich aussah und dadurch deutlich jugendlicher wirkte. Er hatte sie zu Beginn fast für ein Kind gehalten, doch wenn man genauer guckte, wurde ihre körperliche Reife doch ein wenig offenkundiger. Was man sofort sah, waren die oberflächlichen Verletzungen an ihrem Bein, die wohl auch der Grund für ihr Gewimmer zu sein schienen, aber für seine Salbe keine allzu große Herausforderung darstellen sollten. In Ordnung, damit wäre geklärt, dass er ihr helfen konnte. Der Grüne stieß sich von dem Stein ab und landete beinahe lautlos auf der mit Blättern bedeckten Walddecke, obwohl Geheimniskrämerei wirklich nicht nötig war, so wie sich das Mädchen da beschwerte und mit sich selbst sprach. Ivy griff in den Beutel an seinem Gürtel und umschloss ein kleines Döschen mit den Händen, machte allerdings noch keine Anstalten, auf sie zuzustürzen und ihr das heilende Pflanzenextrakt aufzuschmieren. Bei manchen funktionierte das gut, andere schlugen ihm die Nase ein, wenn er sie in einer verwundbaren Position bedrängte. Wie ein scheues Reh lungerte er also erst einmal hinter einem Baum und beobachtete die Dunkelhaarige weiterhin. Einbuchtungen im Gras und ein Stück morsche Rinde, was von einem nahem Ast abgeblättert war, ließen darauf schließen, dass sie über das Ding gestolpert war. Außerdem lagen in einiger Entfernung zwei Ballerinaschuhe, die niemand so abstellen würde, wenn sie nicht gerade im Sturz aus der Hand flogen und irgendwo landeten. Und da im Gras lag eine Blume, die zu keinem der Büsche hier gehörte. Er wusste das, er hatte die Pflanzen von Hosenka Town schon vor Urzeiten katalogisiert. Es war ziemlich offensichtlich, dass sie tollpatschig über den Ast gefallen war, sich an der abgebrochenen Rinde den Fuß aufgeschürft hatte und nun im Gras lag und mit sich selbst redete, um ihren Ärger und ihre Verzweiflung auszudrücken. Daraus schloss der Grüne, dass sie alleine hier war oder sich im schlimmsten Fall verlaufen hatte. Wäre sie das nicht, wer würde da nicht sofort auf sie zuspringen und sie verarzten, abgesehen von ihm? Sie gehörte ganz offensichtlich einem unglaublich behütetem Elternhaus an, das sie niemals einfach so alleine vom Pfad gehen lassen würde oder das Risiko eingehen, sie am Ende noch zu verlieren. Immerhin weinte sie wegen einer Schürfwunde. Sie hatte eindeutig wenig Kampferfahrung durch ihre geringe Schmerzresistenz, denn jemand, den man schon einmal durchbohrt oder ernsthaft geschlagen hatte, würde wohl keine Tränen verlieren, wenn er eine derart lächerliche Verletzung erlitt. Andererseits war sie vielleicht auch superemotional. Was natürlich wieder auf das Elternhaus schließen ließ. Ihre Kleidung war hübsch und sah nicht ganz billig aus, und sie ließ sich von einer Verletzung aus dem Konzept bringen, also war sie das nicht gewohnt oder hatte keinen wirklichen Grund, Stärke zu zeigen. Also war sie nicht abgehärtet. Und wodurch wurde man nicht abgehärtet … Stopp. Der Grüne hob die Hände an seine Stirn und zog sich für einen Moment hinter den Baum zurück, um tief durchzuatmen, Mut zu fassen. Die vertraute Umgebung half ihm dabei, sich einen Ruck zu geben, und so schlenderte er mit konzentrierter Miene direkt auf das Mädchen zu, hockte sich vor ihr auf den Boden und suchte Blickkontakt, ehe er ihr seine Salbedose unter die Nase hielt. „Du solltest deine Wunde vom Boden fernhalten, wenn du keine Infektion kriegen möchtest.“ Sein Ton war warm, aber nicht wirklich gefühlvoll. Musste er auch nicht. Sie konnte nicht laufen, also würde er ihr helfen, damit sie wegging, und sich wieder hinlegen. Seine Aufmerksamkeit galt direkt wieder ihrem Bein, immerhin war das ja auch sein Zielobjekt. Ohne sich darum zu kümmern, dass er wahrscheinlich ganz schön bedrohlich auf sie wirkte, schlang er eine Hand um ihre Wade und hob ihren Fuß leicht, um die Wunde genauer betrachten zu können und sie auf Schmutz zu untersuchen. „Hier.“ Er löste eine Lasche und warf ihr seinen Beutel vor die Füße. „Hol ein Tuch und die Alkoholische … Das Wundspray. Fass nichts Anderes an und versuch nichts davon zu essen, auch wenn es gut riecht.“ Ein todernster Blick in ihre Augen. „Du hast deine Schuhe von dir geschleudert.“ Und er würde gleich aufspringen und sie holen, wenn sie nichts dagegen hatte.

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Valerie
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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:39

Valerie war so auf die brennende Verletzung an ihrem Bein fixiert, dass sie die sich ihr nähernde Person kurzerhand ganz einfach übersah und nicht einmal bemerkte, dass sie nicht mehr allein war. Stattdessen strich sie mit spitzen Fingern vorsichtig über die abgeschürfte Haut und musste sich hier und da ein weiteres gequältes Wimmern verkneifen. Das tat aber auch was weh. Bei ihrem letzten und ersten Auftrag hatte sie sich kaum nennenswert verletzt und generell war Valerie niemand, der oft von körperlichen Mankos gequält wurde. Es war ganz einfach so, dass die meisten Menschen dazu neigten einen Beschützerinstinkt ihr gegenüber zu entwickeln und sie dadurch oft rund um die Uhr versorgt und behütet wurde. Daher hatte sie auch eine sehr geringe Toleranz gegenüber Schmerzen und Verletzungen aller Art, schließlich wurde das meiste Übel ganz einfach durch vorbeugende Maßnahmen abgewendet. Dafür trafen sie Kratzer, Schürfwunden und andere Verletzungen jedoch umso härter, wenn sie denn dann einmal in Kontakt mit ihnen kam.
Wie sie da so mit hart aufeinandergepressten Lippen ihre Wunde näher in Augenschein nahm, übersah die kleine Finsternismagierin auch völlig die Person, welche sich mit beachtlicher Vorsicht auf sie zu bewegte und erst als das Mädchen von einem Schatten überragt wurde, schreckte sie auf und blinzelte die Gestalt vor sich entsetzt an. "Oh Gott, bitte tu mir nichts!", stieß das Mädchen in ihrer Panik hervor, noch ehe der Herr auch nur die Chance hatte ein einziges Wort an sie zu richten. Normalerweise war Valerie eine Person, die ihrem Gegner stets das Gefühl von absoluter Überlegenheit und Stärke vermittelte und sich Situationen durch überraschende Flexibilität relativ schnell anpassen konnte. Unter normalen Umständen wäre es ihr auch extrem unangenehm gewesen, dass ein ihr vollkommen fremder Mensch sie in einem Moment der Schwäche zu Gesicht bekam. Valerie hasste es, wenn sie vor anderen weinte oder ihre Liebmädchenfassade fallen ließ. Es brachte sie aus dem Konzept und ließ sie zudem auch noch mit einer ordentlichen Portion Ungewissheit und Panik zurück. In diesem Fall sorgte jedoch vor allem Letzteres dafür, dass sie nicht einmal die Chance hatte, sich über ihr Verhalten oder aber ihr Erscheinungsbild näher Gedanken zu machen. Panik und Angst benetzte jede Faser ihres Seins, während in ihrem Hinterkopf nur der Gedanke hämmerte, dass sie einem möglichen Gegner verletzt und völlig hilflos ausgeliefert war. Sie hatte ja nicht einmal eine ihrer Waffen dabei!
Als die Sakai jedoch bemerkte, dass der Grünhaarige ihr ganz offensichtlich nicht schaden wollte, beruhigte sich ihr schnappender Atem langsam wieder und mit einem erleichterten Seufzen legte das zierliche Mädchen sich ihre rechte Hand über die Stelle, unter welcher sie ihr klopfendes Herz vermutete. Der Puls hämmerte ihr unter den Fingerspitzen, während sie versuchte ihren vor Panik starren Körper langsam wieder zu entspannen. "Hättest du dich nicht vorher ankündigen können? Sich so anzuschleichen ist wirklich nicht die feine Art...", murmelte die Dunkelhaarige heiser und fuhr sich müde mit ihrer linken Hand über das Gesicht. Der plötzliche Adrenalinschub hatte sie ganz plötzlich ausgezerrt und erschöpft zurückgelassen. Sie würde in diesem Fall über die Unhöflichkeit des Neuankömmlings hinwegsehen, hatte er doch ganz offensichtlich vor ihr zu helfen. Zudem schien er sich wenigstens ansatzweise mit Verletzungen auszukennen, riet er ihr doch, das verletzte Bein nicht mit dem dreckigen Erdboden in Kontakt kommen zu lassen. Das klang in ihren Ohren ganz logisch, wollte sie doch ebenfalls vermeiden Dreck und Schmutz an die abgeschürfte Haut und das Fleisch darunter kommen zu lassen. Jedes kleine Kind wusste schließlich, dass sich solche offenen Wunden nur zu leicht entzünden konnten und anschließend noch größere Schmerzen verursachten.
Er mochte noch so viel Ahnung haben, Valerie erschreckte sich trotzdem, als der Fremde mit einem Mal nach ihrem Bein griff und es vorsichtig hob, vermutlich um das Übel näher begutachten zu können. Tatsächlich zuckte sie so heftig zusammen, dass sie sogar ein wenig nach hinten rutschte und kurz darauf beschämt das Gras zu ihren Händen musterte, welches sie in ihrer Erschrockenheit so eilig umklammert hatte. "T-tut mir leid...du hast kalte Hände..." Das war gelogen. Eigentlich hatte er sogar recht angenehme Hände und wenn Valerie so näher darüber nachdachte, dann fühlte es sich gar nicht einmal so unangenehm an, seine Hände auf ihrer Haut zu spüren. Etwas ungewohnt ja, aber keinesfalls abstoßend oder beängstigend. Obwohl...Letzteres wohl doch irgendwie, kannte sie den seltsamen Jungen doch eigentlich gar nicht. Wer er wohl war und was er hier wohl ganz alleine im Wald gemacht hatte? Mit seinen grünen Haaren konnte man glatt denken, dass er sich in seinem natürlichen Lebensraum befand.
Die Sakai versuchte sich ein Schmunzeln bei ihren Gedanken zu verkneifen und sich stattdessen lieber auf den Ernst der Lage zu konzentrieren. Was hatte er gesagt? Sie sollte etwas in seinem Beutel suchen? Und sie sollte möglichst nichts...essen? Aus seinem Beutel? Glaubte er denn wirklich, dass sie naiv genug war um Essen von fremden Personen anzunehmen? Oder einer gut riechenden Speise nicht widerstehen konnte? Die Lamia unterdrückte ein Schnauben, während ihre dünnen Finger am Verschluss des Beutels friemelten und kurz darauf in ihm verschwanden um die verlangten Gegenstände zu finden. Als Valerie sich ein bisschen weiter vorbeugte um sehe zu können, was genau sie da suchte, musste sie feststellen, dass ihr Gegenüber recht gehabt hatte. Irgendetwas in diesem Beutel roch wirklich fantastisch. Das Mädchen schluckte hart und versuchte sich mit ihrer Suche zu beeilen. Es wäre schließlich wirklich mehr als peinlich, wenn sie sich nun doch nicht mehr beherrschen könnte und entgegen seiner vorherigen Anweisungen dennoch etwas aus seinem Privatbesitz vernaschte. Stattdessen griff die Siebzehnjährige so schnell wie möglich nach dem Tuch und einem Fläschchen, das sie als das Wundspray vermutete und hielt es ihrem Retter schließlich mit zitternden Händen entgegen. "Hast du das gesucht?" Sie war gespannt, was genau er nun damit vorhatte. Würde es wehtun, wenn er dieses komische Spray auf ihrer Wunde verteilte? Der Gedanke machte sie nervös, denn Valerie mochte keine Schmerzen. Tatsächlich kam sie sogar ganz wunderbar ohne sie aus und vermied sie wo sie es nur konnte. Nur dieses eine Mal hatte sie natürlich nicht aufgepasst und war kurzerhand ihrer eigenen Unachtsamkeit zum Opfer gefallen. Ein leises Seufzen verließ ihre Lippen, während sie dem Blick des Grünhaarigen folgte und tatsächlich ihre Schuhe in einigen Metern Entfernung entdeckte. "Da hast du wohl recht. Ich werde sie mir gleich holen müssen...", stellte die Magiern schließlich fest und starrte ihr schwarzes Schuhwerk an, als könnte sie es für ihren Sturz und die daraus resultierenden Schmerzen verantwortlich machen. Verflixte Ballerinas, verflixter Baumstamm. "Sag mal, wie heißt du eigentlich?" Wenn er ihr schon half, dann musste sie wenigstens so viel über ihn erfahren.

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Ivy Griffin

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:43

Nachdem Ivy dafür gesorgt hatte, dass sie ihren Fuß von den schädlichen Einflüssen des dreckigen Erdbodens fernhielt, bedachte er sie mit einem reichlich verwirrtem Blick. Wieso in aller Welt hätte er sich noch mit Worten ankündigen sollen? Sie war selbst Schuld, wenn er sie erschreckt hatte, wo er doch alles Andere als schleichend durch den Boden gelaufen war und dabei sicherlich zehn Zweige mit den Schuhen zermahlen hatte, ganz abgesehen vom Rascheln seiner Kleidung und seinen Atemzügen. Gerade strichen diese über ihren Fuß und waren ebenso wie seine Hände nicht kalt, weswegen auch diese Aussage ihn ziemlich wunderte. Sie hatte sich quasi zusammengefaltet und war nach hinten gerutscht, natürlich hatte sie sich erschreckt. Jeder würde das tun, wenn man sich ungefragt Körperkontakt an einer empfindlichen Stelle verschaffte. Da Ivy allerdings nicht vorhatte, ihren momentanen Schwächezustand auszunutzen und ihrem Körper nichts abgewinnen konnte als medizinische Fakten und den offenkundigen Eindruck von Furcht und Misstrauen, brauchte sie sich gar nicht so anstellen. Er war mit einer sehr diplomatischen Aussage gekommen, die sein Fachwissen zeigen sollte und noch mehr, dass er ihr helfen wollte, was der einzige Grund war, wieso er ihren Fuß in die Richtung seines Gesichtes drehte und sich die Wunde betrachtete, die nun wirklich nicht sonderlich hübsch war. Was er spontan sagen mochte, war, dass sie nicht sonderlich verdreckt war und daher wahrscheinlich nur ein wenig gesäubert werden musste, damit er seine Salbe auftragen konnte. Damit hatte sie Glück; wenn sie Pech gehabt hätte, wäre es vielleicht nötig gewesen, Rindenstücke aus ihrem abgeschürftem Fleisch zu zupfen und das wäre sicherlich schmerzhaft geworden. Für's Erste ignorierte der junge Mann alles, was dieses wehleidige Mädchen von sich gab, weil seine dünnen Finger um ihre Wunde tasteten, das Bein bewegten und so herauszufinden versuchten, ob sie sich irgendetwas gebrochen oder gerissen hatte. Natürlich hätte er sie fragen können, aber welcher Amateur hatte schon eine Ahnung davon, wie man derartige Verletzungen unterschied? Die hatte mitten im Wald ihre Schuhe ausgezogen und einen gigantischen Ast übersehen, so helle konnte sie da wohl nicht sein. Außerdem brauchte sie ewig, um die richtigen Dinge aus seinem Beutel zu fischen, so lange, dass er fast ungeduldig wurde und ihr das Ding aus der Hand gerissen hätte, wenn er es ihr nicht einzig und allein deshalb gegeben hätte. Um zu vermeiden, dass sie sich allzu sehr in ihre Wunde hineinsteigerte, war es immer klug, Patienten eine Aufgabe zu geben. Normalerweise benutzte er Rechenrätsel oder Multiplikationsreihen, aber so wie er den Intellekt des Mädchens einschätzte, war es vielleicht besser, wenn man sie durch ein paar duftende Kräuter ablenkte. Letztendlich nahm er die – erstaunlicherweise – richtigen Gegenstände in die bereits vor Sekunden ausgestreckte Hand, bettete den Fuß auf seinen Schoß und schaute ihr einen Moment lang in die Augen. "Ich habe das nicht gesucht. Das warst du. Und du warst dabei nicht gerade konzentriert. Bist du mit dem Kopf aufgeschlagen oder haben dich deine Brüste abgefedert?" Ivy legte den Kopf leicht schief und verlor nur eine Sekunde, um den Blick der gelben Augen über ihren Oberkörper schweifen zu lassen, ehe er rasch den Moment nutzte, um das mit dem Wundspray benetzte Tuch auf das Schienbein zu drücken. Das sollte etwas brennen, aber es war nötig. Er versuchte es so vorsichtig wie möglich zu machen und schaute nach den ersten paar Drückern nicht mehr hin, damit er wieder ihren Blick einfangen konnte. Eigentlich hatte sie sein Zeug doch recht schnell geholt, aber ein wenig Empörung und das Gefühl, er würde ihr auf die Brüste starren, kurbelten vielleicht ihr Adrenalin wieder an, was das beste natürliche Schmerzmittel neben dem K.O.-Schlagen war. Die Aussage mit den Schuhen ließ er unbeantwortet, stattdessen zuckten seine Mundwinkel bei ihrer Frage und er konzentrierte sich wieder auf die Wunde, ging nun zum Knöchel über und benutzte beiläufig ihren Oberschenkel, um seine Salbedose darauf abzustellen, wobei seine Finger kurz eben diesen streiften, ohne, dass er es wirklich registrierte. "Ich heiße Ivy."

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Valerie
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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:47

Valerie war sich ziemlich sicher, dass man den Zustand völligen Schocks nur allzu leicht von ihrem Gesicht ablesen konnte. Was genau hatte er da gerade gefragt? So wie sie Ivy nun anblinzelte konnte man beinahe davon ausgehen, dass sie sich tatsächlich den Kopf bei ihrem Sturz angeschlagen hatte. Tiefe und absolute Verwirrung hatte für einen kurzen Moment die Kontrolle über ihren Körper übernommen, weshalb sie lediglich in der Lage war, ihren Gegenüber ausdruckslos und mit leicht geöffnetem Mund anzustarren. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Worte gesackt waren und ihre Bedeutung der Finsternismagierin bewusst wurde. Brüste? Hatte er da etwa-...? Mit einem schrecklich hohen Quietschen schlug die Magierin peinlich berührt ihre Hände vor das Gesicht und versuchte so die kirschrote Farbe zu verdecken, welche langsam ihren Weg den Hals hinauf, bis in ihre Wangen fand. Der hämmernde Puls war wieder da, ebenso wie das rauschende Blut und die plötzliche Hitze in ihrem Gesicht. Mit ihrer brennenden Verlegenheit war jedoch auch eine ordentliche Portion Wut gekommen, welche sie darauf kanalisierte, ihre Lippen hart aufeinander zu pressen. Was fiel diesem Schuft eigentlich ein? Sie hatte weder Neon noch Noctis, Kabuto und Jacen erlaubt so mit ihr umzugehen und sie auf solche obszönen Dinge anzusprechen, da würde sie bei Ivy mit Sicherheit keine Ausnahme machen.
Aprubt riss das Mädchen die Hände aus ihrem Gesicht und funkelte ihren Retter bitterböse und immer noch beschämt aus ihren dunklen Augen an. Sie musste wirklich ein seltsames Bild abgeben, mit den vor Zorn und Scham geröteten Wangen und dem grimmigen Gesichtsausdruck. "M-meine Brüste gehen dich überhaupt g-gar nichts an!", zischte die Siebzehnjährige schließlich wenig geistreich und biss sich anschließend so hart auf die Unterlippe, dass sie kurz darauf Blut schmeckte. Sie musste den Reflex unterdrücken, Ivy einfach ihr Bein zu entziehen, sich aufzurappeln und davon zu stürmen. Bislang war das schließlich immer ihre bevorzugte Methode gewesen. Sich einfach Umdrehen und das Heil in der Flucht suchen. Schade nur, dass das in dieser Situation wohl nicht ganz funktionieren würde, war sie auf Ivys Hilfe doch eindeutig angewiesen. Ivy...was war das überhaupt für ein Name? Etwas Vergleichbares hatte sie ja noch nie gehört und Valerie hatte in ihrem Leben bereits einige Menschen mit seltsamen Namen kennen gelernt.
Nun, trotz der mehr als seltsamen Art ihres Gegenübers gebot es die Höflichkeit dennoch, dass sie sich bei ihrem Retter angemessen bedankte, schließlich hatte er ihr nichts zwangsläufig helfen müssen und es aus reiner Nächstenliebe getan. Das vermutete Valerie zumindestens, denn ihr wollte kein anderer Grund einfallen, warum er ihr sonst zur Hilfe hätte eilen sollen. Schließlich würde er in ihren Augen keinerlei Vorteil daraus ziehen. "Danke für deine Hilfe, Ivy-san.", meinte sie also und das nicht nur der Etikette halber. Sie war dem seltsamen Jungen tatsächlich sehr dankbar und wusste, dass sie nun in seiner Schuld stand. Er hatte ihr geholfen, ohne das er wusste, wer genau sie war und was sie im Wald zu suchen hatte. Machte ihn das eigentlich automatisch zu einer guten Person? Nun, es machte eine Bekanntschaft in ihren Augen zu mindestens erstrebenswert, weshalb sie trotz seines augenscheinlich mangelnden Interesse nicht zögerte und sich ebenfalls vorstellte. "Ich bin übrigens Valerie, Valerie Sakai." Noch so eine Marotte, dass sie immer ihren Nachnamen verriet, wenn sie eine Person neu kennen lernte. Es war beinahe so, als forderte sie das Schicksal heraus und erwartete, dass sie irgendwann einmal einer Person begegnete, die sie als Tochter ihres Vaters erkannte. Die Familie Sakai war in den richtigen Kreisen schließlich kein vollständig unbekannter Name, ebenso wenig wie die Tatsache, dass sie eigentlich schon lange kein offizieller Teil mehr dieser Gesellschaft war. Schon komisch, welch gewaltigen Einfluss sie dennoch noch immer auf ihr Leben und ihr Verhalten hatte. Nun, alte Gewohnheiten ließen sich nun einmal schwer ablegen, weshalb es auch gar nicht lange dauerte, bis Valerie wieder zu ihrem alten Ich zurückgefunden und ihr niedlich-süße Maske aufgelegt hatte. Sie musste schließlich den ersten Eindruck wieder gut machen, den sie zuvor so ruiniert hatte. "Sag mal Ivy-san, was machst du hier denn so ganz alleine im Wald?" Den Kopf leicht zur Seite gelegt, dass offene Haar einer Kaskade gleich über die eine Schulter hinunter geschüttelt und ein verspieltes Blinzeln aus einem Paar obsidianfarbender Augen. Ja, Valerie wusste noch immer ganz genau, wie man ihr Spiel spielte und sie würde sich durch so einen kleinen Zwischenfall sicher nicht aus der Ruhe bringen lassen. Schließlich war es doch das, was alle Menschen sehen wollten und liebten. Valerie, das kleine, zuckersüße Ding.

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:48

Langsam fragte sich der Grüne, ob das Mädchen vor ihm an soetwas wie einer bipolaren Persönlichkeitsstörung litt. Erst war es weinerlich und hilflos, hatte jammernd im Gras gelegen und seine Behandlung über sich ergehen lassen. Kaum hatte er allerdings seine Bemerkung gemacht, traf er voll ins Schwarze und sorgte für ein rotes Gesicht. Sie starrte ihn mit giftigem Blick entgegen und verkündete, dass ihre Körperteile ihn nichts angingen. Seltsam, wie subjektiv sie mit ihrer Anatomie umging. Ihr Oberkörper war heilig, aber es war ihr egal, wenn ihr Fuß quasi auf seinem Intimbereich lag, während er daran herumstreichelte und tastete? Was genau machte ein Bein weniger sexuell als eine Brust oder den Hintern? Wer hatte sich diese Regeln ausgedacht, die der Griffin weder verstehen konnte noch wollte? Ivy beobachtete sie einen Moment lang ausdruckslos und wandte sich dann wieder seiner Arbeit zu. Sie hatte sich auch vor Wut auf die Lippe gebissen, was ziemlich dumm war. Zum Glück hatte er Salbe dabei und war gerade an der richtigen Stelle – wenn sie hier ganz alleine herumgelegen hätte, wäre sie noch verblutet. Ob sie sich wohl immer selbst verstümmelte, wenn man sie reizte oder sie sich aufregte? Jedenfalls schien sie zusammen mit ihrem Blut auch ihren Ärger geschluckt zu haben, denn kurz darauf war sie plötzlich so liebenswürdig, dass Ivy in den Himmel gucken musste, um sicherzugehen, dass die Sonne nicht plötzlich aus ihrem Gesäß schien. Zwar hatte sie mit ihren Überlegungen der Nächstenliebe nicht recht und lag auch sonst bei ihrer Einschätzung hauptsächlich daneben, aber das konnte er ja nicht wissen. Das Einzige, was sie ihm offen zeigte, war ihr Lächeln, ihre Dankbarkeit und ihr Name. Valerie Sakai. Ein Detail, das Ivy nicht im Geringstem interessierte, da er nicht vorhatte, sie länger als nötig auszuhalten. Nicht, dass sie nun irgendwie nervtötend war oder so ... Er war eben einfach lieber alleine. Die Einsamkeit war befreiend und half ihm beim Nachdenken. Dennoch speicherte er ihren Namen ab, nur für den Fall, dass er ihn in Zukunft noch einmal hören würde. Passierte das nicht, wurde er sowieso innerhalb von ein paar Wochen gelöscht. Warum dachte sie eigentlich, dass sie plötzlich anfangen musste, ein -san an seinen Namen zu hängen? Der Grüne hatte für solche offenkundig scheinheiligen Respektbekundungen nichts übrig und würde sie auch mit Vornamen ansprechen, wenn er musste. Na ja. Wenn sie meinte. Ivy öffnete die Salbendose und begann, ihr eine Schicht der lindernden Paste auf die Wunden zu schmieren, nachdem er sicher war, dass die verletzte Haut gereinigt war. Während seine Finger die magische Wirkung ankurbelten, indem sie sanft glühend den nötigen Manaimpuls hineinleiteten, hob er den Blick wieder einmal zu ihrem Gesicht. Sie blinzelte ihn an und hatte ihr Haar irgendwie über die Schulter geschmissen, wo es fast im Weg war. Es war offensichtlich, dass sie versuchte, hübsch und süß auszusehen, sich richtig Mühe gab, nun wieder auf Liebchen zu machen. Ivy war das egal. Die Antwort auf ihre Frage lag ihm schon auf der Zunge, doch er beherrschte sich und hob einen Mundwinkel, weil sie verletzt war und seine Mutter immer darauf beharrte, dass man Kranke und Hilfsbedürftige mit gebührender Freundlichkeit behandeln sollte. Glücklicherweise war Valerie dadurch in den Rang einer neugierigen Patientin aufgestiegen. “Du sagst das, als würde es dich eher interessieren, warum ich alleine bin.” Er runzelte die Stirn und verteilte etwas mehr Salbe auf den Knöchel. “Ich mag die Einsamkeit. Und es ist hier wirklich friedlich, wenn man aufpasst, wo man seine Schritte hinsetzt.” Es war nicht zu erkennen, ob das scherzhaft oder spöttisch gemeint sein sollte. Ivy zögerte für einen Moment, dann trug er eine kleine Menge der Heilpaste auf seine Fingerspitze auf und hielt sie ihr entgegen. “Willst du etwas davon auf die Lippe?”

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Valerie
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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:49

Die Frage, warum Valerie mit einem Mal begonnen hatte ein -san an Ivys Namen zu hängen ließ sich relativ einfach beantworten. Er hatte ihr geholfen und zudem auch noch ihre Schmerzen gelindert, was ihn für Valerie automatisch in eine Position rückte, welche das respektvolle Anhängsel verdient hatte. Damit war er eine der wenigen Personen, denen diese zweifelhafte Ehre zuteil wurde, sprach die Sakai andere Menschen doch grundsätzlich eher mit einer Verniedlichungsform an, als ihnen auf respektvoller Basis zu begegnen. Das hatte ganz einfach damit zu tun, dass Valerie sich grundsätzlich gerne auf Augenhöhe mit ihrem Umfeld befand. So niedlich und verspielt sie auch immer tat, so gefasst und kalkulierend war sie oftmals hinter ihrer Fassade. Indem sie Menschen wie Emaru und Sinikka ein wenig auf ihr Niveau brachte, verschaffte sie sich selbst ein gewisses Maß an Sicherheit im Umgang mit ihnen und erleichterte ihr so die Gespräche mit den meisten Personen. Die Siebzehnjährige war sich nämlich durchaus bewusst, dass sie mit vielen Menschen weder an Intelligenz noch an Erfahrung mithaltend konnte und hatte daher ihre eigene Methode entwickelt. Dennoch war sie sich sicher, dass sie keinen Fehler begangen hatte, als sie dem seltsamen Jungen dieses Privileg zugesprochen hatte. Diese Vermutung wurde direkt ein weiteres Mal bestätigt, als ihr Retter auch die Bisswunde auf ihrer Unterlippe bemerkte, welche sie sich in ihrem Ärger selbst zugefügt hatte. Ohne großartig zu zögern hielt er ihr eine Fingerspitze seiner seltsamen Creme entgegen und die Sakai war auch schon auf halbem Weg, um sie ihm abzunehmen und ihre Lippen damit zu benetzen, als ihr mit einem Mal etwas Seltsames auf dem Handteller des Jungen auffiel. War das etwa...? Mit einem Ruck schellte das Mädchen vor und griff kurzerhand nach Ivys Handgelenk, während sie es anschließend näher zu sich und damit besser in ihr Blickfeld brachte. Sie hatte sich nicht geirrt, er trug tatsächlich das Gildenzeichen von Lamia Scale auf derlinken Hand. Für eine ganze Weile betrachtete Valerie nur schweigend das Tattoo, ehe sie schließlich langsam den Kopf hob und in die gelben Augen ihres Retters starrte. "Du gehörst der Gilde Lamia Scale an?", fragte sie beinahe atemlos, immer noch auf sein Gesicht fixiert. Das würde ja bedeuten... "Du bist ein Magier?" Hätte sie nicht bereits auf dem Boden gesessen, so hätte sie diese Erkenntnis wohl von den Füßen gehauen. Ihre immer noch verletzte Lippe und das angebotene Mittel war vergessen. Wie hoch war bitte die Wahrscheinlichkeit, dass sie hier draußen, abgelegen von jeder Zivilisation, auf einen Gildenkameraden stieß? Allein der bloße Gedanke sorgte für einen Augenblick dafür, dass das Mädchen vollkommen sprachlos war. Niemals war ihr auch nur der entfernte Gedanke gekommen, sie könnte nach diesem kleinen Unfall noch einmal auf Ivy treffen.
Es dauerte eine ganze Weile, ehe Valerie begriff, wie die Situation auf ihren Gegenüber wohl wirken musste und was sie in diesem Augenblick wohl für einen Eindruck auf ihn machte. Es war wohl eine Erklärung angebracht. In einer raschen Bewegung ließ die Magierin das immer noch umklammerte Handgelenk fallen und drehte ihren Oberkörper, während sie mit beiden Händen ihr Haar zurück auf ihre Schulter kämmte. Wenn sie keine der Strähnen ausgelassen hatte, dann müsste Ivy nun den perfekten Ausblick auf ihr schwarzes Gildenzeichen haben, welches sie seit ihrem Beitritt in ihrem Nacken trug. "Ist das nicht ein unfassbarer Zufall?" Sie konnte doch nicht die Einzige sein, die von dieser Entdeckung beeindruckt war, oder?

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:51

Valerie war ein lustiges Persönchen, so voller Widersprüche. Nun war sie ausgeflippt, hatte ihn angemotzt, sich bei ihm bedankt und jetzt rückte sie ihm auch noch auf die Pelle, das alles in einem Zeitraum von gerade einmal wenigen Minuten. Das war allerdings auch schon alles, was Ivy an dem Mädchen beeindruckte, das vor ihm saß und das er gerade aus völlig egoistischen Gründen heilte. Schon die ganze Zeit über hatte er Probleme damit gehabt, der Dunkelhaarigen sonderlich viel Intelligenz zuzusprechen, doch das hier schlug dem Fass ja geradezu den Boden aus. Erstens streckte sie ihre Finger nach dem Seinen aus, ganz offenbar darauf bedacht, ihn die Salbe abzunehmen. Das bedeutete, dass sie entweder so verwirrt von seinem Kommentar über ihre Oberweite gewesen war, dass sie ihn nicht beim Verarzten beobachtet hatte – oder aber sie war einfach nicht die Hellste. Natürlich müsste er ihr die Salbe auftragen und einen anschließenden Manaimpuls bereitstellen, wenn sie wollte, dass seine Creme etwas mehr Effekt als das herkömmliche Lipgloss hatte. Nun gut, theoretisch hätte es ausgereicht, wenn er ihr nach dem Benetzen ihrer Lippen das Mana gegeben hätte, aber Ivy mochte es nicht, wenn man sein Werkzeug anfasste. Am Ende wandte sie es vollkommen falsch an und wischte sich damit in den Augen oder der Nase herum, das hatte es alles schon gegeben, was mitunter Grund war, wieso der Grüne weder Kinder noch senile Alte gerne behandelte und stets jeden darauf hinwies, nichts aus seinem Beutel zu verspeisen. Außerdem war es ein langsamer und mühseliger Prozess, mehr von seinen Salben herzustellen, solange er nicht im Labor seiner Mutter war, weshalb er natürlich am besten wusste, wie man sie dosieren sollte. Valerie hatte dafür kein Verständnis, doch die Frage war ohnehin, ob sie irgendetwas verstand, außer das Offenkundige, was ihr quasi mit einem Boxhandschuh auf die Nase depperte. Obwohl sie auch das seltsamerweise übergangen hatte, doch zurück zum Thema. Von einem Moment auf den anderen war seine Hand plötzlich gefangen, von schlankeren, zierlicheren Händen, und er spreizte den Cremefinger seltsam ab, damit er die kostbare Heilsalbe nicht verschmierte. Seine Augen weiteten sich kurz zu sicherlich doppelter Größe und er erwartete fast schon einen tätlichen Angriff – bei diesem Mädchen wusste er wirklich nicht, was er als Nächstes von ihr zu Gesicht bekam – doch stattdessen starrte sie nur das Tattoo auf seiner Hand an, als hätte er dort das Deckenbild einer Kapelle abgebildet oder so. Mit unwilligem Zungenschnalzen wollte er ihr seinen Arm entziehen, aber sie hatte sich festgekrallt, weswegen er nach einem flüchtigen Ruck Mühen in die Richtung wieder einstellte. Irgendetwas faszinierte sie offenbar an seinem Gildenzeichen, weswegen sie auch sofort fragte, ob er denn der Gilde angehörte und daher ein Magier war. Ivy erwiderte ihren überraschten Blick mit einem Ausdruck, der sie ziemlich offen fragte, ob sie ihn gerade veräppeln wollte. Glaubte sie, dass er dieses Zeichen nur zur Dekoration trug? Und wieso sollte er einer Gilde angehören, wenn er kein Magier war? Valerie hatte ihm nichts Anderes erzählt, als dass Wasser nass und Feuer heiß war, doch er überging das und schob es großzügig auf den Blutverlust. Diese Sakai war wirklich seltsam. Und jetzt drehte sie sich auch noch und entblößte ihr eigenes Gildenzeichen neben einem Rücken, der sicherlich alle anderen Männer entzückt hätte. Ivy runzelte die Stirn, freute sich eher darüber, dass seine Hand nun frei war, und betrachtete flüchtig die schwarzen Umrisse des Zeichens. Das überraschte ihn. Eigentlich hatte er gedacht, dass sich die Schwarzhaarige nicht wirklich mit Kämpfen auskannte, und nun war sie auch das Mitglied seiner Gilde? Bedeutete das nicht, dass er ihr unter Umständen noch einmal über den Weg laufen würde? Und ... wahrscheinlich würde sie das nächste Mal auf ihn zugehen und mit ihm reden und ihn davon abhalten, seinen wichtigen Gedanken über Gott und das Universum nachzugehen, kurz: Zu schlafen und zu faulenzen. Großartig. Allerdings sollte er ihre Frage beantworten, weswegen er eine Braue hob und die Beine zu einem Schneidersitz verschränkte, nicht ohne darauf zu achten, dass ihr Bein weiterhin gestützt war und die Salbe wirken konnte, die gerade ihr Bestes tat, die Haut wieder zusammenzufügen und die oberflächlichen Kratzer verschwinden zu lassen. "Wenn man betrachtet, dass wir uns nur wenige Meter außerhalb von Hosenka Town befinden, welche die Heimat unserer Gilde ist, würde ich sagen, dass es ein Zufall ist, aber unfassbar eher nicht. Ich komme sehr oft hierher und da du vom Weg abgewichen bist, lässt das – abgesehen von deinem tollpatschigem Unfall - ebenfalls auf eine gewisse Vertrautheit mit der Umgebung schließen. Es wäre also nur eine Frage der Zeit gewesen, bis wir uns begegnet wären. Willst du jetzt die Lippe geheilt haben oder nicht?"

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:52

Zu sagen, dass Ivys Worte Valerie mit einem Schlag ernüchterten wäre eine Untertreibung gewesen. Tatsächlich saß die Sakai für einen Moment schweigsam da und wusste nicht genau, wie sie auf die Worte ihres Gildenkameraden reagieren sollte. Im Grunde hatte er natürlich recht. Tatsächlich schien alles, was er bisher gesagt hatte durchaus plausibel und logisch zu sein. Und dennoch, irgendwie hatte sich das Mädchen gewünscht, dass er ihre Freude wenigstens ansatzweise nachvollziehen konnte. Empfand er es nicht als etwas Erfreuliches einen Gildenkameraden von sich zu treffen? Mit einem leisen Seufzen warf sich die Siebzehnjährige wieder ihr Haar über den Nacken und drehte sich anschließend zu Ivy um. In ihrer Aufregung hatte sie völlig vergessen, dass er noch ihre Lippen heilen wollte. "Wenn es dir keine Umstände macht, dann gerne.", meinte sie schließlich und betrachtete ihren Gegenüber genau. Es war interessant, in welchem Kontrast seine gelben Augen zu den grasgrünen Haaren standen. Generell erinnerten ihn erstere ein wenig an die Seelenspiegel einer Raubkatze, während letzteres ihm einen beinahe harmlosen, friedlichen Eindruck verliehen. Eine seltsame Kombination. Und nicht nur das verwirrte sie, sein gesamtes Verhalten hinterließ bei ihre eine seltsame Unsicherheit, die sie nicht ganz zuzuordnen wusste. Mit seinem Wissen und seiner Art schüchterte er sie ein und Valerie wusste nicht, wie sie mit der momentanen Situation umgehen sollte. Ivy hatte sie nicht nur in einem Moment reiner Schwäche erlebt, er war auch kein bisschen auf ihre niedliche Art angesprungen und hatte sie zu allem Überfluss ein weiteres Mal auf ihren Unfall von zuvor hingewiesen. War das etwa die Art, mit der er Fremde behandelte? Oder konnte er sie wohl einfach nicht leiden, weil sie ihm bisher so viele Probleme bereitet hatte? "Du hast Recht, dass mit dem Stolpern war wirklich ein blöder Unfall.", meinte die Finsternismagierin leise und betrachtete eingehend ihre Fingernägel, welche sich tief in das Waldmoos vergraben hatten. Es war aber auch blöd, dass sie den Grünhaarigen ausgerechnet unter solchen Umständen hatte kennen lernen müssen. Nun mochte er sie bestimmt nicht mehr und wollte nie wieder etwas mit ihr zu tun haben. Als Valerie ihren Blick wieder hob und dabei erpicht darauf war, den gelben Augen auszuweichen, machte sie eine seltsame und zugleich erheiternde Entdeckung, welche ihre Laune schlagartig hob und ein Lächeln zurück auf ihre zuvor so geschundenen Lippen brachte. "Ivy-san, dir sitzt ein Schmetterling in den Haaren.", kicherte sie und betrachtete amüsiert den kleinen Falter, welcher seinen Platz nahe Ivys rechtem Ohr gefunden hatte. Was für ein hübsches Tier es doch war, mit der gelben Farbe und den schlanken Flügeln. Dabei fürchtete sich die Siebzehnjährige eigentlich vor Insekten aller Art, waren die meisten doch überhaupt nicht schön anzusehen. Der Schmetterling bot da natürlich eine Ausnahme, war er doch eines der Tiere, die durch Farbe und einem relativ eleganten Aussehen überzeugen konnten. "Möchtest du, dass ich ihn dir aus den Haaren entferne?" Vielleicht konnte sie sich ja so einmal nützlich machen. Schließlich hatte ihr Ivy bisher so toll geholfen, da musste sie sich einfach irgendwie revanchieren. Natürlich war da die Entfernung eines harmlose Insektes kein Meilenstein, aber es war zu mindestens ein Anfang. Und wenn sie sich dann immer noch würde bedanken wollen...nun, ihr würde sicherlich etwas einfallen, wie sie sich würde erkenntlich zeigen können. Zum Beispiel konnte sie einmal mit ihm auf eine Quest gehen! Valerie war sich ziemlich sicher, dass Ivy wie jeder andere ebenfalls Geld verdienen musste und da würde es sich doch anbieten, wenn sie in Zukunft einmal einen Auftrag gemeinsam erledigen würden. Ja, das hörte sich ganz nach einer Idee an, die sie unbedingt im Hinterkopf behalten musste. Vielleicht würde sie auch ihren Gegenüber damit konfrontieren, sobald sie das kleine Tier gerettet hatte. Wer wusste es schon, vielleicht freute er sich ja doch über ein wenig Gesellschaft. Dann würde sie ihm auch gleich beweisen können, dass sie sich nicht immer so ungeschickt und hilflos anstellte, wie sie es heute getan hatte. Nicht, dass es wichtig war. Es ging ihr lediglich um ihren guten Ruf, welcher die letzten Minuten erheblich gelitten hatte. Sie war schließlich einen Magierin und das auch noch von einer der besten Gilden überhaupt. Es wurde Zeit, dass sie diesen Eindruck auch auf ihr Umfeld vermittelte.

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:54

Valerie wollte ihm keine Umstände machen und bemühte sich so sehr darum, höflich und nett zu sein, doch Ivy konnte ihre Anstrengungen einfach nicht richtig würdigen. Für ihn bedeutete ihre gesamte Existenz einen einzigen Umstand, wie es auch bei allen anderen Wesen war, die Fiore besiedelten. Himmel, er selbst war ein Umstand, mit dem er kaum zurechtkam, wie sollte er da mit einem dahergefallenem Teenagermädchen Kontakt knüpfen können? Der Grüne wartete schon die ganze Zeit darauf, dass er ihre Lippen heilen konnte, womit auch die letzte Wunde an ihrem Körper verschlossen sein würde und er seine Pflicht für getan erklären durfte. Er wollte endlich schlafen gehen, war schon viel zu lange viel zu großem Stress ausgesetzt und hatte keine Lust, sich noch stundenlang mit der Schwarzhaarigen zu unterhalten. Sie war zwar bestimmt sehr hübsch und ausgesprochen nett und es gab mit Sicherheit ein Dutzend junger Männer, denen durch eine solch intime Begegnung schon halb die Hormone durchgehen, doch was derartige Situationen betraf, schien Ivy einfach keine Hormone zu besitzen. Valerie war für ihn sexuell in etwa so attraktiv wie ein zwei Zentner schwerer Mann in Bademode. Das Einzige, was er ehrlich sagen konnte, war, dass sie allgemein attraktiver als solche Unglücksfälle war, aber mehr auch nicht. Er interessierte sich nicht für ihre kaum ausgeprägten Rundungen, ihre elfenbeinfarbene Haut oder ihre Gestalt, die an eine Puppe erinnerte, ihr langes, seidig glänzendes Obsidianhaar und die großen Obsidianaugen, die so dunkel waren, wie die seinen hell. Er sah all diese Dinge, jedes Zweiglein in ihren Haaren und jede Falte ihrer Kleidung – aber er war davon nicht beirrt. Sein Herz klopfte nicht schnell und laut seinen Adamsapfel durch seinen Hals und seine Hände schwitzten kein bisschen. Nichts regte sich an Stellen, an denen sich vielleicht etwas regen könnte. Ivy saß einfach da, einen Finger mit Salbe beschmiert, und wartete, bis sie bereit war, damit er ihr die heilende Lotion auftragen konnte. Sein Kopf war dabei, möglichst schnell Mana herzubringen und seine Gefühle galten den Kräutern, die er für diese Creme zerstoßen hatte müssen. Nie hätte er gedacht, dass sie einmal im Mund eines Mädchens landen würden. Als er sich nach vorne lehnte und sein Finger kurz davor war, sich auf ihre Lippe zu legen, hielt er inne, weil sie etwas gesagt hatte, was mit seinen Haaren und einem Insekt zu tun hatte. Tatsächlich spürte er wenige Sekunden später, wie etwas ganz sanft gegen seine Kopfhaut schlug und zierliche Beinchen sich versetzten, alle auf einmal und dennoch nur so zart, als hätte man ihm ein Eskimoküsschen gegeben. Obwohl er das nicht beurteilen konnte, er hatte noch nie jemanden auf irgendeine Art geküsst. Ivy neigte den Kopf noch etwas mehr und hob den Arm, hielt jedoch inne, weil er den Käfer nicht genau orten konnte. Am Ende zermatschte er ihn noch und hatte überall Leichenteile an seinem Kopf, wer wollte das schon. Zum Glück hatte Valerie sogleich eine passende Lösung für dieses Malheur parat und bot ihm an, sich des Flatterviehs zu entledigen, was Ivy mit einem gemurmelten Laut der Zustimmung kommentierte, der ein bisschen wie „Mjah“ klang. Vorsichtig beugte er den Kopf noch etwas mehr und hatte so seinen Schritt fest im Blick, während er darauf wartete, dass sie die Initiative ergriff und das störrische Biest entfernte, das ihn ganz offensichtlich für eine Blume hielt, oder vielleicht auch für eine Brennessel, um darauf Eier zu legen. Oh, Insekteneier auf dem Kopf hatte er sich schon immer gewünscht ... nicht. „In Ordnung.“ Dann mal frisch ans Werk. Zeit für einen persönlichen Kammerjäger!

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:55

Wer der Auffassung unterlag, dass Ivy Valerie mit seiner kühlen und durchaus distanzierten Art abschreckte, der irrte. Tatsächlich sah es in etwa so aus, dass sein Verhalten die Finsternismagierin praktisch dazu animierte sich noch ein wenig mehr anzustrengen und um ihn zu bemühen. Warum das Ganze? Aus dem ganz einfachen Grund, dass die Sakai den Menschen gerne gefiel. Sie mochte es, wenn man sie mochte und noch mehr konnte sie es leiden, wenn Menschen glücklich waren. Natürlich wusste sie, dass Ivy mit ihrer Präsenz offensichtlich nicht allzu zufrieden war, doch die Siebzehnjährige hatte eine merkwürdige Art, Glück zu definieren. Sie unterlag schließlich der Auffassung, dass Menschen von innerer Zufriedenheit erfüllt wurden, wenn sie genau das bekamen, was sie erwarteten. Ivy hatte ganz offensichtlich ein klares Bild von ihr und dem versuchte das Mädchen nun mit aller Macht zu entsprechen. Sie würde sich also genau ihrer äußerlichen Erscheinung und ihrem ersten Eindruck entsprechend verhalten und exakt die Schiene fahren, die sie im Umgang mit anderen Menschen bevorzugte. Sie würde das Liebchen spielen, eine Rolle, die ihr einfach wie auf den Leib geschnitten war. "Ein hübsches Tier.", stieß sie daher verzückt aus und ließ die blassen Finger schließlich vorsichtig in die grüne Haarpracht des Jungen wandern. Die Strähnen waren erstaunlich weich, hatte sie doch eigentlich mit etwas...härterem gerechnet. Vielleicht einer Konsestenz, die der Farbe in irgendeiner Weise gerecht wurden und wenigstens ein wenig Wiederstand leisten würden. Stattdessen glitten ihre Fingerspitzen mühelos durch das weiche Haar und schoben sich vorsichtig unter den zierlichen Körper des Falters. Mit angehaltenem Atem hob sie die Hand und musste kurz darauf überrascht feststellen, dass das Insekt keinerlei Intention zu verspüren schien, sich allzu bald von ihrer Hand zu entfernen. "Was für ein lustiges Kerlchen du bist...", murmelte das Mädchen verzückt und beobachtete das hübsche Insekt. Wer hätte gedacht, dass es sich so zutraulich zeigen würde? Was hatte Papa ihr einmal eingebläut? Man durfte niemals die Flügel der Schmetterlinge berühren, weil sie ansonsten die Fähigkeit zu fliegen verloren? Schade eigentlich...das hieß ja, dass sie den Falter gar nicht streicheln konnte. Ein leises Seufzen verließ ihren Mund, ehe sie dem Tier schließlich vorsichtig in die Flügel pustete und beobachtete, wie es sich mit einigen Schlägen in die Lüfte hob. Schon seltsam, dass es die Flucht nicht bei der ersten Berührung ergriffen hatte. Schmetterlinge zählten schließlich nicht wirklich zu den zutraulichsten Tieren und waren daher auch nicht unbedingt als Haustiere geeignet. Ganz zu schweigen von ihrem zerbrechlichen Körper, was sie zum kuscheln absolut ungeeignet machte. Kurz blinzelt die Sakai dem flüchtenden Tier noch hinterher, dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf Ivy, welcher noch immer die Creme auf seinem Finger spazieren führte. Was hatte er noch einmal gesagt? Achja, er wollte ihre Lippe heilen. Aber...musste er ausgerechnet selbst die Paste verteilen? Es war ihr unangenehm, dass er ihr dabei wieder so nahe kommen würde. Er war nun einmal ein Mann...und sie eine Frau...da gehörte sich so etwas doch nicht. Und dennoch hatte die Sakai irgendwie nicht das Gefühl, dass er ihr die Creme einfach auf die Finger geben und sie selbst verteilen lassen würde, warum auch immer. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als still zu halten und dabei möglichst nicht allzu verschreckt zu wirken. "Also, meine Lippe..." Und jetzt ja still sitzen bleiben, nicht das er das Zeug in ihrem gesamten Gesicht verteilte. Denn ob sie es aus ihren Haaren wieder herausbekommen würde, das wagte die Sakai zu bezweifeln.

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:56

Ja, ja, das Schicksal war nun einmal ein Miststück und stellte Ivy gerne als Perversling hin. Natürlich hätte er Valerie jederzeit einen Tropfen von seiner Salbe gegeben und ihr selbst das Heilen ihrer Lippe überlassen, aber das war leider nicht möglich, weil ohne seine Manaspende eben nichts aus dem wundersamen Heilprozess wurde … Blöd nur, dass der Grüne keine Ahnung hatte, dass man das Betatschen einer Mädchenlippe vielleicht seltsam auffassen konnte, aber so war er nun einmal. Die Umgebung mit ihren Düften und die Ruhe des Waldes waren für ihn viel greifbarer als die Spannung, die sich zwischen den beiden jungen Menschen aufbaute, als die Dunkelhaarige das Insekt ganz vorsichtig aus seinen Haaren löste. Für einen Augenblick war das geflügelte Wesen so gar nicht schüchtern zwischen ihnen und Ivy betrachtete es mit unverhohlener Faszination. Gelbe Augen weiteten sich beim Anblick der filigranen Flügel und er verspürte einen ähnlichen Drang wie Valerie, sie zu berühren, weil sie sich wahrscheinlich unglaublich zart anfühlen mussten. Dass das Tier nicht einfach das Weite suchte, war genauso erstaunlich, weswegen er auch ein paar Sekunden einfach nur gefangen war, ein leichtes, schüchternes Lächeln im Gesicht. Das waren die Wunder der Natur, für die er hierher gekommen war. Pures Leben blühte in diesem Wald, war zum Greifen nahe, wie Zuhause. Hier gab es keinen Stress und keine lärmenden Menschenmengen, nur ein Mädchen, das gestolpert war und das Vertrauen eines Schmetterlings erweckt hatte. Zunächst war sich Ivy nicht sicher gewesen, ob Valerie sorgsam mit dem Tier umgehen würde, aber sie schien sich sehr darum zu bemühen, es nicht zu verletzen und fand es offensichtlich genauso interessant wie der Grüne. Das lenkte den Fokus seiner Faszination etwas mehr auf sie. Ivy betrachtete sie dabei, wie sie dem letztendlich doch flüchtendem Insekt hinterhersah und verbreitete sein Lächeln noch etwas. Es gefiel ihm, dass sie nichts Dummes angestellt hatte. Vielleicht war die Sakai ja doch nicht ganz so blöd, wie er zu Beginn gedacht hatte … Er wäre sicherlich auch nicht auf der Höhe seiner geistigen Fähigkeiten, wenn er von einem Fremden überfallen wurde, der ihn auf wundersame Weise heilte. Apropos, ihr Bein sollte mittlerweile schon verletzungsfrei sein, doch darum würde er sich später kümmern. Erst einmal drang Ivy ohne wirklich darauf zu achten in ihre Privatssphäre ein, indem er ihre Worte mit der Lippe als Aufforderung verstand, sich aufzurichten und näher zu kommen. Dabei musste er aber vorher noch seinen Schneidersitz entwirren und sich mit einem Arm auf dem Boden aufstützen, damit er in eine aufrechtere Position kam, von der er ihren Mund besser erreichen konnte. In der Theorie eine sehr einfache Aufgabe, doch in der Praxis deutlich schwerer. Als er sich fast sicher war, dass sich sein Schwerpunkt eingependelt hatte, versuchte er mit einem waghalsigen, einarmigen Sprung auf die Fußballen zu kommen, doch irgendwie war beim Sitzen sein Fuß in die Schlaufe seiner Tasche geraten, die sich jetzt durch diese akrobatische Meisterleistung wie ein Lasso festzurrte. Führte dazu, dass er erst einmal das Gleichgewicht verlor und zu Boden segelte – direkt in Valeries Richtung. Ups?

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 17:57

Es war mehr ein Reflex als eine gut gemeinte Absicht. Tatsächlich ähnelte es vom Hergang her dem einen Unfall, der ihr auf ihrer ersten Quest passiert war. Damals war Jacen ihr direkt in die Arme gestolpert und sie hatte ihn kurzerhand umschlungen und war anschließend mit ihm gemeinsam zu Boden gesegelt. Diesmal hatte sie wieder in der Sekunde des Augenblickes gehandelt, ihre freien Arme im Reflex kurzerhand um Ivys näher kommenden Oberkörper geschlungen, die Augen in ihrer Panik hastig geschlossen und anschließend still und heimlich gebetet, das sie ja nicht zu hart auf dem Untergrund aufschlagen würden. Leider hatte der Grünhaarige jedoch einen solchen Schwung gehabt, dass die zierliche Magierin mit einem Ruck nach hinten gerissen und ihr jegliche Luft aus den Lungen gepresst wurde, als sie schließlich mit dem Jungen über sich auf dem Erdboden aufkam. Der Aufprall kam stärker und heftiger als erwartet und eine ganze Weile blieb das Mädchen wie betäubt liegen, spürte nur das schwere Gewicht, welches ihren Körper weiter in den Untergrund drückte und versuchte das dumpfe Gefühl der Panik niederzukämpfen, welches langsam in ihr erwachte. Ihre Finger hatten sich bei dem Sturz krampfhaft in das Oberteil ihres Retter gebohrt, ihr Körper schien noch immer nicht wirklich atmen zu wollen und das Adrenalin tat sein übriges, weshalb auch der Schmerz bisher ausblieb. Das verhinderte jedoch nicht, dass ihre Panik zunahm, denn ihre Lungen wollten die Arbeit einfach nicht wieder aufnehmen. Es dauerte noch ganze zwei Sekunden, ehe die Sakai bemerkte, dass sie in ihrem Schock ganz einfach aufgehört hatte zu atmen. Einige weitere Augenblicke verstrichen, ehe ihr Gehirn diese Information gewinnbringend verarbeitet hatte und die Finsternismagierin gierig nach Luft schnappte. Das sich dabei ihr Oberkörper wölbte und noch ein Stück an Ivys Körper drückte bemerkte sie nicht einmal, viel zu sehr war sie darauf konzentriert ihre Lungen endlich wieder mit dem begehrten Sauerstoff zu füllen. Hätte sie diese Beschäftigung nicht dermaßen abgelenkt, dann wäre ihr wohl auch die Situation aufgefallen, in welcher sie sich momentan befand. Fest gepresst an einen Jungen, den sie gerade einmal wenige Minuten kannte und immer noch gierig nach Luft schnappend, was die beiden Körper nur noch enger zueinander brachte. Stattdessen hatte das Mädchen die Augen noch immer geschlossen und versuchte ihren unregelmäßigen Atem zu beruhigen.
Erst als ihr dies gelungen war und sie langsam aber sicher wieder ihre Umgebung war nahm, fiel ihr auf, das etwas nicht in Ordnung war. Irgendetwas stimmte nicht und die Sakai vermochte nicht ganz zu sagen, was genau das war. Ihr Gehirn hatte seine standartmäßige Arbeit noch nicht ganz wieder aufgenommen, weshalb sie sich vorerst auf ihre sieben Sinne verließ um ihr zu sagen, was genau eigentlich geschehen war. Eigentlich stellte sie dabei nur eine bemerkenswerte Tatsache fest: Alles um sie herum war seltsam warm und beinahe angenehm. Der Boden unter ihr, den Körper welchen sie mit ihrem schmalen Ärmchen noch immer fest an sich presste un-...Moment. Es dauerte einen Augenblick, ehe sie diesen Gedanken verarbeitet hatte und wusste, was genau gerade vor sich ging. Entsetzt riss die Sakai die violetten Augen auf und starrte schockiert in die Blätterkrone, welche mit ihren unzähligen Ästen und Zweigen den Himmel verdeckte und verhinderte, dass das Mädchen von der Sonne geblendet wurde. "Oh..." Ja, das beschrieb ganz gut die Gefühle und Gedanken, welche momentan durch ihr Köpfchen rauschten und ihre kompletten Sinne beschlagnahmten. Das war wohl auch alles, was sich zu dem Thema sagen ließ. Es war ein Unfall gewesen. Ein Unfall, für den weder sie noch Ivy etwas konnte und der sich nur allzu leicht totschweigen ließ, vorausgesetzt sie würde ihn endlich aus ihrem klammernden Griff befreien. Leider hatte es sich Valeries Gehirn jedoch zur Aufgabe gemacht, den Schaden zu reduzieren in dem es der Sakai verbot sich auch nur einen einzigen Milimeter zu bewegen, weshalb das Mädchen gar nicht daran dachte den Jungen frei zu lassen. "I-ich ähm...es tut mir...leid?"

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 18:01

Ivy, der höchstens dann Körperkontakt aufbaute, wenn er aus medizinischen Gründen dazu gezwungen war, hatte gerade viel zu viel davon. Überall. Dumpf hallte es in seinem Kopf, dass seine vorherige Aussage über Valeries Brüste offenbar ins Schwarze getroffen hatte (sie federten tatsächlich, wer hätte das gedacht?) und er sich glücklich schätzen konnte, dass er auf sie gefallen war und sich nicht den Kopf an einem Stein aufgeschlagen hatte, doch im Vordergrund tobten ganz andere Dinge, wie etwa das Mädchen, das ihn wie eine Zecke umklammerte und am Hyperventilieren war, während er irgendwie versuchte, sie nicht zu zerquetschen. Im Fallen hatte er die Arme ausgestreckt, und sie waren auch irgendwie auf dem Boden gelandet, ebenso wie seine Füße, die sich nun mit den zum Glück sehr stabilen Schuhspitzen in den Schlamm bohrten. Seine restlichen Beine begruben Valeries und somit lag er in der merkwürdigsten Liegestützposition aller Zeiten da, weil er unter allen Umständen vermeiden wollte, dass sein Gesicht allzu nah an das der Dunkelhaarigen geriet, welche komischerweise die Augen geschlossen hatte. Das mit der Salbe konnte er wohl nun erstmal vergessen – er würde sich die Hände waschen müssen, bevor er irgendwelche Wunden anfasste, aber das konnte er hier nicht, außer sie fanden auf wundersame Weise einen Bach und Werkzeug zum Abkochen, was unwahrscheinlich war. Andererseits konnte er auch nicht behaupten, dass er erwartet hatte, heute ein paar Minuten damit zu verbringen, auf einem Mädchen zu liegen, das heftig ein- und ausatmete. Was seine Mutter wohl dazu sagen würde?
Ivy wartete geduldig und mit verwirrtem, aber nicht ärgerlichen Blick darauf, dass sich das Mädchen wieder in die Realität beförderte. Na ja – er konnte auch nicht wirklich agieren, weil seine Gliedmaßen belegt waren und er irgendwie nicht daran glaubte, dass es sie beruhigen würde, wenn er sie anspuckte, also ... Wegrollen war leider keine Option, weil sie sich an ihn klammerte wie ein verängstigtes Backenhörnchen, was irgendwie sowohl einengend als auch etwas unbequem war. Ivy war nicht wirklich hart und männlich – er hätte sie vielleicht verletzt, wenn er auf sie gestürzt wäre, aber sicherlich hätte sie sich an keiner seiner testosterondurchtränkten Kanten geschnitten, was hauptsächlich daran lag, dass er soetwas nicht besaß und nie besitzen würde. Seine Brust war fest, weil er im Gegensatz zu dem Mädchen dort keine Fettpolster besaß – so praktisch diese auch sein mochten, um spontane Stürze zu dämpfen. Sein Bauch hingegen ließ sich mühelos eindrücken wie ein Kissen, war nur eben deutlich weniger voluminös. Irgendwie war diese Lage ganz schön intim, oder? Schätzte er das richtig ein? Normalerweise legte man sich nicht gleich auf die erste Frau, die man traf, so hatte man es ihm doch mal erklärt, oder so ähnlich jedenfalls, Ivy hatte immer schon Probleme damit gehabt, sich Abläufe zu merken, die ihn so gar nicht interessierten. Beispielsweise war er gerade nicht wirklich peinlich berührt, auch wenn es ziemlich doof von ihm gewesen war, Valerie unter sich zu begraben und er sich deshalb etwas schämte, war er mit dem Ausgang nicht so unzufrieden, dass er hochrot anlaufen musste. Er hatte schließlich nicht versucht, sie zu schänden oder so. Das hier war ein dummer Unfall, fragte sich nur, warum ausgerechnet Valerie sich entschuldigte, wo er doch auf sie gefallen war. War es vielleicht auch unangebracht, dass sie ihn umarmte und an sich drückte? Hmm ... „Dieser Wald scheint es heute darauf abgesehen zu haben, Leute umzuwerfen“, meinte er und blinzelte in ihre dunklen Augen, ohne die Spur eines Lächelns, aber auch nicht unbedingt unfreundlich. Er wollte ihr unbedingt zeigen, dass es ihn nicht weiter störte, wie die Dinge gerade standen und er nicht sauer auf sie war – warum auch? „Wenn es dir nichts ausmacht, könntest du mich loslassen? Ich kann mich nicht mehr lange so halten.“ Und dass Ivy noch näher kam, wollte wohl keiner von ihnen ... Sie verschmolzen ja jetzt schon fast.

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 18:02

Verschmolzen traf es in der Tat ganz gut, denn Valerie fühlte sich, als hätte sie mit einem Mal jegliche Eigenkonsistenz verloren. Beinahe so, als wenn sie nur noch eine zähflüssige Masse wäre, die irgendwie am Körper des Grünhaarigen klebte und sowohl die Fähigkeit zu sprechen, als auch die zu denken verloren hatte. Im Grunde ein sehr trauriger Gedanke und dennoch beschrieb er die momentane Situation recht gut. Ivy mochte als Person noch so unberührt von jeglichen Hormonen und entsprechenden Situationen bleiben, auf die Sakai traf diese Tatsache unter keinen Umständen zu, was sich nun auch deutlich in ihrer Reaktion wiederspiegelte. Tatsächlich war es eher genau das Gegenteil, denn je mehr sie sich ihrem Körper und ihrer momentanen Situation bewusst wurde, desto blasser wurde die Finsternismagierin und wenige Augenblicke später war nur noch der unbändige Wunsch vorhanden, irgendwie im Erdboden zu versinken. Wieso im Namen aller Mächte passierte so etwas immer ausgerechnet ihr? Es kam ihr beinahe so vor, als würde sie das Unglück und den Drang nach Scham magisch anziehen. Dabei hatte sie doch nur einen absolut friedlichen Spaziergang im Wald machen wollen und war nun in ihrem Pech zuerst über hundsgemeines Geäst gestolpert und anschließend auch noch in eindeutig zu nahem Kontakt mit einem fremden Mann gekommen. Das schrie beinahe nach einem bösen Geist oder einem Fluch, der ihr auf den Fersen war. Und nicht nur das, scheinbar war Ivy die Situation auch noch unfassbar unangenehm, denn es dauerte gar nicht lange, da bat er sie von ihm abzulassen. Für einige Sekunden konnte die Sakai lediglich verwirrt in die gelben Augen starren, dann spürte sie wieder einmal die brennende Verlegenheit in ihr hochkochen. Abrupt entharkte sie die Finger aus seinem Oberteil, ehe sie beschämt die Hände vor die Augen schlug. Was musste er nun von ihr denken? Nun hatte sie sich mit Sicherheit völlig blamiert. Papa musste sich absolut schämen, sie als Tochter zu haben. Eine Mischung aus einem Seufzen und Schluckauf entwich ihrer Kehle, ehe vorsichtig zwischen ihren Fingern hervorblinzelte. "I-ich...es tut mir leid, weißt du? Ich hätte dich nicht..festhalten sollen. Es war mehr...ein Reflex." Das musste einfach gesagt sein, bevor er noch ein Bild von ihr hatte, welches überhaupt nicht zu traf. Sie war doch keine...Perverse, die solch einen Augenblick zu ihrem Vorteil nutzte. Allein der Gedanke ließ ihre Wangen einen noch tieferen Farbton annehmen und kurz wünschte sich die Sakai einfach nur nach Hause in ihr riesiges, warmes und weiches Bett. Andererseits war sie selbst daran schuld sich nun in dieser Situation zu befinden, denn wenn sie am Anfang nicht über diese vermaledeite Baumwurzel gestolpert wäre, dann hätte der gesamte Tag nicht diesen Verlauf genommen. Aber war es wirklich so schrecklich? Vorsichtig betrachtete Valerie Ivy und legte dabei leicht den Kopf schief. Er war...nett. Irgendwie zumindest. Natürlich nicht auf die offensichtliche Art und Weise wie Nika-chan oder Emaru nett waren, doch er hatte ihr geholfen und sich zudem auch noch um sie gekümmert. Er hatte ihre Wunden geheilt und er hatte sie nicht ausgeschimpft, als sie sich an ihn gekrallt hatte, als würde ihr bloßes Leben davon abhängen. Schließlich hatte er sich um ihr Bein gekümmert und wenn sie nun einen Blick darauf warf, dann konnte sie sehen, dass die Haut bereits vollständig verheilt war. Gerade wollte Valerie zufrieden Lächeln, da blieben ihre Gedanken an dem letzten Bild hängen. Ihr Schienbein, es war wieder glatt und makellos wie einige Minuten zuvor. Die Sakai verharrte in ihrer Bewegung, konnte die Augen nicht von der hellen Haut abwenden, ehe sie schließlich langsam ihren Blick auf Ivy richtete. Das war einfach unmöglich. Er konnte kein Heiler sein. Valerie mochte noch so ungebildet sein, auch sie wusste, dass die Heilmagie seit Jahrhunderten ausgestorben war. Wie also hatte Ivy es geschafft, ihr Knie einfach und so schnell zu versorgen? "Was...wie hast du das gemacht?", fragte sie verwundert und die Finger, welche wenige Augenblicke zuvor noch peinlich berührt ihr Gesicht verdeckt hatten strichen nun vorsichtig und behutsam über die weiche Haut ihres Schienbeins. Das Mädchen konnte einfach nicht glauben, was es da für eine Entdeckung gemacht hatte. "Es gibt keine Heilmagie mehr und deine Creme hätte niemals so schnell wirken dürfen." Was war sein Geheimnis?

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 18:08

Valerie hatte Recht: Die ursprüngliche Form der Heilmagie hatte Fiore zum größten Teil vor vielen Jahren verlassen. Aber nicht alle Dinge waren statisch. Die Zeit bewegte sich in einem Fluss, der oft undeutbar und verwirrend erschien, doch er brachte zahlreiche Neuigkeiten mit sich. Ivy konnte nicht mit einer bloßen Handauflegung heilen – niemals – aber er hatte etwas, das dem sehr nahe kam. Eine Schürfwunde war für ihn kein Problem, doch härtere Verletzungen hätten auch ihn an seine Grenzen getrieben. Noch war er kein Meister seines Faches, und das, obwohl er sein ganzes Leben damit verbracht hatte, zu lernen. Der menschliche Körper barg so viele Geheimnisse, dass man nie alles gesehen hatte, nie auf alles vorbereitet sein konnte. Alles, was er vermochte, war es, die Leiden seiner Mitmenschen zu lindern und ihre Symptome zu behandeln, aber er war kein Heiler ... Waren Apotheker Ärzte? Vermutlich eine rhetorische Frage, oder aber eine philosophische. Für Ivy war das unwichtig. Er half, weil das sein Job war. Seine Finger legten sich neben Valeries Hand auf ihr Schienbein, fuhren prüfend über die erneuerte Haut und rieben die wenigen Rückstände seiner Salbe fort. Respektvoll klebte er mit den Augen an der verheilten Wunde, beobachtete sie einen kurzen Augenblick lang, ehe er aufschaute und leicht die Stirn runzelte. War sie misstrauisch oder einfach nur überrascht? Es wäre sicherlich gelogen, zu behaupten, dass er eine ähnliche Reaktion nicht erwartet hatte, doch irgendwie hatte er geglaubt, dass die ganze Stadt von seiner Begabung wusste. Vielleicht war seine Art ja doch zu selten. Nicht viele beschlossen, diese Magie zu erlernen, weil es kaum mehr Lehrmeister dafür gab und man dafür viele Opfer brachte. Wer würde schon freiwillig auf Macht verzichten, sein Leben in der zweiten Reihe verbringen? Vielleicht flickte er einmal einen Helden zusammen, aber niemand erinnerte sich an den Jungen, der Superman den Anzug genäht hatte. Man erinnerte sich an Superman. Aber das war auch gut so. „Jeder Mensch hat einen Platz auf dieser Welt, einen Sinn.“ Ivy zog seine Hand zurück und faltete sie stattdessen in den Schoß. Er saß jetzt wieder im Schneidersitz ihr gegenüber und schaute ihr in die Augen, auch wenn er gerade ziemlich klar damit beschäftigt war, seine Gedanken zu sortieren. Diese stürmische Bewegung war nicht spurlos an ihm vorbeigegangen und er roch den Duft ihres Körpers immernoch intensiv, wahrscheinlich, weil er jetzt musste, worauf er achten sollte. Andererseits war seine Arbeit ein Thema, über das er gerne sprach, weil er dort sicher war. Solange sie ihm keine Tipps gab oder an ihm herumnörgelte, hatte er kein Problem damit, ihre Fragen zu beantworten und ihre Angst zu nehmen. Sicherlich war sie verwirrt. „Wir existieren in einem endlosen Kreislauf des Todes und der Wiedergeburt. Wenn etwas stirbt, entsteht aus seiner Asche etwas Neues.“ Er schaute sich kurz um und stand dann auf, um ein paar Schritte durch die Lichtung zu machen und einen morschen Ast abzubrechen, der schon fast auf dem Boden gehangen hatte. Darunter spross ein kleines Bäumchen mit saftigen, grünen Blättern. Dieser Zweig hatte ihn schon die ganze Zeit gestört, wie ihm gerade auffiel, als die Genugtuung von Ordnung ihn durchströmte. „Wie das hier. Mit der Heilmagie ist es ähnlich. Ihre ursprüngliche Form ist schon lange tot oder verloren, aber ich beherrsche etwas Ähnliches ... Ich glaube, ihr Städter nennt uns ... Hexen? Kräuterweiber?“ Er legte den Kopf schief und kam, mit dem Ast in der Hand, wieder neben ihr zum Sitzen. „Ich bin ein ... Öko-Arzt? Das ist meine Magie.“ Ivy betonte das besitzanzeigende Pronomen besonders und strich beinahe entschuldigend über die dunkle, brüchige Rinde des Astes, mit einer Zärtlichkeit, an welche die vorsichtige Behandlung von Valeries Bein nicht einmal im Entferntesten heranreichte. “Sie ist zugegeben ziemlich selten.”

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 18:09

Es war erstaunlich wie Ivy es schaffte Valerie mit einer einzigen Aussage und der damit verbundenen Erkenntnis vollkommen zu verblüffen. Eine ganze Weile starrte die Finsternismagierin einfach nur überrascht in seine gelben Augen, die sie auf gewisse Weise an die einer Katze erinnerten, und fragte sich, was das Schicksal im Sinn hatte, das es sie ausgerechnet auf jemanden wie ihn treffen ließ. Der Magier schien irgendwie das genaue Gegenteil von ihr selbst zu sein und das war etwas, was ihr Angst machte und mit dem sie nicht umzugehen wusste. Ivy war klug, er wirkte gebildet und er war ganz offensichtlich nicht im geringsten auf die Meinung anderer Menschen angewiesen. Damit verfügte über Eigenschaften von denen die Sakai nicht im entferntesten behaupten konnte ebenfalls in ihrem Besitz zu sein. Seine ganze Art, seine Ausstrahlung und nun auch noch seine Magie schüchterten sie ungemein ein und das war etwas, was die Finsternismagierin in dieser Form nicht kannte. Sie war kein Mensch, der sich normalerweise leicht beeindrucken ließ und dennoch schien es ihrem Gegenüber mit beinahe spielerischer Leichtigkeit zu gelingen. Und nicht nur das, er schaffte es zudem auch noch die Sakai etwas fühlen zu lassen, was noch keiner Person vor ihm gelungen war. Ivy schaffte es, dass Valerie sich für ihre Magie schämte. Im Grunde ein vollkommen absurder Gedanke wenn man bedachte, wie stolz die Finsternismagierin auf die lilane Energie war, die sie mit einem bloßen Fingerzeig und ein wenig Mana zu erzeugen vermochte. Grundsätzlich war die Siebzehnjährige ein Mensch, der alle Formen und Arten der Magie zu schätzen wusste und liebend gerne neue von ihnen entdeckte und kennen lernte. Dennoch war es eine unbestreitbare Tatsache, dass ihr Finsternismagie seit jeher die liebste aller Zauberformen war, was ihre plötzlichen Befangenheit umso erstaunlicher machte. Der Grund für diese Reaktion war ein ganz einfacher und simpler Gedankengang: Ivy vermochte es mit seiner Magie das wieder zu reparieren, was sie mit ihrer zerstörte. Finsternismagie verletzte, schnitt und verursachte mit vielen Zaubern sogar stärkere Schmerzen. Ihr Gildenkollege war einer der wenigen Leute, die in der Lage waren das zu beschleunigen, was sonst nur Zeit zu heilen vermochte. Da war es eigentlich relativ simpel zu erklären, warum die Sakai mit einem mal leicht in sich zusammensackte und nachdenklich auf ihrer Unterlippe knabberte. "D-das...ist eine wirklich schöne Magie.", sagte sie schließlich und meinte es auch so. Natürlich war die Magie des Grünhaarigen nicht im selben Sinne schön, wie ihre eigene Magie durch dessen ästhetisches Erscheinungsbild überzeugen konnte. Tatsächlich war eher der Gedanke hinter seinen Künsten das, was der Dunkelhaarigen wirklich den Atem verschlug. Wie schön musste es sein, wenn man in der Lage war jemandem wirklich zu helfen und ihm tatsächlich mit seinen Fähigkeiten zur Seite zu stehen?
Durch Ivys Enthüllung bezüglich seiner eigenen Magie zögerte das Mädchen einen Augenblick und haderte kurz damit ihm die Ihrige zu verraten. Es war eine leichte Beklommenheit gepaart mit ein wenig Scham, welche sie in diesem Zusammenhang noch nie zuvor empfunden hatte. Und dennoch war es nur fair ihn nun auch über ihre Magie aufzuklären. Mit einem leichten Lächeln streckte Valerie also die rechte Hand aus, so das sie direkt im Blickfeld des Grünhaarigen lag und konzentrierte anschließend ein wenig Mana in ihrer Handinnenfläche woraufhin kurz darauf ein mittelgroßes Flämmchen aus reiner Finsternismagie auf der hellen Haut zu tanzen begann. Kurz betrachtete die Sakai ihr Werk und bemerkte nebenbei, wie sich ihre Umgebung langsam verdunkelte, dann schloss sie die Faust wieder und ließ den Zauber damit verschwinden. "Ich bin Finsternismagierin." Das ihre Magie wohl nur halb so interessant wie seine eigene war erwähnte sie nicht, dafür liebte sie ihr Element dann doch zu sehr und war zu stolz auf ihre Fähigkeiten. Irgendwie war sie gespannt auf seine Reaktion, ob er das Ganze wohl genauso wie sie selbst sehen würde? Nun, dann müsste er vermutlich etwas gegen alle Magier haben, was einerseits recht unwahrscheinlich und andererseits dennoch nicht vollkommen unmöglich war. Da hielt sie lieber den Mund, als ihm mit einer unbedachten Aussage auf die Füße zu treten. Und vielleicht würde er ja dennoch eine vollkommen andere Reaktion zeigen und sich eher überrascht geben, dass ein Mädchen wie sie eine solch finstere Magie erlernte. Oder aber es war ihm völlig gleich, was wiederum auch nicht gänzlich abwegig war. Und wieso machte sie sich eigentlich solche Gedanken um seine Meinung, war es nicht eigentlich ihre eigene, die hier die größte Rolle spielte?

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 18:10

Auch wenn Valerie ihn für einen sehr selbstsicheren Typen hielt, stimmte das doch so gar nicht. Ivy mochte tatsächlich die seltene Gabe besitzen, die Meinungen anderer nicht sein Denken beeinflussen zu lassen, egal waren sie ihm deshalb aber noch lange nicht. Die momentane Situation hatte nur den Vorteil, dass mehrere beruhigende Faktoren zusammentrafen: Zum Einen saßen sie in einer Umgebung, in der sich der Grüne ausgezeichnet auskannte. Er kannte jedes Versteck, jede Pflanze und einen Großteil der hier lebenden Tiere, weswegen er mit keiner Überraschung rechnen musste und es keinerlei Grund zur Anspannung gab. Dann hatte Valerie etwas an sich, was ihn kein bisschen bedrohte. Sie war klein, süß, naiv und so freundlich, dass er sicherlich mit heftigem Karies aus diesem Treffen hervorgehen würde. Und zu guter Letzt stellte sie ihm auch noch eine Frage über das Fach, das ihm am meisten lag: Seine Magie. Natürlich fühlte er sich da sicher, ein Fisch im Wasser war ja auch nicht nervös, aber es mochte schon ganz anders aussehen, wenn man ihre Begegnung in beklemmendere Verhältnisse stellte oder wenn er plötzlich das Gefühl bekam, dass die Schwarzhaarige ihn doch auf's Heftigste verurteilte. Momentan wirkte es eher so, als würde sie sich selbst klein machen, nach ihrem zerknirschtem Gesichtsausdruck zu schließen, der auf seine Erklärung gefolg war, der sie beinahe abnormal aufmerksam gefolgt war. Normalerweise langweilte Ivy andere damit, wenn er über seine Zauber sprach und bisher hatte sie noch niemand als 'schön' bezeichnet. 'Lächerlich', klar. 'Nützlich', das ein oder andere Mal. Aber 'schön'? Er konnte Menschen heilen, natürlich war das wirklich großartig, schließlich konnte das nicht jeder von sich behaupten, aber so cool war es nun auch nicht. Dafür, dass er sich ganz und gar der Heilmagie verschrieben hatte (müssen), hinkten seine offensiven Fähigkeiten deutlich hinterher. Er war auf andere angewiesen, die stärker als er waren, stand immer in der zweiten Reihe. Ivy bekam das gut, weil er nur ungerne in den Mittelpunkt gedrängt wurde, aber es war auch nicht immer leicht. Man hatte automatisch mit den Schicksalen von Leuten zu tun und manchen von ihnen konnte er nicht helfen, obwohl er alles versuchte, manchen konnte er helfen, um danach bespuckt zu werden. Es gab Leute, die ihn als Hexer beschimpften, und es gab solche, die seine Dienste für ganz selbstverständlich nahmen. Von Zeit zu Zeit wünschte sich der Grüne, er könne etwas beherrschen, was etwas mehr seinem Charakter entsprach, selbst wenn er perfekt zu der Kräutermagie zu passen schien, so heilte er Andere nicht aus der Güte seines Herzens heraus ... Er konnte eben nichts Anderes. Das war sein Training, eine Art moralischer Kodex, an den er gebunden war, um zumindest ansatzweise in dieser seltsamen Welt bestehen zu können. Ivy war einfach anders als der Durschnittsmensch. Man führte normalerweise den Faden eines Gesprächs immer weiter, indem man sich ein Wollknäuel zuwarf, was aus einer Information und einer Nachfrage bestand und sich abwechselte. Beliebt waren “Wie sieht es bei dir aus?”, “Denkst du auch so?” oder das beliebte “Und du?”. Ivy tat das nicht. Er wollte gar nichts über seine Mitmenschen erfahren und die meiste Zeit waren solche Sätze ohnehin Atemverschwendung, da einem der Gesprächspartner sowieso von sich erzählen würde. Valerie als Beispiel, rückte direkt damit heraus, dass sie Finsternismagierin war, und ohne, dass der Kräuterkundige danach bat, demonstrierte sie das auch gleich mit einer Flamme, welche die Umgebung verdunkelte und ganz schön bedrohlich aussah. Ivy betrachtete das Mädchen daraufhin mit einem recht kritischem Blick, denn das hatte er nicht erwartet. Lichtmagie, Funkelsterne oder rosarote Wolken, aber Finsternis, Dunkelheit gar ... Das war interessant. Also, nicht so spannend, dass er nun aus den Latschen kippte, aber es genügte für einen nachdenklichen Laut und ein Schieflegen seines Kopfes. Das hatte er ihr wirklich nicht zugetraut. Vielleicht war sie ja gar nicht so knuffig im Inneren, wie sie es nach außenhin spielte. Deshalb setzte sich Ivy wieder auf, runzelte die Stirn und schaute ihr in die Augen: “Und warum?”

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 18:11

Warum? Valerie verharrte in ihrer Bewegung und starrte Ivy direkt in die gelben Augen, nicht sicher was auf seine Frage zu antworten war. Was war es, das er wissen wollte? Warum sie überhaupt Magierin war, oder warum sie sich ausgerechnet für dieses Element entschieden hatte? In jedem Fall wäre beides keine einfache Frage und die Sakai war sich nicht sicher, ob sie darauf bereitwillig eine Antwort geben wollte. Seine Frage zu beantworten bedeutete so viel über sich selbst und ihre Denkweise preiszugeben, dass es in ihr Unbehagen heraufbeschwor und sie sich unbewusst in ihrer Haltung verkrampfte. Finsternismagie unterschied sich für das Mädchen vor allem durch die Tatsache, dass sie immer mit der Dunkelheit, mit dem Abgrund in Verbindung stand. Wie hieß es so schön, wer zu lange in die Finsternis blickt muss damit rechnen, irgendwann ein Teil von ihr zu werden? Die letzten Jahre hatte die Siebzehnjährige bemerken müssen, dass dieses Sprichwort der Wahrheit entsprach. Finsternis hatte etwas anziehendes, etwas lockendes und nicht allzu selten drohte man der lauernden Dunkelheit ganz einfach zu verfallen und sich ihrem Sog hinzugeben. Ihre Magie brachte sie nicht nur mit ihrer guten, hilfsbereiten Seite in Verbindung, sie verkörperte vor allem ihre weniger guten Charaktereigenschaften, welche sich hier und da ans Licht schlichen, um einige Augenblicke an der Oberfläche zu verweilen und anschließend wieder in den Abgründen ihres Bewusstseins zu verschwinden. Da war die Habgier, welche sich auf Personen und Dinge erstreckte, die in ihren Augen ganz eindeutig ihr gehörten. Außerdem der Neid, welcher sie öfter befiel und natürlich die Reuelosigkeit einen andere Menschen zu verletzen und ihm Böses zu tun.
Wenn man Valerie traf, so ging man oft automatisch davon aus, dass sie ein gutes und liebes Mädchen sei, war doch vor allem das die Ausstrahlung, auf welche sie es anlegte. Valerie war gut darin ihre bösen und finsteren Seiten zu verstecken und lediglich bei Kämpfen und dem Gebrauch ihrer Magie konnte man einen Blick auf die weniger freundliche und nette Hälfte der Sakai werfen und einen Blick auf ihren wahren Kern erhaschen, der weniger schön und liebreizend war. Natürlich war es nicht so schlimm, als das man von einer gespaltenen Persönlichkeit reden konnte, doch die Abgrenzung zwischen "der guten Valerie" und "der bösen Valerie" waren relativ klar und deutlich gesetzt. Das machte es für sie natürlich noch einmal deutlich schwerer Ivys Frage wahrheitsgemäß zu beantworten, weshalb sie versuchte sich aus dem Moment zu winden. "Ich bin Magierin geworden, weil ich die Menschen beschützen möchte, die nicht in der Lage sind sich selbst zu verteidigen." Das stimmte zwar zum Teil und dennoch war deutlich, dass sie betont der Frage nach dem Element auswich. Vielleicht hatte sie ja Glück und er hatte sich tatsächlich lediglich auf ihre Berufung als Magierin an sich konzentriert und würde sich mit ihrer recht alltäglichen und gewöhnlichen Antwort zufriedenstellen. Das diese auch nicht vollständig der Wahrheit entsprach und Valerie eigentlich aus mehr selbstsüchtigen als selbstlosen Gründen ihre Magie erlernt hatte musste Ivy ja nicht zwangsläufig wissen. Schließlich wollte sie vermeiden, dass er ein falsches und unpassendes Bild von ihr hatte. "Sag doch mal Ivy-san, kannst du denn mit deiner Magie auch angreifen? Denn wenn sie nur auf das Heilen von Wunden und die Verarbeitung von Kräutern ausgelegt ist, wie verteidigst du dich denn dann auf Missionen? Du bist dann ja dauerhaft auf den Schutz deiner Kameraden angewiesen, oder?" Es war so einfach das Thema von sich selbst wieder auf ihn zu lenken, denn er warf so viele Fragen und Rätsel auf, die es beinahe herausforderten mehr über ihn zu erfahren. Der Wille herauszufinden, was genau sich hinter diesen gelben Augen und dem grünen Haar abspielte war beinahe übermenschlich und nicht zum ersten Mal wünschte sich Valerie, sie könne Gedanken lesen und so abschätzen, was ihr Gegenüber über sie dachte und von ihr hielt. Das würde es so viel einfacher machen seinem Bild zu entsprechen und ihr außerdem den Umgang mit ihn eindeutig erleichtern. Schade, dass es eine solche Magie nicht gab, Valerie hätte alles dafür gegeben sie zu erlernen.

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BeitragThema: Re: Waldstück   Sa 25 Okt 2014 - 18:16

Es gab da doch dieses kleine Sprüchlein mit dem „wer nicht fragt, bleibt dumm“, nicht wahr? Für Ivy Griffin hatte dieser kindliche Reim schon immer etwas von einer Lebensweisheit gehabt, die er schon seit seiner Kindheit zu beherzigen pflegte. Als kleiner Junge war er in Erdlöcher gekrochen und hatte sich stundenlang hinter Eichhörnchen hergeschlichen, um die Geheimnisse ihrer Existenz zu ergründen, und sobald er sprechen konnte, hatte er allen Menschen in seiner Umgebung Löcher in den Bauch gefragt, was er auch heute noch allzu gerne tat. Er war nun einmal ein neugieriger junger Mann, der Rätsel einfach knacken musste und für alles eine Erklärung brauchte, um es glauben zu können, sei die Sache auch noch so banal. Eigentlich interessierte es ihn gar nicht wirklich, welche dramatischen Geschichten aus Valeries Vergangenheit sie denn bewogen hatten, eine Magie zu wähle, die man für gewöhnlich mit Finsternis und Bösartigkeit assoziierte, aber er konnte auch nicht einfach so tun, als wolle er es nicht wissen, weil ein Teil von ihm das komplizierte Puzzle lösen wollte, das die Schwarzhaarige gerade darstellte. Insgeheim erwartete er eine große Überraschung, eine Art Erleuchtung, die ihm verriert, wieso in aller Welt ein harmloses Ding wie sie mit dunklen Kugeln durch die Gegend schoss, wo sie doch zuvor schon ganz Feuer und Flamme für seine Magie gewesen war. Für ihn war Valerie der typische Fall von Mensch, der es allen rechtmachen wollte und dazu auch einfach nicht genug davon bekommen konnte, jedem zu helfen, er nach ihr plärrte, ganz im Gegensatz zu Ivy, der dazu gezwungen war, obwohl es ihn nervte. Dementsprechend langweilig war natürlich ihre Antwort. Selbstverständlich war sie Magierin geworden, um die Schwachen zu beschützen. Wahrscheinlich hatte sie eines Tages vor ihrem Spiegel gestanden, in ihrem rosarot eingerichtetem Zimmer, mit einer Schleife im Haar und einem Kleidchen am zierlichen Leibe, und hatte mit der Inbrunst der Heldenhaftigkeit beschlossen, dass sie sich einer Gilde anschließen wolle und seither hart trainiert, um ihre großen Ziele zu erreichen. Allzu lange konnte sie wohl noch nicht im Geschäft sein, immerhin war ziemlich offenkundig, dass sie ihre Unschuld und Naivität bewahrt hatte, schließlich hatte ihre heftige Reaktion auf so ziemlich alle seine Aktionen gezeigt, dass der intimere Umgang mit dem fremden Geschlecht für sie nicht unbedingt zum Alltag gehörte. Natürlich bedachte der Grüne nicht, dass er vielleicht einfach nur außerordentlich attraktiv sein könnte, doch wie sollte er auch auf solche Gedanken kommen, wenn es leichter war, den Fehler bei einer anderen Person zu suchen …
Ein bisschen enttäuschte es Ivy ja schon. Er hatte nur für einen Moment sehen können, aus welchem Holz das Mädchen geschnitzt sein könnte, als sie ihrem Ärger Luft gemacht hatte, doch ihre liebreizende Art war leider direkt wieder zurückgeschnappt, als hätte sie das Gummiband ihrer Maske überspannt. Traurig, aber da er mit Valerie nicht befreundet war, war er nicht übermäßig getroffen, dass sie ihm ihre tiefsten Geheimnisse nicht enthüllen wollte, schließlich beantwortete ihre Aussage ja nur, wieso sie sich für eine Laufbahn als Magier entschieden hatte, nicht aber die griffige Frage, warum sie ausgerechnet über die Dunkelheit gebieten wollte. Valerie war naiv, möglicherweise, aber nicht dumm, und das zeigte sich auch in ihrer nächsten Handlung, die einem Angriff glich. Es war keine unbekannte Startegie, das Thema umzulenken und sich auf Gegenfragen zu verlassen – tatsächlich war das ganz normales Sozialverhalten – aber skurril war es schon, dass sie als Gesprächsstoff nun ausgerechnet den größten Schwachpunkt Ivys wählte, um zwar nett, aber auch gründlich darauf herumzureiten und ihn diesbezüglich auszufragen. Das Mädel zeigte ihm nicht nur auf, dass er keine offensiven Techniken besaß, sie stellte auch klar, dass er sich nicht verteidigen konnte und quasi auf die Hilfe anderer angewiesen war – direkt nachdem sie ihm erzählt hatte, dass sie Magier geworden war, um genau diese Art von Personen zu beschützen. Ironisch, dass gerade jemand, den sie als schwach bezeichnete, von ihren Wunden befreit und sie in einige unangenehme Lagen gebracht hatte, oder? Ivy musste schmunzeln, weil das Paradoxon dieser Situation ganz schön lustig war, doch er spürte auch ein leichtes Stechen, das von seiner Unsicherheit herrührte. Natürlich musste er ihr recht geben. Er war auf den Schutz anderer angewiesen und vollkommen nutzlos, wenn es zu einem Kampf kam, das war seine größte Schwäche und sorgte oft genug dafür, dass er sich anderen unterlegen fühlen musste und sich wie ein Ballast vorkam, den man sowieso nur ungern mit sich herumschleppte. Ivys Körper reagierte darauf, indem er in Verteidigungshaltung ging und sich von dem Mädchen distanzierte, indem er aufstand und sich somit zuträglich zu den zwanzig Zentimetern, die er eh schon größer war, in eine erhöhte Position brachte. Die Geräusche des Waldes waren intensiv genug, um ihm ein gewisses Gefühl der Sicherheit zu geben, weswegen er jetzt nicht einknickte, was er wohl aber in einer anderen Situation sicherlich getan hätte. Was machte er eigentlich hier? Unterhielt sich mit einem tollpatschigem kleinen Mädchen, das ihm seine Schwächen offenlegte und neugierig in seinem Charakter herumbohrte, aber selbst ein Rätsel in sich war. Was Verschwiegenheit anging, so konnte der Griffin da sicherlich mit ihr mithalten … „Für gewöhnlich versuche ich mich nicht in Situationen zu bringen, in denen ich mich verteidigen muss. Ich habe oft genug damit zu tun, die Schäden wieder zu richten, die Gewalt anrichtet …“ Er machte eine ausschweifende Handbewegung und griff sich seinen Beutel vom Boden, während er sprach, „Vergleich meine Situation zum Beispiel mit der einer Putzkraft. Jemand, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, Orte zu säubern, ist von grundauf ordentlicher, weil er weiß, wieviel Arbeit darin steckt, seine und die Hinterlassenschaften anderer zu entsorgen. Wenn ich jemanden soweit bringe, dass er mich attackieren muss, bin ich mit Sicherheit nicht ganz unschuldig daran, aber ja, ich bin wohl ab und an auf den Schutz anderer angewiesen. Aber sind wir das nicht alle? Es wäre lächerlich zu behaupten, dass man mit jeder Situation alleine zurechtkommt, egal wie stark die Macht deiner Magie ist. Ich bin sicher, dass du mich töten könntest, wenn du es darauf anlegst, und dennoch bist du hingefallen und musstest von mir geheilt werden, um hier nicht völlig verloren zu sein. Ironisch, findest du nicht?“ Der Monolog hatte ihn immer weiter von dem Mädchen entfernt, so dass er nun neben einem Baum stand, der den Anfang des unsichtbaren Weges markierte, der ihn noch weiter in diesen Wald bringen würde, hoffentlich fern jeglichen weiteren Kontakts, der ihn nur verwirrte und ihm das Gefühl gab, sich für etwas rechtfertigen zu müssen. „Meine Arbeit hier ist getan. Man sieht sich.“

Offplay Ende

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