StartseiteKalenderFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Teilen | 
 

 Rubbeldendschinn

Nach unten 
Gehe zu Seite : 1, 2, 3, 4, 5  Weiter
AutorNachricht
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Rubbeldendschinn   Sa 25 Okt 2014 - 21:40

Es hatte ein wenig gedauert, bis Seraphim sich wieder in der Lage sah, eine Quest anzunehmen oder das Haus zu verlassen. Der Grund war einfach, dass er so aussah, als habe man ihn aufs heftigste verprügelt, was nicht ganz für ihn und seine Unangreifbarkeit sprach. Sicherlich könnte er die Wahrheit sagen und behaupten, er habe sich nicht gewehrt, weil er dabei einen Freund verletzt hätte, aber wer hätte ihm das schon geglaubt? Und da er nicht wie ein absoluter Schwächling aussehen wollte, verbrachte er die ersten Tage einfach Zuhause, was ja nicht einmal einem Entzug gleichkam, da es große Vorteile besaß, dass sein bester Freund gleich unten drunter wohnte. Da er sich in Addition auch noch von Wind ernähren konnte, hätte er der äußeren Welt wohl auch für deutlich längere Zeit ausweichen können, aber irgendwann würde ihm sowieso langweilig werden. Bereits gen Ende der Woche hatte er das Bedürfnis, sich unter Menschen zu mischen, sich ein Opfer herauszusuchen und es ein wenig fertig zu machen, um den Abend dann in Armen abzuschließen, die ihm bisher unbekannt waren. Es war eigentlich traurig, dass solche Gedanken in seinem Kopf auftauchten, nachdem er wenigstens in geschlossenen Räumen bei einer Person sein konnte, die ihn allein durch ihren Anblick zum Lächeln brachte und der er alles Glück der Welt wünschte, aber es verhielt sich eben genau so, wie er es erwartet hatte: Er sehnte sich immer nach dem, was er nicht hatte und obwohl das seine Gefühle keineswegs schwächte, war er durchaus froh, als er wieder durch die Straßen seiner Heimatstadt gehen konnte, ohne wie eine geprügelte Ehefrau auszusehen. Aus reiner Unternehmungslust hatte er deswegen beschlossen, den nach der vergangenen Zeit wieder einsatzbereiten Rothaarigen unter den Arm zu klemmen - nicht wortwörtlich, natürlich - und sich zum Gildenhaus der Stadt zu begeben, immerhin war es wieder einmal Zeit für ein neues Abenteuer. Dieser Satz konnte nicht nur aus einer zweitklassigen Kindersendung kommen, sondern traf auch ungefähr auf seine Laune zu. Normalerweise hieß es zwar Sicherheit über solche Dinge, aber die zurückgezogenen Tage hatten ihren Anteil daran, dass er sich dringend in Gefahr oder zumindest ein wenig Action begeben musste, weil er sonst einfach wahnsinnig werden würde. Entsprechend enthusiastisch hatte er sich auch gleich den nächsten Zettel geschnappt, der einigermaßen interessant ausgesehen hatte - und zum zweiten Mal in seinem Leben mit dem Buchstaben A markiert war. Auch wenn er natürlich noch genau wusste, was die letzte Quest dieses Ranges von ihnen gefordert hatte, bedeutete das noch lange nicht, dass er diese Gefahr scheuen würde - er würde nur dieses Mal deutlich besser auf Souta aufpassen. Wenn ihn nochmal jemand gegen ihn einsetzte, würde er ansonsten noch wahnsinnig werden, also musste er eben dafür sorgen, diese Möglichkeit von Anfang an auszuschließen. Sollte er es dieses Mal wieder mit Illusionsmagiern zu tun bekommen, würde er sie einfach sofort töten, dann hatten sie das ganze Chaos erst gar nicht.

Inzwischen befanden sich die beiden Magier allerdings schon auf dem Weg nach Oak Town, genauer gesagt an dessen Bahnhof, der etwas außerhalb lag, weswegen sie wohl noch einen kleinen Fußmarsch vor sich hatten. Das Wetter war wunderbar, ein leichter Wind wehte und dem Dragonslayer ging es entsprechend ausgezeichnet. "Ich hätte jetzt Lust auf Eis, Souta-chan~", schmunzelte er und sah einer weißen Schäfchenwolke nach, die ihren Weg über den Himmel in gemächlichem Tempo absolvierte, das dazu einlud, ebenfalls ein wenig langsamer zu machen. Natürlich war das hier eine Quest, aber... ihn persönlich würde ein wenig von der Süßspeise dennoch nicht stören.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 25 Okt 2014 - 22:08

Die letzte A-Rang Quest hatte dafür gesorgt, dass er eine ganze Weile lang keinen Sport treiben konnte, weil er sich durch mehrere ungünstige Gegebenheiten die Seite durchbohren hatte müssen, was natürlich erst einmal heilen musste. Zwar hatte man es durch kreatives Teamwork geschafft, zumindest ansatzweise anstrengende Dinge aus ihm herauszukitzeln, doch das große Problem war nach wie vor gewesen, dass er keine ordentlichen Work-Outs hinlegen konnte, denn es gab nur eine gewisse Menge, die sein übermenschlich hoher Stoffwechsel direkt wieder verbrennen konnte, der Rest wurde von seinem Körper abgehalten, indem er sich dauernd in Bewegung hielt. Er hatte natürlich keinerlei Grund gesehen, seine Essgewohnheiten einzudämmen, nur weil er sich nicht ordentlich auspowern konnte, außerdem hatte er sowieso geglaubt, dass er genügend Zeit hätte, zu trainieren, nachdem seine Wunde ihm keinen Ärger mehr machte, und dass er erst, wenn er in seinen Augen wieder perfekt wie immer war, eine neue Quest auf ihn warten würde. Aber so war es nicht gekommen. Seraphim war wie immer eigentlich eines Tages bei ihm aufgelaufen und hatte ihn davon überzeugt, sich eine Quest mit ihm zu schnappen, wie genau er das geschafft hatte, war ihm nicht mehr bekannt, aber darauf kam es auch gar nicht an. Souta hatte zugestimmt, weil sich die Monatsmiete mit bedrohlich schneller Geschwindigkeit genähert hatte, aber er war nicht ganz bei der Sache und nicht einmal halb so freudig wie der Dragonslayer, der schon den ganzen Tag auf gruselige Weise den Souta mimte. Dabei war der Grund, warum dem Kettenmagier etwas über die Leber gelaufen war, einfach so lächerlich, dass er sich dafür schämte, sich deshalb auch nur ansatzweise schlecht zu fühlen. Aber was sollte er tun? Es gab vielleicht drei Bereiche, in denen er sich wirklich sehr divenhaft aufführte und der Zufall wollte es eben so, dass einer dieser um sein äußeres Erscheinungsbild zirkulierte. Nachdem er also seine gesamte Heildauer auf der faulen Haut gelegen und tonnenweise Süßkram in sich hineingefuttert hatte, war er an diesem Morgen aus der Dusche gestiegen, hatte sich vor den Spiegel gestellt und sich die Haare gerichtet, bis alles zu seiner Zufriedenheit war. Dann hatte er sich am Bauch gekratzt und schockiert feststellen müssen, dass man mit großer Anstrengung eine winzige Falte abklemmen konnte. Ungefähr eine halbe Stunde war er daraufhin im Profil vor der reflektierenden Oberfläche gestanden und war kurz davor gewesen, darüber in Tränen auszubrechen, dass sein sonst so perfekt definierter Oberkörper eine winzige Kurve machte, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen war. Was nur nachvollziehbar war. Und was vermutlich innerhalb von wenigen Tagen direkt wieder verschwinden würde, jetzt wo er sich wieder uneingeschränkt bewegen konnte und sein Trainingsprogramm wieder aufnehmen würde, aber es ging um das Prinzip. Itasa Soutanobu bekam niemals einen Bauch, das war nicht okay, egal wie mikroskopisch er sein mochte. Traurigerweise konnte man nichts dagegen machen und musste sich mit seinem Schicksal abfinden, was ihn unter anderen Umständen wahrscheinlich für ein paar Tage in tiefe Depressionen gestürzt hätte, wäre sein bester Freund nicht aufgekreuzt und hätte ihn eingezogen, auf, auf nach Oak Town und so. Weil es warm war und er das normalerweise konnte, hatte er sich ein Top und knielange Shorts angezogen, seine Füße steckten in bunten Flipflops und waren dreckig, weil er bis zum Einsteigen in den Zug barfuß gelaufen war und auch vorhatte, das weiterhin zu tun, doch Bahnhöfe waren unhygienisch und es konnte ja sein, dass jemand ein paar Glassscherben hier verloren hatte, daher ging Sicherheit natürlich vor. Würde er sich nämlich noch eine Woche auf die faule Haut legen müssen, würde er sich wahrscheinlich für den Rest seines Lebens mit miserabler Laune unter seine Decke flüchten. Paranoiderweise hatte er sich über sein Top noch ein luftiges Hemd gezogen, an dem er in regelmäßigen Abständen herumnestelte und das ihm eigentlich zu warm war, aber er kam wirklich absolut nicht mit sich klar und schwitzte daher lieber etwas, statt sich zu entblößen. Wenn er nicht aussah wie Adonis, war er nicht ganz auf dem Damm und würde sich auch kein Eis erlauben, selbst wenn die Vorstellung an einem solch schönen Tag geradezu himmlisch wäre. „Wir können dir eins kaufen“, meinte er daher diplomatisch (obwohl er natürlich gar nichts kaufen würde, weil er generell pleite war ...) und lächelte fröhlich, während er ein wenig nervös die Zipfel seines Hemdes zwirbelte und sich auf dem Bahnhof umschaute. Richtige Eisdielen gab es vermutlich eher weiter in die Stadt hinein, oder? Souta hatte Oak Town schon länger nicht besucht, obwohl er die letzten Monate ganz in der Nähe im Wald gelebt hatte, das war tragisch, eigentlich war der Ort ganz malerisch, wenn man mal von dem ehemaligen Platz der teuflischen Gilde Phantom Lord absah … Na ja. „...Was ist denn dein Lieblingseis? Vanille?“

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 25 Okt 2014 - 22:19

Hätte Souta Seraphim von seinem Leid erzählt und ihm verraten, dass er sich für fett hielt, hätte der Dragonslayer sich wahrscheinlich einen Spaß daraus gemacht, ihn ins Bäuchlein zu piksen und ihm danach zu erklären, dass er ihn auch noch mögen würde, wenn er nun auch noch hässlich werden würde. Sicherlich würde es ihm einfacher fallen, ihn nicht unter der Dusche zu bespannen, aber ansonsten würde sich wahrscheinlich wenig ändern, da er in Soutas Fall den Narren tatsächlich an dem Einäugigen selber gefressen hatte und nicht nur an seinem hübschen Körper. So wunderte er sich nur kurz, warum er selbst kein Eis haben wollte und lächelte ihn dann breit an. Er hatte eigentlich gar nicht vor, den Souta zu mimen, es war nur eher die Kombination aus endlich wieder vorhandenem Ausgang und dem schönen Wetter, das ihn so fröhlich machte. Daher schnappte er sich auch die Hand des Kettenmagiers und zog ihn zu sich heran und säuselte: "Nur mir? Du bist sicher, dass du keines möchtest? Dabei schmilzt es doch so schön auf der Zunge~" was natürlich ein wunderbares Stichwort war, um ihm einen Kuss aufzudrücken, nachdem er sich versichert hatte, dass auch ja niemand zugegen war, der das beobachten konnte. Oak Town war zwar nicht gerade eine von Leben nur so pulsierende Metropole, aber ging wohl leider auch nicht als kleines Dorf fernab des Stroms der Zeit durch, sodass hier ihre hübschen Regeln wohl kaum gelten würden. Deswegen würde er in der Stadt selbst wohl so tun müssen, als sei Souta für ihn nicht mehr als ein guter Freund und Gildenkollege, weswegen er diesen einen Kuss durchaus gerne haben wollte, ehe er vielleicht für Tagedarauf verzichten musste. Allerdings würden Übernachtungen wiederum Wände bedeuten und die waren ihm in der letzten Zeit aus diesem Grund schon wieder deutlich sympathischer geworden, weil sie dem Kettenmagier die Sicherheit gaben, dass man ihn nicht beobachtete und ihn daher auch nicht für sein Verhalten verurteilen konnte. Seraphim war sich sicher, dass die Gesellschaft und ihre Vorurteile Schuld daran waren, dass zwischen ihnen wohl für immer eine Trennwand stehen würde, denn solange seinem Y-Chromosom nicht spontan ein weiteres Ärmchen wuchs, konnte er sich kaum vorstellen, dass Schattenspringen möglich sein würde. "Hmmjaa~", schnurrte er und leckte sich mit der Zunge über die Oberlippe, "Vanille ist wunderbar, wobei das meiste Eis leider nicht allzu aromatisch riecht. Ansonsten mag ich Banane und Joghurt... und Kirsche~" Eigentlich kam es ihm sowieso vor allem auf die Wechselwirkung von Geschmack und Geruch an, also sollte dieser auch gegeben sein. Das war ungefähr wie bei Souta, wenn er denn einen Menschen mit einer Süßspeise vergleichen konnte - da musste auch sowohl das Aussehen, als auch der Geruch stimmen, sonst hatte er nicht ansatzweise solch eine Anziehungskraft auf ihn. Soutas Haare wiederum rochen auf anziehende Weise nicht nur nach ihm, sondern auch nach Vanille, was ein Geruch war, den der Dragonslayer ziemlich schätzte? Ob er das wohl absichtlich machte? "Was für Eissorten magst du denn gerne?", fragte er und machte sich in Richtung Stadt auf, nachdem er Soutas Hand eher widerwillig losgelassen hatte.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 25 Okt 2014 - 22:27

Souta fand es nicht so prickelnd, mitten auf dem Bahnhof geküsst zu werden, doch er kam nicht wirklich dazu, sich allzu sehr darüber zu beschweren, weil er zu sehr damit zu kämpfen hatte, die Berührung ihres Körpers auf ein Minimum zu reduzieren und sich eine glaubwürdige Ausrede einfallen zu lassen, die beim Himmelsmagier nicht direkt alle Alarmglocken bimmeln ließ. Das Dumme an der Sache war, dass es fast nicht möglich war, sich als seine Wenigkeit von etwas Essbarem fernzuhalten und das plausibel zu begründen, weil es in seinem Vokabular einfach keinen mangelnden Hunger oder fehlenden Appetit gab. Er hatte sogar Hunger gekriegt, als ihm auf einem Kreuzfahrtschiff kotzübel war, was sollte er also tun, um von seiner Zwickmühle abzulenken, möglichst, ohne den Himmelsmagier davon in Kenntnis zu setzen, warum er sich auf Diät gesetzt hatte? Er schien es ihm ja nicht anzusehen, obwohl er ihn doch ständig anglotzte, aber vielleicht war er auch einfach zu höflich, ihn auf seine groteske Deformierung anzusprechen … Wie sehr er sich wohl dazu zwingen musste, ihn zu küssen und seine Hand zu halten? Konnte man das nicht irgendwie überprüfen, auf subtile Art? Ach verdammt, da hatte er doch kurz vergessen, dass er Souta war und er deshalb nicht wirklich subtil sein konnte. Allerdings schien Seraphim das Thema fallen zu lassen, vielleicht musste er sich also gar nicht herausreden. Vielleicht war er einfach ein Glückspilz und sollte aufhören, so paranoid zu sein. Vor allem hatte er sowieso das Gefühl, dass sie die ganze Sache noch einmal aufrollen würden müssen, wenn es darum ging, sich einen Übernachtungsort zu suchen, denn er würde niemals zulassen, dass Seraphims Hand die heilige Grenze seines Oberteils unterwanderte, solange er dermaßen ekelerregend war … Souta beobachtete seinen besten Freund dabei, wie er sich über die Lippen leckte, wandte den Blick ab und lauschte über das Blutrauschen in seinem Kopf der Eiswahl des Anderen. Ew, Früchte. Nicht, dass er generell etwas gegen Essbares einzuwenden hatte, aber wenn jemand Speckeis erfinden würde, wäre das schon durchaus toll. Die Welt brauchte doch eigentlich gar kein Hasenfutter, wenn es nach ihm ging, das machte sowieso nicht richtig satt. Aber halt, er würde ja überhaupt kein Eis essen, auch wenn ihn das trauriger machte als er zugeben wollte. Manchmal war er eben doch ein gigantischer Fünfjähriger, der seinen Süßkram brauchte … Nachdem man seine Hand losgelassen hatte, stopfte er sie in die Hosentaschen und zuckte leicht mit den Achseln, was die Frage nach seinem Lieblingseis betraf. „Keine Ahnung. Ich mag Eis am Stiel eigentlich lieber als dieses Milchzeug. Aber grade brauche ich keins. Wenn mich der Heißhunger überkommt, musst du mich halt mal lecken lassen.“ Das war nicht unbedingt diskutabel, aber Souta glaubte nicht, dass Seraphim Probleme damit hätte, ihm etwas hinzuhalten, das er mit der Zunge berührte und er bezweifelte außerdem, dass er etwas gegen die Spucke des Kettenmagiers einwenden würde. Dafür hatte er selbstverständlich keinerlei Beweise, aber ihn störte es ja auch nicht, wenn sein Mund nach Himmelsmagier schmeckte, da war das anders herum vermutlich ähnlich. Glücklicherweise kam das Thema nicht auf den Geruch von Soutas Haaren, obwohl er Vanille vorgeschlagen hatte. Ironischerweise benutzte er diesen Duftstoff wirklich ausschließlich deshalb, weil sein bester Freund positiv auf das erste Mal reagiert hatte, dass er ihn versehentlich aufgetragen hatte, aber das war eine der Tatsachen, die er ihm nicht auf die Nase binden würde, direkt neben seiner Alptraumquote, die sank, wenn man neben ihm schlief, oder eben die Sache mit seinem neugewonnenem Schwabbel. Dies sollte allerdings nicht ganz der Gegenstand ihrer Quest sein, stattdessen ging es um eine merkwürdige zeitliche Anomalie im Rahmen von Oak Town, unter der sich Souta nicht allzu viel vorstellen konnte. Na ja, wenn die Quest schon A-Rang war, würde wohl auch A-Rang drin sein, man konnte also gespannt sein – und er konnte sich die Flipflops wieder ausziehen und sie mit einer Hand gegen seinen Körper drücken. Brillanter Sichtschutz.

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 25 Okt 2014 - 22:31

Natürlich würde Seraphim Souta etwas von seinem Eis abgeben... nicht nur aus Prinzip, sondern auch, weil er tatsächlich nichts dagegen hatte, die Zunge des Rothaarigen über irgendeinen Gegenstand wandern zu sehen. Zwar bekam er parallel zu einem angenehmen Kribbeln in der Magengrube meistens spontanen Hass auf alte Damen, aber diese kleine Störung ließ sich verkraften, wenn man im Austausch einen so anregenden Anblick erhielt. Seinetwegen durfte der Kettenmagier auch sein gesamtes Eis auffuttern, solange das langsam und vor allem außerhalb seines Mundes geschah, aber wahrscheinlich hätte er in der Hinsicht sowieso nichts mitzureden. Es hatte durchaus einen Grund, warum Souta keinen Schlüssel zu seiner Wohnung besaß und der war unter anderem auch der Schutz seines Kühlschranks, immerhin gab es ab und zu doch noch Dinge, die er gerne selbst essen wollte. Seine Nahrungsmittel dezimierten sich manchmal dennoch auf unbekannte Weise, selbst wenn er vermutete, dass sie das waren, was den Bauch des Kettenmagiers füllten. Dem Spargeltarzan sah man allerdings auch sofort an, wenn er etwas gegessen hatte, da er nicht genug Fett am Körper hatte, um das zu kaschieren. Aber selbst wenn er etwas zunehmen würde, wäre er immer noch schlanker als Seraphim selbst, einfach weil sein Körper so schmal gebaut war. "Ich wette, das wird darin resultieren, dass du mein Eis aufisst...", meinte er, aber streckte sich dennoch glücklich und schlenderte den Weg weiter entlang. Seltsamerweise konnte er keine Vögel hören, auch wenn er das bei diesem schönen Wetter erwartet hätte. Auch die Jahreszeit war eigentlich genau die richtige, doch er konnte keines der gefiederten Tiere erspähen, ebenso wenig, wie er irgendwelche anderen Vierbeiner bemerkte. Die Beschreibung der Quest war sehr allgemein gehalten gewesen, geradezu knapp, weswegen er kaum etwas darüber wusste, was sie erwartete, nur, dass es irgendetwas mit Fluktuationen in der Zeit zu tun hatte. Das letzte Mal, dass er mit solchen Dingen in Kontakt gekommen war, hatte er eine Zeitreise unternommen, die ihn in eine dystopische Zukunft geschleudert hatte... hoffentlich passierte hier nichts ähnliches, denn damals hatte mal Jagd auf Dragonslayer gemacht und obwohl er deutlich stärker geworden war als damals, bedeutete das nicht, dass er es mit diesen Leuten aufnehmen könnte. Wenigstens würde er nicht ganz so sehr abstinken und mit ein bisschen Glück sogar dazu in der Lage sein, Souta zu beschützen. Dem durfte auf dieser Quest nämlich nichts passieren, hatte er beschlossen, immerhin hatte er schon bei ihrem letzten Abenteuer Mitschuld daran getragen, dass er verletzt wurde und die letzten paar Wochen bewegungstechnisch arg eingeschränkt gewesen war. Natürlich hatte er sich, eigennützig, wie er war, darum bemüht, ihm wenigstens etwas Bewegung zu verschaffen, aber er konnte sich denken, dass das für einen so aktiven Menschen nicht allzu schön war. "Ich bin ja mal gespannt, was in der Stadt los sein wird... die Informationen waren ja recht dürftig...", plauderte er munter weiter und musste sich zusammen reißen, nicht nach der Hand des Kettenmagiers zu greifen. Eigentlich war dieser doch derjenige, der Händchenhalten provozierte, nicht er selbst. Er fand das nämlich grundsätzlich viel zu kitschig und romantisch, also zwei Dinge, die er per eigener Definition nur dann war, wenn er damit jemanden herumkriegen wollte. Dass das bei Souta nicht funktionieren würde, weil der ähnliche Methoden selbst anwandte, war recht klar. Zudem war er sich bis zum heutigen Tag nicht sicher, was er tun musste, um den Rothaarigen herumzukriegen, außer sich spontan Brüste wachsen zu lassen, verstand sich, denn das war ja keine ernst zu nehmende Alternative. Sicherlich hatte der Dragonslayer sich in besonders schwachen Momenten schon einmal vorgestellt, wie es gewesen wäre, wenn er mit einem etwas modifizierten Chromosomensatz geboren worden wäre, aber da er mit seinem natürlichen Geschlecht eigentlich mehr als zufrieden war, hatte er nicht vor, daran irgendetwas zu ändern. Er war ein Mann und damit würde sich jeder abfinden müssen, was bedeutete, dass der Ort, an dem herum geschnippelt werden musste, das Gehirn des Rothaarigen war, damit der begriff, dass es auch noch andere ästhetisch schöne Dinge gab, die nicht paarweise und am Oberkörper eines Menschen vorkamen.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 25 Okt 2014 - 22:35

Es wäre unfair zu behaupten, dass es ganz allein Soutas Schuld war, wenn Seraphims Kühlschrank sich vor seiner Zeit entleerte, denn die meisten Speisen darin waren sowieso Zutaten und wurden von dem Himmelsmagier in leckere Gerichte verwandelt. Wenn er also unbedingt meinte, irgendjemanden dafür verantwortlich zu machen, sollte er sich wohl zu allererst an der eigenen Nase packen und darüber nachdenken, warum er immer so gutes Essen kochte, wo doch absolut klar war, dass soetwas ihn anlockte. Es war ein Zuneigungsbeweis, wenn er sich ein Sandwich aus dem Bestand seines besten Freundes machte und er fand es recht ulkig, dass er mittlerweile recht gut Bescheid wusste, was in welchem Küchenschrank zu finden war. Es bedeutete ja, dass er keine Angst davor hatte, dass der Ältere ihn vergiften würde, Vertrauen über Vertrauen. Auf den Kommentar mit dem Eis reagierte Souta nicht richtig. Einerseits musste er ihm zustimmen, weil das durchaus ein wahrscheinliches Szenario war, andererseits wollte er die Sache mit der Süßspeise möglichst schnell aus seinem Kopf verbannen, sonst würde er Seraphim nämlich doch noch um eines anbetteln und sich im Nachhinein dafür hassen. Nicht, dass er das nicht dauerhaft tat, aber es war doch etwas Anderes, wenn nicht nur sein Geist, sondern auch sein Körper Angriffsziel seiner bösartigen Gedanken waren. Was mit dem Getier um die Stadt herum war, bekam er ebenso wenig mit wie das Verlangen des Anderen, seine Hand zu greifen. Der Jux an dieser Sache war einfach, dass er gerne in seiner eigenen kleinen Welt lebte und sich neben sich selbst nur selten auf andere Dinge konzentrierte, deshalb wäre es die beste Variante, ihn einfach auf Wünsche hinzuweisen. Wahrscheinlich hätte Souta in genau diesem Augenblick nämlich nichts dagegen gehabt, wenn sein bester Freund nach Händchen halten gefragt hätte, weil das die Aufmerksamkeit von seinem Körper zu seiner Hand lenkte und den Passanten etwas anderes zum Glotzen gäbe. Außerdem konnte er sich dann davon abhalten, an sich herumzuzupfen. Leider war sein lieber Freund nicht der Typ für solche Fragen – was lächerlich war, denn wenn die ganze Sache weniger unschuldig gewesen wäre, hätte er diese Schüchternheit sicherlich sehr schnell ablegen können – keine Hand also. Sie blieben weiterhin in seinen Taschen, er schaute weiterhin auf abwechslungsreichen Boden oder den schönen blauen Himmel, gelegentlich auch einmal zur Seite in das Gesicht des Anderen, wenn dieser sprach, wie beispielsweise, was ihre Quest anging. Ja, neben seinen persönlichen Problemen interessierte es den Kettenmagier durchaus, welche Art von Arbeit sie eigentlich erwartete, wo ihre Infos doch tatsächlich eher mau gewesen waren. Zwar würde er niemals Worte wie "dürftig" verwenden, um darauf hinzuweisen, aber im Grunde waren sie derselben Meinung. "Das wird vermutlich ne Überrasch ... ung?", meinte er also und stockte mit dem letzten Wort, weil sich seine Nackenhaare aufstellten und es ihn erschauerte. Mit einem leichten Stirnrunzeln blickte er über seine Schulter, konnte aber nichts sehen, was dieses Gefühl hervorgebracht haben könnte und zuckte einfach mit den Achseln. Wenn man ihn so fragte, sah es hier ja nicht gerade katastrophal aus. Die Menschen liefen geschäftig herum, redeten miteinander und handelten mit Kram, es gab Kinder ... Keine vernagelten Fenster, keine Sturmböen und keine Tsunamis in Sicht. Vielleicht war ja die Kirchturmuhr kaputt oder so?

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 25 Okt 2014 - 22:48

Er hatte sich irgendwie mehr unter einer Stadt vorgestellt, in der zeitliche Fluktuationen Grund genug waren, eine A-Rang-Quest für Magier der besten Gilde des Landes ausrufen zu lassen. Vielleicht ein wenig mehr Panik, Tod und Verderben, aber sicherlich nicht fröhlich spielende und herumtollende Kinder, freundliche Menschen, die sie grüßten, als sie an ihnen vorbei gingen und so ziemlich alles, was man sich eben nicht unter dem Weltuntergang vorstellte. Es wäre seiner Meinung nach höchst logisch gewesen, wenn sie nun von verzweifelten Menschen bestürmt worden wären, die sie anflehten, etwas gegen ihre missliche Lage zu unternehmen, aber nichts dergleichen passierte. Nicht, dass er sich gewünscht hätte, in ein solches Szenario zu stürzen, aber er hatte etwas in der Art erwartet. Das einzige, was einigermaßen unnormal wirkte, war das Gefühl, als sie die Stadt betraten: Es machte beinahe den Anschein, als habe man einen Eimer eiskaltes Wasser über ihm ausgeschüttet, weswegen seine Arme sich fast augenblicklich um seine Brust schlangen und er erzitterte. Was das gewesen sein konnte, wusste er nicht, denn als er sein Oberteil betastete, bemerkte er nicht dir Spur einer Flüssigkeit, die für dieses Gefühl verantwortlich gewesen sein könnte. Auch ein Blick in den Himmel brachte keinen neuen Erkenntnisse, weswegen er es erst einmal zu ignorieren beschloss, bis es relevant wurde. "Und ich dachte, hier wäre die Hölle los... so kann man sich irren~", murmelte er und blickte einer Frau nach, die einen Korb im Arm um die Ecke bog. Er hatte einige Bekannte in Oak Town, solche, denen er nach Möglichkeit ausweichen sollte und jene, denen er vielleicht einen kleinen Besuch abstatten könnte, wenn er dazu kam. Vielleicht würde sich das sogar mit der Quest verbinden lassen, denn im momentan wusste er ja nicht einmal, was er tun sollte. Mit gerunzelter Stirn machte er sich ins Innere der Stadt auf, wobei er sich umsah und sich wirklich alle Mühe gab, etwas zu finden, das seine Anwesenheit rechtfertigen würde.
Ein kleiner, blonder Junge mit einer Tasse Kakao lief an ihnen vorbei, stolperte aber an der nächsten Ecke und schlug der Länge nach hin, wobei sich die süßliche, braune Flüssigkeit über das Kopfsteinpflaster verteilte. Heulend rappelte er sich auf und wurde sofort von einem kleineren Mädchen zusammen geschimpft, die offenbar die Besitzerin des Kakaos war und ihm hinterher gerannt war. Nachdem er die Schande der Tränen überwunden und sich entschuldigt hatte, verschwanden beide hinter der Ecke und wurden durch einen alten Mann ersetzt, der ihnen mit Gehstock und Schnurrbart ausstaffiert entgegen kam und schimpfte, er habe seine Brille verloren. Diese jedoch klemmte in seiner Brusttasche und funkelte leicht im Licht der Sonne. Einen kurzen Augenblick später wurde er von einer jungen Frau höflich, aber deutlich amüsiert darauf angesprochen und er wurde leicht rot, kratzte sich am Hinterkopf und setzte sie sich auf, wodurch er mit einem Mal wie eine Eule aussah. Langweilige, alltägliche Szenen also, nicht, was einen Hinweis darauf geben würde, weswegen Souta und Seraphim hier waren... "Entschuldigen Sie...", fragte er den Mann schließlich, der mit seiner neu wiedergefundenen Brille gleich ein wenig fröhlicher wirkte, "Ist hier in letzter Zeit irgendetwas... komisches vorgefallen?" Das war eine vollkommen legitime Frage, da er sich gerade ein wenig verarscht fühlte. Doch der Alte blickte ihn wie einen Außerirdischen an und schüttelte dann den Kopf. "Sollte es denn?" "Nein, nein...", wehrte der Dragonslayer ab und lächelte ihn an, auch wenn er ihn lieber gepackt und durchgeschüttelt hätte, um das Gegenteil zu kreischen, schließlich fand er es nicht besonders lustig, wenn er bei so etwas ernstem wie einer Quest von vorneherein veralbert wurde. Kaum war er weggehumpelt, den Blick nach wie vor ein wenig misstrauisch, wandte sich Seraphim zu Souta um: "Das ist seltsam. Ich würde vorschlagen, wir fragen mal ein paar mehr Leute, wenn die nichts wissen, statten wir dem Rathaus einen Besuch ab und wenn dann immer noch nichts auffälliges berichtet wurde..." würden sie nach Hause gehen.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 25 Okt 2014 - 22:55

Das Eis war vergessen, stattdessen ging es nun darum zu ergründen, wieso in aller Welt jemand sie für eine A-Rang-Quest engagiert hatte, wo es doch offensichtlich keinerlei Anlass zur Beunruhigung gab. Ein kleines Lächeln schlich sich auf die Züge des uncharakteristisch schlecht gelaunten Rothaarigen, als ein Kind an ihnen vorbeilief und er wandte den Kopf zu ihm, um dessen beeindruckende Kakaoverteilungsaktion zu beobachten, die nur so lange witzig war, bis er zu weinen anfing. Souta hob die Arme und wollte gerade einen Schritt in seine Richtung machen, vielleicht um ihm aufzuhelfen, da tauchte seine Freundin auf und faltete ihn zusammen, wodurch dieses Problem erst einmal gelöst war. Mit einem letzten Blick auf die beiden Kinder und einem Kopfschütteln wandte er sich wieder dem Rest der Stadt zu, der eigentlich deutlich interessanter sein sollte. Er wusste selbst nicht so genau, wieso ihm das Wohlergehen der kleinen Menschen plötzlich so am Herz gelegen war und bekämpfte daher ein beklemmendes Gefühl, während Seraphim einen alten Mann mit monströs vergrößerten Augen anquatschte und nach der Situation in der Stadt fragte. Souta blieb ein wenig abseits stehen und betrachtete sich prüfend im Schaufenster einer nahen Bäckerei, konnte sich nicht verkneifen, sein Profil zu überprüfen. Allerdings nur solange, bis ihm die Auslage auffiel, auf der sich die fluffigsten Donuts stapelten, die er je gesehen hatte. Oh Gott, das war so unfair … Er drückte sich die Nase an der Scheibe platt und beobachtete die perfekt glasierten, mit Zuckerstreuseln dekorierten Teigringe. Speichel sammelte sich in seinem Mund, doch er konnte nicht einfach in den Laden gehen und sich etwas kaufen, egal wie sehr er es wollte. Das Schicksal wollte ihn verspotten, aber das würde er nicht zulassen – er war derjenige, der den Naturgesetzen ins Gesicht lachte, da würde er es auch aushalten, auf solche Leckerbissen zu verzichten, egal wie gut sie aussahen. Nein, er hatte es drauf, er konnte allem strotzen, seine Willenskraft musste steigen, wenn er Seraphim nicht wieder verletzen wollte, am besten er begann mit solch kleinen Übungen und stählte seinen Geist, indem er sich den Herausforderungen entgegenwarf. Sein bester Freund schlug vor, dass sie doch Leute befragen könnten, er reagierte mit einem Nicken und deutete mit dem Daumen auf die Ladentür. „Gute Idee. Ich fange mal hier drin an, okay?“ Das war keine wirkliche Frage gewesen, also fackelte er auch nicht lange und durchstieß die Tür in die nach Zimt, Kümmel und Zuckerguss riechende Hölle. Offenbar war das hier nicht nur eine Bäckerei, sondern auch ein kleines Café, das verschiedene Kuchen und Torten im Angebot hatte – was für ein glücklicher Zufall aber auch. Ohne darauf zu achten, welche Köstlichkeiten sich in seiner Umgebung befanden, stolzierte Souta direkt zur Theke und lächelte einer hübschen Blondine entgegen, die erst ein wenig genervt aussah, ihm aber ein Grinsen schenkte, als sie ihn sah. Wenn das kein Ego-Boost war. „Was darf es sein?“, fragte die junge Frau und wischte sich die Hände an der Schürze ab, die, wie Souta bemerkte, ihrem Körper ziemlich angenehm schmeichelte. „Informationen“, antwortete der Kettenmagier und widerstand dem Drang, sein Shirt zu lüften, „Ich bin Magier. Gab es hier vor Kurzem irgendwelche Probleme?“ Sein Lächeln wurde noch etwas breiter und er lehnte sich leicht dem Tresen entgegen. „Hm. Nein, nicht, dass ich wüsste. Das ist ein ruhiges Viertel.“ Sie senkte den Blick, hob ihn allerdings wieder, als Souta die Arme verschränkte. „Alles klar. Falls doch noch etwas passiert, gibt es eine Möglichkeit, wie ich dich erreichen kann?“ Ja, das war unterstes Niveau, aber er war gerade nicht allzu wählerisch und beobachtete grinsend, wie sie einen Kugelschreiber aus ihrer Brusttasche fischte, einen der Donuts in eine Tüte packte und ein paar Worte darauf kritzelte. „Natürlich. Hier ist meine Adresse und eine Stärkung. Mein Feierabend ist um sieben!“ Hehehe~ Souta bedankte sich und verließ den Laden, warf einen kurzen Blick auf die Nachricht – ah, der Peitschenwitz war ganz nett. Nichtsdestotrotz schaute er sich erst einmal nach Seraphim um und näherte sich diesem wieder mit nicht ganz glücklichem Gesichtsausdruck. „Leider keine heiße Spur, aber stattdessen eine heiße Bäckereiangestellte. Hast du etwas?“, fragte er ihn und warf die Tüte ungeöffnet in den nächsten Mülleimer. Er hatte eh nur etwas testen wollen.

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 8:30

Seraphim hatte leider nicht das Glück gehabt eine dermaßen einfach herumzukriegende Blondine zu finden. Das Schicksal war ihm scheinbar doch nicht immer hold, sodass er sich mit einigen ältlichen Herrschaften hatte zufrieden geben müssen, die leider nicht einmal besonders hübsch waren. Im Grunde genommen war Seraphim bei der Wahl seiner Spielkameraden ja nur sekundär auf das Alter aus, aber diese Leute waren ihm dann wohl tatsächlich deutlich zu alt... einfach weil man es ihnen auch so ansah. Es gab Menschen, die mit fünfzig noch wie zwanzig wirkten und wenn es sich um so jemanden handelte, konnte Seraphim das Alter auch gerne vergessen, aber die hier... Falten, graue Haare, ein fehlender Zahn. Nichts wie weg hier. Sie hatten ihm sowieso ebenso wenig sagen können, wie der alte Mann, dessen Augen ihm vielleicht noch einmal in einem Albtraum begegnen könnten, in dem es um humanoide Eulen ging. Er schüttelte den Kopf und beobachtete, wie Souta aus einem Café zurück kam und runzelte die Stirn, als er eine Tüte, die er aus diesem mitgenommen hatte, in den Mülleimer warf. Nanu? Seit wann warf Itasa Soutanobu Essbares weg? Er war doch eher einer der Menschen, die es fertig brachten, schon längst abgelaufenen Süßkram zu futtern und sich danach mit Bauschmerzen auf sein Sofa warfen, jammernd, dass sie nun sterben müssten... seit wann verzichtete er auf so etwas, vor allem, nachdem er es sich ja wohl gekauft hatte? Das konnte doch nur halbwegs etwas mit der Verkäuferin zu tun haben, denn selbst um eine hübsche Frau zu beeindrucken, kaufte er sich doch nichts, um es danach zu entsorgen... dazu hatte er nicht unbedingt das Budget. Natürlich hatte der Weißhaarige keinen direkten Einblick in die Finanzen seines Kollegen, aber er wäre schon reichlich blind, wenn er nicht bemerkt hätte, dass Souta eher zu denen gehörten, die gerade so viel Geld hatten, dass sie damit über die Runden kamen, weil sie einfach zu unfähig zum Sparen waren. Bei ihm war das etwas anders, aber selbst er würde den Teufel tun und etwas wahrscheinlich Leckeres wegwerfen. "Yare Yare, Souta-chan... bist du auf Diät oder warum hast du das weggeworfen?", fragte er mit höchst ironischem Unterton, weil ihm spontan niemand einfiel, der solch eine ernährungstechnische Maßnahme weniger nötig hätte als der Kettenmagier. Souta besaß schließlich so wenig Unterhautfettgewebe, dass man meistens wirklich jeden Muskel durchscheinen sehen konnte, was ihn nicht unbedingt unattraktiver machte. Eigentlich stand Seraphim ja gar nicht auf allzu viele davon, aber Souta hatte in dem Zusammenhang den Charme einer Raubkatze, was wiederum durchaus anziehend war. Selbst wenn er mehr eine Naschkatze war, was erneut auf das Thema der Tüte zurücklenkte. "Auch ich habe nichts gefunden... das ist sehr seltsam, wirklich. Aber erzähl mir doch von deiner Bäckereiangestellten..." Nein, Seraphim war nicht eifersüchtig, immerhin hatte er dazu kein Recht. Wenn er sich über Soutas Bekanntschaften mit Frauen aufregen wollte, müsste er immerhin zuerst sich selbst und seinen besser nicht gezählten Affären an die Nase greifen, deswegen fing er erst gar nicht damit an. Allerdings hinderte ihn nichts daran, den Kettenmagier ein wenig auszuhorchen, immerhin wartete er ja immer noch auf den Moment, in dem der Einäugige seine Prinzipien fallen ließ, weil er einsah, dass man Spaß nicht auf zwei Personen limitieren musste. Sicherlich würde das mit der Entdeckung einer besonders ansprechenden Person einhergehen, also musste er ständig auf der Hut sein - immerhin wollte er das ja um nichts in der Welt verpassen.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 9:28

Das Traurige an Seraphims Kommentaren war, dass er damit manchmal geradezu bedrohlich zielsicher ins Schwarze traf, auch wenn er ihm natürlich nicht gestehen würde, dass er sich tatsächlich auf Diät befand und es ihn nicht kümmerte, wie wenig er das angeblich nötig hatte. Er hatte den Beweis dafür im Spiegel gesehen, hatte ihn in seiner Netzhaut eingebrannt. Sein bester Freund konnte einfach nicht verstehen, was das für ihn bedeutete, also machte er sich auch gar nicht die Mühe, ihm zu erklären, worum es bei dieser ganzen Sache eigentlich ging und warum es ihn durchaus störte, dass er den schönsten Donut aller Zeiten weggeworfen hatte. Zeit für die universalste Ausrede für fehlenden Appetit, die es auf dieser schönen Welt gab. "Ah, mir ist plötzlich nur ein wenig schlecht." Das traf es wirklich gut, denn er fühlte sich regelrecht übel, wenn er daran dachte, wie diese kostenlose Süßspeise wohl auf seiner Zunge zergangen wäre. Vielleicht hatte man sie ja sogar mit Marmelade gefüllt ... Gerne wäre er jetzt in den Mülleimer gesprungen, doch er beherrschte sich und setzte eine leicht säuerliche Miene auf, die wohl auch sehr gut zu seiner Erklärung passte. Er hasste diesen Lord aus der letzten Quest gerade so dermaßen, dass er wohl systematisch alle Illusionsmagier in Fiore jagen und erlegen würde, wenn sie hier fertig waren. Wieso interessierte sich Seraphim eigentlich für die hübsche Blondine, deren Adresse er erhalten und entfernt hatte, nachdem er sie gelesen hatte? Wollte er selbst sein Glück bei ihr versuchen? Recht wäre es ihm ja, dann müsste er sich keine Entschuldigungen mehr einfallen lassen und hatte etwas Zeit für sich. "Na ja, sie sah ganz nett aus." Er zuckte die Achseln und schlenderte neben ihm die Straße entlang, die Stirn leicht gerunzelt, als müsste er sich an ihr Gesicht erinnern. "Kleiner als ich, kurvig, blond – sie hat einen ziemlich versauten Witz über meine Peitsche gemacht und mir ihre Adresse gegeben ..." Er linste zur Seite, versuchte das möglichst lässig zu sagen, so als wäre es ein alltägliches Geschäft für ihn, die Adresse junger Frauen zu ergattern, um sich dann des Nachts eine auszusuchen, die er besuchen würde. Früher war es das gewesen und er konnte nicht behaupten, dass er nicht irgendwie stolz darauf war, dass das immernoch so gut klappte – auch wenn er keine Intention hatte, sie aufzusuchen. "Alles in allem weiß also niemand etwas über diese Fluku ... Flutku ... Zeitwischwaschsache? Was soll das überhaupt sein?" Und wer war bitteschön in der Lage, die Zeit selbst zu manipulieren? Das mächtigste Geschöpf, das Souta spontan einfiel, war ein Drache, aber so einer würde in dieser Stadt wohl irgendwie auffallen oder wäre schon längst von seinem Spürhund/Freund gewittert worden. Was tat man, wenn keiner etwas wusste und es auch keinerlei Hinweise auf irgendwelche Gefahren gab?

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 9:42

Das Traurige an Soutas normalen Essgewohnheiten war wiederum, dass es de facto nichts gab, was ihn vom Essen abhielt, es sei denn man stopfte ihn so damit voll, dass er keinen Finger mehr rühren konnte. Selbst auf einem Kreuzfahrtschiff, auf dem er sich mehrfach wegen Übelkeit übergeben hatte, hatte er nach Essbarem verlangt und es auch herunter gebracht, was seiner Behauptung, ihm sei ein wenig schlecht, ziemlich gut entgegen wirkte. Dennoch fragte Seraphim nicht weiter, weil Souta nur bei den Dingen auswich, die er auch am liebsten nicht beantworten wollte, also musste es damit etwas auf sich haben, was ihm wahrscheinlich die Laune verderben würde. Vielleicht hatte er sich ja eine Allergie gegen irgendeinen wichtigen Inhaltsstoff solchen Naschwerks zugezogen und lebte nun in der Gewissheit, niemals wieder etwas davon essen zu können, ohne dass er den miesesten Ausschlag bekam... und Seraphim wusste nicht, wie man so etwas kurierte. Na, jedenfalls schien er den Süßkram nicht mehr essen zu wollen, was schade war, aber Seraphim war nicht ganz verzweifelt genug, um in einem Mülleimer danach zu kramen. Er hätte ihn doch auch einfach fragen können, ob er vielleicht Lust darauf hatte, oder? Allerdings stimmte es auch wieder, dass der Dragonslayer eher selten solche Dinge aß, weil sie fettig waren und er sich irgendwie dagegen sträubte. Böse Zungen mochten behaupten, dass er eitel genug war, um sich um sein Gewicht zu sorgen, aber eigentlich mochte er nur nicht das Gefühl eines übersättigten Magens, was wohl genau das war, was Souta normalerweise anstrebte. Obwohl sie sich recht ähnlich waren, gab es also doch noch Unterschiede zwischen ihnen, auch wenn ihr Frauengeschmack nur manchmal dazu zählte. Es mochte daran liegen, dass sie beide wahrscheinlich nur insofern wählerisch waren, dass die Proportionen der Person stimmig sein mussten, auch wenn der Kettenmagier gewissen Dingen einen höheren Platz beimaß als Seraphim. Der hatte ja noch eine größere Auswahl als Souta, was bedeutete, dass er das Fehlen gewisser Fettpolster nicht unbedingt als Ausschlusskriterium heranzog, immerhin kam er auch ganz ohne aus. Der Rothaarige hingegen... schien eine geradezu abartige Vorliebe für sie zu besitzen. Ob das mit dem Fehlen von Fett an seinem Körper zu tun hatte? "Und? Hast du vor sie zu besuchen?", fragte er, als wäre ihm die Antwort vollkommen egal, während sie weiter in Richtung Stadtzentrum schlenderten. Da keiner der Passanten etwas wusste, würden sie sich nun an höhere Stelle wenden und wenn von dort keine diskreten Informationen kommen würden, würde man eben noch einmal nach Hause pendeln, um den Gildenmeister persönlich zu fragen. Zur Not bliesen sie das hier eben ab, auch wenn Seraphim die Stadt eigentlich schön fand. "Scheint so. Ich frage mich inzwischen auch, was mit den Zeitfluktuationen eigentlich gemeint ist..." Ganz besonders deutlich wurde das Wort ausgesprochen, nicht nur, damit Souta es noch einmal hörte, sondern auch, um zu zeigen, dass er es aussprechen konnte. Scheinbar ganz im Gegensatz zu dem Einäugigen, der wahrscheinlich eher weniger komplizierte Wörter zu nutzen gewohnt war. "Sag mal, wenn wir niemanden finden, wollen wir dann trotzdem eine Nacht hier bleiben? Ich bezahle auch das Zimmer...", schlug er mit einem kurzen Seitenblick vor. Das war eine wichtige Information, immerhin waren Souta und das Geld nicht immer Dinge, die sich gut miteinander vertrugen. Außerdem konnte es ja sein, dass man, wenn es hier um Zeitverschiebungen ging, einen Tag von Morgen an in der Stadt verbringen musste, immerhin waren sie erst am Nachmittag eingetroffen, was ihre Zeit praktisch verkürzte. Die Sonne war schon wieder im Begriff, sich dem Horizont zu nähern, die Menschen dabei, ihre Besorgungen zu erledigen, vielleicht brauchte es etwas Zeit, um sich der Situation bewusst zu werden. Erst einmal wäre ein Besuch im Rathaus dennoch angebracht, immerhin musste ja irgendjemand fundiert Alarm geschlagen haben: Ihre Gilde verteilte nicht einfachn aus Jux und Dollerei diesen Rang an Quests.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 10:32

Beantwortete Seraphim sich seine Fragen gerne selbst? Wie Souta ihm einmal unter Einfluss eines Drogencocktails und einmal im vollsten Besitz seiner geistigen Kräfte gestanden hatte, lebte er momentan monogam, was seine Bettpartner anging. Es war schon eine ganze Zeit her, dass er das letzte Mal mit einer Frau geschlafen hatte und dieser Umstand würde sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht allzu schnell ändern, solange sein Himmelsmagier es noch einigermaßen brachte – und darüber musste man sich wahrscheinlich keine Sorgen machen. Natürlich flirtete er immernoch mit hübschen Mädchen, holte sich ihre Adresse und bandelte generell mit allem an, was sein Auge ansprach, aber richtig ernsthaft versuchte er es doch nicht, weil er keine Ambitionen hatte, mit ihnen das Bett zu teilen. Souta war ziemlich faul, wenn er die Möglichkeit hatte, wieso sollte er sich also anstrengen, wenn er quasi rund um die Uhr eine Quelle des Vergnügens neben sich hatte, die so als Sahnehäubchen des Ganzen auch noch wirklich, wirklich leicht zu überreden war? Dementsprechend würde er diese Bäckereiangestellte nicht aufsuchen, egal wie hübsch und schlagfertig sie war, weil seine Abende für gewöhnlich sowieso verplant waren. Wenn Seraphim keine Zeit für ihn hatte, weil er sich eine neue Beute geangelt hatte, verbrachte er die gewonnene Freizeit entweder im Park von Oshibana Town beim Üben von Kampftechniken oder lesend in seinem Sitzsack, der ihn gerne einmal halb verschluckte. Ab und zu ließ er sich auch in den Clubs der Großtadt sehen, wenn er wirklich große Langeweile hatte, aber selbst dort ging er nur zum Vergnügen hin und nicht, weil er sich auf Brautschau begab. Machte ihn das weniger zu einem Schürzenjäger? Wahrscheinlich nicht. Nach wie vor hatte er großen Spaß daran, Röcken hinterherzublicken oder sich mit den Abgründen von Ausschnitten zu beschäftigen, denn mit diesen Dingen konnte Seraphim einfach nicht aufwarten. Wenn Souta ganz ehrlich war, würde es vermutlich all seine Probleme lösen, wenn sein bester Freund eine Frau wäre, aber da das sicherlich niemals der Fall sein würde ... Lautete die Antwort auf die recht beiläufige Frage nach seiner Abendgestaltung: "Nope." Was auch sonst? Ganz davon abgesehen, dass Seraphim ihm unter die Nase reiben musste, wenn er mit komplizierten Wörtern nicht klarkam, die Menschen sowieso nur deshalb benutzten, um einen auf dicke Hose zu machen, bevorzugte er die Gesellschaft seines besten Freundes ja doch. Er war ja ganz nett, wenn er nicht gerade spöttisch oder gemein reagierte, doch das tat er ja sowieso nicht so oft auf seine Kosten, also war das schon okay. Außerdem beantwortete der Himmelsmagier seine Frage ja sowieso selbst, indem er sich danach erkundigte, ob sie nicht zusammen hier eine Nacht verbringen mochten. Er sagte nicht "die Zimmer", sondern benutzte die Einzahl. Theoretisch wäre es natürlich möglich, dass er ihm nur eine Unterlage besorgen wollte, um ihn dann zu Gunsten der nun frei gewordenen Bäckersfrau zu verlassen, aber wie hoch war die Wahrscheinlichkeit dafür schon? Da er sich sogar bereit erklärte, für ihre Räumlichkeiten aufzukommen, beschloss Souta kurzerhand, ihm die Bitte zu gewähren. War ja nicht so, als hätten sie etwas Besseres zu tun, oder? "Wir können ein bisschen hier bleiben, wenn du magst." Vor allem wussten sie ja immernoch nicht, was hier eigentlich los war, da schadete es wahrscheinlich nicht, sich die Stadt auch bei Nacht einmal anzugucken, die meisten Monster waren ja schließlich eher zu solchen Zeiten unterwegs, weil sie dann auch gruseliger auf die unschuldige Zivilbevölkerung wirkten. Bisher sah allerdings noch immer alles ruhig aus, selbst als die beiden Magier sich dem Rathaus näherten, das man vom Weiten durch die amtliche Ausstrahlung erkennen konnte, gab es immernoch keine Spuren von Verwüstung oder Panik. Das war wirklich merkwürdig. Souta ging ein wenig voraus, weil er fand, dass sie zu langsam gingen, deshalb war er es, der erst einmal Frontalkollision mit einem kleinen Mädchen machte, das scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht war, um ihn zu umarmen. Seine Hand schwebte über den Türgriff und er schaute reichlich verdutzt nach unten, blinzelte. Was zur Hölle? Sein Auge blieb kurz an Seraphim hängen, ehe er sich wieder dem Angreifer zuwandte, der sich mittlerweile zum Glück von ihm löste und aufgeregt zu ihm aufschaute. "Oh, ich bin so froh euch zu sehen!" Kurz glaubte er, dass sie nun auch Seraphim umarmen würde, doch sie hob nur die Arme und drückte sie an ihre Brust. "Ihr seid jemand Neues ... Ich dachte schon, dass ich verrückt werde ... Seid ihr da, um zu helfen?" Jemand Neues? Was? Entweder dieses Mädchen war aus einer Irrenanstalt ausgebrochen oder sie hatten jetzt doch einen Job ...

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 10:36

Huch, was war das denn? Seraphim betrachtete das kleine Mädchen mit den braunen Haaren, welche sie in einem unordentlichen Flechtzopf gebändigt hatte. Sie wirkte wirklich erleichtert, wenn man er ihre Mine richtig deutete und sie klammerte sich an den Rothaarigen, als sei er ihr letzter Ast vor einem sehr, sehr tiefen Abgrund. Der Dragonslayer widerstand dem Drang, das winzige Wesen zu ignorieren, weil es einfach viel zu knuffig für diese Welt war und hockte sich schließlich sogar neben es hin, was dazu führte, dass sein Kopf irgendwo auf Schritthöhe des Rothaarigen schwebte, was er allerdings ignorierte, immerhin hörte es sich fast so an, als ob sie etwas wusste. Während alle anderen Passanten schließlich so getan hatten, als sei alles vollkommen in Ordnung, schien dieses Mädchen aufgebracht zu sein und bezeichnete sie, was Seraphim besonders merkwürdig fand, als "neu". "Was meinst du mit 'neu'?", fragte er und blickte sie mit ernster Miene an, auch wenn er eigentlich gerade deutlich fröhlicher als das war. Souta hatte zugestimmt, dass sie beide hier übernachten konnten! Natürlich hatte er nichts anderes erwartet, aber die Vorfreude stieg bereits jetzt in ihm auf und sorgte dafür, dass er eigentlich schon keine Lust mehr darauf hatte, sich wegen einer Quest den Kopf zu zerbrechen. Im Grunde genommen war es zwar immer wieder dasselbe, nachdem er strebte, aber es bekam stets eine neue Note, wenn sich zum Beispiel die Umgebung veränderte. Auch stieg damit das Risiko, dass sie jemand hörte, an, was zumindest für ihn immer sehr amüsant war, weil er es im Allgemeinen nicht war, dessen Stimme man wiedererkannte. Davon abgesehen musste er seinen eigenen Dreck nicht wegmachen, das war das zusätzlich ausgegebene Geld allemal wert. Sich nun also mit dem Mädchen zu beschäftigen, während seine halben Gedanken schon bei ganz anderen Tätigkeiten ruhten, war komplizierter, als man vielleicht glauben würde... "Ihr wart gestern noch nicht hier! O-oder vorgestern! Das ist alles ganz komisch..." Sie blickte leicht verzweifelt von einem zum anderen, "Weil... es ist immer derselbe Tag. Gestern hat Mama Pfannkuchen gemacht und ist dabei ausgerutscht, vorgestern auch und heute wird sie es wieder tun..." Sie klammerte die Hände erneut an Soutas Hosenbein und brachte Seraphims Gehirn dazu, sich vorzustellen, was wohl passieren würde, wenn man noch ein wenig fester daran ziehen würde. Eigentlich müsste er den Rothaarigen mal dazu bringen, eine richtig enge Hose zu tragen, zu ignorieren, dass das sicherlich ziemlich unbequem war und stattdessen damit dafür zu sorgen, dass seine Konzentration absolut flöten ging. Nicht, dass ihm diese Shorts nicht standen, aber sie verschleierte ihm doch noch zu viel. Aber hatten sie hier nicht eine Quest zu bestreiten oder so? Ach ja... "Du meinst, die Tage wiederholen sich? Bemerken das die anderen Bewohner der Stadt nicht oder..." "Genau. U-Und niemand glaubt mir, wenn ich es sage! A-Aber..." Sie blickte flehentlich zu Souta hinauf, "Ihr glaubt mir doch, oder?" Oh jee... dieses Mädchen war dem Dragonslayer eindeutig zu knuffig, das hielt er ja nicht aus. Warum kümmerte sich der Einäugige denn nicht um sie, wenn sie ihn schon halb umklammerte, er war hier doch derjenige mit dem Draht zu Kindern...

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 10:45

Im ersten Moment war Souta überrascht, dass sich Seraphim zu dem Mädchen hockte, wo er Kinder doch nach eigener Aussage nicht ausstehen konnte, doch das hielt nur solange an, wie er brauchte, um an sich hinabzublicken, den Augen des Himmelsmagiers zu folgen und seine Hüfte von ihm wegzubewegen. Eigentlich hätte er sich das ja denken können, aber er beschloss, vorerst keine Standpauken zu verteilen und sich stattdessen dem verwirrtem, ängstlichem Kind zuzuwenden, das an seiner Hose herumzupfte, was wohl auch der Grund für den zuvor erwähnten Blick darstellte. Traurigerweise hatten manche Männer einfach einen ganz persönlichen Katalog an Gesichtsausdrücken, wenn sie sich gewisse Dinge vorstellten und Souta konnte mittlerweile recht gut differenzieren, wann die Gedanken seines besten Freundes in der Gosse landeten. Typische Symptome waren beispielsweise ein leicht geöffneter Mund und ein etwas leerer Blick, dem nur der obligatorische Sabbertropfen fehlte. Er ignorierte das vorerst, auch wenn es schmeichelhaft war, und hörte dem Mädchen stattdessen dabei zu, wie sie von einer Art Zeitschleife sprach, die sich über die ganze Stadt gelegt haben sollte. Na ja, an sich würde das sicher einige Dinge erklären, wie beispielsweise, dass einem alles normal vorkam, oder eben auch, wieso man sie auf eine Quest geschickt hatte. Normalerweise verteilte man ja nicht einfach so irgendwelche Aufträge – sinnlose Botengänge waren für D-Rang-Magier, aber sie hatten ja wohl mittlerweile schon mindestens A-Rang-Niveau erreicht, daher durfte man sich auch auf etwas gefasst machen. Souta hatte spontan keine Ahnung, was für eine solche Anomalie verantwortlich sein konnte, noch, ob dieses Mädchen nicht einfach irre war. Leider besaß sie große Augen, Flechtzöpfe und ein rundes Kindergesicht, dem man unmöglich irgendetwas abschlagen konnte. Es war nicht unbedingt fair, pauschal anzunehmen, dass Souta mit Kindern umgehen konnte, nur weil er eines fast ganz allein erzogen hatte, denn jedes kleine Wesen war anders und manche einfach nur nervtötend, aber dieses Mädchen schien nicht so, als wolle sie ihnen einen Streich spielen, dafür wirkte sie zu ernsthaft und zu verängstigt. Ein spontaner Instinkt – der definitiv NICHT von irgendwelchen väterlichen Gefühlen stammte, die spontan in ihm aufkeimten – gebot ihm, das Kind an der Hand zu fassen und ihr über das Köpfchen zu streicheln, ehe er ihr ehrlich in die Augen blickte und ein in seiner Hoffnung beruhigendes Lächeln aufsetzte. "Okay, wir glauben dir. Sag uns doch, was los ist, ja? Ich bin Souta und das ist mein Freund Seraphim." Er wies auf den Himmelsmagier und beobachtete, wie sie erst ihn, dann den Weißhaarigen musterte. Recht vertrauensvoll griff sie nach der Hand des Rotschopfes. "Danke! Niemand glaubt mir!" Der Händchen haltende grinste gerade so strahlend, dass er wahrscheinlich die Sonne verdunkelte, doch er hörte ihr aufmerksam zu. "Luciana heiße ich ... Ich bin die Einzige, die bemerkt, dass immer daselbe passiert. Aber Mama denkt, dass ich mir alles nur ausdenke – sie glauben ich mache Spaß! Aber das stimmt nicht, also hab ich Blue Pegasus gesucht und um Hilfe gefragt ..." Souta konnte sehen, wie sich ihre Mundwinkel nach unten bewegten und ihre Augen feucht wurden, was sicherlich kein gutes Zeichen war und ihn in leichte Panik versetzte. "Seid ihr Magier?" "Ja. Ja, wir sind Magier!" Hoffnungsvoll lächelnd strich Soutas Hand über sein Gildenzeichen, doch diese Information schien nicht unbedingt zu helfen, denn im nächsten Moment hatte er ein schluchzendes Kind auf der Straße, das ihm die Arme um seine Hüfte schlang und ihm unvermittelt die Nase in den Bauch drückte. "Uff ... Ist das nicht gut?" Offenbar ja nicht. " Verhaftet ihr mich jetzt? Ich habe das nicht gewollt, das ist alles meine Schuld ..." Großartig. Einfach wundervoll. Konnten sie vielleicht einmal eine Quest bekommen, in der ihr Auftraggeber nicht komplett durchgedreht war?

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 10:48

Ihre Schuld? Seraphim blickte einen Moment wahrscheinlich ziemlich lustig aus der Wäsche, weil er sich einfach nicht vorstellen konnte, dass ein so kleines Mädchen dafür gesorgt haben sollte, dass sich die Zeit in dieser Stadt einer Schleife gleich wiederholte. Sie erschien ihm weder besonders intelligent, noch mächtig, im Grunde genommen sogar ein wenig dümmlich, wie viele Kinder das eben waren, und sicherlich weit davon entfernt, solche Magie zu besitzen. Er konnte sich nicht daran erinnern, jemals von solchen Fähigkeiten gehört zu haben, aber andererseits musste sie jemand ja auch in die Zukunft entführt haben, also war so etwas wohl doch nicht von vorneherein ausgeschlossen. Ziemlich sicher war es allerdings nicht das Mädchen gewesen, mochte sie auch gegenteiliges behaupten. Wenn sie die Magier der Gilde beauftragt hatte, etwas dagegen zu unternehmen, konnte es - wenn sie denn dran Schuld war - keine kalte Berechnung gewesen sein, die sie dazu gebracht hatte, dann wäre es eher eine Art Unfall gewesen. Für ein Versehen mit solchen Ausmaßen war sie ihm allerdings einfach nicht groß genug, immerhin ging sie ihm nicht einmal bis zur Achselhöhle. "Wie, deine Schuld? Beherrscht du eine Magie, die solche Dinge vollbringen kann?", fragte er daher, ohne eine positive Antwort zu erwarten. Entsprechend wenig wunderte er sich auch, als das Mädchen etwas schüchtern den Kopf schüttelte und dann wieder das Gesicht in Soutas Bauch versenkte. Der Dragonslayer seufzte, stand auf und steckte die Hände in die Taschen. Das nervige an Kindern in solchen Situationen war, dass sie egozentrisch genug waren, um nach Aufmerksamkeit zu verlangen, selbst in solch einer Situation. Eine kleine Diva steckte in ihnen allen und bei Luciana zeigte sich dies inform der Nerven tötenden Angewohnheit, sich alles aus der Nase ziehen zu lassen. Leider war Seraphim keiner dieser Menschen, die sich dann nett neben sie knieten und sie solange fragten, bis diese Anwandlung befriedigt war, dazu dauerte ihm das alles zu lange. Er verschränkte ganz einfach die Arme und blickte mit kalten, violetten Augen zu ihr herab, um danach zu verkünden: "Entweder du sagst an, was Sache ist oder wir verhaften dich, verstanden?" Natürlich würden sie das nicht tun, da sie nie im Leben Schuld daran war, aber vielleicht reichte diese Drohung ja aus, um sie zum Sprechen zu bringen. Es konnte doch nicht sein, dass sie aus einer rein informativen Sache so ein Drama machte... Tatsächlich spähte Luciana ängstlich hinter den Falten von Soutas Hemd hervor und blickte ihn an. "Ich hab es mir gewünscht.", erklärte sie schließlich zögerlich, "Ich habe mir gewünscht, dass dieser Tag nie vorbei gehen solle. Und dann hat er auf einmal wieder von vorne begonnen... also muss ich doch irgendwie dran Schuld sein, oder?" Erneut versteckte sie ihr Stupsnäschen in dem Stoff und blinzelte nur kurz zu ihm hoch, als wolle sie sich vergewissern, dass ihre Nachricht auch angekommen war. Nervige kleine Biester... aber das, was sie gesagt hatte, war durchaus interessant. Normalerweise gingen Wünsche nämlich nicht allzu schnell in Erfüllung, hier aber schien ein ähnlicher Fall eingetreten zu sein. *Vielleicht... wenn ich mir wünsche, Souta würde mich lieben...*, schoss durch seinen Kopf, doch er verdrängte den Gedanken wieder, weil es nur albern war, so etwas zu denken und weh tat, weil er doch wusste, dass dieser Wunsch unerfüllt bleiben würde. Selbst eine Entität oder ein Zauber, der an der Zeit zu manipulieren wusste, würde die Gefühle des Kettenmagiers nicht überwältigen können, denn selbst wenn es Krayt auf ihrer letzten Quest geschafft hatte, ihn zu steuern, so war es nur sein Körper, aber nicht sein Herz gewesen, das nach seiner Pfeife getanzt hatte. Außerdem wollte er nicht jedes Mal, wenn er ihn küsste, daran denken, dass das alles nur künstlich herbeigeführt wurde... nein. "Wann hast du dir das denn gewünscht? Und wo befandest du dich gerade?", fragte er in Ermangelung anderer Alternativen nach.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 10:57

Obwohl Souta es wahrscheinlich genauso nervig fand wie Seraphim, dass sich das Mädchen Zeit ließ, um seine Fragen zu beantworten, fragte er sich doch, wie man nur so gemein sein konnte und beobachtete seinen besten Freund deshalb die ganze Zeit über mit einem missbilligendem Blick. Abgesehen davon, dass er derjenige war, den das Kind gerade als Teddybär auserkoren hatte und er wahrscheinlich sein Hemd ausziehen musste, weil es sich mit Tränen vollgesogen hatte und das bedeuten würde, dass jeder seinen Oberkörper bewundern durfte, konnte man die Verzweiflung der kleinen Person doch verstehen. Wäre er selbst so jung und hätte sich etwas gewunschen, was anschließend auf wundersame Weise in Erfüllung ging, hätte er die Schuld wahrscheinlich auch als allererstes bei sich selbst gesucht, das war nur normal. Er bemitleidete Luciana dafür, dass sie sich solche Vorwürfe machte und tätschelte daher beruhigend über ihren Kopf, zumal es ihm wirklich nicht gefiel, wie diese Drohung geklungen hatte. Musste der Andere auch unbedingt in der Mehrzahl sprechen? Er würde niemals ein Kind verhaften, soweit kam es noch, es war ja schon ganz schön hart, einem absichtlich Angst zu machen, selbst wenn das für ihre Befragung wichtig war. Allerdings hätte sie vermutlich sowieso geredet, wenn man etwas Geduld bewiesen hätte – Hrm. Na ja, jetzt war es schon zu spät, um einzugreifen, nun konnte man nur noch dafür sorgen, dass nicht zuviel Schaden angerichtet worden war und sich alles wieder dem Besseren zuwandte. Natürlich hatte er dieses Mädchen nun nicht traumatisiert oder so, aber man wollte es auch nicht auf die leichte Schulter nehmen und ihm gefiel dieser Wesenszug an Seraphim einfach überhaupt nicht, was sollte man dagegen machen? Wahrscheinlich hatte das Weißhaar auch viele Sachen, die er an ihm nicht so sehr schätzte. Hätte Souta Gedanken lesen können, wäre er sowieso erst einmal ans andere Ende der Stadt gerannt, um soviel Abstand wie möglich zwischen sich und dem Älteren zu bringen. Natürlich würde er ihn niemals lieben – zumindest nicht auf die Art, auf die er gerne geliebt werden würde. Soetwas konnte er wahrscheinlich gar nicht. Mit Freunden kam er klar, mit Brüdern auch, aber wenn man von ihm verlangen würde, bei Seraphim den Kabane durchzuziehen, würde er wahrscheinlich direkt aufgeben, weil er nicht wusste, wie er das anstellte. Am Ende würde er versuchen ihn irgendwie anzubaggern – und das konnte man ja wohl kaum als Liebe bezeichnen, oder? Es stellte sich auch die Frage, wie sich Seraphim den Idealfall eigentlich vorstellen würde, denn selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintraf, dass sie spontan realisieren würden, dass sie sich ineinander verliebt hatten, würden sie vor 99 anderen Problemen stehen, beispielsweise ihrer fehlende Beziehungsfähigkeit, in der besonders Seraphim gefangen war ... Was wünschte sich Souta wohl, wenn er die Gelegenheit dazu hätte? Ein Buffet? Darüber nachzudenken fiel ihm schwer, weil er grundsätzlich nicht an solche Dinge glaubte. Übernatürliche Phänomene, Schicksal, Religion ... all das war doch Humbug. Er hatte ehrlich gesagt selbst an der Existenz von Drachen gezweifelt, bis er jemanden kennen gelernt hatte, der von einem von ihnen aufgezogen worden war. Und er glaubte, dass Wünsche nicht einfach so erfüllt wurden, weil das Leben nicht so einfach war. Man konnte sich nicht einfach irgendwo hinknien und ganz lieb "Bitte" sagen, um zu bekommen, was man wollte, so schön dies auch wäre. Souta war ziemlich bescheiden, er wünschte sich nichts, außer vielleicht ein wenig Glück in seiner Partnerwahl ... Das Mädchen ließ sich Zeit, konnte das sein? "Ich bin abends rumgelaufen und habe mir das gewünscht, weil der Sonnenuntergang am Marktplatz so schön war ..." Na ja, das war wohl eine brauchbare Information, oder? "Hm, dann sollten wir vielleicht den Marktplatz aufsuchen, was meinst du, Seraphim?" Er hob den Blick, achtete allerdings nicht sonderlich auf den Anderen, weil Luciana an seiner Hand zog und die Aufmerksamkeit für sich beanspruchte. "Ich will mitkommen! Darf ich? Kann ich auf deinen Schultern sitzen?" Aw ... Nun schaute er doch zu seinem Himmelsmagier und hob eine Braue. "Natürlich darfst du uns begleiten, Lucy-chan. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen, als den Rest des Tages mit dir zu verbringen."

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 11:02

Er konnte sich nichts schöneres vorstellen, als was?! Seraphims Lächeln schrumpfte einen Moment merklich zusammen, ehe er sich wieder fing und dem Rothaarigen nur einen leicht giftigen Blick zuwarf. Warum hatte er nun ein kleines Gör an der Backe, das Soutas Aufmerksamkeit und Zeit wegfraß, wenn er diese doch viel effektiver mit ihm verbringen konnte? Er wollte nicht, dass Luciana sie begleitete und er wollte erst recht nicht, dass sie auf den Schultern des Einäugigen ritt... was meinte er mit nichts Schöneres? War es nicht schön, sich in seiner Aufmerksamkeit zu sonnen, von ihm berührt zu werden? Wie konnte es für ihn ein schönerer Abend werden, mit einem lästigen kleinen Kind auf den Schultern Pferdchen zu spielen, als mit ihm in einem gemütlichen Zimmer die Zeit auf die Art zu töten, die sie nun einmal beide am besten beherrschten? Er hatte auf einmal gar keine Lust mehr, den Ort des in Erfüllung gegangenen Wunsches zu besichtigen, denn das würde bedeuten, dass er dabei zugucken musste, wie Souta Luciana ihm vorzog... und das, obwohl sie nicht einmal Brüste hatte. Wirklich, wie konnte man nur irgendetwas an Kindern finden? Sie waren weder schön, noch brauchbar, sondern fraßen nur Zeit und Geld. Es gab so viele schöne Dinge im Leben, warum musste man sie sich von Kindern vermiesen lassen? Mit einem Seufzen folgte er Souta, der nach Lucianas Anweisungen auf den Marktplatz zuhielt. Er könnte wahrscheinlich sowieso sagen, was er wollte, sein Schicksal war besiegelt, zumal sie wirklich dorthin mussten. Eigentlich hätte er das Mädchen lieber abgewimmelt, denn dann hätte er es ihr gleich tun können, sich mit Souta auf den Brunnen, der in der Mitte des Platzes aufgetaucht war, setzen können und sie beide hätten die untergehende Sonne bewundern können - vollkommen ohne nerviges Anhängsel, das jegliche Stimmung zerstörte. Man musste seine Abende von langer Hand planen und es wäre doch ein wunderbares Vorgeplänkel zu dem eigentlichen Hauptakt gewesen... nur machte ein Kind da irgendwie alles kaputt. Wie sagte man so schön: Kinder zerstörten die zwei Dinge, die biologisch begründbar gute Laune machten. Dem einen war Seraphim verfallen, Souta eigentlich beiden und dennoch meinte er, es sei lustig, dieses Kind mitzuschleppen. Als sie angekommen waren, pirschte er sich an ihn heran und flüsterte ihm so leise ins Ohr, dass das Mädchen es wohl kaum hören würde: "Hast du echt vor, die die ganze Zeit mitzuschleppen?" Aus dem Ton sollte wohl erkennbar sein, dass er diese Idee nicht gerade begrüßte, "Ich wollte heute eigentlich nicht Babysitter spielen müssen." Mal ganz davon abgesehen, dass das sowieso Souta übernahm, immerhin war er hier derjenige, der die spontanen Milchergüsse hatte, wenn er diese Bratzen sah... Seraphim wurde eher schlecht.
Der Marktplatz der Stadt sah nun nicht nach einem Ort aus, an dem die kühnsten Träume wahr wurden. Im Grunde genommen wirkte er vollkommen normal: Die letzten Menschen verzogen sich gerade oder standen noch Arm in Arm verträumt aneinander geschmiegt da, um den Sonnenuntergang zu betrachten. Der rote Ball näherte sich unwiderruflich dem Horizont, würde diesen bald berühren und die Nacht einläuten. Tagsüber standen hier wahrscheinlich Stände, doch sie waren bereits zusammen geräumt und verstaut worden, sodass nur noch der Brunnen über Bodenlevel zu bewundern war. "Ist das vielleicht ein Wunschbrunnen?", witzelte Seraphim und kramte nach einer Münze, die er mit abwägendem Blick in der Hand wog. Normalerweise glaubte er ja nicht an diesen Mist, aber immerhin drehte sich hier offenbar die Zeit im Kreis... also konnte er es ja mal ausprobieren. Mit einem Schnipsen seines Daumens warf er das Geldstück hinein und schloss kurz die Augen. Was er sich wünschte, würde sein kleines Geheimnis sein, aber da es eh nicht eintreffen würde, sollte das ja niemanden stören.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 11:12

Natürlich durfte das kleine Mädchen auf Soutas Schultern reiten. Kaum hatte er zugestimmt, dass sie den Marktplatz aufsuchen würden, schoben sich sonnengebräunte Arme unter die Achseln Lucianas und hoben sie über seinen Kopf, vorsichtig, bis sie hinter seinem Nacken Platz genommen hatte und sich interessiert von einem erhöhten Standpunkt aus umschaute. Wahrscheinlich fand sie das sehr aufregend, immerhin war der Rothaarige ja nicht gerade klein, auch wenn er es nicht so toll fand, dass sie seine Frisur zerwuschelte, doch das konnte man ja wieder reparieren. Es ging also geradewegs zum Brunnen in der Mitte des Marktplatzes, ohne großartige Zwischenfälle, bis auf Seraphims Beschwerde über das Mitbringen von Kindern und eine Patschehand, die kurrzeitig versuchte, ihm die Augenklappe abzunehmen, was er allerdings mit sanfter Gewalt zu verhindern wusste. Seinem besten Freund konnte er nicht einfach so in die Seite pieken, damit er lachend von seiner derzeitigen Tätigkeit abließ, also ignorierte er seinen Einwand einfach. Es war ja klar gewesen, dass sich der Himmelsmagier nicht mit der Abendgestaltung zufrieden geben würde, weil er grundsätzlich nur das Eine wollte … Während Souta etwas weiter gefasste Interessen hatte. Ja, er hatte seit Kurzem irgendwie einen Narren an Kindern gefressen, was war daran schon so schlimm? Bedeutete das nicht, dass er sich in seinem Leben vielleicht langsam ein wenig mehr heraussah als den Tod durch irgendeine von einem übermächtigen Feind geführte Waffe? Er wurde bald zwanzig, manche waren mit diesem Alter verheiratet. Unter Umständen könnte er sich ja vorstellen, irgendwann – irgendwann in weiter Zukunft – mit seinem eigenen Nachwuchs auf den Schultern herumzulaufen, wenn auch nur, damit seine wundervollen Gene nicht im Sand verliefen. Seraphim könnte man wahrscheinlich niemals dazu überreden, weil er einen merkwürdigen Ekel gegenüber den kleinen Geschöpfen hatte, den Souta nicht ganz verstehen konnte. Wahrscheinlich hatte er gute Gründe dafür, aber schade war es ja schon: Hätte er sich nicht so miesepetrig benommen, hätten sie sicher viel Spaß gehabt. Übrigens, nicht, dass er jemals versuchen würde, seinen Dragonslayer zu einer derart verrückten Sache wie Adoption gewinnen zu wollen … Hm, wenn sie verschiedene Geschlechter besetzen würden, hätten sie sicher das Potential zu den schönsten Babies aller Zeiten, mit weißen Wuschelhaaren und großen grünen … Woran dachte er da gerade bitte? Oh Mann, er musste sich dringend von diesem Thema entfernen, schließlich würden keinem von ihnen spontan Brüste wachsen, egal wie sehr ihm Seraphim als Weibchen gefallen würde. Außerdem waren sie kein Paar und hatten generell keine … Nein. Einfach nein. Zum Glück bewegte sich Luciana auf seinem Kopf und erinnerte ihn daran, dass er ja mit zwei realen Menschen auf dem Marktplatz herumirrte, also nahm er sie von seinen Schultern und drehte sich mit ihr schwungvoll im Kreis, während Seraphim irgendetwas mit dem Brunnen und einer Münze tat, was am Rande seines Sichtfeldes verwischte. Er wünschte sich doch nicht wirlich etwas von einem Stück öffentlicher Dekoration? Souta setzte das kichernd durch die Gegend torkelnde Mädchen ab und näherte sich dem Himmelsmagier, beobachtete ihn kurz. Was in aller Welt konnte er sich denn wünschen? Wahrscheinlich hoffte er, dass dieses Mädchen vom Blitz getroffen wurde oder so, was nicht sonderlich klug war, wenn man bedachte, dass ein Wunsch möglicherweise in Erfüllung gegangen war. Besorgt schaute er zu der Kleinen und dann wieder zurück zu Seraphim, als nichts dergleichen geschah. Na ja, so dumm war sein Freund dann wohl doch nicht, hm? „Hey, Lucy, lass uns Fangen spielen!“ Mit einem leichten Lächeln in die Richtung des Älteren begann er, das Mädchen um den Brunnen zu jagen, wenn auch deutlich langsamer als er gekonnt hätte. Leider gab es niemanden auf der Welt, mit dem er dieses Spiel ernsthaft durchführen könnte ...

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 11:40

Die Frage, wer von ihnen am meisten auf gewisse Dinge fixiert war, ließ sich wahrscheinlich nicht ohne weiteres beantworten. Der einzige Anhaltspunkt war, dass Seraphim den Kettenmagier tatsächlich körperlich anziehend fand, während dieses Interesse anders herum leider nicht gegeben war. In diesem Zusammenhang war es doch ganz natürlich, dass er ihn ansah und kaum anders konnte, als seine Gedanken abschweifen zu lassen... er machte das ja nicht einmal absichtlich. Das einzige, was sein Verstand leistete, waren Dinge mit Ereignissen zu verknüpfen, sodass er von Soutas Shorts nun einmal sehr schnell auf dessen Anatomie kam und dass es von da nur noch ein kleiner Schritt von gewissen Aktivitäten entfernt war, sollte doch eigentlich klar sein. Wenn Souta ihn auch nur halt so attraktiv fände, wie er ihn, dann würde es ihm sicher ähnlich gehen. Seraphim beschloss, ein wenig zu schmollen und setzte sich auf den Rand des Brunnens, von wo aus er Souta und dem kleinen Mädchen beim Spielen zusah. Er verstand wirklich nicht, wie dem Kettenmagier diese Art von Beschäftigung zusagen konnte, immerhin war doch schon allein das Lachen des Mädchens eine Qual, so hoch, schrill und freudig... wenn man Seraphim fragte, warum er kleine Kinder nicht mochte, würde er wahrscheinlich die Stimmlage, die nervige Blödheit und die Tatsache anführen, dass sie ihm nichts nützten, aber der eigentliche Grund war ein vollkommen anderer: Er beneidete sie. Seraphim konnte sich nicht daran erinnern, wie es gewesen war, ein Kind zu sein, an nichts denken zu müssen, als den eigenen Spaß; er wusste nicht mehr, wie seine Eltern gewesen waren und ob sie ähnlich mit ihm gespielt hatten wie der Rothaarige. Das einzige, was er sagen konnte, war, dass er sich nicht daran erinnern konnte... und das reichte aus, um solche Dinge anderen nicht zu gönnen. Kleine Kinder bekamen alle Aufmerksamkeit, die sie wollten, sie hatten es leicht - im Gegensatz zu ihm. Sie hatten es nicht verdient, dass die Leute um sie herumtanzten, vor allem nicht der Rothaarige! Sie waren hier auf einer Quest, nicht im Kindergarten.
Bezüglich dieser hatten sie immerhin schon Fortschritte gemacht. Luciana behauptete, dass der heutige Tag sich schon mehrfach wiederholt hatte und ebenso hatte sie erklärt, dass sie daran Schuld war, immerhin habe sie sich das gewünscht. Noch wussten sie nicht, ob und inwiefern das der Wahrheit entsprach, aber es war wenigstens ein Ansatz. Sie würden bis morgen warten und ihre Behauptungen überprüfen, danach konnten sie sich an einen Lösungsansatz wagen. Bisher fragte Seraphim sich außerdem immer noch, was es sein konnte, das Wünsche eines kleinen Mädchens erfüllte, wenn diese dermaßen wenig konkret formuliert waren. Am Ende würde dieses Etwas auch seinen Wunsch erhören und das wäre... zu fantastisch, um wahr zu sein. Dabei wäre er eigentlich schon zufrieden, wenn Souta das Mädchen gut sein lassen könnte und sich stattdessen zu ihm setzen würde. Er wollte doch nur ein wenig bei ihm sein, war das denn zu viel verlangt? Er wollte ihn streicheln, mit ihm reden, seine Stimme hören, sein Lachen direkt neben ihm vernehmen. Es machte ihn glücklich, wenn Souta lachte, weil es ein so schönes Geräusch war, das ihn bis in die Tiefen seiner Seele erwärmte. Nun aber verschwendete er es an ein Kind, das ihn nicht zu interessieren hatte... Mensch, war die Welt gemein.

Es dauerte noch eine ganze Weile, bis sie den Marktplatz verließen, nachdem Luciana sich verabschiedet hatte. Nichts außergewöhnliches war geschehen und wenn das Mädchen geschummelt hatte und ein neuer Tag anbrechen würde, konnten sie immer noch Morgen nach Hause gehen. Zunächst arrangierte Seraphim ihnen jedenfalls erst einmal ein Zimmer in einer kleinen Herberge, das seltsamerweise neben einem recht kleinen Bett auch noch ein Sofa beinhaltete, das mit seinem grünen Überwurf leicht moosig aussah. Nicht, dass es deswegen irgendwie hässlich wäre... Seraphim mochte bekanntlich den natürlichen Teppich, der von solchen Gewächsen gebildet wurde, also sah es doch recht einladend aus - auch wenn er natürlich nicht vorhatte, darauf zu übernachten. Ein kleines Bett bedeutete immerhin, dass man Platz sparen musste, nicht wahr? "Was für Wesen fallen dir spontan ein, die Wünsche erfüllen können, Souta-chan?" Man musste ja wenigstens so tun, als sei man mit Feuereifer dabei...

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 12:30

Souta bezweifelte, dass ihr auserkorenes Hotelzimmer tatsächlich für zwei Leute konzipiert war, aber da er schon in deutlich miefigeren Absteigen genächtigt hatte, beschwerte er sich darüber nicht. Man mochte ja von ihrer 'Beziehung' halten, was man wollte, aber ein Vorteil davon war, dass sich die Qualität ihrer Schlafplätze deutlich gesteigert hatte, seit sie Quests zusammen erledigten. Früher hatte es den Kettenmagier nicht gekümmert, ob er in einem Heuboden schlief, in einem Zugabteil – oder eben im Schlafzimmer einer jungen Dame, die er spontan aufgegabelt hatte – mittlerweile war er vielleicht ein ganz kleines bisschen komfortverwöhnt. Wenngleich ihre heutige Residenz nicht unbedingt viel hermachte. Es gab ein recht mickriges Bett, einen Schrank, den er unbeachtet lassen würde, und eine Couch mit einem kleinen Kaffeetisch, der Souta unwillkürlich zum Lächeln brachte. Es war offensichtlich, wo er sich hinflaken würde, sobald sich die Gelegenheit bot, weswegen er auch direkt auf dem Sofa Platz nahm und die nackten Füße auf dem Tisch übereinanderschlug, um munter mit den Zehen zu wackeln, als gäbe es nichts Schöneres als diesen Abend. Zwar hatte er Seraphim noch immer nicht verziehen, dass er lieber schmollte, statt über seinen Schatten zu springen, aber er hatte jede Menge Spaß gehabt, egal ob Luciana ihn nun belog oder nicht, er würde mit einem positiven Gefühl aus Oak Town verschwinden, was im Kontrast zu seinem eigentlichen Gefühlen gegenüber der umliegenden Gegend war. Eigentlich hätte er Lust, den alten Mann in seiner Waldhütte zu besuchen, doch das würde auch die Erinnerung aufwerfen, dass er sich hier fast umgebracht hatte und man wusste ja, wie gewisse Leute zu dieser Tatsache standen. Ein wenig geistesabwesend betrachtete Souta die wulstigen Narben an seinen Unterarmen und lehnte sich dann leicht seufzend gegen die weiche Rückenlehne. Das hier war nicht so bequem wie Seraphims Couch, aber auch ganz passabel, also schloss er das Auge halb und vegetierte ein bisschen vor sich hin, bis sein bester Freund völlig unschuldig nach der Quest fragte. Es schien, als würde sich der Körper des Kettenmagiers irgendwie auf dem Möbelstück zerlaufen, als würde die Bequemlichkeit ihm die Festigkeit nehmen, denn er hatte zwar ein nachdenkliches Gesicht aufgesetzt, sank aber noch weiter zurück und überprüfte ein kleines Loch an der Unterkante seines Tops, indem er den Finger hindurchbohrte. „Hm … Vielleicht lebt ja ein Frosch im Brunnen, oh, oder wir suchen uns Mäuse und Kürbisse und warten, bis die gute Fee sie in eine wunderschöne Kutsche verwandelt!“ Wenn man mit einem Auge rollen konnte, tat er das gerade, doch er lächelte, immerhin meinte er es nicht böse. „Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Ich habe noch nie von einem Wesen gehört, das soetwas kann. Falls es nicht spontan aufploppt und uns seinen Namen, seine Gattung und seine Schwachstelle verrät, werden wir morgen Nachforschungen anstellen müssen … meh.“ Staubige Bücher wälzen, um herauszufinden, wie man ein ominöses Ding killte, das eine Stadt in einer Zeitschleife gefangen hielt, war nicht so cool … Na ja, wenigstens hatten sie einen Hinweis und wenn morgen wirklich alles normal war und Luciana sie angeschwindelt hatte, konnten sie immernoch verschwinden. Für die Nacht gab es jedenfalls erstmal keine Pläne mehr und das zählte wohl am meisten ... Kinder waren ja so anstrengend.

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 12:47

Sofas, mochten sie so ausgelegen und hässlich sein, wie man sich gerade so denken konnte, brachten den Dragonslayer doch immer zum Lächeln, wenn der Kettenmagier in der Nähe war, einfach schon allein, weil er tausendundeine Geschichte erzählen konnte, die mit diesen zu tun hatten und meistens die Gesamtheit allen vorkommenden Stoffes darstellten. Seine eigene Couch, Zuhause in Oshibana Town, gehörte wohl in die Kategorie „alt, aber bequem“, immerhin hatte er sie nach diesen Kriterien auf einem Basar in Hargeon Town aufgetrieben, als er damals seine Dachwohnung einrichtete. Es war ein wenig Arbeit nötig gewesen, sie in einen Zustand zu versetzen, in dem sie all die Jahre durchstanden konnte, die sie bisher als Unterlage gedient hatte, aber es hatte sich ganz eindeutig gelohnt. Auch wenn der objektive Unterschied zwischen einem Bett und einem Sofa in dem Vorhandensein von Lehnen bestand, fühlte es sich einfach anders an, fand Seraphim. Natürlich bezog er sich dabei nicht auf eine Schmökerstunde mit einem guten Buch, so weit sollte man ihn inzwischen kennen, aber es kam ja auch eher selten vor, dass er mit Souta Tandemlesen veranstaltete. Sicherlich war das schon manches Mal vorgekommen, weil der Einäugige sein eines Auge oft genug auf sein Lieblingsmöbel warf und man sich so unabsichtlich stapelte, der eine mit einem Roman, der andere mit einem Theaterstück in Händen – aber dieser Zustand hielt meist nicht besonders lang an, weil es irgendwann soweit war, dass sich irgendein Körperteil des Rothaarigen an unbequeme Stellen verirrte, die ihn ablenkten… und spätestens dann war eh alles aus. Zumindest, was ihre Lektüre anging. Entsprechend drifteten seine Gedanken auch nicht zu Erinnerungen ab, die mit Büchern zu tun hatten, als er Sout6a da auf dem Sofa sitzen sah, sondern in ganz andere Gefilde, die man ja vielleicht ein weiteres Mal erkunden konnte... Nur machte Souta sich gerade so breit auf besagtem Sofa, dass kaum noch Platz für ihn war, weswegen er ihn wohl oder übel dazu bewegen musste, ein wenig zu rücken. Ein anderer Mensch hätte nun einfach nett gefragt, ob er sich zur Seite bewegen könnte, aber so war Seraphim nicht. Man konnte wahrscheinlich eine Dissertation über das Benehmen des Dragonslayers schreiben, über seinen Humor und seinen Umgang mit Menschen. Abschließend würde man diskutieren, inwiefern er dachte, dass die Leute, denen er auf seine spezielle Art und Weise zusetzte, auch verstanden, was er meinte. Wahrscheinlich wäre das Fazit, dass er sich keine Gedanken darüber machte, weil er absolut unfähig war, sich in die von ihm Beleidigten hinein zu versetzen. Deswegen stupste er den Rothaarigen mit einem Lächeln an und säuselte: „Mach dich mal schmal, Dickerchen~“ Zu seiner Verteidigung konnte man wohl noch vorbringen, dass er keine Ahnung hatte, dass Souta es nicht leiden konnte, wenn man ihm mehr Körperfett andichtete, als er hatte. Seraphim hätte sich so etwas auch niemals träumen lassen, immerhin gab es wenige Menschen, die dünner waren als der Kettenmagier. Es war meistens unmöglich, auch nur irgendwo etwas Weiches an seinem Körper zu finden, wenn man nicht in Regionen abglitt, die man im Allgemeinen mied, weswegen es doch vollkommen albern war, darauf zu reagieren, oder? Seraphim ärgerte sich doch auch nicht, wenn man ihn fett nannte, weil er genau wusste, dass er keine Gewichtsprobleme hatte… und weil er es eben für vollkommen abwegig hielt, quetschte er sich, ohne auf eine Reaktion zu warten, einfach neben den Einäugigen und pikte ihn in die Seite. „Hast ein bisschen angesetzt, kann das sein?“ Dass das tatsächlich der Fall war, wenn auch nur mikroskopisch, konnte er ja nicht wissen, weil er es nicht bemerkt hatte. Natürlich starrte er Souta beinahe dauerhaft an, aber er fixierte sich dabei eigentlich meistens nicht so auf seinen Bauch, solange der von Stoff bedeckt war. Es gab so viel anderes schönes, auf das man sich konzentrieren konnte, zum Beispiel das grüne Auge… das ihn irgendwie gerade ziemlich eisig anblickte. *Ups…?*

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 12:49

Im Grunde genommen war Itasa Soutanobu ja ein sehr friedliebender Mensch. In seiner Zeit mit Seraphim war es vielleicht allerhöchstens fünfmal vorgekommen, dass er sich über etwas ernsthaft aufgeregt hatte – und selbst dann war der Quell seiner Hysterie selten der Himmelsmagier. Einmal hatte er einen Anfall gekriegt, weil er dachte, dass ein adeliger Lord auf ihn abfuhr, ansonsten konnte man ihn vor allem dann über Gott und die Welt fluchen hören, wenn er aus Versehen mit dem Zeh oder der Hüfte gegen Ecken stieß. Sollte der recht seltene Fall eintreten, dass er sich die Tischkante in die Eier rammte, weil er ausprobieren musste, ob man in engen Räumen eigentlich auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen konnte, durfte man sogar einen gewimmerten Monolog über frühen Tod und die Grausamkeit des Lebens von ihm hören, aber sonst war er ganz cool. Nicht einmal auf Quests wurde er laut oder übermäßig brutal, wenn man ihn nicht gerade via Gehirnwäsche dazu zwang. Wie ein Superheld wusste Souta nämlich, dass aus großer Macht oft auch große Verantwortung folgte und da seine Kraft ja bekanntermaßen ziemlich gewaltig war, passte er auf, dass niemand unnötig verletzt wurde. Er tötete nicht, wenn es sich irgendwie vermeiden ließ und stürzte sich nur in Prügeleien, wenn es absolut nötig war. Natürlich mochte er das Kämpfen, schließlich war das sein Leben, aber man musste differenzieren. Und vor allen Dingen konnte man nicht ständig mies gelaunt herumlaufen und Leute verdreschen, das passte so gar nicht zu ihm. Souta war ein netter, fröhlicher Mensch mit einigen Macken, aber im Großen und Ganzen doch ein Menschenfreund. Das bedeutete, dass er meist höflich war, manchmal ein wenig aufdringlich, aber generell sehr sozial. Von all den Milliarden Dingen, die es in Fiore gab, konnten ihn so nur eine Handvoll wirklich an die Decke bringen. Es war also Seraphims unwahrscheinliches Pech, dass er sich genau für einen seiner Streitpunkte entschieden hatte, um ihn zu necken. Egal wie er ihn genannt hätte, selbst wenn er Kosewörter wie 'Schatz' oder 'Hase' auspackte – wahrscheinlich hätte er sich einfach ein Stückchen zur Seite bewegt und sich dann auf Seraphims Schoß gelegt, wie er das meistens machte. Selbst das ungeschickte 'Dickerchen' hätte er ihm verziehen, weil er immer großzügig war, was den Himmelsmagier anging, auch wenn sich sein Auge beinahe unmerklich bei seinen Worten verengt hatte, doch er duldete es, ließ den Weißhaarigen neben sich sitzen – bis dieser einen schrecklichen Fehler machte und ihn piekte. Nicht nur, dass Souta heute ganz besondere Probleme damit hatte, dort berührt zu werden, nein, er musste ihn auch noch auf die eine Sache hinweisen, die er schon den ganzen Tag über geheimzuhalten versuchte. Für einen kurzen Moment konnte man blankes Entsetzen in seinem Gesicht bewundern, dann veränderte sich das Ganze zu einem ziemlich angepisstem Gesichtsausdruck. Wie konnte er eigentlich … Er hatte versucht, sein Problem geheimzuhalten, und nun war es doch so offensichtlich? Konnte Seraphim, angeblicher Profi des Charmes, diese Tatsache nicht etwas netter formulieren? Wie von der Tarantel gestochen umklammerte der Kettenmagier seine Mitte und setzte sich zurück, weit weg von der Schulter des Anderen, auf seine Fußballen, ehe er ihn mit einem Blick anstarrte, der das 'Ernsthaft?!' im Raum wiederhallen ließ, ohne dass er es aussprechen musste. „Ob ich angesetzt habe?“, begann er, die Stimme bedrohlich leise, fast ein Flüstern, und er hob eine Hand, um sie auf sein Knie zu legen und scheinbar Atem zu holen. „Du willst wissen, ob ich angesetzt habe? Natürlich habe ich das. Und weißt du was? Das ist deine Schuld!“ Er wedelte in die Richtung des Himmelsmagiers, da er sich gerade in Rage redete. „Hast du eine Ahnung, was für einen seltsamen Stoffwechsel ich habe? Ich habe ständig Hunger. Manchmal esse ich ein Steak und bekomme fünf Minuten später ein Verlangen nach Schokoladenmuffins! Und weil mein Körper nicht funktioniert, wenn ich diesem Verlangen nicht nachkomme, esse ich. Dauernd. Das Einzige, was mich davon abhält, fett zu werden, ist harte Arbeit und Training. Es ist nicht leicht, so auszusehen, wenn dein Körper dich verarschen will, verstehst du?“ Er schnaubte. „Und dann kommst du mit deinem unwiderstehlichem 'Souta-chan, lass uns auf eine A-Rang-Quest gehen~'“, seine Stimme wurde etwas tiefer, um Seraphims Tonlage zu treffen, „Und ich durchbohre mich mit einem Schwert, damit ich dich nicht umlege. Weil das so lustig ist, kann ich mich dafür wochenlang nicht richtig bewegen, aber habe ich deshalb weniger Hunger? Oh nein. Hey, und da ist etwas Komisches passiert: Ich habe angesetzt! Ja, kann das sein?“ Nun war er definitiv in Rage. „Ich faste den ganzen Tag und ich schwitze in diesem behindertem Hemd, weil ich mich deshalb schäme und du hast nichts Besseres zu tun, als mich auf die dümmste Art darauf hinzuweisen? Ob ich angesetzt habe … ERNSTHAFT?!“

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 12:52

Oookay... das hatte Seraphim definitiv nicht erwartet. Er wusste zwar, dass Souta manchmal ein wenig heftiger reagierte, wenn man ihn ärgerte, aber er hatte nicht geglaubt, dass er ihn dermaßen zusammenfalten würde, für so eine unwichtige, nur so dahin gesagte Neckerei. Er hatte gedacht, dass er alles abstreiten und vielleicht ein wenig schmollen würde, nicht aber, dass er zur Diva mutieren würde und ihn dazu brachte, die Augen leicht zu weiten und unwillkürlich ein wenig in sich zusammen zu sinken. Zwar machte er ihm keine Angst, aber er hatte es nicht gerne, wenn der Kettenmagier sich aufregte, weil er sich generell ungerne mit ihm zankte. Das war immer so, als würde er einen Kleinkrieg gegen sein eigenes Herz führen und das tat weh, sodass er es lieber vermeiden wollte. "Eh...", machte er, nachdem ihm die Schuld dafür in die Schuhe geschoben wurde, dass er offenbar wirklich Fett angesetzt hatte (Ernsthaft? Wollte er ihn vergackeiern? Hatte er schon einmal fette Menschen gesehen, solche, die ihre Zehen nicht mehr sehen konnten und fast schon seitlich durch Türen gehen mussten? Davon war er doch noch weit entfernt...), weil er den Zusammenhang nicht recht sah, ehe die Hölle über ihm einbrach und sich eine Flut von Beschuldigungen und wirren Zusammenhängen über ihn ergoss, die alle Schuld vom Kettenmagier auf andere Leute, vor allem ihn selbst, schoben. Der einzige Grund, aus dem er nicht noch kleiner wurde und sich in die Ecke des Sofas verdrückte, war sein angeborener Stolz, der ihm das verbot, immerhin hatte er an nichts Schuld und sollte nicht vor einem Kerl kuschen, der ungefähr die Statur eines Streichholzes hatte. Das war doch absolut albern, nicht nur seine beinahe feminine Verhaltensweise, sondern auch die Tatsache, dass es einfach nicht einmal der Wahrheit entsprach - oder zumindest nicht negativ auffiel. Nun klärte sich allerdings auch, warum er dieses Hemd trug, obwohl es beinahe ein wenig zu warm war und warum er Körperkontakt eher vermieden hatte. Reagierte er ernsthaft so kleinlich auf temporäre Veränderungen seines Körpers? Er schwoll doch auch nach jeder opulenten Mahlzeit beinahe bedrohlich an und hatte sich nie darüber beschwert... na gut, als er ihn dafür eine schwangere Diva genannt hatte, war er wohl ein wenig ausgeflippt, aber da hatte auch ein Baby im Hintergrund nach ihm geschrien und er hatte sich nicht bewegen können.
Wie also sollte er also nun damit umgehen, dass sein bester Freund auf einmal wieder zur Diva mutiert war und ihn ansah, als würde er ihn bei einer falschen Äußerung in Fetzen reißen? Er könnte ihm nun etwas zu Essen anbieten, wie er das sonst meistens tat, wenn er schlecht drauf war, aber irgendeine kleine Stimme flüsterte ihm, dass das wahrscheinlich absolut kontraproduktiv wäre. Deswegen stotterte sein Hirn etwas, als er in das erboste und doch wunderschöne grüne Auge blickte und von seinen Lippen löste sich der Satz: "Ach komm schon. Du bist so schmal, dass man dir das nicht ansieht..." Das war die totale Wahrheit. Soutas Statur ließ sich beim besten Willen nicht als besonders männlich beschreiben, denn dazu war er viel zu schmal und dürr. Zwar war es durchaus von Vorteil, dass er einen so geringen Fettanteil besaß, aber das sollte ja nun auch nicht heißen, dass er nicht auch wunderschön aussehen würde, wenn er ein wenig schwerer war. Zumindest sollte es das bedeuten... hoffentlich war das auch so rübergekommen.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 12:58

Seraphim hatte sich zu Soutas großer Überraschung nicht umfassend für seinen dummen Kommentar entschuldigt und gekuscht, was vermutlich daran lag, dass dessen Mutter ein Drache war und er selbst in seiner momentan mehr als miesen Laune wahrscheinlich nie einen ähnlichen Bedrohungsfaktor erzeugen könnte. Dennoch schaubte auch der Rothaarige abfällig wie aus Drachennüstern auf den Kommentar seines besten Freundes, der zugleich zugab, dass er zugenommen hatte und ihn auch noch als schmal bezeichnete. Nun, es mochte stimmen, dass er ein wenig schlanker als der Durchschnittsmensch war, das kam von seinen Genen, denn diese machten ihn schlaksig, mit langen, dünnen Gliedmaßen und einer normalerweise dünnen Taille. Allerdings bestand sein Körper größtenteils aus durchaus funktionsfähiger Muskelmasse, die ihm zum Beispiel erlauben würde, den Kaffeetisch mit einem Schlag zu spalten, auch wenn er das noch nicht demonstrieren würde. Natürlich erkannte Seraphim das nicht an. Er sah wahrscheinlich nicht einmal einen ordentlichen Krieger in ihm, denn wenn man eine Person als Kollege respektierte, nannte man sie dann 'schmal'? Das klang wie schmächtig und beides war nicht sonderlich männlich. Großartig. Mit einem etwas hohlem „Hah“ stieg er vom Sofa und baute sich vor ihm auf, die Arme erhoben und das Auge auf ihn fixiert, als könne er die Dreistigkeit des Himmelsmagiers kaum ertragen. „Mir steht es bis hier!“ Er deutete eine Höhe irgendwo an seiner Schläfe an und runzelte die Stirn. „Ständig tust du so, als wäre ich aus Glas! Ich bin ein Mann, Seraphim.“ Wenn das nicht furchtbar weiblich wäre, hätte er nun die Hände in die Hüften gestemmt, weil er einfach nicht wusste, was er mit seinen Armen anstellen sollte. Er hatte grade das dringende Bedürfnis, seinem Freund ins Gesicht zu schlagen, egal wie friedliebend er eigentlich war, einfach, weil der sich um ihn sorgte. Tief in seinem Inneren wusste Souta, dass er das wahrscheinlich nicht böse gemeint hatte und ihn beschützte, weil er ihn mochte, nicht, weil er dachte, dass er das selbst nicht konnte. Aber er war momentan einfach zu wütend, um solche Standpunkte zu betrachten. Es war schon eine Weile her, dass er seine Meinung kundgeben konnte, wieso sollte er die Gelegenheit nicht nutzen, sich einmal ordentlich abzureagieren? „Ich bin gerne mit dir zusammen, aber du machst mich wahnsinnig! Ich lasse mir eine Menge von dir gefallen!“ Eine Hand wurde gehoben, damit er an den Fingern abzählen konnte, was ihm spontan einfiel. „Du machst immer Witze auf meine Kosten und tust so, als wäre ich dumm. Wenn ich dich nachts wegen etwas zu Essen aufwecke, ignorierst du mich, aber wehe, du willst aus irgendeinem Grund um drei Uhr morgens eine Nummer schieben! Weißt du eigentlich, wie du schläfst? Du klammerst. Du atmest mir tausend Grad heiß in den Nacken, auch wenn ich nicht weiß, wo in aller Welt du die Hitze hernimmst, weil deine Füße nämlich aus Eis bestehen!“ Souta atmete einmal tief ein, weil er tatsächlich irgendwie ein wenig hyperventilierte, doch das war nichts, was sich nicht beheben ließ. „Niemand von uns ist perfekt, aber es nervt, wenn du mich wie ein Kind behandelst! Ich mag deine Art nicht, wie du auf andere Menschen hinabsiehst, besonders auf Kinder, oder deine Brutalität. Ich hasse es, morgens aus dem Haus zu gehen und einem Mitglied von deinem blödem Harem zu begegnen. Weißt du, was die machen? Kaori hat mir einen Kaffee ausgegeben und wollte Erfahrungen mit mir austauschen, weil ich 'zur Familie gehöre'. Zur Familie!“ In einer resignierenden Geste hob er die Arme über den Kopf, machte einen Schritt auf Seraphim zu, als wolle er ihn erwürgen, entschied sich aber letztendlich dagegen und verschränkte sie. Wahrscheinlich explodierte er heute noch und verstreute lauter kleine, übellaunige Souta-Konfettistückchen im Raum, wenn das so weiterging.

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 13:02

Seraphims Augen wurden leicht kugelig, sein Rücken aber auf einmal kerzengerade, als Souta begann, ihm scheinbar alles an den Kopf zu werfen, was sich bei ihm so angestaut hatte... oder zumindest, was ihm gerade einfiel. Spätestens jetzt war ihm klar, dass der Kettenmagier sauer war, nicht nur ein wenig verärgert, weil er ihn gepikt hatte, sondern richtiggehend wütend. Auch wenn er es nach wie vor albern fand, dass er dermaßen überreagierte, konnte er diesen Ausbruch nun nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen, weil er nämlich unter die Gürtellinie zu zielen begann, was selbst Seraphim nicht mehr einfach ignorieren konnte. Dabei stimmte es zum Großteil, was er sagte. Der Dragonslayer sorgte sich tatsächlich um den Kettenmagier, wo auch immer sie hingingen, weil er dessen Schmerzempfindlichkeit kannte und ebenso niemals zulassen könnte, dass ihm etwas geschah, weil er viel zu viel Angst davor hatte, dass er von ihm gehen würde. Es hatte noch nie jemandem in seinem bewussten Leben gegeben, der ihm gleichzeitig so wichtig und doch so fragil war, also war es absolutes Neuland, auf dem er sich bewegte. Gerade die letzte Quest hatte doch gezeigt, dass er beschützt werden musste, wie großartig und toll er sich auch fühlte, konnte man es ihm also zum Vorwurf machen, dass er ihn mit Samthandschuhen anfasste? Souta brachte es ganz offenbar fertig. Ja, Seraphim machte Witze auf seine Kosten, aber es waren eigentlich noch recht nette Dinge, wenn man sie mit den Sachen verglich, die er anderen Menschen so um die Ohren hieb. Er meinte es doch nicht böse, wenn er ihn neckte, denn die Sachte des Ganzen zeigte doch schon, dass er ihn nur ärgern wollte. Kindliches aufziehen, nichts weiter. Wenn er es darauf anlegen wollte, ihn wirklich zu kränken, würde er in seinen Wunden herumbohren, doch das unterließ er aus Freundlichkeit, stattdessen hielten halt Eigenschaften hin, die nicht einmal unbedingt negativ waren. Souta hatte die Figur eines Topmodels, war es da nicht eher noch nett, über angehende Fettpolster zu lästern. Es war nun einmal seine Art, so mit den Dingen umzugehen und gewisse Wesenszüge änderten sich nicht oder zumindest nicht so schnell. Natürlich war Cyrus schon einmal mitten in der Nacht wach geworden, hatte den Rothaarigen in einem ähnlichen Zustand vorgefunden und spontan Lust bekommen, ihn ein wenig schreien zu hören, aber was war schon dabei? Dass er eindeutig nymphomanische Züge trug, war doch auch nichts neues mehr! Immerhin achtete er doch darauf, dass es ihm auch gefiel, oder? er gab sich richtig Mühe, nur für ihn, weil er ihn mochte... wie konnte man ihm das vorhalten? War es nicht eine Geste des Zusammenhalts, dass er ihn umklammerte, wenn sie schliefen, dass er ihn nicht einmal im Schlaf loslassen wollte, dass sein Unterbewusstsein an ihm festhielt? Dass er das auch bei so ziemlich jedem anderen tat, der mit ihm im Bett landete, sei mal dahingestellt - das war eben eine Angewohnheit wie das plötzliche Verschwinden seiner Bettdecke... und dann ging er sogar noch ans Eingemachte, begann die Facetten seines Charakters zu durchleuchten und sie alle schlechter zu machen, als sie waren, selbst wenn sie wahrscheinlich wirklich nicht besonders grandios waren. Seraphims Augenbrauen zogen sich zusammen, als Souta sich erdreistete, an seiner Beziehungskonstellation herumzumeckern. Wer von ihnen beiden war es, der ihn immer wieder auf Abstand brachte, wenn er sich ihm annähern wollte? Wer stellte die Verhaltensregeln für die Öffentlichkeit auf? Wer nutzte ihn nach Strich und Faden aus und wagte es dann auch noch, zu behaupten, er lasse sich einiges von ihm gefallen?! "Nun halt mal die Luft an!" Seine Stimme hatte einiges an Schärfe dazugewonnen, wurde nach einem abrupten Durchatmen jedoch wieder ruhiger. "Wenn man dich so sprechen hört, glaubt man fast, ich sei derjenige, der dich ausnutzt... ist es nicht eher anders herum? Du belegst meine Möbel, frisst meinen Kühlschrank leer, lässt dich von mir heilen... damit ich im stillen Kämmerlein mit dir Händchen halten darf! Was stört es dich, mit wie vielen Menschen ich schlafe und wann ich das tue, solange ich dir den Hintern hinterhertrage?!" Er schnaubte empört, war ebenso aufgestanden, um Souta auf einem Level ins Auge gucken zu können. Er würde sich hier nicht zusammen schimpfen lassen... das wäre ja noch schöner. "Natürlich passe ich auf dich auf, Souta. Du bist mir wahnsinnig wichtig und so verletzlich wie ein Hundewelpe! Ich weiß gar nicht, was ich machen sollte, wenn dir irgendetwas ernstes zustößt... also versuche ich es halt zu verhindern. Wie kann man damit ein Problem haben?!" So ein Streit war ein Spiel, das zwei spielen konnten... auch wenn Cyrus das gerade gar nicht halb so witzig fand, wie erwartet.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   

Nach oben Nach unten
 
Rubbeldendschinn
Nach oben 
Seite 1 von 5Gehe zu Seite : 1, 2, 3, 4, 5  Weiter

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Fairy Tail RPG Forum :: Playkühlschrank :: ehem. Oak Town-
Gehe zu: