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 Rubbeldendschinn

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Seraphim

Seraphim

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:30

Natürlich hatte Seraphim sowohl das Zimmer, als auch seine Kleidung selbst bezahlt, immerhin war er derjenige der beiden Magier, der nicht dauernd abgebrannt war und zudem war er hier der Mann... der sich momentan etwas unwohl in seiner eindeutig weiblichen Hülle fühlte. Eigentlich hatte er ja vorgehabt, sich Sachen zu besorgen, die er nachher nicht bereuen würde, aber nach der fünften Hose hatte er festgestellt, dass Frauen es in dieser Hinsicht scheinbar schwerer als Männer hatten. Normalerweise musste er nur darauf achten, dass eine Hose oben um gut saß und weder zu kurz, noch zu lang war - nun aber war er daran verzweifelt, dass alles irgendwie zwickte, zwackte und nicht recht passen wollte: Waren die Beine lang genug, hätte ein Nilpferd rein gepasst, saß es oben wie angegossen waren entweder die Beine zu kurz oder seine Hüfte machte nicht mit. Wahrscheinlich hätte die junge Dame in einer eng anliegenden Hose toll ausgesehen, aber vor Verzweiflung hatte er ausweichen müssen und trug nun zu seiner Schande einen Rock, der über den schmalen Knien endete. Er war violett und hatte endlos viel mehr Falten, als er hätte haben müssen, wenn man ihn fragte - wenigstens hatte er sich dann gleich auch noch dazu entschieden, sich in eine dieser unmöglichen Strumpfhosen zu zwängen, die, wie er erstaunt bemerkt hatte, erstaunlich gut an den schlanken Beinen saßen und entsprechend gut aussahen. Ihre Farbe würde man in original weiblicher Manier wohl als anthrazit bezeichnen, für Seraphim waren sie einfach schwarz. Darüber trug er nun ein hübsches, kurzes, fliederfarbenes Shirt und hatte seine Arme in ebenfalls violett Stulpen gehüllt, weil er sich sonst noch nackter vorgekommen wäre, als das sowieso schon der Fall war. Normalerweise hatte er ja kein Problem mit dem enthüllen seines Körpers, aber gerade begann sich beinahe so etwas wie Schamgefühl bei ihm einzustellen, was auch der Grund dafür war, dass seine Beine übereinander verschränkt lagen und seine Waden sich eng aneinander gepresst hielten, auch wenn er es nicht gewohnt war, solche Positionen einzunehmen. Ebenso untypisch war der kaum wahrnehmbare rötliche Schimmer auf den hellen Wangen und der eifrig auf ihr Croissant gerichtete Blick, der nur manchmal für Sekundenbruchteile gehoben wurde, bevor er zum Kaffee wanderte und sich schmale Finger den Griff der Tasse angelten. Tatsächlich war der Grund für dieses Verhalten rothaarig und gerade damit beschäftigt, Pfannkuchen zu vernichten, denn auch wenn man es kaum glauben mochte, so war der Dragonslayer gerade zu verlegen, um den Kettenmagier vernünftig anzublicken.
Der Grund dafür war... schwer zu erklären. Es hatte wohl damit zu tun, dass Seraphim nur aus einem Grund noch nicht freidrehte, obwohl er spontan mit Brüsten aufgewacht war und zwar, weil er so eindeutig männlich war, dass er sich darum gar keine Gedanken machen brauchte. Hey, da hatte sich Fett verlagert, na und? Er wusste mehr über das Innenleben eines Mannes als über das einer Frau, also musste er sich gar keine Sorgen machen. Er konnte sich nur mit seiner normalen Form identifizieren und sich wie sie verhalten, weil es keinen Anhaltspunkt für weibliche Launen bei ihm gab - gegeben hatte. Um es nicht falsch zu verstehen, Seraphim wurde hier nicht gerade innerlich fraulich, es hatte ihn nur deutlich mehr als erwartet mitgenommen, etwas aus dieser Perspektive zu erleben, was er normalerweise von ganz anderer Warte kannte. Das war ungefähr der Unterschied zwischen einem explodierenden Druckventil und einem Heizkessel, der innerhalb weniger Momente von dumpfer, wohltuender Wärme auf verzehrende Hitze umschaltete, bis jemand den Strom abstellte und alles in sich zusammen sacken ließ. Wie man es nennen wollte, eigentlich hatte Seraphim nicht vorgehabt, solche Vergleiche ziehen zu können, zumal es ihm ausgesprochen peinlich war, wie spielend der Kettenmagier seinen Kopf hatte leeren können. Immerhin besaßen Umkleidekabinen Spiegel, damit man sich selbst darin beobachten konnte, da man ja neue Kleidung anprobierte. Sie hatten sich dann irgendwann - es musste doch jemandem aufgefallen sein! - für das violette Modell samt Spitze entschieden, was nun dankenswerterweise dafür sorgte, dass die Brüste der jungen Dame hübsch zur Geltung kamen. Es juckte irgendwie, auch wenn er sich fast sicher war, dass das nicht am Stoff lag, sondern eher an der neuen Empfindlichkeit dieser Körperpartie, von der er solche Dinge wirklich nicht gewohnt war. Er konnte sich doch aber auch schlecht in aller Öffentlichkeit da kratzen, oder? Ebenso wenig wie an der anderen Stelle, die sich scheinbar nicht temperieren wollte... "Ähm..." Schlechter Anfang. Das hier wurde wohl nicht mehr besser. Resigniert seufzte die junge Dame und nahm einen Schluck Kaffee, den sie mit einem winzigen Schuss Milch versetzt hatte. "Wie würdest du vorgehen?" Augenkontakt wurde sowieso überbewertet, wenn man auch den Tisch anstarren konnte...

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:32

Souta war gerade wie immer mit der Empathie einer Kokosnuss ausgestattet und so vollkommen auf seine Pfannkuchen konzentriert, dass er schlicht nicht mitbekam, was mit seinem besten Freund los war. Allerdings war es ja sowieso fraglich, ob er denn etwas bemerkt hätte, wenn er genau darauf geachtet hätte, was der Andere so tat und wie er sich verhielt. Der Rothaarige hatte nämlich keine Erfahrung damit, wie Frauen eigentlich so drauf waren, wenn das Wichtige passiert war und sie sich dafür schämten, denn ausnahmslos alle seiner Bettgeschichten waren einvernehmlich vonstatten gegangen und hatten in funkelnder Glückseligkeit geendet – oder eben in seinem Verschwinden. Es interessierte ihn auch nicht, da die Frauen, die er generell so nagelte, einfach nur ein Mittel zum Zweck waren. Er wollte mit ihnen keinen Kontakt, also hörte er nicht zu, wenn sie über irgendwelche Dinge erzählten und würde niemals auf die Idee kommen, sie öfter zu besuchen oder sich gar einen Harem anzuschaffen. Ein emotionaler Mensch wie Souta lief Gefahr, sich aufgrund seines Schuldkomplexes mit der erstbesten Person einzulassen, die er zweimal in sein Bett ließ – und hatte er nicht genau das auch getan, hm? Er war nun einmal so, vertraute schnell Leuten, verguckte sich manchmal und investierte generell viel zu viele Gefühle in die einfachsten Dinge. Da könnte man ihn ja schon fast weibisch nennen, umso besser also, dass er in manchen Punkten erschreckend männlich war, wie eben auch in diesem. Souta war happy, er hatte eine tolle Zeit gehabt und den Vormittag genossen. Kein Grund, sich schuldig zu fühlen und der einzige Anlass, Blickkontakt zu vermeiden war eben der, dass er auf den Teller gucken musste, den er allerdings mittlerweile schon wieder von sich wegschob, um zum nächsten zu greifen, der Würstchen enthielt. Es war eine Schande, dass man hier keinen ordentlichen Speck bekam, doch damit würde er leben müssen. Als der Weißhaarige ihn ansprach, reagierte er verspätet, weil er die Stimme nicht recht zuordnen konnte, bis ihm einfiel, dass der Ältere ja jetzt eine etwas andere Tonlage anschlug, so ganz ohne Adamsapfel - oder was auch immer eigentlich Männern eine tiefe Stimme gab, wen interessierte das schon? - und er den Blick hob, eine halbe Wurst im Mund und das Auge interessiert und aufmerksam. Die Kleiderwahl des Anderen war ja richtig hübsch, auch wenn Souta nicht gedacht hatte, dass sie letztendlich einen Rock und eine Strumpfhose nehmen würden, aber darüber beschweren würde er sich sicherlich nicht. Er konnte sich zwar nicht vorstellen, dass so ein Aufzug allzu bequem war, aber generell konnte ein BH das ja sowieso nicht sein, selbst wenn er einem die Oberweite formte und … Wieso konnte er ihm eigentlich nicht einmal zwei Minuten ins Gesicht gucken?! „Wir wissen nicht, was diese Stadt heimsucht und wir wissen nicht einmal, wie groß der Radius dieser Sache ist, oder? Es kann genausogut sein, dass der Urheber irgendwo außerhalb hockt und ihm einer abgeht, wenn er die Leute hier sieht. Vorerst sollten wir auf diejenigen achten, die sich verhalten, als würde sich der Tag nicht wiederholen.“ Er wippte ein wenig zurück und öffnete den Knopf seiner Hose für mehr Bequemlichkeit, ohne sich um die Blicke der Umsitzenden zu kümmern und nach wie vor, ohne auch nur die geringste Veränderung an Seraphim zu bemerken. „Allerdings muss der Typ, der das macht ja ganz schön Saft haben, oder? Was kann ne ganze Stadt verzaubern und dir ...“ Er gestikulierte vage in die Richtung des Himmelsmagiers. „...das alles verpassen? Ich meine, das ist alles echt und funktionstüchtig, oder? Transformationsmagie ist eine Sache, aber der hat mehr gemacht ...“ Souta runzelte nachdenklich die Stirn und nahm einen Schluck von seiner Erdbeermilch. "Der hat die Wirklichkeit verändert, das ist ein großes Stück. Was auch immer es ist, es wird sich sicher nicht so leicht töten lassen, wenn du seinetwegen schon plötzlich Kinder kriegen kannst, huh?"

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:33

Auf den Kommentar, dass er nun Kinder kriegen könne, reagierte Seraphim auf angemessene Weise, indem er sich an dem Stückchen Croissant verschluckte, das er soeben am Kauen gewesen war. Er hasste Kinder - und er würde nicht akzeptieren, dass er nun theoretisch welche bekommen könnte. Wenn das den tatsächlich funktionierte, immerhin fühlten Frauen doch nicht, ob sie fruchtbar waren oder nicht... oder war das die seltsame Wärme? Es war traurig, wie leicht es auf einmal schien, ihn zu verwirren und zu verunsichern, weil die grundlegenden Prinzipien, auf denen sein Geist aufgebaut war, auf einmal nicht mehr funktionierten. Beispielsweise war er eigentlich immer recht fest in dem Wissen um seine Grenzen, sei es körperlich oder geistig gewesen, weswegen es schwer gewesen war, ihn aus der Bahn zu werfen: Es gab immer Dinge, auf die er sich berufen konnte und die ihn allein durch ihre Statik schützten. Hier allerdings verriet ihn das alles, weil sein Körper nicht mehr derselbe war und auf einmal ganz anders reagierte, als er gewohnt war. Er konnte sich nicht einfach vor jemandem aufbauen und ihn höhnisch zusammen falten, das wurde allein schon durch auf- und abfedernde Fettpolster ins Lächerliche gezogen, davon abgesehen, dass er sein Schrumpfen nicht positiv bewerten konnte - es war einfach ärgerlich. Hustend würgte er sein Frühstück wieder in die richtige Röhre, ehe er hastig mit einem Schluck Kaffee nachspülte und dann energisch den Kopf schüttelte. "Ich hoffe nicht... dieser Gedanke ist maximal verstörend.", meinte die junge Frau und erschauderte leicht bei diesem Gedanken. Für jemanden mit Seraphims Hobbys waren Kinder praktisch das Game Over, weswegen er sich nicht einmal in den kühnsten Träumen ausmalen wollte, wie er sie selbst... nein, das war abartig. Das gehörte nicht an den Frühstückstisch... zumal der Kettenmagier einige sehr aufschlussreiche Dinge von sich gegeben hatte. Wer hatte genug Mana, um eine gesamte Stadt in einer Zeitschleife gefangen zu halten und ihm eine Geschlechtsumwandlung zu verpassen? Das waren irgendwie Fragen, die seiner Meinung nach direkt an die Frage nach dem Grund anknüpften, immerhin war da eine Kleinigkeit, die ihn ziemlich irritierte: "Wie passt das eigentlich zusammen? Ich meine...", sie strich sich eine der nervig langen Haarsträhnen aus dem Gesicht - ernsthaft, er hatte drüber nachgedacht, sie zu kürzen - "Was hat eine Zeitschleife mit einer Geschlechtsumwandlung zu tun? Diese Luciana hatte behauptet, sie sei Schuld an dieser ganzen Sache, weil sie sich das gewünscht habe... aber daran kann es nicht liegen, oder?", sie lachte nervös, "Immerhin habe ich mir das hier ganz sicherlich nicht gewünscht..." Hatte er auch nicht. Natürlich hatte er manchmal darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn er ein X-Chromosom mehr gehabt hätte, allerdings nicht, weil er sich als Frau identifizierte, sondern wegen Souta. Das alles war immer nur wegen des Rothaarigen, weil der so eine abnormale Vorliebe für diese Dinger hatte, auf die er die ganze Zeit starrte. Der Dragonslayer war sehr zufrieden mit seinem Geschlecht, nur in der Hinsicht nicht, dass derjenige, den er liebte, nicht darauf abfuhr. War es also verwunderlich, dass er sich seltsam fühlte, nachdem sie in der Umkleidekabine... er würde so gerne wissen, was der Einäugige davon dachte. Andererseits war es für ihn nichts Unnatürliches gewesen, während Seraphim nun absolut verwirrt war. "Oder was fällt dir ein, wie das zusammen passen könnte?"

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:36

Oh. Soutas Gabel rutschte ab und erzeugte ein klirrendes Geräusch auf dem mit Würstchenresten beschmutztem Teller, weil sich seine Hand verkrampft hatte und sein Auge irgendwo hinter Seraphims Kopf an der Eingangstür des Cafés festgesetzt war, während sich die Schweißpoduktion in seinem Körper rapide beschleunigte und zugleich sein Mund trocken wie eine Staubwüste wurde. Natürlich: Diese Veränderungen in der Zeit hatten sich ereignet, weil ein kleines Mädchen sich gewünscht hatte, dass ein schöner Tag nie vergehen würde, also musste irgendeine magische Kreatur oder auch ein anderweitig mächtiges Artefakt dieser Bitte nachgekommen sein. Die Frage war, nach welchem Muster dies geschah, ob es an einen bestimmten Ort gebunden war und vor allem, ob man den dazugehörigen Wunsch laut aussprechen musste. Soutas Blick streifte die Oberweite seines Gegenübers. Wenn das nicht der Fall war, dann war es möglich, dass sehnsüchtige Gedanken erfüllt wurden. Der offensichtlichste Zusammenhang war tatsächlich eben dieser: Zwei mächtige realitätsverändernde Zauber waren nicht zufällig in ein und demselben Ort, wenn sie nicht eine gemeinsame Ursache besaßen. Das bedeutete, dass irgendeine Macht damit beschäftigt war, die innersten Begierden der Stadtbewohner zu erfüllen … Und das wiederum hatte ein enormes Gefahrenpotential. Man mochte nur daran denken, was passieren würde, wenn sich jemand wünschte, der Blitz möge einschlagen, oder eine bestimmte Person sollte von der Bildfläche verschwinden. Die Vorstellung, erneut neugierige Finger in seinen Gedanken spielen zu sehen, verursachte ein mulmiges Gefühl der Übelkeit in Soutas Bauchgegend, doch was ihn wirklich beschäftigte war die Tatsache, dass er ziemlich gearscht war. Wenn dieses Ding nämlich darauf hörte, wenn sich Leute etwas wünschten, war es nicht unwahrscheinlich, dass er Schuld an Seraphims momentaner Lage war, weswegen er auch am Schwitzen war und mit dem Finger zuckte. Abgesehen davon war er sich ziemlich sicher, dass sein Gesicht aussah wie eine Fratze aus der Hölle, ganz verkrampft und angsterfüllt. Aber er musste seine Fassung bewahren, durfte sich nicht auffliegen lassen, sonst würde man ihm vielleicht mit nichts als Luft in saftige Filets schneiden. Auch wenn er bezweifelte, dass der Himmelsmagier ihn ernsthaft verletzen würde, doch man wollte in einem solch heiklen Fall lieber nichts riskieren. „Nngh“, entschlüpfte es ihm, weil er plötzlich die Gabel hatte fallen lassen, doch er schnappte sie hastig – die Art von hastig, bei der sein Arm verschwomm – aus der Luft und legte sie dann betont ruhig auf den Teller, ehe er wieder Blickkontakt herstellte und ein entschuldigendes Lächeln aufsetzte. Eine Hand kratzte ihn am Hinterkopf und die andere tätschelte seine Mitte. „Ein Krampf. Zuviel durcheinander gegessen ...“ Phew. Okay. Er musste das ruhig angehen. Ihr Auftrag lautete, eine ominöse Macht ausfindig zu machen und sich dementsprechend wohl auch in einen Kampf mit eben dieser zu stürzen, was vermutlich nicht allzu leicht werden würde, wenn man sich die bloßen Fähigkeiten dieser Sache mal anschaute. Mit etwas Glück war es bloß ein verfluchter Gegenstand, den man bannen musste … „Mir fällt spontan nichts ein, was soetwas bewirken könnte. Ich hatte es in Nord-Fiore einmal mit einer Hexe zu tun, die ein ganzes Dorf krank machen konnte, doch ich weiß nicht, ob ein solches Wesen stark genug ist, um derartige Dinge zu tun. Wir werden uns mehr Informationen besorgen müssen.“ Er atmete tief aus, hoffentlich hatte er diese Lücke umschifft, und beschloss dann, Peinlichkeit mit noch mehr Peinlichkeit zu bedecken, indem er sich etwas vorlehnte und Seraphims Hand ergriff. Mit einem wahnsinnig treuherzigem Blick schaute er zu der jungen Frau auf und entblößte weiß funkelnde Zähne. „Aber Seraphim … ist dir eigentlich schon aufgefallen, dass wir hier gerade unser erstes richtiges Date haben?“ Okay, das war vielleicht fies, weil sie durchaus öfter zusammen Nahrung besorgten, aber das hier war das erste Mal, dass er sich mit der weiblichen Version seines besten Freundes an die Öffentlichkeit wagte – die Umstehenden mussten sie ja wohl für ein Pärchen halten, oder nicht? Außerdem waren für ihn sowieso nur Treffen zwischen verschiedengeschlechtlichen Partnern richtige Dates … „Wenn ich so darüber nachdenke, ist das hier sogar mein allererstes Date überhaupt … Aw.“

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:38

Das Gesicht der jungen Dame hatte sich sorgenvoll verzogen, als der Rothaarige einen Krampf hatte, doch entspannte sich wieder, als er sich scheinbar wieder erholte. Es war sowieso verwunderlich, dass er so viel in sich rein stopfen konnte, ohne Bauchschmerzen zu bekommen, da war es beinahe normal, dass es ab und zu zwickte. Seine Schmerzempfindlichkeit tat dann vermutlich den Rest, sodass er selbst etwas Harmloses gleich als Krampf abstempelte. Es war wirklich geradezu albern, wie schnell er sich wehtat, auch wenn Seraphim selbst ja auch nicht gerade die Reinkarnation der Widerstandsfähigkeit war, so toppte ihn der Einäugige um Längen. Er wollte gar nicht darüber nachdenken, wie er geschrien haben mochte, als das mit seinem Auge passierte oder wie er es über sich gebracht hatte, sich Ohrlöcher stechen zu lassen... die junge Frau stützte das Kinn auf die Hände und blickte zu dem Rothaarigen hinüber, nicht ahnend, dass dieser eine Lösung für ihren Körper gefunden haben könnte. Sie hätte wahrscheinlich kaum die Hand gegen ihn erhoben, wenn er ihr eröffnet hätte, dass er sich gewünscht habe, der eigentlich männliche Seraphim sei als Frau geboren worden - aber es hätte ihn sehr geknickt. Er reagierte ja sowieso recht heftig auf Hinweise auf Soutas heterosexuelle Einstellung, weil er diese dafür verantwortlich machte, dass er keine reale Chance bei ihm hatte. Natürlich schliefen sie miteinander, aber über diese Stufe war er beinahe schon hinaus: Er wollte das sicherlich nicht abbrechen, aber er wollte mehr - und dann wieder doch nicht, denn er war seiner Meinung nach ziemlich beziehungsunfähig und hatte Sorge, ihre Freundschaft dadurch zu zerstören. Somit konnte er gar nicht exakt definieren, was er begehrte, aber es hatte eindeutig mit Souta zu tun. Den Werdegang ihrer Beziehung zu analysieren war sowieso eine Sache für sich, denn egal wie man es drehte und wendete, eigentlich fing man andersherum an. Jedes normale Pärchen traf sich, fand sich nett, ging miteinander aus, küsste sich das erste Mal und irgendwann dann kam man zu intimeren Sachen. Seraphim und Souta hatten sich getroffen, einander vorgestellt und fünf Minuten später knutschend in einem Café gesessen. Erst danach hatten sie langsam damit begonnen, sich kennen zu lernen, einander zu beschnüffeln und inzwischen wussten sie doch recht viel über einander. Dennoch gab es da eine Barriere zwischen ihnen und das wurde mal wieder überdeutlich, als Souta seine momentan schmale Hand ergriff und behauptete, das sei ihr erstes richtiges Date... woran machte er das fest? Sie hatten doch schon öfter zusammen in einem Café gesessen, er hatte ihm etwas gekocht und sie waren öfter Hand in Hand durch kleinere Dörfer spaziert - was machte dies hier besonders? Waren das wirklich nur diese nervigen, großen... Der etwas giftige Blick der jungen Frau auf ihre Oberweite war wohl kaum zu übersehen. Mit bestimmter Bewegung zog sie ihre Hand aus dem Griff des Kettenmagiers und bedeckte sie mit der anderen. "Du machst deine Bewertung ob richtig oder falsch an meinen Brüsten fest?", fragte er pikiert, um sich im nächsten Moment für diesen Satz zu ohrfeigen. Es hörte sich so falsch an, aber so war es nun einmal... Es war wirklich empörend, wie unglaublich oberflächlich der Rothaarige war, fand Seraphim. Sicherlich war er der letzte, der jemandem solch eine Eigenschaft vorwerfen konnte, da er doch selbst dazu neigte, einen Menschen nach seiner Ästhetik zu beurteilen, aber seit wann revidierte er solche Gedanken? Mit licht säuerlichem Gesichtsausdruck blickte er Souta an und lächelte dann urplötzlich. Das war ungefähr dem Aufleuchten eines roten Gefahrenschildes gleichzusetzen, allerdings war das noch nie in dieser Form passiert, sodass fraglich war, ob der Kettenmagier die Zeichen richtig deuten würde. "Heißt das, dass wir nun ein Paar sind, Souta-chan?~" Es war unmöglich, herauszufinden, wie ernst er das meinte, denn die junge Dame lächelte ihn auf eine eigenartig unschuldige Weise an, die ihr männliches Pendant nicht in dieser Intensität drauf hatte.

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:40

Natürlich entschied Souta die Frage nach einer möglichen Beziehung generell über Brüste, da diese sozusagen eine Grundvoraussetzung darstellten, um überhaupt als Kandidat für derartige Verbindungen mit ihm in Frage zu kommen. Er hatte noch nie etwas Derartiges geführt und hatte auch nicht vor, eine andere Person mit seinem Selbsthass und seinen Komplexen zu belasten, weswegen die Frage nach ihrem momentanen Status eigentlich keine große Sache sein sollte und die gleiche Antwort erwarten sollte wie sie jeder bekam, der sich so dumm erkundigte. In ihrer Laufbahn als mehr oder weniger feste Questpartner waren sie schon mehreren Menschen begegnet, die sich dieselbe gestellt hatten und ihnen gegenüber hatte er stets mit wedelnden Armen und sämtlichen der Menschheit bekannten Verneinungsgesten entgegengerudert. Es war auch sehr unwahrscheinlich, dass sich Seraphim als Soutas Freund sehen konnte oder generell an einer etwas bindenderen Form ihrer Freundschaft interessiert war, schließlich hatte dieser doch Affären am laufenden Band und müsste diese wohl abbrechen, wenn man versuchen würde, sich in eine beziehungsähnliche Konstellation zu begeben. Sie müssten nicht nur die Kluft ihrer Geschlechter, sondern auch ihre jeweilige Lebenssituation überdenken und sich generell viel zu viele Sorgen machen, weil ernsthafte Zusammenschlüsse früher oder später jemanden verletzen konnten. Da Souta sowieso dazu tendierte, Menschen wehzutun und dies offenbar auch sehr häufig bei dem Weißhaarigen schaffte, gab es auf diese Frage keine Antwort, die zufriedenstellend war. Meinte der Ältere das nun entgegen aller Vermutungen ernst, so würde ihn ein Ja erfreuen, schließlich war es nur ein kleines Wort, doch das würde bedeuten, dass er sich einen Stempel aufdrücken würde, den der Rotschopf nicht zu tragen gewillt war. Bejahte er nun scherzhaft, mochte es seine Gefühle verletzen und ihm vorkommen, als habe er ihn veräppelt. Doch wenn er sich dazu entschied, zu verneinen, würde er ihn vielleicht noch schlimmer treffen. Das Problem war, dass es Souta eine unglaubliche Angst einjagte, allein darüber nachzudenken, ob die Möglichkeit bestand, dass das hier ernst gemeint war, weil er damit nicht klarkommen würde. Er wünschte sich mehr als alles andere, dass dieses Thema schnell verschwand oder sogleich als Scherz abgetan wurde, weil es ihm von innen heraus auskühlte. Er wollte nichts dergleichen von dem Himmelsmagier. Natürlich brauchte er ihn und liebte ihn auch auf eine gewisse Weise, doch das bedeutete nicht, dass er sich in einer derartigen Position mit ihm sah. Konnten zwei Männer nicht einfach nebeneinander existieren, sich häufig sehen und hin und wieder seltsam intime Dinge tun, ohne gleich zusammen sein zu müssen? Souta schluckte und schaute auf seinen Teller, betrachtete die letzte Wurst. Der Hunger war ihm irgendwie vergangen, was schon etwas heißen musste. „Mach dich nicht lächerlich, Seraphim“, murmelte er und kratzte an einem Fehler im Muster des Cafétisches herum, „Ein Date bedeutet nicht gleich, dass man ein Paar ist … Außerdem sind unsere sonstigen Treffen nicht falsch, sondern einfach nicht so ...“ Er runzelte die Stirn und spitzte leicht die Lippen, weil er keine solchen Unterhaltungen führen wollte und ihm das alles zu ernsthaft und zu riskant war. Wieso hatte Souta nur damit anfangen müssen? „Meine Bewertung ist nur von deinen Brüsten abhängig, weil … na ja, weil es deine sind.“ Ergab das auch nur den geringsten Sinn? Er fühlte sich jetzt jedenfalls ziemlich beschämt, hoffentlich konnten sie demnächst irgendetwas töten … "Bist du fertig? Ich werde zahlen."

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:42

Machte er sich damit lächerlich, dass er sich insgeheim wünscht, der Rothaarige würde ernsthaft Ja sagen? Wahrscheinlich tat er das, denn er machte sich diese Hoffnungen wider besseres Wissen, weil es doch klar war, dass niemals etwas aus ihnen werden konnte, solange dieser Zustand nicht anhielt. Das wiederum wollte Seraphim nicht, weil es sich schrecklich seltsam anfühlte, die Arme zu verschränken, weil ihm auf einmal kalt war und dabei Fett nach oben zu drücken. Zwar war er es gewohnt, von allen Seiten begafft zu werden, aber im Allgemeinen nicht von Kerlen, die in ihm nichts anderes sahen, als eine ansprechende Unterlage. Wirklich, damit kam er nicht klar... wie sollte er in einem Körper wohnen können, der keine Möglichkeit bot, das zu tun, was er mit Souta eigentlich in der Kabine hatte tun wollen? Er würde in diesem Teil hier ersticken, Brüste hin, Brüste her... er bekam ja jetzt schon Platzangst. In einem Schwindelanfall gefangen zögerte er einen Moment mit einer Antwort, bevor Souta verkündete, er würde ihn einladen, was praktisch eine Neuheit war. Im Allgemeinen war er es nämlich, der für solche Kosten aufkam, nicht der Kettenmagier, womit sie mal wieder ein Klischee untermauerten, aber es lag auch daran, dass Souta einfach dauerpleite war und es deswegen eher selten vorkam, dass er Geld für so etwas übrig hatte. Lag es an seinem veränderten Körper, dass er auf einmal so spendabel wurde? Das war irgendwie ziemlich bitter... aber dennoch sollte er sich wohl dafür bedanken, zumal er sowieso etwas tun musste, das seine vorherige Frage ins Lächerliche zog, auch wenn die Antwort ihm nicht gefallen hatte. Mit einem Wehen weißer Haare lehnte sich die junge Dame deswegen schnell über den Tisch und legte beide Hände auf die Wangen des Rothaarigen, ehe sie ihm einen Kuss auf die Lippen drückte, der die Umsitzenden Herren wahrscheinlich vor Neid innerlich eingehen ließ. Eine spitze Zunge schnappte verspielt einen Krümel aus seinem Mundwinkel, ehe sie sich wieder zurücklehnte und den Kopf seitlich auf die Handfläche legte. "Hätte mich auch gewundert~", verkündete sie mit leicht gelangweiltem Blick, der hoffentlich suggerierte, was er sollte: Wie egal ihm die Antwort des Kettenmagiers doch war. "Aber vielen Dank für die Einladung... liegt das auch an meiner Oberweite? Ach was soll's, das interessiert mich im Grunde sowieso nicht..." Sie stand auf, wischte sich ein paar Krümel vom Rock und drehte sich spielerisch, sodass dieser in wenig flog. Wenn er schon diese Rolle spielen sollte, dann konnte er es wenigstens ausnutzen, dass diese Leute um sie herum unter der Hand versuchten, einen Blick auf ihre Unterwäsche zu erhalten, indem sie ihnen den kleinen Finger reichte - um ihn dann ganz schnell wieder wegzuziehen. Solche Taktiken kannte er ja normalerweise auch und selbst wenn er sie nun ein wenig umdichten musste, bedeutete das noch lange nicht, dass er sie nicht einsetzen konnte. "Also... meinst du wir sollten vielleicht mal die Bibliothek der Stadt aufsuchen? Oder vielleicht das Heimatmuseum? Vielleicht gab es ja schon einmal einen ähnlichen Zwischenfall." Hatten sie das Thema Pärchen nun erfolgreich hinter sich gelassen? Ja? Dann konnten sie sich ja nun wieder ihrer Quest zuwenden.

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:43

Nein, die Essenseinladung hatte ausnahmsweise gar nichts mit Seraphims Oberweite zu tun. Souta wollte nett sein, und zugleich irgendwie betonen, dass sie eben kein Paar waren, schließlich war es doch ein Klischee, dass der Mann bezahlte und selbst wenn dieser momentan erschreckend weiblich war, so hatte der Himmelsmagier für gewöhnlich genau diese Rolle in ihrer Freundschaft inne. Das bedeutete natürlich nicht, dass der Rothaarige irgendwie weniger männlich war, nur weil er das nicht ständig unter die Nase anderer Leute rieb, noch, dass er Seraphim als dominantes Alphamännchen akzeptierte, wie er sich offenbar selbst sah, aber er hatte keine Probleme damit, das Ganze wenigstens in Ansätzen zu dulden, solange man nicht von ihm verlangte, dass er sich unterwürfig benahm und gefälligst einsah, dass er sich freiwillig unterbuttern ließ, obwohl es ihm ganz leicht fallen würde, den Älteren in die Schranken zu weisen. Aber er war friedlich und liebevoll, solange man seinen Körper nicht kritisierte, weshalb er auch das unangenehme Beziehungsthema sofort fallen ließ, als er geküsst wurde – wobei er sich einen gehässigen Blick zur Seite nicht verkneifen konnte, denn Paar oder nicht, dieser momentan extrem heiße Feger gehörte temporär ihm und es wäre doch gelacht, wenn man nicht ein wenig angeben durfte – ganz davon abgesehen, dass er sowieso schlecht an Unangenehmes denken konnte, wenn derart angenehme Dinge geschahen. Da er irritierenderweise den direkten Vergleich hatte, musste er nach dem Kuss kurz schmunzeln und legte die benötigte Menge Jewels auf den Tisch, ehe er sich erhob und gerade rechtzeitig für die Rockaktion zu seinem bestem Freund linste. Es war ein wenig merkwürdig, wie leicht er sich in dem weiblichem Körper zurechtzufinden schien, aber das mochte auch nur Show sein und er würde sich hüten, dieses Thema anzuschneiden. Natürlich hatte er keine Angst vor dem Älteren, dennoch … Das wäre unklug. Die Weißhaarige machte ein paar gute Vorschläge, wobei er einen von ihnen sofort in die Tonne trat und den anderen dafür umso besser fand. Museen stanken generell, fand er jedenfalls, immerhin wollte er keine toten Tiere und noch leblosere Gemälde anstarren. Zwar konnte Souta durchaus in einem gewissem Grad akzeptieren, dass Seraphim diese Dinge ein wenig anders sah, allerdings war er in diesem Zusammenhang egoistisch genug, um sich beinahe sofort für die Bibliothek zu entscheiden. Er las gerne und viel, daher war selbst die Vorstellung von langweiligen Wälzern noch tausendmal besser als sich gegen seinen Willen von ein paar dekorativ aufgestellten Figuren bilden zu lassen. Vorerst jedoch schlang er der jungen Frau die Arme um die Körpermitte und rieb seine Nase an ihrem Hinterkopf – er würde diesen Größenunterschied dermaßen vermissen – ehe er ihr einen flüchtigen Kuss auf die Stelle hinter ihrem Ohr drückte und sich mit einer euphorischen Drehung von ihr weg auf die Straße beförderte, die glücklicherweise nicht von wildgewordenen Kutschern oder magischen Vehikeln befahren war. „Du küsst immernoch wie ein Mann, Seraphim~“, meinte er, da er ja nun ein Experte war, was das anging, auch wenn es ihm zutiefst widerstrebte, dass es da tatsächlich einen Unterschied gab. Generell fühlte sich ja alles anders an. Der weichere Körper des Älteren lud beispielsweise viel eher zum Knuddeln und Betatschen ein, als es der männliche jemals könnte und auch die zierlichen Hände kamen ihm spontan derart einsam vor, dass er gar nicht anders konnte, als einen Arm in ihre Richtung zu strecken und verlegen zu lächeln. Eigentlich hatten sie ja dieses Thema gerade erfolgreich umschifft, doch wie sollte er sich da beherrschen, wo er es doch mochte und endlich auch vollkommen offensichtlich tun konnte … „Also ich bin für die Bibliothek … Wollen wir Händchen halten?“

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:45

"Natürlich küsse ich wie ein Mann, Souta..." Weiße Haarsträhnen flogen, als sich die junge Frau zu ihm herumdrehte, "Ich bin einer." Seraphim konnte diese Tatsache nicht oft genug erwähnen, weil es für ihn persönlich sehr wichtig war, das klar zu stellen, da diese Worte bei diesem Körper sicherlich sehr seltsam klangen. Ja, es waren weiche, nachgiebige Brüste, die sich bei jedem Atemzug hoben und ja, so wenig Körperbehaarung hatte er seit seiner Kindheit besessen, aber das war nicht damit zu verwechseln, dass er auf einmal weiblich wäre. Sein Körper war das, ohne Frage und hätte er nun neben sich gestanden, hätte er sich sicherlich angesabbert, aber es gab dennoch diesen geistigen Unterschied, der auch sein größtes Problem darstellte: Seraphim betrachtete die Welt ja nicht auf einmal durch die Augen einer Frau. Die Leute kamen ihm immer noch gleich vor, er achtete nach wie vor auf die Dinge, auf die er schon immer geachtet hatte und er würde niemals akzeptieren, dass Souta auf einmal so auf ihn herabsehen konnte! Der Kettenmagier selbst war zwar natürlich immer noch wunderschön und seine Nähe spürbar, aber der Dragonslayer sah ihn nicht auf einmal aus dem Blickwinkel einer Frau, die sich ihn als ihren strahlenden Ritter wünschte, er hatte eher spontan Lust, ihn auf seine Art in die nächste Gasse zu zerren. Das ging nur leider nicht, wenn er hier gerade maximal mit Würmern konkurrieren konnte, also blieb nur ein scheeler Nachgeschmack, der jedoch ignoriert wurde, damit er angemessen auf Soutas nächste Worte reagieren konnte.
Er verstand ihn ja nicht so recht. Erst machte er deutlich klar, dass er nicht vorhatte, eine Beziehung mit ihm auszurufen - oder mit ihr, in diesem Falle - um danach zu fragen, ob sie Händchen halten sollten? Wie konnte man das nur mit einer einigermaßen dezenten Logik in Zusammenhang bringen, ohne dass man sich selbst widersprach? Wahrscheinlich dachte Souta über solche Zusammenhänge gar nicht erst nach... Mit hochgezogener Augenbraue nahm die junge Frau die Hand des Rothaarigen und schmiegte sich an ihn. Er würde diesen Fehler in seiner Argumentationsweise einfach ignorieren, weil er das Resultat mochte: Er fand es schön, wenn die beiden so durch die Straßen einer Stadt - oder wahrscheinlicher in diesem Fall: eines Dorfes - spazieren konnten, weil er es manchmal sogar schaffte, die unsichtbare Wand zwischen ihnen auszublenden, wenn sich die gebräunten Finger mit seinen verschränkten. "Du bist niedlich...", flüsterte die Weißhaarige und blickte kurz zu dem grünen Auge auf, ehe sie mit dem Kettenmagier im Schlepptau losging.

Die Bibliothek von Oak Town war... nicht gerade groß. Dafür, dass es sich bei diesem Ort tatsächlich nicht um ein Dorf, sondern eine Stadt handelte, hatte der Dragonslayer sich etwas mehr versprochen. Natürlich hatte er keine schlossartige Anlage wie in Morakkasu Town erwartet, aber das etwas heruntergekommene Häuschen, das sie vorfanden, war nun auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. "Ei, wie hübsch." Der Unterton der jungen Dame war wohl mehr als spöttisch, als sie die Tür öffnete und sich einer Theke gegenüber sah, hinter der eine alte Frau saß, die wahrscheinlich so alt wie das Haus selbst war: Vorsintflutlich eben. "Guten Tag~", begrüßte Seraphim sie und beschloss, dass es wahrscheinlich sinnvoller war, direkt zum Thema zu kommen: "Gibt es hier eine Abteilung, die das Archiv der Stadt beherbergt?" Die alte Dame rückte den Zwicker auf ihrer Nase mit knorrigen Fingern zurecht und blinzelte die beiden neugierig an. "Hallo, meine Lieben, euch habe ich hier ja noch nie gesehen... ich bin Frau Turteltaub, die Bibliothekarin. Aber ihr könnt mich Edna nennen..." Ja, nur hatte Seraphim das gar nicht wissen wollen - doch die Frau sah erwartungsvoll aus, fast, als wolle sie nun auch ihre Namen hören. Die Weißhaarige seufzte und erklärte: "Ich bin... Kyra... das ist Souta. Also, was ist mit dem Archiv?" Geduld und alte Menschen machten sich nicht gut zusammen.

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:48

Frau Turteltaub also – na, wenn das mal kein aussagekräftiger Name war, wusste es Souta auch nicht. Die alte Frau stellte sich überflüssigerweise als Bibliothekarin vor, nachdem sie schon an der Theke saß, welche sie als solche auswies und bot ihnen auch sogleich den wenig modernen Vornamen an, doch der Kettenmagier war der Letzte, der sich darüber lustig machen würde. Erstens hatte er eine Art privilegiertes Patentrecht auf den behindersten Namen aller Zeiten und war somit in gewisser Weise immer im Glashaus, wenn er sich über andere lustig machen wollte, und zum Anderen mochte er diese Dame spontan, weil sie nett und höflich war und ganz ausgesprochen herzlich, so wie die knuffige Großmutter, die er niemals hatte. Wahrscheinlich konnte man ihr all seine Sorgen offenlegen, sie knuddeln und sich mit Walnusskeksen füttern lassen, und unter Umständen hätte Souta sich auch noch ein wenig länger mit ihr unterhalten, doch sie hatten eine Quest zu erledigen und waren deshalb unter Zeitdruck. Dennoch, es musste immer eine Minute für ein wenig Spaß bleiben, daher verkniff er sich auch nicht, auf die Nennung des wirklich ausgesprochen kreativen Pseudonyms – mal ehrlich, wo war der nur abgeleitet? - leise zu lachen und sich an die Theke zu lehnen, als hätte er im Gegensatz zu Kyra alle Zeit der Welt, um sich mit alten Frauen abzuärgern, wobei diese liebe Edna ja gar nicht unfreundlich war, sondern einfach nur den Fehler gemacht hatte, einem jungen Mann im falschen Körper zu begegnen, der diesen Zustand so schnell wie möglich umkehren wollte. Was Souta absolut nachvollziehen konnte, aber das hieß nicht, dass man grundlos gemein sein durfte. Nicht, dass ihn das sonst störte … Na ja, er wurde gerade in den Hintergrund gedrängt und seit wann war er damit einverstanden? Mit einer recht eleganten Drehung beförderte er sich also neben seine weißhaarige Freundin – seltsam – und lächelte der älteren Dame so strahlend entgegen, wie es wohl nur er konnte. Es war ja nachgewiesen, dass sein Grinsen schwulen Vampiren den Glitzer stahl und Regenbögen gräulich erscheinen ließ, da war es auch keine Verwunderung, dass Frau Turteltaub ihn mit einem sehr großmütterlichem Blick musterte, darauf wartend, dass er etwas sagte. „Entschuldigen Sie meine Freundin bitte. Arbeiten Sie schon lange in dieser Bibliothek?“ Diese Frau sah aus, als könne sie seine Großmutter sein – zweimal – da hatte sie vielleicht eine Art Zeitzeugenbericht über die Archive übrig und sie mussten nicht durch Berge an Papierkram wühlen und sich abmühen. Der Rotschopf verschränkte die Hände auf dem Thresen und stützte sich auf den Ellenbogen ab, ganz der aufmerksame Zuhörer. „Oh ja, ich bin schon lange hier. Diese Stadt ist meine Heimat ...“ Als jemand, der generell keine Heimat besaß, verstand Souta nicht ganz, was so wichtig daran war, doch er würde sich nun nicht daran aufhängen, schließlich hatte jeder Mensch wohl irgendeine Bindung, die ihm das Gefühl von Geborgenheit und Zuhause gab, bei manchen war das lokal begrenzt, bei anderen nicht. Er warf einen Seitenblick auf Seraphim, freute sich, dass er ihm die Bühne gestohlen hatte, und wandte sich dann wieder Edna zu. „Gab es denn in den letzten Jahren irgendetwas Interessantes hier? Eine Katastrophe oder so? Ich bin Magier, wissen Sie – wir sind Magier. Wir untersuchen diese Phänomene.“ Er lächelte leicht und richtete sich ein wenig auf, bereit, sein Gildenzeichen zu enthüllen – obwohl er kurz mit dem Gedanken spielte, diesmal seinem besten Freund die Kleidung zu lupfen, einfach weil er den Anblick gerne sehen würde, aber er beherrschte sich und grinste, als wäre sein Gesicht aus Zement gegossen. „Hm ...“ Sie legte einen Finger auf ihre Lippen und sah dabei ein wenig bedröppelt aus. „Na ja … Vor längerer Zeit gab es hier einmal eine dunkle Gilde … Sie hat viele Leute in Angst und Schrecken versetzt … Furchtbar war das, aber ansonsten kann ich dir leider nicht helfen, mein Süßer. Da wirst du schon in die Archive gehen müssen, sie sind ganz hinten, es sind die Pappkartons in den Regalen.“ Na, das war ja fein. Es gab vermutlich keinen Magier auf Fiore, der noch nicht von der dunklen Gilde gehört hätte und Souta bezweifelte, dass ein rachsüchtiger Phantom Lord so einfach die Zeit anhalten konnte, also hatten sie genausoviel wie zuvor und ein wenig Zeit verschwendet, aber na ja – so wie das hier aussah, war Zeit generell ein vernachlässigbarer Faktor innerhalb dieser Stadtgrenze. Der Kettenmagier bedankte sich für die schnelle Hilfe, klopfte seinem Nachbarn auf die Schulter – weil er spontan vergessen hatte, dass das jetzt eine Frau war, passierte – und drehte sich dann in die betroffene Richtung um. Als sie außer Hörweite der alten Frau waren, lachte er erst einmal auf und drehte sich einmal um die eigene Achse, wobei er fast einen Ständer mit Broschüren umwarf. „Kyra Seraphim, klingt hammer … Aber dein Nachname ist ja auch cool.“ Er runzelte einen Moment lang die Stirn, schien über etwas nachzudenken, ehe er, leiser diesmal, „Souta Seraphim“ murmelte, wie um den Klang zu testen, zuckte dann jedoch gleichgültig mit den Achseln. „Nah. Passt nur zu dir. Lass uns loslegen!“

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:50

Seraphim hatte allein schon deswegen nicht eingesehen, sich Mühe mit einem kreativen weiblichen Namen zu geben, weil er nicht vorhatte, länger als unbedingt nötig in diesem irritierenden Körper zu verweilen. Souta fand es bestimmt total witzig, dass der Dragonslayer nun so aussah, aber er selbst empfand es nun einmal eher als störend. Und so wahnsinnig ablenkend - immerhin konnte er sich nicht verkneifen, ab und an einen Blick an sich herab wandern zu lassen und der einzige Grund, aus dem er nicht ständig seine Kleidung prüfte, war wohl, dass sie sich in der Öffentlichkeit befanden. Es war nach wie vor seltsam, eine Art Käfig vor der Brust zu haben, weil dort sonst alles schwabbeln würde... und er war sich auch nicht sicher, inwiefern das seine Einstellung zu diesen Dingern verändern würde. Der Name Kyra war also sehr naheliegend gewesen, denn das war die weibliche Entsprechung seines Vornamens, den ohnehin wenige kannten - zudem glaubte er nicht, dass die Leute trotz seines Tattoos darauf kommen würden, wer er war, denn normalerweise war er etwas... flacher? Na, jedenfalls war es nicht normal für ihn, dass er von Souta als seine Freundin vorgestellt wurde, wofür dieser einen kurzen, giftigen Blick erntete, ehe er ihm die Bühne überließ, weil er zugegebenerweise auch keinerlei Drang verspürte, sich mit einer alten, verschrumpelten Frau zu unterhalten. Solche Menschen hatten in seinen Augen gar keine Daseinsberechtigung, weil sie nichts taten, um ihn zu unterhalten. Sie eignete sich ja nun wirklich zu nichts... und das lag nicht einmal an seiner temporären Behinderung.
Zum Glück brauchte Souta nicht allzu lange, um der Dame mit dem malerischen Namen genügend viele Informationen zu entlocken, damit sie sich wieder von ihr entfernen konnten. Er hielt es für sehr unwahrscheinlich, dass die ehemals hier stationierte dunkle Gilde etwas mit der ganzen Sache zu tun hatte, da ihm nicht nur der Zauber extrem, sondern auch die Vorgehensweise zu seltsam vorkam. Wenn er etwas tat, hatte er einen Grund dazu, die ganze Sache musste ihm etwas bringen, also versuchte er in diesem Fall auch mal davon auszugehen, dass es ein Motiv geben musste. Rache schied für ihn irgendwie aus, weil er sich nicht vorstellen konnte, dass jemand die Stadt bestrafen wollte und ihn dann gleich mit. Sicherlich, wenn er das einzige Opfer gewesen wäre, so hätte er darauf gewettet, dass es eine Verflossene von ihm gewesen war, aber eine solche Person würde ja wohl kaum die Zeit in der Stadt umdrehen. Andersherum war er nicht nur selten in Oak Town (diese Stadt hatte einfach kein anspruchsvolles Kulturprogramm), sondern auch kein Einwohner, sodass Rache an der Stadt schlecht mit seiner Geschlechtsumwandlung zusammen passte. Das einzige, was es da tatsächlich erklären würde, war die Theorie des kleinen Mädchens, welche aussagte, dass sie sich gewünscht habe, die Zeit möge nicht vergehen... aber auch hier war fraglich, wer sich Kyra herbei gewünscht hatte. "Das ist der Grund, warum ich mich damit ansprechen lasse...", erklärte er und warf Souta für die nächsten paar Sätze einen genervten Blick zu. Mal im Ernst, konnte Souta nicht bei seiner Meinung bleiben. Ihm erst zu versichern, dass sie nun selbst mit Brüsten kein Paar waren und dann solche Kommentare abzulassen, war eine Kombination, die er nun nicht gerade guthieß. Das war ein wenig zu spöttisch, ihm gegenüber - das würde er Souta also heimzahlen müssen, auf eine Art, die sich ihm durch sein Schlamassel eröffnet hatte. "So schlecht klingt das doch gar nicht~", säuselte sie und betrachtete das Regal mit den Kisten. Och herrjee... wer hatte darauf schon Lust. "Du bist doch der Schnelle hier, dann fängst du mal von hinten an und ich von vorne...", meinte sie und streckte sich nach einem Karton, der auf einem zu hohen Regalbrett stand. Vorsichtig stellte sie sich auf die Zehenspitzen, aber erreichte ihn immer noch nicht, sodass ihr nichts anderes übrig, als Souta bittend anzublicken. Blöder Größenverlust!

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:55

Natürlich war Souta der Schnellere von ihnen, aber wie in aller Welt kam Seraphim denn darauf, dass er auch im Lesen einen Vorteil hatte? Wenn überhaupt hatte er da wohl ein Handicap zu vermerken, aber vielleicht hatte sein bester Freund ja auch kurzzeitig vergessen, dass der Rotschopf eben nur ein einziges Auge hatte. Man bemerkte es war kaum, wenn es darum ging, sich zu bewegen, weil er sich meisterhaft an diese Behinderung gewöhnt hatte, mit unzählbaren Stunden von Schweiß und Training, aber manche Dinge gingen einfach nicht so gut von der Hand. Der Vorschlag war also in etwa so, als hätte man ihm gebeten, die rechte Seite seines Körpers aus dem Augenwinkel zu beobachten – das konnte er einfach nicht, dafür musste er den Kopf drehen, das war umständlicher und dauerte länger. Er hätte also geschnaubt und dezent vermerkt, dass er ein Krüppel war und dafür gefälligst in manchen Dingen Narrenfreiheit genießen sollte, doch das war gar nicht nötig, weil im nächsten Moment etwas ganz und gar Wundervolles geschah. Seraphim streckte sich, was alleine schon als alleinstehende Tatsache feststarrungswürdig war und seine Fantasie förderte, aber noch deutlich netter war die Tatsache, dass die hübsche Weißhaarige zu klein war, um die oberste Kiste aus dem Regal zu angeln, obwohl sie sich auf Zehenspitzen stellte. Souta, der nur noch fahrig damit beschäftigt war, ihnen einen Platz auf einem der Studiertische freizuräumen, beobachtete sie dabei mit immer breiter werdendem Grinsen und erwiderte schließlich ihren bittendem Blick beinahe überrascht. Ja, war das denn zu glauben, der Andere bat ihn tatsächlich um etwas, nachdem er sich so über seine Namenskonstellation lustig gemacht hatte, hm. Einen Augenblick war der Rothaarige versucht, einen Hocker aufzutreiben, doch er verzichtete darauf, denn am Ende tat man sich noch weh, denn diese Kartons waren sicher bis zum Bersten voll und daher schwer, und Wehwehchen wollte man ja vermeiden. Mit einem langem Schritt stellte sich der Kettenmagier dicht hinter die junge Frau und hob eine Hand, die natürlich leicht bis zur schweren Pappkiste greifen konnte. Ohne viel Federlesen griff er auch gleich die Kiste daneben, schließlich hatte er keine Lust, alle zehn Minuten noch einmal aufzustehen, da er ja so im Grunde doch ein eher fauler Mensch war, knutschte Seraphims niedlich niedrigen Hinterkopf und stellte die beiden Kisten auf den Tisch. "Bitteschön~", trällerte er, in keinster Weise von dieser Hebeleistung beeinträchtigt, und wandte sich dann seinem Regal zu, denn er sollte ja von hinten anfangen. Das bedeutete, dass er die Regallänge entlangschreiten musste, um sich selbst auch zwei Kisten zu holen. Natürlich hätte er sich auf einen anderen Tisch setzen können, aber ganz ehrlich, wenn man ihn dazu zwang, möglicherweise Stunden hier auf einem Fleck zu verbringen, musste er eine Aufsichtsperson dabeihaben, sonst kam er auf destruktive Ideen, die niemandem halfen oder am Ende gar dafür sorgten, dass sie hier Hausverbot bekamen, egal wie tolerant Edna vielleicht sein mochte. Diese Archivbücher sahen ziemlich staubig und langweilig aus, waren wahrscheinlich mit Daten vollgestopft und alles in allem furchtbar langatmig. Wie sollte er sich da nur durchkämpfen? Seraphim wusste hoffentlich, dass das hier keine effiziente Arbeitsteilung war, obwohl Soutas Hirn zumindest ansatzweise arbeitsfähig war, immerhin hatte er ein ausgiebiges Frühstück genossen. Dennoch ... "Ich hätte mir einen Snack mitnehmen sollen" wurde gejammert, während er sich neben die Weißhaarige setzte und den Kopf auf die Tischplatte legte, als könnte er den Archivbänden alleine durch Starren ihre Informationen entlocken.

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:56

Seraphim war in dieser Hinsicht wahrscheinlich deutlich anders als Souta, immerhin hatte er sich bereits einen Karton genommen, den er zu seiner Schande nicht vom Regal bekommen hatte, und ihn mit einem Hauch von Staub befreit. Wie lange niemand mehr in diesen Dingern gewühlt hatte, war allein schon dadurch mehr als klar, spätestens aber dann bestätigt, als die darin enthaltenen Kostbarkeiten ans Licht gefördert wurden. Einen Moment war Seraphim nicht sicher, ob er dieses Papier anfassen konnte, ohne dass es in Stücke zerfiel, doch schließlich wagte er es und verfrachtete einen Stapel sicher auf die Tischplatte, ehe er den Karton zur Seite schob und die ersten Seiten durchblätterte. Sie würden wahrscheinlich sehr lange brauchen, wenn sie auf diese Art versuchen würden, dem Problem Oak Towns auf die Schliche zu kommen, aber wenn er dafür diese nervigen Dinger loswurden... sie sahen ja wirklich toll aus, aber gerade behinderten sie ihn. Er versuchte nämlich doch nur, sich bequem über den Tisch zu beugen, aber allein das stellte schon eine Herausforderung dar, weil er entweder kaum noch Platz für die Arme hatte oder dafür sorgte, dass er seine neu entdeckte Oberweite hochdrückte. Das wiederum hätte ihm als Betrachter sicherlich gefallen, aber momentan taugte es eher für nichts - aber er hatte offenbar andere Probleme, mit denen er sich herum schlagen musste. Der Kettenmagier war nämlich jemand, dem man eine Horde wild gewordener Affen anvertrauen konnte, weil er sich gut in ihre Gruppe integrieren konnte, aber wenn es darum ging, stille, etwas langweilig Büroarbeit zu leisten, dann war er aufgeschmissen. Seraphim hatte also nur zwei Möglichkeiten, ihn irgendwie sinnvoll einzusetzen: Entweder er stellte ihm etwas in Aussicht, auf das er total scharf war oder er gab ihm etwas zu tun, was mehr in seine Sparte passte. Schnell hatte er sich für das zweite entschieden, da er sich sehr sicher war, was er dafür auspacken musste, aber das würde er nicht tun... sicherlich war Souta bestimmt eine Bombe, aber er hatte seinen Stolz - und er war ein Mann. Dementsprechend musste er sich etwas anderes für ihn ausdenken, aber was nur... er war sich fast sicher, dass sie hier etwas finden würden, während es sich ja nicht als praktisch erwiesen hatte, die Bewohner der Stadt zu befragen, was eine Aufgabe war, die immerhin mit Sport verbunden war. Also konnte er immer noch versuchen, ihn nett um ein wenig mehr Konzentration zu bitten. "Souta, es wäre wirklich von Vorteil, wenn du dich konzentrieren würdest. Ich habe keine Lust, länger in diesem Körper zu bleiben, als nötig.", erklärte Kyra also und blickte ihn streng über ihre gefalteten Arme und die Papiere an. "Du hast erst gerade gegessen." Mit ein wenig Glück reichte das ja aus, um für ein wenig Produktivität zu sorgen, ansonsten... musste er das eben alleine machen. "Wenn ich das alleine machen muss, werde ich nie fertig - und du willst doch bestimmt auch nicht, dass ich dauerhaft in dieser Hülle festsitze, oder?" Das wäre zu grausam, immerhin kam der ganz eigene Charme des Dragonslayers doch viel besser raus, wenn seine Gesichtszüge kantiger, sein Körper fester und seine Stimme tiefer war, weil dieses hohe, wenn auch melodische Zirpen irgendwie ganz und gar ungewohnt war. Zudem war er doch der beste Freund des Kettenmagiers, nicht seine Freundin und schon gar nicht DIE Freundin, also war es doch sowieso viel praktischer, wenn er bloß bald wieder in seinen eigenen Körper zurückfand. Immerhin konnte Souta dann wieder passiver werden, was ja seinem faulen Wesen recht positiv entgegen kommen sollte. Oder?!

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:58

Oh, klar. Wie hatte Souta nur egoistisch sein können, selbstverständlich würde er sich nun für Seraphim zusammenreißen, brav sein und die Archive durchstöbern, wie man es von ihm als guten Questpartner auch erwartete, schließlich hatte so eine milde Standpauke bei ihm immer großen Effekt – nicht. Der Vergleich mit den wilden Affen war wohl ziemlich zutreffend, mit dem Unterschied, dass der Itasa durchaus ziemlich intelligent war, aber eben auch unter einem recht schwerem Fall von ADHS litt und es ihm deshalb extrem schwer fiel, sich auf eine eintönige Angelegenheit zu versteifen. Letztes Mal, als sie Akten durchstöbern mussten, hatte er sich vorher eine Beschäftigung gesucht, um seinen Bewegungsdrang einzuschränken, aber so viel Spaß, wie er heute auch gehabt hatte – er hatte sich körperlich noch nicht vollends ausgepowert. Daher war er nicht nur hyperaktiv, sondern auch hibbelig. Seine Finger trommelten auf der Tischplatte herum und er konnte nicht länger als zehn Sekunden auf die geschriebenen Zeilen starren, ohne die Lust zu verlieren, da half es auch nichts, dass es generell keinen Effekt auf ihn hatte, ihm gut ins Gewissen zu reden. Natürlich verstand er die Wichtigkeit der Situation, aber es betraf ihn nicht selbst, daher war es ihm zu mindestens 70% einfach total egal. Klar, Seraphim wollte nicht ewig in seinen Körper bleiben, wollte wieder er selbst sein und fühlte sich ganz mies. Souta verstand das. Er wusste nicht genau, welche Art von Himmelsmagier er denn nun bevorzugte, aber Identitätskrisen waren unschön. Einerseits hatte der männliche Seraphim natürlich den Vorzug, dass er eher die Person war, die er als seinen besten Freund schätzte, der Mensch, den er mochte und kannte. Der weibliche Seraphim hatte dafür ganz andere Vorzüge, die sich hauptsächlich auf physischer Ebene abspielten. Außerdem, wenn Souta so darüber nachdachte, dass der Andere womöglich für immer Kyra bleiben könnte, eröffnete das doch ganz neue Möglichkeiten. Da sein Geist immernoch derselbe war, sein Körper aber nun in das Beuteschema des Rothaarigen fiel, hätte er wenige Probleme, sich die Person neben sich zu krallen und vielleicht sogar etwas mehr als eine Affäre zu beginnen – selbst wenn der Ältere das mit ziemlicher Sicherheit niemals wollen würde. Es wäre generell eine schöne Vorstellung, frei von seiner latenten Homophobie mit ihm rumzuhängen, gewisse Dinge anzustellen und einfach mal den männlichen Part einer Beziehung zu mimen, das konnte er nämlich eigentlich viel besser. Es war seltsam, aber Souta hatte immer das Gefühl, als würde Seraphim ihn gar nicht wirklich kennen – oder zumindest nur eine Hälfte von ihm. Da war soviel mehr in dem Kettenmagier, das an die Oberfläche gelangen wollte, es aber nicht konnte, weil er in der Gegenwart des Dragonslayers auf gewisse Dinge limitiert war, die seinem Charakter Grenzen aufzwangen. Er konnte ihn nicht einfach auf seinen Schoß ziehen oder ihn küssen, wann immer sich das anbot – weil er sich selbst im Weg stand. Es gab vermutlich nur wenige Menschen, die derart verkuschelt waren wie er. Er hatte schon immer gerne geküsst und Leute angefasst, das war ein Teil von ihm. Und dann war da natürlich noch die Kumpelseite an ihm, die er im Kontakt mit ihm nie wirklich aktivieren konnte – würde er sich auf den Weißhaarigen werfen und versuchen, mit ihm zu rangeln, endete das vermutlich schnell in einer ganz anderen Sache – abgesehen davon, dass er nun einmal stärker und schneller war ... doch das war gar nicht so der Punkt. Auf der einen Seite wollte er den männlichen Seraphim irgendwie nicht so behandeln, weil es ihm nicht richtig erschien – der Ältere war ihm gegenüber doch auch nicht so. Auf der anderen müsste er sich dafür nicht mehr schämen, wenn diese Brüste niemals wieder verschwanden, dann konnten sie endlich auf einer Wellenlänge reiten und der Rotschopf glaubte, dass etwas Derartiges ihre Beziehung sehr fördern würde. Sollte er also ehrlich auf diese Sache antworten? Wahrscheinlich mochte es niemand, wenn man ihm ins Gesicht sagte, dass er sich am besten für immer verändern sollte, oder? Er wollte dem Anderen ja nicht wehtun, also schwieg er, seufzte, und griff sich eine der Textsammlungen, um sich vielleicht doch noch darauf zu konzentrieren. "Es ist mir eigentlich egal, ob du Cyrus oder Kyra bist", meinte er dennoch, und schnalzte mit der Zunge, weil das auf dem Blatt nur Bandwurmsätze waren und er seine Entscheidung schon jetzt bereute. "Ich mag dich, nicht dein Aussehen. Aber es würde wohl alles ... komplizierter machen, wenn du so bleiben würdest." Er warf einen flüchtigen Blick zur Seite, zuckte verlegen mit dem Mundwinkel, denn 'kompliziert' erfasste die Situation nicht einmal annähernd. Plötzlich waren diese Archiveinträge superattraktiv ..

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 22:59

Natürlich wollte Seraphim nicht hören, dass er sich am besten für immer in diesem Körper aufzuhalten hatte, weil Souta ihn in dieser Form attraktiv fand und kein Problem damit hatte, das auch zuzugeben. Ihre Freundschaft war nämlich normalerweise ein wenig seltsam, denn eigentlich stellte man sich keine Regeln in einer solchen auf. Das war gar nicht nötig, weil meistens beide Parteien ganz automatisch wussten, was man sich erlauben konnte und ab welcher Grenze Schluss war. In ihrem Falle jedoch setzte Seraphim Grenzen normalerweise vollkommen anders als Souta, weil er in dieser Hinsicht wohl in einer ganz anderen Welt lebte. Für ihn war es vollkommen normal, auch mal mit Mitgliedern seines eigenen Geschlechts bei weniger öffentlichen Tätigkeiten beobachtet zu werden; für Souta stellte das seine Männlichkeit in Frage. Es war also nicht okay, wenn sie Händchen haltend durch eine große Stadt liefen, aber nun war das auf einmal vollkommen legitim. Es war gesellschaftlich durchgängig akzeptiert, dass Frauen und Männer Pärchen bilden konnten, aber wenn sich zwei Personen zueinander hingezogen fühlten, die diese Voraussetzung eben nicht erfüllten, gab es immer solche, die komisch guckten. Seraphim war das egal, aber Souta nicht - und deswegen hatte er erwartet, dass Souta vielleicht wirklich erklären würde, dass es ihm lieber wäre, wenn Kyra sie selbst bliebe. Deswegen war Soutas Antwort wie Balsam für seine Seele, auch wenn er ahnte, dass sie nicht ehrlich gewesen war. Diese Frage war aber auch gemein, umso mehr sollte er ihm anrechnen, dass er ihm zuliebe schummelte. Er war sich allerdings nicht ganz darüber im Klaren, was er nun mit 'komplizierter' meinte, immerhin wäre es dann doch alles einfacher, oder? Er müsste sich nicht dafür schämen, einen anhänglichen Begleiter zu haben... es würde ja wohl kaum etwas an der Art ihrer Beziehung ändern. Souta hatte doch gesagt, sie waren kein Paar!
Kyra blickte den Rothaarigen, der nun scheinbar doch Interesse an seinen Dokumenten gefunden hatte, einen kurzen Augenblick lang an und dachte darüber nach, ob es sich lohnte, nachzuhaken oder ob man die Dinge besser so ließ, wie sie waren. Schließlich entschloss sie sich für zweites und begann zu lesen. Jahrzehnte strichen vor ihren Augen vorbei, wuchsen zu Jahrhunderten an und trugen so wenige Informationen, dass sie bereits nach den ersten hundertzehn Jahren schläfrig wurde. Wenn sie wenigstens irgendeine Art von Motivation hätte, aus der heraus sie weitermachen könnte, aber die gab es nicht... es gab nur die Frustration, dass sie bisher einfach keinerlei Fortschritte gemacht hatten. Sie konnten sicherlich noch weitere drei Stunden hier herumsitzen, aber es fühlte sich für sie an, als würden sie ihre Zeit verschwenden, nichtsnutzig warten und die Chance vergeben, diesen Albtraum früher rückgängig zu machen. "Ich fürchte, dass das nichts bringt...", seufzte sie schließlich und stützte das Kinn auf die Hände, bevor sie zu Souta hinüber blickte. Dieser wirkte irgendwie nicht besonders aktiv, sondern war stattdessen in seinem Stuhl zusammen gesunken und machte den Eindruck, als sei jede Fliege interessanter als ihr jetziger Auftrag.
Was sagte man dazu? Die feinen, weißen Augenbrauen zogen sich zusammen und sie überlegte ernsthaft, ob eine Moralpredigt angebracht wäre, doch schließlich beruhigte sie sich wieder als ihr einfiel, dass sie auch keine große Lust mehr hatte. Um genau zu sein hatte sich bei ihr Frustration eingestellt, was eine nervige Regung war, die praktisch nur mit einer Sache bekämpft werden konnte - und an die kam sie gerade nicht ran. Aber vielleicht musste man ja auch gar nicht so weit gehen... mit einem nur einen Hauch biestigen Lächeln stand die junge Frau auf, ging um den Tisch herum und setzte sich ohne viel Federlesen rittlings auf den Schoß des Einäugigen, um ihre Arme auf dessen Schultern zu legen und ihm leicht schmollend ins Gesicht zu blicken. "Erzähl mir was lustiges, Souta-chan, mir ist langweilig..." Was das mit der eigentlichen Quest zu tun hatte, war fraglich, aber darum ging es im Grunde auch gar nicht. Am Ende war es doch der Wunschbrunnen gewesen oder so... wobei das eine sehr gemeine Interpretation seines Wunsches gewesen wäre.

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 23:01

Es war schwer, jemanden zu unterhalten, wenn man selbst gerade allen Spaß am Leben verloren hatte, eingesaugt von grausam langweiligen Zeilen uralter Geschichtsdokumente. Zwar hatte der Rothaarige nicht so lange wie Seraphim durchgehalten und letztendlich nichts Anderes mehr getan, als die junge Frau beim Lesen zu beobachten, allen voran natürlich gewisse Dinge, die dabei auf dem Tisch auflagen oder sich dagegendrückten, aber das war doch auch zu erwarten gewesen. Jeder Magier hatte einen Aufgabenbereich, in dem er ganz besonders gut war. Bei Souta war das eben alles, was sich an der frischen Luft aufhielt, spannend war und von ihm körperliche Höchstleistungen verlangte. Der schwache Trost, den er sich immer wieder durch den Kopf gehen ließ: Immerhin war das hier kein Museum. Lesen war an sich ganz okay und wenn er über vergangene Schlachten las, konnte er sich sogar begeistern, aber solange alles, was man ihm bot, Missernten und Bürgermeisterernennungen waren, wollte er einfach nicht so richtig mitmachen und sank immer mehr in seinem Stuhl zusammen, wie ein Schwamm, den man zu lange außerhalb des Wassers gehalten hatte. Auch er schrumpelte, kraftlos, zu einem Schatten seiner selbst und bewies dabei wieder einmal, wie sensibel er doch auf Umwelteinflüsse reagierte. Er war wie ein Vögelchen, das man gegen seinen Willen in einen Käfig gesperrt hatte, er würde jederzeit zu Grunde gehen, wenn man ihm nicht gewisse Freiheiten ließ. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum er die Schule nicht gepackt hatte ... Doch plötzlich: Ein Lichtblick. Seraphim resignierte, stellte fest, dass diese Arbeit sinnlos war, was an der Motivation noch etwas mehr herumsabotierte, denn sie hatten nicht nur drei Stunden geackert, sondern diese Zeit auch noch vollkommen verschwendet, wirklich toll, das Ganze. Souta hätte sich ja jetzt mit erhobenem Haupt und eine Rede über die Grausamkeit des Lebens schwingend aufgeregt, aber glücklicherweise wusste sein bester Freund dies zu verhindern, indem er ihn spontan als Sitzunterlage missbrauchte und damit seine Aufmerksamkeit besser erweckte, als es jede noch so spannende Buchseite schaffen hätte können. Der Kettenmagier machte ihr angemessen Platz und schlang ihr dann die Arme um den Körper, um sie an sich zu ziehen. Da er ganz erschöpft von dem ganzen Studieren war und auch ein bisschen Mitleid erheischen wollte, legte er ihr die Wange an die Brust und rieb leicht mit der Nasenspitze gegen ihren Hals. "Ich habe alles Lustige vergessen ... Es gibt nur noch Bücherstaub und langweilige Texte", murmelte er gequält gegen ihr Top, hob eine Hand und schob ihr zwei Finger unter den Träger des vor Kurzem erworbenen Unterwäschestückes, das er gerade sehr störend fand, aber auch schlecht entfernen konnte, weil das wahrscheinlich gegen ihren/seinen Willen gewesen wäre und er bei solchen Dingen ja durchaus auf die Einverständnis seiner Partner achtete. Aber das bedeutete nicht, dass er nicht alles ein wenig verschieben konnte ... "Etwas Lustiges ...? Soll ich dir eine Geschichte erzählen oder so?" Er schmunzelte und bemerkte, dass Seraphim wirklich sehr gut roch. Hatte er das schon immer getan, fiel ihm das gerade erst auf? Oder konnte man weiblichen Geruch einfach viel besser wahrnehmen, wenn man darauf achtete? "Ich weiß nicht ... Aber wir könnten doch etwas lustiges machen, oder? Ich weiß ganz viel ..." Ja, er klang gerade ein wenig wie ein Kleinkind und ja, er hatte keinerlei Lust, seinen Kopf jemals wieder von dort wegzubewegen, weil dieses Material im Endeffekt das war, aus dem für ihn die Wolken im Himmel bestehen sollten und er sich gerade mehr denn je zum weiblichen Seraphim hingezogen fühlte. Der hatte aber auch soviel zu bieten, dass er gar nicht wusste, was er denn zuerst vorschlagen sollte ... Selbst wenn wahrscheinlich jeder einzelne seiner Vorschlage abgelehnt wurde. Allerdings kannte man ihn ja, er lief gerne mit dem Kopf gegen eine Wand, besonders dann, wenn dieser so wundervoll gepolstert war ...!

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 23:01

Dass Souta da ganz viel wusste, glaubte Seraphim ihm auf der Stelle, immerhin war er selbst in der Richtung auch nicht gerade unkreativ Im Grunde genommen war das auch nicht sonderlich schwer und wurde generell einfacher, je mehr Erfahrung man auf diesem Gebiet gesammelt hatte, auch wenn Seraphim sich gerade in einer seltsam ungewohnten Situation befand. Im Allgemeinen saß er nämlich nicht auf anderer Leute Schoß, er war normalerweise derjenige, dessen Schoß ans Sitzgelegenheit missbraucht wurde und fühlte sich deswegen momentan ein wenig in der falschen Rolle. Der einzige Grund, aus dem er das hier tat, war immerhin, dass er wirklich in einem solchen Motivationsloch versumpft war, dass er etwas brauchte, was ihn dort herauszog, eine Art Kran sozusagen, denn er steckte ziemlich tief drin. Da war es eine gelungene Abwechslung vom Lesen alter Archive, jemanden auf etwas andere Weise anzubaggern, als er das so gewohnt war, immerhin waren Männer und Frauen da doch recht verschieden. Souta hätte beispielsweise eher weniger an seiner Unterwäsche herumgefummelt, wenn er noch in seinem eigenen Körper stecken würde, ebenso wie er sich niemals breitbeinig auf ihn gesetzt hätte und ihn nun mit leicht vorgeschobener Unterlippe musterte. Er wusste selbst noch nicht so recht, was er sich nun alles davon versprach, hier mit Souta so zu tun, als würde irgendwas aus ihnen werden, was weiter als Streicheleinheiten ging, also musste er noch abwägen, was er als nächstes tun sollte. Normalerweise ging ihm das von der Hand, selbst wenn er schlaftrunken war, aber das hier hatte er noch nie gemacht, daher war ein wenig Planung durchaus angebracht. Was, wenn er denn zum Beispiel mit zarten Fingern durch rotes Haar streichelte und darauf mit der unschuldigsten Stimme, die er hinbekam, ohne dass man den Schalk aus seiner Stimme hörte, zu fragen: "Was... schwebt dir denn da so vor?~" Das war überflüssig und rhetorisch, aber damit ließ sich Souta wahrscheinlich entweder aus der Reserve locken oder ihm würde noch ein bisschen wärmer werden...
Sicherlich war das gemein. Seraphims größtes Hobby bestand darin, mit den Gefühlen und dem Verlangen der Menschen zu jonglieren. Das bedeutete, dass er bei denen, die auf ihn flogen, von dieser Regung profitierte und ihnen dann dieses Privileg wieder entzog, um sie daran verzweifeln zu sehen. Denjenigen, die ihn wider besseren Wissens mochten und mit sich selbst im Unreinen darüber waren, zwischen dem Verlangen, dieses Abenteuer einzugehen und der Stimme der Vernunft schwankten, sah er gern bei diesem inneren Kampf zu und sorgte dafür, dass sie ihn am Ende verloren. Selten machte er auch Versprechungen, die er nachher nicht einhielt und auf genau so etwas lief es hier hinaus. Egal, was er gefragt hatte, egal wie unschuldig Kyra dreinblickte, es war dieselbe Person und in deren Kopf herrschte in dieser Hinsicht nichts als Dreck. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle kleinen schmutzigen Gedanken schon einmal durch dieses Gehirn gewandert waren, war überdimensional hoch und dennoch blickten die violetten Augen gerade ganz so, als könnte ihre Besitzerin nicht das kleinste Wässerchen trüben. Natürlich sollten sie herausfinden, wer für die Zeitschleife und sein neues Aussehen verantwortlich waren, aber dieses Spiel fesselte ihn gerade mehr. Wie weit konnte man Souta wohl triezen...? Um die Zeit und alles andere konnte man sich immer noch kümmern, wenn die allgemeine schlechte Stimmung verflogen war.

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 23:03

Trotz all der Scharade, den hirnrissigen Plänen und seinem Gottkomplex war Souta doch ein realistischer und bodenständiger Mensch, dessen größte Schwäche es wohl war, dass er Gefahren zwar einschätzen konnte, sie aber auch über alles liebte und sich generell keine Gelegenheit entgehen ließ, um seine Risikobereitschaft voll und ganz auszuleben. Woher das genau kam, das wusste man nicht, aber es hatte wohl damit zu tun, dass der Kettenmagier niemanden besaß, der direkt von seinem Wohlergehen abhängig war. Er musste für niemanden sorgen, außer sich selbst, und er ließ auch keine Verwandten zurück, die ohne ihn nicht überlebensfähig wären. Es mochte sich zwar in letzter Zeit eine schwache Regung mit piepsender Flüsterstimme in ihm melden, die ihn fragte, was er mit seinem Leben anfangen wollte, was er in Zukunft anstrebte und wie er sich in zehn Jahren sah, doch das bedeutete noch lange nicht, dass er sich auch damit beschäftigte. Souta war generell sehr stolz auf seine Unabhängigkeit, Bindungen engten letztendlich nur ein – oder jedenfalls hatte er das die meiste Zeit über gedacht, die er auf diesem Planeten verbringen durfte. Es kam wohl vor allem auf die Art der Bindung an, ob man sie aushielt oder nicht und eben auch auf die Person, mit der man diese einging. Sogar im Leben des Rotschopfes gab es Menschen, die ihn einfach nur nervten, und eben solche, deren Gesellschaft er aufsog wie ein Schwamm, die ein warmes Gefühl in ihm verbreiteten und ihn trotz starker Selbstzweifel auf ihre ganz eigene Art davon überzeugten, dass er akzeptiert und gemocht wurde, was, offen gesagt, aufgrund seines Charakters eine rare Angelegenheit war. Die junge Frau auf seinem Schoß besaß einen Geist, den er gerne an seiner Seite wusste, weil er sich ihm gegenüber nicht verstellen musste und sogar Schwäche zeigen konnte, ohne fürchten zu müssen, ausgelacht oder verstoßen zu werden, im Gegenteil. Manchmal hatte Souta das Gefühl, er verstoße den Anderen, würde ihn zu weit von sich schieben, obwohl ein Teil von ihm das nicht wollte, aber ein größerer, rationalerer Anteil seines Hirnes sehr genau wusste, dass Abstand die beste Alternative zu allem anderen war. Nun war aber der junge Mann mit den weißen Haaren weiblich und saß auf ihm, was in etwa einer Bombe gleichkam, auf deren Zünder man herumrutschte. Der soziale Anstand gebot es, sich relativ brav zu verhalten, da man in einer Bibliothek bestimmte Dinge einfach nicht tat, doch das war auch schon alles, was sich der Rothaarige als Ziel angesteckt hatte. Selbstverständlich triezte Seraphim ihn gerade bis in den hintersten Winkel seines Charakters, indem er sein neu gewonnenes Aussehen trickreich in Szene setzte und etwas andeutete, was er niemals für ihn tun würde, obwohl ihm das wirklich außerordentlich gut gefallen würde. Er war nicht so dumm, die Falle zuschnappen zu lassen und sich vollends in die mentale Bedeutungslosigkeit zu flüchten, die an den Rändern seines Sichtfeldes lauerte, aber sicherlich kurz davor. Seine Hand ruhte mittlerweile irgendwo an der Hüfte des Himmelsmagiers – so weeeeich – während sich der Rest seines Körpers auf geradezu magnetische Weise dem ihren entgegenneigte, den Abstand auf das äußerste Minimum reduzierte, was ihm erlaubte, am Hals Kyras zu knabbern und sich zu fragen, wie diese wohl reagieren würde, wenn er spontan Lust hätte, einen Zahnabdruck dort zu hinterlassen – oder vielleicht sogar einen Knutschfleck. Normalerweise tat er soetwas ja nicht, aber es wäre schon ganz lustig. Allerdings … Nein. Es war viel spaßiger, mit der Nase an der Seite ihres Gesichtes zu reiben und dann die Tätowierung auf dem Jochbein zu küssen, die wunderbar in Reichweite war. Was er vorschlagen würde … Na ja, nichts, was sie machen würde. Zumindest nicht in dieser Konstellation, was doof war, sich aber nicht ändern ließ, ohne, dass sie weiter Bücher wälzten und das war im Moment eines der letzten Dinge, die er tun wollte. „Hum“, machte Souta, runzelte leicht die Stirn, als würde er tatsächlich nachdenken müssen, „Wir könnten gucken, ob die hier ein abschließbares Studierzimmer haben … oder so.“ Er hob den Blick und sah wahrscheinlich ein wenig wie die perverse Variante eines Hundewelpens aus, weil er die Unterlippe vorschob und sein Auge riesengroß und bettelnd war. Ob man Seraphim damit knacken konnte? Irgendwie glaubte er es ja nicht, aber einen Versuch war es wohl wert. Das Spiel konnte man auch zu zweit spielen ...

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 23:05

Ja, dieses Spiel konnte man tatsächlich zu zweit spielen, das war Seraphim ebenso klar wie dem Rothaarigen, aber normalerweise neigte er nicht dazu, solche Wettkämpfe zu verlieren. Sein größtes Hobby fußte doch schließlich auf seiner Fähigkeit, die Reize anderer Menschen zwar wahrzunehmen und zu begehren, aber seinem Körper stets sein Gehirn vorzuschalten, welches zwar dasselbe wie dieser wollte, aber nicht dumm genug war, auf sein Gegenüber herein zu fallen. Souta wiederum war eine Art Glitch im System, der Auserwählte sozusagen, er war nicht nur schnell genug, um Kugeln auszuweichen, er konnte auch Seraphims Verstand auf eine ungeahnt wirkungsvolle Weise umgehen, weil er noch eine andere Ebene ansprach, als die meisten anderen Menschen vermochten. In Souta sah er nicht nur die durchtrainierte, schlanke Gestalt, den knackigen Hintern und das hübsche Gesicht, sondern auch die dahinter steckende Persönlichkeit, die Niedlichkeit und die Spontanität. Es war faszinierend, wie viel schöner jemand sein konnte, wenn man sich nicht nur auf sein Äußeres beschränkte, sondern auch seinen Charakter mit einbezog, weil es dann viel leichter fiel, über mögliche Unstimmigkeiten hinweg zu sehen. Nicht, dass es diese bei Souta geben würde, immerhin war dieser beinahe perfekt, aber wahrscheinlich würde genau das passieren. Seraphim weigerte sich, zu behaupten, er habe eine rosarote Brille auf, wenn es um den Augenklappenträger ging, aber auf jeden Fall gab es einen großen Unterschied zwischen ihm und dem Rest der Welt, was sich darin äußerte, dass Souta einfach einen Vorteil in dem Spiel hatte, das er schon mit so vielen Menschen gespielt hatte. Der Dragonslayer fand den Itasa nämlich schon süß, wenn er sich keine Mühe gab, aber momentan traf dies nicht ganz zu. Da seine Zuneigung zu Souta nicht im selben Maße erwidert wurde, kam es eher selten vor, dass er versuchte, seine niederen Triebe auf eine solche Art anzusprechen, wie er es gerade tat. Die Folge davon war, dass er ihn damit gerade absolut auf falschem Fuß ertappte. Die violetten Augen schlossen sich, als die Lippen des Kettenmagiers über ihre Wange strichen, während eine Hand, die ihm immer schmal vorgekommen war, an ihrer ungewohnt kurvigen Seite ruhte und sich auf einmal deutlich mehr in ihre Wahrnehmung schlich, als sie erwartet hätte. Sonst war es ihm doch auch egal, wo sein bester Freund seine Hände hatte, wenn sie solche Dinge taten - denn das passierte nicht gerade selten. Sie hatten in dieser Richtung ähnliche Interessen und da eine Hand die andere wusch, konnte man sich ab und an ja mal unter die Arme greifen, oder? Oder auch unter andere Körperteile - na jedenfalls war er erstaunt, wie sehr sich der Rothaarige anstrengen konnte, ihm zu gefallen, wenn er es wollte. Meistens fand er ihn schon ohne diese Mühe wunderschön, aber offenbar hatte Souta langsam raus, womit man ihn begeistern konnte. Natürlich stand Seraphim nicht auf den großen, starken Beschützertyp, den der Kettenmagier bestimmt auch ganz toll raushängen lassen konnte, sondern eher auf den zarten, verletzlichen Welpen, den er gerade raushängen ließ. Das war nicht zu verwechseln mit Weicheiern, denn die gingen ihm oft schon schnell genug auf die Nerven, dass sie nicht einmal den einen Abend zusammen überstanden. Der Kettenmagier aber gefiel ihm eben aufgrund der Kombination aus Empfindlichkeit und Durchhaltevermögen besonders gut, wenn es um den körperlichen Aspekt ging... und dieser Blick war wirklich herzzerreißend. Die volle Unterlippe der Weißhaarigen sog sich beinahe unbemerkt zwischen ihre Zähne, als sie in das grüne Auge blickte, weil es sie mehr berührte, als sie zugeben wollte. Souta gab sich selten Mühe, den Dragonslayer seinerseits herumzubekommen, weil er es nicht besonders schwer mit ihm hatte - er war in der Hinsicht wie die Pfadfinder. Er sagte etwas von abschließbaren Zimmern, natürlich... damit hatte er schließlich gerechnet. Selbstverständlich war klar gewesen, was Souta vorschlagen würde, ebenso wie vorbestimmt gewesen war, dass die Antwort in einer Ablehnung bestehen würde. Er würde nicht zustimmen, nur weil er beinahe überirdisch süß guckte, nein... da spielte sein Stolz nicht mit! Er war ein Mann... also echt! Andererseits war er aber auch neugierig und gerade in dieser Hinsicht experimentierfreudig. Wahrscheinlich war sein Spieltrieb auch Schuld daran, aber Seraphim probierte gerne alles aus, um dann entweder festzustellen, dass es ihm gefiel oder es von diesem Moment an kategorisch abzulehnen... Aber das hier wäre etwas seltsam. Vielleicht sollte er diese Bedenken einfach formulieren?
Kyras schlanke Gestalt beugte sich ein wenig vor, sodass sich die Lippen der beiden Magier leicht berührten, aber nur so schwach, dass sie noch immer ohne Probleme reden konnte. Sie war sich nicht sicher, ob sie das tat, damit Souta es ihr ausredete oder sie darin bestätigte, aber das war gerade auch einerlei, weil sich eine unbekannte, störende Wärme in ihr breit gemacht hatte, die zwischen Fieber, Schock und Juckreiz zu bestehen schien und sie so nicht kannte. Allerdings war sie ja nicht schlecht im Rechnen und konnte sich daher denken, was es damit wohl auf sich haben würde... "Souta... ich... ich bin ein Kerl, weißt du noch? Das wäre... sehr, sehr seltsam für mich... und..." Ach verdammt. "Na ja..." Das auszusprechen war irgendwie nicht möglich, selbst für ihn nicht, weil der Gedanke so absurd war, dass er ihn niemand zu denken gewagt hätte. Aber diese Quest machte offenbar wirklich seltsame Dinge wahr...

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 23:06

Das schon vielfach als Smaragd gepriesene grüne Auge des Kettenmagiers, dessen Gesicht sich momentan weniger als zehn Zentimeter von dem der hübschen jungen Frau befand, die seltsamerweise sein bester Kumpel war, bewegte sich langsam von einem violettem Seelenspiegel zum anderen, blickte prüfend hinein, um herauszufinden, ob das hier eine Falle war oder es tatsächlich möglich sein könnte, dass der Himmelsmagier ihn nicht sofort abgeschossen hatte. Seine Haare hingen ihm ins Gesicht und verdeckten ein bisschen etwas von seinem fasziniertem und ungläubigem Gesichtsausdruck, allen voran die gehobenen Augenbrauen, aber bei Weitem nicht genug, wahrscheinlich war er jetzt kein getretener Hundewelpe mehr, sondern eher irgendein anderes kleines, süßes Tierchen, das ein Loch hinuntergefallen war und sich nun verwirrt vom Rücken auf alle Viere drehen wollte, ohne das allzu gut hinzubekommen. Das bloße Fehlen ihres Abstands raubte ihm dem Atem, das Fehlen eines klaren Neins alle anderen Bewegungen, die sein Körper normalerweise so geschickt auszuführen wusste. Gerade wusste er nichts anderes zu tun, als Kyra zu halten, obwohl sie niemals abrutschen würde, und die Milisekunden zu verfluchen, die seine Wimpernschläge von diesem Anblick raubten, weil er einfach nicht fassen konnte, wie schön eine andere Person sein konnte. Natürlich, er war generell dafür bekannt, hübschen Frauen hinterherzusabbern wie ein Hund hinter einem Knochen, was ein Charakterzug war, den man für gewöhnlich auch gegen ihn ausspielen konnte, aber seit er sich in einem Anflug von Dummheit – früher hatte er es anders genannt, aber niemand konnte diesen Moment durchleben und es für einen klugen Schachzug halten, sich von Frauen zu entfernen, oder? - auf Monogamie verlegt hatte, war da eine Art Halsband erschienen, mitsamt Kette, die an Seraphims Fußgelenk befestigt war und ihn davon abhielt, Spaß zu haben. Warum genau er das getan hatte, dafür gab es sicherlich viele logische Gründe, aber die fielen ihm gerade alle nicht ein, also keine Zeit damit vergeuden, sie zu nennen. Dieser Augenblick war sehr kostbar, mehr noch als Gold oder irgendwelcher anderer Plunder, denn er war einzigartig. Souta musste genau aufpassen, was er tat und sagte, denn er war so kurz davor etwas zu bekommen, was der Erfüllung all seiner Träume gleichkam, denn es war wohl ein nachvollziehbarer Schritt gewesen, dass er sich das hier schon viele Male vorgestellt hatte, wo es doch seiner Orientierung viel eher entsprach als alles andere, was sie so trieben. Der Rotschopf hörte ihr also zu, aufmerksam und gespannt wie eine Bogensehne, und bemerkte ganz nebenbei, dass auch ihre Stimme sehr sexy klang. Seltsam. Normalerweise reagierte Souta ja, sollte er sich einmal im Ziel vergreifen und eine Frau angeln, die irgendwann damit herausrückte, dass sie eigentlich gewisse männliche Organe mit sich herumschleppte, vornehmlich mit einer höflichen Verabschiedung und einer Stabwolke, die sein Verschwinden untermalte, doch wenn Seraphim im Kern dasselbe sagte, machten seine Innereien komische Spastungen … Er war hier wohl nicht der Einzige, der eine Sonderrolle inne hatte, aber das wüsste wahrscheinlich sowieso jeder, der an diesem Tisch vorbeigehen würde und auch nur einen Seitenblick auf die beiden jungen Menschen warf, die sich in die Augen starrten wie … irgendetwas, das nicht verliebt war, sich aber so benahm. Der Kettenmagier hatte bei einer solchen Vorstellung sonst immer recht schnell die Hosen voll, aber jetzt musste er lächeln, was man auch als Antwort auf die zögerliche Aussage Kyras verstehen mochte. Ein Streifen seiner Zähne wurde sichtbar, dann lehnte er seine Stirn an die ihre und hoffte, einen halbwegs entschlossenen Blick zu vermitteln, der sich nicht hauptsächlich darauf stützte, dass er gerade große Lust hatte, diese Weißhaarige auf ihm über die Schulter zu werfen und irgendwohin zu entführen, wo sie niemand sehen oder hören konnte – alternativ ließ sich das auch gleich hier machen, mit wachsender Zeit schrumpfte seine Scham auf beeindruckende Weise, was vielleicht nich ideal für ihre Quest war, aber wer dachte schon an diese … „Seraphim“, hauchte er letztendlich, wahrscheinlich ziemlich undeutlich, gegen ihre Wange, und lehnte dann ganz leger sein Kinn auf ihre Schulter, was in dieser Konstellation ja recht schön möglich war. „Ich werde dich zu nichts zwingen, was du nicht willst, aber wenn auch nur die geringe Chance besteht, dann … würdest du mich damit sehr glücklich machen.“ Er grinste, glättete mit einiger Anstrengung seinen Gesichtsausdruck und schaute ihr ein wenig verlegen wieder in die Augen, ernsthafter, oder zumindest hoffte er das. Eine seiner Hände ergriff eine weiße Haarsträhne und strich sie in Zeitlupentempo hinter ihr Ohr. „... Und ich dich. Wenn du mich lässt.“ Er konnte auch auf den Knien vor ihr herrutschen, das lag ganz bei ihr, aber es sollte doch wenigstens klar sein, dass er hier nicht in unbekannten Gewässern schwamm und Letzteres damit nicht unbedingt unwahrscheinlich war, oder?

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 23:07

Souta war ja schon ein eigennütziges Wesen, wenn man mal so darüber nachdachte... und er kannte ihn inzwischen offenbar so gut, dass er wusste, was für Knöpfe man drücke musste, um ihn nach seiner Pfeife tanzen zu lassen. Korrektur: Welche Knöpfe Souta drücken musste, damit Seraphim tat, was er verlangte. Eigentlich gab es nämlich nichts, was den Dragonslayer zu etwas bewegte, dessen er sich nicht so sicher war - aber normalerweise wollte er auch niemanden glücklich machen. Seraphim fügte anderen Menschen viel lieber Schaden und Schmerzen zu, als dass er ihnen Gutes tat. Er weidete sich an ihrem Leid und freute erfreute sich daran, wie sie durch ihr Leben krochen, gedemütigt und gebrochen. Das machte ihm Spaß, befriedigte ihn ein Stück weit und war deswegen eine negative Motivation, wenn man von moralischen Standpunkten aus argumentierte. Der Rothaarige war in dieser Hinsicht allerdings eine krasse Ausnahme. Obwohl Seraphim sich nämlich sonst am Leid der Menschen ergötzte, freute es ihn, wenn es dem Kettenmagier gut ging. Wenn er zufrieden und satt war, sich an ihn schmiegte, er seine Körperwärme fühlen durfte und er ihn anlächelte, fühlte der Dragonslayer sich aufgrund einer plötzlich in ihm aufsteigenden Hitze, die in seinem Magen zu prickeln begann, einfach gut. Er hatte das Gefühl, Soutas Emotionen seien untrennbar mit den seinen verflochten, weswegen ihn glücklich zu machen sehr oft bereits implizierte, dass er sich selbst gut fühlen würde. So selbstverständlich schien dies, wie die Tatsache, dass die Sonne am nächsten Tag erneut aufgehen würde und dass er den Kettenmagier liebte - und sollte jemand vorbei kommen, so würde zumindest Kyra ihrer rothaarigen Sitzunterlage ziemlich verliebt, wenn auch seltsam schüchtern, ins Auge blicken. Eigentlich war Soutas Satz daher Erpressung. Es war gar keine Frage, dass er ihn glücklich machen wollte, aber der Kettenmagier setzte das in unbedingte Verbindung mit etwas anderem, das Seraphim etwas Magenschmerzen bereitete... es sei denn dieses Drücken kam von anderer Stelle, was durchaus sein konnte, immerhin kam sein gesamter Körper ihm gerade wie ein Puzzle vor, das man durcheinander geworfen und neu zusammen gesetzt hatte. Er sandte Signale aus, die er nicht verstand, reagierte vollkommen ungewohnt und machte sich - trotz der Hoffnung, Frauen würde so etwas nicht passieren - gerade etwas selbstständig. Er wusste nicht, ob er sich selbst wegen der Idee mit dem Rock verfluchen oder ihn für den wenigstens ein wenig dickeren Stoff seiner Hose preisen sollte, jedenfalls war es eine Lüge, wenn man behauptete, nur Männer könnten Probleme in dieser Hinsicht bekommen. Tatsächlich schien ihr Körper Kyra nämlich vermitteln zu wollen, dass das Aufsuchen eines abschließbaren Studierzimmers gar keine schlechte Idee war und dass sie grausam wäre, wenn sie die Bitten des netten jungen Mannes nicht erhören würde - nicht nur ihm, sondern auch sich selbst gegenüber. Auf ihren Körper hörte sie doch eigentlich ganz gerne, doch das Gehirn war entscheidend, ihr Verstand würde das letzte Wort haben, denn so war es immer. In diesem Fall begann dieser jedoch auch schon, zu versuchen, das ganze schön zu reden. Was, fragte sie sich in diesem Moment, würde passieren, wenn sie in diesem Zustand an eine Weiterführung ihrer Quest denken würden? Konzentrationsmangel war nicht gerade förderlich für eine produktive Zusammenarbeit, was bedeuten würde, dass sie nur umso länger in diesem seltsam fremden Körper verweilen müsste. Außerdem gab es da Dinge, die für Seraphim wichtiger als Nahrung waren, nicht nur, weil er immerhin Wind essen konnte, sondern auch, weil er sie einfach brauchte - für seine Entspannung, seinen Seelenfrieden, nannte man es, wie man wollte. Diese waren durch seine neue Form vernachlässigt worden und pochten deswegen in seinem Hinterkopf, womit sie die Worte des Kettenmagiers nur noch unterstützten.
Ausschlaggebend war schlussendlich allerdings die Mentalität des Dragonslayers, dass man nicht zu sehr über manche Dinge nachdenken, sondern sie einfach tun sollte. Es handelte sich hierbei immerhin um eine ähnliche Situation wie diejenige damals, in der Kleincyrus entdeckte, dass die hübsche Blondine männlich war und dennoch seinen Plan nur um wenige Zentimeter geändert hatte. Manchmal musste man die Dinge ebenso nehmen, wie sie kamen, da nutzte es nichts, darüber nachzudenken oder sie tot zu grübeln. Die Weißhaarige überbückte also die wenigen freien Zentimeter zwischen ihnen und verwickelte den Einäugigen in einen zunächst zögerlichen Kuss, wobei sie hoffte, dass dieser das verräterische Rot auf ihren Wangen nicht bemerkt hatte. Er würde es ihm schon nicht nachtragen, oder? Immerhin gab es Dutzende Möglichkeiten, solche Kommentare zu kontern, wenn man bedachte, wer hier normalerweise welche Rolle spielte. Außerdem... wer konnte sich später auch nur annäherungsweise mit einem ähnlichen Verständnis für die Bedürfnisse von Frauen brüsten, als derjenige, der wusste, wie sich diese anfühlten?

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 23:08

Souta war ein Egoist, das hatte Seraphim ganz richtig beobachtet. Er hatte es sozusagen in seine Grundprogrammierung eingespeichert, andere Menschen zu seinen Gunsten auszunutzen, weshalb er es geradezu unterbewusst auch immer wieder tat. Egal ob er nun eine hübsche Ladenbesitzerin so lange anlächelte, bis er etwas umsonst bekam, oder einfach nur den Charakter eines anderen studierte, bis er die Schwachpunkte kannte, die er für sich selbst nutzen konnte – er tat es immer. Bei Seraphim war das normalerweise ein wenig komplizierter, weil der Typ so verdammt stolz war, dass man schon kreativ werden musste, um ihn durch die Gegend schicken zu können, aber es gab einen essentiellen Unterschied zwischen ihnen, den man im Zweifelsfall aus dem Ärmel schütteln konnte: Seraphim fand Souta attraktiv. Wenn gar nichts mehr ging, so konnte man einfach die Hose runterlassen und auf einen Urtrieb bauen, der bei dem Himmelsmagier auf überdurchschnittliche Weise ausgeprägt war. Wenn es um soetwas ging, war der Weißhaarige nicht sonderlich schwer zu überreden, meist war es sogar eher so, dass er das anders herum anstellen musste, weil Souta grundsätzlich ein fauler Mensch war und man ihn nur schwer zu anstrengenden Aktivitäten locken konnte, wenn er auf einem Sofa faulenzte oder sich einfach nur auf jemanden legen wollte, um zu dösen. Das kam öfter vor, doch er bekam eben meist recht schnell die Quittung, da sein bester Freund, wenn sie alleine waren, irgendwie immer seine Kleidung durcheinanderbringen musste … Jedenfalls gab es noch einen anderen Gleis, den man fahren konnte, wenn man auf weniger brisante Dinge aus war. Soutas Gefühle! Als Mann hatte er natürlich nicht die größte Lust, jedem davon zu erzählen, was ihn traurig machte und wofür er töten würde, aber er hatte bemerkt, dass der liebe Dragonslayer immer etwas hellhöriger wurde, wenn der Rotschopf auf sein persönliches Glück zu sprechen kam, und tatsächlich war es wohl so, dass er irgendwie immer versuchte, es ihm recht zu machen, was wirklich rührend war. Auch Souta wollte ja, dass Seraphim möglichst glücklich war, gesund war und ein schönes Leben führte, was er ihm von ganzem Herzen gönnte, selbst mit all diesen Hindernissen, die sie trennten und den merkwürdigen Gefühlen, die momentan um sie rotierten, konnte der Kettenmagier nicht umhin, sich zu fragen, ob er den Anderen hier gerade zu etwas zwang, was er nicht wirklich wollte. Wenn sich später herausstellte, dass er das hier nur getan hatte, um Souta glücklich zu machen, würde er sicherlich ein schlechtes Gewissen haben, doch das konnte man ja alles wiedergutmachen, wenn sein Freund seinen alten Körper zurückbekommen hatte. Die allgemeine Situation war gar nicht so neu für Souta, aber wahrscheinlich hatte auch niemand erwartet, dass er das hier noch nicht gemacht hatte. Er war tatsächlich sogar ein wenig sicherer hier, auch wenn es schon eine Weile her war, aber manche Dinge waren wohl wie Fahrrad fahren, die verlernte man niemals. Der Kuss riss nicht einmal ab, als der Kettenmagier aufstand und seine Beine mit seinen Händen ersetzte, die junge Frau auf ihm mit erschreckend wenig Anstrengung hochhob und dann kurz Atem holte, um sich umzuschauen. Ohne irgendetwas in seiner Umgebung zu beachten, durchquerte er ein wenig torkelnd den Raum und landete schließlich einmal mit den Schulterblättern recht rabiat gegen ein Bücherregal, was ein paar leichtere Wälzer ausspuckte, über die er hinwegstieg. Unter normalen Umständen hätte er jetzt aufgejault, aber das hier war nicht normal, weil sein Sichtfeld eingeschränkt war und sich sowohl Nase als auch Mund wichtigeren Beschäftigungen hingaben. Das in solchen Situationen stark ausgeprägte Gefühl vollkommener Gleichgültigkeit trieb ihn ein wenig brutaler als gewohnt durch eine der angrenzenden Türen in einen kleinen Raum, an dessen Ende ein Tisch mit ein paar Stühlen auf sie wartete, an dem sie ihre Questforschung weiterführen konnten, wie es geplant gewesen war. Natürlich sah es Souta als seine Pflicht an, den Weg bis dorthin zu markieren, und wie konnte man das schon besser als mit einer unauffälligen, aber höchst dekorativen Spur von Kleidungsstücken?

Eigentlich war Souta ja nicht nur ein Egoist, sondern auch recht genügsam. Klar, wenn es um Nahrungsmittel ging, bekam er seinen Kragen einfach nicht voll, aber ansonsten brauchte er nicht sonderlich viel und war auch schnell zufrieden, wenn man ihm das gab, was er sich wünschte. Im Moment war er sehr glücklich, und es war auch in seinem Sinn, sich nicht allzu schnell aus dem Griff einer hübschen Weißhaarigen zu pellen, bloß war das eben normalerweise seine Art. Man mochte ihn verkuschelt nennen, aber er hatte eben auch Wespen im Hintern, so dass sich nach der ersten Stunde des paradiesischem Komas auch eben jene wieder gemeldet hatten und er eine Erkundungstour durch die Bibliothek angetreten hatte, die zwar wenig neue Erkenntnisse, aber immerhin ein paar interessante Bücher zu Tage gefördert hatte, mit denen er – noch immer grinsend, wie man das von ihm ja kannte – zurück in das Studierzimmer zurückkehrte, das im Übrigen eine sehr beeindruckende Akustik aufwies. Es waren ein paar Abhandlungen über magische Wesenheiten und Artefakte dabei, aber beispielsweise auch ein buntes Märchenbuch, das er auf dem Weg gefunden hatte. Wenn die Archive nichts zu Tage förderten, musste man eben über den Tellerrand hinausblicken, und was eignete sich dafür bitte besser, als eine Fabel nach der anderen, in denen Wünsche erfüllt wurden? Souta war ja stolz auf sich und zeigte seine Sammlung daher auch mit dem entsprechendem Enthusiasmus, ehe er sich das Märchenbuch gleich einmal selbst schnappte, weil das die leichteste Lektüre war, er die anderen Bücher auf den Tisch abstellte und sich dann selbst im Schneidersitz auf die Tischplatte bequemte, weil er so viel besser herumhoppsen konnte wie ein etwas aufgedrehter Flummi. „Also, bedanke dich bei dem Kind in mir, dass ich so geniale Ideen habe, Seraphim!“, meinte er und zeigte ihm das Cover des Buches, das er in den Händen hielt. „Ich erinnere mich an dieses Buch … Daraus hab ich meiner Schwester manchmal vorgelesen. Drachen entführen aber eigentlich keine Prinzessinnen, oder?“

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 23:10

Das war definitiv gewöhnungsbedürftig, nicht unbedingt schlecht, aber seltsam. Auf gewisse Weise hatte es ihm nämlich gefallen - die Wärme, die Nähe und vor allem der Ausdruck auf dem Gesicht des Kettenmagiers. Es war zwar traurig, dass er diesen in dieser Art noch nie zuvor gesehen hatte, aber das hatte er nun ja nachgeholt, auch wenn er bedauerte, dass er diese Zeit nicht konservieren konnte, um sie immer dann heraus zu kramen, wenn es ihm schlecht ging. Er würde wohl nie wieder die Chance erhalten, Souta erneut so zu sehen, auch wenn er sich große Mühe geben würde, selbst wenn er bezweifelte, dass er damit auf einen grünen Zweig stoßen würde. Er musste das einfach probieren, sonst würde er sich nur am Ende vorhalten, dass er es nicht getan hatte, obwohl es zu ihrer aller Besten gewesen wäre. Er hatte es doch schon bei Anderen geschafft, was also sollte Souta so resistent machen, dass er an ihm scheiterte? Vielleicht hatte er sich einfach nicht genug angestrengt, sodass er seine Bemühungen einfach vervielfachen würde, um sein gewünschtes Resultat zu erhalten. Allerdings war nicht alles so rosig gewesen, wie es gerade den Anschein machte... Zuerst war da nämlich seine geradezu peinliche Nervosität, die sich inzwischen wenigstens verflüchtigt hatte. Allein die Vorstellung hatte ihn aufgerieben, wie sie das immer tat und das, obwohl er doch gewusst hatte, dass es anders sein würde. In diesem Fall hatte das nichts von Unnatürlichkeit und mangelnder Fürsorge, es wäre ja auch gelogen, zu behaupten, er kenne sich damit nicht zur Genüge selbst aus. Die Wahrheit war wohl eher, dass er es vielleicht ein bisschen zu gut kannte und er sich gerade deswegen nicht vorstellen konnte, so etwas zu tun... er kannte sich schließlich mit dem Rothaarigen auch recht gut aus, wozu ja auch seine Körper- und Kleidergröße gehörten - und er wusste zur Genüge, dass Materialien sich erst mit der Zeit dehnten und bis dahin enger als gewöhnlich waren. So kaufte man ja auch T-Shirts manchmal etwas zu eng, wenn man sich sicher war, dass sie noch ausleiern würden. Solange das aber nicht passierte, sah man wie die Wurst in der Pelle aus, was eine starke Materialbeanspruchung besagten Kleidungsstücks bedeutete. Da war es manchmal kurz vorm in die Brüche gehen... das hatte sich am Anfang sogar wirklich ähnlich dargestellt, aber war am Ende nicht mehr so das Problem gewesen. Viel mehr geärgert hatte ihn, dass er nicht so hatte agieren können, wie er gewollt hatte. Manchmal überkam einen eben beim Anblick von etwas ein starkes Bedürfnis, in einer bestimmten Weise darauf zu reagieren und man war enttäuscht, wenn man es nicht entsprechend konnte. Das hatte Seraphim erfahren und es hatte ihm saurer aufgestoßen, als er gehofft hatte. Wenn man sich schon solch einem einzigartigen Anblick gegenüber sah, traf einen seine eigene Unfähigkeit noch viel stärker, was er eindeutig unterschätzt hatte. Alles in allem aber...
Kyra hatte irgendetwas Undeutliches gemurmelt, als Souta den Insekten in seinem Hintern nachgegeben und damit die praktische Wärmequelle von ihr entfernt hatte und im Stillen die Wespen darum beneidet. Deswegen kuschelte sie sich auch sofort wieder an ihn, als er mit einem kleinen Stapel Bücher zurückkam und beäugte sie zuerst neugierig, danach mit suspektem Blick. Warum genau schleppte er nun Märchenbücher an? Sie war doch kein Kind mehr, hatten sie dieses Thema nicht schon durch und bewiesen? Allerdings ging ihr ein Lichtlein auf, als er eine direkte Verbindung zu ihrer Quest herstellte und damit eben diese in den weißhaarigen Kopf zurückholte. Ja, stimmt, darum sollten sie sich kümmern. Pronto, bitte. Allerdings hatte der Kettenmagier den Fehler gemacht und im Scherz etwas über Drachen gesagt, das nun seine Falsifikation erforderte, also würden sie damit wohl doch noch nicht abschließen können. "Du kannst nicht einfach "die Drachen" generalisieren, Souta-chan~", murmelte sie mit leicht schleppender Stimme und streckte sich, wobei sie den Kopf an seiner Schulter rieb, "Drachen und Menschen sind sich gar nicht mal so unähnlich, mit dem Unterschied, dass sie einfach besser sind. Wie jedem Menschen auch, steht es jedem Drachen frei, das zu tun, was er begehrt und wenn das das Entführen junger Mädchen adliger Herkunft ist, so soll es das sein. Aber nein...", sie lächelte und blickte zu ihm hoch, "Das ist keine häufige Freizeitbeschäftigung dieser Wesen." Nun, wo das geklärt war, sollten sie sich vielleicht wirklich daran machen, das Rätsel der Wünsche zu lösen... "Also." Sie legte die Fingerspitzen beider Hände zusammen und setzte einen überlegenden Blick auf. Souta hatte seiner Schwester daraus vorgelesen, also musste er sich damit auskennen. "Was erfüllt die Wünsche von Menschen in Märchen?" Ja, Seraphim kannte keine Märchen, immerhin war das nun wirklich keine altersangemessene Lektüre.

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   So 26 Okt 2014 - 23:12

Was, Seraphim kannte keine Märchen? Eigentlich war das ja logisch, wo er doch in der Wildnis aufgewachsen war, aber einerseits mochte man diesen Umstand gerne einmal vergessen, wenn man sich vor Augen führte, wie zivilisiert er doch normalerweise war, und zum anderen war das einfach vollkommen abwegig. Jeder kleine Junge hörte sich die ruhmreichen Erzählungen von Helden an, die mussten nicht einmal immer Drachen töten, es reichte ja schon, wenn sie den Armen halfen oder anderweitig ein großes Herz zeigten. Souta war schon als kleiner Rotschopf immer an den Lippen seiner Mutter gehangen, wenn sie ihn in seltenen Momenten der Freizeit von diesen Heldenfiguren erzählt hatte, da war es nur natürlich, dass er auch seine Schwester damit unterhielt. Er kannte den Großteil der üblichen Volkssagen auswendig und mit passender Stimmlage der einzelnen Agierenden rezitieren, hätte er erfahren, dass sich der Andere damit kein bisschen auskannte, es hätte sein armes Herz zerbrochen und eine intensive Märchenstunde eingeleitet, die dem jungen Mann im Frauenkörper allerdings glücklicherweise erspart blieb, weil er solche Dinge nicht pauschal erwartete. So erntete Kyra nur einen leicht verwirrten Blick, weil wohl die großen Wunscherfüller jedem bekannt sein mussten, doch wenn sie hier eine ernsthafte Questbesprechung durchführen wollten, würde er sich jetzt nicht querstellen. Mit einem Seitenblick auf das Buch, das er sich einfach einmal in den Schoß gelegt hatte, schlang er der Weißhaarigen die Arme um den Körper und zog sie noch ein wenig näher zu sich heran. „Na ja, es gibt da verschiedene Wesen“, meinte er, als wäre das doch das Logischte überhaupt, und rieb mit den Fingerspitzen über den flachen Bauch der hübschen Dame, die gerade so schön in Griffweite war. Von all den Orten, die er eigentlich direkt schon wieder berühren wollte, war das hier vermutlich noch der Harmloseste, tragisch … „Es gibt gute Feen, die Wünsche erfüllen, Hexen … oder auch Artefakte wie eine Wunderlampe oder so. Such dir eins aus.“ Die Informationen, die Drachen betraf, war im Moment ins Hinterstübchen verbannt worden, aber nicht vergessen. Dass diese schuppigen Riesen tatsächlich wie Menschen dachten und agieren konnten – wieso auch immer sie besser sein sollten – war erstaunlich. Er hatte bisher immer gedacht, diese Monströsitäten wären wilde Tiere, selbst wenn das natürlich unwahrscheinlich war, wo sie doch Kinder erziehen konnten. Dennoch … Es war wahrscheinlich kein Zuckerschlecken, der Sohn von einem Drachen zu sein, auch wenn man momentan wohl eher als Tochter durchging. Kein Wunder, dass Seraphim so rebellisch war, der hatte bestimmt nie irgendeine Chance gehabt, seiner Mutter zu widersprechen, wie merkwürdig es auch anmutete, ein haushohes Reptil mit einem solchen Titel zu bekleiden … Dafür musste er ihn gleich noch ein wenig fester drücken. Diese Drachendame hatte bestimmt nie mit ihm geschmust oder ihm gezeigt, wie man Fahrrad fuhr … Das war traurig. Wieso wurde er eigentlich so schnell melancholisch, wenn er darüber nachdachte? Gerade war er noch so glücklich und zufrieden gewesen … „Sind Drachen auch besser als ich?“, fragte er pauschal, weil ein Infragestellen seines Gottkomplexes natürlich eine derartige Reaktion zündete, immerhin konnte man nicht einfach so behaupten, es gäbe keinen Menschen, der ihnen das Wasser reichen konnte. Allgemein war es sinnlos, Menschen zu verachten, solange man selbst einer davon war, aber man wollte ja nicht schon wieder streiten … Also schaute er die Weißhaarige nur mit ein wenig erwartungsvollem Blick an und lächelte leicht, um das auch bloß als Scherz zu tarnen. Als würde es ihn interessieren, auf welcher Zuneigungsebene er hier stand … Da hatte er doch wirklich bessere Dinge zu tun!

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BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mo 27 Okt 2014 - 4:35

"Natürlich sind sie besser als du...", murmelte Kyra und streichelte über Soutas Handrücken. Selbst für sie, die sie nun wirklich viel Zuneigung für den Einäugigen aufbringen konnte, war das gar keine Frage, weil sie einfach so fest der Meinung war, dass Drachen beinahe gottähnliche Kreaturen waren, dass kein Mensch der Welt an sie heranreichen konnte, selbst wenn dieser Mensch Souta war. Er stellte ich gerne über alle Menschen, aber schon über sich hatte er damit ein Problem, geschweige denn, wenn man ihn mit Personen wie Grandine verglich. Es gab nichts gleichzeitig so anmutiges und furchterregendes, starkes und ehrfurchterregendes wie einen Drachen - zumindest wenn man hier von einem der Urdrachen redete, die die Dragonslayer unterwiesen. Was waren Menschen schon gegen Jahrhunderte der Weisheit und die über diese Zeit gesammelte, geballte Kraft, die hinter den Schuppen dieser Wesen steckte? Menschen waren schwach, sie waren dumm und zu so wenig im Stande, dass sie ihm durchaus Leid taten, aber das war nichts, was sie besser, sondern eher schlechter machte. Souta war zwar schnell wie der Blitz und wahnsinnig süß, aber er war eben auch nur ein schwacher Sterblicher. Das hatte ja nichts mit Zuneigung zu tun, denn natürlich mochte er ihn mehr als einen daher gelaufenen Drachen, Grandine natürlich ausgenommen, aber das war ja auch nicht seine Aussage gewesen. Selbst jemand mit einem solch ausgeprägten Gottkomplex wie der Rothaarige musste doch bemerken, dass er gegen Drachen nur ein Würmchen war... "Ich hab dich lieber als die meisten von ihnen, aber das ist eine vollkommen andere Sache." Kompliziert würde es erst dann werden, wenn er sich entscheiden müsste, ob er das Leben eines Drachen oder das des Einäugigen retten würde. Das de Drachen war objektiv nämlich mehr Wert, während er subjektiv wusste, dass er sich miserabel fühlen würde, wenn Souta etwas zustieß. Wahrscheinlich würde er daher ihn erretten und sich danach Vorwürfe machen, dass er das gottähnliche Wesen hatte sterben lassen. Es gab nun einmal Dinge, die man nicht tat und diese gehörten ohne Zweifel dazu. Wenn man jemanden verehrte, musste man ihm in gewisser Weise auch dienen, weswegen Seraphim seine Gilde ja nicht nur ausgewählt hatte, sondern sie auch hoch schätzte, da sie diese Lebensweise anstrebten.
Zurück zur Quest: Seraphim kannte sich natürlich nicht mit Märchen aus, also verstand er nicht alles, was Souta da redete. Natürlich hatte er schon einmal von Feen und Hexen gehört, aber das hatte wenig mit Märchen zu tun, sondern eher damit, was die Menschen so redeten. Als Hexe bezeichneten sie nämlich gerne weibliche Magierinnen, denen sie nicht ganz so wohl gesinnt waren, woraus sich schließen ließ, dass Hexen tatsächlich auch solche waren, selbst wenn das klassische Bild wohl etwas anders aussah. Das hatte ihm eine seiner vielen Bekanntschaften einmal erklärt, als er ihr eröffnet hatte, dass er Magie beherrschte - es hatte irgendetwas mit einem Besen und durcheinander gestrubbelten Haaren zu tun gehabt. Feen waren dagegen beinahe das Gegenteil, nämlich gute Wesen mit Flügeln, die einem das Leben erleichterten. Auch dieses Wissen stammte von jemandem, der sich als gute Fee bezeichnet hatte... auch wenn er bezweifelte, dass diese Wesen in Kindergeschichten ihren Namen auf dieselbe Weise verdienten. Von einer Wunderlampe hatte er dagegen noch nie etwas gehört, aber es hörte sich zumindest interessant an, also fragte sie: "Was ist eine Wunderlampe, Souta-chan?~" Mehr gab es dazu nicht zu sagen, denn mehr würde nur untermauern, dass er keine Ahnung hatte und das war nicht unbedingt das, was er gerne zugab. Natürlich war es eher weniger eine Einschränkung, wenn man sich nicht mit Kindergeschichten auskannte, aber er war in der Hinsicht eben ein bisschen eigen.

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