StartseiteKalenderFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Teilen | 
 

 Rubbeldendschinn

Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4, 5  Weiter
AutorNachricht
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mo 27 Okt 2014 - 9:25

Oh, oh … Seraphim wusste nicht, was eine Wunderlampe war? Souta brauchte ungefähr eine halbe Minute, um den Schmerz zu verkraften, den die Antwort auf seine Drachenfrage bewirkt hatte – warum eigentlich? - doch er wäre ja nicht er selbst, wenn ihn ein derart unwichtiger Kommentar von einer großartigen Gelegenheit abhalten würde. Natürlich war er besser als diese Schuppenviecher, egal was der Himmelsmagier da behauptete. Nur weil man unsterblich war, bedeutete das ja noch lange nicht, dass man auch großartig war, man ordnete schließlich nicht einfach so eine ganze Rasse nach bestimmten Kriterien ein, das wäre so, als würde man sagen, dass Menschen mit körperlichen Behinderungen weniger wert waren, einfach, weil sie etwas nicht besaßen, das sie gar nicht haben konnten. Der Rothaarige hatte den Eindruck, dass Seraphim hier nicht ganz das gleiche Maß anlegte, doch was interessierte ihn schon, was ein Typ dachte, selbst wenn das sein bester Freund war. Souta war eindeutig besser und cooler als alles andere, das würde er schon noch erkennen können. Und was sollte eigentlich heißen, dass er ihn nur lieber als die meisten hatte? Gab es da etwa ein paar Drachen, die er mehr schätzte als ihn? Er hatte gedacht, dass er sein bester Freund wäre, aber natürlich war das nur auf Menschen bezogen gewesen. Tch – das war ja so klar. Er würde früher oder später schon noch erkennen, dass er viel mehr zu bieten hatte, als irgendsoein Monster, auch wenn er das die meiste Zeit über selbst nicht ganz glaubte, doch wer von ihnen war hier der Gott der Großartigkeit, huh? Abgesehen davon war diese Wunderlampe erst einmal deutlich wichtiger, auch wenn der Kettenmagier nun doch tatsäclich verfluchen musste, dass der Ältere momentan im Körper einer Frau steckte, denn so konnte er seinen Wortwitz nicht richtig mit einer eindeutigen Geste untermalen. Tragisch, diese Sache, er hatte nämlich schon sein Leben lang darauf gewartet, dass jemand eine derart tolle Vorlage lieferte, wie er gerade feststellen durfte … Die ganze Palette an Sprüchen über Streicheleinheiten, aus einem dünnen Hals strömenden Substanzen und unterwürfigen Geistern stand ihm offen, wie sollte er sich da nur etwas aussuchen? Wäre Seraphim nun ein Mann gewesen, wäre die Wahl natürlich einfach gewesen, doch so würde das nicht ganz so effektiv sein. Allerdings, wann war schon eine bessere Gelegenheit, sich für die Aussage mit den Drachen zu revanchieren? Als wäre er nicht viel besser als sie, nun war seine Zeit, um dies zu beweisen! Mit einem verführerischen Lächeln brachte der Rothaarige sein Gesicht noch etwas näher an das der jungen Frau, unterbrach diesen Ausdruck jedoch dann und grinste sie unverhohlen an, wie jemand, der gerade die beste Idee aller Zeiten gehabt hatte. „Wunderlampen sind toll, Seraphim!“, meinte er im Brustton der Überzeugung und setzte zwei Finger an das Kinn der Weißhaarigen, wackelte ein wenig mit deren Fingerkuppen über die weiche Haut dort. „Sie enthalten tolle Dinge, zum Beispiel einen Dschinn oder eine sexy Dschinnie, und wenn man sie ein bisschen reibt, machen sie alles, was du willst!“ Er schüttelte den Kopf und lehnte sich auf den Tisch zurück, bis er flach auf der Platte lag, um dann herzhaft gegen die Decke zu kichern und locker mit einem Finger auf den Dragonslayer zu zeigen. „Sie sind ein bisschen wie du ...“

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mo 27 Okt 2014 - 22:14

Kritisch blickte die junge Dame auf den auf dem Tisch liegenden Rothaarigen herunter und versuchte sich vorzustellen, was eine Wunderlampe denn nun wirklich war. Das, was er da beschrieben hatte, wusste er auch, aber es hatte nicht komplett erklärt, was er hatte wissen wollen, weil ihm wirklich komplett die Vorbildung fehlte. Offenbar handelte es sich um ein magisches Artefakt, das irgendetwas mit dem Namen Dschinn ausspuckte, welcher wiederum Wünsche erfüllte, wenn man ihn rieb... oder so. Das hörte sich allerdings so wenig jugendfrei an, dass er kaum glauben konnte, dass es sich dabei wirklich um die Wahrheit handelte, immerhin handelte es sich dabei doch um Kindergeschichten. Kleinen Kindern konnte man so etwas doch nicht erzählen, das würde sie doch sicherlich bis ans Ende ihrer Tage traumatisieren... nicht dass ihn das stören würde, aber die meisten Menschen dachten in der Hinsicht nun einmal nicht wie er, sondern nahmen Rücksicht auf die Kleinen. Insofern musste das, was der Rothaarige da erzählt hatte, großer Quatsch oder zumindest verdreht sein, zumal er eine Aussage getroffen hatte, die Seraphim so nicht gutheißen konnte. Er machte nicht alles, was man wollte, wenn man ihm einen kleinen Gefallen tat, das war einfach nicht wahr. Vielleicht schaffte Souta das ab und an, aber nicht er, da er eigentlich großen Wert darauf legte, sein Gehirn anderen Denkzentren vorzuschalten. Sein neckendes Lächeln und seine momentane Haltung schrien ja geradezu nach einer Revanche, die natürlich auch nicht lange auf sich warten ließ.
"Wie ich?~", schnurrte sie und beugte sich über den Rothaarigen, sodass ihr Gesicht ungefähr auf seiner Höhe war und ihre Haare wie ein Vorhang um sie beide fielen. Mit einer Hand stützte sie sich auf der Tischplatte ab und lächelte den Einäugigen gespielt unschuldig an. "Du meinst, ich tue Dinge gegen meinen Willen, weil jemand komische Dinge mit mir anstellt?~" Große, violette Augen blinzelten zweimal, ehe sich die glatte Stirn runzelte und sie theatralisch mit den Schultern zuckte, ohne sich jedoch wegzubewegen. "Ich glaube, dass das vielen Männern so geht, mir aber tatsächlich eher weniger... dir allerdings dafür umso mehr, wette ich." Diesen Spieß umzudrehen war nicht schwer, vor allem nicht, wenn die Aussage von dem Kettenmagier stammte, der ja nun auch nicht unbedingt der Hort der Selbstkontrolle war. Es machte Seraphim Spaß, den Blick in das Gesicht unter ihm zu richten und den Ausdruck darin zu beobachten, immerhin hatte er gerade nicht nur eine tolle Aussicht. Dennoch durfte er nicht vergessen, dass er nach wie vor eine Frage zu dieser Wunschgeschichte hatte, die er nicht vergessen sollte, besonders, wenn man ihm vorgeworfen hatte, er sei ein wenig fremdgesteuert. Der beste Beweis, dass er sich darüber hinweg setzen konnte, war ja wohl das Festhalten an seinem ursprünglichen Plan, oder? Die Dragonslayerin beugte sich noch ein wenig mehr zu dem Kettenmagier herunter und küsste ihn leicht auf die Unterlippe, um kurz darauf zu hauchen: "Was ist ein Dschinn, Souta-cha~an?~" Dazu passte natürlich ein niedlicher Dackelblick und um das Ganze zu untermauern eine leichte Gewichtsverlagerung. Nun hatte der Einäugige nämlich das Problem, dass er Seraphim soeben etwas beschuldigt hatte, dass nun auf ihn selbst zurückfiel. Entweder er konnte sich darüber hinweg setzen und damit seine Überlegenheit dem Dragonslayer gegenüber demonstrieren oder er würde genauso reagieren, wie er ihm unterstellt hatte, was diesen Satz ein wenig ins Lächerliche ziehen würde. In beiden Fällen würde Seraphim sich darüber amüsieren können, denn entweder er durfte beobachten, wie Souta sich abmühte - und dabei sah er immer mordsmäßig niedlich aus - oder er würde Recht behalten und es könnte sich etwas Interessantes ergeben. Immerhin sollte man sich ja denken können, wo die fehlende zweite Hand abgeblieben war. Davon abgesehen konnte er sich wirklich nicht vorstellen, dass ein Dschinn eine zu rubbelnde Wunschmaschine war, denn sollte es sich hier dann auch noch um so einen handeln, fragte er sich, was die kleine Luciana nur angestellt hatte... diese Vorstellung und ihre Fortführung war nämlich wirklich gruselig, selbst für ihn, der ja nicht so sehr auf den Schutz von Kindern pochte, wie manch anderer.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mo 27 Okt 2014 - 22:43

Es mochte schon stimmen, dass Souta nicht gerade als Meister der Selbstkontrolle wirkte, tatsächlich war er darin aber wahrscheinlich besser als die meisten anderen. Für jemanden, der sich normalerweise mit der Geschwindigkeit einer Pistolenkugel bewegte, außerhalb jeglichen Blickes, war jeder Tag eine Herausforderung in Sachen Beherrschung, man wollte schließlich nicht durch Wände brechen oder andere Kollateralschäden verursachen. Doch leider traf dieser eiserne Griff nicht auf alle körperlichen Reaktionen des Kettenmagiers zu und mal ehrlich, hätte er DAS auch noch steuern können, wäre er vielleicht gar nicht erst einer Gilde beigetreten und hätte sich anderweitig vermarktet, mit seiner niedrigen Schamgrenze und so weiter, man hatte da sicher unendliche Möglichkeiten ... Jedenfalls konnte er das nicht. Und selbstverständlich wand er sich auf dem Tisch gerade wie ein Regenwürmchen, das man auf heißen Asphalt platziert hatte, oder vielleicht auch wie eine Fliege in einem Spitzennetz aus weißen Haaren, die eigentlich gar nicht gebraucht wurden, um seinen Blick auf eine bestimmte Stelle zu lenken, die man ihm ja gerade schon ins Gesicht reckte, da brauchte man sich nicht wundern, dass sein Auge sich automatisch darauf fixierte. Aber er war sich sicher, dass er trotz allem noch mehr Kontrolle als Seraphim besaß. Natürlich schwitzte er gerade ein wenig und musste sich sehr intensiv alte Menschen, fette Bikiniträgerinnen und Hundewelpen vorstellen, um keine dummen Dinge zu tun, doch er hatte dennoch die Vermutung, dass es dem Anderen in dieser Situation womöglich noch schlechter ergehen würde. Bitte, der Himmelsmagier riss ja fast die Schlafzimmertür ein, wenn er einen Vorschlag machte, der in diese Richtung ging und er wollte ihm ernsthaft sagen, dass er total wusste, wie er sich benahm und alles genau im Griff hatte, was ihn anging? Man konnte nicht nur körperlich reiben, man konnte auch emotionale Abzüge triggern und Souta wusste ziemlich genau, dass er den Weißhaarigen schnell in der Hand hatte, wenn er sich verletzte oder jemand versuchte, ihm etwas anzutun ... Er selbst war da gefasster. Redete er sich zumindest ein, doch er hatte momentan sowieso Besseres zu tun, als sich zu lobpreisen, selbst wenn das kaum vorstellbar erschien. Es gab leider immer nur eine bestimmte Menge an Verehrungen pro Minute und gerade verschoss er zumindest mental so viele gegen den hübschen Frauenkörper, der dankenswerterweise halb auf ihm lag, dass er einfach keine Kapazitäten mehr übrig hatte. Seine Lippen bebten und formten sich zu einem leichten Schmollmund, weil ihm die Art dieser Sache nicht gefiel, denn eigentlich hatte er das hier machen wollen, das war nicht fair. Das Produkt war allerdings ganz okay. Selbst wenn er rote Flecken im Gesicht bekam, er nur noch keuchend atmen konnte und sich ein bisschen Sabber aus seinem Mundwinkel löste, war er Alles in Allem doch noch recht gefasst, was man ihm unter diesen Umständen zweifelsohne hoch anrechnen musste. Er hatte eine dumpfe Ahnung, dass seine Haare nicht nur wegen der Umgebungshitze an seiner Stirn klebten und fand sich im Moment nicht gerade männlich, doch dagegen konnte man vermutlich nichts tun, oder etwa doch? Das grüne Auge blinzelte erst einmal zu Seraphims Gesicht hoch, leicht abwesend, ehe er sich über die Lippen leckte und die Stirn runzelte. Was ein Dschinn war, wollte der Ältere also wissen, das war nicht schwer zu beantworten. Fragte sich nur, wie gut er sich noch artikulieren konnte, aber auch das mochte man hinkriegen, er hatte schon in ganz anderen Situationen noch einen kecken Spruch auf Lager. “Ahhh~” Okay, das war als Fehlstart zu verbuchen, aber wer konnte ihm das bitte verdenken? Er mochte es eben, von hübschen Frauen auf Tische gepinnt zu werden, okay?! “Dschinns sind magische Wesen. Sie leben in Wunderlampen, die man reiben muss ... Dann kommen sie daraus hervor und erfüllen Wünsche, meistens ... drei. Sie hören auf die Worte “Ich wünschte, dass so und so” ... Oh Gott ... Glaubst du ... Glaubst du die gibt es wirklich?” Er hob die Arme mangels einer besseren Position über den Kopf und versuchte mit einer Hand sein tausend Grad heißes Gesicht zu verdecken, in der Hoffnung, dass mangelnder Blick diese Tortur beenden möge, die eigentlich recht schön war. Aber sie hatten hier eine Quest zu erledigen und brachen am besten sofort auf, wenn sie noch etwas schaffen wollten!

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mo 27 Okt 2014 - 22:45

Wenn man es von dieser Warte betrachtete, hatte Souta wohl recht: Dann war Seraphim wohl nicht nur extrem willensschwach, sondern auch leicht beeinflussbar. Das einzig lustige an der ganzen Angelegenheit war, dass die wenigsten dieses Wissen, wenn sie es denn besaßen, gegen ihn einzusetzen wussten – sie waren sich zum größten Teil wohl einfach zu fein dafür. Das war, alle Böswilligkeit und allen Spott beiseitegeschoben, vollkommen verständlich, weil nicht sicher war, wer eigentlich gewann, wenn man den Dragonslayer in dieser Hinsicht beeinflusste. Er persönlich nämlich wohl ganz eindeutig, wenn man ihn fragte. Das konnte allerdings auch daran liegen, dass er wohl niemals zugegeben hätte, dass ihn jemand überlistet oder ausgespielt hatte. Man konnte die Tatsachen immer verdrehen, das war nicht einmal schwer… und neben anderen Disziplinen hatte Seraphim die Selbstverschleierung wohl mehr als gemeistert. Natürlich war er manchmal nicht mit sich selbst zufrieden, aber das musste nicht heißen, dass er sich selbst die alleinige Schuld gab – oft konnte man diesen nämlich ganz bequem anderen in die Schuhe schieben. Es war nämlich essenziell wichtig für jemanden wie ihn, dass man allzu störende Zweifel an seiner eigenen Person zerstörte, denn sonst konnte man ein solches Riesenego einfach nicht aufrecht erhalten. Dieses wiederum war auch irgendwie dafür verantwortlich, dass das alles so funktionierte, wie es sollte. Daher war es entsprechend schwer, ein solch rückgekoppeltes System zu zerschlagen, weil es sich immer selbst aufbaute… die Moral von der Geschichte war, dass Seraphim trotz einiger offensichtlicher Schwächen auch diese als Stärken, zumindest aber als neutrale Eigenschaften deklarieren konnte.
In diesem Moment stritten sich wiederum zwei unterschiedliche Antriebskräfte in ihm, wie sie es auf Quests mit dem Rothaarigen so oft taten. Zum einen war da ihre Quest; Souta hatte diese betreffend etwas über Wunderlampen erklärt, was in seinem Kopf langsam Gestalt anzunehmen begann. Immerhin hatte er gerade bemerkt, dass er offenbar eine falsche Vorstellung gehabt hatte, denn es schien, als sei der Dschinn eine Art Flaschengeist und man musste nicht ihn, sondern das Behältnis reiben. Dann erschien er und erfüllte einem drei Wünsche… warum auch immer. Seraphim fragte sich gerade ernsthaft, was ein magisches Wesen solcher Kraft dazu bringen sollte, einem Menschen Wünsche zu erfüllen… war das nicht weit unter seiner Würde? Das hörte sich für ihn an, als würde demnächst ein Drache Rundflüge für Vorschüler auf seinem Rücken anbieten, was einfach keine angemessene Beschäftigung für solch ein göttliches Wesen war. Auch so ein Dschinn schien ja recht viel zu können, denn Wünsche erfüllen war ja sicherlich kein Klacks und doch taten sie es, weil… weil eben? Weil sie nur in Märchen vorkamen und eigentlich gar nicht existierten? Einen anderen Grund schien es dafür ja nicht zu geben, zumindest fiel ihm keiner ein. Vielleicht hatte es ja mal irgendeine Geschichte gegeben, in der die Hintergrundmotive eines Dschinns näher beleuchtet wurden, vielleicht auch nicht – er selbst hätte es so oder so nicht gewusst. Zum anderen war da die Person, die er nach Antworten für diese Frage ersuchen konnte, auch wenn ihm gerade tausend andere Dinge in den Sinn kamen, wenn er ihn da so liegen sah. Natürlich hatte er ihn schon öfter in ähnliche Situationen gebracht, aber das bedeutete nicht, dass er sich diese Aussicht übersehen hatte. Wie könnte er das jemals, wenn ihm gerade nichts Anregenderes einfiel? Zwar war er sich nicht sicher, ob Souta das absichtlich tat, weil er wusste, dass er ihn damit reizte, aber er verschlimmerte es zumindest aktiv noch. Die Alternative zu diesem Rekeln wäre doch einfach eine Unterbrechung eines miesen Streiches gewesen, er hätte kurz geschmollt und ihn dann weitestgehend in Ruhe gelassen. Insgesamt wäre das deutlich produktiver gewesen, denn auch wenn er wusste, dass sie besseres zu tun hatten, als hier schon wieder Zeit zu vertrödeln, zeigten sich bereits erste Anzeichen einer Verabschiedung der für diese Abwägung nötigen Neuronen. Offenbar hatte der Kettenmagier eben doch recht: Seraphim war wie ein Dschinn… wenn Souta die richtigen Knöpfe drückte, tat er ziemlich viel für ihn – und er zerschmetterte sie gerade fast. So viel zum Thema des freien Willens.
Die Weißhaarige ließ den Kettenmagier mit einem enttäuschten Geräusch los, was sie entsprechende Anstrengung kostete und missbrauchte ihn stattdessen als Unterlage, indem sie die Wange auf seine Brust legte. „Warum macht ein Dschinn sowas, Souta-chan? Hat er nichts Besseres zu tun?“, murmelte sie, obwohl sie gerade am liebsten ganz andere Dinge angestellt hätte. „Und glaubst du, wenn es Dschinns gibt, dass einer einfach so oder aus purer Bosheit Wünsche erfüllen würde, die er einfach falsch interpretiert? Und warum stecke ich dann in diesem Körper fest?“ So viele Fragen auf einmal, die erst einmal beantwortet werden mussten und das alles während man solch einer Ablenkung ausgesetzt war. Wie mies…

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mo 27 Okt 2014 - 22:47

Na ja, warum machte ein Dschinn soetwas eigentlich? Weil er musste? Der Rotschopf hatte doch schon seit einigen Jahren keine derartige Lektüre mehr bemüht, weil es sich einfach nicht anbot, wenn man ein erwachsener, allein lebender Mann war, der wahrscheinlich ein wenig pädophil rüberkommen würde, wenn er sich spontan entschied, kleinen Mädchen aus Büchern vorzulesen, die ihn nicht kannten. Er wusste nicht mehr wirklich, was so einen mächtigen Flaschengeist denn trieb, sich den Begierden niederer Menschen hinzugeben, aber das war ja auch nicht wichtig – im Moment kam ihm diese ganze Quest erschreckend unwichtig vor, und an diesem Fakt lag wohl auch sein schlechtes Erinnerungsvermögen, das sonst eigentlich ganz in Ordnung war. Souta vergaß zwar gerne einmal den Namen seiner alten Flammen oder ein willkürliches Produkt auf einem Einkaufszettel, konnte sich andere Dinge aber ironischerweise ausgesprochen gut merken. Natürlich hauptsächlich die traumatischen Dinge. Das war ja schließlich klar, immerhin hatte es schon seine Gründe, wieso er des Nachts auf menschliche Kuscheltiere zurückgreifen musste, um nicht kreischend aufzuwachen … Jedenfalls, das dringendere Thema war wohl eher, ob er seinen besten Freund auch in dieser Verfassung vielleicht zu einer zweiten Runde überreden könnte – sonst war soetwas eher weniger problematisch, aber sonst fand er den Anderen ja auch nicht so hübsch und verführerisch wie jetzt gerade – allerdings konnte er das jetzt nicht auf den Tisch bringen, nicht nur, weil sich seine linguistischen Fertigkeiten mit wachsender Sekundenzahl verringert hatten, sondern auch, weil er ihn ja zu nichts zwingen wollte, daher würde er wohl mit dieser ganzen Sache klarkommen müssen, bis sie wieder im Hotelzimmer waren oder den Dschinn gebraten hatten – war das überhaupt ihr Ziel? Es wäre ja schon ein wenig merkwürdig, wenn diese Märchenwesen existieren würden, oder nicht? Wo waren sie eigentlich, wenn er sich etwas wünschen wollte? Natürlich konnten sie keine Toten zurückholen, aber hey, er hatte mehrere Anliegen, die man lösen könnte. Zum Beispiel seine konstant leere Brieftasche oder das, was ihn zum Krüppel machte, aber nein, wenn dieses ominöse Monsterwesen tatsächlich dafür verantwortlich war, dass diese Stadt am Rad drehte, dann hatte sich dieser Kerl die schlechteste Zeit überhaupt ausgesucht, seinen Wunsch zu erfüllen … Und das musste er ja wohl getan haben, oder? Verfolgte man diese Theorie, dann hatte sich Seraphim entweder eine Grobjustierung gewünscht – unwahrscheinlich – oder diese Dschinnie-Tüte hatte auf ihn gehört. Wunderbar. Der Kettenmagier verzog das Gesicht und fuhr mit einem Finger die Stirn der auf ihm Liegenden entlang, zärtlicher, als er wollte, aber er hatte das Gefühl, dass er in Zukunft vielleicht auf derartige Gesten verzichten musste. Außerdem konnte er so wenn nötig schnell nach ihren Haaren greifen und sie von sich werfen, um sich unter dem Tisch zu verstecken oder so. „Öhm“, begann er, grenzenlos schlagfertig, wie man ihn kannte, während sein Blick gen Decke wanderte und er sich fragte, ob er nicht doch lieber lügen sollte. Was nichts bringen würde, so absurd ihre Vermutung auch klang, sie mussten dennoch alle Informationen sammeln, die sie kriegen konnten und das beinhaltete eben auch Berichte der Betroffenen. „Ich … Habe mir vielleicht gewünscht, dass du eine Frau bist.“ Seine Zähne versenkten sich nervös auf seiner Unterlippe, während er den freien Arm hob und sich damit am Kopf kratzte, wodurch er sich eventuell auch vor einem Schlag schützen könnte, sollte dieser erfolgen. Er hatte ganz schön Mist gebaut – falls es seine Schuld war. Wie auch immer man es drehte und wendete, sie mussten dieses Wesen töten oder davon überzeugen, seine Späße zu unterlassen, doch wie genau tat man das? Irgendwie bezweifelte er ja, dass sie in der Nähe eine große Ansammlung Sand und eine Höhle der Wunder auftreiben würden, außerdem war weder ein diebisches Äffchen noch ein fliegender Teppich in der Nähe. Das Einzige, was potentiell abheben würde, war der Himmelsmagier – und das in mehr als einem Sinn dieses Wortes, wenn er Pech hatte. Dass er seine Gedanken aber auch nicht kontrollieren konnte …

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mo 27 Okt 2014 - 22:50

Die Vorahnung, dass Seraphim abheben könnte, wenn er Soutas Beichte hörte, war gar nicht einmal so sehr aus der Luft gegriffen und doch passierte das genaue Gegenteil: Die junge Dame schien in sich zusammen zu sacken, selbst wenn das im Liegen deutlich schwerer als im Stehen war. Hätte sie aus einer dünnen Plastikhülle bestanden, hätte er mit diesen Worten die Luft aus ihr herausströmen lassen, denn ungefähr so fühlte der Dragonslayer sich auch gerade. Es war schwer zu beschreiben, was dabei in ihm vorging, aber um es zu versuchen, sei folgendes noch einmal Revue berichtet: Seraphim liebte Souta. Das hatte er schon vor einiger Zeit festgestellt, weil ihm körperliches Interesse an anderen Menschen zwar nicht fremd war, aber geistiges beinahe eine vollkommen neue Welt darstellte. Er mochte beinahe alles an ihm, sein Lächeln, seine niedlichen Verhaltensweisen und sogar seinen Drang, sich zu beweisen und sich in den Vordergrund zu drängen, auch wenn das daran liegen mochte, dass er ihn in der Hinsicht nicht ernst nehmen konnte. Auch fand er sein Auge schön, seinen Körper wahnsinnig sexy und seine Stimme zum dahinschmelzen, alles so Dinge, die eine Zuneigung nur noch unterstützten. Er hatte jedoch auch recht früh bemerkt, dass sein Interesse nur mäßig auf Resonanz stieß. Solange er dem Rothaarigen Unterhaltung und Beschäftigung bot, biederte sich dieser an und er könnte glücklich sein, wenn er nicht wüsste, dass dies alles nur von kurzer Dauer war. Allerdings fehlten einige Dinge, die für ihn immer fundamentalen Charakter gehabt hatten und ohne deren Erfüllung er sich seltsam unsicher fühlte. Es war faszinierend, wie schnell man dem Rothaarigen gefallen konnte, wenn man nur weiblichen Geschlechts war und dieses auch einigermaßen gut ausgeprägt hatte - und das war etwas, das der Dragonslayer nicht vermochte, selbst wenn er sich noch so anstrengte. Er konnte dem Kettenmagier die leckersten Gerichte auftischen, danach sah er bereits wieder nackter, weiblicher Haut hinterher... und selbst wenn er das nicht täte, war es kein schönes Gefühl, dass man sich seine Zuneigung praktisch gesehen erkaufte. Normalerweise hatte er kein Problem mit derlei Abmachungen, immerhin hatte er sie schon mit einigen Menschen getroffen (nach dem Motto: Eine Hand wäscht die andere, wir wollen alle nur Spaß), aber wenn es um Souta ging, waren seine Prinzipien irgendwie schneller über Bord geworfen, als er reagieren konnte. Er kam nicht damit zurecht, dass er ihn nicht attraktiv fand - und es war wirklich nicht so, als habe er sich nicht schon dafür verflucht, dass das so hatte kommen müssen. Von all den Männern, die er in seinem Leben getroffen hatte, verliebte er sich ausgerechnet in den, der kein Interesse an ihm hatte? Da war das Schicksal aber wirklich überdurchschnittlich gemein gewesen... Er hatte durchaus bereits gestöhnt, warum das nicht alles hatte anders laufen können, aber danach hatte er sich dafür gehasst, dass er sich so weit herunter lassen konnte. An sich war er doch sehr zufrieden mit seinem Körper, nur dass er darin versagte, den anzuziehen, den er liebte, stieß ihm sauer auf.
Und nun erklärte dieser ihm auch noch, dass er sich gewünscht hatte, er wäre weiblich... konnte er denn nicht sehen, wie gemein das war? Wie fies, wie sehr es ihm wehtat, wenn er so etwas behauptete? Das war etwas, was sich niemals ändern würde und er gab zu, dass es die undurchdringliche Barriere zwischen ihnen darstellte? Kyra biss leicht die Zähne zusammen, atmete tief durch und rang sich dann ein Lächeln ab. Sie gab sich wirklich Mühe, ihre Mundwinkel zu heben, obwohl sie das Gefühl hatte, jemand habe Tonnen daran befestigt und strich über Soutas Wange. Das war okay, oder? Er durfte das sagen, schließlich war das eine vollkommen natürliche Reaktion, nicht wahr? Er würde ihn damit ein wenig aufziehen und es danach vergessen, das war nichts, was sich lange ziehen würde, oder? "So ein Pech, dass wir das rückgängig machen werden, hm?", säuselte sie also, während er innerlich größte Mühe hatte, nicht eine ganz andere Tonlage anzustimmen und den Raum zu fluten. Ganz so schlimm wurde es zwar nicht, aber dennoch verriet ihre Stimme beim nächsten Satz deutliche Anzeichen von Unzufriedenheit: "Dann bin ich wieder groß und breit und haarig und männlich..." Sie robbte ein wenig auf ihm hoch, sodass sie ihre Lippen an sein Ohr führen konnte, "Und wenn ich das wieder bin, dann werde ich..." Der Rest ging dank leisem Flüstern in Atemzügen unter, bevor sie sich aufrichtete und sich aufsetzte, wobei sie nicht daran zu denken schien, ihre Unterlage zu wechseln.
"Also. Quest. Was wissen wir? Luciana hat sich gewünscht, dass die Zeit stehen bleibt. Ihr Fluss ist daraufhin tatsächlich arretiert. Dabei befand sie sich auf dem Marktplatz. Ich persönlich bin geneigt, anzunehmen, dass sich das Was-auch-immer dort befinden muss... wir sollten den Marktplatz als nächstes Ziel ansteuern. Zumal ich mich frage, was passiert, wenn wir am Abend wach bleiben, wenn die Zeit doch von neuem anfängt..." Nachdem sie diese wichtigen Fragen und Feststellungen in den Raum geworfen hatte, machte sie Anstalten sich von dem Tisch und Souta zu schwingen. Es wurde wirklich höchste Zeit, diese Quest zu beenden. Er wollte aus diesem Körper raus, denn es tat viel zu gut, dass der Kettenmagier ihn mit solcher Begierde musterte - das würde nur dazu führen, dass er sich danach deutlich schlechter fühlte.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mo 27 Okt 2014 - 22:52

Es gibt Menschen mit einem natürlichem Verständnis für Taktgefühl und Empathie. Und es gibt Menschen, deren Rücksichtsnahme auf die Gefühle anderer sich in etwa wie die Beziehung von Burgtor und Belagerungsramme verhält ... Nicht gut. Souta zählte sich sein ganzes Leben zu der zweiten Gruppe. Selbstverständlich war er zu Mitgefühl fähig und selbstverständlich stieg seine Schlagfertigkeit an, je heißer das Ziel war, auf dessen kleine Regungen er achten sollte, doch im Großen und Ganzen war er ziemlich grob. Und ehrlich. Was zwei alleinstehend eher positive Charakterzüge sein würden, zusammengesetzt aber eher den Effekt einer geschüttelten Colaflasche hatte, in die man noch ein paar Pfefferminzbonbons plumpsen ließ. Am Ende wusste man nicht, wer von den Umstehenden die Ladung abbekommen sollte, weil sie einfach alle traf, ungeachtet ihres Aussehens und ihres Beziehungsstandes zu ihm. Souta wusste nicht, dass Seraphim ihn liebte und es war unwahrscheinlich, dass er diesen Fakt allzu bald herausfinden würde, aber das bedeutete nicht, dass er sich ihrer Freundschaft nicht bewusst war und dem Weißhaarigen dafür dankte, so ziemlich der einzige Mensch Fiores zu sein, der ihn so mochte, wie er nun einmal war. Er wollte nchts weniger, als seine Gefühle verletzen, doch leider war das manchmal unvermeidbar, weil sie sich einfach in einen Interessenskonflikt befanden und man bekanntermaßen nicht auf etwas achten konnte, wovon man nicht wusste. Hätte Souta auch nur die geringste Ahnung davon gehabt, dass Seraphims Reaktion aus irgendetwas Anderem bestand als aus einem „Wieso ziehst du mich mit hinein, wenn du Mist baust, Souta-chan“ hätte er niemals, niemals damit angefangen. Er stand nicht auf Konflikte. Weglaufen und ausweichen war normalerweise ziemlich empfehlenswert, das hatte er ja schon öfter gemacht. Dennoch war der Kettenmagier aber natürlich nicht vollkommen veblödet. So sehr man auch das Gegenteil annehmen mochte, ab und an achtete auch der Rothaarige auf die Menschen in seiner Umgebung und es war kaum zu übersehen, dass Seraphim öfter mal eine Schnute zog, wenn Souta besonders geifernd über Frauen redete oder ihm gar derartige Charakteristika unterstellte. Man erinnerte sich noch an ein blauhaariges Mädchen, welches sich in einem Himmelsmagier in Frauenklamotten verwandelt hatte und seine Reaktion auf diese Geste. Wie hatte er sich aus diesem Malheur befreit? Hm ... Ach ja. Souta rutschte schwerfälliger vom Tisch als Kyra, landete mit beiden Beinen auf dem Boden und dachte, während er die Entfernung zwischen ihnen verringerte, darüber nach, wo diesmal der Hund begraben lag. Wahrscheinlich hatte der Ältere einfach die Nase voll von diesem Körper und hatte keine Lust mehr, als Frau herumzulaufen, was man ihm wohl kaum verübeln konnte. Außerdem klang sein Vorschlag ja generell ganz überdenkungswürdg, aber es war ja nicht so, als hätte Souta irgendwelche Zweifel daran gehabt, was nach dieser Quest passieren würde, immerhin musste man dann vermutlich mit durch die Gegend spritzendem Testosteron rechnen, um für den temporären Verlust aufzukommen. Trotzdem konnte er nicht so recht akzeptieren, dass er einfach so stehen gelassen wurde, und dass sein gigantischer Fehler einfach so umgangen wurde. Natürlich wollte er nicht, dass er dauerhaft so blieb, das war nicht einmal halb so schade, wie der Andere vielleicht dachte und das musste er ihm sagen, sonst bekam er noch einen Preis für den schlechtesten Freund aller Zeiten und eigentlich bemühte er sich doch sehr darum, möglichst ehrlich zu Seraphim zu sein. Es war keine große Herausforderung, den Weßhaarigen einzuholen und am relativ zierlichen Handgelenk zu packen, ebenso wenig, daran zu rucken und ihre Oberkörper aufeinandertreffen zu lassen, was der Rotschopf sofort nutzte, um sich ein bisschen nach unten zu beugen und die momentan etwas kleinere Kyra auf die Lippen zu küssen, fest und trocken und soutaartig, ehe er vor ihr auf ein Knie ging, als wollte er ihr jetzt sofort einen Heiratsantrag machen. Allerdings holte er keine Ringbox aus seiner Schachtel (Als könne er sich so ein Ding auch jemals leisten, pfff) sondern schaute lediglich nach oben und grinste, weil diese Situatio abgesehen von ein paar äußerlichen Änderungen alte Erinnerungen weckte. „Ich finde es gut, dass das hier nicht dauerhaft ist. Nicht nur deshalb, weil unsere Nummer auf dem Tisch da nicht sehr sicher war und ich wirklich, wirklich ungerne in der Scheiße sitze.“ Er lachte leicht und legte den Kopf schief, war aber noch nicht fertig und leckte sich über die Vorderzähne, während er über eine richtige Formulierung nachdachte. „Nein ... Wärst du von Anfang an eine Frau gewesen, hätte ich dir nach dem Café den Laufpass gegeben. Wer weiß, ob wir uns überhaupt getroffen hätten oder ich dich interessant gefunden hätte? Ich weiß, dass ich nicht die beste Arbeit leiste, um dir ein guter Freund zu sein, aber du bist wie ein Bruder für mich und ich liebe dich. Haarig und breit und männlich. Mir zu wünschen, dass du weiblich bist, war mehr ein ... Wunschdenken. Wenn du eine Frau wärst, würde ich wahrscheinlich so einen Quatsch machen wie mich in dich zu vergucken, aber dafür würde ich deine Person niemals eintauschen ... Es tut mir wirklich Leid, dass du für meine blöden Träume geradestehen musst.“ Er seufzte und erhob sich wieder, machte ein paar mehr oder weniger verlegene Schritte durch die Gegend. „Hey, du hast doch etwas in den Wunschbrunnen geworfen, oder? Was hast du dir gewünscht?“

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mi 29 Okt 2014 - 20:34

Faszinierend, hätte ein uns allen bekanntes Spitzohr nun gesagt, wie Souta es fertig brachte, in einem Satz ein Herz erst auf gefühlte tausend Grad zu erwärmen, um es dann mit einem Schlag einzufrieren. Solche extremen Temperaturschwankungen kannte man vom Tag- Nachtrhythmus in Wüsten und nun offenbar auch von Seraphims Brustbereich, zumindest fühlte es sich ziemlich genau so an, wie man sich das vorstellen würde. Der Wüstensand und die daraus bestehenden Dünen waren ja auch davon geschaffen worden, dass die Steine, die das Land früher bedeckten, die große physikalische Arbeit, die sie zu verrichten hatten, nicht auf Dauer aushielten und so zu immer kleineren Partikeln wurden. Erwärmte man nämlich etwas, um es danach Schock zu frosten, war das für die Substanz des Gegenstandes alles andere als ideal. Deswegen sollte man ja auch keine heiße Bockwurst mit oder direkt vor Speiseeis essen. Nicht das Gebiss des Dragonslayers war es allerdings in diesem Fall, das das Leidtragende in dieser Angelegenheit war, sondern er selbst – dank dieser albernen Dinge, die man landläufig Gefühle schimpfte. Natürlich war das seine eigene Schuld, weil er zugelassen hatte, dass ihn so etwas überhaupt berührte, aber die Worte des Kettenmagiers hatten sich für den Moment doch zu gut angehört. Hatte er nicht behauptet, er würde ihn lieben? Wie gut hatten diese Worte getan, die ganze herrliche Sekunde lang, die er brauchte, um ihm den Gnadenschuss zu geben und das ganze wieder zu negieren. Wie, er hätte den Fehler machen können, sich in ihn zu vergucken? Wie konnte er denn behaupten, er würde etwas für ihn empfinden, wenn er das offenbar nicht getan hatte? Die Erkenntnis ließ nicht lange auf sich warten und kam in Form eines kleinen Wortes, das er zuvor erwähnt hatte und das nun auf seltsame Art auf eine geradezu katastrophale Weise pervertiert worden war. Er hatte ganz vergessen, dass es unter den meisten Menschen noch eine Unterteilung solcher Dinge wie Liebe gab, immerhin empfanden sie ja auch etwas für ihre Eltern und Geschwister, ohne gleich etwas mit ihnen zu haben. Und wenn sie das hatten, dann entstanden am Ende nur kleine, hässliche Kröten, die von der Gesellschaft im Allgemeinen nicht akzeptiert wurden. Es sei denn natürlich sie waren leicht zu manipulieren, blond und saßen auf einem Königsthron – aber das passierte selbstverständlich nicht besonders oft. Souta hatte es also geschafft, ihn in eine Sparte abzuschieben, aus der er wahrscheinlich nicht mehr allzu schnell herauskam. Das machte es ihm irgendwie etwas zu leicht, wenn man darüber nachdachte, immerhin war das die einfachste Ausrede der Welt, dass er ihn wie eine Art Bruder sah – so viel zum Thema Inzest. Auch seine weiteren Beteuerungen rangen Kyra nur ein müdes Lächeln ab, denn er musste doch wissen, dass solch eine Ansprache stets das genaue Gegenteil von dem erreichte, was sie sollte, wenn das denn das gewesen war, was sie hatte bewirken sollen – denn wenn Souta ihm unter die Nase rieb, dass er seine Träume nicht wahr machen konnte, war das nichts, was ihm besonders gefiel. Natürlich würde er nichts daran ändern können, aber besonders gut machte das die Aussicht dennoch nicht. Das einzige, was somit von seiner wahrscheinlich ermunternden Ansprache bei ihm übrig blieb, war die Tatsache, dass er ihn zumindest irgendwie lieb zu haben schien, wenn auch auf eine Art, die er nicht besonders unterstützte, weil sie ihm nicht angemessen erschien. Er wollte so viel mehr als Souta, war das seine Schuld und wurden seine Wünsche deswegen nicht erfüllt? Wahrscheinlich musste er ganz einfach damit zurechtkommen und einfach mal das positive an der Sache sehen: So eine Freundschaft mit Extras hatte doch auch etwas, selbst wenn sie nicht ansatzweise das traf, was er eigentlich haben wollte. Doch auch das war schwer definierbar, da er sich ja nach wie vor zu Recht für ziemlich beziehungsunfähig hielt und es daher nicht wagte, eine solche anzustreben. Wahrscheinlich wusste er einfach selbst nicht, wie er seine Wünsche unter einen Hut bekommen sollte, sodass er niemals damit zufrieden sein würde… aber das war nun wirklich seine Schuld.
Was sich Seraphim gewünscht hatte, als er eine Münze in den Wunschbrunnen geworfen hatte, ließ sich schwer in unmissverständliche Worte fassen. Natürlich hätte er das ganze extrem herunter brechen können, aber dann hätte es die Substanz nur gestreift, statt sie vollkommen zu erklären – und wenn man das Ganze vereinfachte, würde es falsch klingen. Ihm eine sinnvolle Zusammenfassung zu geben, ohne eine bestimmte Dreierkombination aus Worten zu benutzen, war allerdings schwerer als man meinen konnte, also fing er erst gar nicht damit an. Kyra legte also nur den Kopf schief und erklärte: „Das kann ich dir nicht sagen, Souta… sonst geht es nicht in Erfüllung.“ Das war höchst wahrscheinlich sogar wahr, da er nach wie vor der festen Überzeugung war, dass ein Liebesgeständnis nur eine Staubwolke seines besten Freundes hinterlassen würde. Mit nervös scharrendem Fuß dachte sie einen Moment nach, ob sie das, was ihm auf dem Herzen brannte, aussprechen sollte, doch ihr Mund war schließlich schneller: „Was… wäre denn so schlimm daran gewesen, wenn du dich in mich verguckt hättest…?“ Also bitte, das war wenigstens noch einigermaßen subtil, immerhin war es eine berechtigte Frage.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mi 29 Okt 2014 - 21:44

Wahrscheinlich war es eigentlich keine allzu gute Idee, sich zu weigern einen Wunsch zuzugeben, wenn man beachtete, dass sie hier in einer Stadt festsaßen, in der Wünsche wahr wurden, möglicherweise auch gefährliche oder schadhafte und sie bereits wussten, dass Souta diesem Phänomen zum Opfer gefallen war. Es durfte also eher eine Frage der Zeit sein, bis Seraphims Begierde ihn einholen und in seinen momentan besonders knackigen Allerwertesten beißen würde, da wäre es doch gut zu wissen, ob sie eher mit harmlosem Geldregen oder mit etwas Bedrohlicherem rechnen mussten. Souta war drauf und dran, diesen Umstand durch eine durchdachte (zumindest teilweise) Argumentatonsrede zu untermauern, als ihm auffiel, dass er sich gar nicht in einer Umarmung befand, nicht geküsst worden war und man ihn überdies nicht für seine tolle Ansprache gechant hatte. Das stank nach einem tieferen Grund für diese ausweichende Haltung, normalerweise war Seraphim nämlich recht direkt, manchmal sogar bis zu einem unangenehmen Grad, weswegen es verdächtig war, wenn er sich plötzlich distamzierte. Was hatte er sich gewünscht, dass er ihm das nicht einfach so sagen konnte ... Es musste etwas Peinliches sein, das seine Männlichkeit untergrub, weil der Ältere erfahrungsgemäß nur darauf in solcher Art reagierte. Doch wie passte das nun zu seiner nächsten Frage, die ziemlich unschuldig klang ... Aber an sich doch merkwürdig war. Wieso in aller Welt sollte sich der Himmelsmagier denn bitte für Soutas emotionale Verbindungen interessieren, wo er doch eher ein Betthäschen für ihn war und sich daran auch so schnell nichts ändern würde. Vielleicht hatte es ihn einfach nur verletzt, dass er das als Quatsch bezeichnet hatte und bezog das nun auf sich ... Dabei war das recht eindeutig ein Seitenhieb auf sich selbst gewesen. An Seraphim war ja soweit alles in Ordnung. Er war sicherlich kein Teddy und nicht sonderlich nett oder gar kuschlig, wenn man nicht die richtige Person war, aber grundsätzlich war er ja sicher kein schlechter Fang. Das Problem war einzig und allein der Kettenmagier. Zum Einen hatte er ziemlich miese Erfahrungen mit Liebe gehabt, denn bisher hatten sich alle Menschen, denen er dieses Gefühl entgegenbrachte, recht schnell aus seinem Leben verabschiedet und dabei ein kleines Stück aus seinem Herz gerissen. Es fiel einem schwer, sich zu vergucken, wenn der Gedanke daran mit derart viel Schmerz und Qual behaftet war ... Und dann war da noch sein vogelfreier Charakter, der eine Beziehung regelrecht unmöglich machte. Er nahm viel zu viel, gab fast nichts, war emotional instabil und auch ansonsten nicht wirklich das, was man als Freundmaterial bezeichnen würde. Außerdem hatte er keine Lust den weiblichen Teil einer Partnerschaft zu mimen, er war ein Kerl und das sollte auch so bleiben. Keine Ahnung, wie das bei zwei Kerlen laufen mochte, doch wollte er das überhaupt wissen? Souta warf einen leicht gequälten Blick auf den Himmelsmagier und runzelte dabei die Stirn. Sagten die berühmten Klatschblätter nicht irgendwie, dass Beziehungen und Liebe leicht und unkompliziert sein mussten? Hier konnte es doch gar keine Liebe geben, wenn alles so verworren und irritierend war. Der Kettenmagier seufzte leicht, weil er keine richtige Antwort auf die Frage hatte. „Nichts wäre daran schlimm“, meinte er erst einmal, um die Beleidigung von Seraphims Person aus der Welt zu haben, und guckte dann besonders interessiert seine nicht vorhandenen Schuhe an, während er mit den Zehen wackelte. Ja ... Warum wäre es denn so schlimm, wenn er sich vergucken würde, hm? Es gab so viele Gründe dafür: Weil sie zwei Männer waren und die Gesellschaft das nicht akzeptierte. Weil der Ältere ihn immer wieder gerettet hatte und er somit in seiner Schuld stand. Weil er Souta sah, so, wie er war, und dennoch nicht abhaute. Weil Souta ihn nicht verdienen würde. Weil er ihn ruinieren würde, wie er eben alles ruinierte, was er anfasste – weil er ihn bestimmt schon ruiniert hatte. Weil ... weil ... Na ja. Weil er eben Seraphim war. Man verliebte sich nicht in seinen besten Freund, das wusste doch jeder Iidot, der nicht abgewiesen werden wollte und damit vielleicht nicht klarkam. „Ich bin einfach kein besonders guter Fang. Und unerwiderte Liebe wäre es auch noch, was qualvoll wie sonstwas ist – vertrau mir, es ist gar nicht so lange her, als mir das passiert ist. Es tut verdammt weh, also ... Wahrscheinlich würde unsere Freundschaft daran zerbrechen und wer will das schon ...“

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Mi 29 Okt 2014 - 22:57

Seraphim wusste nicht recht, welches Gefühl stärker in ihm pochte, als Souta sprach. Da war erstens eine Regung, die sehr typisch für ihn war und die man vielleicht mit sarkastischer Resignation umschreiben könnte. Der Kettenmagier erwähnte, dass unerwiderte Liebe wehtat, als ob Seraphim dieses Gefühl gar nicht kennen würde. Natürlich musste er das denken, denn was erwartete man schon von jemandem wie ihm, der pro forma doch gar keine Gefühle besaß, dass er die sensibelsten davon gekostet hatte? Bis vor einiger Zeit hätte diese Einschätzung auch vollkommen der Wahrheit entsprochen, immerhin hatte er diese schwachen, von ihren Emotionen geleiteten Menschen dafür verspottet, dass sie sich verliebten und dann am Boden zerstört waren, wenn dieses Gefühl nicht erwidert wurde. Heute sah er das aus einer etwas anderen Perspektive, aber es hatte wenig an dieser Einschätzung geändert: Auch wenn man sich dreckig fühlte, durfte man das nicht so heraushängen lassen, denn das hatte etwas von einem Blutenden in einer Haifischbucht. Zudem war er der Meinung, dass es ein Attribut der Menschkinder war, nicht mit den Emotionen hinter dem Berg zu halten... selbst wenn die Gesellschaft das mancherorts anders sah. Ganz davon abgesehen, dass sie sich an menschlichen Dramen überall ergötzen konnten, schien es für manche ganz normal, ihr Innerstes nach außen zu kehren - doch Seraphim tat das nicht. Sein Teint wechselte nicht spontan zu einem gelben Farbton, als der Kettenmagier ihm ganz nonchalant erklärte, dass er vor kurzem unglücklich verliebt gewesen war, nur weil Eifersucht und Neid in ihm aufkochten wie in einem kaputten Dampfkessel; er blieb vollkommen ruhig und blickte ihn nur mäßig überrascht an, selbst wenn ihm sofort tausend Fragen in den Kopf schossen. Wer hatte es vermocht, den rothaarigen Freigeist in seinen Bann zu schlagen? Was für Tricks hatte sie eingesetzt? Wie hatte sie es geschafft, ihm nicht zu verfallen und wie hatte sie es wagen können, ihn leiden zu lassen? Hing sie irgendwie mit dem zum Glück gescheiterten Selbstmordversuch des jungen Mannes zusammen und wenn ja, wo konnte er sie finden? Bedeutete das, dass Souta doch zu so etwas wie ehrlicher Liebe in der Lage war, sodass vielleicht noch nicht alle Hoffnung verloren war? Oder machte er gerade eine Mücke zum Elefanten? Noch stärker als die Eifersucht war aber das mulmige Gefühl in seiner Magengegend, denn die letzten Worte des Rothaarigen hinterließen mehr Eindruck auf ihn, als er gehofft hatte. Eigentlich sagten sie nämlich nichts, was er nicht schon die ganze Zeit vermutete, aber das so präzise auf den Punkt gebracht aus seinem Mund zu hören, war dennoch ein kleiner Schock für ihn. Natürlich... selbstverständlich würde es ihre Freundschaft zerstören, wenn sich einer von ihnen in den Anderen verliebte - das war ja auch seine größte Angst, weil es längst zu spät war, das zu verhindern, da es schon passiert war. Das Geschehene ließ sich schwerlich rückgängig machen, sodass er im Grunde nur schlotternd darauf warten konnte, dass genau das passierte, was Souta in dunklen Farben herauf beschwor - doch das durfte nie passieren! Es überstieg seine Vorstellungskraft, was mit ihm geschehen würde, sollte das passieren, also musste er alles dagegen tun, was ihm gerade so einfiel... doch ihm fiel konkret wenig ein, außer den Mund zu halten und das alles einfach so über sich ergehen zu lassen. Souta hatte nämlich Recht, dass unerwiderte Liebe schmerzte und eine Freundschaft zerstören konnte - aber das galt nur für schwache Menschen, die dieses Leid nicht ertragen konnten und sich deswegen distanzierten. Souta hatte keine Probleme in dieser Richtung, er selbst schon, aber sich selbst konnte er auch deutlich besser unter Kontrolle behalten. Wenn er das durchhielt, überstand es ihre Freundschaft auch mit Bravour.
"Ja...", kam es mit ganz leicht hohler Stimme über ihre Lippen, "Da hast du wohl Recht." Einen kurzen Moment herrschte leicht peinliches Schweigen, ehe Kyra verlegen lächelte und Soutas Hand aufnahm. Es wurde Zeit, dass sie dieses Thema hinter sich ließen. Sie waren beide nicht besonders geschickt auf diesem Gebiet und wahrscheinlich war es ihnen auch beiden zu kompliziert. Er hatte dafür gesorgt, dass Souta sich mit einem solch ungeliebten Thema beschäftigen musste, obwohl er nicht das Gefühl hatte, als sei dieser gerade besonders scharf aufs Nachdenken. Irgendwie hatte sie deswegen das Gefühl, dass sie das wieder gut machen musste - und sie wollte sich gerade liebend gerne von den Gedanken ablenken, die sie zu ersticken drohten. "Ich schlage vor, dass wir erst in ein paar Stunden zum Marktplatz gehen...", begann sie und lächelte den Einäugigen von unten herauf an, "Vorher glaube ich nicht, dass etwas passiert und solange könnte man die freie Zeit immerhin auch sinnvoller nutzen..." Was sie allerdings noch fragen musste, war, in wen sich Souta verliebt hatte - doch das hatte noch kurz Zeit, oder? "Immerhin müssen wir bestimmt noch ein wenig Nachforschungen anstellen~"

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Do 30 Okt 2014 - 9:41

Der recht große Kettenmagier ließ sich eher widerwillig an der Hand nehmen und hatte in etwa die Grazie eines nassen Kartoffelsackes, als er sich zu dem Himmelsmagier umdrehte, der ihm ein so verlockendes Angebot machte, dass er es am liebsten direkt angenommen hätte. Irgendjemand hatte einmal gesagt, dass Männer grundsätzlich nur vom Kinn aufwärts ab treu waren, weil unten recht schnell einmal die Party abging, wenn man die richtigen Dinge tat, ohne, dass das Hirn diesbezüglich Einladungen verschickt hatte. Momentan war das nicht so. Die südliche Hemisphäre seines Körpers hasste ihn zwar ohne Zweifel dafür, sich eine derart einmalige Gelegenheit durch die Lappen gehen zu lassen, aber sie hatte den Anstand, ihn nicht direkt hirntot zu machen und sich für alle logischen Argumente seines Kopfes zu verschließen. Erstens konnte Souta zwar eigentlich zu jeder Gelegenheit, lesend, essend, schlafend … Aber er war gerade nicht nur mental irgendwie down, seine emotionalen Narben wirkten sich auch auf andere Dinge auf, deshalb bezweifelte er, dass er momentan irgendetwas tun konnte, weil er verdammt traurig und selbstmitleidsbehaftet war. Er hatte nur betonen wollen, wie wichtig der Weißhaarige ihm war, wie sehr er ihn in seiner Ursprungsform mochte, doch er war eine viel zu sensible Blume, ein bescheuertes Mädchen, wenn es um die Sachen ging, die ihn tatsächlich verletzen konnten. Klar, er jammerte pausenlos über kleinere Wehwehchen und konnte schon einmal mit Stühlen und Tischen schmeißen, wenn er wütend war, aber normalerweise hielt er die richtig fiesen Niederschläge tief verschlossen und ließ sie nur in kleinen Eruptionen heraus, wodurch sich natürlich ein nicht unterschätzbarerer Druck bildete. Ab und an ein wenig am Deckel puhlen und die Ventile lockern war okay, solange man dann auch ja alles wieder verschloss, aber gerade war es eher so, als würde man mit einem Schraubenzieher Atemlöcher in seine Gefühlskonserven pieken wollen, um die komatösen Monster darin wieder zum Leben zu erwecken. Das war nicht gut. Es war nicht per se so, dass Souta zu einem schokladefutternden, heulenden Teenager wurde, wenn man ihn an seine verflossene Liebe erinnerte, aber es war auch noch nicht so lange her, dass er mit ihr illusionierten Gehirnkontrollsex gehabt hatte, der ihn dazu gebracht hatte, Seraphim beinahe zu killen – die Symbolkraft darin durfte man selbst analysieren, wahrscheinlich würden sich Literaturstudenten daran laben wie Maden in fettem Speck. Souta erkannte keine Symbole, er erkannte generell recht wenig, was soetwas anging, aber er fühlte sich mies. Die blöde Frau, die ihn verlassen und in den Suizid getrieben hatte, war ihm immernoch wichtig. Wahrscheinlich wäre sie das weniger, wenn sie ihn nicht zu sich nach Hause eingeladen hätte, um alles zu klären – ganz toll, im Übrigen. Sich die Pulsadern aufzuschlitzen hatte eine ganz eigene Art, das Eis zu brechen, das musste man schon ehrlich sagen … Aber das interessierte ihn momentan gar nicht mehr allzu sehr. Physische Leiden waren für ihn ja mal wirklich nichts Neues, psychische zwar auch nicht, aber er war nicht mehr mit einer Frau zusammen gewesen, seit das passiert war und hatte sich sogar sein Gildenzeichen auf die gleiche Stelle wie sie machen lassen, nur um ihr ein bisschen näher zu sein. In etwa so nahe wie der gruselige Stalker, der durchs Fenster späht und einem Pappaufsteller in Brautmode ihr Porträtbild aufklebt … Er hatte gedacht, dass das vorbei war, aber der größte Gag des Jahrhunderts kam jetzt noch … er fühlte sich tatsächlich ein bisschen so, als hätte er sie betrogen. Was lächerlich war. Praktisch hatte er sie die vergangenen Monate etwa eine Million mal mit dieser Person hier betrogen, und theoretisch hatte er das nicht einmal, weil er nie mit ihr zusammen gewesen war und generell Beziehungen ablehnte. Aber Logik war nicht so leicht in seinen roten, dickköpfigen Schädel zu hämmern, deshalb fiel es ihm bestimmt auch so schwer, Sudoku zu lösen … Er war ein Vollidiot und wer erwartete, dass er jemals die richtige Zahl in ein Kästchen hinzufügen könnte … der war sowieso nichts für ihn. Das Leben ließ sich nicht in perfekt gezogene Parzellen teilen und die Summe seiner Teile ergab noch lange nicht immer ein perfektes Ganzes, weil ein Großteil der Teile noch gefunden werden mussten. Es gab keine perfekte Lösung und keine passende Zahl, Seraphim war das nicht, und auch Kabane war das nicht gewesen. Seine Schwester war nahe dran gewesen, oder hatte ihm zumindest dabei geholfen, den Hauptanteil seines Lebens auszufüllen, aber nach ihrem Tod war jemand mit einem Radiergummi über sein beinahe perfektes Rätsel gepflügt und hatte nicht nur alle Konstanten ausgelöscht, sondern auch das Papier zerissen. Er konnte sich nicht verlieben, weil niemand die behinderte Metapher in diesem gedanklichem Geschwafel erkennen würde und selbst wenn, wer wollte bitteschön ein Rätsel lösen, wo schon unendlich viele Leute drin herumgekritzelt hatten, wenn es Milliarden glatte, hübsche Exemplare gab? Soutas Lächeln war ein wenig gequält und ein wenig falsch, aber er lächelte, und das zählte sowieso am meisten und war – wie sein Gegenüber mittlerweile wissen sollte – seine freundliche Art, jemandem zu sagen, dass er bitte den Mund halten oder das Thema wechseln sollte, weil er nämlich recht genau wusste, dass auf seine Enthüllung noch ein paar mehr Fragen kommen würden und er diese nicht beantworten wollte. Kleine Eruptionen, man erinnert sich. Der Kettenmagier hob die Hand in seiner Hand an seine Lippen und küsste den blassen Zeigefinger seines besten Freundes, verharrte für ein paar Sekunden in der Position und schluckte, ehe er die Augenbrauen hochzog und eine Pirouette machte, schließlich waren die Arme sowieso schon gehoben. „Ich hab eine bessere Idee“, meinte er und fuhr sich mit der Hand durch die zerzausten, von der Nachmittagssonne an Blut erinnernde Haare. „Statt langweiligen Nachforschungen würde ich gerne etwas essen gehen – du hast wahrscheinlich keinen Hunger, also kann ich mir das alleine holen, außer du willst mit.“ Er lächelte und ließ sie los, nur um die Hände in die Hosentaschen zu stecken und diese in einer recht offensichtlichen Geste nach außen zu stülpen, die deren beeindruckende Leere zeigte und die Peitsche an seinem Gürtel leicht wippen ließ. „Du musst nämlich sowieso zahlen.“ Natürlich musste er das, Seraphim bezahlte andauernd. So lief das einfach in einer wie auch immer gearteten Beziehung mit dem Rothaarigen, der zu hübsch für sich selbst war und mit Gefühlen nicht klarkam - damit er auf seine Kosten kam, bat er die anderen Menschen an die Kasse und akzeptierte als Bezahlung nicht nur Geld, sondern auch emotionale Abhängigkeit, ohne Umtausch oder Rückerstattung. Das war eigentlich ziemlich mies, deshalb ... "... Bitte?"

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Fr 31 Okt 2014 - 20:56

Wollte man es fatalistisch ausdrücken, dann war Seraphim emotional von Souta abhängig. Das lag sowohl daran, dass er schrecklich in ihn verliebt war, als auch daran, dass der Kettenmagier der einzige Mensch war, dem gegenüber er so etwas wie echte Emotionen empfand - er war also somit ein absolutes Unikat. Deswegen waren diese wenigen, positiven Emotionen, die ihm inne wohnten, natürlich von ihrer Quelle abhängig, die nun einmal der Kettenmagier war - aber das sollte man nicht mit Willenlosigkeit verwechseln. Der Dragonslayer hatte nämlich schon früh gelernt, dass bei aller Taktik des Umgarnens, Schmeichelns und Werbens eine kleine Regel nicht verletzt werden sollte: Es war zwar okay, seinem Ziel ein Getränk oder auch zwei auszugeben, aber es lohnte sich in den seltensten Fällen, allzu großzügig zu sein, weil man sich ja immerhin nicht ausnutzen lassen wollte. Im Umgang mit Souta war wohl wahr, dass es häufiger er war, der die Rechnungen bezahlte, öfter mal einen Schmarotzer bewirtete und generell vieles für ihn tat, was er bei anderen nicht einmal in Betracht ziehen würde - aber er bekam ja auch etwas dafür, nämlich seine freudigen Gedanken und Emotionen, die, wie gerade erläutert, zu großen Teilen von ihm geschaffen wurden. Wäre das nicht der Fall, wäre nicht sicher, ob er weiterhin so spendabel wäre und in diesem Fall, sah er dieses Geben und Nehmen gefährdet, weil Souta auf absolut unnachvollziehbare und für ihn selbst ungünstige Weise reagiert hatte. Natürlich war er verfressen, aber normalerweise gab es doch noch Dinge, die den Drang, sich zu ernähren, unterliefen, weil sie einfach viel essentieller für einen Mann wie ihn waren: Er konnte sich nicht daran erinnern, dass Souta jemals nein gesagt hatte, wenn er ihm Interesse an einer bestimmten Sache kommuniziert hatte - und das war zu allem Überfluss auch noch gewesen, während er in einem für ihn nicht sonderlich attraktivem Körper steckte. Insofern wunderte es ihn ziemlich, dass er eine vollbusige Weißhaarige ablehnte, wenn diese ihn doch so eindeutig aus violetten Augen anblinzelte... das war unnatürlich. Und immer, wenn Souta sich unnatürlich verhielt, hatte er sofort das Gefühl, dass da etwas im Busch war. Vielleicht sollte man ihn dem Kettenmagier gegenüber sogar überprotektiv nennen, denn bei anderen würde er sich wahrscheinlich nicht gleich Sorgen machen. Einen kurzen Moment sah man Kyra diesen Gedanken sogar an, als ihre Augen über sein Gesicht wanderten, um dort den leisesten Hinweis auf Schmerzen oder Krankheit zu erspähen, ehe sich ihre feinen Augenbrauen hoben und sie dann leicht schmollend zu dem Rothaarigen aufblickte. Nein, er schien gesund - aber dennoch war er wohl nicht allzu gut drauf, was man allein daran sah, dass er wieder einmal sein Maskenlächeln aufgesetzt hatte... er liebte es, ihn lächeln zu sehen, aber in manchen Situationen war es wie ein Schild vor der Außenwelt und auch vor ihm, obwohl er ihn inzwischen so gut kannte, dass er das bemerkte. Damit schottete er sich ab und schloss ihn aus, was ihn von ihm entfernte - was ihm wiederum gar nicht gefiel. Seine Weigerung hatte doch wohl nichts damit zu tun, was er geradegesagt hatte, oder? Immerhin hatte er erklärt, dass er unglücklich verliebt gewesen war... aber das konnte ihn doch jetzt nicht wirklich davon abhalten, ihn glücklich zu machen! Das wäre nicht tolerierbar, weil es nichts wichtigeres als das gab! Das konnte Souta nicht machen - und er selbst würde es nicht zulassen. Noch sträubte er sich, aber das sollte nicht heißen, dass er diese Weigerung ewig lange aufrecht erhalten können würde...
Kyra schmunzelte und wackelte tadelnd mit dem Zeigefinger vor Souta herum, schloss die Augen mit leicht hochgezogenen Brauen und schüttelte den Kopf. "So geht das nicht, Souta-chaaaan~", erklärte sie mit von Schalk durchdrungener Stimme, öffnete ein Auge und fixierte damit seines. "Man bekommt nicht einfach so Geld für nichts...", fuhr sie in einer Tonlage fort, die an eine Oberlehrerin erinnerte, "Und ich sehe nicht ein, warum ich das bezahlen sollte, wenn ich nichts dafür kriege..." Mit unschuldigem Blick betrachtete sie ihre Fingernägel und wandte sich dann schlussendlich wieder an Souta, legte den Kopf schief und blickte ihn aus großen Augen an. Vielleicht war es an der Zeit, eine typisch weibliche Masche zu versuchen, wenn er schon auf nichts anderes reagierte... "Magst du mich nicht mehr?" *Oder magst du diese blöde Kuh, wer auch immer sie ist, lieber?*

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Fr 31 Okt 2014 - 22:45

Man bekam also nicht einfach so irgendwelche tollen Dinge gegen eine kaum erwähnbare Gegenleistung – wirklich? Klar, Souta war ein Stadtkind, klar, seine Familie hatte immer hart schuften müssen, damit das Essen auf den Tisch kam und er hatte durchaus Erfahrung mit ehrlicher körperlicher Drecksarbeit, aber was solche Dinge anging, war er eine verwöhnte Prinzessin aus einem Zeichentrickfilm. Er bekam vieles umsonst, weil er unglaublich gut aussah, egal ob er sich einen Gratisapfel aus dem Wochenmarkt stibitzte oder die Miete in seiner alten Wohnung nicht bezahlen konnte – manchmal lebte der Itasa in einer märchenhaften Zauberwelt der Sexyness, in der morgens blaue Vögelchen beim Anziehen halfen und abends die Rehbabies seine Decke über ihn ausbreiteten. Wenn er auch nichts sonst konnte – er war gut darin, andere Leute auszunutzen und für sich arbeiten zu lassen, ohne negative Hintergedanken natürlich. Ihm ging es nicht um Weltherrschaft oder Machtdemonstrationen ... Er wollte einfach seinen Kram haben und ließ dann alle in seiner Umgebung auch brav in Ruhe. Meistens. Hin und wieder. Jedenfalls – gerade bekam er offenbar nicht das, was er wollte, und zwar in zweierlei Hinsicht. Zum Einen war da Seraphim, der ihn anturnte wie der Olympiasieger in Bodengymnastik und ihn dazu einlud, die unendlichen Weiten neuer Galaxien zu erkunden, doch das wollte er nicht, weil er gerade nicht gut drauf war und dem Ganzen nicht mit vollster Leistungsfähigkeit entgegenstehen könnte, obwohl er/sie das verdient hatte. Zum Anderen gurrte sein Magen gerade tatsächlich vor sich her und schob Luft durch die Gegend, immerhin hatte er bestimmt seit drei Stunden und etwa einer weiteren körperlich anstrengenderen Zeit nichts mehr zwischen die Beißer bekommen, was an sich schon einem Sakrileg gleichkam. Somit zogen die urtümlichsten Triebe seines Körpers in zwei verschiedene Richtungen und hinterließen ihn in einer Zwickmühle, aus der er nur auf eine einzige Weise entkommen konnte, die ihm allerdings nicht sonderlich gefiel. Na ja. Er hatte natürlich noch weitere Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte er ja einfach auf sein eigenes Glück pfeifen und dem lächerlich niedlichem Dackelblick nachgeben, immerhin war es ja wohl recht offensichtlich, dass Souta irgendwie auf naive, aber gut bestückte Mädels stand, die sich leicht herumkriegen ließen ... Was auch immer das nun über die Beziehung zu seiner Schwester aussagte, doch davon sollte man sich generell entfernen, also ... Sollte er ihr nachgeben? Konnte er sie stehen lassen? Normalerweise ja nicht, aber das hier war keine aufgerissene Tusse, deren Namen er nach kurzer Zeit irgendwie schnell wieder vergaß, das war sein bester Freund – und der spielte das gerade. Klar, es sprach gewisse Dinge in ihm an und brachte ihn fast um den Verstand, aber es war doch leichter das hier als Scharade abzutun, wen man den wirklichen Schlachtplan der Person kannte. Souta hatte keinen blassen Schimmer, warum der ihm nichts zu essen kaufte, aber er konnte auch bockig sein und sich verweigern, jawohl ... Was zu Option Nummer Zwei führte. Viele vergaßen das gerne einmal, aber Souta war ja eigentlich ziemlich schnell. Ja, er war flink. So flink, dass er auch einfach abzischen, irgendwo essen und dann von dort verschwinden konnte. Er musste nur irgendwo hingehen, wo er dem Restaurant nicht mehr über dem Weg lief, bis sich die Zeit auf magische Weise zurückdrehte und et voilá ... Allerdings machte das Seraphim sicher stinkig und er wollte ihn nicht ganz alleine lassen, sonst machte er noch irgendwelchen Quatsch wie seine Aussage ernst zu nehmen oder über das Gesagte nachzudenken. Zwickmühle. Was tat man an einer solchen Stelle?
Gar nichts!
Ja, im wahrsten Sinne des Wortes. Die beiden taten gar nichts. Nichts von den zwei Optionen jedenfalls. Seraphim bekam nicht das, was er wollte, und Souta ging nicht essen, stattdessen marschierten die beiden schnurstracks auf den netten kleinen Marktplatz mit dem Brunnen zu. Noch war es warm und sonnig, aber die Abenddämmerung hockte schon irgendwo und wartete nur darauf, zum Einsatz zu kommen und alles in ein schönes Rotlicht zu tauchen. Ihre Begleiter waren leicht beleidigtes Schweigen und donnergrollendes Magenknurren, das dem Rothaarigen allerdings nicht unbedingt unangenehmer als Ersteres war. Irgendwie glaubte er, dass es kein schlauer Schachzug gewesen war, nichts zu tun und dass er es einfach hinter sich bringen hätte müssen, aber wenn er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, konnte er nichts dagegen machen, deshalb würde er nicht umkehren und sich auch für nichts entschuldigen, immerhin war es sein gutes Recht, etwas aufgrund emotionaler Verwirrtheit zu verweigern, das durften nicht nur Frauen und das hatte nur bedingt etwas mit Seraphims Attraktivität zu tun. Natürlich mochte er ihn noch, es müsste schon viel passieren, dass sich das änderte ... Dennoch fühlte er sich nicht gerade besser. Vor allem gab es hier gerade keine umhauenden magischen Schauspiele zu betrachten, wenn sie jetzt auch noch völlig umsonst hergekommen waren, bekam er wahrscheinlich die Krise schlechthin, weit entfernt war er ja sowieso nicht. „Ich hab Bauchweh“, meinte er in einem eher zweifelhaftem Versuch, das Schweigen zu brechen, und klang dabei nicht nur unsicher, sondern auch ziemlich kleinlaut. Wahrscheinlich würde er das nun als Vorwurf sehen, weil er nichts zu essen bekommen hatte, aber er hatte nun einmal einen behinderten Körper, dagegen konnte er nichts machen. Und es war immer ein großer Schritt, wenn er Schwäche eingestand, das machte er nicht bei jedem ... Wie ging das hier nun weiter?

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 12:53

Ja, Seraphim war beleidigt. Er war nicht besonders schnell in diesen Zustand zu bringen und meistens fälschte er solches Verhalten, wenn er glaubte, etwas damit erreichen zu können, aber dieses Mal war das Schmollen echt. Seraphim war es nämlich nicht gewohnt, dass man ihn abwies - und erst recht nicht, wenn derjenige Souta war und dafür einfach keinen richtigen Grund hatte. Was für einen Grund konnte es auch geben, eine so anbetungswürdige Dame abzuweisen, wenn sie sich anbot, ihn von seinem Leiden zu erlösen? Zudem hatte auch er bestimmte Bedürfnisse und wollte diese befriedigt sehen, war es da so falsch, da Souta als Ziel anzupeilen? Sollten sie es heute nicht mehr schaffen, diesen Fluch aufzuheben, musste er sich am Ende noch einen anderen Kerl schnappen, aber eigentlich wollte er das gar nicht... immerhin bedeutete das ja irgendwie durchaus etwas, dass er dem Rothaarigen diese Ehre hatte zuteil werden lassen - und nun hatte er sie abgelehnt. Selbstverständlich machte ihn das pissig, also reagierte er auch nicht so, wie er das normalerweise tat, wenn Souta über irgendwie geartete Schmerzen klagte und umsorgte ihn sofort, sondern zuckte mit kalter Miene mit noch viel eisigeren Schultern. Natürlich hatte er Hunger, denn er bekam diesen sehr leicht und war beinahe dauerhaft auf Nahrungszufuhr angewiesen, aber er war eben selbst Schuld daran, dass er nichts hatte essen können. Seraphim war kein großzügiger, selbstloser oder auch nur freundlicher junger Mann, zum Rest der Welt war er bis auf wenige Ausnahmen ein verdammt egoistisches Arsch und wenn man schon das Privileg besaß, zu den wenigen zu gehören, die er besser behandelte, sollte man dieses nicht einfach weg werfen. In dieser Hinsicht verstand er nämlich keinen Spaß und würde Souta genau das auch spüren lassen. Er musste erst gar nicht versuchen, sich irgendwie als Opfer darzustellen oder ihm ein schlechtes Gewissen zu bereiten, denn dazu hatte der Dragonslayer gerade weder Lust noch Laune. Entsprechend biestig lautete die Antwort, die zwischen vollen Lippen hindurch geweht kam: "Das hast du dir selbst ausgesucht~" Kein Mitleid und kein Lösungsangebot. Herzlich willkommen zu einem wenig maskierten Seraphim, selbst wenn dieser gerade im besten Kostüm aller Zeiten steckte.
Der Marktplatz sah ungefähr so aus wie am Tag zuvor. Korrektur, es war nicht nur derselbe, er sah auch nicht nur komplett gleich aus, es passierte auch dasselbe, weil sie kurz vor ihrem Eintreffen zum zweiten Mal dem Jungen über den Weg liefen, der sich der Länge nach hinlegte und dem Dragonslayer damit nicht einmal ein müdes Zucken entlockte. Sollte er ich ruhig weh tun. Seiner Laune würde es sicherlich keine zusätzlichen Abstriche machen, wenn er sich das Genick brechen und sterben würde, denn weder interessierte ihn das, noch war er der Meinung, sie könne noch ein wenig tiefer sinken. Er hatte keine Lust auf diese Quest, aber andererseits wollte er auch, dass sie endlich vorbei war, damit er seinen eigenen Körper wieder hatte und sich einfach das nehmen konnte, was Souta ihm nicht hatte geben wollen. Sobald er wieder er selbst war, war er damit nämlich nicht mehr nur an diese eine Person gebunden, was ihm einiges an zusätzlichen Freiheiten einräumte. Momentan aber konnte er ja nicht einfach aus dieser Hülle wie aus einem überdrüssig gewordenen Kleid schlüpfen, weswegen sie dringend den Auslöser für diese ganze Maloche finden mussten. "Hm..." Was hatte Luciana gesagt? Sie hatte auf der Wand des Brunnens gesessen und sich gewünscht, der Tag möge nie enden... ohne groß nachzudenken setzte der Dragonslayer sich an die genannte Stelle und blickte die Sonne an, die langsam als roter Ball in Richtung Horizont entschwand. Der Platz leerte sich langsam. *Ich wünsche mir, dass alles wieder ist wie direkt vor Beginn der Zeitschleife...*, dachte sie in der kleinen Hoffnung, das würde etwas ändern. Leider machte es aber nicht plötzlich "Puff" und ihre Quest war beendet, also hieß es wohl warten... wann würde die Zeit wohl resetten?

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 12:56

Hmja, das hatte sich Souta wohl tatsächlich selbst zuzuschreiben, aber wer hätte denn auch damit rechnen können, dass Seraphim plötzlich zu einem konsequentem und strengem Menschen wurde, wo er doch sonst eher ein laufendes Wattebäuschchen war, wenn es darum ging, die Bedürfnisse des Kettenmagiers zu befriedigen? War das etwa nur so lange anwendbar, bis sich ihre Bedürfnisse überschnitten oder hatte der Rotschopf gar nur dann etwas gut, wenn er es sich auch erarbeitet hatte? Wo war ihre bedingungslose Liebe und ewige Treue hin, wenn man sie einmal braucht … aber halt, soetwas besaßen sie ja gar nicht. Dann war ja alles klar. Sein momentan recht hübscher Freund war beleidigt, weil Souta keine Lust auf gewisse Dinge gehabt hatte. Fand das eigentlich nur er lustig? Immerhin hatte der das so sicher heute zum allerersten Mal gemacht und dennoch sofort wieder eine Wiederholung eingefordert, was ja durchaus schmeichelhaft war – ob ihm das selbst allzu sehr bewusst war? Scheinbar hatte Souta es wohl doch noch drauf und schaffte es sogar, einen waschechten Mann aus den Latschen zu hauen, das war schon ein gewisser Boost für sein Selbstvertrauen, da mochte man sagen, was man wollte. Soviel also zu dem neckischem '-chan'-Ende an seinem Namen, vielleicht sollten sie darüber ja noch einmal reden … Obwohl er im Moment ja irgendwie froh um diese Anrede wäre, weil sie soetwas wie Zuneigung ausdrückte. Das fehlte aber gerade wohl vollkommen. Normalerweise wurde er nicht ignoriert, wenn er Schmerzen hatte und es war nicht fair, ausgerechnet jetzt damit anzufangen, wo er doch den ganzen Tag schon so brav gewesen war und alles getan hatte, um Seraphim in seinem Zustand zu unterstützen. Wie konnte man dermaßen nachtragend reagieren, weil man einmal „Nein“ gesagt hatte? Souta war sicherlich nicht der Sklave von diesem Weißhaar, er war ein exotischer Paradiesvogel und man konnte ihn sicherlich nicht so leicht abrichten. Das war doch alles kacke hier … Seraphim hockte sich lieber auf den Brunnen, statt ihm den Bauch zu streicheln und ihn zu umsorgen, und er musste danebenstehen und wie ein getretener Hundewelpe auf den Körper schauen, den er sich in einem Anflug von Blödheit durch die Lappen hatte gehen lassen. Der Kettenmagier runzelte die Stirn und fand, dass es jetzt eigentlich nur noch regnen musste, damit wirklich alles im Arsch war, aber natürlich würden keine Wetterumbrüche stattfinden, da dieser Tag ja genau derselbe wie der vorherige war und es schon am Vortag keine Schauer gegeben hatte. Vorhin war das Kind umgefallen, der alte Kerl mit der Eulenbrille war ihnen begegnet und keiner hatte sich auch nur im Geringsten anmerken lassen, dass sie schon einmal hiergewesen waren, was natürlich der einschlägigste Beweis war, immerhin fiel Souta ja durchaus auf und hatte einen gewissen Ruf, fragwürdigen Eindruck zu hinterlassen, ob er nun versehentlich ein Dorf abfackelte oder den Regierungsturm von Fiore entweihte … Doch heute würde er wahrscheinlich gar nichts mehr entweihen, immerhin hatte er sich sehr ausgiebig in einem Fettnäpfchen gebadet und bezweifelte, dass man das durch ein paar schöne Worte wieder geradebiegen konnte, außerdem waren die Kniefallentschuldigungen irgendwie schon aus. Vielleicht sollte er Seraphim ja einen Strauß Blumen klauen, einen richtig großen, aber das tat man wohl eher bei Frauen, aber wenn sie nun besonders gut rochen …? Hm … Ob es hier wohl irgendwo einen Markstand gab, der noch nicht geschlossen war? Zur Not musste er ihn eben aufbrechen, das sollte kein großes Problem sein. Mit nachdenklichem Blick wanderte der Rothaarige ein paar Meter vom Brunnen weg und betrachtete das Vorhängeschloss, das eine Imbissbude vor Einbrechern schützen sollte, auf eventuelle Schwachstellen. Doch während er darüber nachdachte, ob er es nicht vielleicht mit einem gezieltem Schlag abbrechen könnte, schien es vor seinem Auge zu verschwimmen und sich zu verflüchtigen, in einer Art Regenbogenschliere auf das Zentrum des Platzes zuzusteuern – dem Brunnen. Irritiert wandte sich der Kettenmagier um und erkannte, dass es schon dämmerte – er war offenbar länger herumgelatscht als er gedacht hatte – und, dass irgendetwas nicht stimmte. Um den Brunnen herum schien die Luft zu flimmern, als würde jemand grillen, doch die Temperatur hatte sich nicht verändert, daher war das doch eher verdächtig. Eigentlich sollte es doch unmöglich sein, aber wenn er es nicht besser wüsste, würde er doch glatt sagen, dass der Brunnen die Luft nicht in Bewegung versetzte, sondern sie einsaugte. Was auch immer dieses Teil tat und egal, ob es gefährlich oder normal war – wer kannte sich schon mit Brunnen aus? - er zögerte nicht lange, flimmerte einmal selbst über den Platz und ergriff Seraphims Handgelenk. Der mochte zwar noch sauer auf ihn sein, doch es gab gewisse Dinge, über denen so ein mickriger Schein-Streit stand: Eines davon waren saugende Brunnen. Sein Griff verfestigte sich mit zunehmendem Verschwimmen der Umgebung, das gleichzeitig auch dafür sorgte, dass es hier ein wenig unangenehm wurde. Obwohl er keine Erfahrung mit solchen Phänomenen hatte, fühlte sich Souta ein wenig so, als wolle er vor einem Tornade davonrennen, weswegen er darauf verzichtete, irgendwelche Risiken einzugehen. Selbst wenn sich sein bester Freund selbst halten konnte, musste man bedenken, dass er momentan eine Frau war und das bedeutete nun einmal, dass er einen Teil seiner körperlichen Kraft eingebüßt hatte, wenn auch wahrscheinlich nur einen kleinen. „Warst du das oder ist das der Dschinn?“, fragte er dennoch, während er der Weißhaarigen etwas verlegen den Arm zwecks besserem Griff um die Hüfte schlang und sich mit dem freien Arm an einer nahegelegenen, eisernen Straßenlaterne festhielt. Im Extremfall würde er einfach so schnell wie möglich von diesem Strudel wegrennen, immerhin gab es wenige Dinge, die ihn einholen konnten – aber vorerst war er neugierig. Hatte jemand den Dschinn beschworen oder passierte das jeden Abend, wenn sich die Zeit zurückdrehte? Wahrscheinlich würden sie ihre Antworten hier finden – sofern sie nicht zum Opfer dieses Brunnens wurden. Das wäre nämlich eines der eher peinlichen Schicksale, die er sich vorstellen könnte ... Tod durch saugen.

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 13:06

Souta hatte Seraphim einfach selten wirklich beleidigt gesehen, weil es sehr wenig gab, das den Dragonslayer an dem Rothaarigen störte. Er bediente unterhaltungstechnisch, optisch und auch in anderen Belangen vorzüglich, also mussten sie sich selten streiten, zumal er ebendas extrem hasste. Die Welt war so schön ohne Zwist zwischen ihnen, weil er dann auf einer rosaroten Wattewolke davon treiben konnte und ganz und gar glücklich sein konnte. Es gab nicht viel, was ihm die Laune verdarb, aber der Gedanke daran, dass er sich das alles nur einbildete und vor der Realität davon lief, gefiel ihm gar nicht. An sich war er nämlich ein realistischer Mensch, sodass er durchaus bemerkte, wenn er sich etwas vormachte... doch es tat in diesem Fall einfach zu gut, zu ignorieren, dass Souta ihm nicht dieselben Gefühle entgegenbrachte, die er für ihn hegte. Auch wenn er sich früher mit Vorliebe über verliebte Menschen lustig gemacht und diesen Zustand ausgenutzt hatte, hatte er inzwischen begriffen, dass es nicht nur ein schrecklicher, sondern auch ein wunderbarer Fehler war, einem Menschen sein Herz zu schenken. Albern... aber genau deswegen hatte es ihn so getroffen, als Souta ernsthaft traurig darüber schien, was in seiner Vergangenheit mit einer offenbar wirklich realen Liebe passiert war... denn bedeutete das nicht, dass er diese Person noch immer liebte, ihr nachtrauerte und sie damit ganz aktiv über ihn selbst stellte. Es war eine Sache, zu tolerieren, dass man nicht geliebt wurde, während auch keinem anderen diese Ehre zuteil wurde, eine andere, zu wissen, dass man jemandem in dieser Hinsicht unterlegen war... und das machte ihn sauer. Das machte ihn schon deswegen grantig, weil diese Person daran Schuld war, dass er seinen Willen nicht bekam, von dem Schlamassel in seinem Herzen mal ganz abgesehen. Nur weil man jemanden liebte, musste das noch lange nicht bedeuten, dass man ihm alles sofort vergeben konnte. Manche Dinge trafen eben tief...
Plötzlich spürte er jedoch einige Dinge beinahe simultan, deren eigentliche Reihenfolge er kaum auseinander dröseln konnte: Souta packte das schmale Handgelenk, das er momentan sein Eigen nannte und irgendwas riss die Luft hinter ihm herunter, sodass er sicherlich gefallen wäre, wenn der Kettenmagier nicht schnell genug reagiert hätte. Er kam nicht recht zum Antworten, denn auf einmal schien die Umgebung zu zerfließen. Als sei sie ein Gemälde, auf das man Wasser kippte, verschwammen die Farben und liefen in immer schneller werdenden Schlieren au den Brunnen zu, auf dessen Mauer er sich gerade noch befunden hatte. Das erstaunte "...Danke..." war daher wohl angebracht, immerhin fragte er sich, was wohl passiert wäre, wenn er dort hineingefallen wäre... Tatsächlich dauerte es aber nicht lange, bis die ersten Menschen an ihnen vorbei flogen, kreischend und schreiend, manche sogar schlafend und immer länger wurden, ehe sie in dem Loch verschwanden. "Wenn ich so etwas könnte, bestünde die Weltbevölkerung inzwischen aus Spaghetti." So viel zu lieben, netten Mädchen. Allerdings war die Wahrscheinlichkeit, dass diesen Menschen nichts geschah, ziemlich hoch, denn ganz bestimmt war das der Anblick einer Zeitzurückspulung... und das konnte er selbstverständlich nicht. Wäre allerdings interessant, denn dann könnte er eine Dame aufs Geratewohl anbaggern, gucken ob er mit der Masche weit kam und bei Versagen einfach noch einmal von neu anfangen. Das wäre sicherlich praktisch...

Lange hatte der Dragonslayer jedoch nicht Zeit, über das Für und Wider einer solchen Fähigkeit nachzudenken, denn der Sog riss immer stärker an ihnen, sodass er versuchte, die beiden mit seinem Flugzauber zu stabilisieren, was insofern problematisch war, als dass die Luft auch eingesogen wurde. Nach etwa einer Minute, die ihm deutlich länger und auch anstrengender vorkam, stoppte auf einmal jegliche Bewegung. Die noch vorhandenen Farbschlieren, in die sich die Umgebung aufgelöst hatte, hingen wie seltsam anmutende Kunstwerke in der Luft, als habe jemand ein Video angehalten - allerdings in 3D. Der Sog hatte aufgehört, sodass Kyra vorsichtig Soutas Arm losließ und sich umsah. Es machte ein wenig den Anschein, als befanden sie sich in einer großen, vollkommen abgedunkelten Halle, in der sie aller Logik zum Trotz dennoch sehen konnten. Nur war um sie herum (mal mit Ausnahme der Schlieren) nichts zu sehen außer schwarzer Leere. Sogar die Pflastersteine unter ihren Füßen waren verschwunden, sodass sie nicht mal mehr einen Boden sehen konnte, auch wenn sie das klare Gefühl hatte, auf einem solchen zu stehen. Faszinierend. "Wow...", entfuhr ihr, ehe sie mit einem scharfen Einatmen herumwirbelte und zum Brunnen starrte. In diesem schien sich inmitten der Starre nämlich etwas zu bewegen, rot und rauchig und groß... sprudelte es aus der Öffnung und lief trotz seiner rauchigen Konsistenz an den Wänden des Brunnens herunter.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 13:09

Beeindruckende Rauchentwicklungen mochten, wenn schon keine Flammenbrünste im Spiel waren, und von denen sah man momentan keine Spur, darauf schließen lassen, dass sie als Ankündigung der wahren Bedrohung fungieren sollten. Viele Bösewichte suchten sich doch möglichst pompöse Auftritte aus, um die Gegner zu verunsichern und den Überraschungsmoment auf ihrer Seite zu wissen. Auch wenn Souta solchen Showfanatikern für gewöhnlich nicht auf den Leim ging – wohl, weil er selbst ein solcher war und daher die meisten Tricks kannte – musste man doch zugeben, dass diese Entwicklung ihm ein mulmiges Gefühl im Magen bereitete, dass nicht von seinem Hunger stammte, sondern beinahe schon mit Angst verwechselt werden könnte. Natürlich war er nicht so dumm, sich vor einem noch nicht einmal aus dem Rauch gekrochenem, möglicherweise imaginärem Dschinn zu fürchten, aber die Umgebung lud ja schon nicht gerade zur Entspannung ein. Bodenlose, schwarze Abgründe waren eine Sache, die man umgehen konnte und sie sahen vielleicht im ersten Moment gruselig aus, entpuppten sich aber als Täuschung, wenn man auf ihnen herummarschierte. Schlimmer war da das Gefühl, vollkommen eingeengt zu sein, eingesperrt in einer Art magischem Käfig, der sich irgendwo jenseits von Zeit und Raum zu befinden schien und keine Ausgänge aufwies. Keine Ausgänge wiederum waren schlecht für Soutas Nerven, der nun einmal eine geringe Form von Klaustrophobie entwickelte, wenn er wusste, dass er nicht entkommen konnte. Dementsprechend klopfte sein Herz gerade etwas schneller, seine Atmung ging keuchend und er hatte die Hände zu Fäusten geballt. Gerne würde er nun die Arme um Seraphim legen, nur um in dieser Situation jemanden zu haben, an den er sich klammern konnte, doch das wäre nicht nur etwas mädchenhaft gewesen, sondern auch noch dumm, schließlich blockierte er so den anderen in Sachen Zaubern und das wollte man nicht. Daher tat er das Einzige, was ihm einfiel, um seine Furcht zu überspielen und trat einen Schritt vor, leicht schräg vor seinen Freund. Er war sicherlich kein gutes Schutzschild, aber als Nahkämpfer musste er wohl irgendwie nahe stehen und gleichzeitig signalisieren, dass dieser Rauch ihn nicht aus den Latschen kippte, da brauchte es schon mehr, obgleich seine Hand in weiser Voraussicht über seiner Peitsche verharrte, nur für den Fall. Der Rauch wurde dichter und wirbelte in immer höheren Formen durch die Dunkelheit, die keine war, bis er sich langam lichtete und den Blick auf etwas erhaschen ließ, das ohne Zweifel ein Dschinn war – aber leider keiner von der sympathischen Sorte. Es gab sexy Frauen in knappen Bauchtänzerkleidern, die zum Wünscheerfüllen vielleicht die Arme verschränkten und blinzelten, es gab lustige Blaumänner und es gab gigantische, monströs aussehende Ungeheuer, die irgendwie konstant angepisst aussahen, zumindest waren das die einzigen Formen von Dschinns, die Souta spontan einfielen. Natürlich musste dieser Typ ausgerechnet der dritten Kategorie angehören und sich in drei Meter Höhe über die beugen, um sie aus rötlichen Augenschlitzen anzustarren, der Mund so groß, dass er sie vermutlich mit einem Happs verschlucken könnte, wäre er nicht irgendwie halb ätherisch. Sein Oberkörper war dunkel und muskelbepackt, in etwa fünfmal so breit wie der Kettenmagier, der mit leicht panischem Gesichtsausdruck die gigantischen Hände ansah, die auch als Mülltonnendeckel durchgehen könnten. Vielleicht auch eher Containerdeckel … Soutas Adamsapfel hüpfte, und obwohl er jetzt zumindest etwas Handfestes vor sich hatte, machte es das nicht gerade besser. Für einen Moment war er fest davon überzeugt, dass man sie einfach hinfortfegen würde, in die unerforschte Ewigkeit jenseits des Brunnens, doch letztendlich erhob sich nur eine dröhnende Stimme, die trotz fehlenden Wänden von allem hallte und sich tief in den Körper des Magiers bohrte, durch Fleisch, Sehnen und Knochen zu klirren schien und seinen Kopf zum Vibrieren brachte. Dieses Wesen war vermutlich ziemlich mächtig … Oder extrem gut darin, mächtig auszusehen. „Ihr Jünglinge wagt es, mich zu stören? Wer seid ihr, dass ihr euch in anmaßender Dreistigkeit meiner Macht widersetzt und die Erfüllung dieses Wunsches unterbrecht?“ Okay, falls sie vorgehabt haben, ein rationales Gespräch mit dieser Bestie zu führen, hatten sie das wohl erst einmal versemmelt. Aber das bedeutete nicht, dass man es nicht versuchen könnte, oder? „Na ja, wir hatten keine Ahnung … Bist du ein … Dschinn?“ Vermutlich war das überflüssig, aber man wollte ja auf Nummer Sicher gehen. Vielleicht hätten sie sich vorher unterrichten sollen, wie man so ein Ding loswurde … Hm. „Wie könnt Ihr mich anzweifeln, niederer Wurm? Ich bin ein Dschinn, mächtiger als Ihr es Euch in Euren kühnsten Träumen ausmalen könntet … Und dennoch habt ihr meinen Zauber umgangen und trotz meiner gütigen Demonstration von Macht“er deutete auf Seraphim, "beweist ihr die Dummheit, vor meine Augen zu treten? Was erwartet ihr euch von dieser Tollheit?"

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 13:11

Seraphim hatte es leider nicht so mit Unterwürfigkeit. Obwohl, auch hier musste man sich wohl korrigieren, denn wenn es um riesige, schuppige, magischen Atem ausblasende Wesenheiten ging, konnte man dieses Verhalten tatsächlich bei ihm entdecken. Es wäre deswegen wahrscheinlich für jeden, der ihn kannte, absolut befremdlich, wenn man ihn im Umgang mit seiner Adoptivmutter erleben würde, weil seine ganze, extrovertierte, extravagante, affektierte Art dann auf einmal wie weggehext war und das einzige, was zurückblieb, eine erwachsene Version des kleinen Kindes war, das sie einst aus den Flammen eines Hauses gerettet hatte. Vielleicht war er sogar noch vorsichtiger, als er gewesen wäre, wenn es nicht die Drachin, sondern seine Eltern gewesen wären, die ihn erzogen hätten. Man musste sich das alleine mal vorstellen, denn wenn man bedachte, dass seine eigentliche Mutter fromm, gütig und sanft gewesen war, während sein Vater als geradezu rechtschaffen gegolten hatte, wäre er sicherlich ganz besonders wohl erzogen gewesen. So hatte die Welt einen absoluten Traumschwiegersohn verloren und dafür einen Elternalbtraum dazu gewonnen; das Schicksal hatte wohl seine ganz eigene Vorstellung von fairen Tauschen. Es war jedenfalls eine Tatsache, dass der Seraphim, wie er nun einmal geworden war, ein Problem mit Autoritäten hatte, weil er sich selbst über vieles von dem stellte, was fröhlich in der Welt kreuchte und fleuchte. Dazu gehörten paradoxerweise auch meterhohe, leicht durchscheinende Gestalten, die aus einer Kinderfilmparodie hätten stammen können, die ein erwachsenes Klientel bedienten und bei Kindern maximal für Traumata sorgen könnten. Zum Glück war das hier nur ein Dschinn und kein Clown... besonders viel weniger furchterregend sah er allerdings auch nicht aus. Das lag mindestens zur Hälfte am Ambiente, wenn man es so ausdrücken wollte, da der Lampengeist sich wirklich Mühe gegeben hatte, seine Umgebung so passend wie möglich zu generieren und dabei wirklich nichts vergessen hatte. Die Wahrheit war, dass die Idee Seraphim wirklich gefiel, weil sie geschmackvoll, surreal gar, aber dennoch nicht übertrieben war. Man fühlte sich wie in einer anderen Welt gefangen, irgendwo zwischen Realität und Traum, in einer schwarzen Blase, die einem ein seltsam nacktes Gefühl gab. Ja, Seraphim fühlte sich beobachtet, als würden hinter der tiefen Schwärze fremde Augenpaare lauern und auf sie herabsehen... und das, obwohl Paranoia sonst wirklich nicht normal für ihn war. Dieser Dschinn hatte das Talent, das er des Öfteren bei den Regisseuren schlechter Theaterstücke vermisste, das Quantum Fantasie, welches vielen Menschen fehlte und das Tröpfchen Realitätssinn, um das Ganze nicht ins Lächerliche zu ziehen. Mal ganz von den notwenigen, magischen Mitteln abgesehen, die die Leute in solchen Theatern sicherlich nicht hatten. Auch sein Aussehen war gelinde gesagt eindrucksvoll... wenn man denn nicht besseres gewohnt war. Seraphim war das aber, also hielt es ihn nicht davon ab, die Hände in die Hüfte zu stemmen und zu erklären: "Nächstes Mal denkst du dir was anderes aus, Rauchbacke. Das hier ist ja wohl ein schlechter Scherz. Und nun mach diesen Mist rückgängig oder ich sorg dafür, dass es dir Leid tut!" Diplomatie war etwas anderes. Besänftigung auch, aber Seraphim ging sowieso nicht davon aus, dass sie auf eine friedliche Weise mit ihm überein kommen würden. Mal ehrlich, wer so einen Auftritt hinlegte, war auf Krawall aus... oder wollte ein besonders ungesundes Produkt mit allen Mitteln unter die Kunden bringen. Was nicht unbedingt ein Unterschied sein musste.
Der Dschinn reagierte genauso, wie Seraphim (und jeder andere, vernünftigere Mensch) erwartet hatte: Ein Donnergrollen entstieg der halbdurchsichtigen Gestalt, die roten Augenschlitze weiteten sich zu wütenden Flammen und das Maul des Wesens öffnete sich, um ein Wutgeheul loszulassen, das den nicht vorhandenen Boden beben ließ. "WIE KANNST DU ES NUR WAGEN, MENSCHENWURM?! Es wird dir noch Leidtun, dir eine solch freche Zunge anzumaßen!" Aber er griff nicht an. Zumindest hatte man nicht das Gefühl. Stattdessen streckte er nur die Hand aus und wischte einmal in der Luft erst in Richtung Seraphims, dann ich Richtung Soutas, woraufhin.... scheinbar nichts geschah. Zumindest, bis er ein leichtes Prickeln fühlen konnte, das sich langsam über seine Haut auszubreiten schien. Mit einem Seitenblick auf Souta bemerkte er zu seinem Erstaunen, dass sich langsam Worte auf der freiliegenden Haut zu bilden schienen, als schreibe jemand mit einer unsichtbaren Schreibmaschine darauf herum. *Was zur...?* "Wünsche sind etwas gefährliches, Menschenwurm... sie verraten so viel..." *Wa-* Sein Blick wanderte auf seinen linken Unterarm, wo sich ganz klar lesbar die Worte 'Die Menschen sollen die Drachen respektieren' zu bilden begann. Was tat dieses Wesen da? Das sah ja beinahe so aus, als lese es seine Wünsche aus seinem Gehirn ab und mache sie sichtbar! Das war gar nicht gut! Das musste sofort aufhören! Am Ende passierte noch irgendetwas schlimmes!!!

Seraphim nahm Anlauf und sprang auf den Dschinn zu.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 13:13

Natürlich gab es ein Sprichwort oder vielleicht auch einfach nur ein Lebensmotto, das besagte, dass Angriff die beste Verteidigung war, doch Souta musste sich an dieser Stelle doch eher fragen, was in aller Welt Seraphim nun geritten hatte, dass er direkt mit dem Kopf durch die Wand sprang, auch wenn letztere im Moment eher ein monströser Dschinn war. Im Grunde hatte er ja nichts gegen eine etwas impulsivere Strategie, aber es war sonst ja eher er selbst, der diese Schiene fuhr, während der Weißhaarige zwar verbal recht gut austeilte, aber eben eher auf Spott und Hohn vertraute, dabei aber für gewöhnlich immer einen kühlen Kopf behielt, was sein großer Vorteil in Kämpfen war. Wenn man sich nicht in Rage versetzen ließ, war man der Herr über seine Sinne und daher einfach besser dran, weswegen Souta diese Qualität auch an dem Himmelsmagier bewunderte, er besaß sie nämlich nicht. Im Moment schien es allerdings eher, als hätte der Ältere sie auch verloren, sie wie er sich dem Ungeheuer entgegenhechtete, kaum dass dieses eine ominöse Aussage gemacht hatte, die durch ein kitzelnd-kribbelndes Geräusch verbreitet wurde, das dem Rotschopf das Gefühl gab, sich in einem Ameisenhaufen gewälzt zu haben. Kleine glühende Punkte tanzten über seine Haut und verschwanden auch nicht, als er versuchte, sie wegzuwischen oder – etwas aggressiver – abzukratzen. Es tat nicht direkt weh, doch die leichte Hitzeentwicklung und die dazugehörige Krabbelsensation machten es nicht gerade zu einer angenehmen Erfahrung. Winzige Buchstaben begannen sich zu formen und sich bis unter sein Oberteil zu erstrecken, an allen möglichen Stellen seines Körpers. Souta wusste, dass es Magiearten gab, die mit Runen arbeiteten, doch das hier sah nicht so aus und er hatte auch noch nie erlebt, dass man dafür lebendige Unterlagen benutzte. Das hier musste eine Art fauler Zauber sein, der etwas mit Wünschen zu tun hatte und sie wahrscheinlich bloßstellen sollte. Der Dschinn hatte sicher dafür gesorgt, dass sie nun ulkige Scherzsprüche auf dem Körper hatten, die sich als tiefe Herzenswünsche ausgaben, denn er konnte doch unmöglich wissen, was in ihrem Inneren vorging, nur weil er sie mal eben kurz angeguckt hatte. Mit zweifelndem Blick – und weil Seraphim einfach mal durch den Dschinn gehüpft war und sich scheinbar nicht wehgetan hatte – betrachtete er das Schauspiel auf seiner Haut genauer und verfolgte eine Buchstabenreihung, die in ihrer Vollendung „Etwas zu essen wäre jetzt großartig“ bildete. Okay, das war klar, immerhin grummelte sein Bauch ziemlich laut vor sich hin und er hatte wirklich ziemlichen Hunger auf irgendetwas Essbares, doch das musste nichts bedeuten, schließlich hatte er ständig Heißhunger auf irgendetwas, weswegen diese Aussage immer stimmte und ein Glückstreffer sein konnte. Verdächtiger war da schon das „Meine Schwester soll wieder leben“ auf seinem rechten Arm, denn das konnte der Dschinn nicht wissen, obgleich es natürlich vollends der Wahrheit entsprach. Wie machte er das? Er durfte unmöglich alle seine Wünsche offenlegen, denn in dieser Dunkelheit glühten die Ziffern besonders aufdringlich, weswegen er auch einen Blick auf Seraphims Appell an den Respekt gegenüber Drachen hatte erhaschen können. Oh-oh … Recht panisch wandte der Rothaarige kurz den Rücken in die Richtung des Anderen, doch er brauchte nur eine Sekunde, um sich wieder umzudrehen, da es eine besonders schlechte Idee war, diesem riesigen Monster hier die Kehrseite zuzuwenden. Am Ende war das hier eine Art Ablenkungsmanöver vor dem ersten richtigen Angriff, in dem Fall mussten sie absolut bereit sein und durften nicht mit unnötigen Bedeckungsaktionen ihre Schwäche eingestehen, auch wenn das mehr als nur schwer war und es nicht mehr lange dauern konnte, bis … Oh ja, da war es auch schon. Die wulstige Narbe auf seinem Unterarm begann zu jucken und zu glühen, und auch dort formten sich Worte, in einer ironischerweise gerade dem verheiltem Schnitt folgenden Bahn blitzten sie ihm entgegen. Allerdings gelangten sie nur bis zu dem vielversprechendem Satzteil „Ich möchte st“, bis er die Hand darüber legte und die Buchstaben erst einmal erstickte, fragte sich nur wie lange, denn an allen möglichen Stellen seines Körpers begann es zu jucken, irgendwann würde sicherlich noch etwas Peinlicheres ans Tageslicht kommen, auch wenn er sich noch nicht vorstellen konnte, was das sein mochte. Leider kümmerte er sich nicht so gut um seine geheimen Wünsche, obwohl er die bisherigen auch selbst geraten hätte. Es war klar, dass das hier eher kein fauler Zauber war, sondern echte Magie. Der Dschinn konnte sie lesen wie ein Buch und kehrte das nun auch auf sie um … Was man wohl bei seinem bestem Freund alles so lesen konnte …?

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 13:21

Seraphim war panisch. Auch er hatte recht schnell begriffen, dass all dies weniger eine Illusion, als vielmehr Gedankenlesen war und sofort waren tausend Dinge durch seinen Kopf gegangen, die er ganz bestimmt nicht auf seiner Haut sehen wollte. Eigentlich bewahrte er durchaus lange einen kühlen Kopf, aber dieser Tag war so seltsam, aufwühlend und neu gewesen, dass er nicht mehr ganz er selbst war. Wie sollte man es auch ohne Schäden überstehen, einfach in einem fremden und noch dazu weiblichen Körper aufzuwachen und auf einmal das Interesse eines Menschen zu haben, der sich vorher noch nie für seinen Körper begeistern konnte, während er ihm hinterher lechzte wie der Verdurstende dem Wasser. Dann jedoch erinnerte sich dieser an eine scheinbar große Liebe, die ihn verlassen hatte oder so und setzte ihn dafür zurück, was ihn ganz schrecklich eifersüchtig machte und ihm den temporären Spaß an diesem Körper auf einen Schlag nahm. Er kam ja damit zurecht, wenn er sich in einer wenigstens ein bisschen gegenüber anderen privilegiert sah und mehr Zeit und nette Stunden mit dem Rothaarigen verbringen durfte, als die meisten anderen, aber wenn es da jemanden gab, den Souta wirklich liebte und damit über ihn stellte, fraß das sein Ego an und machte ihn stinkig. Negative Gefühle in dieser Hinsicht waren selten und trübten seine Weitsicht, natürlich, denn sonst hätte er wohl kaum eine riesige, magische Kreatur angegriffen. Das hatte jedoch eher weniger ausgemacht, weder ihm noch dem Wesen selbst, weil er einfach durch ihn hindurch segelte und eher weniger elegant auf nicht vorhandenem Boden landete. Sein Blick wanderte jedoch nicht sofort zu dem Dschinn zurück, sondern glitt zu allererst über die Haut, die in seinem Blickfeld und nicht von Kleidung bedeckt war.
Dieser Dschinn schien sich einen Spaß mit ihnen zu erlauben, indem er ihre Wünsche auf ihre Haut projizierte und sie damit bloßstellte. Er hätte mit so etwas in der Art rechnen müssen, denn allein die Tatsache, dass er ihn in eine Frau verwandelt hatte, zeugte doch schon von einem äußerst schlechten Humor und zweifelhaften Motiven. damit hatte er ja nichts erreicht, oder? Auch schien für ihn nicht das Gesetz zu gelten, dass er die Wünsche seines Befreiers zu befolgen hatte, da er sich ja ziemlich eigenständig bewegte. Vielleicht waren Kindergeschichten wie Gerüchte: Lügen, die sich um einen wahren Kern spannten. Der wahre Kern war in diesem Fall, dass es Dschinns gab und dass sie mächtig genug waren, Wünsche zu erfüllen - die Lüge allerdings, dass sie diesen Prozess nur bis zu einem gewissen Grad steuern konnten. Dieser Kerl war eindeutig für sein Handeln selbst verantwortlich und er schien Spaß daran zu haben, wie panisch die Weißhaarige gerade war. Auch Souta nahm das ganze wohl nicht gut auf, aber Seraphim stand vor einem wahrscheinlich noch größeren Problem: Es hatte einen Grund, warum er sein Innerstes nicht nach außen gewendet trug. Es gab Menschen, die das tun konnten und gleichzeitig eine Zierde mit sich herum schleppten, aber er war innerlich hässlich. Dabei war das nicht einmal das größte Problem... das war nämlich, dass ein Großteil seiner Wünsche mit einer ganz bestimmten Person zu tun hatten und diese nichts von ihnen erfahren durfte! Noch hatte sich bisher nur ein 'Ich möchte meine Erinnerungen zurück haben.' auf ihrer rechten Wade gebildet, aber es konnte nicht lang dauern, bis das Thema zu Souta hinüber wechselte. Und oh Gott, was er sich ihn bezüglich alles wünschte! Diese ganze Sache würde schrecklich peinlich werden, auch wenn er der Meinung war, dass der Einäugige das meiste sowieso schon wusste... solange eine ganz bestimmte, wenn auch basale und für ihn wichtige Sache in seinem Kopf blieb! Er hatte solche Angst, dass Souta davon rennen würde, wenn er wusste, was er für ihn empfand... und das durfte nicht passieren.
Mit einem tiefen Luftholen schoss er einen Sky Dragon's Roar auf den Dschinn ab, doch auch wenn es ihn leicht verformte, als habe er den Zauber durch Nebel geschossen, materialisierte er sich sofort wieder und lächelte höhnisch auf ihn herab. Wie erwartet, begann die Haut seines Körpers noch stärker zu kribbeln, überall, sogar im Gesicht und er sprintete zur Seite, wobei ihm auffiel, dass der Wunsch auf ihrem linken Oberschenkel geradezu obszön war, obwohl er nur mit Sanitäreinrichtungen zu tun hatte. Wie sollten sie dieses Ding besiegen? Er hatte doch keine Ahnung! "Souta, haben Dschinns irgendwelche wunden Punkte?!", rief er dem Kettenmagier deswegen zu und blickte kurz zu ihm.
Noch immer kribbelte seine Gesichtshaut. Dass sich auch dort langsam Worte bildeten, blendete er nicht nur aus, er könnte sie ja sowieso nicht lesen... Souta dagegen schon. Bisher standen dort allerdings nur fünf Buchstaben, die seinen Namen bildeten, direkt auf seiner Stirn.

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 14:25

Immer stärker wurde der Drang des Kettenmagiers, sich in die Dunkelheit zu flüchten, um der Schmach seiner enthüllten Geheimnisse zu entkommen, die sich mit heftiger werdendem Kribbeln über seinen Körper zogen und scheinbar der ganzen Welt seine schlimmsten Probleme offenlegten. Souta war normalerweise nicht gut darin, seine Emotionen so zu zeigen, er versuchte eher, die herunterzuspielen oder in positiver Hinsicht zu überschminken, jetzt aber war er machtlos dagegen und fühlte sich hilflos wie ein kleines Baby, dem irgendein verrückter Typ eine Waffe in die Hand gedrückt hatte. Seraphim war durch den massiven, bedrohlichen Körper des Dschinns gesprungen, was den Schluss nahe legte, dass körperliche Angriffe – was in etwa alles war, das Souta zu bieten hatte – wirkungslos waren. Wenige Sekunden später zeigte sich ein ähnliches Phänomen beim stärksten magischen Angriff des Himmelsmagiers. Wenn man schon einmal gesehen hatte, wie dieses 'Roar', wie er es nannte, Massen an Gegner hinwegfetzte, war es umso ernüchternder, dass ihr Gegner dadurch nicht einmal einen Kratzer bekam. Für eine furchtbar lange, unproduktive Zeitspanne stand der Rotschopf dem Ding mit leicht geöffnetem Mund und riesengroßem Auge entgegen. Natürlich war er für solche Momente ausgebildet worden und hatte zumindest laut Gildenmeister die Qualifikation auf Quests dieser Größenordnung zu gehen, aber die scheinbare Unbesiegbarkeit ihres Feindes haute ihn gerade um. Er war kurz vor einer Panikattacke, was sehr untypisch für ihn war, und er konnte gerade noch mit ein paar geübten Griffen seine Peitsche lösen, ehe er zurücktaumelte und sich fragte, wie in aller Welt sie einen Schwachpunkt bei diesem Monstrum finden sollten. Souta baute doch darauf, dass er unangreifbar war, doch nun übte der Dschinn einen Anschlag auf seinen Geist aus. Es konnte ihre Gedanken lesen. Es war … Es war genauso wie auf ihrer letzten Quest. Ein grünes Auge schwankte zu Seraphim hinüber, der aus irgendeinem Grund seinen Namen auf der Stirn trug und ihm zurief, ob er denn wusste, wie man einen Dschinn ausschaltete. Woher sollte er denn wissen, wie man das tat? Er war schon wieder nutzlos, schon wieder konnte man seine labile Geistesverfassung gegen ihn ausnützen. „Ich möchte etwas bewirken“ erschien auf seiner Handfläche, aus der ihn der ledrige Griff seiner Waffe geradezu höhnisch anstarrte und er schüttelte den Kopf. „Ich … Ich ...“ Er hatte keine Ahnung, aber er durfte doch nicht aufgeben … Sie waren mitten in einem Kampf und Seraphim zählte auf ihm, oder nicht? Er hatte seinen Namen auf der Stirn, als gäbe es einen Wunsch, der nur mit ihm zu tun hatte. Das Schlamassel der letzten Quest war dadurch bewirkt worden, dass man ihre ganz besondere Verbindung ausgenutzt und pervertiert hatte, um sich einen Spaß damit zu erlauben, aber das würde er nicht noch einmal zulassen. Vielleicht hatte er ja kein Ziel und vielleicht wünschte er sich, zu sterben, aber er war auch noch immer Souta und er hatte schon offensichtlichere Rückschläge kaschieren können. Wenn er ehrlich war, dann war er gerade nicht ängstlich und überfordert, er war verdammt sauer auf sich selbst und auf diesen Mistkerl, der es wiedereinmal geschafft hatte, in seinen Kopf zu steigen und darin zu lesen wie in einem offenem Buch. Souta hatte sich letztes Mal nicht bewegen können, aber jetzt konnte er es. Der Einzige, der ihn zurückhalten würde, war er selbst und seit wann hielt ihn etwas derart Lächerliches wie Schiss vor irgendetwas zurück, was dermaßen cool sein könnte? Der Rotschopf ignorierte mit einem kurzem, abgehacktem Zucken seiner Achseln das kitzelnde Gefühl auf seinem Körper und die Schrift, die über seinen Hals hinauf in die Richtung seines Gesichtes geisterte und ballte die Waffenhand mit dem verräterischem Wunsch so fest zusammen, dass das Leder knarzte. „Raus aus meinem Kopf“, murmelte er, hob den Blick, und begegnete einer in seine Richtung ausgestrecktem Hand, über der ein grinsendes Gesicht schwebte, das kurz innehielt und in einer spöttischen Geste die freie Hand ans Ohr führte. „RAUS AUS MEINEM KOPF DU MISTKERL!“ Ein greller, in allen Regenbogenfarben erstrahlender Lichtblitz brach aus der Hand des Ungetüms und brannte eine rasend schnelle Bahn in das Dunkel des undefinierten Raumes, explodierte genau dort, wo Souta gestanden hatte, der jedoch bereits hinter dem Dschinn stand und für ein paar Sekunden zu einem Wirbel aus Peitschengliedern und Rot geworden war. „Du hälst dich wohl für ganz schlau ...“ , hechelte der junge Mann, weil es doch etwas anstrengend war die Grenzen des Raumes einzuhalten, wenn man in Höchstgeschwindigkeit unterwegs war, „Aber ich bin mir sicher, dass du auch irgendwelchen Regeln folgst. Dschinns haben einen Meister und es ist mir egal, was mit deinem passiert ist ...“ Er ließ die Waffe in der Luft knallen, ein metallischer, im Nichts erschreckend lauter Ton, ehe er Zähne zeigte und ihn angrinste, seltsam glühend von all den Wünschen auf seinem Körper, die doch eigentlich für seine Minderwertigkeit sprechen sollten, im Moment aber eher einen gruseligen Glanzmantel bildeten. „Ich werde dich nämlich dafür, dass du in meinem Kopf rumstocherst höchstpersönlich zu meiner Schlampe machen …“ Was ziemlich starke Worte für jemanden waren, der ihm körperlich nichts anhaben konnte, aber das hielt ihn nicht davon ab, den Grund zu stehen. Der Dschinn hatte bisher gezeigt, dass er sich provozieren ließ. Vielleicht konnte man das an die Spitze treiben. Vielleicht war er blöd genug, ihn in seiner Überheblichkeit zu korrigieren und etwas von sich preiszugeben, was sie verwerten konnten. Souta mochte keine Ahnung haben wie man ihn niederstreckte und momentan hilflos sein, aber das war noch lange kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen … Irgendwie konnte man doch alles und jeden loswerden.

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 14:34

Wenn Souta nur wüsste, dass es sicherlich mehr als einen Wunsch des Dragonslayers gab, der nur mit ihm zu tun hatte... denn im Grunde genommen gab es nicht viel, was er sich wünschte. Auch wenn er in mancher Hinsicht unersättlich war, bedeutete das nicht, dass er mit seinem Leben unzufrieden wäre, sodass er nicht besonders viele Wünsche oder Verbesserungsvorschläge besaß. Natürlich scherzte er manchmal darüber, dass die ganze Welt ihm zu Füßen liegen solle, damit er zufrieden sei, aber das stimmte nicht. Wenn das Leben keinen Biss hatte, war es langweilig, weswegen er über viele neue Herausforderungen durchaus glücklich war, zumal dieser Zustand sowieso schon teilweise erreicht war: Er hatte es tatsächlich deutlich einfacher als die meisten anderen, den Menschen den Kopf zu verdrehen, weil er nach etwas aussah, dem sie nachstrebten. Weil er ein Blender und Täuscher war und sich darauf verstand, immer das zu sein, was er sein musste, ohne seinen ganz eigenen Charme zu verlieren. Eine Rose hatte Dornen und er wusste die seinen gut einzusetzen, um die Leute anzustacheln. Jedenfalls hatte das zur Folge, dass die einzigen Wünsche, die ihn wirklich umtrieben, mit seinen zwei Lieblingsthemen zu tun hatten: Den Drachen, allen voran seine Ziehmutter Grandine, und Souta. Souta, der kecke, rothaarige, einäugige, wunderschöne, fröhliche, traurige, dramatische, primitive, scheinschwangere, egoistische und so niedliche Kettenmagier, den er kaum noch aus seinem Leben wegdenken konnte. Er hatte ihn eine Zeit lang verloren gehabt und auch vor seinem Auftreten ein gutes Leben gehabt, aber das bedeutete noch lange nicht, dass er diesen Zustand wieder erreichen wollte. Diese Bekanntschaft hatte ihn mehr verändert, als jede zuvor, wenn man seine Rettung durch Grandine vernachlässigte und auch wenn er sich große Mühe gab, statisch derselbe zu bleiben, spürte er doch immer öfter, dass da etwas in seinem Herzen am Schmelzen war. Um es weniger romantisch auszudrücken, war seine Pumpe am kalben. Manchmal raffte er sich auf und doktorte die einzelnen Teile wieder zurück an ihren Platz, aber insgeheim genoss er dieses Gefühl, das immer dann auftauchte, wenn der Einäugige in seiner Nähe war. r war ihm wichtig - und deswegen wünschte er sich vieles, das sich um ihn drehte.
Das war ja auch der Grund für seine Panik - denn wenn man ehrlich war, fürchtete er sich nur vor einer einzigen Sache: Dass Souta ihn verließ. Dass er noch einmal einfach weg war und dieses Mal nicht mit vernarbten Handgelenken zurückkam, sondern mit offenen liegen blieb und er ihn irgendwann kalt und steif und tot fand... oder dass er abhaute und sich von ihm abwandte. Um ehrlich zu sein, war er sich nicht ganz sicher, was ihm weniger gefiel. Nun wusste er aber über das Wesen des Kettenmagiers bescheid und ahnte von seinen Tendenzen, dann die Flucht anzutreten, wenn es ihm an einem Ort zu heiß wurde. Die Gefühle des Dragonslayers waren das allerdings extrem. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, dass eine Art heilige Vorausschauung es nicht mehr auf Dornenbüsche, sondern auf Eisberge abgesehen hatte, wenn Souta in der Nähe war. Das war an sich schön und süß, aber ebenso war auch klar, dass der Kettenmagier nicht wissen durfte, was er für ihn empfand. Denn dann wäre er weg. Dann wäre alles aus. Und das wollte er nicht. Dieser Dschinn begann aber gerade, sein Herz auszuschütten... was gefährlicher als alle regenbogenfarbigen Strahlen war, die ihm entfleuchen konnten. Seraphims Herz war die sprichwörtliche Mördergrube, vor der man immer warnte und ihm war bewusst, dass Souta einiges an seinem Charakter nicht mochte. Souta war mehr so der Typ, der Helden mochte, Seraphim war derjenige, der sie aktiv verachtete. Nicht nur würde dieser Rauchkerl ihn verraten, er würde Souta auch noch mehr Gründe geben, ihn abzuweisen... welch ein teuflischer Lampengeist!
*Moment! Lampengeist... Geist aus einer Lampe? Wo ist die Lampe?*
Man mochte ja sagen und von ihm halten, was man gerade wollte, aber er war nicht auf den Kopf gefallen. Da hatte ihm jemand von zu rubbelnden Lampen erzählt und er merkte sich das auch noch, obwohl er noch nie zuvor von ihnen gehört hatte. Wenn der Dschinn also unangreifbar war, was passierte dann, wenn man seiner Lampe schadete? "Was ist mit seiner Lampe?", rief er und musste kurz darauf reichlich wenig elegant ausweichen, weil der Dschinn es sich offenbar anders überlegt hatte und ihn als die momentan größere Gefahr abstempelte... ob das dem Kettenmagier wohl genug Zeit gab, genau nachzudenken und herauszufinden, wo sich das Heim des Geistes befand? Wo konnte das nur sein? Sein Gesicht trug derweil immerhin schon den Halbsatz 'Souta soll meine'... was daraus nur werden würde?

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 14:51

Wollte man Souta auf die grundlegendsten Bausteine niederbrechen, hatte Seraphim mit seiner Vermutung mehr als Recht. Es wäre sehr passend für ihn, auf ein Geständnis von Liebe und eventuell sogar einen Wunsch nach Partnerschaft zu reagieren, indem er die Beine in die Hand nahm, weil er das nämlich schon mehrere Male genau so gehandhabt hatte. Bis auf die Sache mit der Traurigkeit, der Dramatik und der Scheinschwangerschaft waren all die genannten Adjektive nämlich in gewisser Weise schmeichelhaft (wahr waren sie ja alle), so dass es niemanden verwundern sollte, dass es schon die ein oder andere Affäre gegeben hatte, die darin mehr sah als bloßes Vergnügen. Sobald sich soetwas herausgestellt hatte, war er sofort dazu übergegangen, allen Kontakt abzubrechen und sich zu entfernen, weil er sich einer Person nicht auf diese Art nähern wollte und überdies recht gut über seine destruktive Wirkung Bescheid wusste. Man mochte sich nun fragen, inwiefern Souta diese Strategie auch bei Seraphim verfolgen würde, denn trotz all der Einseitigkeit, die man in ihrer eigenartigen Beziehung zu sehen glaubte, war es ja nicht nur so, dass Souta die Welt des Himmelsmagiers erschüttert hatte, sondern auch umgekehrt. Der Rotschopf war schon lange nicht mehr der Alte – wer das nicht sah, war entweder blind oder zu egozentrisch, um darauf zu achten. Es war nicht selbstverständlich, dass er einen besten Freund hatte und er wollte ihm nicht wehtun, auf gar keinen Fall. Wie konnte Seraphim also gleichzeitig so unglaublich richtig liegen und dennoch komplett auf dem Holzweg sein? Irgendwie schien er sich auf Soutas Kommentar mit der verflossenen Liebschaft eingeschossen zu haben, aber der Rotschopf liebte die blonde Frau nicht mehr, die seinen Kopf verdreht hatte, er dachte ab und an an sie und würde immer etwas ganz Besonderes mit ihr verbinden, aber da war nichts mehr, was ihn derart fesselte wie einst. Sie bewirkte nicht mehr, dass er ihre Gesichtsmuskel studierte, auf der Suche nach Unterscheidungskriterien zwischen Spott und Ehrlichkeit, und er steckte ihr auch keine Liebesbriefe mehr in den Türschlitz ... Er war über sie hinweg. Am Ende hatte es einen Haufen Ärger, ein neues Leben und einen gescheiterten Selbstmordversuch gebraucht, aber er konnte ihr Kapitel abhaken. Doch das bedeutete nicht, dass er sofort bereit für neue Abenteuer war. Wenn er aus diesem Schlamassel irgendwelche Schlüsse gezogen hatte, dann, dass man extrem vorsichtig damit sein musste, wem man einen solchen Einfluss auf sich gestattete und es eigentlich am sichersten war, sich ganz und gar von Liebe fernzuhalten.
Souta hatte Leute verlassen und war verlassen worden, generell schien es einfach so, als könne er nicht an einem Ort bleiben, sich nicht binden ... Er war schlecht darin. Und er hatte Angst davor. Was machte man, wenn man Angst hatte? Genau, man rannte weg. Deshalb würde er vermutlich abhauen, wenn er erfuhr, was in Seraphims Brust abging und deshalb war er so unzuverlässig, wie er nun einmal war. Er hatte Angst vor sich selbst, rund um die Uhr, weil er Leute verletzte und so leicht verletzt werden konnte, dass er nicht wusste, ob er sich noch einmal zusammensetzen könnte, wenn man ihn zerbrach. Also war er permanent am Wegrennen, vor sich selbst, seiner Vergangenheit, seinen Pflichten und vor den Menschen, die er liebte. Natürlich liebte er Seraphim. Etwas Anderes zu behaupten wäre lächerlich und er wusste es auch, aber zum Einen gab es verschiedene Arten von Liebe und zum Anderen ... Waren sie jetzt auf einer Quest und starrten einen Flaschengeist an, der sie vielleicht in Stücke reißen würde, nachdem er seine Provokation ignoriert hatte. Großartig ... Er war zu schlau, um sich zu entblößen, aber das hatte man erwarten müssen. Dann würden sie eben Plan B ausführen und seine Lampe finden, auch wenn das wohl etwas schwerer werden würde, als angenommen, immerhin gab es keine glitzernden Goldbecher hier in der Nähe, die man aufklauben konnte und selbst wenn, war es zu dunkel für einen einäugigen Typen, um sie zu sehen. Das Einzige, was es hier gab, war der Brunnen, der ... wohl irgendwie das Zentrum der ganzen Sache sein sollte. Und weil er am Dschin vorbei war, stand er nur wenige Meter davon entfernt. War es vielleicht möglich, dass dieses Bauwerk als Lampe funktionierte, oder hatte man sie vielleicht hineingeworfen? „Ich sehe keine Lampe“, rief er, aber hey, einem Versuch war es wert, also bewegte er sich in die Richtung der Außendekoration und spähte hinein, suchte alles in der Umgebung nach einem verräterischem Blitzen ab, das die Identität einer Wunderlampe preisgeben könnte, in der man das Ding verrotten lassen konnte. Natürlich brauchte er dafür ein bisschen und war mittendrin ein wenig davon abgelenkt, dass er immer mehr Wünsche ausprägte und auch Seraphim etwas hervorglühte, das ihm mulmig werden ließ. Was genau sollte er denn tun? Er war sicherlich nicht der ideale Gegenstand für einen Wunsch, eigentlich war er für gar nichts ideal, außer vielleicht für einen Kampf. Mit etwas Glück konnten sie diesen zusammen mit einem unschönem Tod vermeiden – wenn er doch nur endlich diese verdammte Lampe sehen würde, dann wäre das Alles wahrscheinlich binnen eines Wimpernschlages vorbei.

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Seraphim

Seraphim

Anzahl der Beiträge : 196
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 15:07

Da starrte Souta in ein bodenloses Loch... während Seraphim um sein Leben rannte. Ganz offenbar hatte er mit der Lampe nämlich ins Tiefschwarze getroffen, auch wenn ihnen das bisher herzlich wenig genutzt hatte. Wenn der Dschinn selbst keine Materie besaß, musste man eben dafür sorgen, dass das einzige, was an ihm verwundbar war, zerstört wurde, das war vollkommen klar. In diese Fall war es wahrscheinlich golden und aus Metall, während die ursprüngliche Funktion in Verbindung mit der Form nur noch solchen klar wurde, die die ganz alten Bilderbücher gelesen hatten. Seraphim wusste natürlich nicht, wie eine Wunderlampe aussehen sollte, aber er konnte sich vorstellen, dass sie nicht nur ganz besonders hübsch sein musste, sondern auch in dem Buch, das Soutas Familie besessen hatte, ganz bestimmt abgebildet gewesen war. Er wusste, dass Menschenkinder nicht von Geburt an lesen und schreiben konnten, immerhin hatte Grandine ihm das auch beibringen müssen, also würden Bücher für sie doch bestimmt mit Abbildungen gespickt sein... alles andere machte doch auch keinen Sinn. Tatsächlich konnte er sich nicht daran erinnern, jemals ein solches in Händen gehalten zu haben, aber wahrscheinlich konnte er sich einfach nicht daran erinnern. Bestimmt hatte seine echte Mutter ihm manches Mal vorgelesen, während er auf ihrem Schoß saß und mit großen Augen auf die Bilder gestarrt hatte - aber er wusste es nicht mehr. Im Grunde genommen vermisste er sie auch nicht, weil ihr Ersatz so anbetungswürdig war, dass solche Emotionen einfach nicht aufkommen konnten. Der Ansatz, die Wunderlampe zu suchen, war eindeutig richtig... das Problem, welches sich daraus ergab, war aber ebenso recht präsent, da es vielleicht nicht die optimalste Idee war, den Sehbehinderten ihrer kleinen Gruppe danach suchen zu lassen. Seraphim hätte ja dafür gestimmt, die Plätze zu tauschen, aber das würde wohl nicht gehen. Zwar wollte er Souta nicht in Gefahr bringen, aber dieser war nun einmal schneller und geschickter als er selbst, während er einfach in den Brunnen hätte fliegen können. Das wäre einfach gewesen und wahrscheinlich von Erfolg gekrönt gewesen, denn einen anderen Aufbewahrungsort konnte es nicht geben. Hier gab es schließlich nichts außer in Zeit und Raum eingefrorenen Schlieren, die einst eine Stadt gewesen waren. Das einzige, was noch einigermaßen intakt schien, war der Brunnen, sodass es wohl kaum ein anderes Versteck geben würde, wenn der Dschinn seine Lampe nicht irgendwie mit sich trug. Das wiederum hielt er für unwahrscheinlich, da er sich noch nicht einmal sicher war, inwiefern er überhaupt etwas greifen konnte... "Das Ding muss da drin sein!", rief er und wechselte mit einem Sprung in die Luft, um weiteren Schüssen des Dschinns auszuweichen.
Über einige Dinge wollte er gerade ganz entschieden nicht nachdenken: Erstens wäre da der Zustand seiner Kleidung, deren momentane Wahl sich nicht gut mit Fliegen im Allgemeinen vertrug. Da bauschte alles und enthüllte vieles, was nicht unbedingt an die Öffentlichkeit dringen sollte, selbst wenn diese momentan nur aus Souta bestand. Bestimmt würde ihm der sich inzwischen auf Kyras Oberschenkel befindliche Wunsch gefallen, wenn sie dauerhaft dieses Geschlecht belegen würde, aber das tat sie nun einmal nicht. Mit etwas Glück, guckte er eben nicht hin. Zweitens war er sich nicht sicher, wie lange er diesen Zauber aufrecht erhalten konnte. Eigentlich war er inzwischen stark genug, um eine durchaus ansehnliche Zeitspanne überbrücken zu können, aber hier war die Luft irgendwie... dünner. Es kostete viel mehr Mana, sich durch diese dünne Atmosphäre zu kämpfen und war zudem deutlich schwerer, sodass er beinahe vermutete, dass auch dies die Machenschaft des Dschinns war. Tatsächlich begann die Welt um sie herum zu bröckeln, Steinbrocken fielen vom Himmel, als befänden sie sich tatsächlich in nichts anderem als einer überdimensionierten Halle, und machten es Kyra schwer, nicht getroffen zu werden. Höchste Zeit, dass Souta diese blöde Lampe fand - und sie vernichtete!

_________________
Sprechen ~ Denken ~ Magie
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Souta
Mr. Perfect
Souta

Anzahl der Beiträge : 312
Anmeldedatum : 23.09.14

Magierakte
Besondere Merkmale: Rote Haare, Augenklappe, Wunderschön

BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   Sa 1 Nov 2014 - 15:44

Souta hätte im Moment gerne, dass dieses Schauspiel ein Ende hatte. Er würde gerne etwas essen und diesen Dschinn wenn möglich davon abhalten, seinen besten Freund zu jagen wie eine Katze die Maus, aber was er wirklich gerne hätte, war eine Lichtquelle. Natürlich: Der Grund des Brunnens war so ziemlich die einzige Möglichkeit, die Lampe zu finden und man mochte ihn feige nennen, doch so sehr er sich auch an anderer Stelle für enge, dunkle Gänge aussprach, er sprang nur widerwillig in ein bodenloses Loch, ohne zu wissen, was sich unten befinden würde. Welche Wahl hatte er allerdings? Es ging gerade etwas drunter und drüber, Seraphim war eine nicht gerade schnelle und wenige Maus, daher war es nur eine Frage der Zeit, bis einer der Strahlen ihn erwischen würde, und falls diese Regenbögen nicht einfach nur zum YMCA-Tanzen zwangen, war das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein unschöner Anblick, den Souta vermeiden wollte. Also sammelte er sich für ein paar Sekunden – soviel Zeit musste sein – und schwang sich dann in einer grazilen Bewegung, die jedem Bockspringer vor Neid erblassen ließe, in die finstere Untiefe des Brunnens. Da er nicht fliegen konnte, hakte er vorher natürlich den Widerhaken seiner Peitsche in eine Vertiefung im Stein, ergriff die Waffe mit einer Hand und stützte sich mit den Beinen an der glitschigen Innenwand ab. Ein verhältnismäßig kleiner Manaaufwand später, reichte die Waffe bis zum Ende des Tunnels, der den Rotschopf tatsächlich noch enger vorkam, als er von oben gedacht hatte. Und finsterer. Mit einem Gesichtsausdruck, als hätte man von ihm verlangt, in einen wurmigen Apfel zu beißen, ging er auf die Knie und krabbelte über den schlammig-nassen Grund, auf der Suche nach einer glatten Oberfläche. Während er so herumtastete und sich dabei vermutlich kiloweise Moder auf seinem Gesicht verteilte, hörte er von oben das höhnische Gelächter ihres Feindes, was ihn nur dazu animierte, schneller durch den Dreck zu waten und ins Nichts zu krabschen, bis er wimmernd mit dem Knie auf eine spitze Kante traf, zur Seite umkippte und einen derben Fluch ausstieß, der den aufkeimenden Schmerz recht gut unterdrücken konnte. Blind wie ein Maulwurf tastete der junge Mann nach dem Objekt der Pein und jubelte innerlich, als sich seine Hand tatsächlich um etwas schloss, was wie ein Henkel aussah. Inständig bittend, dass niemand eine goldene Teekanne in den Brunnen geschmissen hatte, barg er das Fundstück an der Brust und rappelte sich auf. Lächerlicherweise spürte er schon jetzt, wie die Verlängerung seiner Peitsche seine Manareserven angeschlagen hatte, doch ein Zauber sollte noch drin sein, zudem es sich hier um einen Notfall handelte. Ein paar Tropfen Schlamm und Wasser klatschten auf den Boden und auf seine Schulter, als er die Hand ausstreckte und sein Arm ein Kribbeln durchlief, ehe sich alles ab dem Ellenbogen in Kettenglieder verwandelten, die matt leuchtend nach oben schossen. Er spürte, wie sich das obere Ende seines Armes verhakte und katapultierte sich dann nach oben, was für einen Moment wohl tatsächlich wie fliegen war, lediglich mit einem etwas aprubterem Ende und einem Rückwärtssalto aus dem Loch heraus, der nicht nur besonders cool aussah, sondern ihn auch direkt in eine Position brachte, in der er den Dschinn direkt ansehen konnte, der gerade auf Spuren eines fliegenden Magiers war. „Hey, Steroidfresse!“ Es mochte die Aufmerksamkeit des Wesens nicht erregen, aber das war sowieso egal, da er bereits angefangen hatte, mit der Lampe – es war tatsächlich eine goldene, klischeehafte Wunderlampe und jeder wusste, dass Gold nicht das stabilste aller Materialien war – gegen den Stein des Brunnens zu deppern, was auch recht schnell für Dellen und Beulen sorgte. Als er sicher war, dass das gute Stück kurz davor war, auseinanderzufallen, schmiss er es auf den Boden und trat noch ein paar Mal darauf, mit der Kraft eines Menschen, der Eicheportale aus den Angeln kloppen konnte. Als das Artefakt letztendlich nur noch entfernt an eine Lampe erinnerte, quoll ein wenig regenbogenfarbiger Dampf daraus hervor, waberte um seine Füße und verpuffte dann lustlos im Nichts. Da er seine Zerstörungsaktion mit recht hoher Geschwindigkeit und noch höherer Konzentration ausgeführt hatte, hob er erst jetzt den Blick, um die Früchte seiner Arbeit in sich aufzunehmen – und die körperliche Verfassung seines besten Freundes, wodurch er ihn selbstverständlich einmal von oben bis unten angucken musste. Hatten sie es endlich geschafft?

_________________
Reden - Denken
Theme - Fight-Theme - Steckbrief

I am the one and only!
Playcharakter von Kuma
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Rubbeldendschinn   

Nach oben Nach unten
 
Rubbeldendschinn
Nach oben 
Seite 4 von 5Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4, 5  Weiter

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Fairy Tail RPG Forum :: Playkühlschrank :: ehem. Oak Town-
Gehe zu: