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 Yo ho und 'ne Buddel voll Rum

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Souta
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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 22:50

"Natürlich nicht."
Seraphims Atem, der sich in seinem Ohr warm, aber vor allem furchtbar falsch anfühlte, strich nur einen Sekundenbruchteil über sein Gesicht, seine Wange, dann wanderte eine sonnengebräunte Hand vom Reling nach oben, berührte den Weißhaarigen flach auf der Brust und streckte sich durch. Plötzlich waren die beiden Magier wieder etwa eine Armlänge voneinander entfernt. Soutas Arm bildete eine Grenze, trennte sie voneinander, obwohl sie sich natürlich berührten. Mit einem kurzen, spitzen Lacher warf der Kettenmagier nach dieser forschen Aussage, die seinen besten Freund hoffentlich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte, den Kopf zurück, so dass die roten Haare für einen Moment um seinen Kopf flatterten, als hätte eine typische Slow-Motion-Böe ihn erwischt. Die Zeit schien stehen zu bleiben, als sich seine Mundwinkel zu einem überheblichen Lächeln verformten, sein grünes Auge sich direkt in das violette Gegenstück bohrte, während sein Zeigefinger einen kleinen Kreis zwischen den Brustmuskeln des Älteren zeichnete. Er und eifersüchtig? Oh nein, er war Itasa Soutanobu - er war nicht eifersüchtig. Dazu gab es überhaupt keinen Anlass. Weil er nicht wollte, dass sein bester Freund sich mit irgendjemand anderen ein Zimmer teilte, ja, er bei der Vorstellung, wie seine Hände des Nachts auch nur irgendwo anders sein konnten als bei ihm, innerlich zu Asche verbrannte? Sicher nicht. Was Seraphim in seinem Drang, ihn zu necken, wohl öfter einmal vergaß, war die unüberwindbare Selbstüberschätzung seines Rotschopfes. Er war der größte und großartigste Mann Fiores, wohingegen der Himmelsmagier lediglich eine Schabe war, etwas, was er zwar ungemein liebgewonnen hatte, aber eben nicht auf längere Frist behalten würde. Er hatte schon öfter solche Freunde gehabt, doch sie waren wie Motten, die auf sein Licht zuflogen. Irgendwann wurde sein Glanz einfach zu strahlend, bis sie darin verglühten, nicht mehr damit fertig wurden. Seraphim war zwar eine Ausnahme, weil er von ihm nicht nur freundschaftliche Knuffs, sondern auch immer wieder anhaltende körperliche Dienste bekam, doch das bedeutete nichts. Um eifersüchtig zu sein, hätte er doch auch nur im Entferntesten um seinen Besitz bangen müssen, oder? Und das tat er nicht. Er war sich sicher, dass, was auch immer der Dragonslayer mit irgendjemandem anstellte, es nicht einmal im Ansatz dessen entsprach, was er von ihm bekam. Niemand, niemand in ganz Fiore hatte die Macht an ihn heranzureichen, egal in welcher Hinsicht. Seraphim war so niedlich zu glauben, dass er tatsächlich irgendjemanden als ernsthafte Bedrohung ansah, nur weil es ihm nicht gefiel, dass er sich woanders herumtrieb. Das war allein sein Egoismus, denn in der Zeit, in der sein Schutzengelchen nicht bei ihm war, musste er auf die zahlreichen Annehmlichkeiten verzichten, mit denen er überschüttet wurde: Er wurde geknuddelt, geliebt, bedient, geheilt - und das alles ohne Gegenleistung. Er musste einfach nur lächeln, ab und zu die Kleidung ablegen, und schon war man im Geschäft. Funktionierte doch wunderbar, da war es auch okay, wenn er in die weiblichere Rolle gedrängt wurde, bedeutete diese doch soviel Mühelosigkeit wie schon lange nicht mehr. Es war eine nette Abwechslung vom Werben, von der Anstrengung des Flirtens, wenn man zumindest eine zeitlang derjenige war, der umworben wurde. Man saß einfach nur da und ließ den anderen Part machen - und wenn man doch etwas wollte, langte man eben selbst zu, um dann die Kontrolle wieder abzugeben. Perfekt. Auf längere Sicht so natürlich nicht haltbar, doch das wussten wohl beide mehr oder weniger. Souta war leider nicht der Typ, der blieb, sondern der, der weglief. Er hatte versprochen, nie wieder abzuhauen, aber das würde er nicht halten, weil alles, was er sagte, zwar ehrlich gemeint war, aber nur halb. Ja, vielleicht konnte er sich vorstellen mit Seraphim den Rest seines Lebens (oder zumindest ein paar Jahre) zu verbringen, vielleicht wollte er ihn lieben, vielleicht wollte er eifersüchtig sein - aber das war nicht er. Am Ende verletzte er den Anderen nur, das würde er nicht verantworten, denn im Endeffekt war er genauso um dessen Wohlergehen besorgt wie umgekehrt. Außerdem konnte er sich natürlich nie sicher sein, was genau sein bester Freund nun von ihm dachte. Mochte er ihn als Freund mit Attributen, oder war er tatsächlich an etwas Ernsthaftem interessiert? Bevor er das nicht mit Bestimmtheit wusste, blieben sie wohl immer auf der emotionalen Armlänge, die er gerade real demonstrierte. "Ich kann dich doch nicht mit anderen alleine lassen. Du würdest die arme Person doch mit Haut und Haaren auffressen." Sein Mundwinkel zuckte leicht, da war noch mehr, was er gerne sagen wollte, dass er möglicherweise tatsächlich eifersüchtig WAR und ihm der Spott gefiel, weil er es als eine Lächerlichkeit abtat, dass er soetwas tun könnte als irgendjemanden genauso behandeln wie ihn, doch stattdessen machte er einfach nur ein schaubendes Geräusch, zeichnete mit dem Zeigefinger ein verstohlenes Herz und nahm dann den Arm weg, hob den Kopf gegen den Seewind. Eine seiner Hände strich die in sein Auge wehende Haarflut zurück, die andere schlang sich um seine noch immer unangenehm ziehende Mitte. Tief in Gedanken versunken beobachtete er die sanft vorbeiziehenden Schädchenwolken. "Ich kriege langsam Hunger."

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 22:51

Nicht? Seraphims Lächeln geriet nicht einen Moment ins Wanken, auch nicht, als Souta ihn von sich schob, einfach, weil er sich ziemlich sicher war, dass der Einäugige nun log, dass sich die Balken bogen. Das würde er ihm zwar nun nicht lang und breit erklären, aber er war dennoch zuversichtlich, dass seine Theorie der Wahrheit entsprach. Vielleicht kam dieser Glaube vom Wissen darüber, dass er durchaus schnell dazu in der Lage war, solche Gefühle bei Menschen auszulösen, vielleicht war es auch einfach nur ein an den letzten seidenen Faden Klammern - denn er wollte, dass er recht hatte. Es hatte sich für den Moment zu gut angefühlt, in einem ungeahnt heftigen Rausch der Gefühle davon zu schweben, als dass er nun schon wieder hart auf dem Boden aufkommen wollte. Selbst wenn er sich also nur etwas vormachte, so war es weitaus schöner, als wenn er diese zwei Worte ernst nehmen würde. Außerdem konnte er immer noch austesten, ob er recht hatte oder ob Souta es wirklich egal war, wenn er nicht im Zentrum seiner Aufmerksamkeit stand - hier war immerhin das perfekte Terrain dazu. Genug schöne Frauen, die man anbaggern konnte, am besten direkt vor Soutas Nase, um zu gucken wie er darauf reagierte... oder wenn das nicht reichte auch genug männliche Fahrgäste in seinem Alter. Mit diesem schier gigantischen Schiff fuhren sicherlich einige hundert Passagiere, da würde er schon genug Material finden, um dem Rothaarigen die Falschheit seiner eigenen Worte vor Auge zu führen. Deswegen lächelte er auch einfach nur weiter, ließ seinen Gildenkamerad aussprechen und säuselte nur ein fröhliches "Doohooch~" als Antwort auf seine Zurückweisung. Selbst wenn er nicht log, dann würde er ihn eben zu genau diesem Gefühl bringen, so heftig, dass er gar nicht mehr anders konnte, als es sich einzugestehen. Das klang nach einem Plan und auch wenn dieser zumindest vordergründig zu Lasten Soutas ging, war er doch im Grunde nur dazu da, ihm bei einer einfachen Entscheidung unter die Arme zu greifen. Schmunzelnd hörte er dem so eindeutig falschen Scheingrund zu und murmelte ein leises "Immerhin auf fünf Tage verteilt, das ist mehr als die meisten so von mir bekommen...", ehe er hinter vorgehaltener Hand gähnte und den Blick in Richtung Meer wandte. Egal was Souta über diese Riesenpfütze sagte oder von ihr hielt, er mochte sie. Nicht nur war Seeluft leicht bekömmlich und würzig, sondern auch belebend, es wehte immer ein Wind und man konnte nebenbei schwimmen gehen - wenn man es denn konnte. Vielleicht sollte er das Einauge dazu zwingen, schwimmen zu lernen, nur damit er sich keine Sorgen mehr machen musste... er würde es überdenken. Erst einmal mussten sie ja etwas gegen seine Übelkeit unternehmen, immerhin wollte er ja nicht, dass es ihm schlecht ging! Doch was war das? Eben hatte er noch gemäkelt, wie schlecht ihm sei, nun klagte er über Hunger? Dieser Junge wusste wohl selbst nicht, wie er seine Prioritäten zu setzen hatte, er dagegen war sich dessen bewusst. "Vor wenigen Sekunden war dir noch schlecht und ich glaube, das ist dir immer noch. Damit besteht die Gefahr, dass du jegliche Nahrung gleich wieder abgibst, weswegen ich dir dringend von weiterem Essen abrate, bis sich dein Magen wieder einigermaßen beruhigt hat...", schnurrte er und schob Souta an der Schulter in Richtung des Eingangs, der wohl unter Deck führte. Er musste sich sowieso den nächst besten Matrosen schnappen und ihn fragen, wo denn ihre Kabine war - war er nicht bescheiden, dass er eine für ausreichend befand? - damit sie ihre Sachen los werden konnten. Außerdem wollte er sich gerne ansehen, wo er die nächsten fünf Nächte verbringen würde, wie weich das Bett war, ob es eine Dusche gab, all solche Dinge, die er gerne einplanen würde.
Es dauerte nicht allzu lange, bis sie jemanden aufgetrieben hatten, der sie zu den ihnen zugedachten Kabinen führte, ebenso nahm es allerdings nicht viel Zeit für Cyrus in Anspruch, mit Hinweis auf die additive Preislage, die Wichtigkeit ihrer Dienste und die äußeren Umstände dafür zu sorgen, dass besagte Kabinen zweiter Klasse, die beide zu klein waren und generell ganz blöde lagen, gegen eine einzige eingetauscht wurden, die dafür in der ersten Klasse beheimatet war. Auch wenn er in einem Wald aufgewachsen war, bedeutete das ja noch lange nicht, dass er inzwischen nicht Gefallen an menschlichem Luxus gefunden hatte, zudem er diese fünf Tage durchaus auf allen Ebenen genießen wollte, ungestört von harten Betten und Anstoßgefahr beim Duschen. Für den erstklassigen Extraservice bekam der Mann, der sie hergeführt hatte, sogar ein breites Lächeln und ein fröhliches Danke, ehe sich die Tür vor seiner Nase schloss und sich Seraphim rücklings auf das wunderbar große Bett fläzte. "Liegetest bestanden, würde ich mal sagen~", säuselte er und schloss genießerisch die Augen, während er den Kopf in den Nacken legte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 22:54

Zwei Kabinen mit getrennten Betten und getrennten Duschen klangen doch eigentlich gar nicht so schlecht, wo er doch das Badezimmer wahrscheinlich sowieso mit Würgegeräuschen okkupieren würde, aber natürlich bekam er nicht, was er wollte. Es hatte gar keinen Sinn, etwas dagegen zu unternehmen, dass dank des Charismas des Weißschopfes, der ihm im Übrigen auch sein Essen verweigert hatte, wofür er sich innerlich bedankte, da die Übelkeit mitsamt Bauchschmerzen wieder zunahmen, wenn er sich bewegte, ihr Zimmer halbiert, aber dafür vom Standard her verdoppelt wurde. Nicht einmal der irritierte Blick des Matrosen, der sie darauf hinwies, dass sie zu zweit genau ein Doppelbett zur Verfügung haben würden, brachte ihn dazu, einen Einwand zu erheben. Es war einfach sinnlos. Leider wusste er, dass er sich nicht durchsetzen konnte, wenn Seraphim sich auf etwas dermaßen versteifte. Nicht einmal mit dem Hundeblick des Todes. Zur Not würde der Ältere einfach den Teamleiter raushängen lassen, um zu kriegen, was er wollte: Ihn. Das war ja schon recht schmeichelhaft. Aber er würde es sicher bald bereuen, nur eine Dusche zu haben, in der er mit Sicherheit niemals alleine sein würde, nur ein Bett zu haben, was zwar groß war - aber wer würde sich an Abstand halten, was machte er sich hier vor - und allgemein zu leben, als wären sie wirklich ein Paar in den Flitterwochen. Peinlich bis auf's Blut. Souta hatte es ja eigentlich nicht so gern, wenn alle Leute von seiner leicht bipolig ausgelegten Partnerwahl erfuhren, besonders nicht, wenn er fünf Tage mit ihnen zu verbringen hatte. Dafür war es nun offensichtlich zu spät. Mit einem lauten Seufzer ließ er nach Verschließen der Tür die angestaute Luft aus seinen Lungen entweichen, schmiss seinen Seesack auf den Boden und beobachtete Seraphim dabei, wie er sich reichlich ausgelassen auf das Bett fallen ließ. Er hätte das auch gerne getan, doch stattdessen wandte er sich um und setzte sich in einen ziemlich tiefen, ziemlich flauschigen Ohrensessel, in dem er regelrecht zu versinken schien. Ahhh... Das Zimmer war schon klasse. Da nahm er vielleicht sogar die Tatsache in Kauf, dass er es nicht für sich alleine hatte. Mit geschlossenem Auge lauschte er dem Gluckern der Wellen, versuchte sich von seinem rumpelnden Magen abzulenken, der sich nicht ganz zwischen Hunger und Übelkeit entscheiden konnte. Es half etwa dreißig Sekunden lang, dann riss er das Auge auf. Diese Muskelbewegung schien wiederum direkt mit seinem Verdauungstrakt verbunden zu sein, denn plötzlich machte der Reisklumpen irgendwo in seinem Magen einen eleganten Schlenker. Mit einigen Problemen in der Grazie seiner Schritte durchmaß er die Kabine in schnellem Tempo, allerdings noch sichtbar, durchstieß die Tür und fiel auf die Knie, um sein Essen einer genaueren Erforschung zu unterziehen. Oh ja, plötzlich wusste er wieder, wieso er Schiffe hasste. Zum Glück hatte Seraphim ihm kein Essen gegeben... Ich habe mich für diese Quest gemeldet, weil ich dich beschützen will, uhuuu...Weil ich ein riesiger Volltrottel bin, deshalb!, beleidigte er sich selbst. Lächerlich. Er war nicht auf einer Quest, er umarmte das Porzellan der Kloschüssel und kotzte sich die Lunge aus der Brust. Es schien ihm nicht so, als würde sich der spontane Übelkeitsanfall auf den Reis im Zug zu beschränken, nein, gerade fühlte er sich, als wolle alles, was er jemals gegessen hatte, auf diesem Weg hinausschießen. Seine Kehle brannte, sein Bauch tat weh - er war leer. Unglücklich murrend betätigte er die Spülung, steckte den Mund unter den Wasserhahn, um diesen gründlich auszuspülen und kehrte dann wieder in die Kabine zurück, sich zielstrebig in Richtung Bett manövrierend. "Ich weiß, dass wir demnächst wieder los müssen. Bin gleich soweit...", murmelte er, legte sich auf dieses und seufzte wohlig. So weich... In Fötushaltung zusammengekauert, versuchte er sich so wenig wie möglich zu bewegen, um keine schmerzenden Muskeln anzuspannen. Nur eine kurze Ruhepause... Ohne groß darüber nachzudenken, streckte er eine Hand aus und wedelte leicht quängelnd damit in der Luft herum. "Knuddel mich, ich hab Aua..."

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 22:56

Tatsächlich war das Bett sogar so flauschig, dass Seraphim nicht einmal zuckte, als Souta sich auf die Toilette stürzte und sich die Seele aus dem Leib reiherte. Unter anderen Umständen hätte er ihm vielleicht irgendwie Beistand geleistet, aber einige sehr überzeugende Argumente sprachen dagegen. Zum einen war es so schön bequem, wie er da gerade lag, dass er keine Lust hatte, sich weg zu bewegen, aufzustehen, den Kopf auch nur zu heben. Zum anderen konnte er den scharfen Gestank des Erbrochenen sogar bis hier herüber riechen, was ihn nicht besonders dazu motivierte, sich näher an die Quelle dessen zu bewegen. Souta war ein erwachsener junger Mann, er hatte keine abartig langen Haare, er sollte durchaus alleine dazu in der Lage sein, seinen Magen auf falschem Wege auszuleeren ohne das gesamte Badezimmer in Chaos zu hinterlassen. Überfürsorglich musste er seiner Meinung nun auch nicht werden... außerdem war es ihm vielleicht auch gar nicht lieb, wenn er ihn dabei beobachtete, wie er ein wahrscheinlich ziemlich jämmerliches Bild abgab. Er hatte immerhin bereits alles bekommen, was er wollte, eine einzige Kabine mit nur einem einzigen Bett für sie beide, einer Dusche und generell die Möglichkeit, dauernd auf ihm zu hocken. Vielleicht würde das Souta zu aufdringlich sein, aber für ihn war es genau richtig. Selbst wenn der Einäugige dauernd kotzen würde, so war es schön, wenn er bei ihm war, einfach weil er so lange von ihm weg geblieben war. Deswegen drehte er den Kopf immerhin leicht, als Souta wieder zurück geschlurft kam und sich auf das Bett neben ihn fallen ließ, dankenswerterweise nicht ganz so sehr nach Erbrochenem riechend, wie er erwartet hätte. Ein bisschen Leid konnte er einem ja schon tun... weswegen er sich auch mit einem gemurmelten Laut der Zustimmung aufrichtete, als der Rothaarige nach ihm rief und seinen Oberkörper auf seinen Schoß zog, um ihm sanft durch die Haare zu streicheln. Er sah unter der Sonnenbräune durchaus ein wenig blass aus, sodass er ihm erst einmal einen Kuss auf die Stirn drückte und die rechte Hand unter sein Hemd auf seinen Bauch legte, um ein wenig heilendes Mana hineinfließen zu lassen, ehe er ihn anschmunzelte. "Vielleicht wäre es von Vorteil, wenn man uns jetzt schon angreifen würde - wahrscheinlich könntest du die Piraten dann totkotzen." Dafür, dass der Sinn des Satzes doch recht bissig war, hatte er ihn sanft ausgesprochen, zwar neckend, aber nicht böse gemeint. Schließlich zog er seine Hand wieder von seinem Bauch weg und schnappte sich stattdessen Soutas rechte, um sie in der seinigen zu halten und mit scheinbar unglaublichem Interesse die Linien auf dessen Handfläche zu beobachten. Er hatte nie verstanden, wie manche Menschen behaupten konnten, die Zukunft aus diesen Dingern lesen zu können, für ihn hatte es ausschließlich etwas faszinierendes, weil es Soutas Hand war und er jedes kleine Fältchen, jede noch so winzige Runzel darauf in einem etwas anderen Licht sah, weil er wusste, wem sie gehörte. "Hm... was hältst du von Handlesen, Souta-chan?~", fragte er stirnrunzelnd, während seine andere Hand sich erneut in Soutas Haare verirrte und er den Körper des jungen Mannes gegen den seinen lehnte. Wenn er nun einschlief wäre das nämlich wahrscheinlich nicht ganz perfekt, ergo musste er sich überlegen, wie er ihn wach hielt, bis es ihm einigermaßen besser ging. Seeluft tat generell gut, zumindest seiner Meinung nach, da war es vielleicht besser, wenn sie sich bald wieder nach oben begeben würden. Außerdem mussten sie dem Kapitän ihre Aufwartungen machen, dazu wäre ein mobiler Souta auch hilfreicher als einer, der vor Übelkeit kaum gehen konnte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 22:59

"Nicht viel. Ich glaube nicht, dass man eine vorgeschriebene Zukunft hat. Man bestimmt sein Leben jeden Tag neu. Was hätte es für einen Sinn aufzustehen, wenn man sowieso nichts bewirken kann?"
Souta bemerkte recht missbilligend, dass seine Stimme rauh war, kratzig, als hätte er mit Reisnägeln gegurgelt. Normalerweise hatte sie einen weichen Klang, den man nicht genau definieren konnte. Sie war tief, aber höher als die seines besten Freundes, was hauptsächlich daran lag, dass sie bei den Vokalen immer ein bisschen heller wurde, so dass sich eine sehr melodische Gesamttonlage ergab. Außerdem neigte sie dazu in gewissen Situationen, die große Aufregung in ihm auslösten, ein wenig zu kieksen - man konnte also nicht nur jede einzelne Emotion, die seinen Geist passierte von seinem Gesicht ablesen, sondern sie auch hören, wenn man es genau darauf anlegte. Ob Seraphim das im Allgemeinen tat wusste er nicht, er vermutete, dass es so war, weil der Weißhaarige ihn sowieso immer irgendwie unter Beobachtung stellte. Vielleicht hatte er also aus seinem verzweifeltem Flehen herausgefiltert, wie mies er sich fühlte und ihn deshalb auf seinen Schoß gezogen. Andererseits konnte es aber auch sein, dass er den Himmelsmagier mittlerweile wie einen Hund dressiert hatte, damit er sofort, wenn er das Wort "knuddeln" hörte mit den Händen nach dem kuschelbedürftigen Kettenmagier grabschte. Was auch immer, es funktionierte auf höchst zufriedenstellende Weise, weswegen sich ein feines Lächeln auf die etwas weibischen Lippen des Rothaarigen schlich und er sich gegen die Brust des Älteren lehnte. Sie war nicht unbedingt breiter als seine eigene - nicht mehr erheblich - aber im Moment kam ihm Seraphims Körper viel größer vor als der seine. Es fühlte sich an, als würde er über ihn ragen wie ein Turm, beschützend, aber auch bedrohlich. Der Spott stand ihm im Gesicht geschrieben, als er das Auge hob, weil seine Stirn geküsst wurde. Kurz spitzte er die Lippen, erwartete einen zweiten, erinnerte sich dann jedoch daran, dass er sich gerade übergeben hatte und grub sich stattdessen mit dem Gesicht in die Schulterbeuge seines besten Freundes, strich mit den Lippen sanft über dessen Halsschlagader, während der Andere seinen Bauch streichelte und ihn ein bisschen mehr nach Heilung suchteln ließ. Der Rothaarige mochte es, gekuschelt zu werden. Er genoss die Finger, die durch seine Haare pflügten, die Handfläche, die wie immer kühl auf den Muskeln unter seinem Brustbein lag, die sanfte Vibration am Hals Seraphims, als er sprach. Der Spott darin war ihm egal, weil er nicht böse gemeint war, sondern liebevoll. Mit nicht unbedingt interessiertem Blick folgte er seiner Hand, die sich in der des Himmelsmagiers vom Bett hob und genauestens beobachtet wurde. Was sah Seraphim darin? Für ihn war sie einfach eine schlanke Männerhand mit abgekauten Fingernägeln und Hornhaut dort, wo die Finger in die Handfläche übergingen. Mit seiner schon zuvor erwähnten, recht kratzigen Antwort beendete er besagtes Thema - er mochte es zwar, wenn er komplimentiert wurde, aber er fühlte sich schon wieder ein bisschen zu weiblich hier - und griff stattdessen nach unten, nach dem Fuß des Weißhaarigen. Seine freie Hand suchte dessen Sohle, kraulte darüber, prüfend. "Kitzlig?", fragte er in recht sachlichem Ton, wandte jedoch dabei den Blick ab, damit der Ältere nicht sah, wie der Schalk in seinen Augen glitzerte. Das hatte er ja tatsächlich noch nicht probiert...!

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 23:00

Vielleicht nutzte der Himmelsmagier auch grundsätzlich jede Gelegenheit, die sich ihm bot, Körperkontakt zu dem Rothaarigen aufzubauen, weil er ihn einfach so sehr lieb hatte, dass es kaum etwas schöneres gab, als die Arme um ihn zu legen? Und wenn, dann hatte besagtes Schöneres auch mit ihm zu tun, also war nichts falsch daran, ihn zu knuddeln, wenn er danach verlangte. Einerseits bewunderte er jeden Zentimeter seines Körpers, einfach weil es der Seinige war, andererseits schmolz er fast weg, als er den Atem des Anderen an seiner Kehle fühlte, versteifte sich kurz unmerklich, ehe er sich wieder entspannte. Eigentlich nahm seine Einstellung zu Souta, wenn man denn von einer solchen sprechen konnte, langsam aber sicher krankhafte Züge an, überlegte er. Es konnte nicht gesund sein, sich so sehr über eine einfache Berührung zu freuen, von seiner Nähe zu zehren und sich zu wünschen, sie wären hier nicht, um zu arbeiten. Auch schien sein Geist so sehr über seinen Körper herrschen zu können, dass dieser bereit war, einfach auszublenden, dass er sich vor weniger als einer Stunde bereits ziemlich verausgabt hatte und eigentlich eine Pause bräuchte. Es war ein wenig hinderlich, dass er in der Nähe des einen grünen Auges kaum komplett entspannen konnte, weil da immer etwas in seinem Körper wütete, das er nicht abzustellen vermochte und ihn solange nicht zur Ruhe kommen ließ, bis er zu erschöpft war, auch nur einen weiteren Muskel zu bewegen. Andererseits verzehrte er sich nach dem Anblick des funkelnden Smaragds, als hinge sein Leben davon ab, was sicherlich keine besonders gute Mischung ergab. Er wusste vielleicht sogar, dass er etwas dagegen unternehmen sollte, aber war sich gleichsam im Klaren, dass er das nicht konnte, weil es ihm noch mehr schaden würde. Da stützte er sich alles in allem dann doch lieber auf solche Momente, hielt sich zurück und nahm auch den reichlich neutralen Kommentar zu seiner Frage einfach hin. Es war egal, was Souta davon dachte, denn es hatte ihn ja auch nie wirklich interessiert, dieses Thema hatte er nur aufgebracht, um zu überspielen, dass er Soutas Hand so eindringlich musterte. Ein wenig peinlich wäre es ihm nämlich schon, zuzugeben, dass er sie irgendwie ungemein spannend fand und sie gerne an seine Lippen geführt hätte, um sie zu küssen. Immerhin war er sogar zu feige, zu formulieren, was er anderen, unwichtigen Menschen so oft ins Ohr gehaucht hatte. Es war ihm noch nie schwer gefallen, lügenderweise zu schwören, dass er sich bis über beide Ohren verknallt hatte, dass er sich den Rest seines Lebens nicht mehr von einer bestimmten Person trennen wollte, aber jetzt führte er sich auf wie ein kleines pubertierendes Kind, das einen Liebesbrief an einen Mitschüler schrieb und sich nicht traute, diesen tatsächlich zu übergeben.
Sein Fuß zuckte ein wenig, als plötzlich schlanke Finger darüber strichen, aber dabei blieb es dann auch. Nein, er war nicht kitzelig, weder an der Fußsohle, noch irgendwo anders. Es gab zwar Stellen, deren Berührung ihm durchaus gefiel (Und nein, damit war tatsächlich nicht DIESE Stelle gemeint...), aber dennoch musste er sich nicht gleich vor Lachen krümmen, wenn man versuchte, ihn durch ein federleichtes Streichen über die Fußsohle aus dem Konzept zu bringen. "Nicht wirklich.", meinte er deswegen daraufhin und strich noch einmal über Soutas Haar, ehe er ihn mit einem Schmunzeln von seinem Schoß auf die Bettdecke schubste und sich streckend aufstand. Ihm gefielen diese Knuddelminuten wirklich gut, aber sie mussten hier leider arbeiten. "Wir sollten dem Kapitän dieses Kastens unsere Aufwartungen machen, Souta-chan~", säuselte er und streckte ihm die Hand entgegen, sollte dieser sie ergreifen wollen, um sich auf die Beine helfen zu lassen. Es war gerade wichtiger, von diesem ihre Aufgaben zu bekommen, wenn es denn welche gab, immerhin würde er danach noch reichlich Zeit haben, um die Hände des Rothaarigen zu erkunden - und noch deutlich mehr als das.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 23:01

Mit nach unten hängenden Mundwinkeln, die dazu beitrugen ein perfektes Welpengesicht zu vervollständigen, wurde Souta schändlich vom Schoß seines Schutzengels auf das ... weiche ... Bett gestoßen, damit dieser aufstehen konnte. Das war wirklich blöd. Erst war Seraphim nicht kitzlig, eine Tragödie für jemanden wie ihn, der andere Leute doch zu gerne neckte und deshalb absolut nicht damit klarkam, dass er das auf der körperlichen Ebene nicht zustande brachte, wo er selbst doch so vollkommen ausgeliefert war, wenn man ihn piekte und kniff, und dann mussten sie auch noch ihre Kuschelsession unterbrechen, damit sie arbeiten konnten. In seiner Verfassung war daran überhaupt nicht zu denken, obwohl es ihm physisch schon wieder einigermaßen gut ging, aber psychisch hatte er doch noch immer eine gewisse Blockade, wenn er daran dachte, dass sie wieder nach oben mussten. Andererseits warf man sie vielleicht direkt wieder vom Schiff, wenn sie sich nicht anständig benahmen. Das war ja wirklich ärgerlich. Vermutlich würde das Gespräch sowieso nur zehn Minuten ihrer kostbaren Zeit in Anspruch nehmen ... hoffentlich. Eigentlich wollte er ja einfach nur schlafen. Der Drang sich zu bewegen und irgendetwas zu tun war momentan außer Kraft gesetzt, schlummerte unter dem Hunger, der langsam begann, an ihm zu nagen. An ihm und seiner Laune. Wenn er nicht bald etwas zu essen bekam, würde er vielleicht wieder die Diva machen, dabei wollte er das ja gar nicht. Am besten war es also, wenn er sich zusammenriss und Seraphim folgte. Das gestaltete sich nur schwer, weil das Bett so wahnsinnig bequem war! Das Gesicht im Laken zerknautscht, den Hintern in die Höhe gestreckt, brummelte Souta gegen die Decke und ruderte leicht mit den Armen, verzweifelt, um sich ein bisschen Schwung zu verschaffen. Der Gott der Motivation war im Moment so dermaßen demotiviert sich zu bewegen, dass er sich ernsthaft fragte, ob er nicht einfach hierbleiben sollte. Leider würde sein bester Freund ihn dann wohl an den Haaren hinter sich herziehen oder ihn - schlimmer noch - bridal style durch das Schiff tragen. Und das konnte er definitiv nicht verantworten. Also begann er erst eine Hälfte, dann die andere gen Bettrand zu rollen, ehe er auf dem Boden aufklatschte, kurz stöhnte und dann in die Richtung des Weißhaarigen geschlurft kam. "Och Maaaaan", murrte er und griff sich nun die Hand, die er zuvor gar nicht bemerkt hatte. Woher kam die? "Kannst du mich nicht ziehen oder so...?"

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 23:02

Ja, es war tatsächlich eine Schande, dass sie hier arbeiten mussten, das sah Seraphim kein Stück anders, vor allem nicht, als Souta es für besonders angebracht hielt, sich auf dem Bett zu rekeln und ihm ganz besonders einladend gewisse Körperpartien entgegen zu recken. Wenn er hier nicht unter dem Druck stände, seine Quest möglichst zufrieden stellend zu erfüllen, hätte er den Moment sicherlich nicht einfach so verstreichen lassen, aber so drehte er nur hastig den Blick weg und wartete darauf, dass der Rothaarige den Rest Lebensgeister zusammen kratzte, damit sie sich weiter bewegen konnten. Natürlich gab es bei weitem besseres, als sich auf einem solchen Schiff mit Pflichten überschüttet zu sehen, aber was man nicht ändern konnte, war nun einmal nicht zu ändern... also seufzte er nur, als Souta ihm vorschlug, ihn zu ziehen, aber beinahe als Ausgleich seine Hand nahm. Das war ja immer wieder goldig, egal ob es einem von ihnen peinlich sein sollte oder nicht, in gewissem Maße gefiel es ihm doch. Natürlich war er nicht so der Fan von Kitsch oder Emotionalität, aber es war dennoch schön - auch wenn er sich sicher war, dass es nicht lange andauern würde, vor allem da er natürlich keinesfalls vor hatte, ihn zu ziehen. Weder hatte er Räder, noch war das eine adäquate Fortbewegungsart, weswegen er ihn zwar an der Hand zog, aber nur um sein Gesicht direkt vor seines zu bringen, seine Nasenspitze mit seiner eigenen anzustupsen und langsam den Kopf zu schütteln. "Ich würde dich eher tragen, aber ich glaube, dass dir dann wirklich jegliche Männlichkeit flöten geht~", hauchte er, grinste einmal frech und drehte sich dann wieder in Richtung Tür. Da er sich sicher war, dass Souta nicht das Risiko eingehen würde, dabei gesehen zu werden, wie der Weißhaarige ihn wie eine Prinzessin durch die Gänge des Schiffes schleppte, machte es auch wenig Sinn zu warten. Je schneller sie das hier hinter sich brachten, umso mehr Zeit hatten sie am Ende noch für diverse andere Aktivitäten, da musste man eben einfach mal auf die Zitrone beißen und es durchstehen.
Die Tür wurde geöffnet, zwei Menschen schritten hindurch und sie wurde wieder geschlossen, den Zimmerschlüssel hatte er sich natürlich unter den Nagel gerissen, wo er doch erwiesenermaßen ganz wunderbar mit Schlüsseln umgehen konnte. Er konnte auch toll mit anderer Leute Schlüssel haushalten, so gut sogar, dass es vorkam, dass es danach mehr als vorher waren und der ursprüngliche Besitzer nichts davon wusste. Ob er Souta eröffnen sollte, dass er noch immer die Zweitschlüssel zu dessen ehemaliger Wohnung besaß? Würde ihn der Gedanke verstören...? Wahrscheinlich. Er würde das angehen, sobald er sich besser fühlte... und vielleicht nicht gleich am ersten Tag, denn damit würde er sich wahrscheinlich die restliche Fahrt vermiesen. Vielleicht nahm Souta das ganze ja auch vollkommen locker, aber sicher war sicher: Er wollte nicht den Rest der Fahrt in dem Sessel da schlafen müssen, mochte er noch so bequem aussehen. "Komm schon, Souta-chan~", säuselte er scheinbar wunderbar gelaunt, "Je eher wir das hinter uns haben, desto eher kannst du dich wieder hinlegen~" Ein wenig Motivation zu spenden, war noch nie falsch gewesen, erst recht nicht, wenn es um eine Quest ging.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 23:04

Natürlich. Je eher sie mit dieser Aufgabe fertig waren, desto eher würde er sich wieder hinlegen können. Jedem Anderen hätte er das abgekauft und sich darauf gefreut, ein Nickerchen zu machen, doch leider war es Seraphim, der diese Worte sagte. Souta konnte sich genau vorstellen, dass er nicht eine Sekunde lang alleine in diesem Bett liegen würde. Wenn es nach dem Weißhaar ging, würde er vermutlich nicht einmal dazu kommen, jemals einen Blick auf die Zimmerdecke zu werfen, aber das war unerheblich. Für eine entspannte Quest musste man Opfer bringen. Außerdem war es vermutlich eher unklug, sich bildlich ins Gedächtnis zu rufen, was der Andere wohl von ihm wollte. Besonders mit einer so lebhaften Fantasie gestaltete es sich schwierig durch das Schiff zu stolzieren und dabei peinlich darauf zu achten eventuellen Blicken auszuweichen, die den recht auffälligen roten Schimmer um seine Nase herum hätten bemerken können, der ihn ganz irre machte. Sonst war er doch vollkommen schamlos. Wieso störte es ihn dann so sehr, dass irgendjemand auf diesem Gefährt erfahren mochte, dass sie sich das Bett teilten? Es war ihm so unendlich peinlich. Seine Arme waren um seine Brust geschlungen, er machte jeden Schritt, als rechnete er damit, dass der Boden unter ihm wegbrach und achtete kaum auf die luxuriöse Umgebung, den Wald an Liegestühlen, auf denen sich halbnackte Menschen fläzten, um zu braten. Nun, das war nicht ganz richtig: Der Rotschopf blickte für einige Zeit auf eine blonde Frau, die einem Modelkatalog entstiegen zu sein schien und ihr Bikinioberteil geöffnet hatte, so dass ihr Rücken gleichmäßig bräunte. Ein verschmitztes Schmunzeln zog sich über sein Gesicht, ehe er sich wieder umdrehte und einen verstohlenen Blick zur Seite warf, auf Seraphim. "Wir sollten uns später in die Sonne legen." Das war vielleicht ungünstig formuliert, aber leider die reine Wahrheit. Souta machte sich keine Hoffnungen, sich nur mit Badehose IRGENDWOHIN begeben zu können, ohne dass sein Schutzengel auf ihm hockte wie der Stalker, der er nun einmal war. Daher stellte ihre Quest sowie sämtliche Aktionen bei der Ausführung dieser eine Art Schutzmechanismus dar, oder? Seraphim war ein Profi, der würde ihn nicht angrabbeln, wenn sie etwas für ihren Auftrag erledigten....Wie den Kapitän des Schiffs zu begrüßen. Sich wichtig machen lag ihm ja durchaus. Allein der Gedanke daran, sich vor der ganzen Mannschaft als Retter in der Not vorstellen zu können ließ sein Ego wachsen, zerstörte seine Übelkeit und zauberte ihm ein monströses Grinsen auf's Gesicht. War er noch vor wenigen Sekunden durch die Gegend geschneckt wie ein Zombie, so ergriff er nun den Oberarm seines Schutzengels, zerrte daran, konnte gar nicht genug drängeln, um zur Steuerzentrale zu kommen. Die nicht übermäßig schwer zu finden war, wenn man sich ein bisschen mit Schiffen auskannte (was er tat) und eine bezaubernde Bordbedienstete einlullte (was er konnte). Und so standen sie kurze Zeit später im Eingang eines recht großen Zimmers, das von einem Steuerrad, einem Fernglas und einem Kartentisch dominiert wurde, oder eher: Einer stand und der andere wippte auf den Fußballen, brach durch die Tür wie ein Orkan und fixierte sich auf eine ältere Frau, die ihn völlig perplex warten ließ. Der Kapitän war eine Frau? Na ja, sie sah eher aus wie eine Beißzange mit ihrem schildkrötenartigem Gesicht und dem maskulinem Körper, aber dennoch...Interessant. "Yo, ich bin Souta!" Seine Lippen spalteten sich, der Raum erstrahlte für einen Moment im Licht seines Lächelns, ehe er sich in Szene warf und mit ausgestrecktem Daumen auf seine Brust deutete. Dass Seraphim auch noch da war, hatte er im Moment vollkommen vergessen. Jetzt existierte nur er, deshalb bemerkte er auch nicht, dass der Kapitän in keinster Weise vor Bewunderung erstarrt war. "Ich bin der schnellste Mensch Fiores, ein großer Krieger. Wenn Sie Angst haben, dass eine Horde an Piraten auftaucht, verlassen Sie sich einfach auf mich. Kein Problem. Es gibt nichts, was mich kleinkriegen könnte!" Eine spannungsgeladene, theatralische Pause. "Aber zum Geschäftlichen: Wie sieht es eigentlich mit gratis Verpflegung aus...?"

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 23:06

Natürlich war allein die Vorstellung albern, Souta könne sich einfach so in die Sonne legen, wenn Seraphim in der Nähe war. Wahrscheinlich würde dieser keinesfalls übergriffig werden, weil es gewisse Dinge gab, die ihn daran hinderten, aber da er schon vieles dafür geben würde, ihn überhaupt in Badehose zu sehen, würde er ihn auch ungerne damit alleine lassen. Es war zudem ein Glück für den Weißhaarigen, dass er einfach noch nicht erkannte, was es in diesem Falle war, das Souta so langsam und beinahe bedrückt gehen ließ. Er nahm also an, es habe etwas mit seiner Angst vor dem Wasser zu tun, mit seiner Übelkeit und den Schmerzen, die er wahrscheinlich immer noch hatte. Das war alles nichts, das er verändern konnte, also versuchte er sich nicht allzu viele Gedanken zu machen, auch wenn er hier und dort einen Blick in Richtung des Rothaarigen nicht verhindern konnte. Er zog den Blick seiner Augen nun einmal beinahe magisch an, dagegen konnten geradeso die Menschen etwas tun, die sich bereits auf Liegestühle verfrachtet hatten, aber auch nur für die Zeit, die er brauchte, um sich einzelne Körper herauszupicken, sie zu mustern und versuchen, sie sich einzuprägen. Wer wusste schon, wann er das nächste Mal die Information gebrauchen könnte, wie sie unter ihrer Kleidung aussahen? Kaum hatte er die drei in Frage kommenden Individuen allerdings abgespeichert, flogen seine Augen bereits wieder herum und hefteten sich auf Soutas Gesicht. Wenn alles gut ging, würde er sie ja gar nicht brauchen, nicht wahr? Er hatte zwar vorhin nicht verstanden, warum genau sich ein leichter rötlicher Schimmer über sein Gesicht gelegt hatte, aber dem auch deswegen nicht besonders viel Bedeutung beigemessen. Jetzt war er verschwunden, als er anmerkte, sie sollten sich nachher doch in die Sonne legen - ein Vorschlag, der nicht unbedingt auf Ablehnung stieß. Zum einen bedeutete das, dass er stundenlang Zeit haben würde, Souta zu beobachten, wie dieser leicht bekleidet herumlag (Denn wer ging schon mit Mantel in die Sonne?), zum anderen, dass er ansonsten nichts tun musste, als sich faul auszustrecken und vielleicht ein Buch zu lesen. Er war sich beinahe sicher, dass Souta richtiggehend braun werden konnte, warum also sollte er ihn darin hindern? Er selbst bekam zwar selten Farbe und generell schneller einen Sonnenbrand, da er als Beinahealbino nun einmal nicht viel Sonne vertrug, aber er konnte sich ja etwas abseits hinsetzen. Seine Augen waren schließlich scharf genug, um Souta trotzdem nicht aus dem Blick zu lassen, selbst wenn er sich einige Meter von ihm entfernte - und ab und an schadete ihm ein bisschen Sonne ja auch nicht. Es würde sich schon ein Kompromiss finden lassen, dessen war er sich sicher. "Gute Idee~" Das Lächeln um seine Mundwinkel würde Souta sicherlich erahnen lassen, warum er seinem Vorschlag nicht abgeneigt war, aber ehrlich gesagt glaubte er, dass der junge Mann das eh wusste. Hätte er gewusst, dass er Souta peinlich war, hätte er wahrscheinlich nicht so glücklich blicken können, daher war es nur von Vorteil, wenn er das nicht wusste. Manchmal war Ignoranz ein Segen…
Als sie die Brücke betraten, die wohl mal in früheren Tagen wirklich eine solche gewesen war, heute jedoch mehr ein normaler Raum mit viel technischem Kram war, zeigte sich lustigerweise genau, wie die beiden jungen Herren eigentlich waren: Zuerst einmal natürlich Souta, der sich mit einem dynamischen Eintritt und entsprechender Gestik sofort in den Mittelpunkt rückte, von seinen Fähigkeiten schwärmte, ohne danach gefragt zu werden und sich alles in allem ziemlich lächerlich machte. Er schien meistens ja nicht anders zu können, hatte den Weißhaarigen auf halbem Wege überholt und ihn dann vergessen, weil er viel zu beschäftigt damit war, sich also besonders toll darzustellen. Dieser allerdings nahm ihm das nicht übel, da er die hyperaktive, aufdringliche Seite des Augenklappenträgers prompt nutzte, um sich selbst in ein besseres Licht zu stellen. Da es sich bei der Kapitänin scheinbar um eine Frau handelte, die solch forsche Aktionen, wie Souta sie ja liebte, nicht besonders witzig fand, beschloss er, ihr sofort klarzumachen, dass er im krassen Gegenteil zu dem rothaarigen Draufgänger, den sie bereits etwas misstrauisch musterte, tatsächlich kompetent war. Er würde Souta zwar nicht herunterspielen – zumindest nicht aktiv – aber er war nun einmal ein selbstherrliches Arsch, daran ließ sich nicht rütteln. Er hatte eben gerade die Anerkennung, die er seiner Ansicht nach verdiente. "Guten Tag.", meinte er also mit ernster Stimme und schlängelte sich an Souta vorbei, um der Kapitänin die Hand reichen zu können. Wie er gelernt hatte, als er sich das erste Mal unter Menschen begeben hatte, gehörte das zur Höflichkeit mit dazu, auch wenn die reine Tatsache, dass er keine Waffe in der Hand hatte, mit Blick auf seine Profession rein gar nicht bedeutete. "Mein Name ist Seraphim, Himmelsdragonslayer - und wie Sie sich wahrscheinlich schon gedacht haben, sind wir die beiden Magier aus Blue Pegasus, die Sie zum Schutz vor den Piraten herbestellt haben. Seien Sie versichert, dass wir dieser Aufgabe durchaus gewachsen sind, selbst wenn es nicht so scheinen könnte." Während er sprach, blickte er ihr fest in die Augen, schmunzelte leicht und trat dann wieder neben Souta, da er ja nun klar gemacht haben sollte, wer von ihnen beiden hier der Stärkere war – denn ob der Rothaarige in informierten Kreisen gegen das Wort Himmelsdragonslayer anstinken konnte, war seiner Meinung nach mehr als fraglich.
Die alte Frau blickte weiterhin ein wenig unschlüssig, sodass Seraphim einfach mal schloss, dass das von Runzeln zerfurchte Gesicht zu keinem anderen Blick mehr in der Lage war. Der weiße, geflochtene Zopf, der unter ihrer Kapitänsmütze hervorbaumelte, schwankte ein wenig, als sie einen Schritt zur Seite trat und dann Haltung annahm, als habe sie dieses Muster über viele Jahre einstudiert. Ihre Kohlenaugen musterten erst Souta und dann Seraphim noch einmal, ehe sie sich mit knarziger, aber dennoch zackiger, strenger Stimme vorstellte "Kapitänin Turner. Wir werden ja sehen, ob ihr euch eignet. Solange ihr nicht gebraucht werdet, empfehle ich euch, möglichst kein Aufsehen zu erregen und ja nicht die Gäste zu belästigen." Warum nur wanderte an dieser Stelle ihr Adlerblick in Richtung Souta? "Was die Verpflegung angeht…", hier zog sich ihre Stimme etwas ins lächerliche, "…so könnt ihr wie die Passagiere den Mahlzeiten beiwohnen, die Zeiten sind entsprechenden Listen zu entnehmen. Ich hoffe, dass ihr euer Handwerk versteht, ansonsten werde ich dafür sorgen, dass ihr vor meinen Gästen draufgeht." Sie lächelte ein wenig freundliches, steifes Lächeln, ehe sie sich abrupt umdrehte und die beiden Magier offenbar mit dieser Bewegung entließ. Nette Frau…
"Tja, Souta-chan… dann scheinen wir ja nichts mehr zu tun zu haben, wie?~", hauchte Seraphim leise in das Ohr des Rothaarigen, ehe er sich zum Gehen wandte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 23:08

Himmelsdragonslayer. Was für ein langes Wort. Souta hatte mittlerweile bemerkt, dass die von Drachen aufgezogenen Menschen in seiner neuen Gilde einen ganz besonderen Ruf genossen, doch bisher hatte er das nicht wirklich für voll genommen, weil es ihn nicht interessierte. Die Magie einer Person war absolut zweitrangig in seinem Kopf, sagte rein gar nichts über eine Person aus. Er, der zügelloseste Mensch Fiores konnte Kettenmagie, die dazu gemacht war, zu fesseln und zurückzuhalten. Seraphim, der größte Arsch, der laufen konnte, war ein Heiler. Nein, man konnte von einem Talent nicht auf den Charakter einer Person schließen, so funktionierte das nicht. Dass man jedoch eine Sonderbehandlung erhielt, das schmeckte ihm eigentlich auch nicht. Nicht, weil es irgendwie ungerecht gegen irgendjemanden war, der seinen Ruhm hart erarbeitet hatte. Nein. Es ging darum, dass ER der großartigste Typ des Universums war, dass NIEMAND außer IHM eine Sonderbehandlung verdient hatte und dass Seraphim nicht einmal ein Würmchen war gegen SEINE strahlende Präsenz. Er war Itasa Soutanobu, er war Souta, er war perfekt, verdammt. Und nur weil sein weißhaariger Freund zufällig eine Drachenmana hatte bedeutete das garnichts. Stärke maß man schließlich nicht daran, wie viele Leben man rein theoretisch auslöschen konnte, sondern vor allem am Charakter, und da war er ihm als strahlender Held des Guten soviel voraus, dass es lächerlich war, auch nur darüber nachzudenken. Wieso meinte sein Schutzengelchen also, es müsse sich hier profilieren, wo er doch alles im Griff hatte? War es wiedereinmal der Drang in ihm, besser und männlicher als Souta zu sein, der ihn trieb. Das war traurig, denn sobald er sich anstrengen musste, um gleichzuschließen, bedeutete das, dass er ohne Anstrengung männlicher war und deshalb vor Testosteron nur so strotzte, wenn er sich erst einmal darum bemühte. Tat er aber nicht, weil es lustig war so zu sein wie er und das nun einmal toll war. Er veränderte sich für niemanden, weil er das nicht brauchte. Es war sinnlos jemanden übertreffen zu wollen, wenn man der Unübertreffbare war, deshalb gönnte er Seraphim seine niedlichen fünf Minuten Ruhm gegen die sowieso vollkommen unwichtige Schildkrötenfrau und betrachtete stattdessen sein Spiegelbild in der Fensterscheibe. Obwohl Farben hier nur sehr schwer auszumachen waren flammten seine Haare aus der Umgebung hervor, reichlich unordentlich, weil er sie im Bett plattgelegen hatte und gewisse Finger darin herumgecruist waren. Darunter lag sein wunderschönes Gesicht, dem er eines seiner herzbrecherischen Lächeln schenkte, der schlanke Hals, das offene Hawaiihemd, welches das leichte Sixpack an seinem Bauch zeigte, die wohldefinierte Brust – beides haarlos – und darunter seine Beine, die weniger interessant waren. Zurück zum Gesicht. Beinahe verliebt betrachtete er jenes, fand sich vollkommen gefangen von einem Fältchen an seinem Lippen, welches spielerisch um jene tanzte, wenn er sie zuspitzte oder lächelte. Waren seine Lippen schon immer so voll gewesen? Ganz fasziniert beobachtete er, wie ihr sanfter Schwung sich veränderte, wenn er lautlos mit der Scheibe sprach, fuhr mit den Fingern darüber. Seine Haut war unglaublich weich...Frisch rasiert, denn Bartstoppeln standen ihm absolut nicht, außerdem waren rote Haare was Bartwuchs anging ohnehin prädestiniert dazu irgendwie eigenartig auszusehen. Dabei fragte er sich, während er so über seine Wangen fuhr und dabei an die Haut seines besten Freundes dachte, die tatsächlich NOCH samtiger war, ob diesem wohl ein weißer Bart wachsen würde. Eigentlich eine ganz lustige Idee, wenn sie auf einer einsamen Insel strandeten, würde Seraphim sicher irgendwann zum Weihnachtsmann werden. Vielleicht sollte er ihm davon erzählen, wenn sie hier draußen waren, auch wenn er bezweifelte, dass der Andere Fragen nach Körperbehaarung allzu ernst nehmen würde. Einen Versuch war es allemal wert. Irgendwo am Rande seines Aufmerksamkeitsfeldes bemerkte er, wie ihm mit dem Tod gedroht wurde, doch das wurde überspielt, da er dabei war, den Kopf zu schütteln, damit sich seine Haare einigermaßen ordneten. Was ihn jedoch wider Erwarten aus seiner Selbstergötzung befreite war der Atem seines besten Freundes, der unignorierbar über seine Ohrmuschel fegte und ihn leicht erschaudern ließ. Blinzelnd bewegte er das gute Auge zur Seite, realisierte, dass es Zeit zu gehen war und sprang dann häschengleich hinter seinem Führer her, den Mund zu einem Grinsen verzogen packte er irgendwann dessen Schultern und hüpfte einfach auf dessen Rücken, sich mit den Beinen um seiner Hüfte festklammernd. “Was machen wir jetzt? Gehen wir essen?!”, fragte er den Älteren erwartungsvoll und wippte leicht mit dem Po auf und ab. “Ich hab Hunger...Großen Hunger. Und mir ist gar nicht mehr so schlecht...” War er jetzt gerade zu einem kleinen Kind geworden? Er fühlte sich ein bisschen so, doch das war gar nicht so schlecht. Um seine Aussage zu unterstreichen begann er mit “Nanghnangh”-Geräuschen am Kopf seines Schutzengels zu nagen, das erschien ihm gerade der Situation angemessen. Hühott, Pferdchen!

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 23:09

Ja, Cyrus hatte durchaus die Option, sich einen Rauschebart stehen zu lassen, jedoch hatte man immer nur dann die Möglichkeit gehabt, ihn auch nur mit etwas längeren Bartstoppeln zu erwischen, wenn er längere Zeit jenseits der Zivilisation verbracht hatte und damit keine Möglichkeit vorhanden gewesen war, sich zu rasieren. Er war nicht nur kein Fan von solchen Gesichtsverzierungen, er alterte durch einen Bart einfach so viele Jahre, weil seine Haare ja sowieso schon weiß waren, dass er ihn lieber bei sich behielt. Auch wenn man darüber streiten könnte, ob ihm gewisse Bärte nicht sogar stehen würden, es war einfach nicht so sein Ding. Hätte er Soutas gedanklichen Monolog übrigens mitbekommen, hätte er spätestens bei dem so wahnsinnig männlichen Hüpfen, mit den er ihm folgte, einen Lachkrampf erlitten und ihn gefragt, ob er wirklich noch bei Trost war, aber da er keine Gedanken lesen konnte, stolperte er nur einen Schritt nach vorne, als sich sein Körpergewicht unerwartet verdoppelte und seine Hände ganz automatisch versuchten, Souta am Abstürzen zu hindern. Dass er dabei zuerst dessen Hintern und dann erst seine Oberschenkel erwischte, war natürlich zu dumm, aber dagegen konnte man eben nichts machen. "Nicht so stürmisch, Souta-chan~", säuselte er und balancierte sich einigermaßen aus. Die letzten Gelegenheiten, bei denen Souta ihn angesprungen hatte, waren alle auf dem Boden oder einer sonstigen Unterlage zu Ende gegangen, ganz zu seinem Gefallen, aber jetzt waren ein paar zu viele Menschen um sie herum, als dass es ratsam gewesen wäre - auch wenn Cyrus ganz bestimmt nichts dagegen gehabt hätte. Souta schien jedoch bedauerlicherweise andere Pläne zu haben, immerhin schlug er auf für ihn schon beinahe subtile Weise vor, dass sie doch essen gehen sollten, eine Idee, die er komplett ablehnte. Souta hatte heute bereits einmal gebrochen, das reichte. Er würde ihm maximal Zwieback oder trocken Brot erlauben, außerdem sollte er bis dahin lieber etwas warten. "Du hast gerade eben ge-", setzte er an, als er durch ein seltsames Gefühl unterbrochen wurde, das sich beinahe so anfühlte, als ob Souta ihn allen Ernstes anknabbern würde. Was sollte das denn nun?! "Lass das, Souta-chan." Mit einem etwas genervten Winken scheuchte er den Kopf des Rothaarigen wieder zurück, weil er es nicht wirklich leiden konnte, wenn dieser ihn nun als Beißring verwandte. Das musste nicht sein, besonders nicht, wenn er sich nicht wehren konnte, weil er damit beschäftigt war, seinen knackigen Po durch die Gänge des Schiffes zu tragen, als sei dieser nicht in der Lage, selber zu laufen. "Du hast dich gerade übergeben, Souta-chan. Wie sinnvoll, glaubst du, ist da nun eine Nahrungsaufnahme von deinem Kaliber?", setzte er erneut an, während er an einer Kreuzung angekommen war und erst einmal überlegen musste, wo sie nun am besten hinsollten. Er wäre immer noch für draußen, die Meeresluft genießen, aber da er sich sicher war, dass Souta keine Ruhe geben würde, bis er irgendetwas Nahrhaftes hatte, schlug er den Weg in Richtung Speisesaal ein, um die Essenszeiten nachzusehen. "Mit etwas Pech gibt es gerade sowieso nichts zu Essen und um ehrlich zu sein, wäre das vielleicht sogar besser für deinen Magen. Ich habe keine Lust darauf, dass du den Tag weiterhin über dem Klo verbringst, wo doch so schönes Wetter ist." Nicht, weil Souta etwas verpassen könnte, sondern weil er selbst dann den Rothaarigen verpasste, wenn dieser im Bad hing. Dabei war es doch eine ganz verlockende Aussicht, ihn in der Sonne braten zu sehen. Außerdem roch Haut immer so schön, wenn sie sich in der Sonne erwärmt hatte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 26 Okt 2014 - 23:10

Aber warum sollte er das denn lassen? Seraphim liebte es doch, wenn man ihn berührte, Souta konnte so gar nicht verstehen, wieso das Anknabbern seines Kopfes da eine Ausnahme darstellen sollte. Konnte sich das Weißhaar denn nicht entscheiden, was es wollte? Auf der einen Seite kam er selbst kaum einer Berührung von ihm aus, andererseits wurde er von der blassen Hand weggescheucht, sobald er das erwiderte. Zugegeben, beißen war (zumindest in diesem Zusammenhang, man wusste ja, dass er an anderer Stelle gerne einmal zu leicht bissigen Anwandlungen neigte) nicht unbedingt ein Liebesbeweis, aber das hieß ja nicht, dass er es nicht tun konnte. Als Itasa Soutanobu hatte er die Eigenartigkeit nun einmal gepachtet, damit musste sein lieber Freund wohl leben, besonders, wo ihm nun langsam langweilig wurde. Sein großer Auftritt war vorbei, hatte keine zufriedenstellende Aufmerksamkeit und Bewunderung abgeworfen, nun hatte er einen Defizit an Ego, das musste er irgendwie ausgleichen. Wenn nötig eben mit der Penetranz eines Elefanten. Deshalb saß er auf dem Rücken seines besten Freundes, wippte mit dem Po auf und ab, als gäbe es nichts Spannenderes, als auf ihm zu reiten. Vielleicht gab es das ja nicht, er hatte damit leider nur wenig Erfahrung, aber das war nicht weiter schlimm, da er sich spontan auf andere Dinge konzentrieren musste, die ihn davon abhielten, verschmitzt zu grinsen. Stattdessen war plötzlich sein gereizter Magen Gegenstand der Diskussion, was den Kettenmagier dazu brachte, empört die Backen aufzuplustern und Seraphim die Arme etwas fester um den Hals zu schlingen. Mit an seinem Hinterkopf gelegten Lippen und feinstem Duckface, das zum Glück niemand sah, legte er sich seine Argumentation zurecht, während eine seiner Hände ganz zufällig im Kragen von Cyrus' Hemd verschwand. “Mit der nötigen Streicheleinheit kann ich alles verdauen. Und du willst doch, dass ich mich nicht sofort übergebe, wenn ich heute noch ... irgendetwas ... schlucken soll?” Verspielt fuhr seine Hand von links nach rechts, ehe er sie wieder aus dem Hemd hervorholte und etwas energischer hüpfte. Pah, schönes Wetter war nichts gegen einen vollen Magen, aber das verstand der Weißhaarige natürlich nicht, der futterte ja auch Luft. Andererseits fühlte er sich durch all das Gehoppse nicht wohl...Keine seiner besten Ideen. Aber wann hatte er schon gute Ideen? “Und, gibt es was?”, fragte er, um vom mulmigen Gefühl abzulenken, was sich langsam um den Mittelpunkt seines Körpers ausbreitete, reichlich neugierig und konnte sich nicht verkneifen, noch einmal nach einer Haarsträhne zu schnappen, auch wenn Seraphim das nicht mochte. Es war einfach so lustig ihn zu ärgern, da war Souta leider nichts Anderes als ein trotziges Kind, das ein Spielzeug immer wieder auf den Boden warf – bis das Elternteil böse wurde. Doch selbst das hielt ihn vermutlich nicht auf, da er ja wusste, dass sein Schutzengel ihm niemals etwas antun könnte. Da hatte der wohl einfach Pech...

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 27 Okt 2014 - 4:38

Man musste einfach zugeben, dass jeder Mensch auf gewisse Dinge ziemlich sofortig ansprang. Dieses Etwas variierte natürlich, aber es gab niemanden, der vollkommen jenseits von allem Verlockenden stand. Cyrus' spezifische Schwäche beispielsweise hatte rote Haare und hopste gerade auf seinem Rücken herum, eine weitere, generelle hing mit seinem etwas zu stark ausgeprägten Sexualtrieb zusammen und wenn man es übers Herz brachte und diese beiden auf eine so verführerische Art und Weise zusammen brachte, war es ein ziemlich starker Hebel, den man an seinen Willen ansetzte. Den Effekt hatte Souta also einem Vorschlaghammer entliehen, mit dem man Erdnüsse öffnete, weswegen der Dragonslayer doch froh war, dass er sein Gesicht nicht sehen konnte, als eine Hand in seinem Kragen entschwand. Wenn er ernst meinte, was er da andeutete, würde er wahrscheinlich wenn es sein musste das ganze Schiff durchsuchen, nur um ihm etwas Essbares zu organisieren, auch wenn er natürlich hoffte, dass das nicht nötig sein würde. Das war alles zwar Erpressung, aber eigentlich durfte er sich nicht beschweren, der Einzige, dem das alles schaden konnte, war schließlich Souta: Wenn der sich wieder überfressen würde, war es ja nicht der Weißhaarige, der Bauchschmerzen bekam und selbst wenn, so konnte man das ja bekämpfen. Das einzige, was ihn noch störte, war seine neue Nutzung als Trampolin, denn Souta wog nur ein paar Kilogramm weniger als er, was ihn durchaus zu einer Belastung machte. Das Ziepen an seinen Haaren versuchte er ja schon zu ignorieren, aber beides zusammen hätte ihn beinahe eine Schnute ziehen lassen, wenn da nicht die vorhergegangenen Worte gewesen wären, die ihm die Fähigkeit zu negativen Gedanken gerade ein wenig aus dem Kopf gepustet hatten. Es hatte nämlich auch eindeutige Vorteile, auf eine Sache fixiert zu sein, denn Pluralität lähmte manchmal nur. Also griff er nur nach der Haarsträhne, an der es gerade zog und stupste Souta von ihr weg, wenn auch mit einem leisen Lächeln. Musste das Einauge denn unbedingt gerade nach seinen Haaren schnappen, wo es doch so viele andere Dinge gab, die da angemessener wären? Aber wahrscheinlich war es mal wieder dessen überbordender Spieltrieb, der ihn dazu zwang, dann wollte er ja mal nicht so sein und es ihm durchgehen lassen. Was war er doch gnädig!
Als sie den Speisesaal erreicht hatten, gab es wenigstens eine gute Nachricht zu verzeichnen, wenn die Kapitänin einen schon die ganze Zeit etwas misstrauisch beäugt hatte: Das Mittagsbuffet würde in etwa einer Viertelstunde eröffnen, was ihm wenigstens die Schmach ersparte, ganz nach Soutas Nase zu tanzen und trotz fehlendem Angebot etwas aufzutreiben. „Was für ein Glück, Souta-chan…“, schmunzelte er deswegen und zog seine Arme unter dem Körper des Anderen hervor, sodass dieser entweder herunterplumpsen würde oder sich selbst weiter festhalten musste, kratzte sich an der Wange und lächelte. „Wir werden noch ein paar Minuten warten müssen, aber ich denke, das wirst du überleben. Ob du wohl die Freundlichkeit besitzen würdest, solange von meinem Rücken runterzugehen?“ Er mochte zwar Körperkontakt, gerade zu dem Rothaarigen, aber ab einem gewissen Punkt wurde er ihm dann doch zu schwer. Ansonsten hätte er wahrhaftig nichts dagegen, wenn er ihn berührte, aber da gab es ja noch einen Unterschied zwischen jemanden als Reittier missbrauchen oder ihn zum Beispiel küssen. Der Hauptgrund, aus dem ein jüngerer Seraphim so auf diese ganze Körperlichkeit zwischen Menschen abgefahren war, war ja die bisher fehlende Wärme der Lebewesen um ihn herum gewesen, da war das Gefühl, sich an jemanden zu schmiegen, ganz neu gewesen. Und so schön… deswegen würde er Souta einfach nur gerne vom Buckel haben, er konnte ihn dann ja immer noch umklammern oder sonstigen Körperkontakt aufbauen, bei dem er ich wenigstens sehen konnte. Normalerweise war ihm ja sogar das egal, aber bei ihm eben nicht…

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 27 Okt 2014 - 9:58

Manchmal konnte man fast denken, dass an Itasa Soutanobu ein Wissenschaftler verloren gegangen war, so sehr interessierte ihn das Verhalten von Seraphim, seinen besten Freund. Es war aber auch faszinierend, wie unterschiedlich dieses sein konnte, ganz variabel, je nach der Person, die vor ihm stand. Der Rothaarige hatte schon des Öfteren beobachten dürfen, wie dessen Lächeln zu einer Maske wurde, die Melodie in seiner tiefen Stimme nichts weiter war als gespielte Fröhlichkeit. Alle Emotionen, die das hübsche Gesicht hervorbringen konnten, wirkten bei 99% von Fiore wie aufgesetzt. Und dann gab es diese Momente, in denen sich die Brust des Kettenmagiers vor Glück anfüllte, in denen er ihn einfach küssen wollte, weil er – tatsächlich – niedlich war. Wenn die immer etwas katzenartig verengten Augen sich vor Verwunderung weiteten, weil er etwas gesehen hatte, das ihn spontan irritierte, zum Beispiel. Oder wenn Souta seine Hand nahm und sich ein Grinsen auf dessen Züge schlich, das ehrlicher nicht sein konnte. Manchmal zweifelte er daran, ob sein weißhaariger Freund tatsächlich soetwas wie ein Herz hatte, weil er andere behandelte, als wären sie nichts weiter als Maden, aber sobald er dann bemerkte, wie er jemanden wie ihn glücklich machen wollte, war Seraphim einfach nur ein ganz normaler Mensch. Wieso er? Natürlich, er war der anbetungswürdigste Mann der Welt, aber mal im Ernst: Hatte er ihn vielleicht zu sehr um den Finger gewickelt? War es nicht gut, dass er ihn gerade als Reittier missbrauchte und ihn erpresste? Nachdenklich zuckte er zurück, als die blasse Hand ihn von seinen Haaren entfernte, lachte auf, recht mechanisch. Es tat ihm ja irgendwie schon Leid, dass er ihn so ausnutzte, aber es war ja nicht so, als bekäme er dafür nichts, hm? Am Ende hatte imme er die Schmerzen, an welchen Stellen auch immer...Da war es doch nur ein kleines Opfer für den Älteren, Dienstbote zu spielen.! Und trotzdem fühlte es sich irgendwie falsch an. Allein das war schon seltsam, weil Moral sonst ja eher nicht in seinen Charakter passte. Hm, möglicherweise veränderte er sich ja langsam. Früher hätte es ihn nie gestört, mit einer seiner Liebschaften so umzuspringen – allerding hätte er früher auch keinen Mann als Liebschaft in Betracht gezogen. Er fand sich ja immernoch etwas abstoßend deswegen.
Souta kletterte jedoch aus ganz anderen Gründen vom Rücken seines Spontanponys und streckte sich durch: Weil er ein bisschen größer war als Seraphim, dessen Haare das natürlich irgendwie vertikal ausglichen, hatte er ein klein wenig Rückenschmerzen bekommen. Niemand war dafür gemacht minutenlang zusammengekauert irgendwo dranzuhängen, nicht einmal ein gelenkiges Kerlchen wie er. Deshalb lehnte er sich auch an die gerade Wand, um sich wieder etwas auszubiegen und betrachtete nachdenklich seinen besten Freund. “Sagmal...denkst du, dass man in jeder Beziehung jemanden benötigt, der immer den Ton angibt?” Plötzliche Philosophie nannte man das wohl, was ihn auf hungrigen Magen beschlichen hatte. “Ich meine, bevor ich in eine Beziehung komme, springe ich von diesem Schiff~” Gedankenverloren streckte er die Hand nach dem Weißhaarigen aus und verschränkte seine Finger mit den seinen, betrachtete diese Konstruktion, als wäre es eine besonders seltene Vase und keine Intimität. “Aber man muss doch nicht immer jemanden haben, der sich bei allem durchsetzt und einen, der komplett passiv ist. Das wäre langweilig. Ich glaube, eine Beziehung wird erst interessant, wenn sich beide Aspekte jeden Tag die Stirn bieten!” Mit einem breiten Grinsen blickte er von der Hand auf und rückte ein Stückchen vor, um seinen besten Freund einen flüchtigen Kuss aufzudrücken, nichts Romantisches, er wollte eher die seltsamen Worte von seinen Lippen abwaschen und etwas mit seinem Mund machen, was ihm ein bisschen vertrauter war. “Phew... Ich bin schon so hungrig, dass ich über Weiberkram rede....Lass uns rummachen oder so, bis die aufschließen.”

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 27 Okt 2014 - 22:18

"Ich würde dich auffangen." Seraphim hatte zu seinem ersten Satz, der ihn nichtsdestotrotz erstaunt hatte, nichts gesagt, aber nun klang sein Ton ziemlich bestimmt. Erleichtert hatte er sich gestreckt, als Souta von seinem Rücken geklettert war, um ihn dann ein wenig auf dem falschen Fuß erwischt anzusehen. Warum genau hockte er erst auf seinem Rücken, um dann, kaum stand er wieder auf festem Boden, anzufangen, von Beziehungen zu reden? Zugegebenerweise machte es ihn deutlich nervöser, als er erwartet hätte. Normalerweise war das so ein Thema, bei dem er lächelnd mit der Hand wedelte und diese seltsamen Dinge als überflüssig abtat. Er war ja im Allgemeinen nicht so der Typ für Längerfristiges, erst recht nicht auf emotionaler Art. Tatsächlich hatte er gleich mehrere schon etwas länger anhaltende Affären mit gewissen Personen am Laufen, aber bei diesen versuchte nur selten jemand, sie auf eine emotionale oder gar romantische Basis zu heben und wenn, dann wurde sie meist sofort abgebrochen. Man konnte so etwas wohl kaum als Beziehung betrachten, weswegen man die Behauptung, Seraphim habe noch nie eine Freundin oder, wie in seinem Falle ja denkbar wäre, einen Freund gehabt, unter der Voraussetzung, dass für eine solche Person eine feste Beziehung die Basis war, als Tatsache anerkennen konnte. Er hatte auch nie verstanden, warum diese Menschen ihre Freiheit einer einzigen Person wegen opferten, stattdessen war er immer der Meinung gewesen, dass das schrecklich langweilig werden musste. Immer nur um eine Person herumzuschleichen, immer nur eine einzige Person im Bett, immer nur eine einzige Person... er hatte nie eingesehen, wie eine einzige Person jemandem so wichtig sein konnte. Deswegen hatte er so etwas immer verachtet, sein eigenes Ding in dieser Hinsicht gedreht und sich vor irgendwelchen emotionalen Anwandlungen gewappnet.
Und dann war Souta in sein Leben getreten oder wohl eher gerannt, schnell und grinsend und scheinbar immer gut drauf. Er war ihm anfangs wie ein Clown vorgekommen, ein Freigeist - aber ein durchaus attraktiver Spaßmacher, weswegen er ihm die nervigen Eigenschaften seines Charakters nicht übel genommen hatte. Bis sie ihm gar nicht mehr so nervig vorgekommen waren, auch wenn er sich keinen Deut verändert hatte. Der einzige Unterschied war wohl gewesen, dass sie zwischen den beiden Treffen miteinander geschlafen hatten, aber das war für den Dragonslayern nichts besonderes, schon lange nicht mehr. Er tat das so oft, dass er immer in Gefahr schwebte, den Überblick zu verlieren, das konnte in keinem Fall Schuld daran sein. Tatsache war nur, dass seine anfänglich oberflächliche Sympathie sich schleichend tiefer bewegt hatte, in Regionen, die von derlei Gefühlen vollkommen unberührt gewesen waren. Ohne es zu bemerken und erst recht, ohne es zu wollen, hatte er sich in den kecken Einäugigen verliebt - was bei Realisation dessen ein Problem für ihn dargestellt hatte. Er war ein narzisstischer Soziopath, der Spaß daran hatte, den Leuten das Herz zu brechen, es aus ihrer Brust zu reißen und genüsslich darauf herumzubeißen, aber durch diese unvorhergesehene Wendung hatte er sich selbst in die Gefahr gebracht, dass ihm dasselbe passieren konnte. Denn Souta war ebenfalls kein Engel. Auch wenn er sich sicher war, dass der Rothaarige das weniger aus sadistischen Launen heraus tat, als aus bloßem Zwang und Unbedachtheit, so wusste er, dass auch er nicht gerade für seine Treue bekannt war. Es hatte Seraphim Angst gemacht und besorgte ihn auch heute noch, sodass er, der er so vielen Menschen schon das Blaue vom Himmel herunter gelogen hatte, es nicht einmal fertig brachte, ihm zu sagen, was er für ihn empfand. So wie er früher nicht verstanden hatte, wie man eine Person lieben konnte, wusste er es nun. Es war ihm zwar immer noch egal, dass er vielen Menschen sehr schlimm weh getan haben musste, aber er konnte dieses Gefühl nun eindeutig nachvollziehen. Er würde Souta auch gerne die ganze Zeit um sich herum haben. Und niemals, auf gar keinen Fall, würde er zulassen, dass ihm etwas geschah. "Ich würde dich auffangen, bevor du auch nur die Gischt des Meeres zu spüren bekommst."
Die Mundwinkel des Weißhaarigen hoben sich leicht, während er ihre verschränkten Finger betrachtete. Das war unerwartet süß, auch wenn es schon wieder in die Gefahr geriet, kitschig zu werden. Irgendwie bedeutete diese Geste mehr als die vielen Küsse, die sie einander geschenkt hatten, weil eben diese bei ihm bereits eine Profanität erlangt hatten, die ihnen die Besonderheit nahm. Küsse im Allgemeinen selbstverständlich, denn jede Berührung des Rothaarigen genoss er dennoch, egal was für eine es war - wobei er zugeben musste, dass das Haareziehen absolut nicht zu den Highlights gehörte. Er hielt sonst nie mit jemandem Händchen, das war ihm viel zu albern, zu reserviert, nicht seinem Geschmack entsprechend, weil er bei allen Anderen immer nur darauf aus war, sie ihrer Kleidung zu entledigen. Es wäre zwar falsch, zu behaupten, dass er das bei Souta nicht gerne tat, aber immerhin war es eindeutig nicht sein Hauptziel. Es reichte, wenn er bei ihm war, mit ihm redete oder auch nur mit ansah, wie er herumhampelte, alles andere war sozusagen das etwas übergewichtige I-Tüpfelchen. "Soll ich dich nächstes Mal abwerfen?", fragte er mit spöttischem Unterton, nachdem Souta ihm einen Kuss auf die Lippen gedrückt hatte, streckte die Hand aus und fuhr mit den Fingern durch die Haare in dessen Nacken. Es war höchst vorteilhaft, dass die Haare an der Hinterseite seines Kopfes länger waren als jene an der Stirn, denn so konnte er die Finger besser hineinkrallen und ihn bis auf wenige Zentimeter an sein eigenes Gesicht heranziehen, die Lippen nur noch wenige Fingerbreit voneinander entfernt, sodass er seinen Atem spüren musste, warm und leicht feucht. Sein Mund öffnete sich leicht, bevor er sich zu einem breiten Grinsen dehnte und sich die violetten Augen auf ihr eines, smaragdgrünes Gegenstück konzentrierten. Oh, er hatte vorgeschlagen, dass sie einfach ein wenig rummachten, bevor es Essen gab... und zuvor hatte er sich noch über zu wenig Widerstand beschwert? Wie wäre es mit einem gehauchten, leicht lang gezogenen "Nein...?~", begleitet von einem wahrhaftig monströsen Grinsen, dem man genau ansehen konnte, dass es den Dragonslayer ziemlich amüsierte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 27 Okt 2014 - 22:46

Jaah – warum hatte Itasa Soutanobu eigentlich plötzlich das Bedürfnis verspürt, über Beziehungen zu reden, wo doch beiden Teilnehmern des Gespräches dieses Thema unangenehm war, wenn auch auf ganz verschiedene Art und Weise? Es war so: In seinem Körper gab es zwei Instanzen, die es in jedem Bewusstsein gab. Das Eine nannte sich Hirn, das andere hieß Herz. Er nannte sie liebevoll die “H-Brüder”. Herz war recht oft im Einsatz und deshalb ziemlich durchtrainiert, während Hirn eher im hinteren Winkel ihrer Bude saß und sich Filme über Babyeinhörner und Regenbogenplüschtiere ansah. Dadurch war Hirn ein bisschen fett geworden, wie das nun einmal so ist, wenn man sich oft lange Zeit nicht bewegt. Es passierte dennoch ein um's andere Mal, dass eine Entscheidung in ihr Haus flatterte und bearbeitet werden wollte. Nun sprintete Herz oft als tatkräftiger Bursche an den Empfang und nahm sie an sich, bevor Hirn auch nur in Gang kommen konnte. Manchmal schaltete es sich auch ganz aus und blieb etwas desillusioniert in der Ecke liegen (das war meist in Situationen, in denen der Innhaber des Körpers wenig Kleidung trug oder aß oder beides gleichzeitig). In ganz, ganz seltenen Fällen quetschte Hirn sich auch in der Tür fest und blockierte Herz, damit dieses einfach keine Chance hatte, sich an der Entscheidung zu beteiligen. Im Nachhinein gab es für solche 'herzlose' Entscheidungen natürlich einen 'herzhaften' Tritt in den Allerwertesten, doch das ist eine andere Geschichte... Es geht in dieser Situation nun darum, dass das Thema 'Beziehungen' spontan aufleuchtete, Herz aufsprang, die Entscheidung an sich riss und sämtliche Hebel in Bewegung setzte, um darauf zu antworten – klar soweit?

Manchmal hatte Souta das Gefühl, dass sein Herz ein eigenständiges Wesen in seinem Körper war, was rein wissenschaftlich betrachtet natürlich vollkommen schwachsinnig ist. Aber wie konnte es denn immer wieder gegen seine Prinzipien arbeiten? Jetzt zum Beispiel. Es hämmerte mit einer Intensität in seiner Brust, dass der eigene Herzschlag in seinen Ohren widerhallte und die Stimme seines besten Freundes beinahe übertönte. Nur weil er gesagt hatte, dass er ihn auffangen würde? Er konnte das sicher nicht, immerhin musste man dazu fliegen können und niemand konnte das. Abgesehen davon war seine Geschicklichkeit sowieso über alle Maßen erhaben, dass er vermutlich ohne es zu merken nach dem Reling greifen und sich wieder hochschleudern würde. Im Gegensatz zu seinem Geist hatte sein Körper nur wenig für Selbstmord übrig, was gar nicht so schade war. Trotzdem es also vollkommen unmöglich war, dass irgendjemand Anderes als er selbst sich aus einer ausweglosen Situation wie der Genannten befreien konnte, lag im Blick des Himmelsmagiers eine Entschlossenheit, die ihn ganz irre machte. Es war nicht das kitschige “Ich liebe dich 5ever weil 4ever ist nicht genug, uuuuh!”-Gefühl von Überzeugung, das er darin zu lesen glaubte, sondern stärker, klarer. Kälter vielleicht, nicht so plüschig und kuschelig wie das Andere, aber dafür doppelt so rein. Es mochte die Art von Entschlossenheit sein, die Menschen dazu animierte, sich für einen Geliebten vor eine Kugel zu werfen, die Art von Aufopferungbereitschaft, die ein Feuerwehrmann verspürte, wenn er noch einmal in die Flammen rennt, um jemanden herauszuholen – die Art von Liebe, die einen kleinen Jungen, der nicht schwimmen konnte dazu animierte, sich in einen reißenden Fluss zu stürzen, um seine ertrinkende kleine Schwester zu retten. Es fühlte sich seltsam an, Bescheid zu wissen. Zu ahnen, dass da etwas war, welches nicht in einem flüchtigen Moment entstanden war, etwas, was schon seit sehr langer Zeit hinter ihm gewesen war und darauf gewartet hatte, dass er einen Blick über die Schulter warf und sah.
Und Souta sah den Blick, den Seraphim ihren verschränkten Fingern zuwarf, das sanfte Heben seiner Mundwinkel, die Andeutung eines Lächelns, das nicht aus Amüsement, sondern aus purem Glück geboren war. Er schaute in das Gesicht, das bei seinem Kuss nicht ein bisschen zusammenzuckte, errötete oder sonst irgendeine Reaktion zeigte, die er von seinen Liebschaften normalerweise erwartete und sah, dass es irgendwie richtig war, ihn zu küssen, viel besser zu ihrer seltsamen Freundschaft passte, die vielleicht gar keine war. Mit einem Augenlid auf Halbmast lehnte er sich leicht zur Seite, gegen die Hand, die durch seine Haare strich, und berührte mit der Wange dessen Schlagader an der Hand. Kurz war ihm, als könnte er Seraphims Puls spüren, doch so gut war er nicht, da war es wohl nur sein eigenes bummerndes Herz gewesen, was er mittlerweile am ganzen Körper fühlte. Seine Nase rieb gegen den Unterarm des Weißhaarigen, sein Mund verzog sich leicht, als hätte er sich in dem Moment, in dem er den Lippen des anderen plötzlich so nahe war, alles anders überlegt. Angespannte Kiefermuskeln registrierten den Atem, seinen Geruch, doch vielmehr, als dass er fühlte, begann er langsam wirklich und wahrhaftig zu sehen. All die Anzeichen warfen sich auf einen Haufen, den er noch nicht einmal ansatzweise erfassen oder analysieren konnte, aber sein Unterbewusstsein sammelte bereits, während sein Hirn noch etwas schwerfällig und zugedröhnt in seiner Lieblingsecke flakte. Gleich würde es zu spät sein, gleich würde die Nähe ihrer Oberschenkel (die Nähe, mein Gott, diese Nähe) sämtliche Gedanken auslöschen, die sich manifestieren hätten können. Jeden Moment würde seine Hand ...

Nein?

Das Wort stand im Raum als hätte Seraphim plötzlich gefurzt. Sämtliche Attraktivität fiel von dem zauberhaften Moment ab und es blieb nur der leicht modrige Geruch von Spott und Beschämnis, dem er mit einem leichten Überschlagen seiner Beine entgegenwirken mochte. Nein. Kein Rummachen. Das kam aber früh. Wieso kam es überhaupt? Hatte sein Schutzengel wirklich mehr Gefallen daran, seine dominierende Position zu unterstreichen, als ihn anzufassen? Das hatte Souta nicht gedacht! Normalerweise war der Weißhaarige ja nicht weniger auf 'das Eine' fixiert wie er. Dementsprechend lehnte er nur ab, weil er das so befohlen hatte. Ließ ihn in dieser dermaßen ungünstigen Position einfach stehen. Schweinerei! “Warum NICHT?”, fragte er, die Unterlippe vorgeschoben, den Kopf stolz erhoben, obwohl seine Wangen einen knallroten Farbton angenommen hatten, was seltsam war, da er eigentlich kein Blut mehr in der oberen Hälfte seines Körpers haben sollte. Das war alles in seine...Beine gesickert, die langsam unangenehm zu pochen begannen. Arme Beine. Er schaute direkt in die violetten Augen seines Gegenübers, fest entschlossen, mit ihm solange zu streiten, bis sich ein Kompromiss gefunden hatte, der beide Seiten zufrieden stellte. Wobei das absolut unlogisch war, schließlich wäre Seraphim so oder so vermutlich gut bedient. Aber vielleicht gab es ja irgendwelche rationalen Gründe, die dagegen sprachen, ein bisschen Schabernack hier mitten auf dem Gang zu treiben.

Vielleicht war Seraphims Hirn ja der Fitte bei den 'H-Brüdern' und setzte sich gerade durch.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 27 Okt 2014 - 22:52

Um das für den Rothaarigen gebrauchte Modell seiner inneren Verfassung zu übernehmen und auf den Weißhaarigen zu übertragen, musste man sich eine auf andere Art asymmetrische Verteilung vorstellen. Bei ihm handelte es sich bei 'Hirn' nämlich eher um eine hünenhafte Gestalt, während 'Herz' der kleinere, schwächliche Bruder war, der dank Allergien und Krankheiten, sowie einer stark ausgeprägten Sozialphobie niemals auf die Idee kommen würde, an die Tür zu gehen, wenn dort etwas klingelte. Der größere der beiden Brüder hatte sogar aus Sorge um den kleineren dessen Existenz verleugnet und würde ihn seinerseits ungerne fremdem Einfluss aussetzen, sodass er einfach alle Dinge alleine abwickelte, wie sie dem Körper des Dragonslayers am besten gefielen. Nur selten interessierte sich Herz auf eine kindliche, unschuldige Weise an der äußeren Welt, dann spähte er schüchtern hinter Hirn hervor und schob sich selten sogar an ihm vorbei, um dem Besuch ins Gesicht zu lächeln. Wenn es um das Thema Souta ging, hatte Hirn allerdings ein echtes Problem, denn da schlüpfte Herz sogar in seiner dünnen Kleidung aus der Tür hinaus, um ihm entgegen zu gehen und er musste ihn immer wieder trotz Protesten zurück zerren, weil er sich sicher war, dass das da draußen keine gute Welt für sein Geschwisterchen war. Hirn war der dominante Part in ihrer Beziehung, Herz der knuffige, aber eben auch der unterlegene.
Das Grinsen, das die Lippen des Dragonslayers gedehnt hatte, war ein wenig abgeflacht, weil seine Gesichtsmuskulatur sich vollkommen unbemerkt entspannt hatte, während seine Augen beinahe bewegungslos am Gesicht des Einäugigen hingen. Sie blieben erstaunlich ruhig dafür, dass sie eigentlich all die sich ihm eröffnenden Details abtasteten: Die vorgeschobene Lippe, die noch schwach feucht glänzte und geradezu dazu aufforderte, sie zu küssen, die Röte, die seine Wangen überzogen hatte, das grüne Auge, das ihn mit einer Mischung aus stolzer Anklage und kläglichem Winseln anblickte... er konnte sich spontan nicht daran erinnern, dass Souta auch nur einmal bisher so einladend ausgesehen hatte. Vielleicht lag es daran, dass er es gerade nicht darauf anlegte, denn rot geworden war er bisher eher nur, wenn er sich körperlich verausgabte, vielleicht hatte er bisher auch noch keinen Reiz dazu erhalten. Seine Hand war zum Stillstand gekommen, stützte nun nur noch den Kopf des Anderen, auch wenn sich seine Finger automatisch festhielten, ohne möglicherweise schmerzhaften Zug auszuüben. Zum Pech für Souta war seine Beinbewegung dem Dragonslayer allerdings vertraut, sodass ein geübtes Abtauchen seiner Iriden genügte, um sich Klarheit zu verschaffen. Seine Mundwinkel rutschten noch ein wenig tiefer, tilgten das Grinsen nun komplett von seinen Lippen und hinterließen sein Gesicht in Ernsthaftigkeit, da sein Gehirn ein wenig Anlaufzeit benötigte, um diese für ihn relevante Beobachtung zu verarbeiten. Es war ja nun nicht so, als seien ihm ähnliche Situationen nicht schon unzählige Male widerfahren, man kannte das ja: Er gabelte irgendwo einen Kerl auf, baggerte an ihm herum, bezirzte ihn ein wenig, wickelte ihn um den Finger, dass ihm der Rücken brach und schlief dann mit ihm. Standardprogramm. Bloß war das ganze bei Souta ein wenig anders gewesen, da der Rothaarige, ganz im Gegensatz zu dem Gros seiner weiteren Bettgeschichten, nicht auf Männer stand. Daher war es immer schwerer gewesen, ihn zu gewissen Dingen zu bringen, er hatte ihn provozieren oder einfach auf magische Tricks zurückgreifen müssen; es bedurfte eines anderen Levels an Aufmerksamkeit, als das bei seinem Spielzeug der Fall war. Schon im Zug war es also beinahe zu schnell für ihre Verhältnisse gegangen und nun... hatte er ihn kaum berührt und trotzdem zeigte sein Körper eindeutig sein Gefallen an. Was das bedeuten könnte, traute er sich nicht einmal zu hoffen, weil es zu gut um wahr zu sein wäre. Nur weil er erwiesenermaßen keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen machte, bedeutete das leider nicht, dass das bei allen anderen auch so war, aber während er den Ekel derjenigen Männer, die er trotzdem dazu brachte, mit ihm eine Nacht zu verbringen, schadenfroh genoss, hatte er die Vorstellung, Souta könnte von ihm angewidert sein, immer gefürchtet. Allerdings kündete nicht das kleinste Detail des Rothaarigen von Abneigung, wenn auch von Entrüstung über die plötzliche und sicherlich schier unbegreifliche Weigerung. Jedoch würde sich das Einauge keine Sorgen machen müssen, denn bei dem Anblick, den er dem Weißhaarigen gerade bot, würde dieser nicht im geringsten die Willenskraft aufbringen, seine Forderung weiterhin abzuweisen. "Weißt du eigentlich, dass du gerade unheimlich niedlich bist?", fragte er mit recht tonloser Stimme, als müsse er erst einmal wieder sprechen lernen. "Und so hübsch...", fügte er beinahe in Gedanken hinzu, strich die roten Haare aus dem Gesicht seines Gegenübers und räusperte sich, damit seine Stimme wieder eine einigermaßen angemessene Lage erreichte. "Ich habe das gesagt, weil...", er lehnte seine Stirn gegen Soutas, verringerte den Abstand ihrer Lippen noch mehr, fuhr mit beiden Händen langsam seinen Rücken hinunter, "...es nicht dabei bleiben würde, weil ich mich nicht damit zufrieden geben könnte...", schob ihn langsam in Richtung Wand, "Weil ich mehr wollen würde." *Wollen würde, pah!* Wie lächerlich das klingen mochte, war es denn nicht eindeutig, dass das keine Möglichkeit, sondern eine Tatsache war? Er wollte nicht mehr zurück, das hier geriet aus den Bahnen seiner Selbstbeherrschung, Quest hin oder her: Es war ihm egal, ob sie jemand sah, ob sie danach das Gespräch des Schiffes sein würden... alles zweitrangig. Mit plötzlich schnellerer Bewegung rutschten seine Hände das letzte Stück hinunter, griffen fester zu, sein ganzer Körper schien einen Ruck nach vorne zu machen, ein Knie drängelte sich zwischen die seines Gegenübers, sein Mund näherte sich Soutas linkem Ohr. "Und ehrlich gesagt, siehst auch du nicht aus, als wäre es mit ein paar Küssen erledigt~"

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 27 Okt 2014 - 22:53

Homo – oder in seinem Falle – Bisexualität war nie etwas gewesen, was Souta verurteilt hätte. Sowieso gab es nicht viele Dinge, die er wirklich ablehnte, dafür war er einfach viel zu liberal eingestellt. Es war einfach nie etwas gewesen, worin er sich sehen konnte – und schon gar nicht in einer solchen Position. Seine Männlichkeit war dem Rotschopf immer extrem wichtig gewesen und er hatte sich jedes Mal gefragt, wie es einen Mann geben konnte, der sich freiwillig auf diese Art unterbuttern ließ. Dass nicht jede gleichgeschlechtliche Beziehung aus diesem Gefälle bestand, das hatte er natürlich nicht gewusst. Wieso auch, er hatte kein Interesse daran gezeigt und sich davon entfernt, weil der weibliche Teil der Bevölkerung ihm voll und ganz reichte. Nicht einmal der Gott der Großartigkeit konnte an ein paar Millionen Menschen müde werden, da musste er nicht auch noch am anderen Ufer fischen. Außerdem fand er die Vorstellung eklig. Niemals würde er versuchen einen Mann anzumachen, um ihn ins Bett zu kriegen, er hatte keine Ahnung, wie man das anstellte und würde sich furchtbar unbeholfen vorkommen. Und da er immer auf die männliche Rolle bestand, hatte er natürlich die Aufgabe, das irgendwie in die Hand zu nehmen ... Klar wusste er in etwa, was wo und wie und überhaupt, aber anwenden war da schon eine ganz andere Sache ... Nein. Über soetwas nachzudenken war dermaßen abstoßend, dass er es meist ganz hinten in sein Hirn sperrte. Es war ja kaum zu glauben, dass er relativ oft das Bett mit einem anderen Mann teilte. Souta dachte so wenig wie möglich darüber nach, weil er ja nicht auf Männer stand und die ganze Sache deshalb extrem verdreht war. Verzwickt.
Er stand nämlich irgendwie schon auf einen Mann und konnte tatsächlich soetwas wie Gefallen an dessen Körper finden, sich zu ihm hingezogen fühlen. Machte ihn das nun schwul? Der Kettenmagier stand dazu, dass er von dem Weißhaarigen mehr bekam als nur Freundschaft, wieso auch nicht, aber er würde vermutlich niemals irgendwie scharf werden, wenn er in einem Katalog leicht bekleidete Männer sah, sondern diese wohlweislich überblättern – sich den Frauen zuwenden und diese mit steigendem Grinsen genauestens studieren. Es war nie ein Problem für ihn gewesen in den heißen Quellen von Hosenka Town mit anderen Männern zu baden, aber er wusste, dass es sehr wohl ein Problem geben würde, wenn er das mit Seraphim tat, weil er nun einmal so war ... So kompliziert. Sein bester Freund mochte nackt durch die Gegend hüpfen, es würde ihn nicht einmal kratzen, aber seine Stimme kriegte ihn jedes Mal. Souta hatte noch nie von einem Fall gehört, in dem die Zuneigung zu einer Person jegliche physische Grenzen überwand, doch hier stand er, im fabelhaft präkoitalen Modus, wie er vielleicht in einer anderen Situation scherzen würde. War es nicht allein schon dermaßen seltsam, dass er ausgerechnet auf den Charakter des Älteren flog, wo dieser doch nun wirklich alles andere als graziös war? Hatte er vielleicht einen versteckten Badboy-Fetisch? Seine vorherige Liebe war ja ganz ähnlich gewesen, sie hatte ihn nämlich gehasst und geschlagen, wann immer sie konnte. Und trotzdem hatte er sie gemocht, die ...
psst nicht ihren Namen sagen pssst pssst
...treulose Kuh, die ihn verlassen hatte. Seine Brust ziepte leicht, konnte den Schmerz nicht riesig entfalten, weil sein Rücken damit beschäftigt war, sich nach innen zu biegen, um den tastenden Händen des Weißhaars zu entfliehen und sich dabei amüsanterweise dessen Körper immer weiter zuzuneigen. Irgendwie hatte sein Mundwinkel wild zu zucken begonnen, als wäre er eine Maschine kurz vor dem Overload. Seraphim sprach ihm Niedlichkeit zu, was seine Männlichkeit nicht unbedingt prickelnd fand – der Rest seines Körpers fragte sich fasziniert, ob er die Lippen küssen oder am Kehlkopf nuckeln sollte. Mittlerweile standen ihm Schweißtropfen auf der Stirn, die der Himmelsmagier sicher bemerkte, als er ihm die Haare zurückstrich. Was hatte er mit denen eigentlich? Es gab tausend andere Stellen, die er so...oh, da war seine Stirn, seine heiße Stirn, SEINE HÄNDE. Souta presste seinen Mund zu einer geraden Linie zusammen, da das alles eine Falle sein musste und ihm keine weiteren Vorlagen liefern wollte, doch trotzdem entfloh ihm ein ziemlich langes, ziemlich lautes “Aaaaah”, das man wohl irgendwie als Antwort auf alles interpretieren konnte.
Wann waren sie eigentlich auf die Wand zugegangen? Souta spürte sie erst, als sie gegen seinen Rücken krachte, quiekte zu seinem Missfallen, und realisierte mit einem Mal, das er seine Situation schon wieder in die Eskalation befördert hatte. Doch das war nur ein kleines Aufschnappen seines Geistes, der sich kurz aus dem Wasser rettete, ehe er den Kopf schüttelte und mit dem ganzen Körper abtauchte. Nein, jetzt würde er sich nicht dermaßen degradieren lassen, er wollte ganz gerne noch dort drüben etwas essen und dabei sitzen. “Mh...kommt auf die Küsse an...”, murmelte er, die Gürtelschnalle im Blick. Das hatte er noch nie gemacht, aber wie schwer konnte das schon sein – vor allem, wenn sich ein wundervolles Scheiß-Egal-Gefühl bei ihm einstellte...?

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 27 Okt 2014 - 23:06

Wenn Souta wirklich noch daran gedacht hatte, ihm nicht noch weitere Anregungen zu liefern, sondern sein bereits wieder überschäumendes Verlangen in die Schranken zu weisen, hatte er wirklich auf ganzer Linie versagt. Als habe er in eine Colaflasche, die jemand aus Dummheit geschüttelt hatte, noch ein paar Mentos geworfen, wirkten seine Worte auf den Dragonslayer nicht gerade beschwichtigend. Vielleicht lag es auch ganz allgemein daran, dass er ihn so lange nicht mehr gesehen hatte, nicht die Möglichkeit gehabt hatte, einem schlafenden Souta beim Träumen zuzusehen, dass er so rastlos war... er hatte ehrlich gesagt nicht recht Lust, sich nun über dieses Thema Gedanken zu machen. Fest stand, dass sie gerade inmitten eines öffentlich zugänglichen Ganges, neben dem Speisesaal, dessen Türen schon recht bald eingerannt werden würden, standen und die Umstände ihres Zusammentreffens offenbar ignorieren wollten. Seraphim störte es nicht besonders, dass sie hier wie auf dem Silbertablett standen und jeder ihnen würde zugucken können, dass die meisten Menschen nicht halb so tolerant waren, wie sie vorgaben und dass sie das Ärger kosten könnte... und Souta schien es einfach auszublenden. Cyrus wusste überhaupt nicht, wo er zuerst hingucken sollte, weil sich jedes kleine Detail des jungen Mannes einfach viel zu intensiv in seine Netzhaut brannte, war fast schon ein wenig überfordert, doch als das Auge des Rothaarigen an ihm herabwanderte und schließlich zum Stillstand kam, gepaart mit den Worten, die aus seinem Mund flossen, grinste er dennoch breit, während sein Körper unwillkürlich auf ganz andere Weise darauf reagierte. Ja... natürlich gab es solche und solche Küsse. Damit hatte er bekanntlich Erfahrung. Von schamhaft-niedlich kurzen Berührungen, bis zu offenen zu Speichelaustausch neigenden Lutschbewegungen gab es da alles, sich meist zeitlich steigernd. Unterhaltsam, wenn man darüber nachdachte, war, dass es bei ihnen ein wenig anders abgelaufen war, teilweise sogar genau anders herum. Sie hatten beide nicht so rechte Probleme damit, mit dem anderen herumzumachen, aber es kam doch eher selten vor, dass einer der Küsse unschuldig wirkte. Wenn, kam er von Seraphim und wenn war er Souta eher peinlich, was der Weißhaarige natürlich bemerkte, weswegen der Singular in diesem Falle richtig gesetzt war. Jedenfalls reichte allein die Vorstellung von dem, was er aus den Worten des Rothaarigen herauszuhören hoffte, um den letzten Rest Anstand aus seinem Kopf zu fegen, der ihm sagte, dass er sich vielleicht wenigstens in einen Nebenraum schleppen sollte. Es hätte ja schon zuvor dafür gereicht, ihn zum Durchstöbern des ganzen Schiffs zu bringen, in manchen Situationen dachte eben ein anderes Organ als das Gehirn, dem sowieso stetig jegliches Blut entzogen wurde, weil es an anderer Stelle gebraucht wurde, die ihm im Moment wichtiger erschien. "Ich werde dich sicherlich nicht aufhalten~", säuselte er mit schwächer werdender Stimme, ließ Souta los und ließ seine Hände wieder höher wandern, obwohl er sie dafür kaum bewegen musste, da er ihm quasi entgegenkam. Warum er schon wieder in dem roten Haarschopf landete, war in diesem Falle nicht schwer zu verstehen, aber auch generell mochte er sie einfach. Es war nicht nur die Farbe, sondern sogar ihr Geruch, der ihn nicht losließ, vielleicht war es auch einfach nur die Tatsache, dass sie Souta gehörten, niemandem sonst... vielleicht könnten sie auch grünblau sein oder strohblond und er würde sie bewundern... in diesem Fall waren sie einfach wunderbar dazu geeignet, die Finger hinein zu krallen und leicht über die Kopfhaut zu streichen - er wollte ihm ja nicht wehtun. Viel zu viel versprechend zogen dessen Finger an seiner Kleidung, um ihn unterbrechen zu wollen oder ihn auf andere Gedanken zu bringen. Wer wusste, wann er wieder solche Laune bekam? Das musste er ausnutzen...
Doch im nächsten Augenblick geschah reichlich viel in zu wenig Zeit, ließ Seraphim erst unterdrückt stöhnen und dann erschrocken zusammenfahren, als eine schroffe, weibliche Stimme durch den Gang gellte. "Ich wusste es... Macht euren Schweinkram gefälligst woanders!" Eine reichlich erzürnt aussehende Frau mit grauem, ellenlangen Flechtzopf, die ihm irgendwie bekannt vorkam - auch wenn sein Gehirn gerade arg langsam im Realisieren war - hatte die Hände in die Hüfte gestemmt und fixierte ihn mit funkelnden Adleraugen, ehe sie zu Souta schwenkte und ihm einen ebenso abgrundtiefen Blick zuwarf. "Ich glaub', es hackt! Wenn ihr es wagt, meine Gäste mit eurem postpubertären Verhalten zu verstören, werfe ich euch persönlich von Bord!" Wahrscheinlich hatte sie nun verschrecktes Zurückweichen und tausend Entschuldigungen von Seraphim erwartet, aber in dessen Kopf begann es nur Unheil verkündend zu pochen, ebenso wie an anderen Stellen seines Körpers, die vor Enttäuschung laut aufgeschrien hätten, wenn sie Lärm machen könnten. Warum hatte sie gerade jetzt kommen müssen? Das war ungemein fies.... wahrscheinlich war sie ihnen nachgeschlichen und hatte genau diesen Augenblick abgewartet, in dem er so kurz von traumhafter Erfüllung entfernt gewesen war, um ihn zu stören. "Sie haben aber auch ein grandioses Timing...", meinte er mit ruhiger, wenn auch ärgerlicher Stimme und ging nicht im geringsten auf ihre Drohung ein. Sollte sie es doch versuchen... wie aber reagierte Souta nur darauf, in einer solchen Pose erwischt worden zu sein?

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 27 Okt 2014 - 23:08

Wenngleich ma vielleicht glauben wollte, dass in seiner zweiäugigen Jugend seine Verfressenheit unmöglich so ausgeprägt sein konnte wie sie jetzt war, irrte ma sich. Schon seit dem Zeitpunkt seiner Geburt fraß der Kettenmagier mit größtem Genuss alles in Reichweite in sich hinein, dass er bekam oder finden konnte und nur seine abnormale Hyperaktivität hatte bewirkt, dass er im Laufe seines Lebens nicht zu einer enormen Kugel anschwoll, in die er manchmal noch nach gewissen orgienähnlichen Mahlen transformierte. Damals hatte er ebenso wenig Skrupel gezeigt, um an Essen zu gelangen wie heute, es war sogar so weit gegangen, dass er hin und wieder etwas geklaut hatte, er, der strahlende Held von Fiore. Seine Familie war nicht sonderlich reich gewesen, so dass man die Lebensmittel ohnehin schon abwägen musste, da half es natürlich niemanden, wenn er auch noch so viel aß, dass für die Anderen nichts mehr übrig blieb. Es war also das ein oder andere Mal dazu gekommen, dass er einen Schokoriegel oder Ähnliches mitgehen ließ, wenn er einkaufen ging – er war schon früher recht geschickt gewesen – aber eines Tages hatte der Geschäftsführer ihn einmal dabei erwischt, wie er gerade in einen erbeuteten Chocolate Chip Irgendwas beißen wollte, im Eifer des Gefechts sozusagen.
Irritierenderweise hatte sich Soutas Gesichtsausdruck nicht sehr verändert, egal ob er nun neun oder neunzehn war. Zwar war er nun bedeutend größer, hatte nur noch ein Auge und eine gänzlich andere Beschäftigung, doch der Grundsatz war derselbe: Das weit aufgerissene, smaraggrüne Äuglein, die Hände, die sofort das Beweistsstück losließen und flach auf den Boden klatschten, das erschrockene Einatmen und die Starre, die ihn befallen hatte. Irgendwo in seinem Hinterkopf hörte er das Geräusch zerbrechenden Glases und sah plötzlich, wo sie sich befanden: In einem hell erleuchtetem Gang direkt neben dem Speisezimmer, einer von ihnen mit geöffneter Hose, er vor ihm kniend, direkt vor dem Ausgang. Und da stand die Kapitänin des Schiffes, schien mit einem Mal sein gesamtes Blickfeld auszunehmen. Ihre Stimme hämmerte wie tausend Ohrfeigen gegen ihn, rüttelte und schüttelte ihn. Scham schwappte so energisch über ihn hinweg, dass er statt zu erröten einfach nur leichenblass wurde, leicht grünlich sogar. Die verdrängte Übelkeit kehrte zurück, ein Augenlid begann unkontrolliert zu zucken, während ihr Blick auf ihm ruhte. Als hätte man ein Stehaufmännchen an seiner Schnur gezogen, erhob er sich wieder, erkannte, wie eng der Platz zwischen Seraphim und ihm da an der Wand war, ging reichlich verlegen um ihn herum und blieb mit ausrechend Abstand stehen, die Arme verschränkt, den Kopf leicht gesenkt, so dass die roten Haare, die aufgrund gewisser Hände wild zerzaust waren, seine Augenklappe verdeckten und ihn um zehn Jahre jünger aussehen ließen. Es tat ihm nicht direkt Leid, was er da gerade getan hatte, und auch die Tirade der Frau drang nicht zu ihm durch (er schaltete automatisch ab, wenn jemand ihm so kam), aber er schämte sich plötzlich vor sich selbst. Da war er kurz zuvor gewesen, einem Mann...Das war nicht in Ordnung. Nicht in seiner Welt. Sofort setzte Verleugnung ein, bevor der Selbsthass auch nur aufstehen konnte, und er hob den Blick wieder, immernoch blass, aber diesmal doch recht entschlossen. Ja, es störte ihn, dass die Frau sie so gesehen hatte und er hatte nicht übersehen können, dass ihr Blick nicht einmal ansatzweise verständnisvoll war und das möglicherweise nicht nur mit ihrer Aktion, sondern auch mit ihrem Geschlecht zu tun hatte. Das war ein Schlag in die Magengrube. Wieso hatte er sich zu dieser beknackten Kreuzfahrt überreden lassen...Eigentlich genau deshalb, das war irgendwie ein Teufelskreis. Konnte er nicht einmal mit seinem Gehirn denken? “Ihre Gäste verstören? Reden wir von den Gästen, die da draußen in der Sonne liegen, während ihre Kleidung vielleicht so viel verdeckt?” Der Kettenmagier lächelte, auch wenn sein Grinsen vielleicht nicht bei ihr half, schöpfte er doch Kraft daraus, und formte dann mit Zeigefinger und Daumen kleine Kreise, die er auf Höhe seiner Brustwarzen setzte. Absolut seriös runzelte er die Stirn. “Ich denke, dass hier ist ein Kreuzfahrtschiff. Vergessen Sie nicht, dass unsere Gilde die Kosten für die Räumlichkeiten übernimmt, dementsprechend sind wir nicht nur Gäste, sondern auch noch mit der Aufgabe betraut, Sie zu beschützen, während Sie Geld verdienen. Und ich habe nicht gesehen, wie Sie anderen Pärchen auflauern, zumal uns hier niemand gesehen hat, bevor Sie aufgekreuzt sind...Übrigens habe ich auch keine Piraten hier gesehen.” Wie um seine Aussage zu unterstreichen, grummelte sein Magen laut. Es war ihm gar nicht so bewusst, was er nun eigentlich gesagt hatte, viel eher wollte er dieser Frau einfach eins auswischen. Wie konnte man nur so verbohrt sein! Abgesehen davon war er nun auf eine Weise frustiert, die nicht einmal ein gutes Essen wieder richten konnte...
...Obwohl. Ein Buffet vielleicht. Mit jede Menge Schokoriegeln.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 29 Okt 2014 - 20:38

Während Souta peinlich berührt zurückwich, herrschte in Seraphims Kopf ein Szenario, das man vielleicht aus irgendwelchen Horrorfilmen kannte, in denen etwas namenlos Bösartiges aus einem Labor ausbrach, um anschließend Jagd auf die Menschen zu machen. Panisch stürzten die mitgenommenen Gestalten durcheinander, während einer der Hauptcharaktere auf einen großen, auffälligen Knopf hämmerte und "Abbrechen!" schrie. Tatsächlich war der Dragonslayer es nicht gewöhnt, nicht das zu bekommen, was er haben wollte, vor allem nicht, es so eindeutig vor Augen geführt zu bekommen und dann im letzten Moment daran gehindert zu werden. Für jemanden, dessen Haupttriebfeder diesen Namen absolut verdiente, war es geradezu katastrophal, was hier gerade passiert war... dabei schämte er sich nicht einmal ob der Tatsache, dass er mit offenem Hosenstall mitten im Gang eines Schiffes stand und die Kapitänin ihn so sehen konnte. Das Ego des Dragonslayers war einfach so gewaltig, dass ihn eine solche Schmach nicht einmal kratzte, ihn beschäftigte viel mehr das Unbehagen, das die abgebrochene Aktion seines Teamkameraden mit sich zog und seine Stirn in vertikale Falten trieb. Wie konnte es diese niedere Frau wagen, sie zu unterbrechen? Hätte sie nicht bemerken können, was hier geschah und wenigstens den Anstand haben können, zu warten, bis das hier vorbei war? Er fand es höchst unangemessen, gerade diesen Moment zu wählen... und es tat ihm mehr weh, als er gehofft hatte, als er leicht grummelnd seine Kleidung richtete und sich anschließend die Haare aus der Stirn strich. Er war sich ziemlich sicher, dass er Souta nun wahrscheinlich für ziemlich lange Zeit nicht dazu bringen konnte, so etwas noch einmal zu versuchen und das ärgerte ihn so sehr, dass sich seine Hände automatisch zu Fäusten ballten. Angestrengt ruhig atmete er einmal tief durch, entspannte sie wieder und biss stattdessen die Zähne zusammen, während er sich alle Mühe gab, mit dieser frustrierenden Enttäuschung fertig zu werden. Das war schon wieder ein Kampf Körper gegen Geist, den letzterer aber gewinnen musste, weil der Wille seines Körpers nicht durchführbar war. Was sollte er denn tun, hm? Souta anspringen und ihn wieder auf den Boden zwingen? Erstens war er sich nicht sicher, ob er das hinbekommen würde, zweitens fände er das bestimmt eher wenig unterhaltsam, also war es nicht möglich. Verdammt. Er konnte auch schlecht so rumlaufen... wo war hier gleich das nächste Badezimmer?
Erst als Souta mit der Kapitänin zu argumentieren begann und wahrscheinlich alles aus allen verfügbaren Schubladen zog, was er ihr entgegen schmeißen konnte, lenkte er seine Aufmerksamkeit auf die beiden anderen Menschen in diesem Gang. Hatte der Rothaarige gerade von ihnen als Pärchen gesprochen? Unter anderen Umständen hätten nun Sternchen in seinen Augen gefunkelt, aber gerade war diese Bemerkung nur dazu gut, ihn in ein wenig bessere Laune zu versetzen, bevor sie als Ausrutscher abgetan wurde. In einem anderen Zusammenhang hätte er vielleicht darauf bestanden, dass er es ernst gemeint haben musste, einfach weil sich das besser anfühlte, aber momentan war er so weit ausgenüchtert worden, dass er der Realität deutlich klarer ins Gesicht sehen konnte: Der Einäugige konnte es nicht ernst meinen, nicht, nachdem er so blass geworden war, als man ihn ertappt hatte. Man hatte ihn schon einmal bei einer ganz ähnlichen Aktion erwischt und seine Reaktion war doch vollkommen anders gewesen. Nicht abrupt und beschämt, sondern geradezu provokativ... aber vielleicht durfte man auch nicht dieselbe Messlatte an die beiden ansetzen. Wahrscheinlich durfte er nicht erwarten, dass Souta auch nur halb so offen mit so etwas umging wie er, der seine Vorlieben für beide Geschlechter doch relativ parallel entdeckt hatte. Ihm war egal, ob Männlein oder Weiblein unter ihm lag und er hatte auch kein Problem, das offen zuzugeben... aber das war eben offenbar nicht die Normalität. Dagegen konnte er leider wenig machen, außer zu seufzen, die Hände in die Hosentaschen zu stecken und mit ein wenig bedauerndem Blick die Entfernung zu betrachten, die Souta zwischen sie gebracht hatte. Verdammt... das wäre so gut geworden, warum hatte sie sie unterbrechen müssen?! "Ganz ehrlich...", schnarrte er mit deutlichem Missfallen in der Stimme und musterte die alte Frau unwillig, "Nur weil wir keine vertrockneten Schachteln sind, müssen Sie uns nicht den Spaß verderben. Hmpf." Sein Blick wanderte zu Souta. "Du solltest etwas essen gehen, wenn du hungrig bist, Souta-chan... ich denke mir ist gerade der Appetit vergangen. Wenn du mich also entschuldigst~" Und damit drehte er sich um, ging den Gang hinunter und hielt Ausschau nach einem Raum, in dem er vielleicht etwas gegen sein momentanes Unwohlsein unternehmen konnte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 29 Okt 2014 - 21:49

Mhja, es war schon ärgerlich, dass die beiden Magier ihr kleines Schäferstündchen auf dem Gang nicht fortführen konnten. Außerdem konnte es selbstverständlich nur nachteilig sein, dass Seraphim wütend davongestampft war, imaginäre Dampfwolken aus seinen Ohren stobend, während er ganz alleine im Gang stehen blieb. Ganz alleine. Hinter ihm klickte das Türschloss, was bedeutete, dass das Esszimmer zugänglich war. Und er war - übrigens - ganz alleine. Die Entscheidung, ihn hier sich selbst zu überlassen, war in etwa so schlau, als hätte man einen völlig ausgehungerten Straßenköter vor einem Berg an Hundeknochen gesetzt und von ihm erwartet, diese zu bewachen. Unmöglich. Souta war nicht für Selbstbeherrschung bekannt. Ganz im Gegenteil: Er war wohl eher der Meister des Lasters, der Herzog des Genusses, der gut aussehende Bruder von Jabba the Hut. Wenn man ihn dazu aufforderte, etwas zu essen, um seinen Hunger zu stillen, konnte man nicht einfach erwarten, dass er einen Happen aß. Das war lächerlich. Wenn Seraphim im Moment nicht Anderes im Kopf gehabt hätte, wäre ihm das sicher bald aufgefallen, doch so hatte er einfach keinerlei Macht über ihn und ließ die Leinen los, die den Rotschopf einigermaßen zuvilisiert gemacht hatten. Klar war ihm schlecht, doch er war auch hungrig. Und hinter ihm eröffnete sich gerade das Paradies des Hungers. Wie teuer mochte das Essen auf so einem Kreuzfahrtschiff sein? Es interessierte ihn nicht. Er hatte nicht einmal mehr einen Gedanken für den Weißhaarigen übrig, der ihm andernfalls sicher Leid getan hätte, den er vielleicht dort besucht hätte, wo er sich gerade hinverzog. Aber so nicht. Nicht, wenn es nach Steak und Soßen roch, nach Nudeln und Schokoladenkuchen. Da gab es nur ihn und seinen Magen, eine uralte Freundschaft, die ihn noch nie enttäuscht hatte. Deshalb wandte er sich auch von der entrüsteten Kapitänin ab und ging geradewegs in den Speisesaal, wo er von einer höflichen Kellnerin an einen Tisch für zwei - vielleicht kam der gute Himmelsmagier ja doch noch - verfrachtet wurde und sich erst einmal die halbe Speisekarte bestellte. Die Augen der Schönheit, die seine Bestellung aufnahm wuchsen in die Breite, doch sie sagte nichts. Natürlich nicht, er sah gut aus. Am Ende war sie lediglich neidisch, weil er soviel essen konnte, wie er wollte, ohne längerfristige Konsequenzen davon zu tragen. Vorfreudig rieb sich der Rothaarige die Hände, während sich der Saal langsam füllte. Hin und wieder wanderte sein Blick zum Eingang, doch als auch nach mehreren Minuten kein Seraphim erschien, zuckte er nur mit den Achseln und beschloss, den Älteren erst einmal in den Hintergrund zu versetzen. Wenn er satt war, konnte er sowieso viel besser denken...

Der Zustand, den sogar Souta als einigermaßen satt bezeichnen würde - zumindest, was die nächsten ein bis zwei Stunden anging - war nach einem Tisch voller leeren Geschirrstücken erreicht, die sich recht abenteuerlustig aufeinander stapelten. Schüsseln, Teller, Soßenkaraffen, eine Stadt aus Porzellan wuchs vor ihm in die Höhe, während er kaute und den letzten Rest Schokopudding aus einem kleinen Behälter fischte, der kurz darauf ganz oben balancierte. "Ahhhh..." Mit einem Seitenblick (Was tat er eigentlich? Natürlich beobachtete ihn schon jeder...) öffnete er etwas träge den Knopf seiner Hose, der mittlerweile schon unter heftigem Druck gestanden hatte und seufzte wohlig, als sich das Essen wenigstens den Ansatz von Platz verschaffen konnte. Nur dumpf drangen die Gedanken zu seiner vollgefressenen Schaltzentrale, dass er sich vielleicht etwas überfressen hatte, da die Muster seines doch etwas gedehnten Hawaiihemdes viel ansehlicher waren als eventuelle Probleme. Auch hatte er die Ahnung, dass sein weißhaariger Freund vielleicht ärgerlich sein würde, wenn er ihn so aufgequollen erwischen würde, aber im Endeffekt war er ja selber Schuld, wenn er zuließ, dass er sich dermaßen vollstopfte, oder? Er hätte einfach nur mitkommen müssen, um sein Essverhalten zu kontrollieren, da er das aber nicht getan hatte, musste er eben fürchten, dass der Kellner ihm demnächst noch ein Pfefferminzblättchen servieren würde. Oder auch nichts fürchten, weil er wie immer glücklich war, wenn er etwas zu essen bekommen hatte, eine Kugel auf Drogen. Tief in den kuscheligen Stuhl zurückgelehnt lächelte er breit und rieb sich den Bauch, der tatsächlich am Tisch anstand. Oh, hoffentlich kam sein bester Freund bald, um ihn in sein Zimmer zu bringen, er brauchte wirklich ein Verdauungsnickerchen - oder zumindest eine eindeutige Grenze. Er sah zwar bereits aus, als hätte man ihm den Braten, den er verspeist hatte, nicht in den Mund, sondern in die Röhre geschoben, aber noch war er nicht so unbeweglich, dass er nicht mehr aufstehen können würde. Das konnte sich natürlich jederzeit ändern, da er zum Beispiel die Eiskarte bisher noch gar nicht beachtet hatte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sein Blick auf sie fallen würde - und dann musste man ihn hier herausrollen. Also, wo blieb sein Engelchen?

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 29 Okt 2014 - 22:58

Souta konnte seinen Frust einfach wegessen, Cyrus leider nicht. Generell war der Unterschied der beiden, was ihre Nahrungsaufnahme anging, dass Souta vor allem auf die Quantität wert legte, sich vollfraß und danach halb im Koma lag und Cyrus dagegen vor allem um die Qualität bemüht war, gerade so viel aß, dass er satt war, nicht aber, um Spaß zu haben. Als Souta ungefähr zum dritten Mal Nachschlag verlangte, saß der Dragonslayer mit ruhigem Gesichtsausdruck auf dem Dach der Brücke im Schneidersitz und genoss die frische Seeluft, die seine Haare zerzauste. Was er vorher getan hatte, durfte man sich selbst zusammen reimen, danach war er jedoch auf diesen luftige Aussichtsposten verschwunden, weil dieser ihm das alles am besten aus dem Gesicht und den Gedanken trieb. Souta hatte die Tat der Kapitänin wahrscheinlich sogar schneller verwunden als er, denn obwohl es ihm wahrhaftig nicht peinlich gewesen war, war er dadurch schrecklich wütend geworden. Was bildete sich diese Kuh eigentlich ein... wahrscheinlich hatte sie ihr letztes Mal gehabt, als sie noch jung gewesen war, was den Falten auf ihrer Haut nach zu urteilen wahrscheinlich Äonen her war. Was konnte es anderes sein als Neid, gemischt mit einer Prise Altmode, die sie dazu brachte, sie zu unterbrechen? Wahrscheinlich hatte sie nicht nur etwas gegen Spaß und diejenigen, die solchen hatten, sondern auch gegen Homosexualität und in diese Richtung gehende Handlungen. Wenn nicht, war sie einfach nur eine alte Schreckschraube. Vielleicht auch beides, wer wusste das schon so genau. Hier, unter den weißen Wolken, war seine Wut jedoch endlich abgeflacht, er hatte sich beruhigt und konnte nun nur noch als maximal ein wenig grumpig beschrieben werden. Zu schön war die natürliche Kulisse um ihn herum, das flache Meer, in dessen seltenen Wellenkronen sich das Licht brach. Vielleicht sollte er zwischendurch mal schwimmen gehen und zwar nicht in einem dieser albernen Pools, die sie auf dem Schiff hatten, sondern direkt im Meer... für ihn war das recht risikofrei, da er nicht nur lang genug die Luft anhalten, sondern neben schwimmen auch fliegen konnte. Ja, das sollte er tun... aber nicht jetzt. Er hatte wahrscheinlich die Zeit vergessen, Souta außerdem in einem wahren Essensparadies zurückgelassen und auch sein eigener Magen begann langsam zu grummeln. Er könnte ihn nun mit Wind füllen, aber wenn er schon die Möglichkeit bekam, umsonst hochbesterntes Essen zu genießen, dann würde er dieses sicherlich der Luft vorziehen. Mit einem letzten Einatmen sprang er von seinem Ausguck und landete gefedert auf den Planken, wo er einer erschrockenen Dame einen schönen Tag wünschte und in Richtung Speisesaal davon schlenderte.

Das Szenario, das er dort vorfand, hatte er ja beinahe schon erwartet. Er mochte Souta ja wirklich wahnsinnig gerne, er fand ihn auch ziemlich hübsch, aber wenn man ihn zu viel zu sich nehmen ließ, fand er ihn fast schon abstoßend. Der junge Mann hatte nämlich die seltsame Eigenheit, sein Körpervolumen zu vervielfachen, wenn man es ihm erlaubte. Eigentlich hätte er wohl daran gedacht und ihn deswegen in seine Schranken gewiesen, aber er hatte wirklich anderes gehabt, was ihn beschäftigte. Seine eigenen körperlichen Probleme waren deutlich präsenter gewesen, als die Sorge, Souta möge sich überfressen, also hatte er sich so schnell es ging entfernt, um... um dem Ganzen ein Ende zu machen. Na... jedenfalls hatten sie nun den Salat. "Yare Yare, Souta-chan~", säuselte er, als er sich ihm näherte und sich gegenüber von ihm an den Tisch setzte, "Ich hatte es befürchtet... du kannst dich einfach nicht zügeln, was?" Mit nichtssagendem Blick rückte er seinen Stuhl an den Tisch und wartete, bis eine reichlich entnervte Bedienung angewackelt kam und, diesen Gemütszustand wahrhaftig gut verbergend, fragte, ob sie ihm die Speisekarte geben dürfe. Auf die triefend freundliche Einverständnis bekam er ein gebundenes Heft, das er, sich genüsslich zurücklehnend, erst einmal studierte. Ob es vielleicht fies sein mochte, direkt vor Souta doch noch etwas zu essen? Ihm egal, er hatte Hunger - Souta aber würde er nichts mehr gönnen, egal, was dieser anstellte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Do 30 Okt 2014 - 9:45

“Mh?”
Die Kugel namens Souta hob verschlafen das Augenlid, betrachtete den Neuankömmling prüfend. In Sekundenbruchteilen analysierte der Kettenmagier die kleinsten Regungen seines Gegenübers, wie er es normalerweise tat um herauszufinden, ob die junge Dame, auf die er ein Auge geworfen hätte, theoretisch an ihm interessiert war – oder kurz davor stand ihn zu ohrfeigen. Mit leicht schief gelegtem Kopf beobachtete der Smaragd also, noch relativ langsam, wie sein lieber Freund sich näherte. Das sah nicht bedrohlich aus, es setzte keine Standpauke. Natürlich sah man Seraphim nicht wirklich an, wenn er ärgerlich war, weil er irgendwie immer lächelte, aber einerseits vermochte der Rotschopf bereits fundamental zwischen den Gesichtsausdrücken des Anderen zu unterscheiden und andererseits wurde er ge'chant', was ihn sowieso von jeder Gefahr befreite. Vermutlich hatte sich sein Schutzengel schon von allen möglichen Stressfaktoren befreit und war wieder dazu bereit, ihm seine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht mehr und nicht weniger wurde von ihm erwartet. Und normalerweise kam er diesem stetigen Bedürfnis nach Nähe auch ganz ausgezeichnet – manchmal sogar etwas zu sehr – nach, also konnte der Neopegasurianer sämtliche Sorgen in den Wind schlagen und sich wieder in seinem Stuhl zurücklehnen. Mit einer gönnerhaften Geste wischte er die Worte des Weißhaares fort, da sie ja sowieso rhetorisch gewesen waren. Dass er sich nicht zügeln konnte sah man ihm ja wohl an, oder? Er war für gewöhnlich nicht in dieser Form erhältlich, dass sollte sein Gegenüber doch am besten wissen. Dennoch hatte er natürlich nicht widerstehen können zu spötteln, aber das war nun einmal der Preis, den man für eine Freundschaft mit dem Himmelsmagier zahlte. Zum Glück prallten jegliche negativen Intonationen an seinem strahlenden Schutzschild ab und ließen nichts übrig – außer einer angenehmen Stimme, die einer Person gehörte, deren Gesellschaft er sehr schätzte. Deshalb hatte er sich nun auch im Stuhl vorgebeugt, so weit es eben ging und das Kinn auf die Hände gestützt, um Seraphim aufmerksam zu beobachten: Die violetten Augen, die sich langsam von einer Speise zur anderen bewegten, die blassen Hände, die mit natürlicher Eleganz das Heft hielten, der buschige Haarschopf. Während eine andere Kellnerin sich daran machte, Platz auf dem Tisch zu schaffen, wanderten seine Arme immer weiter nach unten, bis sein Kopf schließlich auf ihnen ruhte und er den Himmelsmagier von unten beobachten konnte, so gebannt, als wäre er eine junge Frau, die eine heiße Quelle besuchte. “Ich bin dafür, dass wir herausfinden, wo die alte Schachtel schläft, Seraphim...” Souta rieb seine Wange an seinem Handgelenk und blies eine Haarsträhne nach oben, die in sein Gesicht gerutscht war. “Und dann machen wir direkt vor ihrer Schlafzimmertür Remmidemmi. Morgen oder so...” Remmidemmi war ein Wort aus seiner Kindheit, aber er war gerade nicht ganz in Stimmung, die Jugendfreigabe auszureizen, weil er dafür viel zu vollgefressen war. “Abgesehen davon ... Können wir nach dem Essen noch im Zimmer vorbeischauen? Ich würde gerne duschen...” Seine Fragen – rein rhetorisch. Wo Souta hingehen wollte, da ging Souta auch hin. Das Problem war nur, dass er irgendwie das Gefühl hatte, dass Seraphim ihn anschweigen wollte – das musste er vermeiden! Es gab schon wieder viel zu wenig Aufmerksamkeit für ihn. Am Ende bekam er noch Futterneid, wenn der Weißhaarige sein Essen bekam, da war es viel vorteilhafter, ihn anzustarren und Smalltalk zu treiben ... die Art von Smalltalk, die Souta als diesen verstand.

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