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 Yo ho und 'ne Buddel voll Rum

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Seraphim

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Fr 31 Okt 2014 - 20:58

"Remmidemmi?", fragte der Weißhaarige mit belustigter Stimme, hob eine Augenbraue, aber nicht den Blick von der Speisekarte. Er hatte sich noch nicht komplett für eines der Angebote entschieden und anstatt es Souta nach zu tun und einfach beides zu bestellen, würde er genau nachdenken und dann genau eines der beiden bestellen. Sie passten nämlich nicht zusammen und mit Ausnahme der Tatsache, dass es sich um Fleisch handelte, war auch wenig Gemeinsames an ihnen zu finden. Für Variante eins sprach, dass er Geflügel eigentlich ziemlich gerne mochte. Es war die zarte Trockenheit des Fleisches, die mit der richtigen Soße serviert, wunderbar auf der Zunge zerschmolz, kombiniert mit der Tatsache, dass man sich nach einem solchen Mahl nicht gleich wie ein Containerschiff auf Beinen fühlte. Im Gegensatz zu Souta machte es ihm nämlich durchaus etwas aus, wenn er sich nicht richtig bewegen konnte... Für Variante zwei sprach dagegen der vollere Geschmack, die sättigende Schwere und der wundervolle Geruch - zumal es sich besser mit einem anderen wohl duftenden Lebensmittel kombinieren ließ. Schließlich beschloss sein Gehirn in Zusammenarbeit mit seinem Magen, dass es an der Zeit sei, sich etwas zu gönnen und äußerte der Kellnerin seinen Wunsch, ehe er wieder zu Souta hinüber blickte. Er wollte also vor der Tür der ollen Schachtel 'Remmidemmi' machen, als Rache dafür, dass sie sie so dreist gestört hatte? Wer von ihnen beiden hatte bei Entdeckung seiner Tätigkeit Muffensausen bekommen, hm? Er sicherlich nicht... "Ich denke, wenn wir das dann auch unterbrechen, werde ich irgendetwas zerstören...", meinte er in nonchalantem Ton und einem Lächeln, als könne er kein Härchen krümmen, auch wenn er gerade offen von Gewalt sprach. Tatsächlich könnte es bei ihm angehen, dass er nicht nur gegen die Wand schlug, sondern sie gleich in Fetzen riss, aber mit ein wenig Glück würde er ja nicht in einer solchen Situation landen. Souta wusste ja nun eh, dass er Aggressionsausbrüche haben konnte, wenn man nur den richtigen Knopf drückte. "Hm... aber...", er legte den Kopf schief und legte die Hände auf dem Tisch übereinander, "Du willst duschen? Bevor oder nachdem du diese Kugel los bist?~" Einen Moment schwand die Entspannung aus seinem Lächeln und er hatte eindeutig etwas von einer lauernden Katze, ehe es sich wieder normalisierte und er das Kinn auf eine Hand stützte. Mit den Fingern trommelte er leicht auf seiner Wange herum und blickte durch den Raum. Auch wenn es immer noch ein paar Gäste gab, die verstohlen zu Souta herüber blickten - und bei seinem Starren ganz schnell den Blick abwandten - so hatten sich die meisten wieder ihrem Essen zugewandt. Zu seinem Bedauern gab es nur wenige hübsche Damen unter den Essenden, meist Männer, einige von ihnen mit ähnlich hervor gewölbtem Bauch wie Souta, wenn auch permanenter Natur. Nein, das war ja ganz eindeutig nicht sein Geschmack. Nach erstaunlich kurzer Zeit brachte noch eine dritte Kellnerin seine Bestellung und wünschte ihm guten Appetit, was er mit einem freundlichen Nicken dankte und erst einmal den Kopf mit geschlossenen Augen über das duftende Fleisch hielt. Mit eindeutig genießender Mimik nahm er den Geruch in sich auf, schmunzelte und betrachtete es dann einen Moment, ehe er zu Messer und Gabel griff und beinahe zärtlich damit begann, es zu zerlegen. Der große Vorteil an Restaurants war im Allgemeinen, dass man das Fleisch bereits ohne Knochen und Ähnlichem serviert bekam, aber auch wenn man ihm ein Tier im Stück hinlegen würde, so könnte er es so zurecht schneiden, dass es sich essen ließ - aber diese Variante war natürlich weit weniger aufwendig. "Aber natürlich können wir ins Zimmer gehen~", erklärte er schließlich, nachdem der erste Bissen zerkaut und herunter geschluckt worden war, "Auch wenn ich gehofft hatte, mir den Sonnenuntergang an Deck anschauen zu können." In diesem Falle erging es seinen Worten wohl ähnlich wie denen Soutas: Sie duldeten keine Widerrede. Die einzige Möglichkeit, ihn ohne Gewalt davon abzuhalten, war, ihm eine attraktivere Alternative anzubieten...

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Souta
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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Fr 31 Okt 2014 - 22:46

“Willst du mir damit sagen, dass deine Zuneigung von meiner Körperform abhängt?”
Dramaturgisch gesehen war das definitiv nicht sein bester Vorwurf. Souta kam nicht ganz in die Materie hinein, weil ihn etwas Anderes viel zu sehr ablenkte. Die eher beiläufige Aussage machte seine Stimme hohl, trocknete seine Kehle aus und löschte seine Gedanken hartnäckig aus. Dass Seraphim mit ihm duschen wollte – was diese Frage ja wohl implizierte, gekoppelt mit diesem Gesichtsausdruck – überraschte den Kettenmagier nicht wirklich. Solche Dinge schafften es mittlerweile nicht mehr, ihn auch nur zu berühren, waren zu einer Art alltäglichem Kursus geworden, dem er nicht entfliehen konnte, obwohl er der schnellste Mensch Fiores war. Er hatte auch nur noch bedingt etwas dagegen, solange sich solche Dinge nicht häuften – gegen solche Bekundungen von Zuneigung hatte er nichts, nicht als einer der selbstsüchtigsten Männer überhaupt. Deshalb meinte er seine Aussage auch nicht ernst und hätte sie gerne humoristisch anspruchsvoller verpackt, doch leider brachte ihn die Sache mit dem Sonnenuntergang etwas aus dem Konzept. Natürlich war es möglich, dass Seraphim sich das alleine ansehen würde, doch Souta vermutete es nicht. Er hatte den Verdacht, den Himmelsmagier über die Kreuzfahrt hinweg beinahe zu jeder Gelegenheit an sich kleben zu haben, besonders, wenn es Nacht war. Und selbst, wenn er kein schlauer Kopf sein mochte: Sein Verdacht war zu plausibel, um komplett falsch zu sein. Allerdings stellte sich da die Frage, ob er denn zusammen mit Seraphim den Sonnenuntergang betrachten wollte – das war ihm eigentlich eine ganze Ecke zu romantisch. Händchen halten ging ja noch, aber sich abends irgendwohin zu setzen und soetwas anzusehen hatte eine seltsame Konotation, die er nicht ganz gutheißen mochte. Zudem das Wasser, dass er dabei sehen würde, nun auch nicht so dafür sprach. Andererseits war es vermutlich ruhig dort draußen und würde sehr hübsch anzusehen sein. Er war noch nie auf dem Meer gewesen, wenn das Schiff nicht allzu sehr schaukelte, würde er den Moment vielleicht sogar genießen können. Man musste ja nicht zwingend in solchen Situationen Körperkontakt aufbauen, er kam auch ohne ganz gut klar. Einfach zwei Kumpels, die den Abend zusammen einläuteten. Kein Problem. “Wenn du vorhast, das von dir Implizierte öfter zu machen, solltest du über soetwas hinwegsehen können oder es nicht vorschlagen~” Nun war sein Lächeln wieder da, er lehnte sich wieder im Stuhl zurück und verschränkte die Arme, die er ja momentan toll abstützten konnte. Sieg! Was fiel Seraphim auch ein, Ansprüche an ihn zu stellen, wo er doch immer und überall der Gipfel aller Großartigkeit war, egal wie deformiert er aussah? Das hatte er nun davon! Wundervoll lecker aussehendes Essen ... Wie um seinen Gedanken eine Stimme zu geben, gurgelte sein Magen laut, während er die penibel zerschnittete Speise betrachtete, woraufhin dessen Innhaber seufzte und stattdessen die Decke anblickte. Eigentlich könnte er ja direkt noch etwas essen, nur um alleine duschen zu können. Irgendwie hatte er nämlich das Gefühl, dass verbale Weigerungen in einem solchen Fall nicht viel brachten...Nicht nach der Szene auf dem Gang.

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Seraphim

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 12:53

"Nein...", stellte Seraphim mit entspannter Miene fest, bevor er sich das nächste Stück in den Mund schob und es genüsslich zerkaute, bevor er Souta anlächelte, "Mein Wille, dich beim Duschen zu beobachten, allerdings schon~". Als ob er ihn nur beobachten würde... das wusste wohl jeder besser. Vollkommen unbeirrt aß er weiter, blickte ab und an zu seinem kugelrunden Freund herüber und musste schmunzeln, als dessen Magen zu grummeln begann. Nein, der Junge würde nun nichts mehr essen, das würde er schon irgendwie zu verhindern wissen, denn wenn es nach ihm ging, so war er die meiste Masse bitte wieder los, ehe er unter die Dusche stieg. Souta sah nun einmal eindeutig besser aus, wenn sein Bauch sich nicht nach außen gewölbt hatte und da Seraphim in der Hinsicht grundsätzlich kritisch war, wäre es ihm lieber, wenn er ihn in Originalform zu Gesicht bekäme. Seine Zuneigung hatte jedoch eher weniger mit dem Aussehen des Einäugigen zu tun, er würde ihn wahrscheinlich sogar noch lieben, wenn er spontan einen Arm oder ein Bein verlöre und jemand ihm sein Gesicht einschlug. Körperliche und geistige Zuneigung waren ja zwei vollkommen unterschiedliche Dinge, wie man an dem Dragonslayer sehen konnte: Körperlich gesehen fuhr er auf ziemlich viele Menschen ab, geistig allerdings nur auf einen, eine Tatsache, der Soutas besonderer Status geschuldet war. Damit Souta nicht auf die Idee kam, sich doch noch etwas zu bestellen, beeilte der Weißhaarige sich ein bisschen und war so schon in knapp einer Viertelstunde fertig, machte den Kellnerinnen klar, wer sie waren, entging damit einer Rechnung (Und mal ehrlich, die von Soutas Festmahl wollte er gar nicht sehen...) und stand auf. Zusammen mit dem Rothaarigen ging es dann auch schon in Richtung Kabine, die ja durchaus ein Stückchen entfernt war, durch Gänge, von denen immer wieder Kabinen abzweigten. Das unpersönliche an einem Hotel war, dass die Türen nicht ansatzweise die Personen dahinter widerspiegelten, anders als bei tatsächlichen Wohnungen. Da gab es Familien, die bunte Schildchen daran klebten, einen Türspion hatten, braune Holztüren, warme Farben... Seraphims Wohnungstür war schwarz lackiert, musste man mehr dazu sagen?
Schließlich standen sie vor der Kabinentür, die zu ihnen gehörte, er schloss auf und stellte zum zweiten Mal fest, dass er dieses Teil hier wirklich mochte. Einen Moment später blickte er zu Souta, abschätzend, ob dessen Körpermasse auf ein ansprechendes Niveau zurückgesunken war. Tatsächlich war von dem Fressbauch nur noch wenig zu sehen, ein bisschen vielleicht, aber nicht mehr. Das Lächeln auf seinen Lippen wurde einen Hauch breiter, ehe er sich in den Flauschsessel setzte und Souta erwartungsvoll anblickte. Also - wollte er nun duschen? Wie er ihn da so stehen sah, überkam ihm einen Moment die Vorstellung, dass man zum Duschen ja seine Kleidung ausziehen musste und niemand ihn dazu zwang, das erst im Bad zu tun... und dass dieser Anblick sicherlich etwas hätte. Allerdings verkniff er sich einen Kommentar, sondern musterte stattdessen höchst interessiert das alberne Hawaiihemd des Einäugigen. Es mochte hässlich sein, aber Souta stand es trotzdem. Wahrscheinlich würde er an dem Kettenmagier nichts abstoßend finden, wenn er so darüber nachdachte - auch wenn ihm der Zustand komplett ohne Bekleidung doch noch am besten gefiel. Wie Souta wohl in Anzug und Krawatte aussähe? Unwahrscheinlich, dass es zu ihm passte, viel zu förmlich und steif... dabei waren Krawatten so praktisch.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 12:57

Ja, Soutas Bäuchlein hatte sich schon wieder auf erstaunliche Weise zurückgebildet, so dass er mitten in ihrem Marsch zum Zimmer – oder eher zur Kajüte, es war ja im Innern eines Schiffes, auch wenn man das leicht vergessen konnte – auch seine Hose wieder zugemacht hatte. An sich hatte der Rotschopf ja kein Problem damit, wenn jemand seine Unterwäsche sah, aber man musste ja nicht spontan Kleidung verlieren, das war weniger grazil und passte nicht zu seiner unglaublichen Beweglichkeit, die nun Dank seines abartig hohen Stoffwechsels schon wieder ausgezeichnet gegeben war. Woran lag der eigentlich begründet? Hatte das vielleicht etwas mit seiner übermenschlich hohen Geschwindigkeit zu tun? Manchmal fragte sich der Kettenmagier, wie es eigentlich ging, dass er so schnell laufen konnte, dass man ihn nicht mehr sah. Natürlich forderte eine so hohe Beschleunigung ihren Tribut, vielleicht bewegte er sich ja immer in einer so hohen Frequenz und musste sich permanent anstrengen, auf normale Geschwindigkeit zurückzuschalten? Alles nur Hypothesen, denen er nie nachgegangen war. Für ihn war es ein Rätsel, was mit seinem Körper war. Er war schon immer gerne gelaufen und es wurde irgendwie einfach immer schneller, schleichend, bis er letztendlich an dieser Spitze angelangt war, auf der er sich nun befand. Dumpf wusste er natürlich, dass kein Wesen so schnell sein konnte, aber er war ja auch besser als alle anderen, da war das nicht weiter verwunderlich. Ebenso weinig konnte es ihn schocken, dass Seraphim ihm beim Duschen zusehen wollte. Ehrlich gesagt war diese etwas hartnäckige Form von Spannerei noch relativ harmlos gegen das, worauf er sich geistig wohl niemals vorbereiten konnte. Eigentlich wollte er ja gar nicht schon wieder ... Er war einigermaßen satt, hatte heute jedoch schon einmal rückwärts gegessen und einige Strapazen durchlebt. Es wäre überaus angenehm, nun einfach nur warm duschen zu können, ohne, dass er schon wieder irgendwelche Schmerzen an unmöglichen Stellen bekam. Aber Souta machte sich zu keinem Zeitpunkt Hoffnungen diesbezüglich. Vielleicht hätte sein lieber Freund ja auf eine entschlossene Absage von ihm reagiert, weil er ihn, so seltsam es auch klang, vermutlich irgendwo respektierte, doch die Chance dafür war gering. So gering, dass er sich gar nicht damit aufhielt, es zu versuchen. Würde er eben dafür sorgen müssen, dass es nicht allzu schmerzhaft wurde – oder einfach so schnell duschen, wie er konnte. Oder es aushalten.
In Gedanken versunken betrat der Kettenmagier ihr Zimmer, schaute sich kurz um. Es war schon seltsam, dass er nun fast eine Woche lang mit Seraphim zusammenwohnen würde. Hatte er jemals soviel Zeit mit einer seiner Liebschaften verbracht? Wieso interessierte ihn das?Misstrauisch betrachtete er den Himmelsmagier im Sessel, verwarf den Gedanken jedoch schnell wieder und schlüpfte erst einmal aus seinen Schuhen. Er hatte schon eine Socke ausgezogen, sein Hemd halb aufgeknöpft und den Gürtel halb aus der Hose gezerrt, als ihm gewahr wurde, dass er gerade beim Ausziehen beobachtet wurde und NICHT alleine war. Wieder wanderte sein Blick zu dem Dragonsalyer, ruhte kurz auf ihm, dann drehte er ihm den Rücken zu und entkleidete sich bis auf knallgelbe Boxershorts – die würde er definitiv erst im Bad ablegen, egal, was der Himmelsmagier anstellte. Anschließend warf er dem Voyeur, den er unglücklicherweise seinen Mitbewohner nennen durfte, sein Hemd an den Kopf und zog sich die Augenklappe ab, woraufhin sofort eine Hand nach oben wanderte, um das grausige Ding abzuschirmen. Es juckte ein bisschen, weil er aufgrund verschiedener Zustände ziemlich geschwitzt hatte, aber damit kam er klar. Dann fiel ihm ein, dass sie ja noch keine Zeit gehabt hatten, auszupacken, also musste er zum Seesack, um sich ein Handtuch, Shampoo und andere Duschutensilien anzueignen, die er an seine Brust drückte, was sich mit einer Hand über dem kaputten Auge etwas kompliziert gestaltete. Dafür also sein Geschick... “Ich warne dich...”, meinte er noch, kurz vor Seraphim stehen bleibend, wusste jedoch, dass er so in Unterhosen, mit Duschzeug, sicher nicht übermäßig überzeugend wirkte, also tappste er letztendlich würdevoll in Richtung Badezimmer davon, aus dem nach kurzer Zeit das gleichmäßige Rauschen von laufendem Wasser zu hören war.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 13:06

Sich bis auf die Unterhose auszuziehen, sich direkt vor Seraphim zu stellen und ihn anzuweisen, ihm auf gar keinen Fall zu folgen, war nicht unbedingt die beste Methode, den Dragonslayer davon abzuhalten, genau das zu tun. Vielleicht hätte er es ja gelassen, wenn Souta in voller Montur ins Badezimmer verschwunden wäre, aber bereits hier damit zu beginnen, sich zu entkleiden, war nicht besonders klug, wenn man vorhatte, in Ruhe zu duschen. Das Schmunzeln unter den weißen Wattehaaren war breiter geworden, als Souta ihm einen Blick zugeworfen hatte und er hatte sich entspannt im Sessel zurückgelehnt, als würde er hier eine besonders interessante Show verfolgen. Der Rothaarige versuchte sie ihm zu verderben, indem er sich umdrehte, ehe er sich weiter entblätterte, aber nicht nur konnte auch ein schöner Rücken entzücken, der Blick des Himmelsmagiers hätte wohl auch ohne knallgelben Farbtupfer zu der Kehrseite des Kettenmagiers gefunden, deren Konturen seinen Entschluss nur noch vertieften. Was schadete es schon, wenn Souta nicht einsam verlassen wurde? Seines Erachtens absolut niemandem, ihm am allerwenigsten, als war es doch nur von Vorteil. Mit leichtem Lachen zog er sich das bunte Hemd vom Kopf, das ihm auf einmal übergeworfen wurde und beobachtete, wie Souta mit einer Hand auf dem Auge zu seinem Gepäck herüber ging. Wenn er ihn mit diesem Stofffetzen davon abhalten wollte, ihm zu folgen, dann hatte er das Timing aber wirklich ein wenig verpatzt, oder? Immerhin musste er erst einmal sein Duschzeug zusammen sammeln und so lange brauchte auch Seraphim nicht, um seinen Kopf wieder zu befreien. Die folgenden Worte brachten ihn nur leise zum kichern, bevor er die Hand ausstreckte und nach dem Bund der knallgelben Hose angelte, aber da drehte er sich auch schon wieder um und verschwand im Bad. Er musste doch wissen, dass diese Worte eine absolut gegenteilige Wirkung auf ihn hatten, oder? Es war ja beinahe eine versteckte Einladung, verborgen hinter dem oberflächlichen Wunsch, alleine zu sein - oder zumindest war das die Leseart, die Seraphim gerade bevorzugte. Des Anstands halber wartete er noch ein paar Sekunden und stand dann auf, um gemächlich zur Badezimmertür zu gehen und zu prüfen, ob sie verschlossen worden war. *Bingo~* Also wirklich, wenn er ihn draußen haben wollte, dann musste er das Teil irgendwie versperren, eine Methode ließ sich doch immer finden. Seraphim entledigte sich still und leise seiner Schuhe und Socken, welche er samt seinem Schal auf das Bett warf und öffnete die Tür so leise er konnte. Auf Zehenspitzen schlich er sich an die Kabine heran und lehnte sich daneben an die Wand. Mit einem Grinsen musterte er den dank Milchglas nur verschwommenen Umriss des jungen Mannes und dachte darüber nach, ob er wohl verärgert sein würde, wenn er nun dreist war. Besser, er ließ es ein klein wenig langsamer angehen... "Und wenn ich nun entgegen deiner Warnung hier stehe, was dann, Souta-chan?~", säuselte er mit leisem Lächeln und legte den Handrücken gegen das kalte Glas. Wenn sein Element nun nicht Wind, sondern Feuer gewesen wäre, hätte er diese hinderliche Barriere durchschmolzen, nur um die Schärfe seiner Vision etwas zu erhöhen. Eigentlich war das schon fast übertrieben. Er hatte ihn heute doch schon einmal... im Zug... warum genau konnte er dann in diesem Augenblick nicht anders, als sich eine Einladung zu wünschen, hm? Er musste ihm ja nicht weh tun oder so, er wollte ihn einfach berühren - war das falsch? Wäre es ihm anders ergangen, wenn die Kapitänin ihn nicht unterbrochen hätte? Er war sich dessen nicht so sicher, wie er vielleicht sein sollte, es hatte etwas beinahe manisches an sich. Vielleicht sollte er auch einfach wieder gehen, das würde seinen sonstigen geistigen Fähigkeiten wahrscheinlich gerechter werden, als wenn er bewies, dass er offenbar keine halbe Stunde ohne die direkte Anwesenheit des Rothaarigen auskam... Aber er konnte nicht. Er war gar nicht in der Lage dazu, nun wieder aus diesem Raum zu verschwinden, wenn er genau wusste, dass Souta nicht einmal einen Meter von ihm entfernt unbekleidet unter warmem Wasser stand... unmöglich. Auch wenn es ein Armutszeugnis war.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 13:11

Es war ein ziemlich unappetittliches Geräusch zu hören, als die sonnengebräunte Hand des Kettenmagiers sich von einem Moment auf den anderen verkrampfte und mit einem Luftaustoß ein ganzer Schwall Shampoo gegen die Kabine klatschte, aufgrund der kirschroten Farbe sah es fast aus wie ein dickflüssiger Blutstropfen, der die Scheibe hinablief und unten bei seinen Füßen im Abfluss verschwand. Die Flasche fiel ihm aus der Hand, ohne darüber nachzudenken fing er sie wieder auf, schneller als das bloße Auge sehen konnte. Instinktiv rutschte er rückwärts, bis er gegen die Wand stieß und betrachtete den sich außen nur umrisshaft abzeichnenden Seraphim, der ihn aus dem Nichts angesprochen hatte. Das Wasser aus der Dusche prasselte weiterhin auf den Boden und erzeugte eine ganze Menge Dampf, während der Rothaarige ein wenig panisch nach links und rechts spähte, vorbei an nassen, knallig roten Haaren, die jetzt natürlich ein bisschen dunkler wirkten als sonst. Das konnte doch nicht wahr sein. Hatte es Seraphim wirklich so nötig? Konnte er nicht einmal zehn Minuten ohne ihn überleben? Er hatte sämtliche Zugänge offen gelassen, weil er ihm vertraute, aber in dieser Hinsicht war das offenbar vergebliche Liebesmühe. Leute auszusperren, abzuweisen, das lag ihm so gar nicht, deshalb achtete er ja auch immer darauf, dass er zu allen nett war und vor allem zu seinem besten Freund. Er vertraute dem Weißhaarigen ja so sehr, dass es ihm selbst Angst machte, obwohl er ja wusste, dass er damit immer wieder vorschnell war und sich auch dementsprechend dafür bestrafte. Aber bei dem Anderen funktionierte das nicht, weil er sich ja nicht schlecht fühlte und bisher noch keinen Grund gefunden hatte, seine Entscheidung zu bereuen. Tatsächlich hatte ihn noch nie jemand so gut behandelt, sich so sehr um ihn gesorgt, außer vielleicht seine Mutter, ganz früher... Es gab jedenfalls keinen Menschen, bei dem er sich wohler fühlte, den er mehr mochte. Wenn er Seraphim ansah, dann sah Souta nicht seine Schuld, sondern das Wunder, dass es jemanden geben konnte, der ihm tatsächlich soetwas wie Zuneigung schenkte. Das war er nicht gewohnt. Natürlich wurde er immer von allen vergöttert, weil er nun einmal Souta war, aber Freunde hatte er doch keine – bis auf den Weißhaarigen, dessen Hand sich auf dem Glas abdrückte. Zögerlich streckte der Kettenmagier seine Hand aus und berührte mit den Fingerspitzen durch das Glas hindurch den Schatten. War das...Riss er sich etwa zusammen? Unter normalen Umständen hätte er ihn doch schon längst zu Boden geführt und sein Gesicht würde irgendwo da liegen, wo es nach unten guckte. Aber so fühlte er sich noch einigermaßen gut, auch wenn es ihm unendlich unangenehm war, was sein Gegenüber wohl im Moment von ihm dachte. Sich vorstellte ... Eklig. “Willst du, dass ich anfange panisch zu kreischen, weil du mir beim Duschen zusiehst?”, fragte Souta relativ neutral und wunderte sich über seine kühle Ausdrucksweise, wo er doch vor wenigen Sekunden kurz vor einem Schrei gewesen war, der in etwa genau das zusammenfasste. “Ich bin schon groß, Seraphim. Und ich bin kein billiges Dings, was du sonst so in Duschen überfällst. Normalerweise mache ich sowas selbst und ich sehe ehrlich gesagt nicht viel Freude für mich, weil diese Fliesen ziemlich hart und ziemlich kalt sind. Falls du dir also nicht vorstellen kannst, dass ich diesmal derjenige bin, der dich an Wände drückt, kannst du bitte die Kabine zulassen, dankeschön.” Er wandte sich um, entnahm der Shampooflasche eine kleine Portion und begann den typischen Souta-Haarduft in dem kleinen Raum zu verteilen. “Abgesehen davon wäre es wundervoll, wenn du mir etwas zum Anziehen besorgen könntest, damit ich nicht nackt durch das Zimmer rennen muss. Das würde ich nämlich so schnell tun, dass du nichts von mir siehst. Entweder du holst mir also etwas und kannst mich dabei sehen wie ich in moderater Geschwindigkeit aus der Dusche steige oder du bemerkst nicht einmal, dass ich kurz im Zimmer war. Alle weiteren Dinge, die in diese Richtung gehen, können wir dann nach Sonnenuntergang fortsetzen, okay?” Das war wahnsinnig souverän, wie er fand. Und würde ihm vielleicht Kleidung organisieren. Außerdem hatte er ja nichts gegen etwas Kuschelei, wenn er sauber, satt und zufrieden war, man musste nur nicht immer gleich ... Kaum zu glauben, dass er das dachte. Aber irgendwie sah das alles ein bisschen anders aus, wenn man in der anderen Rolle (nicht) steckte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 13:16

Auch wenn ein Teil von ihm mit abweisenden Worten gerechnet hatte - schließlich hatte er sich ja angekündigt und gefragt, das war ja nicht ohne Grund geschehen - war Seraphim überrascht. Er hatte zwar irgendwie logisch einkalkuliert, dass Souta 'Nein' sagen könnte, aber er hatte es nicht erwartet, sich nicht emotional darauf eingestellt. Es war ja nicht einmal so, dass man ihm noch nie einen Korb gegeben hatte, jemand wie er, der so vielen Frauen und auch Männern hinterherjagte, kassierte sie öfter, als dass er sich noch groß einen Kopf darum machen würde. Die Zeiten, in denen er so etwas persönlich nahm, waren lange vorbei... hatte er zumindest geglaubt. Jetzt aber erwischten ihn die kühlen Worte auf falschem Fuße und ließen seinen Atem einen Moment stocken. Mit irritiertem Blick drehte er den Kopf zur Duschkabine und wieder zurück an die Wand vor sich, starrte vor sich hin. Mit halbem Ohr bekam er noch mit, wie Souta etwas von Kleidung sagte, aber das rauschte mehr an ihm vorbei, als das er es gerade verarbeiten konnte. Ein Teil von ihm, ein in diesem Moment wahrscheinlich sehr überempfindlicher Teil, war nämlich damit beschäftigt, sich heulend in eine Ecke seines Geistes zu verziehen, während sich ein weiterer mit angewidertem Ausdruck über diese kindliche Reaktion seiner selbst wunderte. Der Rest seines Selbst war unterdessen damit beschäftigt, beschwichtigend auf ihn einzureden und noch einmal zu betonen, wie selbstverständlich es war, dass der Rothaarige nicht wollte, dass er ihm das nicht übel nehmen durfte und schalt ihn dafür, dass er so gierig war. Dabei hatte er ihm doch gar nicht wehtun wollen... und auch das mit den Wänden hätte gar nicht sein gemusst... oder zumindest redete er sich das gerade ein. Er hatte doch nur bei ihm sein wollen und trotzdem wies er ihn ab, war das nicht unfair? Andererseits wollte er auch nicht, dass Souta auf ihn ärgerlich wurde. Er schreckte schon lange vor der Vorstellung zurück, der Einäugige möge ihn von sich stoßen, wieder einfach so verschwinden und so plötzlich aus seinem Leben treten, wie er hereingepurzelt war, dass er sich zwar gerade ungerechtfertigterweise wie ein getretener Hundewelpe fühlte, aber seinen sonstigen Angewohnheiten zum Trotz nicht mit Penetranz antwortete. Stattdessen schlich sich trotz allem ein zartes, wenn auch etwas melancholisches Lächeln auf seine Lippen und er murmelte mit sanfter Stimme, den Kopf leicht gesenkt: "Ich bin weder der Typ für so etwas, noch das, was du gewöhnt bist. Du stehst ja nicht auf Männer..." Sein Kopf drehte sich noch eine Nuance, die violetten Augen fixierten nun die Wand gegenüber der Dusche und er war froh, dass der über dem Waschbecken befindliche Spiegel vom Wasserdampf beschlagen war, sodass er sich nicht selbst sehen musste. Es war erschreckend, wie schnell Souta es schaffte, ihn, der ansonsten für sich selbst immer der Tollste, Schönste und Beste war - und das ohne Reflexion, dazu zu bringen, sich selbst zu hassen. Dieses Gefühl hielt nicht lang an und verblasste auch schon nach wenigen Sekunden, aber blieb als schlechtes Gefühl irgendwo auf Magenhöhe hängen. Langsam nahm er die Hand von der Scheibe, schloss sie und fuhr mit den Fingerspitzen über ihre Innenfläche, bevor er sie senkte und schlaff baumeln ließ. *Es ist schon okay, du reagierst über. Er will einfach nur Ruhe haben.* Seine Lippen zogen sich noch mehr in die Breite, bevor er sich von der Wand, an der er gelehnt hatte, abstieß und in Richtung Tür davon schlenderte. In der Öffnung blieb er noch einmal stehen und meinte mit so neutraler Stimme, dass sie künstlich sein musste "Ich häng' dir deine Sachen neben das Handtuch.", bevor er die Tür hinter sich zuzog. Im Schlafzimmer angekommen, ging er ohne große Umschweife zu Soutas Seesack und zog eine neue Garnitur Kleidung heraus, ohne wirklich darauf zu achten, was es war. Einen kurzen Moment hielt er sie allerdings doch nachdenklich in Händen, blickte darauf und drückte schließlich seine Nase in den Stapel hinein, nur um festzustellen, dass die Sachen noch nicht ausreichend nach Souta rochen. Also brachte er sie ohne weiteren Zwischenhalt ins Bad, wo er sie nur kurz über die Stange hängte, bevor er wieder daraus verschwand. Es war nämlich keine gute Idee, sich längerfristig in dem Raum aufzuhalten, in dem er eh nicht erwünscht war, dessen Geruch ihm aber sofort suggerierte, dass er ganz dringend duschen musste. Stattdessen zog er unverrichteter Dinge ab und legte sich mit immer noch reichlich neutraler Miene auf das Bett, rollte sich auf die Seite und starrte die Wand an. Er hatte irgendwie nicht einmal Lust darauf, dass der Rothaarige aus der Dusche kam, hatte ihm die Kleidung auch sicherlich nicht wegen seiner begleitenden Worte gebracht, sondern nur, weil er darum gebeten hatte. Eigentlich hatte er gerade zu überhaupt nichts mehr Lust... vielleicht sollte er das mit dem Sonnenuntergang auf morgen verschieben und einfach schlafen gehen. Der Tag hatte wunderbar begonnen und war dann irgendwie plötzlich schlechter geworden, da konnte wohl nichts gutes mehr draus entstehen, oder?

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 14:27

Warum ... Warum fühlte er sich plötzlich, als wäre er im Unrecht? Die Gefühle anderer Menschen waren normalerweise etwas, was er in seiner Freizeit mit Dampfwalzen überrollte, ohne es wirklich zu bemerken, weil sie ihn nicht interessierten, aber wenn es darum ging, dass er Seraphim vielleicht pikiert haben könnte, wurde er regelrecht paranoid. Natürlich war der Ältere nicht sauer auf ihn, nur weil er es abgelehnt hatte, mit ihm zu duschen. Das wäre lächerlich. Und trotzdem reagierte er beinahe beleidigt, haute einfach ab, ließ ihn mit seinem Shampoo zurück, obwohl er ihm ja nicht verboten hatte, ihn zu beobachten. War es denn so schlimm, dass er alleine duschen wollte, wo sie doch jetzt sowieso schon in derselben Stadt wohnten und sein bester Freund eindeutig genug für diesen Tag von ihm bekommen hatte? Hatte er selbst denn gar keine Ansprüche zu stellen, was das anging? Er war ja keine Maschine, die man immer abrufen konnte, wenn man es wollte, er war durchaus langsam erschöpft, weil der Tag anstrengend gewesen war. Allerdings konnte er gar nicht mehr richtig entspannen, so dass sich seine Dusche unerwartet kurz gestaltete. Es spukte in ihm einfach immernoch der Verdacht, dass er irgendetwas getan hatte, was er selbst nicht verstand, aber vermutlich nicht gut aufgenommen wurde. Seine nicht vorhandenen Sinne für Empathie brachten leider keine Ergebnisse, deshalb fühlte er sich nicht wohl. Außerdem war Seraphim ja niemand, der zeigte, wenn es ihm nicht gut ging, im Gegensatz zu ihm, der das lautstark verkündete, egal, ob das bedeutete, dass man ihn für schwach hielt. Das war er ja nicht und solange er es selbst wusste, war ja alles in Ordnung. Der Himmelsmagier war da anders. Er lächelte immer, war allgemein gerne ein Stein. Wie sollte er sich da entschuldigen – und er fühlte sich so, als müsse er das, auch wenn das komplett irreal war – wenn der Andere nicht einmal zugeben würde, dass ihm etwas fehlte? Es war so in seinen Kopf eingesunken, dass sich nach Verlassen des Badezimmers alles in alter Frische darstellen würde, dass er, als er aus dem Dampf heraustrat kurzzeitig tatsächlich die Gestalt übersah, die auf dem Bett lag und die Wand anstarrte. Der Kettenmagier trug nun ein Handtuch auf dem Kopf, mit dem er sich die Haare in Rekordgeschwindigkeit rubbelte, eine ziemlich legere Jogginghose in schwarz, die abenteuerlich um seine schmale Gestalt schlackernd ein bisschen arabisch anmutete, ebenso wie ein weißes T-Shirt, das wiederum an seinem Oberkörper auflag und ausnahmsweise einmal keinen schlauen Spruch von sich gab. Während er das Handtuch mit einer Hand festhielt und mit der anderen leicht gammlige Socken über seine Füße streifte, wobei er auf einem Bein hüpfte, fiel letztendlich sein Blick auf den Liegenden, der von ihm abgewandt war. Innerhalb von Sekunden schnorchelten sich seine Eingeweide zu kleinen Rosinen zusammen, er runzelte die Stirn und fragte sich zugleich, wann er Seraphim jemals so gesehen hatte. So offenkundig von irgendetwas bewegt – eigentlich noch nie. War das nun gut oder schlecht? Hatte er ihn verärgert? Es brach Souta beinahe das Herz, dass sein bester Freund vielleicht böse auf ihm sein konnte, aber er wusste nicht so recht, was man in einer solchen Situation tat. Ausdiskutieren wollte er das nicht, also musste er ihm irgendwie zeigen, dass er ihn immernoch lieb hatte, selbst, nachdem er deutlich seine Grenzen aufgezeigt hatte ... Wie stellte er das an?
Einsockig näherte der Rothaarige sich etwas zögerlich der Rückseite Seraphims, blieb an der Bettkante stehen. Oh, das würde er sicher noch bereuen, aber es war wohl nur fair, wenn er diesmal die Diva zufrieden stellen musste ... Obwohl er ja immernoch nicht wusste, was genau er falsch gemacht hatte. Langsam lehnte er sich auf das Bett, krabbelte auf allen Vieren über die flauschige Decke und blieb in dieser Position dicht neben den Liegenden, betrachtete ihn einen Moment. Dann streckte er den Arm aus und stützte sich mit der Hand auf der anderen Seite von Seraphims Kopf ab, darauf achtend, ihn nicht an den Haaren zu ziehen. Seine feuchte Mähne tropfte dank seiner Rubbelaktion nicht mehr, war aber sicher kühl, als er sich nach unten beugte und einen Kuss auf des Dragonslayers Wange hauchte, die Mundwinkel zu einem breiten Lächeln verzogen. Mit Schmackes drückte er sich wieder ab, landete auf dem Rücken und lachte leise, ein Bein anzogen und den freien Arm als Kissen benutzend. Geistesabwesend betrachtete er die Zehennägel am ausgestrecktem Fuß. Was machte er da eigentlich? Es fühlte sich überhaupt nicht schlecht an, mit Seraphim so auf dem Bett zu liegen, das war sehr komisch, außerdem hatte er gerade daran gedacht, dass sie ja eigentlich noch den Rest vom Zugessen irgendwo herumliegen hatten, das würde er wohl in etwa einer Stunde plündern. Vorerst jedoch ... “Du weißt, dass ich auf dich stehe, ja?” Eigentlich hatte Souta ja gedacht, dass das irgendwie offensichtlich war, schließlich machte er ja bei allem mit, was der Andere so mit ihm vorhatte, obwohl er sich sicher wehren könnte. Er wollte es eben. Nicht, weil er ihn liebte, sondern, weil er es irgendwie geschafft hatte, auf verdrehte Weise auf Seraphim zu fliegen...Dementsprechend war das hier auch keine Liebeserklärung, das sagte er zu fast allen netten Menschen, aber ausgesprochen hatte er das eben in diesem Zusammenhang noch nie. Vielleicht würde das ja ausreichen, um Seraphim aufzuheitern? Seine Zuneigung war immerhin das Beste, was einem Menschen passieren konnte! “Was ist denn los? Willst du nun nichts mehr machen?”

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 14:36

Kaum hatte sich Souta rückwärts auf das Bett fallen gelassen, drehte sich die lang gestreckte Gestalt des Dragonslayers einmal um die eigene Achse, seine Arme umschlangen den Körper des Jungen und er schmiegte sich an dessen Brust, die Augen geschlossen und ein breites Lächeln auf den Lippen. Wie eine Katze, die gerade eine besonders fette Maus gefangen hatte, schnurrte er zufrieden und rieb die Wange an dem weißen T-Shirt, das dankenswerterweise dünn genug war, dass er die Körperwärme des Rothaarigen spüren konnte. Er mochte geschmollt haben, aber wirklich beleidigt war er wohl nicht gewesen, sonst wäre er entweder nicht nachtragend oder sehr schnell dazu bereit, Unannehmlichkeiten zu vergessen, wenn es um Souta ging. Grundlegend war wohl einfach der Fall, dass er sich nach nervenraubenden Minuten der totalen Lethargie kaum anders zu helfen wusste, als den eigentlich nur kurz Abwesenden zu umarmen und seinen Geruch einzuatmen, als sei dieser eine Droge, die einem zutiefst abhängigen Junkie vorenthalten worden war. "Vielleicht später~", murmelte er auf die Frage, ob er nichts mehr machen wollte und drückte ihn nur noch fester an sich. Ja, er hätte sich wirklich gerne den Sonnenuntergang angesehen, aber dazu müsste er jetzt aufstehen, Souta loslassen und sich bewegen... und dazu hatte er keine Lust. Denn auch wenn er es sich nicht eingestehen wollte, so hatte ihn Soutas Ausspruch ziemlich erleichtert, ihm die Last auf seinen Schultern wenigstens etwas verkleinert, auch wenn er sich nicht sicher war, inwiefern er ihn ernst nehmen konnte. Er bezweifelte nämlich durchaus ein wenig, inwiefern jemand, der ansonsten mit seinem Geschlecht nichts anfangen konnte, allen Ernstes behauptete, da bestände eine Ausnahme; er konnte kaum daran glauben, auch wenn er es gerne täte. Er verdrängte einfach, dass da diese Kluft zwischen ihnen war, vielleicht weniger auf körperlicher, denn auf geistiger Ebene und konzentrierte sich auf Momente wie diesen, in denen er einfach nur daliegen und sein Gesicht an Soutas Körper bergen konnte. Vielleicht wäre jetzt der richtige Moment, um ihm zu gestehen, dass es bei ihm nicht nur das rein körperliche Verlangen war, das ihn antrieb, bei ihm zu sein, dass er ihn schrecklich vermisst hatte, als er so lange weg gewesen war und dass er deswegen erst einmal nicht mehr von seiner Seite weichen würde, weil er so viel nachzuholen hatte. Unter Umständen hätte er die Augen öffnen und ihn küssen oder etwas mehr Bewegung in die Sache bringen und ihn kitzeln sollen, irgendetwas, anstatt nur schlaff dazuliegen und ihn zu umklammern, aber der Gedanke kam ihm nicht einmal. Das hatte Souta nun davon, dass er ihn verstoßen hatte, nun würde er ihn erst einmal nicht mehr loswerden, denn Zuneigung konnte eine ziemlich verbindliche Angelegenheit sein, wenn sie von einem zum Stalken neigenden Soziopathen kam... Er war so schön warm, wie eine eigene kleine Heizung... und mit diesem Gedanken schlief Cyrus Ikaros Seraphim mit zufriedenem Lächeln ein.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 14:52

“Gute Nacht, Seraphim.”
Leise murmelte Souta diese Worte, brummte sie mehr, als dass er sie sprach. Das Lächeln war von seinem Gesicht getilgt worden, als sich der Dragonslayer an ihn gedrückt hatte, ihn mit den Armen umklammerte, als wäre er ein besonders bequemes Kissen. Das war er seiner Meinung nach nicht, da er einfach kein Körperfett und zu viele spitze Knochen besaß, aber das schien seinen besten Freund nicht zu stören. Beinahe beschützend legte der Kettenmagier eine Hand auf dessen Kopf, der auf seiner Brust ruhte, so als erwartete er, dass demnächst die Decke einbrechen würde. Ein warmes Kribbeln bahnte sich durch eine Innereien, ließ sie beinahe aufglühen, so heiß wurde ihm unter dem Gewicht. Es war normalerweise doch immer anders herum, oder? Er legte sich auf Seraphim, um zu schlafen, wurde auf dessen Schoß gezogen und gestreichelt, doch nun war er es, der mit den Fingern die wollig-weiße Mähne durchkämmte und an die Decke sah, unfähig, zu schlafen. So still, wie es war, konnte er nicht nur die regelmäßigen Atemzüge des Älteren hören, sondern auch dessen Herzschlag an seiner Seite spüren, der unabwendbare Beweis dafür, dass auch jemand so Kaltes ein Herz haben musste. Wobei er überhaupt nicht grausam aussah, wenn sein Gesicht so entspannt war, er so lächelte, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt, als auf ihm zu schlafen. Es war rührend, dass er ihm dadurch eine Freude gemacht hatte. Souta brachte gerne Glück in die Herzen der Menschen, es beflügelte ihn, so war es auch gar nicht so schlimm, dass ihre Pläne ins Nichts vertrieben worden waren. Er war selbst müde, erschöpft von dem Tag, und der warme Atem seines besten Freundes, der gegen seinen Hals blies, war beinahe einschläfernd. "Ich hab dich lieb..." Vorsichtig, um das Weißhaar bloß nicht zu wecken, wandte er sich in seinem Griff so weit, dass er die Decke unter den beiden hervorziehen konnte, um sie dann mit dem Fuß hochzuangeln und über ihnen auszubreiten, sehr akribisch, als hätte er Angst, dass irgendjemand ihre Schlafposition sehen konnte. Es war eine Sache nach einer durchliebten Nacht vor Erschöpfung einzuschlafen, eine andere, die Nacht im Bett mit jemanden zu verbringen, den man so gern hatte. Weil Souta nur sehr selten dazu kam, durchzuschlafen,, teilte er sein Bett meist nie eine ganze Nacht lang mit jemanden – doch hier würde er nicht so schnell fliehen können. Wollte er auch nicht. Mit ausdruckslosem Gesicht betrachtete er den aus der Decke hervorguckenden Kopf seines besten Freundes und drehte sich dann von ihm weg, machte das kleine Löffelchen, weil Seraphims Anblick zwar toll war, aber dessen Präsenz noch viel schöner. Außerdem sah er dann nicht, dass er gerade ernsthaft einfach so mit einem Mann in einem Bett schlief, was ihn aus irgendeinem Grund immernoch störte. Allerdings nicht für lange, denn irgendwann schlief auch der Rothaarige, seine Arme die um seine Mitte geschlungenen Arme festhaltend ein und dämmerte in unruhige Träume ab, von denen man nichts mitbekam außer ein leises Schnarchen.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 15:08

- Beginn Tag 2 -


Unterschiedliche Menschen wachen im Allgemeinen auch vollkommen unterschiedlich auf, manche einen guten Morgen nuschelnd, andere mit einem lauten Gähnen. Seraphim wachte vollkommen lautlos auf. Das hatte er schon immer getan, seit er gelernt hatte, dass man in manchen Umgebungen besser ruhig war, immer dann nämlich, wenn man aufgrund von drohender Gefahr besser nicht auf sich aufmerksam machen sollte. Früher war das die Möglichkeit gewesen, das ihn vielleicht irgendein Fressfeind bemerken könnte, später dann, dass er gewissen Personen, die mit wenig oder ganz fehlender Bekleidung in unmittelbarer Nähe von ihm schlafend aufgefunden werden konnten, besser nicht gestand, dass er sie nun verlassen würde, um sie nie wieder zu treffen. Verschlafen blinzelnd streckte er sich leicht, spähte zwischen weißen Wimpern hindurch und stellte fest, dass er etwas warmes und weißes umklammert hielt. Hm... oh. War er eingeschlafen? Warum lag Souta dann immer noch bei ihm? Und vor allem, warum hatte er ihre Position zu derjenigen gewechselt, in der er aufgewacht war? Vorsichtig zog er den Arm zurück, der Souta wohl die ganze Nacht an ihn gedrückt gehalten hatte und stützte sich hoch, sodass er versuchen konnte, ihm ins Gesicht zu sehen. Da das grüne Auge noch nichts von seiner Farbe preisgab, nahm er mal einfach an, dass er wohl noch schlafen würde und machte sich daran, so leise und unauffällig wie möglich aus dem Bett zu steigen und mit Wechselsachen in Richtung Badezimmer zu pilgern. Die Tür wurde leise abgeschlossen, bevor der Dragonslayer im Bad erst einmal damit begann, seinen Körper grundzureinigen, angefangen bei seinen Zähnen, da er ja einfach so eingeschlafen war, ohne deren Zustand auf Vordermann zu bringen. Es gab wohl wenig, was er später nicht würde heilen können, aber er brauchte dennoch keine Karies, denn die verursachten Mundgeruch und das war eines der größten Hindernisse, wenn man jemanden dazu bringen wollte, einen zu küssen. Anschließend, als er seine eigene Mundflora nicht mehr riechen konnte, stattete er der Dusche einen Besuch ab und verließ das Badezimmer bereits nach zehn Minuten wieder, in ein schwarzes, eng anliegendes T-Shirt, eine weiße Sweatshirtjacke, die angenehm weich auf der Haut auflag und die gestrige Hose gehüllt. Noch ein letztes Mal streckte er sich, bevor er sich erneut aufs Bett legte, von wo er eigentlich gerade erst aufgestanden war und Souta sanft durch die Haare streichelte. Er beugte sich über ihn und lächelte, bevor seine Hand tiefer fuhr und langsam damit begann, seine Seite zu kraulen, eine Bewegung, die schnell in ein Kitzeln ausartete. "Aufstehen, Souta-chan~", schnurrte er und pustete ihm leicht ins Ohr. Es war ein schönes Gefühl gewesen, aufzuwachen und als erstes den Jungen zu sehen, wie er schlafend neben ihm lag, nicht nur, weil er ihn generell gerne beim Schlafen beobachtete, sondern auch, weil seine Nähe ihm gut tat. Zwar bedauerte er ein wenig, dass er tatsächlich Kleidung anhatte, aber selbst er konnte nicht immer alles haben.
Für den heutigen Tag hatte er sich bereits unter der Dusche Gedanken gemacht, wie man sich am besten verhalten sollte. Dass am ersten Tag keine Piraten attackieren würden, war recht klar gewesen, denn da waren sie noch zu nahe am Festland gewesen, zu nahe am Hafen und so in unmittelbarer Reichweite von Rettungskräften. Am zweiten Tag der Kreuzfahrt sah das schon ganz anders aus, da sie nun auf dem offenen Meer waren und er sich vorstellen konnte, dass man diesen Umstand ausnutzte. Er wusste nicht, ob mögliche Angreifer sich im Klaren darüber waren, dass Magier an Bord waren, aber das war auch vollkommen irrelevant. Nur weil solche Menschen in der Nähe waren, würde man sicherlich nicht von einer so fetten Beute absehen. Die Gesellschaft an Bord bestand nämlich dann doch vor allem aus Reichen, die sicherlich viel Schmuck und ähnliches mitgenommen hatten. Der Plan sah also wie folgt aus: Frühstück, ab zur Kapitänin, sich die Pläne des Schiffes holen und dann so weit oben wie möglich Stellung beziehen, damit man auch vor jedem sich nähernden Schiff gewarnt war. Dort hätte er dann auch die Möglichkeit, sich einen Überblick über das Schiff zu verschaffen. Zur Not konnte man auch Schichten einlegen, wenn es zu viel Aufwand wurde... aber das würden sie noch sehen. Erst einmal sollte das Rothaar aufwachen.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 15:45

Hatte er während der für seine Verhältnisse überraschend erholsamen Nacht anderen Gedanken nachgehangen als der Identifizierung ihres Ortes, so rächte sich diese fehlende Umsicht nun mit morgendlicher Härte tausendfach. Mit tödlicher Gewissheit wurde dem Rothaarigen bewusst, dass sie nachts ein ganzes Stück vom relativ ruhigem Hafengewässer abgefahren hatten, was bedeutete, dass sie nun auf offenem Meer segelten. Was bedeutete, dass der Boden schaukelte. Nicht übermäßig, für normale Menschen vermutlich nicht einmal zu fühlen, doch Souta kam es vor, als hätte man ihn in eine Wiege gelegt, die von irgendeinem ignorantem Rowdy viel zu stark angestoßen wurde. Sonst hatte er dieses Gefühl nur, wenn er die vorhergegangene Nacht mit zu viel Alkohol verbracht hatte, oder zumindest soetwas Ähnliches. Sein Kopf tat nicht weh, aber alles andere fühlte sich an, als hätte man es durch den Fleischwolf gekurbelt. Reichlich verschlafen öffnete der Kettenmagier ein Auge, als er eine sanfte Hand an seiner Seite fühlte und lächelte leicht. Aw, es tat gut, wenn Seraphim ihn kraulte, das entspannte seine schmerzenden ... Oh nein wieso kitzeln?! Leise stöhnend drehte sich der schlanke Körper auf den Rücken, das Auge noch verklebt vom Schlaf blinzelte er zu seinem Schutzengel hoch, zunächst geradezu liebevoll, dann verzog sich seine Augenbraue zu einem bösen Blick und er rieb sich die Stelle, die gepiekt worden war. Mann, wer hatte Schiffe denn erfunden? Hatte das gestern nicht schon gereicht, musste er sich nun so fühlen? Der Tag wäre doch wundervoll geworden, so ein richtiger Ferientag, mit im Bett mümmeln und einem ausgewogenem Frühstück, doch jetzt brachte ihn der Gedanke an Essen lediglich dazu, leicht grün anzulaufen. “Ah ... “, murmelte er recht kontextlos und schlang einen Arm um seinen Bauch, der unter dem durch seinen sonst eher gestikreichen Schlaf hochgerutschtem Shirt hervorblitze. Blinzelnd blickte er an die Decke, versuchte sich darauf zu konzentrieren, dass er den Tag NICHT damit beginnen würde, alles, was er gestern gegessen hatte, noch einmal rückwärts durch seinen Verdauungstrakt zu jagen. Das wäre nämlich absolut unangenehm. Als wäre es nicht ohnehin schon richtig mies, wenn einem direkt nach dem Aufstehen schlecht wurde. Vollkommen grundlos. Morgendliche Übelkeit war ja normalerweise etwas, was seinen Fluchtinstinkt aktivierte. Wie kam er nun auf sowas? Na ja, wenigstens musste er sich darüber keine Sorgen machen, mit kleinen Wattebäuschen konnte er nicht dienen ... Mann, hatte sich das Zimmer schon immer so gedreht? Seufzend setzte er sich auf, drückte die freie Hand auf seine Stirn und schüttelte den Kopf. “Mir ist schlecht”, stellte er klar, sich mit der Hand einmal quer durchs Gesicht fahrend und die Augenklappe an die richtige Stelle rückend. “Gib mir zwei Minuten...”

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Sa 1 Nov 2014 - 15:57

Noch gerade eben hatte das einsame Auge geschlossen vor sich hingeträumt, um sich im nächsten unter kitzelnden Fingern blinzelnd zu öffnen und zu ihm aufzuschauen. Fast automatisch brachten sie ein Lächeln auf die Lippen des Dragonslayers, das nichts mit der Maske gemein hatte, die es bei ihm oft darstellte, sondern das ernst gemeint war, glücklich darüber, dass er diesen wundervoll kitschigen Moment erleben durfte. Es gefiel ihm ja schon, ihn einfach nur zu beobachten, wenn er ruhte, das Auge hinter dem Lid rastlos, manchmal sogar unruhig, den Körper in unmöglichen Positionen verrenkt, oft zu allem Überfluss sabbernd, aber er sah noch deutlich niedlicher aus, wenn er aufwachte, stellte er in diesem Moment fest. Die Art, wie der Smaragd hinter den rostroten Wimpern hervorblickte, sich erst einmal zu orientieren schien, wie man die Konzentration hochfahren sehen konnte, all das evozierte einen gehauchten Kuss auf die von verstrubbelten Haaren bedeckte Stirn, ehe er bemerkte, dass er aber wohl der einzige war, der diesen Morgen besonders gut fand. Souta wirkte nämlich schon nach wenigen Momenten nicht mehr gesund und munter, sondern lief ein wenig grünlich an, woraus der Dragonslayer schloss, dass seine Seekrankheit zurück gekehrt war. Der Boden schwankte nun nämlich tatsächlich deutlich wahrnehmbarer als noch am Tag zuvor, ein Umstand, der Seraphim zwar nichts ausmachte, aber Souta offenbar beunruhigte, sodass dieser ihm nicht einmal einen guten Morgen wünschte, sondern stattdessen seinen Bauch umklammerte und leise stöhnte. Er richtete sich auf und rückte die Augenklappe zurecht, ehe er Cyrus' Verdacht bestätigte und verkündete, dass ihm übel sei. So ernst das für ihn sein mochte, Seraphim konnte nicht anders, als ihm über die Wange zu streicheln und "Was bin ich bei dieser Aussage froh, dass du keine Frau bist~" zu säuseln, gefolgt von einem Kichern und einer Hand, die seinen Bauch zu kraulen begann. Er würde ihm nun sicherlich keinen Heilanstoß geben, nur weil ihm schlecht war, aber reines Streicheln reichte doch anfangs auch aus. Außerdem wollte er ihm ja klar machen, dass er zwar darüber gescherzt hatte, aber dass er ihm gleichzeitig auch wünschte, seine Schmerzen mögen vergehen. Nicht nur, weil sie ihn störten, sondern auch, weil er sich nicht ewig damit beschäftigen wollten, dass seinem Teamkameraden schlecht war... na jedenfalls musste er wenigstens so nett sein und ihm die zwei Minuten gönnen, seinetwegen auch fünf, die er wohl zum Sammeln brauchte. "Wenn ich dir irgendwie helfen kann, sag Bescheid, ja?~", nuschelte er in seine Haare, in die sich seine Nase irgendwie schon wieder verwirrt hatte, einfach so, fast wie von alleine. Was machte der Junge aber auch, dass er immer so anziehend roch... oder lag es daran, dass er wusste, dass Souta zu diesem Geruch gehörte? Er war sich nicht ganz sicher, wie herum das alles lief, wichtig war nur, dass es funktionierte. Er war sich beinahe sicher, dass er seinen Geruch noch über hunderte Meter wahrnehmen könnte, weil er für ihn fast wie Katzenminze wirkte. Ob Souta eigentlich wusste, was für eine Wirkung allein dieser Faktor auf den Weißhaarigen hatte? Unwahrscheinlich... es war ja auch im Grunde übertrieben. Und deswegen (und weil die Minuten sich für ihn ein wenig zogen) begann er spielerisch in Soutas Seite herumzupiken, nicht fest, aber immerhin bemerkbar. daran, dass das vielleicht antiproduktiv sein könnte, dachte er ja schon längst nicht mehr. Er war eben, zusammen gefasst, doch nur ein kleiner Egoist, der vor allem tat, was ihm selbst gefiel.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 5 Nov 2014 - 10:15

Mit einem Seufzer, der sich verboten genüsslich anhörte und ihn für einen Moment sogar selbst verwunderte, ehe er dessen Existenz tief in die Hintergründe seines Geistes sperrte, sank der geschundene Körper des Rothaarigen wieder in die süße Verheißung des Bettes. Sein Auge schloss sich mit dem Aufprallen auf die weiche Matratze auch schon wieder und er wäre sicher direkt wieder eingeschlafen, hätte er sich nicht immernoch gefühlt, als müsse er jeden Moment Richtung Toilette sprinten. Nicht einmal den Scherz des Anderen konnte er angemessen würdigen, weshalb er sich einfach auf einen Stoß gegen dessen Brust beschränkte und kraftlos zurücksank, ihn erst einmal außerordentlich teuflisch für einen Engel kichern ließ und ihm dann bei seiner Streicheleinheit nicht weiter in die Quere kam. Dass ihm das nicht schon wieder zu schwul war, verwunderte ausnahmsweise einmal nicht: Der Kettenmagier war schon immer verkuschelt gewesen, und auch, wenn Seraphim solche Gesten gerne auf intimere Sphären verlegte, so war das für ihn nun ausschließlich freundschaftlich auszulegen und behinderte ihn nicht in seiner Männlichkeit. Man(n) war ja sowieso nicht in der Lage, diese zur Schau zu stellen, wenn man sich fühlte, als hätte ein Karussell in seinem Inneren zu fahren begonnen. Zugegen war sein bester Freund sehr geschickt darin, es zum Anhalten zu bringen und zugleich seine Stehaufmänncheninstinkte zu aktivieren, die dafür sorgten, dass seine strahlende Präsenz mit einem leichten Flackern ansprang und seine Motoren langsam wieder zu laufen begannen. Zum Beispiel, indem er das Auge öffnete und damit etwas skeptisch zum Weißhaarigen blickte, der schon wieder an seinen Haaren schnupperte. Klar, er war eigentlich noch ziemlich frisch geduscht und roch sicher toll, aber ... Das war schon etwas befremdlich. Vielleicht war ihm aber auch einfach langweilig damit geworden, ihn zu kraulen. Ihm selbst wurde es auch schon wieder etwas zu eng hier, zu heiß. Er wollte das nun nicht ausarten lassen, das würde den Tag nicht schöner machen, außerdem hatte er schon wieder gewisse Wespen im Hintern, die sich mit erwachenden Lebensgeistern zu Wort meldeten und ihn zur Bewegung zwangen. Hochstemmen, Abturnen, los!
Oder sich mit aufeinandergepressten Lippen winden, weil sein Lebensretter ihn kitzelte. Der Schmerz kehrte zurück, nicht sonderlich stark, aber er vermutete, dass er damit leben musste, zumindest vorerst. Viel schlimmer jedoch war das Lachen, was in seiner Kehle saß, was er nicht an die Oberfläche bringen wollte. Spontan hatte er beschlossen, dass Seraphim der Typ Mensch war, der Ansätze von Sadismus zeigte. Wenn er also nun losplärrte, würde der ihn nicht einfach nur pieken, sondern durchkitzeln, bis er nach Luft schnappte. Abgesehen davon waren dem Weißhaar vermutlich alle Tätigkeiten genehm, bei denen er schwitzte und schrie...Lieber nicht darauf ankommen lassen. Doch das machte es nicht leichter. Ein so lustiger Mensch wie er konnte einfach nicht kontrollieren, wann er lachte oder lächelte, ob Übelkeit hin oder her, er musste etwas dagegen tun, sonst würde er noch platzen.
Die rote Augenbraue senkte sich entschlossen über das smaragdfarbene Auge, dann streckte er die schlanken Arme aus und umschloss damit die Hände des Weißhaarigen, fest, zerrte sie von seiner Seite weg und hielt sie in die Höhe, während er sich selbst ebenfalls wieder in seine sitzende Position beförderte. Geradezu vernichtend fixierte sich sein Blick in die violetten Iriden des Anderen, er legte die Stirn in Falten und starrte ihn einfach eine Weile an, die Hände recht energisch umklammernd. “Damit kommst du nicht davon, mein Freund”, zirpte er scheinbar vollkommen fröhlich, ehe ein monströses Grinsen sein Gesicht einnahm und er sich auf den Weißhaarigen stürzte, versuchte, dessen Hände zu beiden Seiten seines Kopfes auf die Decke zu zwingen, ihn niederzudrücken. Es verwunderte ihn selbst, dass es ihm zu gelingen schien. War er wirklich soviel stärker geworden? War er es vielleicht immer schon gewesen? Das war das erste Mal, dass er rohe Kraft gegen Seraphim einsetzte...
Fasziniert betrachtete er von oben das Gesicht des Anderen, saß wiedereinmal rittlings auf ihm – wieso mochte er diese Position eigentlich so? Seltsam ... - und pustete sich die Haare aus der Stirn. Kurz darauf wurde sein Antlitz auch schon wieder von seinem Souta-Lächeln eingenommen, welches die durch das Bullauge scheinende Morgensonne vor Neid erblassen ließ. Langsam, ganz langsam näherte er sich den Lippen des Anderen, ließ seinen Kopf etwa einen Milimeter über ihm schweben und konnte fühlen, wie sein Atem über dessen Gesicht strich, sich seine Haare auf dessen Stirn abstützten. Mittlerweile war sein Grinsen so breit, dass er Gefahr lief, die obere Kopfhälfte spontan zu verlieren. “Du bist”, hauchte er mit halbgeschlossenem Lid und tiefer Stimme, wobei seine Lippen beim zweiten Wort kurz auf Seraphims auflagen, dann stieß er sich mit den Beinen vom Bett ab, schlug einen improvisierten Flickflack auf den Boden zurück und streckte ihm die Zunge heraus. Kurz darauf stieß er auch schon die Faust in die Luft, führte einen kurzen Siegestanz auf, moonwalkte, untermalt von sanftem "Wer ist der Beste, huh, huh?"-Trällern begleitet zu seinem Schuhwerk und begann, dieses anzukleiden. “Wer zuletzt beim Restaurant ist, ist ein faules Ei!” Tja. So war er.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 5 Nov 2014 - 12:54

Natürlich war Seraphim sadistisch angehaucht... das hatte Souta ja früh herausbekommen. Allerdings nahm sich der Weißhaarige in Begleitung des Einäugigen an manchen Stellen merklich zurück, da war diese Verzögerung der Erkenntnis fast noch verständlich. Tatsächlich genoss der Dragonslayer es, seine Mitmenschen und gerade diejenigen, mit denen er ein mehr oder minder körperliches Verhältnis führte, zu piesacken, wirklich freundlich war er wohl nur in den seltensten Fällen und so manches Mal konnte man das Gefühl bekommen, er tue den Anderen absichtlich weh - wenn auch nicht zu sehr, um sie bei der Stange zu halten. Was man ihm allerdings nicht anlasten konnte, war übermäßige Brutalität im Umgang mit seinen Bekanntschaften, ob nun im Alltag oder im Bett. Generell musste man bei ersterem schon einen Nerv treffen, damit er ärgerlich wurde, weil er an sich doch ein recht entspannter Genosse war, wenn er mit den Personen um sich herum gut konnte. Was zweites betraf, so war er zwar ungebrochen auf Dominanz gepolt, aber ansonsten maximal manchmal etwas gröber - und es beschwerte sich nie jemand darüber. Um ihn nicht wie einen Heiligen hinzustellen sei verraten, dass diese letzte Tatsache nicht ihm selbst, sondern einer anderen Person zu verdanken war, wie und was und warum, war allerdings eine andere Geschichte. Grandine hatte es jedenfalls nie geschafft, ihm auch nur einen Hauch Rücksichtnahme gegenüber Menschen einzubläuen. Zusammenfassend ließ sich aber nichtsdestotrotz sagen, dass Souta den komplett richtigen Schluss gezogen hatte: Seraphim hätte ihn wahrscheinlich wirklich durchgekitzelt, wenn er darauf reagiert hätte. Nun aber lag er unter dem Rothaarigen, den er so gerne anders herum in den weichen Untergrund gedrückt hätte und quittierte mit leicht säuerlichem Gesichtsausdruck, dass dieser es irgendwie spielend einfach fertig brachte, seine Hände neben seinem Kopf zu fixieren und ihn dabei auch noch fröhlich anzugrinsen. Er mochte es nicht, wenn jemand körperlich stärker als er selbst war, erst recht nicht, wenn er mit dieser Person schlief... das war gefährlich. Es gab nun einmal Dinge, die er niemals tun würde und die beste Versicherung dagegen war ganz eindeutig, einen körperlichen Vorteil zu besitzen. Bisher hatte er auch gedacht, dass er zumindest einen Gleichstand erreicht hatte, der besser als gar nichts war, aber das vergebliche Rütteln an Soutas Händen brachte ihn ein wenig auf den Boden der Realität zurück. Der Kettenmagier war ihm körperlich überlegen. Die weißen Augenbrauen fuhren kurz zusammen. Nicht gut. Es mochte sein, dass er Souta liebte, dass er sich so sehr in ihn verschossen hatte, dass er ihn wie einen seiner glücklicherweise noch paarweise vorhandenen Augäpfel hütete, dass er ziemlich viel für ihn tun würde... aber dennoch schmeckte es ihm überhaupt nicht, dass er überhaupt keine Probleme damit zu haben schien, ihn zu überwältigen. Daher fiel seine Reaktion auch nicht ganz so aus, wie man vielleicht erwartet hätte. In einem anderen Moment hätte es ihn vielleicht bis aufs Äußerste erregt, wenn der Rothaarige sich ihm in einer derartigen Bewegung genähert hätte, aber jetzt blickten die violetten Augen merklich starr und er spielte sogar mit dem Gedanken, den Kopf einfach wegzudrehen, bis sich Soutas Spieltrieb mit einem Paukenschlag durchsetzte, der ihn beinahe aufatmen ließ. Er wollte Fangen mit ihm spielen?
"Aw, Souta-chan~", seine Stimme wirkte bei den ersten Silben so, als müsse sie den geölten Singsang erst einmal wieder treffen, "Du weißt doch ganz genau, dass meine Stärken auf anderem Gebiet liegen..." Worauf dieser Satz nun genau bezogen war, wurde wohl nicht ganz klar, aber das musste er auch nicht. Man durfte sich das denken, wie man wollte. Außerdem wusste er schon ganz genau, dass er an Soutas kleinem Spielchen nicht teilnehmen würde, weil er keine Aussicht auf Erfolg für sich sah. Die einzige Möglichkeit, zu gewinnen, wäre sich aus dem Bullauge zu stürzen und zu hoffen, dass der Luftweg so signifikant kürzer war, dass er schneller sein konnte. Da aber die Möglichkeit eines Piratenangriffes im Laufe des Tages durchaus bestand, hatte er keine allzu große Lust, sein Mana schon vorher aus dem Fenster zu werfen - und fliegen war eine sehr kräftezehrende Geschichte. Also blieb er in genau derselben Position liegen, in der Souta ihn verlassen hatte und drehte ihm nur unbeeindruckt das Gesicht zu, bevor er sich eine Frage nicht mehr verkneifen konnte: "Seit wann genau bist du stärker als ich?" Diese Frage ließ ihn tatsächlich nicht ganz kalt...

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 5 Nov 2014 - 12:56

Aw, kein Fangenspielen? Was war Seraphim nun plötzlich über die Leber gelaufen, dass er sich nicht mehr auf seine kleinen Merkwürdigkeiten einließ? Souta hatte immer das Gefühl, dass sein bester Freund aus irgendeinem Grund bereitwillig alles aushielt, was der Kettenmagier so anschleppte, einfach, weil er es war, der ihn zu solchen Dingen herausforderte. Es war nun einmal so, dass der Rothaarige sich immer und überall beweisen wollte, sich selbst zeigen, wie toll er etwas tun konnte. Da ähnelte er einfach einem kleinen Hundewelpen, der schwanzwedelnd um einen herumsprang und zum Spielen aufforderte. Es war ihm schon immer egal gewesen, ob er gewann oder verlor, sein Stolz ließ Andere sowieso immer applaudieren, weil jeder Rückschlag durch seinen Glanz wieder aussah wie ein strahlender Sieg. Genausowenig nahm er irgendjemanden übel, wenn er etwas besser konnte als er selbst – das war doch sowieso nicht so allgemein festzulegen. Jeder hatte seine eigenen Talente, da hatte er deutlich genug, als dass er andere um die ihren beneiden müsse. Deshalb kam es ihm auch nicht in den Sinn, dass der mysteriöse Verlust von Tatendrang der Tatsache geschuldet war, dass er stärker war als Seraphim. Natürlich war er das. Was hatte der denn gedacht? Souta kämpfte mit seinem Körper, da war es doch selbstverständlich, dass er diesen trainierte und stählte – er benutzte seine Magie nie, weil er keinen Nerv dazu hatte, sie zu verbessern, da blieb doch nur sein Nahkampf. Jemand, der so schmerzempfindlich wie er war, musste doch wenigstens darauf schauen, dass er ein paar kräftige Schläge landen konnte, abgesehen davon stieß Souta sich doch ständig irgendwo ab, balancierte auf seinen Händen oder so – dachte sein weißhaariger Freund etwa, dass er rein zufällig sein eigenes Gewicht stemmen konnte? Es war so vollkommen klar, dass er ihm körperlich überlegen war, dass die Frage ihn auf dem komplett falschen Fuß erwischte. Da war er schon kurz vorm Abzischen, hielt nun jedoch inne und wandte sich ihm zu, im Blick größte Verwirrtheit. “Eh...Keine Ahnung?” Ehrlich zuckte er mit den Schultern, sah ein, dass sie wohl nicht so schnell ein Wettrennen machen würden und lehnte sich deshalb an die Wand neben der Tür, betrachtete den Himmelsmagier mit leicht gerunzelter Stirn. Was war das überhaupt für eine Frage? Hatte sein Schutzengel etwa gedacht, dass er stärker war, nur weil er oben liegen durfte...? Das war ja schon fast süß. “Ich dachte du wusstest das ...”, meinte der Rotschopf etwas perplex, stieß sich von der Wand ab und begab sich zu seiner Tasche, aus der er vorsichtshalber seine Peitsche holte, die er in einen der bauschigen Hosensäcke seiner Jogginghose steckte. War es tatsächlich möglich, dass Seraphim nun zu dem Schluss kam, dass er sich das Bett mit ihm auf diese Weise teilte, weil er es wollte, nicht, weil er zu schwach war, um sich gegen ihn zu behaupten? Was würde er dann wohl anstellen? Souta wusste ja, dass der Dragonslayer auch ein ziemlich großes Ego besaß, allerdings sah er selbst das ja eher als Kompliment an... “Stört dich das etwa?” So unschuldig wie möglich fragte er das, wandte sich wieder zu ihm um und konnte sich ein winziges Grinsen einfach nicht verkneifen. Ulkig, war das. Einfach nur ulkig.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 5 Nov 2014 - 13:14

Der Blick der violetten Augen huschte kurz unangenehm berührt zu Souta, um danach wieder die Decke zu mustern, als sei sie etwas ganz besonders faszinierendes, während er sich überlegte, wie er nun am besten antworten sollte. Tatsache war nämlich, dass es ihn durchaus störte, dass Souta ihm körperlich auf einmal auch in dieser Hinsicht überlegen war, nicht, weil er sich nun weniger hoch schätzte - auch wenn er das gebrauchen könnte - sondern eher, weil das einen gewissen Kontrollverlust bedeutete. Stärker als jemand zu sein, bedeutete, dass man sich besser in manchen Situationen zur Wehr setzen konnte und es verlieh die weitestgehende Unabhängigkeit von Launen der Anderen. Sein Ego kratzte es freilich nicht im Mindesten an, aber wirklich wohl fühlte er sich bei dem Gedanken auch nicht. Dennoch sollte er da nun kein Drama drum machen, es war eben, wie es war... er setzte sich auf, streckte sich betont langsam und zuckte abschließend mit den Schultern. "Weißt du...", er vermied den Blick aus dem grünen Auge so gut es ging, indem er stattdessen prüfte, ob er die Tür zum Badezimmer auch geschlossen hatte, "Meine Erfahrungen mit Männern, die stärker sind als ich, sind nicht durchgehend positiv." Mit einem etwas verbissen wirkenden Lächeln blickte er den Kettenmagier an und stand schließlich auf. Er hatte lange genug bei dieser Frage gehangen, das war sie nicht wert. Immerhin würde sich dadurch ja nichts an der Angelegenheit ändern, oder? Er würde Souta auch mögen, wenn er ihn plötzlich mit dem kleinen Finger heben könnte und... Moment. Bedeutete die Tatsache, dass er zwar stärker war, aber ihn dennoch oben liegen ließ nicht, dass es einen anderen Grund dafür geben musste? Gefiel ihm das etwa besser, als andersherum...? Faszinierend. Immerhin war das dann doch etwas, das er als Kompliment auslegen konnte, wenn er sich gerade nicht zu sehr verschätzte. Hatte er nicht gesagt, er würde auf ihn stehen? Dieser Gedanke zauberte ein verhaltenes Grinsen auf seine Lippen und ließ ihn mit deutlich beschwingterem Schritt in Richtung Souta und damit auch Tür davon schreiten. "Tu mir aber den Gefallen, Souta-chan, und überfriss dich nicht...", erklärte er, als er ihn erreicht hatte, wie um das Thema sehr abrupt zu wechseln, "Es war gestern nicht anzunehmen, dass Piraten angreifen würden, heute ist es wahrscheinlicher. Ich würde dir nicht raten, sie tot zu kugeln~", säuselte er und gab dem Rothaarigen einen Kuss auf die Wange, ehe er aus der Kabine trat. Das Frühstück sollte keine ellenlange Geschichte werden, da er danach noch einmal bei der Kapitänin vorbei schauen wollte, um sich die Pläne des Schiffs zu holen, damit er einigermaßen Orientierung hatte, danach war er dafür, dass mindestens einer von ihnen sich so hoch wie möglich hinsetzte, um Ausschau zu halten. Das wichtigste war, schnell vorgewarnt zu werden, dann hatte er alle Zeit der Welt, um das Schiff auseinander zu nehmen. Souta konnte währenddessen seiner Meinung nach auch in der Sonne faulenzen, dann begab er sich wenigstens nicht in Gefahr. Er konnte noch nicht gut genug heilen, um eine ernsthafte Wunde zu behandeln, da war die Methode, ihn einfach von Gefahr fern zu halten, doch eindeutig die bessere.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 5 Nov 2014 - 19:06

“Hm.”
Sein Kopf kippte leicht in Seraphims Richtung, instinktiv wollte er ihm den Mund zuneigen, ehe er innehielt und stattdessen den Kuss wie geplant auf die Wange zuließ. Instinktiv? Kurz zuckte seine Pupille von einer Seite zur anderen, als befürchtete er, irgendjemand würde unter dem Bett hervorkriechen und mit nacktem Zeigefinger auf ihn zeigen, Verurteilung spuckend, dann schüttelte er das eigenartige Gefühl von Unanständigkeit mit einem Schulterzucken ab und folgte dem Himmelsmagier nach draußen. Nachdem dieser abgeschlossen hatte – wieso hatte er eigentlich keinen Schlüssel...? - und das kleine Metallteil wieder verstaut war, gingen sie für einige Minuten schweigend nebeneinander her (nun, so schweigend wie Souta sich eben bewegen konnte, was das Trällern diverser Melodien beinhaltete), ehe eine gebräunte Hand des Rothaarigen sich zwischen die blassen Finger des Anderen schob und den daran befestigten Weißschopf hinter sich herzog, lachend, als wäre überhaupt nichts gewesen und als wären sie nicht auf einem Schiff, das latente Übelkeit bei ihm verursachte, sondern auf einer blühenden Blumenwiese unter einem rosaroten, mit Wattebäuschen gefülltem Himmel. Es war lustig, wie der Körper des Anderen beschaffen war, breiter als er, aber offenbar nicht so kräftig, auch war Souta ein winziges Stückchen größer, weil bei ihm die Proportionen eher Schlaskigheit durchsetzten, was man deutlich an seinem Shirt sah, welches nichts verdeckte, aber eben auch nichts zeigen konnte: Kein Bauch, kein Rettungsring um die Hüften, wäre er nicht er selbst, würde er sich fast als Strich in der Landschaft bezeichnen. Kaum zu glauben also, dass er sich so sehr nach einem Frühstück verzehrte, dass es ihm gar nicht schnell genug gehen konnte, so dass er irgendwann übermütig auf das sonnenüberflutete Geländer sprang, welches das äußere Deck des Schiffes begrenzte, und, angestarrt von diversen Gästen, darauf balancierte. Erstaunlicherweise konnte sein spontaner Übermut seine Übelkeit überdecken, was wohl der Grund dafür war, dass man ihn ständig die Fackel des Guten nannte (oder er sich selbst): Egal wie mies es ihm ging, seine Mundwinkel zeigten niemals nach unten, er hüpfte einfach weiter und machte Quatsch. Seraphim wusste zwar, dass er nicht wirklich so war, dass er auch emotional zusammenbrechen konnte, aber das tat ja jetzt nichts zur Sache ... Er belog sich gerne selbst. Und wenn er ehrlich war, gab es doch auch allen Grund, sich gerade unglaublich lebendig zu fühlen, oder nicht? Es war ein wunderschöner, sonniger Tag. Die Seeluft roch exotisch, salzig und zugleich auch irgendwie vertraut. Und dann war da natürlich auch der Dragonslayer, der letzte Nacht an ihm gekuschelt eingeschlafen war. Schon erstaunlich, wie Soutas Laune sich sofort besserte, wenn er Augenkontakt zum Anderen herstellte und er automatisch etwas lauter lachte, wenn er in der Nähe war. Sie waren wohl wirklich die allerbesten Freunde! Ein leichter, kaum spürbarerer Stich ging durch seinen Brustkorb, doch er ignorierte das und hüpfte stattdesse vom Geländer, um durch die Tür zu stürmen und Richtung Restaurant zu rasen, auf in Richtung Futter!
Das Frühstück an sich war keine große Sache: Souta versuchte sich am Riemen zu halten und futterte sein viertes Brötchen, während sein bester Freund ihn die ganze Zeit über zu beobachten schien. Eigentlich hatte er ja nicht viel gegen sich selbst im Mittelpunkt, aber das wurde doch schon etwas gruselig. Ob er ihn vielleicht dazu bringen wollte, aufzuhören? Der Rothaarige faltete seine letzte Brötchensemmel zusammen und spülte sie mit einer halben Tasse heißen Kaffee – im Nachhinein vielleicht keine so gute Idee – seine würgereizfreie Kehle hinab, ehe er sich auch schon erhob und um den Tisch getrippelt kam. Seraphim hatte es eilig, okay. Sie waren auf einer Quest, dann würden sie diese erledigen! Schnell! Effizient! Koffein war super! “Kaffee am Morgen macht alles so schön warm...”, flötete er, ehe er die Haarpracht des Weißschopfes ergriff und dessen Wange an seinen Bauch presste, in einem kurzen Anflug von koffeindurchtränkter Zuneigungsbekundung. “Was machen wir jetzt?!”

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 5 Nov 2014 - 20:29

Seraphim war wirklich beinahe über die Maßen froh, dass Souta sein Verhalten nicht als verändert empfand oder es aber einfach überging. Er hatte keine Lust, mehr von sich zu geben, als bis gerade geschehen, weil er es als unangenehm empfinden würde. Es gab Menschen, die ihr Inneres locker auf der Zunge tragen konnten und die sogar Erleichterung dabei empfanden, vor langer Zeit geschehene Unannehmlichkeiten und Sorgen, die sie belasteten, mit Anderen zu teilen, aber der Dragonslayer gehörte nicht dazu. Er war im Grunde eine introvertierte Person, deren extrovertierte Aufdringlichkeit nur ein Spiel war und ihm gut tat. Er spielte es gerne, badete sich in Aufmerksamkeit, weil sie ihm gefiel, aber an sein Inneres gelangte nichts davon, da es gut genug abgeschirmt war. Zudem war er, banal gesprochen, ein Mann und die hatten es nun einmal nicht so mit großartigen Gefühlsausbrüchen, oder? Dinge, die ihm Sorgen machten oder ihn quälten, blieben unter einem Lächeln versteckt. Er musste nicht wie ein weinerliches Weichei da stehen, das ging ihm gegen den Stolz. Deswegen bemerkte er über seine Erleichterung auch nicht, dass Souta sich ihm erst zuwenden wollte, es dann aber sein ließ; es war nicht einmal sicher, wie er darauf reagiert hätte. Es gab zwar eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass er enttäuscht gewesen wäre, aber wahrscheinlicher war, dass er gelächelt und den Jungen in die Seite gepikt hätte. Er war ein Realist - er wusste, wo er nicht gegen etwas ankämpfen sollte, wenn er es nicht zerbrechen wollte. Souta mochte sagen, was er wollte, aber es war doch recht eindeutig, dass er sich ein wenig für die wie auch immer geartete Beziehung der beiden schämte. Seraphim hatte darüber nachgedacht und war zu dem Schluss gekommen, dass es ihn nicht kümmern durfte. Er sollte die Anwesenheit und alle ihm zugetanen Aktionen des Rothaarigen einfach annehmen und sich keine Sorge um den Rest machen... eigentlich. Das war schwerer, als er angenommen hatte, aber wohl die einzige Methode einen klaren Kopf zu behalten. Als Souta auf das Geländer gesprungen war, hatten seine Finger kurz gezuckt, als wolle er ihn auffangen, sollte er stürzen. Natürlich würde er das nicht, schoss es danach erst durch seinen Kopf, Souta war schließlich ein Akrobat, aber dennoch hätte er ihn ungerne fallen sehen.
Das Frühstück war unterhaltsam. Seraphim hatte sich ein Croissant geschnappt und es ohne weitere Zugabe von Butter verspeist, langsam und genüsslich, während seine Augen auf Souta gehangen hatten und den Weg der Brötchen verfolgt hatten, die ihrer Zerstörung in einer ziemlichen Geschwindigkeit entgegen gegangen waren. Wie tapfer von ihnen, eine Miene zu verziehen - aber wahrscheinlich hätte er das auch nicht getan, wenn sich Soutas Lippen um ihn geschlossen hätten - zumindest nicht im negativen Sinne. Irgendwann war sein Blick wie ganz von selbst bei seinen Lippen hängen geblieben, bevor er sein Starren bemerkte und kurz den Rest des Raumes musterte, ehe er wieder zu Souta zurück kehrte. Der war tatsächlich schon nach einer Hand voll Brötchen fertig und spülte sie mit Kaffee herunter, bevor er um den Tisch gesaust kam und seinen Kopf in eine Art Umarmung nötigte, die seinen Haarwurzeln nicht ganz so gut gefiel wie ihm, der seine Wange doch recht gerne an ihn schmiegte. Allerdings trötete es in seinem Hinterkopf, dass das braune Zeug und Souta eine geradezu gefährliche Kombination waren, aber jetzt war es eh zu spät. Da sollte er dessen Possen besser tolerieren und ihn dazu bringen, produktiv zu werden. "Wir gehen zu der liebreizenden Fee von Kapitänin und holen uns die Pläne des Schiffes. Danach setzen wir uns an Deck und halten nach Piraten Ausschau... sollte nicht allzu anstrengend sein.", meinte er, ehe er sich aus der Umklammerung befreite und aufstand, ehe er den Weg in Richtung Brücke begann. Hinter ihm begannen bereits ein paar Bedienstete, den Tisch abzuräumen. Er mochte den Service, den so ein Schiff bot, wirklich gerne. Ein paar Diener, die man herumscheuchen konnte, wenn einem danach war, wären ganz nach seinem Geschmack.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mi 5 Nov 2014 - 21:30

Liebreizende Fee ... Na ja, das war nicht ganz die Bezeichnung, die Souta wählen würde. Es geschah nicht oft, dass er jemanden nicht mochte oder nicht zumindest krampfhaft versuchte irgendetwas zu finden, was mögenswert war, aber die Kapitänin dieses Schiffes machte es einem schon sehr schwer. Der Kettenmagier hatte nicht viel für Menschen übrig, die immer mies gelaunt waren. Jeder Mensch hatte seine Bürde zu tragen, es brachte einem gar nichts, wenn man deshalb andere piesackte, es zeigte nur Schwäche und miesen Charakter. Eigentlich müsste er diesem Gedanken folgend natürlich auch Seraphim nicht sonderlich gern haben, aber das war irgendwie etwas Anderes. Vor allem jedoch blendete der Rotschopf diese Seite an seinem besten Freund sehr effektiv aus und sah stattdessen nur den weichen Wattebausch, den er gerade an sich presste, induziert von Koffein, was ihn erstaunlicherweise sowohl fröhlich als auch leicht melodramatisch machte. Eigenartiger Effekt. Vielleicht eine Überlegung wert. Vielleicht aber auch nicht, stattdessen könnte er ja auch eine schicke Pirouette hinter dem Himmelsmagier her aus dem Restaurant drehen und dann mit beschwingtem Schritt hinter ihm herstolzieren, das erschien ihm momentan viel sinnvoller als alles andere. Während der Ältere also wie immer vorausging und Souta hinter ihm herstolzierte und die Hände in den bauchigen Hosentaschen vergrub, weil sie sonst sicher irgendetwas gemacht hätten, was er in anderer Verfassung ziemlich sicher bereut hätte, betrachtete er flüchtig den Rücken seines persönlichen Schutzengels, ehe er seinen Blick in die Ferne schweifen ließ. Ein paar bunte Wimpel, die man am Schiff angebracht hatte, schaukelten fröhlich im Seewind und hoben sich ganz wundervoll vom strahlend blauen Morgenhimmel ab. Es war erstaunlich warm für diese frühe Stunde, dagegen war besagte Brise kühl und bewirkte, dass sich die Härchen an seinen Armen kribbelnd aufstellten. Fahrig kratzte er sich mit den abgenagten Fingernägeln über die imaginären Ameisen an seiner Schulter und hing fasziniert in der Spiegelung der Sonne auf dem Meerwasser fest. Als er den Blick drehte, bemerkte er, dass man das Festland nicht mehr sah. Sie waren also mitten im Nirgendwo, und nur eine Handvoll Menschen kannte den Weg zurück. Er konnte nur vermuten, dass sie sich von der Küste wegbewegten, aber vielleicht hielten sie auch darauf zu, wer wusste das schon. Und wen interessierte das? Es war schön hier draußen, und nur am Rande kam ihm in den Sinn, dass er in einer anderen Verfassung sicher reihernd über der Reling gehangen hätte. Menschen waren eben nicht für das Wasser gemacht, dafür gab es schließlich Fische. Ob es wohl seekranke Fische gab? Er sollte das unbedingt mal ...
“Umpf.”
Seit wann waren sie schon so weit draußen? Ohne sein Zutun griff eine seiner Händen nach einem schlanken Handgelenk, so schnell, dass man der Bewegung kaum folgen konnte, und ruckte kurz daran. Während seine freie Hand die Stelle auf seiner Brust rieb, welche gerammt worden war, kehrte sein Geist wieder in die Realität zurück: Was war passiert? Ah, okay. Offenbar gab es eine kleine Kollision, denn er hielt gerade eine junge Frau an der Hand, die sich in einer etwas schrägen Position befand und wohl von ihm am Fallen gehindert worden war. Diese Reflexe, bäm! Höflich, wie er war, machte der Kettenmagier einen Schritt zurück und verhalf dem Mädchen somit wieder in eine aufrechte Position, ehe er sie – aus reinem Interesse – kurz musterte. Während sich mehrere einleitende Sätze in seinem Kopf miteinander stritten, registrierte sein Hirn Folgendes: Wer ihn gerammt hatte, war etwa in seinem Alter und sehr hübsch. Es war eine Frau mit einladend gekurvter Hüfte und ebenso rundlicher Brust, langen Beinen und schlanken Armen, wie er bemerkte, weil er ihr Handgelenk ja immernoch in seinem Griff hatte. Er ließ es los und blickte ihr nach seiner kurzen Musterung direkt in das rötlich angelaufene Gesicht. Für einen Moment fixierte sich ein grünes Auge in große, dicht bewimperte, braune Exemplare, dann schlugen sich letztere nieder, woraufhin eine dunkle Lockenflut sich über das beschämte Antlitz ergoss. Ein leichtes Schmunzeln zog sich über Soutas Züge, doch er biss sich auf die Lippe, damit er einigermaßen besorgt aussehen konnte und ging leicht in die Knie, um ihren Blick einzufangen.
“Gomen!”, hauchte die Frau mit hoher, recht angenehmer Stimme, und drückte die Hände an ihr sommerliches Top, das eindeutig keinerlei Grund zur Entschuldigung war. Phew. Mit einiger Mühe nicht zu lachen, sondern vollkommen ernst zu bleiben, registrierte er, dass sich unter dem hellen Stoff ein Bikinioberteil abzeichnete, was ihren Wickelrock erklärte ... Sein Auge strich über die Naht der Körbchen, die ganz leicht hervortraten, ehe er eine Hand hob und sich am Hinterkopf kratzte. “Ah, nichts passiert. Alles in Ordnung?” Seine Stimme klang ehrlich und aufbauend, deshalb hob die unbekannte Schönheit den Blick (oder vielleicht auch, weil es ihr peinlich war auf seine Füße zu starren?) und schaute ihn an. Auch wenn der Kettenmagier sich am Morgen nicht rasiert hatte und deshalb Ansätze von Stoppeln aufwies und zudem ungekämmt recht zerzaust war, sah er natürlich gut aus. Souta sah immer gut aus. Sein Shirt verbarg keinen einzigen seiner Muskeln, die Augenklappe wirkte geheimnisvoll wie eh und je und die goldenen Ohrringe glitzerten in der Morgensonne fast so sehr wie seine strahlenden Beißerchen. “Ja. Mir geht es gut. Ich war nur etwas in Eile, tut mir Leid! Weißt du vielleicht, wo das Schwimmbad ist?” Plötzlich schien sie irgendwie aufzutauen, da sie aus dem Nichts ihre Hand an seinen Arm legte und ihn reichlich interessiert musterte. Öhm...Leider hatte er keinerlei Ahnung wo irgendetwas auf diesem Schiff war. “Eh...vielleicht gibt es irgendwo einen Plan oder so...” “Ach, das ist kein Problem. Ich finde es sicher. Mein Name ist Mamako, bist du auch ein Gast hier? Du siehst gar nicht aus wie die anderen ...” “Umm...” “Warst du gerade frühstücken? Ist es lecker hier? Gestern abend war ich so seekrank, dass ich gar nichts essen konnte, aber heute werde ich sicher etwas essen. Allerdings muss ich dann ja eine Stunde warten, bis ich schwimmen gehen kann! Andererseits finde ich das Schwimmbad sicher sowieso nicht in der Zeit! Haha!” “Haha, ja, ich bin ...” “Oh, ich rede ja die ganze Zeit, so ein Malheur aber auch, dabei wollte ich mich nur bedanken! Andere Männer würden mich sicher ganz komisch angucken, weil ich sie gerammt habe. Und du bist ja nicht einmal zurückgewichen! Machst du Krafttraining?” “Ja, ich ...” “Ich habe gehört, dass es hier ein paar nette Yogakurse gibt. Ich mache ja auch viel zu wenig Sport...” ARGH! Was war das für eine Frau?! Woher kam sie? Wie wurde man sie wieder los? Und was trieb Seraphim, während sie ihn so bequasselte?!

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Fr 7 Nov 2014 - 19:11

Was Seraphim trieb, während Souta bequasselt wurde, ist sehr einfach zu beschreiben: Er hatte nach einigen Metern Soutas Abwesenheit bemerkt und sich umgedreht, sodass er die Situation bemerkte. Einen Moment dachte er darüber nach, ob er nun eifersüchtig, extrem fies, gemäßigt fies oder geduldig reagieren sollte und hatte sich für die dritte Alternative entschieden. Die erste passte auch gar nicht zu ihm, wäre aber unter Umständen sehr unterhaltsam geworden, die zweite hätte Souta ihm dagegen wahrscheinlich übel genommen. Er hätte ja nun auch umdrehen können, Souta den Arm um die Hüfte - oder wahlweise gleich auf den Hintern - legen können, um ihm einen Kuss aufzunötigen und etwas so eindeutiges von sich zu geben, dass die Tante begreifen musste, dass er wohl kein Interesse an Frauen hatte. Vielleicht wäre der Rothaarige ihm dann aber für die Brandmarkung böse gewesen, weswegen er diese Möglichkeit verwarf. Aber geduldig stehen zu bleiben, nichtssagend zu blicken und darauf zu warten, dass die beiden da mal zu Potte kamen, war auch nicht gerade unterhaltsam, weswegen er sich für einen angemessenen Mittelweg entschied und sich betont lässig an die Wand lehnte, ein süffisantes Grinsen auf den Lippen und dabei zusah, wie die junge Frau namens Mamako den Kettenmagier volllaberte. Eigentlich war Souta ja die Quasselstrippe, zudem war er auf Koffein, da sollten die Beiden doch im Grunde prima miteinander auskommen. Schlecht sah sie davon abgesehen auch nicht aus, vielleicht sollte er ihn hier lassen und die Schiffspläne allein holen, sodass er wenigstens ein wenig Zeit hatte, sie kennen zu lernen, hm? Er erwartete zwar keineswegs, dass Souta in dieser jungen Frau die Liebe seines Lebens finden würde (Was würde er sich nachher dafür hassen...), aber Chancen klauen musste er ihm eigentlich auch nicht. Außerdem hatte er irgendwie im Gefühl, dass man ihn wunderbar damit würde aufziehen können.
"Sollte man euch allein lassen?~", fragte er mit dem unverkennbar seraphimtypischen, spöttischen Ton und betrachtete dabei seine Nägel, als wären sie von großem Interesse für ihn. Tatsächlich stellte er dabei fest, dass der eine leicht eingerissen war und er sich irgendwann wohl darum kümmern musste. Zudem waren sie vielleicht sogar ein bisschen zu lang geworden, was bei manchen Aktivitäten eher hinderlich war... nach diesen Entdeckungen blickte er wieder zu Souta hinüber und wechselte in einen etwas geschäftlicheren Ton. "Also entweder ich hole mir die Pläne alleine von unserer Fee oder du müsstest dich nun von... wie war gleich dein Name, Schätzchen?... verabschieden..." Da war das Lächeln wieder. Hatte er nicht gerade noch vorgehabt, ihn hier zu lassen? Vielleicht wollte er ja doch nicht, dass die Gefahr bestand, er könnte die restlichen Tage dann mit ihr verbringen oder so... oder er wollte es ihr nicht gönnen. Oder er wollte Souta nur ärgern, denn die Dame schien ein wenig erbost über die Unterbrechung. Die hatte wohl gedacht, sie habe sich nun einen Guide an Land gezogen, den sie nach Herzenslust mit sich herumschleppen konnte und der auch willentlich mitziehen würde. Wie stand Souta eigentlich zu der ganzen Sache?

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 14:31

In vielen Situationen wünschte sich Itasa Soutanobu, dass Seraphim seine ihm betreffende Zuneigung etwas subtiler zeigte, zum Beispiel, indem er ihn nicht an jeder erdenklichen Stelle anfasste, wenn sie in der Öffentlichkeit waren, aber es gab Momente, in denen würde er es durchaus gutheißen, von ihm hier und jetzt direkt am Boden genagelt zu werden, wenn er dadurch nur aufdringlichen Plappermäulern entgehen könnte. Aber sein bester Freund war ja bekanntlich – wie gerade eben sehr schön zu sehen – ein Sadist. Das bedeutete, dass er seinen mentalen Winken mit einem ganzen Wald an Zaunpfählen schlicht ignorierte und stattdessen seine Finger anglotzte, als wären diese besonders interessant. Die Dreistigkeit in Person fragte, ob man sie allein lassen sollte, obwohl er doch mit jeder Pore seines Körpers das genaue Gegenteil ausschwitzte. Klar, andernfalls natürlich jederzeit, da hätte das Weißhaar nur gestört, aber dieses Mädchen wollte nicht ihn, sondern sein Gehirn und zwar langsam zerstampft durch Wälle an Text. Ihre Stimme klang, anfangs niedlich weil hoch, nun wie ein nerviges Schrillen in seinen Ohren und er wollte sich gar nicht vorstellen, was das für ein Bettgeflüster werden würde, am Ende kam er gar nicht mehr von ihr weg. Etwas Hilfe wäre also durchaus angebracht, zumindest auf supportive Weise, man musste ihm ja nicht gleich den “Der gehört mir”-Stempel aufdrücken, aber darauf konnte er wohl lange warten. Schade eigentlich, Souta hatte gedacht, dass Seraphim sein Verhältnis ähnlich freundschaftlich auslegte, aber vielleicht war er für ihn ja wirklich nur eine zeitüberbrückende Liebschaft. Den wichtigsten Menschen in Fiore ließ man nämlich nicht so hilflos stehen ... Oder machte sich so schamlos über ihn lustig. Es war nicht einmal, dass es ihn störte, dass es den Anderen nicht störte, dass er angebaggert wurde ... Nein, wirklich nicht. Nicht ein winziges Bisschen. Okay, vielleicht ein wenig. Aber das lag nur daran, dass er sich immer begehrt vorkommen wollte und das im Moment nicht tat, dabei wusste er nicht einmal wirklich, was er eigentlich erwartete. Auf der einen Seite widerstrebte es ihm in romantische Beziehung mit Seraphim gesetzt zu werden und auf der anderen konnte er es nicht ausstehen, dass er einfach so zuließ, dass er so belagert wurde? Das war alles so konfus. Und er hatte wirklich keine Lust darauf, nun sauer auf ihn zu sein, weil er das generell nicht gerne war ... Und zu allem Überfluss hatte der wohl auch keine Ahnung, was er nun wollte. Wie sollte Souta denn bitte diese Plaudertasche abwimmeln, die nun tatsächlich für einige Sekunden verstummt war? Eigentlich hatte er gerade alle Lust, dem Älteren eins auszuwischen und einfach den Tag mit ihr zu verbringen, aber das konnte er nicht machen, vor allem wollte er das nicht und sein Wille war ja bekanntlich oberste Priorität, denn was keinen Spaß machte, das tat er auch nicht. “Tschüss.” Nun hatte er auch einen Plan gefasst, der äußerst spontan von statten gehen musste, da er bezweifelte, dass sie ihn einfach so gehen lassen würde. Aus diesem Grund kam er so plötzlich wie möglich mit seiner Verabschiedung und riss dann seinen Körper um die eigene Achse, um, bevor sie zu einer Erwiderung angesetzt hatte, auch schon neben Seraphim zu stehen und ihn am Oberarm zu packen. “Komm”, knurrte er und ignorierte das enttäuschte Quietschen, das tatsächlich näher zu kommen schien, um dann loszulaufen, so schnell er mit einem Menschen an der Hand konnte – was im Nachhinein betrachtet sogar ziemlich schnell war. Nicht so schnell wie möglich, aber das war auch nicht nötig, da er sonst vermutlich einfach unkontrolliert über das Schiff herausgeschossen und noch ein paar Schritte jetskiartig über das Meer gemacht hätte, um dann wie ein Stein zu sinken. So lief er einfach, hakenschlagend und darauf achtend, seinen besten Freund nicht an alle möglichen Hindernisse zu klatschen, so lange, bis er keine Ahnung mehr hatte, wo sie sich eigentlich befanden und daher stehen blieb. Das Positive daran: Die Nervensäge war weg. Das Negative: Er war ein bisschen angepisst. Aber das würde er nicht zeigen, seine Schritte hatten ihn ein bisschen abreagiert, also musste er nun nur kurz etwas auf der Stelle hüpfen und mit den Armen kugeln, die bei solchen Geschwindigkeiten immer ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen wurden. “Du hast echt Spaß dabei mich zu ärgern, was?”

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 14:36

Seraphim hatte, kaum hatte Souta seinen Arm gepackt, in der offensichtlichen Absicht, ihn mitzuziehen, mit ein wenig Mana dafür gesorgt, dass sich sein Körper wenige Millimeter über den Boden hob und so den Widerstand aufgehoben, der ihn sonst am Boden festhalten würde. So wich er eventuellen Verletzungen durch heftige Reibung und möglichen Knochenbrüchen dank Stolpern aus, weil er ja wusste, dass Soutas Geschwindigkeit absolut übermenschlich war und er da rein körperlich nicht einmal annäherungsweise mithalten konnte. Zudem war er sich in dem Moment nicht absolut sicher, ob Souta nicht genau auf dieses Verletzungsrisiko spekulierte, denn seine knapp angebundene Antwort hatte zumindest ihm vermittelt, dass er wohl nicht ganz mit seiner Vorgehensweise einverstanden war. Das war natürlich kein Grund zur Sorge, denn es wäre gelogen, würde man behaupten, dass Seraphims Verhalten im Allgemeinen sozial verträglich wäre und somit auch meistens geduldet. Im Gegenteil tat er oft Dinge, von denen er genau wusste, dass sie anderen nicht schmeckten, weil er sie - wie Souta richtig geschlussfolgert hatte - ärgern wollte. Deshalb rieb auch er sich den Oberarm, der als Verbundstelle der beiden jungen Männer ein wenig darunter gelitten hatte und grinste Souta beinahe süffisant an. "Aw, Souta-chan... gefiel sie dir etwa nicht?~", schmunzelte er und trat bis auf ein paar wenige Zentimeter an ihn heran, bevor er die Arme vorsichtig um seine Mitte schlang und die Hände hinter seinem Körper verschränkte. "Aber ich finde das so sowieso viel besser, weil ich dich dann nicht teilen muss..." *Würdest du mich teilen?* Die Worte waren in sein linkes Ohr gehaucht worden, ehe er ihm einen Kuss auf die Wange drückte und ihn abschließend leicht in die Seiten kniff, bevor er sich von ihm entfernte und sich umsah. Da hatte der Rothaarige natürlich gut mitgedacht, es sei denn er wusste tatsächlich noch, wo sie sich befanden. Er bezweifelte das allerdings stark. Mit einem leicht ungläubigen Lächeln schüttelte er die weiße Haarpracht und wandte sich dann willkürlich nach links, um ein paar Schritte in diese Richtung zu machen und aus einem Bullauge zu gucken. Weites, blaues Meer faltete sich in leicht gekräuselten Wellen auf, bis zum Horizont war nichts anderes zu sehen, als Wasser. Irgendwie empfand eer das als sehr beruhigend, weil dieses Element doch den Gegenpol zu dem darstellte, das im Übermaß zu tatsächlich regressivem Verhalten bei ihm führen konnte.
"Ich möchte, dass du schwimmen lernst."
Der Blick der violetten Augen wich nicht eine Sekunde von den Fluten da draußen, während der Satz über seine Lippen tröpfelte und dennoch vollkommen ernst gemeint war. Es verursachte ihm Unbehagen, dass das Einauge hier draußen auf dem Meer war und das nicht konnte, obwohl es doch so basal war. "Es ist gefährlich, das nicht zu können, meinetwegen bringe ich es dir auch bei.", setzte er beinahe entschuldigend dazu, auch wenn das wahrscheinlich weder nötig gewesen war, noch die vorherige Aussage revidierte. Erst danach blickte er zu Souta hinüber und lächelte ihn nach einigen Sekunden an, eine Mimik, die in etwa so viel zu heißen schien wie 'Vergiss es...' - denn das passierte ihm durchaus manchmal, dass er sich zu offensichtlich Sorgen um jemanden machte und danach versuchte, diesen Ausbruch im Nachhinein zu maskieren, damit es nicht so klar wurde, dass er zu solchen Gefühlen in der Lage war. Zudem glaubte er, dass der Rothaarige nicht gut darauf reagieren würde, weswegen er nach einigen Sekunden den Gang ohne ein weiteres Wort fortsetzte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 14:42

Mit gefallen hatte das nichts zu tun, aber es war müßig, diese Sache nun noch lange breitzutreten. Souta war nicht dafür bekannt, dass er außerordentlich nachtragend war, dennoch senkte er den Blick, als er so an die Brust des Ältere gezogen wurde und wusste nicht so recht, wo er hinschauen sollte, bis dieser ihn wieder losgelassen hatte und Abstand aufbaute. Automatisch schlang der Rothaarige die Arme um seinen Oberkörper, zuckte ein paar Mal mit der Nase und dachte angestrengt darüber nach, was der Andere gerade gesagt hatte. Er wollte ihn also nicht teilen ... War das nun sein Ernst oder nur Spott gewesen? Letzteres wahrscheinlich, er machte sich nichts vor: Seraphim würde nicht zögern, ihn für die erste scharfe Braut stehen zu lassen, die sich auftat, das war so klar wie ... wie ... Der Kettenmagier räusperte sich leicht, was einen Kloß in seinem Hals wieder hinabbeförderte und er drehte dem Weißhaar den Rücken zu, um sich ausgiebig umzusehen, sie waren ja auf Quest und Piraten konnten ja auftauchen und so. Kurz huschte sein Blick zurück, er schüttelte den Kopf und beförderte dabei ein paar rote Haarsträhnen in sein Gesicht, die ganz wunderbar mit seiner etwas rosaroten Gesichtsfarbe harmonisierten. Woher kam das jetzt schon wieder? Die Seekrankheit musste irgendwie auf seine Adern drücken, das hatte er doch schon einmal irgendwo gelesen. Kein Problem, die konnte sich sicher auch in Kribbelgefühlen um den Bauchnabel herum äußern, und ganz sicher auch in Herzklopfen, das war vermutlich auch der Verursacher, dass er so rot angelaufen war. Vielleicht bekam er ja einen Herzinfarkt, das war sehr wahrscheinlich, er aß viel zu viel Cholesterin und das verstopfte ja Venen ... Sehr interessante Wand. Faszinierender Riss darin. Einzigartig. Am besten er streckte den Finger aus und fuhr ihn erstmal nach, es war doch sehr komisch, wenn er hier so dastand und schwieg, wo es doch keinen Grund dafür gab. Seltsamer Körper aber auch. Hatte er die ganze Zeit den Atem angehalten? Sowas aber auch. Souta atmete schleunigst wieder aus und sog kurz darauf scharf die Luft ein – verschluckte sich daran und hustete. Mit einem Ruck richtete er sich wieder auf den Dragonslayer ein, musterte ihn verwirrt und unbegeistert, ja geradezu misstrauisch. Schwimmen lernen? Eher nicht. Und wenn er Schwimmflügel und eine behinderte aufblasbare Hüftente tragen würde, ihn würden nicht einmal zehn nackte Frauen ins Wasser bekommen, weil er in diesem Zusammenhang zu Nervenzusammenbrüchen neigte und Seraphim für seinen Geschmack ohnehin schon zu viel von seinem riesengroßem Knacks mitbekommen hatte. Schwimmen war nicht drin, das war das einzige wirkliche Prinzip, das er nicht durchbrechen würde, nicht einmal für den Typen, für den er sogar seine Sexualität gebogen hatte. Eigentlich sollte ihn das ärgerlich machen, aber irgendwie klappte das nicht wirklich – tatsächlich hatte sein Magen irgendwie keinen Boden mehr und wurde in die unendlichen Weiten des Universums gezogen. Für einen Moment dachte er, dass er sich gleich wieder übergeben würde, aber das war eine andere Art von Übelkeit, eine gute Art. Es rührte ihn, dass man sich Sorgen um ihn machte. Binnen Sekunden meinte eine Seite seines Geistes, dass es ganz natürlich war, soetwas zu tun, wo er doch der beste Mann war, den man kriegen konnte – die momentan stärkere Seite konnte nicht glauben, dass man soetwas in Verbindung mit ihm sagen könnte ... Deshalb lächelte er auch nicht zurück, sondern hatte den Mund leicht geöffnet, wie um ein lautloses „Oh“ herauszulassen. So blieb er auch stehen, bis sich der Weißhaarige wieder in Bewegung setzte und ihn ein paar Meter hinter sich zurückließ, die er nach einem kurzen Schütteln seines Körpers leicht wieder aufholte. „Es gibt nicht viel, das ich nicht für dich tun würde“, meinte er und streckte die Hand aus, um einmal durch die weißen Stacheln zu wuscheln, „aber ich schwimme nur in der Badewanne. Wir holen uns also die Pläne von KnackiMcStockpo? Ich fürchte, ich bin total overdressed...“ Mit gespielt theatralischem Gesichtsaudruck gestikulierte er zu seiner Jogginghose, ehe er leise lachte und dann, verstohlen fast, wieder seine Finger in die blasse Hand schob, die neben ihm baumelte. Das hier war ein menschenleerer Gang, das war schon okay ... Und überhaupt.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 14:43

KnackiMcStockpo? Kaum zu glauben, dass ein so hemmungslos zusammengeschusterter Neologismus eine Person so gut treffen konnte, aber diese Beschreibung verschlug Seraphim tatsächlich einen Moment die Sprache, ehe er kurz auflachte und das Grinsen hinter der einen freien Hand verbarg. Die andere war ja mit der dunkleren des Rothaarigen verschlungen, was ihm wohl so oder so ein Lächeln auf die Lippen getrieben hätte, für das er sich wahrscheinlich ein wenig gehasst hätte. Es war im Grunde genommen doch schrecklich albern, wie einfach eine solche Berührung Glücksgefühle in ihm auslöste, so ein Verhalten war genau das, das er immer an anderen Menschen verachtet hatte. Er hatte sie immer dafür verspottet, dass sie sich so auf etwas flüchtiges fixieren konnten, auf die bloße Idee einer Zusammengehörigkeit mit einer anderen Person... und nun machte er dieselben Fehler. Mit plötzlicher und daher ein wenig aufgesetzt wirkender Ernsthaftigkeit räusperte er sich und zog seine Hand von Souta weg. Er sollte sich auf seine Arbeit konzentrieren. Dazu gehörte, dieses Schiff sicher zu machen, es vor Piraten zu beschützen und dafür zu sorgen, dass es einigermaßen heil in Hargeon Town ankam. Was nicht in diesem Ausmaß dazu zählte, war das sich Sorgenmachen über einen Kameraden, der mitten auf dem Meer nicht schwimmen konnte und auch nicht, nur aufgrund einer kleinen Geste in Glücksgefühlen zu zerschmelzen. Wie alt war er, dreizehn? "Wir sollten uns auf die Arbeit konzentrieren.", meinte er mit leicht verbissen wirkender Miene und blickte auf seine Handfläche hinab, auf der er noch immer Soutas Körperwärme zu spüren glaubte. Er konnte Unprofessionalität nicht leiden, was paradox war, da sein Umgang mit seinen Teammitgliedern im seltensten Fall als das Gegenteil zu bezeichnen war, aber so war er nun einmal. Wenn er selbst seine Mitstreiter aufzog, indem er ihnen abwertende Spitznamen gab, Menschen unnötig grausam gegenüber trat oder einfach lieber mit einer schönen Frau anbandelte, als sich auf das Ziel der Quest zu konzentrieren, war das vollkommen okay, ließen sich allerdings Andere solche Dinge zu Schulden kommen, rügte er sie dafür. Es war wirklich nicht leicht, ihn zu mögen - aber jetzt gerade begann er Selbstkritik zu üben, die wahrscheinlich sogar noch vollkommen überzogen war. Es hatte mehr den Anschein, als wolle er sich nicht selbst eingestehen, dass er diese harmlose Geste so sehr mochte und sie deswegen verteufelte. Er hatte noch nie schwach wirken wollen, aber dieses ganze Gefühlschaos hinterließ ihn seiner Meinung nach deutlich geschwächt, weil er damit nicht recht umgehen konnte. Es erschlug ihn von Zeit zu Zeit, eine Tatsache, die ihm Sorgen bereitete. Im Gegensatz zu Souta, dessen Stirn ein transparentes Fenster zu seinem Herzen darstellte, war ihm dieser Transfer nicht mit der gleichen Leichtigkeit vergönnt. "Denke ich." Noch immer wanderten seine Augen leicht rastlos über den Boden, bis er sich einen Ruck gab und geradeaus blickte, er einmal durchatmete und schließlich seinen Körper in Bewegung setzte. Durch den Blick aus dem Bullauge hatte man etwa abschätzen können, wo sie sich befanden, deswegen würde der Weg zur Brücke schon nicht so schwer zu finden sein. Es ging einen Gang entlang, eine Treppe hinauf und rein theoretisch auch noch ein Stück weiter, wenn der Dragonslayer nicht plötzlich stehen geblieben wäre. Eine Sekunde stand er einfach stocksteif da, ehe er mit ärgerlichem Ton seufzte und resolut nach Soutas Hand grapschte. Das hatte doch alles keinen Zweck... vielleicht war es manchmal doch besser, auf diese verkrüppelten Dämonen namens Gefühle zu hören.

Einige Minuten später kamen sie an der Tür zu dem Raum an, aus dem sie am gestrigen Tage noch verbal herausgetreten worden waren. Seitdem war einiges passiert, wovon nichts zu ihrem Vorteil ausgelegt werden konnte, was also dazu führen würde, dass die Kapitänin sie noch weniger würde leiden können. Tatsächlich machte KnackiMcStockpo einen sehr miesepetrigen Gesichtsausdruck, als der Dragonslayer - der in der Zwischenzeit Soutas Hand wieder freigegeben hatte, man musste ja nicht unnötig provozieren - scheinbar wunderbar gelaunt in die Kommandozentrale herein spaziert kam und schnurstracks auf sie zulief. "Ohayo, Kapitän-chama~", säuselte er in einem hochironischen Ton (Na prima, so viel zu keine Provokation...) und lächelte sie an, als habe er gerade zwei Krankenhäuser angesteckt und eine ganze Abteilung Neugeborener ermordet. "Schöne Nacht gehabt?" Manchmal wusste er selbst nicht, warum er Dinge tat, es passierte einfach so... na hoffentlich hatte sie doch noch ein wenig Humor für ihn übrig, auch wenn dasUnheil verkündende Beben ihrer Falten anderes verhieß.

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