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 Yo ho und 'ne Buddel voll Rum

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Souta
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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 14:46

Es hätte Souta nicht gewundert, wenn plötzlich rosarote Sternchen am Himmel außerhalb der Bullaugen geglitzert hätten. Regenbögen schienen sich über die Decke zu spannen und nur darauf zu warten, dass die beiden jungen Männer unter ihnen hindurchschritten und mit jedem Atemzug kleine Flauschewolken entließen, die nach oben trieben und fette Engelchen mit Herzchenpfeilen formten, die ineinander verschlungen über den bezaubernden Anblick der beiden vor sich hingrinsten: Ein Rothaariger, der seinen Blick angesrengt außerhalb von violetten Augen behielt und hin und wieder mit der Hand ein winziges Bisschen herumruckte, als könne er sich nicht entscheiden, ob er sie an der Position behalten wolle oder nicht, und natürlich auch ein etwas breitschultriger Weißschopf, dessen Mimik unleserlich war, dafür jedoch die sonnengebräunte Hand festhielt, als wäre sie ein Anker in der Not. Souta fühlte sich seltsam nackt, obwohl er für seine Verhältnisse gut gekleidet war und bildete sich tausende Bohrblicke auf seine Hand ein, was deren Schweißgehalt rapide erhöhte. Normalerweise kannte er keine Nervosität, weil das Unsicherheit bedeutete und er dieses Gefühl nie verspürte, aber zusammen mit solchen Gesten kam zumindest soetwas Ähnliches in ihm auf. Dabei war er selbst Schuld, weil er ja schließlich immer wieder nach seiner Hand griff. Woher kam es, dass er zur Seite schaute und so lange nur daran denken konnte, dass die Hand des Älteren verdammt leer aussah, bis er seine in sie hineingeschoben hatte? So war er ja sonst nicht – verkuschelt, ja, aber Zuneigungsbekundungen hatten für ihn hauptsächlich freundschaftlichen Wert. Bevor sie das Schiff betreten hatten, war das Händchenhalten für ihn mehr eine Art Necken gewesen, weil er damit gerechnet hatte, dass Seraphim das als zu emotional verurteilen würde und sich dabei vermutlich seltsam vorkam – aber jetzt fehlte ihm die Schadenfreude daran. Ein seltsames Loch war in seinem Magen erschienen und saugte alles in sich auf, er war irgendwie stecken geblieben zwischen Häme und ... Quatsch. Er war genauso wie zuvor und dann fühlte es sich eben richtig an, wenn er Seraphims Hand hielt, was interessierte es ihn denn, wenn Leute das als schwul auslegen würden, wo er das doch offenkundig nicht war, hm? Man stand ja nicht gleich auf Männer, nur weil man sich von einem von denen vö ... völlig vereinnahmen ließ, oder? Sie waren eben die besten Freunde und die konnten auch schon einmal solche Gesten austauschen, da war ja nichts dabei, außerdem wurde er sowieso die ganze Zeit sexuell von dem Weißhaar belästgt und niemand hatte etwas dagegen, das war nur gerecht. Er sollte aufhören sich ständig so komisch zu fühlen, denn nur wenn er sich so benahm, würden die Leute es auch so auslegen. Sonst war er ja auch nicht so genierend, und nur weil es diesmal echt war und keine Spielerei, um Leute zum Nasenbluten zu bringen, änderte das ja nichts an der ganzen Sache. Einfach locker bleiben ... Das sah sicher nicht einmal halb so schwul aus, wie er vielleicht dachte!

Während Souta also über das Für und Wider von Händchenhalten mit sich selbst diskutierte und dabei hin und wieder gegen die Schulter seines besten Freundes stieß, kamen sie dann auch endlich an und waren somit erlöst. Zum Glück war ihm niemand unterwegs entgegengekommen, so lange hatte er das noch nie gemacht und es war doch mit zunehmender Zeit immer kitschiger geworden, was ihn zugleich idiotisch fröhlich und abartig verlegen gemacht hatte, insgesamt war er also ein rosaroter Flummi, der sich den Schweiß von der Hand wischte und sich langsam wieder an ihre Quest erinnerte: KnackiMcStockPo, wie er sie in seiner grenzenlosen Genialität getauft hatte, hielt sich hinter der Tür auf, vor der sie nun irgendwie zum Stehen gekommen waren, was komplett an ihm vorbeigezogen war. Die besagte Frau hatte sie gestern erst mitten in einer sehr delikaten Situation erwischt und schien allgemein etwas gegen sie zu haben, was Souta natürlich nicht verstehen konnte: Jeder mochte ihn, das war seine Lebensaufgabe, daraus bestand er sozusagen. Niemand konnte ernsthaft behaupten, dass er nicht von seinem Charme eingelullt wurde, selbst wenn man so verklemmt war wie das Schildkrötengesicht. Mit absoluter Sicherheit würde er sie schon noch breitschlagen, weil er das immer tat. Früher oder später würde sie ihn so sehen wie er war: Großartig und anbetungswürdig. Es war nur eine Frage der Zeit. Aber da man diese ja nicht sinnlos verschwenden wollte, folgte der Rothaarige dem Älteren schnell in die Kommandozentrale und hüpfte ein bisschen auf der Stelle herum, weil es ihm immernoch etwas peinlich war, was sie von ihm gesehen hatte, also nahm er sich etwas zurück und überließ ganz unsoutahaft Seraphim den Vortritt, was vielleicht keine so gute Idee gewesen war. Die Provokation in Person versemmelte nicht nur die Anrede, sondern fragte auch recht dreist nach der Nacht, was sicher immer nett gewesen wäre, nur eben in diesem Zusammenhang nicht unbedingt, weil es irgendwie in der Luft hing, wie Seraphims Nacht gewesen war. Obwohl überhaupt garnichts passiert war, zumindest nichts, was er mitbekommen hatte, kam sich Souta allein durch den Klang seiner Stimme schmutzig vor. Niemand würde ihm wohl widersprechen, wenn er seine harmlose Frage wegen mangelnder Jugendfreiheit zensieren wollen würde, denn sie bewirkte, dass sich der Rotschopf plötzlich fühlte wie ein Experiment, welchem man einen Indikator gespritzt hatte, der sämtliche Stellen an seinem Körper neongrün flackern ließ, auf denen die Hände und/oder die Lippen seines besten Freundes bereits gewesen waren. Die Kapitänin betrachtete erst den Dragonslayer und dann ihn selbst, ehe sie sich wieder Ersterem zuwandte und ihre Falten zu beben begannen. Soutas Adamsapfel tat es ihr nach und er machte einen halben Schritt nach vorne, um zumindest auf Augenhöhe mit Seraphim zu sein. Sein Mund öffnete sich, doch die alte Frau blaffte ihm die Luft aus der Kehle: “Ihr kommt spät, ich will gar nicht wissen, was ihr getrieben habt – aber ich wusste doch, dass eure Arbeit unter diesem Schwachsinn leidet!” Eigentlich war es noch ziemlich früh, selbst, wenn es stimmte, dass er aufgrund von Übelkeit etwas länger gebraucht hatte, aber darum ging es wohl nicht, diese Frau musste wohl an allem herumkritisieren. “Das geht auf meine Kappe, mir war schlecht.” Ihr Blick tat regelrecht weh, als sie ihn kurz musterte und dann abfällig schnaubte, so als wäre auch das klar gewesen. Natürlich ... “Herzlichen Glückwunsch, Mädel. Was wollt ihr?” Mädel ...? Souta hob eine Augenbraue und verschränkte die Arme um seinen Körper, um sich davon abzuhalten, die Geduld zu verlieren, stattdessen warf er kurz einen Blick auf seinen besten Freund und setzte dann ein engelsgleiches Lächeln auf. “Wir dachten, dass Sie uns vielleicht die Pläne für das Schiff überlassen könnten, damit wir unsere Arbeit machen können und uns nicht mehr in die Quere kommen. Klingt das nicht wunderbar?” Jetzt hatte er sie ... ! “Ich denke nicht. Die Pläne sind wichtig und ich wüsste nicht, warum ich sie euch geben sollte, ihr habt ja bereits gezeigt, dass ihr keinerlei Sinn für Recht und Anstand habt.” Okay, das würde vermutlich schwieriger werden, als zunächst angekommen. Aber nun wusste er zumindest, dass man mit Freundlichkeit nicht weiterkam, also konnte er genausogut andere Dinge tun. Beispielsweise hatte er den Drang, sie aus dem Fenster zu halten, bis sie damit herausrückte, oder er könnte auch einfach die Hand ausstrecken und Seraphim begrabschen, dann würde ihr sicher der Hut vom Kopf fliegen, aber das war bestimmt eine dumme Aktion, die ihnen die Pläne auch nicht verschaffen würde. Wie war also mit ihr vorzugehen ... hatte vielleicht Seraphim eine zündende Idee?

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 14:53

Das Lächeln wich nicht einen Augenblick von Seraphims Lippen, als die kleine alte Frau ihren Unmut äußerte, der seiner Meinung sowieso vor allem auf Neid wurzelte. Er war sich zum Beispiel sicher, dass sie gerne jemanden gehabt hätte, der mit ihr Händchen hielt, den sie küssen konnte oder der im Allgemeinen für sie da war. Wahrscheinlich war sie ein so kühler Profi, dass da niemand in ihrem Leben außer ihrer Arbeit war, bei ihrem Alter war es unter Umständen sogar möglich, dass diese Person existiert hatte, aber gestorben war - wie die jüngste sah sie nämlich wahrhaftig auch nicht mehr aus. Im Gegensatz zu Souta, der sich von ihren Worten angegriffen fühlte, nahm er das alles komplett locker hin, weil er an solche Menschen gewöhnt war. Gerade bei den älteren Generationen hatte sich noch nicht das Bewusstsein für eine Gleichberechtigung homosexueller Partnerschaften durchgesetzt und selbst wenn die beiden Magier keine solche hatten, so war es für alte Frauen nun einmal nicht normal, zwei junge Männer solche Dinge tun zu sehen. Da Seraphim nun aber nicht erst einmal mit einem anderen Kerl herumgeknutscht hatte, war das nichts, was ihn aus der Bahn werfen konnte. Stattdessen blickte er die Kapitänin an, als sei sie eine drollige, kleine Bulldogge, die sich über etwas ganz furchtbar aufregte. Einen Moment überlegte er, ob er ihr wohl den Kopf tätscheln sollte, doch entschloss sich schließlich dagegen, weil sie Souta beleidigte. Zumindest konnte er sich vorstellen, dass die Bezeichnung als Mitglied des anderen Geschlechts für den Rothaarigen nicht unbedingt toll sein würde, gerade weil die beiden ja... na ja. Würde man ihn so nennen, würde er wohl lachen, weil es so vollkommen aus der Luft gegriffen war, aber Souta... schien das nicht ganz so lustig zu finden. Daher würde er nun auch nicht darüber lachen, sondern der Frau ihren Stand klar machen, also wirklich... niederes Menschenweib, das sie war. "Immerhin habe ich einen Sinn für Ästhetik.", meinte er also betont lässig und blickte sich um, als wäre diese Brücke ein einziger Hort des Drecks und anderer Dinge, die seines Interesses nicht würdig waren. Schließlich wanderten die violetten Augen zu dem Gesicht der Frau hinunter und das Lächeln wurde deutlich kleiner, verschwand im Angesicht des durchdringenden Ausdrucks, der sich seiner bemächtigte. Sie wollte ihnen die Pläne nicht geben, hm? Ob sie tatsächlich so blöd war, wie er gerade dachte oder nur zu verbohrt für diese Welt? "Und wenn Ihnen etwas an der Unversehrtheit ihres Schiffes liegt, sollten sie mir den Plan des hübschen Kahns aushändigen - oder irgendwelche gleichwertigen Kopien. Ich sollte doch schließlich wissen, wo genau die Schwachstellen liegen, wenn ich sie verteidigen soll, hm?" Einen Moment blicket er auf die zitternden Falten herab und verschränkte dann die Arme vor der Brust, bevor er mit leiserer Stimme fortfuhr: "Und ich bin nach wie vor der Ansicht, dass sie unsere Freizeitgestaltung wenig angeht, solange wir sie vor den Piraten beschützen, also hören Sie gefälligst auf, meinen Gildenkameraden zu beleidigen." Ruhig, nicht etwa aufgebracht, wies er sie daraufhin, aber bekam nur ein erneutes, abfälliges Schnauben zu hören, das er nur mit einem eisigen Lächeln ertrug. "Ihr seid sowieso nur die Rückversicherung, ich denke fast, dass meine Crew das auch ohne euch könnte. Ich kann ja nichts dafür, wenn die Reederei der Meinung ist, dass man Magier braucht, um ein paar Seeräuber abzuwehren - unzüchtige Taugenichtse noch dazu...", grummelte sie und stemmte die Fäuste in die Seiten, was ihre Ähnlichkeit mit einer Bulldogge nur noch vergrößerte. Leider verfehlte sie ihre Absicht, ihn einzuschüchtern, da er statt nun das Weite zu suchen oder sich aufzuregen nur leicht kicherte und sich anschließend eine imaginäre Träne aus dem Augenwinkel wischte. "Gut, ich gebe es zu, Sie sind wirklich rabiat. Aber denken Sie mal drüber nach..." Seine beinahe noch freundliche Stimme driftete zu einem frostigen Singsang ab, der gleichzeitig bedrohlich und vollkommen aus der Welt wirkte, als würde es ihn nicht kümmern, was er da sagte: "Ich will diese Pläne haben. Also geben Sie sie mir, weil ich vielleicht sonst auf die Idee kommen könnte, ihre Aerodynamik auszutesten. Und nichts für ungut: Besonders stromlinienförmig sind Sie nicht. Also?" Mit einem breiten Lächeln wartete er auf die Antwort. Wenn Soutas Freundlichkeit nicht half, konnte er ohne Probleme auch zu drohen beginnen, oder?

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Souta
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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 14:57

Was Souta erwartet hatte: Weißhaariger Charmebolzen kocht Beißzange weich, roter Gott und er ziehen mit Plan von Dannen. Was Souta erhielt: Weißhaariges Alphamännchen beleidigt Beißzange, roter Gott steht daneben und verwandelt sich spontan in einen Welpen, den man im Regen stehen gelassen hat, während Faltengewebe im Gesicht der Humanoidenschildkröte zu schwingen beginnt und sich für den großen Auftritt bereitmacht. Für einen Moment schien die Zeit um die Drei stehen zu bleiben oder sich zumindest extrem zu drosseln. Das “Also?” des Himmelsmagiers dehnte sich bis zur Unendlichkeit und versenkte dessen ohnehin schon tiefe Stimmlage in eine dämonische Zeitlupentonie. War er so unfreundlich zu ihr, weil sie den Kettenmagier beleidigt hatte oder war Seraphim generell so? Souta fiel gerade auf, dass er den Weißhaarigen zum ersten Mal wirklich im Umgang mit anderen Menschen erlebte – Menschen, die er nicht flachlegen wollte, sonst waren sie ja immer eher abgeschottet gewesen und hatten sich vor allem um sich selbst gekümmert. Aber es erstaunte ihn gar nicht so sehr, wie er geglaubt hatte. Sein Talent zum Einschätzen von Personen lügte ihn nur selten an und auch wenn er oftmals schien, als wäre sein Kopf über den Wolken und seine Weltsicht irrational, war der Itasa doch bodenständig genug, um sich keine Illusionen über Romantik und rosarote Brillen zu machen. Er war derjenige, der diese Dinge ausnutzte und hervorrufen wollte, um seine eigene Lust zu steigern, da wäre es nur hinderlich, wenn er sich auf emotionaler Ebene dermaßen naiv benehmen würde – selbst wenn es den Anschein hatte, dass er unbeholfen war oder zuckersüß, so war das alles nur ein Schauspiel, eine Farce, um das zu bekommen, was er begehrte, wovon er sich ernährte. Soutas Hauptnahrung bestand aus der Gunst anderer Menschen, doch im Prinzip hatte er eine ähnliche Ansicht auf sie wie sein weißhaariger Freund: Sie waren nicht auf einer Ebene mit ihm. Der Unterschied zwischen den beiden jungen Männern lag allerdings darin, dass Seraphim sich generell über alle anderen stellte und Souta genau das Gegenteil tat. Seine Persönlichkeit sorgte für eine übertriebene Kompensation seiner gewaltigen Schübe an Hass und Minderwertigkeitskomplexen, so dass sich eben dieses Leid zu einer tragischen Perversion von Gott-Komplex umgebildet hatte. Ironischerweise hielt er sich für den großartigsten Mann von Fiore und stellte seinen Körper doch automatisch auf ein niederes Level. Das war vermutlich der Grund dafür, dass die meisten Beleidigungen an ihm abprallten, obwohl er gerne einmal eine Miene verzog. Es hatte ihn nicht halb so sehr getroffen, dass er als Frau bezeichnet wurde, wie man denken mochte, es berührte ihn nicht einmal wirklich, dass man ihn für schändlich und notgeil hielt – Er verstand lediglich nicht, wieso er sich schuldig fühlte, wenn man ihm eine romantische Beziehung mit dem Weißhaarigen vorwarf, wo Schuld und Reue doch fern von seinem Wesen waren. Er hatte sich seit seiner Wandlung zum Schürzenjäger noch nie für etwas geschämt, was mit dieser Sparte des Lebens zutun hatte, deshalb war es irritierend, wieso er dies jetzt trotzdem tat. Außerdem konnte er nicht verstehen, wie sehr sich sein Geist dagegen stemmte, als in seinem Kopf der Gedanke aufkam, dass Seraphim ein ziemlicher Mistkerl war. Unter normalen Umständen hätte er jeden, der herumlief und Leute sinnlos beleidigte gemaßregelt und sich als Held aufgespielt, doch nun blieb er einfach stumm und klemmte seinen Heldenglanz ein, war ein Schoßhündchen neben dem Weißhaarigen, welches in ihm vermutlich immernoch den Engel gesehen hätte, wenn er Schwarzlederflügel ausgebreitet hätte und mit peitschendem Dämonenschwanz und Hörnern im Pentagramm getanzt wäre. Das war Seraphim und Seraphim war großartig. Großartig sein, das bedeutete, dass man über sämtlichen Menschen stand und nicht von Schandflecken berührt werden konnte. Der Himmelsmagier hatte einen ganz eigenen Heldenglanz, den er nicht in Frage stellen würde, weil er es nicht konnte. Souta hatte eben in dieser Hinsicht kein Rückgrat, das musste man so akzeptieren. Als der Ältere einen alten Freund von ihm brutal verprügelt hatte, hatte er ihn geküsst und er war sich ziemlich sicher, dass er ihn immernoch liebhaben würde, wenn er spontan einen ganzen Haufen Babies tötete – aber warum bloß?
Das war eine Frage, die sich der Rothaarige nicht erklären konnte – doch das brauchte er auch nicht, da in dem Moment etwas Anderes geschah, welches ihn zu einer Salzsäule erstarren ließ: Das charakteristische Klatschen einer flachen Hand auf einer Wange schallte durch die Luft, ihm gut bekannt, doch meist eher in Verbindung mit Schmerzen seinerseits. Als die Kapitänin nun ausholte und nicht ihm, sondern dem Weißschopf eine Ohrfeige verpasste, begann die Zeit plötzlich wieder zu laufen, sich zu beschleunigen und auf einen Augenblick zuzurasen, indem sein Kopf zu einer breiigen Masse zerquetscht worden war und er seinen Arm ausstreckte, um mit der Wucht einer Pistolenkugel nach der Mütze der Frau zu schlagen, die von seiner Hand erfasst durch den Raum schallte und dabei ein zusammengefaltetes Stück Papier freigab, welches durch die Luft segelte und von ihm aus dieser gepickt wurde – dies alles geschah innerhalb eines Sekundenbruchteils, so dass man nicht sah, dass er sich überhaupt vom Fleck bewegt hatte. Nun, interessant, manche Leute bewahrten wichtige Dinge in ihren BH's auf, KnackiMcStockPo hatte das offenbar anders gehandhabt, zumal sie sich nun irritiert auf die Kopfhaut griff und dann den Blick zum leeren Hut baumeln ließ, ehe sich ihre Augen weiteten. Der Rothaarige schnaufte leise – wenn er sich nicht verrechnet hatte, hatten sie nun das, was sie brauchten – im Übrigen vollkommen zufällig, eigentlich hatte er ihr Schmerzen zufügen wollen, weil niemand seinen besten Freund schlug. Das grüne Auge ruhte kurz auf seinem Nachbarn, dann grinste er leicht und wedelte mit dem Papierstück, welches er, kaum, dass die verwirrte Kapitänin wieder zu ihm blickte, unter sein Shirt steckte und mit der Hand verbarg – wie ein Engelchen pfeifend wandte er sich um. “Ich denke, wir sind hier fertig, was meinst du, Schatz~?”, meinte er (das Gesicht, welches man nicht sehen konnte zu einer Grimasse verziehend) und klatschte dem Weißhaarigen mit der freien Hand auf den Hintern, ehe er einen Abgang hinlegte, den ein Model auf dem Catwalk nicht besser hingekriegt hätte – Was tat man nicht alles für ein empörtes Schnauben und ein wütendes Zetern der Kapitänin, die sich sicher bald gefasst haben würde, um dann hinter ihnen herzuwalzen – aber gegen IHN würde sie ihrem Schildkrötengesicht sowieso alle Ehre machen. Also echt, er war hier nicht irgendein dahergelaufener Idiot – er war Souta. Und selbst wenn das nicht die Schiffspläne waren, auch wenn das Papier auseinandergefaltet sicher so groß wie eine Karte sein würde, hatte er zumindest nun etwas Privates von ihr – so oder so hatte er seine Arbeit getan. War eigentlich schon Zeit für's Mittagessen?

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 15:02

Seraphim war es durchaus gewöhnt, dass weibliche Wesen ihm Ohrfeigen verpassten, allerdings waren diese meistens ungefähr vierzig bis fünfzig Jahre jünger, hatten Brüste, die ihnen nicht in den Kniekehlen hingen und keine Canyons im Gesicht, sodass es ihn im ersten Moment wirklich überraschte, als die Kapitänin zum Schlag ausholte und ihre Hand kräftiger in sein Gesicht pfefferte, als er erwartet hätte. Wahrscheinlich lag das daran, dass sie körperlich tätig war und daran gewöhnt war, mit anzupacken, jedenfalls schaffte sie es tatsächlich, den Kopf des jungen Mannes zur Seite zu zwingen und ihn dazu zu bringen, mit der Hand vorsichtig über die getroffene Stelle zu streichen. Allerdings wäre ihm nie in den Sinn gekommen, aggressiv darauf zu reagieren, denn nach einer Reaktionssekunde hoben sich seine Mundwinkel und er lachte die Frau auch noch aus, der im nächsten Augenblick auch noch der fesche Hut abhanden kam. Wie genau, hatte der Dragonslayer nicht sehen können, obwohl er stark vermutete, dass Souta etwas damit zu tun hatte, der sich bekannterweise ja mit einem geradezu schwindelerregenden Tempo bewegen konnte und danach einen so zackigen Abgang hinlegte, ein Blatt Papier in Händen, dass er diese Vermutung als gegeben angenommen hätte, wenn er nicht damit beschäftigt gewesen wäre, das Ziepen seines Hintern mit dem Wort "Schatz" in Einklang zu bringen. Eigentlich hätte er der Kapitänin vor seinem eigenen Abgang noch zugesichert, dass er dieses Verhalten niedlich genannt hätte, wenn sie nicht ganz so fossiliert gewesen wäre, aber die Frage, wie er dieses eine Wort nun zu interpretieren hatte, nahm zu viele Kapazitäten seines Gehirns ein, als dass er noch annähernd ausreichend viel Platz für Sticheleien gehabt hätte. Beispielsweise wusste er, dass das Wort Schatz neben der vordergründigen Bedeutung eines Haufens Gold auch eine besonders ausgeprägte Wertschätzung einer Person bedeuten konnte - nicht umsonst hieß es, eine Person "zu schätzen". Dieses Wort wurde zudem öfter in Beziehungen verwendet, nicht solchen, wie er eigentlich eine zu Souta hatte, eine wankelhafte, auf körperlichen Impulsen basierende, die von beiden, aber mindestens einer Seite hartnäckig geleugnet wurde, sondern einer, die auf tatsächlichen Gefühlen basierte. Eine Variation davon war zum Beispiel Schatzi, auch wenn das schrecklich schwul klang. Schätzchen dagegen passte eher zu einer blöden Anmache, als zu irgendetwas anderem. Rein aus den Worten heraus, hätte er sie gelesen und nicht gehört, hätte er nun also interpretiert, dass der Sprechende und der Angesprochene ein Pärchen waren. Nun war es aber Souta, der dies mit einer fast schon unflätigen Geste und einem provokanten Abgang kombiniert hatte, was wohl eher darauf schließen ließ, dass nichts davon ernst zu nehmen war. Schade eigentlich. Aber na ja, es war nicht gerade produktiv, nun die Schultern hängen zu lassen, wo sie doch offenbar gerade die Pläne geschnappt hatten und die Kapitänin wie ein erboster Mops blickte, der sich jeden Moment auf ihn stürzen könnte. "Es ist einfacher so~", meinte er deswegen mit arger Verspätung, winkte ihr zum Abschied und stiefelte seinem Kameraden hinterher. Kaum war er aus der Tür, nahm er die Beine in die Hand und hetzte Souta nach, weil er der festen Überzeugung war, dass die Kapitänin nicht mehr lange auf sich warten lassen konnte. Tatsächlich dauerte es nur noch einige Augenblicke und ein lang gezogenes "Kommt zurück, ihr Nichtsnutze!" schrillte durch den Gang, aus dem die Magier allerdings schon verschwunden waren, bevor die alte Frau ihnen nachhumpeln konnte.

Seraphim hatte darauf bestanden, dass zumindest einer von ihnen beiden an einem erhöhten Platz verweilte, damit sie die Umgebung im Auge behalten konnten. Da er sowieso solche Orte am liebsten hatte, weil der Wind dort meist kräftig wehte, hatte er sich in dem Zug gleich einmal freiwillig gemeldet und die Terrasse, auf die er sich verzogen hatte, nicht wieder verlassen. Was Souta in der Zwischenzeit tun wollte, war ihm überlassen geblieben, Seraphim jedenfalls hatte auf einem Liegestuhl gelegen und die Pläne des Schiffes studiert - denn um diese hatte es sich tatsächlich gehandelt - und dabei festgestellt, dass die größte Schwäche des Schiffes wohl seine schiere Größe war. Wenn hier erst einmal Seeräuber eindrangen, würde es nicht unbedingt leicht sein, sie wieder raus zu bekommen. Die Sonne war im Laufe des Tages über den Himmel gewandert, bis sie die Szenerie nun in blutrotes Licht tauchte. "Hm... irgendwie nicht viel passiert heute, oder?"

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 15:03

Eine schlanke Silhouette schob sich über den Liegestuhl des Himmelsmagiers, kurz darauf tauchte eine rothaarige Gestalt ab und stuppste mit der Nase in weiße, abstehende Haarstacheln, die viel weicher waren, als sie wirkten. Statt jedoch in irgendwelche Betatschungen abzuschweifen, die zu Lasten seiner Männlichkeit gegangen wären – selbst wenn es dunkel wurde, mitten auf der Terrasse? - glitt seine Hand zum Nacken des Älteren und legte sich dann auf seine Schulter, um ihn einmal zu umrunden und sich dann vor ihm aufzubauen, die Abendsonne im Rücken. Dämmriges Licht fiel auf ihn, seinen nur von einem gelben Tanktop verhüllten Oberkörper, welches leicht verrutschte, als er sich hinabbeugte und die Arme auf die Lehnen des Liegestuhls aufstützte. Seine Haare waren mit einem Lederband zu einem kleinen Pferdeschwanz gebunden und ein weiteres hielt einen hölzernen Anhänger um seinen Hals davon ab, auf den Boden zu fallen. Der alte Mann, bei dem er einige Zeit verbracht hatte, hatte ihn geschnitzt, als er seine ersten Lektionen bei ihm beendet hatte, seitdem trug er ihn manchmal, wenn es ihm passend erschien. Als er den Kopf schieflegte, glitzerten Soutas Ohrringe und er grinste leicht, obwohl er Seraphim recht nahe war, hatte er nichts Anzügliches im Sinn. Ausnahmsweise. Es war ihm einfach langweilig geworden, den ganzen Tag durch das Schiff zu streifen, hier und dort mit vielversprechenden Personen zu reden und einen großen Bogen um den Pool zu machen. Er hatte sich sogar ein bisschen in die Sonne gelegt, ziemlich lange sogar, eigentlich war er erst aufgestanden, als die Sonne untergegangen war, aber da er genug Sonnencreme aufgetragen hatte, war er nicht halb so krebsrot, wie man vielleicht erwartet hätte. Souta war kein Idiot, natürlich achtete er auf seinen Körper, und er war sowieso schon dunkelhäutig genug, dass ihm ein Sonnenbrand nur im Extremfall passierte. Und selbst wenn, hatte er ja jemanden, der das innerhalb von Sekunden kurieren konnte, non? “Sieht nicht so aus”, meinte er deshalb, um eben dieser Person erneut etwas Aufmerksamkeit zu schenken, und kratzte sich mit einer nackten Zehe am unter der etwa knielangen Hose freiliegendem Schienbein. Barfuß und luftig bekleidet, das war seine liebste Garderobe, deshalb waren seine Füße auch ständig dreckig. “Die haben da echten Sand aufgehäuft und eine Strandbar aufgebaut, ist das nicht cool? Und sie hatten so einen Drink aus einer halben Kokosnuss – ich hatte denke ich vier ... Aber keine Sorge, die waren alkoholfrei, ich bin im Dienst, ich weiß ... Schau mal!” Mit der Miene eines Fünfjährigen, welches einem Elternteil stolzerfüllt ein selbstgemaltes Bild zeigt, griff der Rothaarige nach hinten und hielt dem Dragonslayer vier bunte Cocktailschirmchen entgegen, je eines in einem Fingerzwischenraum, wackelte damit herum, als wäre es das Beeindruckendste, das er je gesehen hatte. “Eigentlich wollte ich dir einen mitnehmen, aber die sind echt lecker ... Willst du nicht eine Pause machen? Mir ist langweilig! Und übel ist mir auch kaum noch, ich gewöhne mich langsam an das Schaukeln, denke ich ...”

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 15:09

Es gab Momente, in denen man sich wirklich fragen musste, was genau der Dragonslayer eigentlich an dem Rothaarigen fand, das nicht in dessen gutem Aussehen verwurzelt war, sondern in seinem Charakter, wo er doch manchmal so wahnsinnig kindlich war. Sicherlich, wenn man nun auf Katzenbabys und Hundewelpen stand, die einen mit ihren großen, unschuldigen Augen anblickten und Kinder vergötterte, selbst wenn sie einem die Wohnung vollsauten, dann könnte man in dem Verhalten des Rothaarigen nichts schlechtes erkennen, aber eigentlich war Seraphim eher der Typ, der einen Wutanfall bekam, sollte so etwas vorfallen. Souta hatte es einmal sogar fertig gebracht, mit einem Baby im Arm bei ihm aufzukreuzen, das wohl wirklich Glück gehabt hatte, dass es eben der Kettenmagier gewesen war, der es angeschleppt hatte. Die Abneigung des Weißhaarigen wurzelte auf gleich mehreren Tatsachen: Zum einen spielte ein wenig Neid mit hinein, weil es den kleinen Bratzen so gut ging und sie alle umsorgten, während er sich nicht einmal an seine Eltern erinnern konnte, zum anderen personifizierten sie wohl eine ständige Angst, die er aufgrund seines Lieblingshobbys verspürte: Was wohl passieren würde, wenn eines Morgens eine Frau mit Kind an seiner Schwelle stehen würde und behauptete, das Kind sei seines? Gäbe es keine Möglichkeit, solchen Scherereien aus dem Weg zu gehen, wäre er wahrscheinlich schon Großpapa... oder wäre komplett auf Männer umgestiegen. Was aber war es nur, das ihn zwar leicht genervt aufblicken, aber dann lächeln, ihn die Pläne zur Seite legen und die Hand nach dem Holzanhänger an seiner Kette ausstrecken ließ, die über ihm in der Luft baumelte? Es war wirklich relativ wenig passiert, wenn die beiden doch eigentlich vor Piratenangriffen gewarnt worden waren und nur deswegen die freie Fahrt genießen durften. Die Kapitänin des Schiffes war übrigens zwischendurch noch einmal bei Seraphim aufgekreuzt, der sie ein wenig geärgert hatte, indem er die Pläne einfach mit einer Hand hochhob und sie somit ihrem Einflussbereich entzog, bevor er ihr mitteilte, dass es sowieso nur zu ihrem Besten sei und er sie ihr schon heil zurückgeben würde, wenn er sein Studium beendet hatte. Nach knapp einer halben Stunde des Zeterns, war sie dann doch noch abgezogen. Das, was Souta da erzählte, hörte sich wirklich nicht schlecht an, auch wenn es nicht ganz seinen Präferenzen entsprach. Er musste darüber lächeln, dass Souta es natürlich nicht geschafft hatte, ihm einen Drink zu besorgen, ohne ihn auf halbem Wege selbst zu trinken und fragte sich im nächsten Moment, was wohl passieren würde, wenn Souta sich betrank. Man sagte ja, dass Betrunkene nicht logen und generell offener waren... und es wäre gelogen, wenn er behauptete, er habe diesen Effekt bei anderen Menschen nicht schon dann und wann ausgenutzt. Die Hemmschwelle für alles mögliche sank meistens ins Bodenlose ab - und Souta war da ja generell schnell. "Soso, dir ist also langweilig...", schnurrte er und zog leicht an der Kette um seinen Hals (Mit einer Krawatte würde das besser gehen. *Memo an mich, Souta mal ne Krawatte anziehen!*), wobei er die Schirmchen nur mit einem kurzen Blick beehrt hatte. Er selbst fand solchen Krempel nicht ganz so faszinierend wie Souta, den er dafür umso anziehender fand. Das rote Licht der untergehenden Sonne harmonierte nämlich geradezu göttlich mit seinen Haaren, die leicht in der Meeresbrise wehten. "Was würdest du denn gerne tun?" Das war wohl die obligatorische Frage, denn was er selbst gerne machen wollen würde, war ganz klar und dem Einauge sicherlich auch zur Genüge bekannt. Es mochte jedoch sein, dass er etwas dagegen einzuwenden hatte, also sollte er sich besser noch einmal vergewissern. Seinetwegen hätte er ihn auch auf den Schoß genommen und sich an ihn gekuschelt, aber auch hier musste er sich fragen, ob er das gutheißen würde. Wie albern er sich vorkam, zu fragen, was jemand anderes wollte, wo er selbst doch sonst immer einfach seine Wünsche durchsetzte... vielleicht wurde er einfach weich.

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Souta
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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 15:18

“Na ja...”
Man konnte wohl viele Dinge über Itasa Soutanobu sagen, bedingt durch Geschlecht, Alter und Bekanntschaftsgrad zu ihm. Die einen hielten ihn für einen gewieften Magier mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, andere waren der Meinung, dass er bestenfalls durchschnittlich intelligent war, da er ja bekanntermaßen zu kindischen Anwandlungen neigte. Das Problem: Natürlich hingen geistige Leistungskraft und Lebensfreude nicht zusammen. Souta war klug, vielleicht eher clever, denn das Fachwissen, welches ihm fehlte, machte er durch das Wissen um die Drehpunkte des Alltags wieder wett. Es glichen sich dementsprechend nur wenige Aussagen, die über das Rothaar getroffen wurden, wirklich einheitlich, doch man musste sagen, dass es zumindest einen Fakt gab, der unumstößlich war: Souta konnte sich nicht festlegen. Sei es auf personalem Level, da er sich immernochnicht entscheiden konnte, ob er eine Affäre beginnen oder seine Gefühle für das Weißhaar erkunden wollte (was problematisch war, denn sobald er Seraphim auf dieselbe Stufe wie seine Liebschaften stellte hatten sie zwar mehr Spaß, aber auch unweigerlich ein temporäres Ultimatum), auf lebensgestalterischem (er hatte keine Wohnung) oder einfach was die Präferenz für seine Freizeit anbelangte. Für ihn war es schon ein großer Schritt gewesen, sich zumindest darauf zu fixieren, den Rest des Abends mit Seraphim zu verbringen, wo es doch sicher viele hübsche Bikiniträgerinnen gegeben hätte, die potentiell ebenso toll gewesen wären, da war es fast schon zuviel verlangt, ihm jetzt auch noch diese Wahl aufzubürden, immerhin war er brav hergekommen und ließ sich an seinem Lederband herumziehen, wodurch er dem sonst so dominantem Himmelsmagier schon wieder viel zu nahe war. Da gab es wohl einfach keinen Ausweg: Souta und Seraphim wirkten wie extrem starke, unterschiedlich gepolte (buchstäblich) Magnete, doch leider hatten sie die Angewohnheit, sich gegenseitig unfreiwillig so sehr anzuziehen, dass sie auf mysteriöse Weise immer wieder aneinander heften blieben und nur ein Brecheisen den Einen vom Anderen losbringen konnte. Souta hatte sich fest darauf verlassen, dass sein Schutzengelchen alles in die Hand nehmen würde, sobald er announcierte, dass ihm öde war, ihn vielleicht metaphorisch auf Händen tragend zum Spannungszentrum des Schiffes gebracht hätte oder so. Zwar war er grundsätzlich auf den Erhalt einer überlegenen Stellung bedacht, doch der Unterschied war, dass er einfach cooler war als alle anderen und sich deshalb nicht bemühen brauchte, um dies immer wieder klarzustellen. Souta war der König der Welt, er konnte tun, was er wollte, und war am Ende noch genauso dominant. In manchen Situationen war es gar nicht so schlecht, wenn man die Verantwortung abgeben konnte, deshalb war er ja auch so ungern Questleiter, aber niemand hörte auf ihn, er war erfahren und stark, da musste er auch diese Tätigkeit ausüben ... Bla bla bla ...
“Ich weiß nicht so recht ...”, murmelte der Rothaarige also und griff nach den Händen des Weißhaares, um sie lustlos hochzuziehen (als wäre er nicht stark genug ihn aus dem Stuhl zu reißen, aber man wollte das ja nicht schon wieder unter blasse Nasen reiben) und hippelte etwas herum, damit Seraphim sah, dass es ihm vollkommen ernst war. “Wolltest du dir gestern nicht den Sonnenuntergang ansehen? Wir könnten doch irgendwo hochgehen, wo uns keiner sieht und das nachholen ... Wenn uns sonst nichts einfällt.” Die Betonung lag hierbei auf “uns”, denn er war zwar auch bereit, zu Gunsten seiner Langeweile eine Abendnummer auf einem höheren Dach zu schieben, aber das bedeutete ja nicht, dass er nicht irgendwelche anderen, tollen Vorschläge angenommen hätte, die ihm viel lieber wären. Nichts gegen Seraphim, aber eigentlich mochte er es zu sitzen.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   So 16 Nov 2014 - 15:44

"Nach oben gehen?", der Weißhaarige war aufgestanden und hielt die Hände des Einäugigen noch immer in den seinen, während er langsam, in beinahe schwankenden Schritten, zur Reling zurück trat, wobei er seinen Gildenkameraden mit sich zog. Die Pläne, die sie so mühsam aus der Garderobe der Kapitänin entführt hatten, waren als unwichtig auf dem Liegestuhl zurückgelassen worden, als sich die Abendsonne in den ansonsten reinweißen Haaren des jungen Mannes fing und ihnen einen leichten orangenen Touch gab. Natürlich waren sie damit immer noch blasser als die feurige Mähne des Einäugigen, so wie seine ganze Haut deutlich heller war, aber man konnte dennoch fast den Eindruck bekommen, der Himmel spende ihm ein wenig Farbe. Seraphim hatte Souta gefragt, was er tun wollte, weil er in letzter Zeit einfach viel zu viel Rücksicht auf ihn nahm, was seiner Meinung nach eine Tendenz war, die nicht einreißen sollte. Normalerweise nahm er sich einfach, was er wollte und wenn er mehr Eier in der Hose hätte, würde er den Rothaarigen eben auf eines der Dächer schleppen und ihn mit diesem bekannt machen, auf wahrscheinlich nicht allzu sanfte Art und Weise, aber irgendwie hatte er ganz untypischerweise große Freude daran, ihn zu sich zu ziehen und seine Stirn an die seine zu legen, ihm eine Sekunde tief ins Auge zu sehen und dann einen Kuss auf seine Lippen zu drücken, ehe er sich im ihm drehte, seinen schmalen Körper eine Pirouette vollführen ließ, sodass sie beide schließlich aufs Meer hinaus blickten. Er wusste zwar, dass Souta nicht besonders viel mit Wasser anzufangen wusste, es sogar hasste, aber der Ausblick, der sich ihnen nun bot, war einfach viel zu schön, als dass man ihn einfach so verstreichen lassen sollte. Auch wenn er vieles schnell zu kitschig fand, so hatte er sich schon immer natürlichen Phänomenen einfach nicht entziehen können, wenn sie hübsch anzusehen waren, was in diesem Falle eindeutig zutrag: Das tagsüber als blau erscheinende Meer war in sattes Orangerot getaucht worden und schien an der Wasseroberfläche zu glitzern, im Hintergrund eine tief stehende, ebenso rote Sonne, die ihren letzten Strahlen besonders viel Effekt mitzugeben scheinen wollte, ehe sie für die Nacht in Schlummer fiel und erst am nächsten Tag wieder Licht spenden würde, dessen Blauanteil aber deutlich höher sein würde. Sanft schlang er die Arme um Soutas Taille und legte sein Kinn auf seine Schulter, schmiegte die Wange an seinen Kopf und drückte ihn damit unweigerlich gegen sich selbst. Es war immer wieder von neuem faszinierend, wie überdeutlich er den Geruch des jungen Mannes wahrnahm, eigentlich immer, wenn er in seiner Nähe war, verspürte er das dringende Bedürfnis, der Quelle dieses Aromas näher zu kommen, die sonnengebräunte Haut zu küssen, in deren Eigengeruch sich Rückstände von Sonnencreme und langer Sonnenaussetzung fanden und seine Körperwärme zu fühlen, wie sie seine Vorderseite bestrahlte. Auch wenn er sonst nicht unbedingt als verkuschelt zu bezeichnen war (es sei denn man kraulte seinen Kopf, aber das war eine andere Geschichte und eher im Bereich des Unterbewussten), gefiel ihm die Nähe zu Souta beinahe zu gut. Pathetisch war das, wenn man darüber nachdachte. "Sieht so doch eigentlich hübsch aus, Souta-chan~", hauchte er über den Nacken des Rothaarigen und pustete danach leicht glucksend eine der Strähnen aus diesem. "Eigentlich finde ich so etwas ja zu kitschig. Du weißt schon, sich zusammen Sonnenuntergänge angucken, Händchenhalten und so ein Zeug, aber... es ist schön. Irgendwie." An dieser Stelle war er froh, dass er hinter ihm stand und die Abendsonne seine Haut eh schon dunkler machte, als sie war, sodass man den leichten roten Schimmer nicht sehen konnte, den er dafür aber umso heftiger auf seinen Wangen fühlen konnte. Sie schienen um einige Grad wärmer geworden zu sein, sodass selbst die kühle Meeresluft sie nicht abzukühlen vermochte. "Weißt du, meine... Bekanntschaften... sind im Allgemeinen so oberflächlich, dass sie nur für den Moment existieren können. Ich treffe jemanden, finde ihn oder sie ansehnlich und... und am nächsten Morgen bin ich wieder weg. Das kennst du ja, nehme ich an." Er lächelte und fragte sich noch im selben Moment, was zur Hölle ihn nur ritt, dass er gerade begann, mit Souta über so etwas zu reden, das war... nicht gut. Aber dennoch schien es ihm so wichtig, dass er nicht aufhörte, sondern sich zum Weiterreden zwang, mit leicht zitternder Stimme. Es hatte etwas von Beichten, wenn auch nicht in einem abgeschlossenen und einigermaßen diskreten Stuhl, sondern gefühlt auf einer großen, hell erleuchteten Bühne - und zwar splitterfasernackt. Dabei konnte Souta ihn ja nicht einmal sehen, wobei er sich dann wohl auch noch mit Neonschildern beworben vorkommen würde. "Es ist ja nicht mal so, als würde ich mit wirklich niemandem danach Kontakt halten, ich treffe mich ja sogar ab und zu mit dem einen oder der anderen, aber diese Leute sind mir so... egal. Es wäre mir egal, würden sie sterben und wenn sie ihren Unterhaltungswert für mich überlebt haben, habe ich kein Problem damit, sie einfach aufzugeben." Er konnte sich kaum daran erinnern, dass es jemals so schwer gewesen war, diese Dinge zu formulieren, obwohl das nichts war, wofür er sich schämen musste. Deswegen hatte er es auch untertrieben, erwähnte nichts davon, dass er sich in Oshibana Town ein kleines Harem zusammen gesammelt hatte, dessen Mitgliedern er manchmal Spontanbesuche abstattete, wenn er Lust dazu hatte. Es kam ihm irgendwie falsch vor, das dem Anderen unter die Nase zu reiben. "Aber... bei dir ist das so anders. Ich verliere normalerweise mein Interesse an einem Menschen, wenn ich bekommen habe, was ich will, aber..." Seine Lippen drückten sich sanft gegen Soutas Ohrmuschel bevor er hinein hauchte: "Aber ich will dich immer noch." Schnell hüpfte seine Tonlage wieder etwas mehr in die Höhe und er kicherte sachte. "Albern, oder? Um aber zum eigentlichen Thema zu kommen...", er hatte für heute eindeutig zu viel gesagt, das musste nicht noch schlimmer werden. Er wollte ihm nämlich eigentlich vorschlagen, ihm etwas schönes zu zeigen, was er wahrscheinlich noch nie in seinem Leben getan hatte. Seraphim konnte, wie schon einige Magier erlebt hatten, fliegen... und er würde Souta gerne vorführen, wie schön es sich anfühlte, durch die Lüfte zu gleiten. Das war sicherlich etwas, mit dem man ihn unterhalten konnte. Also musste er das nur... "Ich glaube, ich lie- ich meine. Ich habe mich gefragt, was du eigentlich von Vögeln hältst. Eh. Den Möwen da oben." Hätte er eine Hand frei gehabt und säße in einem Raum ohne den Anderen, so hätte er sich nun wahrscheinlich selbst verdroschen, wenn man mal bedachte, was sein Gehirn ihm im Stakkato beinahe angetan hätte. Wie konnte er nur fast... er konnte ihm doch nicht einfach seine Liebe gestehen oder so etwas! Am Ende ekelte er sich vor ihm und verschwand, das wäre das schlimmste, was man ihm nur antun könnte.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 17 Nov 2014 - 17:02

Soutas Nacken knackte, als er den Kopf zur Seite wandte, weil er das auf eine etwas rabiate Art tat, die zwar nicht zur entspannenden Situation passte, aber dafür umso besser zu seinem plötzlich doppelt so schnell schlagendem Herzschlag. Die Brust des Rothaarigen zog sich zusammen und entspannte sich ruckartig, als wäre er kurz davor, an einem Stück Nahrung zu ersticken, welches sich in seine Luftröhre gepresst hatte. Zischend zog er die Luft ein, roch innerhalb einer Sekunde sowohl Seraphim als auch See und starrte mit großem, grünen Auge zu dem Älteren. Was? Bitte was? Für einige stockende Atemzüge war Souta ein Reh vor urplötzlich aufflammenden Scheinwerfern, das sich einer viel zu großen Gefahr gegenübersah, und er braucht eine Weile, um wieder zu der Ruhe zurückzufinden, die er Sekunden zuvor in sich selbst ausgegraben hatte. Da waren sie gestanden, so schnell, dass sich der Kettenmagier noch über die frischgeküssten Lippen leckte, als er auch schon die Brust des Anderen hinter sich spürte und dessen Arme um seine Mitte geschlungen waren. Ein heißer Schauer jagte seine Wirbelsäule hinab, als ihm bewusst wurde, wie unglaublich nahe sie schon wieder waren, wie eng aneinander gedrückt. Dabei war es nicht einmal diese Tatsache, die ihn für einen Augenblick irritierte ... Sie blieben so. Seraphins Hände tauchten nicht ab, er versuchte nicht, ihn zu belästigen, sondern drückte ihn einfach an sich und lenkte seinen Blick auf den Sonnenuntergang, der sich flammend in seinem Auge spiegelte, auf das Meer, welches in sanften Wogen dahinglitt und seinen Magen sich drehen ließ, weswegen er unwillkürlich zurückweichen wollte, aber von einem breiteren Oberkörper aufgehalten wurde. Nach einer Schrecksekunde, in der ihm bewusst wurde, dass er nirgendwohin konnte, ließ er sich fallen und übergab sein Gewicht zumindest halbwegs dem Weißhaar. Er war ein Überlebenskünster: Sich an neue Situationen zu gewöhnen war seine leichteste Übung, so beklemmend vertraut sie auch sein mochten. Da er nur ein klein bisschen größer als sein bester Freund war, rieben ihre Wangen aneinander – er konnte den Knochen darunter spüren und schluckte, versteifte sich aber nicht. Eigentlich ... war das doch okay, oder? Er war ein verkuschelter Mensch, Seraphim schenkte ihm seine vollste Aufmerksamkeit, alles war in Ordnung. Sogar die Stimme, die in seinem Nacken schnarrte und ihn mit dem altbekannten Kosenamen neckte war vollkommen gewöhnlich – Spott und Seraphim ergänzten sich einfach prima, das hatte er schon lange bemerkt. Außerdem, wie wahrscheinlich war es, dass jemand im Halbdunkel hinaufschaute und ihn als Mann erkannte? Seine Figur war zugegeben nicht das Maskulinste, was Fiore zu bieten hatte, er war eher lang und schlank, niemand würde ihn sehen oder verurteilen. Da es also immer attraktiver wurde, den Moment zu genießen, tat er eben dies, indem er nach den verschränkten Händen des Älteren griff und sich in den Fingerzwischenräumen einfand, um sie ein bisschen auf sich selbst herumzubewegen (er hatte einen Bewegungsdrang und konnte allgemein nicht lange stillstehen, vielleicht hatte der Himmelsmagier das ja vergessen?). Genau in diesem Moment erzählte der Andere etwas von Kitsch und Händchenhalten, was ihn beinahe ertappt zusammenfahren ließ, wäre er nicht zu stolz, um das zuzugeben. Stattdessen legte er sich eine kecke Erwiderung zurecht, welche seinen absolut nicht schwulen Standpunkt verteidigen würde, doch der Dragonslayer kam ihm zuvor. Es war schön? Wann hatte er jemals so herumgedruckst? War es nicht so, dass er sich alle Worte immer perfekt zurechtlegte? Bedeutete das nun, dass er ... ehrlich war? Sich das, was er sagte, gerade aus dem Stehgreif saugte? Souta lauschte stumm, konnte jedoch nicht umhin, ihm ein winziges Bisschen zuzustimmen. Ja, der Sonnenuntergang war hübsch, und ja, es war sehr schön, mit jemanden zu knuddeln und kleine Zuneigungsbekundungen auszutauschen, das musste nicht einmal unbedingt Seraphim sein. Allerdings schien dieser nun nicht mehr weiter auf dieses Thema zurückgreifen zu wollen, sondern erzählte ihm stattdessen etwas von seinen Bettgeschichten. Das passte schon eher zu ihm, und zerstörte zum Glück jegliche Romantik, die sich in dieser ohnehin schon viel zu peinlichen Szene aufgebaut hatte. Sich zusammen den Sonnenuntergang anzusehen und darauf in der Essenz “Ich vögele mich übrigens gerne durch die Welt und schieße meine Liebschaften ab” zu erzählen, war beruhigend freundschaftlich, weswegen er auch weitermachte, mit den blassen Händen herumzupatschen. Das Thema war nicht schlecht, sie hatten es nur noch nie angesprochen, und solange es sich um Frauen handelte, hatte der Rothaarige auch nichts dagegen, Erfahrungen auszutauschen, selbst wenn es etwas seltsam war, sich vorzustellen, dass der Weißhaarige das, was er mit IHM tat, bei anderen vielleicht auch machte. Es ziepte leicht in seiner Brustgegend, aber das konnte man gut ignorieren. Vor allem war es sowieso Balsam für seine Seele zu erfahren, dass all diese Leute Seraphim nichts bedeuteten. Natürlich schoss er jeden ab, mit dem er schlief, das war doch nichts Neues, oder? Nicht eine Sekunde lang zweifelte Souta daran, dass nun irgendetwas kommen würde, er war nicht dumm und stand nahe genug an seinem besten Freund, um dessen Anspannung zu bemerken, das Zittern in seiner Stimme. Der Kettenmagier hielt inne und lauschte, die Ohren gespitzt, als könnte er plötzlich schwerhörig werden, wenn er nicht darauf achtete. Obwohl er wusste, was kam, weil er es schon einmal auf einem Sofa gehört hatte, anders formuliert, aber denselben Sinn ausdrückend, galloppierte sein Herz plötzlich seine Kehle hinauf und verprügelte seinem Adamsapfel. Ein leises Jappsen kam aus seiner Kehle, die sich schmerzhaft zusammenzog, und er hatte das Gefühl, sich innerhalb eines Momentes brutal zusammenfalten, um im nächsten an allen Seiten auseinandergezogen zu werden, anzuschwellen wie ein Ballon, und dann zu platzen. Albern? Wenn das albern war, dann trug er gerade ein Clownskostüm, weil er nämlich an dermaßen unmännlicher Atemnot litt, dass er sich unwillkürlich über die Brust strich. Was ... Egal. Vielleicht hatte er das nur gesagt, um sich über sein Zittern lustig zu machen. Vielleicht wollte er nur ...
Und in diesem Moment knackte sein Nacken, er rotierte einmal um die eigene Achse und stieß dabei gegen den Reling. Der akrobatischte Mensch auf diesem Schiff verlor für einen Augenblick das Gleichgewicht und stützte sich am Geländer, weil seine Knie sich in Pudding verwandelt hatten, er starrte Seraphim an, weil er geglaubt hatte, dass er etwas gehört hatte, etwas, was sämtliche Fluchtinstinkte aktivierte, die sein Körper besaß. Ironischerweise war er aber einfach festgefroren und schwach geworden, hoffentlich führte der Weißhaarige das auf einen spontanen Übelkeitsanfall zurück. Er würde das einfach übergehen, denn er hatte sicher NICHT gehört, was er dachte, er hatte sich sicher NICHT verbessert, sondern wahrscheinlich einfach irgendetwas sagen wollen, was so einfach besser klang. Vögeln? Vögeln. Nein. Vögel. Fliegende Viecher. Die waren toll. Er musste nur ... Ja, genau. Überheblich lächeln und abwinken, das war Souta, das war ein Kerl. Deshalb tat er das jetzt, obwohl er sich etwas gepresst fühlte. “Natürlich willst du mich immernoch”, stellte er erst einmal klar, als wäre daran überhaupt nichts Komisches, sondern als wäre das genauso klar wie die Gravitation. Dass er unattaktiv war, war genauso unwahrscheinlich wie dass Wasser bergauf floss. Also bitte. “Ich mag Vögel. Ich denke, sie sind ziemlich unabhängig ... Und ... Frei. Wieso?” Eigentlich wollte er viel mehr sagen, vor allem, was Seraphims vorherige Aussagen betraf, und dass er den schwulsten Moment des Tages eigentlich besprochen gehabt hätte, weil es da vielleicht Dinge gab, die sie klären sollten, doch er schwieg nur und legte den Kopf in die Schulterbeuge des Gegenübers, strich langsam dessen Rücken entlang und verdrängte all die Sachen, die ihm Angst machten, was ironischerweise an der Seite ihrer Quelle am besten funktionierte. “Möchtest du mir eine Möwe braten?”, riet er ins Blaue hinein, den blassen Hals betrachtend, der viel besser war als jedes Meer der Welt. “Oder ... versuchst du gerade, mich zu irgendetwas zu überreden? Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinauswillst ... Ich trage keinen Federschmuck bei was-auch-immer ...”

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 17 Nov 2014 - 17:56

Es war beruhigend, dass Souta und er so schnell auf Themen kommen konnten, die weit weniger verfänglich waren als das, was sein dummes Gehirn ihm beinahe gerade zum Verhängnis hatte werden lassen. Sicherlich wäre es für die meisten nicht alltäglicher, sich über den körperlichen Aspekt der Liebe (auch wenn diese ja vernachlässigbar war) auszutauschen, aber in dieser Hinsicht hatte er wenigstens keine falsche Scham. So musste er schmunzeln, als Souta vermutete, er wolle ihn zu irgendeiner seltsamen Spielart von irgendetwas überreden, in der wohl Federn eine Rolle spielte. Er wusste selbst sehr gut, dass er durchaus zu manchen etwas abseits der Norm liegenden Vorlieben neigte, aber diese gehörte wahrlich nicht dazu. Etwas anderes wäre zum Beispiel... "Nein... doch keinen Federschmuck." Er schüttelte leicht den Kopf, als wäre das vollkommen abwegig, nur um ihn danach spontan scheel von der Seite anzugucken. "Wie wär's stattdessen mit Katzenohren?" Eine Sekunde ließ er die Frage in der Luft hängen, ehe er sie mit einer Handgeste wegwischte und mit einem breiten Grinsen als unwichtig abtat. Tatsächlich hätte er dafür schon mehr übrig... wobei man Souta sicherlich in mehrere Richtungen verändern könnte, nicht nur auf der niedlichen Schiene. "Ich könnte dir alternativ auch die Augen verbinden, dir ein Halsband umlegen und deine Hände ans Bett fesseln, hm?" Das Grinsen hatte sich nicht verändert, auch wenn die Tonlage dieses Satzes keine Zweifel daran lassen sollte, dass er das nur als Witz meinte. Über so etwas sollte er sowieso erst einmal nicht nachdenken, wo er ihm doch etwas zeigen wollte... wobei es sich natürlich anbot, ihn im direkten Anschluss daran auf eines der Dächer zu entführen. Dort konnte er vielleicht wieder solche Gedankengänge verfolgen, wo es doch schließlich sogar unwahrscheinlich war, dass sie beobachtet wurden. Er selbst hatte zwar eher weniger gegen öffentliches Zurschaustellen solcher Handlungen, aber er war sich sicher, dass Souta etwas dagegen hatte, vor den Augen Anderer mit ihm... nein. Darüber konnte man vielleicht mal reden, wenn andere Fragen geklärt waren, die er von sich aus wahrscheinlich niemals klären konnte, weil er ein zu großer Feigling war. Also verschoben sie es ins Nirvana, auch in Ordnung. "Eigentlich wollte ich dir etwas zeigen, Souta-chan. Mach das Äuglein zu." Das war wahrscheinlich ein Test für das Vertrauen des Rothaarigen, denn immerhin konnte er selbst sich hundert sicherere Dinge vorstellen, als gerade vor ihm die Augen zu schließen, während er ihm so nah war. Er hatte solche Situationen durchaus schon einmal zu seinem Vorteil ausgenutzt, zumal es auch etwas reizendes hatte, wenn der anderen Person einfach das Augenlicht verwehrt wurde. Meistens waren sie dann nämlich erst einmal haltlos überfordert, was wiederum ganz besonders nett war. Bei Souta hatte er in dieser Hinsicht allerdings die Sorge, dass allzu viel Überforderung gar nicht gut sei, weil er ihm flüchtig wie einer der Vögel erschien, die dort oben am Himmel ihre Kreise drehten. "Sag mal... wirst du eigentlich wieder einfach so verschwinden, wenn ich dich aus den Augen lasse?" Er hatte diese Diskussion eigentlich beenden wollen, doch der Gedanke sprang ihm in den Kopf, ohne dass er etwas dagegen hätte unternehmen können. Der Kopf des Weißhaarigen hatte sich eine Nuance gesenkt, sodass er nun Soutas Kettenanhänger anstatt seines Gesichts musterte, bevor ihm klar wurde, dass er schon wieder von seinem Plan abwich und das mit einem "Vergiss es, das führt uns gerade auch nicht weiter." auch klar stellte, ehe er Souta mit beiden Armen umschloss und die Hände hinter seinem Rücken verschränkte. Schließlich ging er leicht in die Knie und stieß sich anfangs mit einem kleinen Manaschub ab, um Souta aus der Aufwärtsbewegung hochzuwerfen und ihn so aufzufangen, dass er wieder von ihm selbst wegblickte, ehe er in Richtung Himmel davonsauste.

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 17 Nov 2014 - 21:38

Kaum hatte Seraphim seinen Wunsch geäußert, er möge doch sein Auge schließen, senkte sich das Lid des Rothaarigen auch schon und hinterließ ihn in absoluter Dunkelheit. Seine Gedanken waren bunt genug, vermischten unterschiedliche Vorstellungen: Er in Katzenohren? Sähe das nicht dumm aus? Und was wäre daran so erotisierend? Bisher hatte Souta ja gedacht, dass sein Schutzengel einen guten Geschmack hatte, immerhin stand er ja auch auf ihn selbst, doch das ließ ihn ernsthaft daran zweifeln. Eigentlich sollte er dem Älteren ja schon so genügen, wie er war ... Wahrscheinlich war das einfach nur ein weiterer Weg, um ihn zu verwirren und ihm die Schamesröte ins Gesicht zu treiben, doch das funktionierte nicht, da er sich allgemein nicht genierte, über solche Dinge zu sprechen und der Witz der Sache ziemlich deutlich wurde, als er etwas von Fesseln und Augenbinden hörte. Natürlich, das wäre sicherlich toll, am besten man schnallte einen hyperschmerzempfindlichen Typen irgendwohin, wo er sich potenziell verletzen konnte und fiel dann über ihn her, dass Seraphim daran vermutlich keinen Spaß haben würde, war wohl klar, zu dieser speziellen Sache gehörten ja immer zwei, das war der große Vorteil daran, aber eben auch der große Nachteil. Armes Weißhaar also, dass er stärker war und sich eher nicht irgendwo festbinden ließ, wo er Freiheit doch viel zu lieb hatte. Dennoch war es ein sehr erheiterndes Bild, das sich so vor seinen geschlossenen/blinden Augen formierte und er lauschte für einen Moment nur auf den Atem vor ihm, das Rauschen des Wassers und das Säuseln des Windes. Obwohl er völlig ausgeliefert dastand und leicht fröstelte, zweifelte er keinen Moment daran, dass ihm Leid geschehen würde. Vielleicht liebte er Seraphim nicht, aber Vertrauen war eine ganz andere Sache. Das hatte er in den Älteren, soviel, dass er sich manchmal vor sich selbst fürchtete: Er ließ ihn an Stellen, die er nicht einmal selbst an sich anfassen wollte, da konnte er sich auch mit geschlossenem Auge vor ihn stellen und abwarten, was wohl passieren würde. Würde er ihn küssen? Hatte er etwas zu essen dabei? Was es auch war, der von Natur aus neugierige Kettenmagier hätte fast geschummelt, während er leicht hibbelig wartete, ungeduldig, wie er nun einmal war. Als sich die Stimme des Himmelsmagiers wieder erhob, ruckte er den Kopf in seine Richtung, deutlich sanfter als zuvor, und lauschte angestrengt. Fast augenblicklich durchströmte ihn ein schlechtes Gewissen. Natürlich ... Er war einfach abgehauen, nachdem er gesagt hatte, dass er das nie wieder tun würde. Früher oder später musste das doch kommen, oder? Irgendwann würde er ihm erklären müssen, warum er verschwunden war, dass er einen Grund dafür gehabt hatte. Und dass er versucht hatte sich umzubringen, doch er hatte das Gefühl, dass Seraphim ihm das übel nehmen würde. Es vielleicht sogar so schlimm finden könnte, dass er sauer wurde und ihn verließ ... Und das wollte er nicht. Auf keinen Fall. Er hatte nicht viele Ziele in seinem Leben, aber er konnte sich nicht vorstellen, ihn daraus zu streichen, das würde einem Suizid viel näher kommen als das abermalige Aufschneiden seiner Pulsadern, auch wenn er das natürlich niemals zugeben würde. Weil Souta aber nicht wusste, wie er darauf reagieren sollte, traute er sich nicht, das Auge zu öffnen, um den Gesichtsausdruck seines Gegenübers nicht zu sehen, schob deshalb die Unterlippe unter seine Zähne und kaute darauf herum, unfähig, zu sprechen. Verdammt ...
Es dauerte ungefähr zehn Sekunden, in denen er einfach so herumstand und sich fragte, was zur Hölle er darauf nur antworten sollte, ehe das Thema auch schon wieder unter den Tisch gekehrt wurde und sich so plötzlich Arme um ihn schlossen, dass er leicht zusammenzuckte und fast sein Auge geöffnet hätte. Eine Umarmumg? Kam nun der Kuss? Oder ... Eigentlich war das zu fest. Und wieso bewegte er sich so nach unten, was passierte hier? Innerhalb weniger Atemzüge veränderte sich die Situation komplett. Souta spürte, wie er gegen den Körper des Anderen gedrückt wurde, doch dann befand er sich plötzlich im freien Fall. Irgendwie waren sie höher gekommen, als das normalerweise möglich sein sollte, das bemerkte er, als er entsetzt das Auge aufriss und bemerkte, dass der Boden sehr schnell sehr nahe kam. Reflexartig versuchte er sich irgendwie breit zu machen, nach einer Stelle zu suchen, an der er sich festhalten konnte, und schrie währenddessen so laut, dass seine Ohren vibrierten, weil er sich für einen kurzen Moment so sicher war, dass man gerade versucht hatte, ihn umzubringen, dass er noch etwa eine Sekunde weiterschrie, als er auch schon wieder gepackt wurde und sich statt nach unten, nach oben bewegte. Nur diesmal war sein Schrei nichts mehr, was Angst ausdrückte, sondern eher Verwunderung und dann – als er einen Blick nach oben warf und bemerkte, dass es Seraphim war, der irgendetwas getan hatte, womit er sich fast so bewegte als würde er ... Moment ... Er war der Himmels Dragonslayer, bedeutete das etwa wirklich, dass er ... ? „Oh Mann, du kannst fliegen?“, kreischte er entzückt dem vorbeizischendem Wind entgegen, denn es gab keine andere Erklärung dafür. Sein Schutzengel konnte also durch die Luft schweben, und er hatte ihn mitgenommen, um ihm das zu demonstrieren ... Pures Glück durchströmte den Körper des Rothaarigen, während er sich fragte, wie er jemals annehmen konnte, dass Magie etwas Lächerliches war. Er hatte doch keine Ahnung, dass man diese Dinge damit anstellen konnte! Wieso hatte er nie aufgepasst? „Ich will das Wasser anfassen! Wie hoch kannst du fliegen? Kannst du mich nochmal fallen lassen, diesmal höher? Ich möchte ...“ Er schlackerte mit den Armen, bis er sie unter Kontrolle hatte, griff nach den Wangen des Älteren und verrenkte sich, um ihn in einem Anfall von Euphorie stürmisch auf den Mund zu küssen, bis er Atem holen musste und sein Rücken schmerzte. Fliegen! Das war so cool!

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BeitragThema: Re: Yo ho und 'ne Buddel voll Rum   Mo 17 Nov 2014 - 21:51

Fliegen war tatsächlich etwas schönes, weswegen Cyrus auch lange daran gearbeitet hatte, seine Magie auf diese Weise nutzbar zu machen. Auch wenn fast jede Minute seiner Tage bis auf die letzte Sekunde durchgeplant war, sei es, weil er Theateraufführungen besuchte oder doch nur ein armes Seelchen, das er verschlingen konnte, war der Magier immer hart im Training. Natürlich nicht körperlich gesehen, denn eben jenes litt doch eher unter dem Aufwand, den er für seine Magie betrieb, indem er tagtäglich Sammel- und Konzentrationsübungen durchnahm, die Grandine ihm beigebracht hatte. Auch wenn die entspannte Art, seine Abende zu verbringen, sicherlich eher auf andere Tatsachen schließen ließe, so war er durchaus selbstdiszipliniert genug, all seine Lektionen zu lernen, auch ohne ständige Überwachung durch einen Lehrer... solange es nicht ums Heilen ging. Das wiederum stand nicht ganz so sehr in seinem Interesse, wie Angriffszauber oder auch Dinge, die ihn durch die Luft schweben oder hopsen ließen, da Heilzauber... nun ja. Sie waren ihm einfach zu sozial. Natürlich war es toll, wenn man andere Menschen heilen konnte, in seinem Falle, dass er Souta besser beschützen konnte, aber was genau brachten sie ihm denn sonst so? Der Flugzauber, den er geradezu von Grandine hatte erbetteln müssen, war etwas ganz anderes, weil er ihn näher zu den Wolken brachte, ihm den Wind durch die Haare rauschen ließ und ihm das Gefühl gab, vollkommen frei von irdenen Belangen zu sein. Der Dragonslayer flog für sein Leben gern, auch wenn es das Mana aus seinem Körper sog wie ein Kind den Milchshake aus seinem Glas, weil es etwas Besonderes war, ihn von den Anderen abhob, weil es einfach ein tolles, erleichterndes Gefühl war, über die Welt hinweg zu sausen. Davon abgesehen konnte man damit toll angeben und Eindruck schinden - auch wenn das gerade nicht sein Hauptziel war. Er musste sich vor Souta eigentlich nicht beweisen, weil sie beide wussten, dass der Rothaarige ihm körperlich überlegen war und ihm trotzdem seinen Willen ließ, bedeutete das nicht, dass diese ganzen Überlegenheitsdemonstrationen unnötig waren? Er tat das hier, weil er Souta eine Freude machen wollte und bemerkte, dass er ganz offensichtlich Erfolg dabei gehabt hatte, als er wie ein Kind losbrabbelte, wie sehr es ihm gefiel, was er gerne alles machen würde und allerspätestens auch in dem Moment, in dem er sich auf beinahe unmenschliche Art und Weise verbog und ihn küsste, so, dass er beinahe losgelassen hätte, obwohl Entspannung hier vollkommen fehl am Platz war. Es war eine komplizierte Angelegenheit, den Wind so um ihn zu lenken, dass er nicht vom Himmel stürzte und es verlangte ihm eine Menge Konzentration ab, sodass er Souta zwar nicht antwortete, aber ihn wortlos losließ, sodass er in die Tiefe stürzte, der glitzernden Meeresoberfläche entgegen. Eine Sekunde wartete er, bis er ihm hinterher jagte, ihm ungefähr zwei Meter vor dem Aufprall unter die Arme griff und scharf den Kurs wechselte, sodass die Beiden knapp über den Wellen dahin sausten, nah genug, dass man sie mit der Hand hätte berühren können. Nach ungefähr zwanzig Metern schraubte er sich jedoch wieder in die Höhe, stoppte abrupt und schleuderte den Rothaarigen damit erneut in die Luft, fing ihn kurz darauf auf und flog, einen mehrfachen Looping schlagend, nachdem ihm irgendwie fast selbst schlecht war, zurück zum Schiff, um dort sanft auf dem höchsten Dach zu landen, das er hatte finden können. Keine Fenster waren in der Nähe, da sie sich alle unter dieser Plattform befanden, das Dach war eigentlich nicht einmal zugänglich und würde somit auch eher nicht von Gästen frequentiert werden. Das hieß im Rückschluss, dass sie hier ganz allein sein würden... war er nicht ein Fuchs? "Hat dir das gefallen, Souta-chan?" Im Grunde genommen handelte es sich wohl um eine ganz einfache Frage, wäre da nicht der Unterton, der ohne Frage etwas lauerndes an sich hatte. Es war ein wenig so, als wäre die wahre Frage hinter den Worten eine ganz andere, die mit dem Umstand zu tun hatte, dass er ihm doch jetzt beinahe einen Gefallen schuldig war... zumindest war er dieser Meinung, weil sich ein Gefallen grundsätzlich gut anhörte.

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