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 Gildenhaus - Vor dem Questboard

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Emaru
Cheshire of Dusk
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BeitragThema: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:21

Questbeginn
Die Prinzessin auf der Reise

Nachdem er es drei Tage in Folge erfolgreich geschafft hatte, nachts Sterne zu beobachten und tagsüber seinen Eltern bei verschiedenen Arbeiten zu helfen, ohne ein Auge zuzumachen, gönnte sich Emaru ein entspanntes Nickerchen in seinem Gildenhaus. Dabei saß er auf einer Bank, von der aus er seinen Kopf gut auf dem Tisch vor sich abstützen konnte. Bisher hatte sich niemand zu ihm gesellt, und sicherlich würde das auch nicht geschehen, daher konnte er es sich leisten, ohne dass sein Ruf, sollte er einen haben, Schaden nehmen würde. Knapp eine Stunde hatte er so verbracht, als sich der dürre Körper träge erhob und ebenso träge in Richtung Questboard lief. Dabei hatte er sein Ziel noch nicht einmal im Kopf, er folgte bloß den Anweisungen, die eine gewisse Stimme, die ihn dort hinführte. Wenn du nicht wieder so fertig sein willst wie vorhin, musst du erst einmal von deinen Eltern weg. Sonst kriegst du keinen Moment der Ruhe, und das schlägt mir auf´s Gemüt. Also, schnapp dir eine Quest und schlaf die Nächte durch! Dieser inneren Aufforderung folgend, hatte der Magier kurz darauf einen Zettel in der Hand, den er bisher nicht einmal angesehen hatte, so wenig wie alle anderen Zettel und die Leute, die am Board gestanden hatten. Während er sich an die Seite des Questboardes schleppte, um sich abzustützen, ohne jemandem im Weg zu stehen, hielt er also die Questbeschreibung vor sich und begann mit zusammengekniffenen Augen, sie zu entziffern. Nach mehr Zeit, als dass jemand stolz darauf sein könnte, so müde er auch war, ließ er müde den Arm sinken und stöhnte auf. "Makogi? Das ist doch ewig weit weg", murmelte er, brachte den Zettel aber nicht zurück. Wenn er sich erst einmal eine Quest ausgesucht hatte, führte er sie auch durch. Alles andere war einfach stillos. Daher machte Emaru sich auf den Weg in Richtung Ausgang, um die Reise anzutreten, die die Quest erforderte, als er an dem - noch immer unbesetzten - Tisch vorbeikam, an dem er zuvor geschlafen hatte. Ein leiser Gähner entwich ihm, und da er wieder eine Welle der Müdigkeit über sich kommen spürte, setzte er sich noch einmal. Ohne, dass er es kontrollieren könnte, glitten seine Schultern nach hinten, sein Rücken stieß an den Tisch, und sein Kopf sank so, dass sein Kinn und seine Brust den größtmöglichen Abstand zueinander hatten. Der Griff seiner rechten Hand lockerte sich, während der Dargin immer mehr von seiner Verbindung zur Realität verlor und immer weiter in einer Traumwelt versank. Schon bald lag der Zettel auf dem Boden vor seinen Füßen, so dass jeder, der an dieser Stelle vorbeikommen würde, es einfach bemerken musste. Wie lang es wohl dauern würde, bis er wieder aufwachte...

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Amelia
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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:23

Das Wetter schien sich nicht entscheiden zu können, ob es bewölkt sein sollte oder ob die Sonne scheinen sollte. Immer mal wieder schafften es einige Sonnenstrahlen durch die graue Suppe, die sich Wolkendecke nannte. Die Farbe der Wolken verhieß einen Sturm, doch zogen sie so gemächlich daher, dass es noch einige Stunden, vielleicht sogar Tage, dauern würde, bis sich seine Wucht über Oshibana Town entladen würde. Auf dem Dach des Gildenhauses der Blue Pegasus konnte man eine Gestalt erblicken, die versuchte jeden einzelnen Sonnenstrahl mit ihrem Körper auf zu nehmen und in der Wärme zu dösen. Durch die Position, die die Gestalt angenommen hatte, konnte man nicht erkennen, ob es ein Mann oder eine Frau war, die es sich auf dem Dach bequem gemacht hatte, doch stach einem das silberne Haar, welches sich auf die dunklen Ziegeln schmiegte jedem Betrachter ins Auge. Dieses Haar gehörte Natascha Ase, kurz einfach Tascha, die gerade erst vor einigen Tagen der Gilde beigetreten ist, seitdem lag sie jeden Tag, der auch nur etwas Sonne versprach auf dem Dach und entspannte sich. Langsam gewöhnten sich sogar die Bürger Oshibanas an die Gestalt, die fast täglich auf dem Dach der Magiergilde lag. Wäre jemand in der Nähe gewesen, hätte er das Selbstgespräch, das Natascha in diesem Moment führte, sicher mitbekommen, doch da sich niemand sonst auf dem Dach befand, gingen die Worte ins Leere. „Wenn ich nicht bald eine Quest mache, kann ich mir nichts mehr zu essen kaufen. Wenn ich alleine eine der leichteren Quests mache, bekomme ich nicht genug Geld für eine Woche zusammen, aber wenn ich eine schwerere Quest nehme mit einer großen Belohnung, ist es wahrscheinlich, dass ich alleine scheitern werde. Ich brauche auf jeden Fall Hilfe, ich hoffe irgendwer ist frei und gewillt mit mir eine Quest zu machen.“ Noch während sie das sagte, rutschte sie zum Rand des Daches und schwang sich an der Kante nach unten. Eines der Drachenornamente am Gebäude gab Natascha guten Halt und sie konnte sich daran in Richtung Tür schwingen. Mit einem leisen Klatschen trafen Nataschas Füße auf dem Steinboden vor dem Gildengebäude auf. Langsam öffnete sie das Portal des Gebäudes und trat in die große, wenn auch düstere, Eingangshalle, mit einem ungerührten Blick sah sich das Mädchen im Inneren der Eingangshalle um und schritt in Richtung des Questboardes. Ganz nebenbei bemerkte sie einen Auftragszettel, der auf den Boden gefallen war, er musste dem schlafenden, weißhaarigen Jungen gehören, der an dem nächsten Tisch offensichtlich ein Nickerchen hielt. Sie nahm in in die Hand und las sich den Zettel durch. Das wäre mehr als Genug für ein paar Wochen. Eigentlich wollte sie ihn nicht wecken, aber sie wollte auch nicht, dass ihm jemand seine Quest wegschnappte, obwohl sie selbst sehr interessiert war, deshalb rüttelte sie ihn vorsichtig an der Schulter wach. „Entschuldigung, dass ich dich geweckt habe, aber du hast wohl diesen Auftrag fallen gelassen.“ Ganz ungeniert nahm sie vor dem Jungen nun platz. „Ich bin übrigens Natascha, du kannst mich aber Tascha nennen. Ich kam nicht umhin, den Zettel, der dir runter gefallen ist, zu lesen und da wollte ich fragen, ob ich vielleicht mitkommen könnte.“ Mit einem freundlichen Grinsen sah sie den jungen Mann, dessen goldene Augen ihr jetzt erst ins Auge fielen, an und erwartete eine Antwort.

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Zuletzt von Tascha am So 26 Okt 2014 - 19:38 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Emaru
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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:24

Emaru erwachte, als irgendjemand ihn an der Schulter berührte, kurz bevor diese ein wenig geschüttelt wurde. Verschlafen festigte er wieder den Griff seiner rechten Hand, ehe er merkte, dass die Questbeschreibung sich nicht mehr darin befand. Mit einem Mal saß er Kerzengerade da, und selbst mit seinem noch immer verschwommenen Blick konnte er erkennen, dass der Zettel nicht auf dem Boden lag. Daraufhin wandte er seinen Blick der Person zu, die sich zu ihm gesetzt hatte. Noch immer konnte er nur schemenhaft sehen, doch aufgrund der langen, silbernen Silhouette, die er als ihre Haare identifizierte, ging er davon aus, dass er ein Mädchen vor sich hatte. Erst an dieser Stelle fiel ihm auf, dass sie zu ihm gesprochen hatte, und wahrscheinlich eine Antwort erwartete. "Entschuldige bitte... was hast du eben gesagt? Ich bin noch etwas schläfrig, deshalb habe ich es nicht so richtig mitbekommen", rechtfertigte er sich freundlich, während er versuchte, seinen Blick so zu fokussieren, dass er wieder etwas sah. Langsam besserte sich die Sicht auch wieder, erkennbar war allerdings noch Nichts. Sie heißt Natascha, und sie will mit auf unsere Mission, erläuterte Shi innerhalb des Kopfes des Magiers. "Ah, ich verstehe", ließ Emaru ruhig hören, ohne zu wissen, ob ihm sein Gegenüber bereits geantwortet hatte. "Die Antwort ist ja. Es wäre mir eine Freude, diese Quest mit dir zusammen durchzuführen, Natascha." Nachdem er zweimal geblinzelt hatte, war die Sicht des Dargin auch wieder frei genug, um seine Gildenkameradin zu begutachten. Sie war schlank und nicht gerade klein, wenn auch nicht annähernd so groß wie er, und sah auch insgesamt recht hübsch aus. Bloß der blaue Schal, den sie trug, ruinierte das Bild für Emaru ein wenig, da er Schals einfach nicht leiden konnte. Im Gegensatz dazu gefielen ihm ihre langen, silbernen Haare wirklich gut, und ihren Kleidungsstil fand er so interessant wie stilvoll. Verglichen damit trug er ein wirklich grauenvolles Outfit: Über seinem weißen Hemd trug er eine schwarze Strickjacke, als Hose eine alte Jeans, an der ein Bein um etwa zwanzig Zentimeter aufgerissen war - daran, wie es geschehen war, erinnerte er sich nicht - und den linken Handschuh seines Vaters trug er ausnahmsweise Mal. Doch was konnte man nach drei Tagen ohne Schlaf groß erwarten? Apropos Handschuhe... Natascha trug ein paar davon, in schwarz. Optisch sehr ansprechend und eindeutig nicht stillos.
"Mein Name ist übrigens Emaru, und ich bin ein Adept der Finsternismagie", fügte er hinzu, um seiner Kameradin die nötigen Informationen für zukünftige Zusammenarbeit zu geben. Wie sollten sie schließlich kooperieren, wenn sie ihn nicht ansprechen konnte? Und die Magie zu benennen, ehe man sich mit jemandem auf den Weg machte, war einfach eine Frage der Ehre. Nicht, dass ihn Ehre interessieren würde, aber wenn man so unnötige Fragen vermied, war es das wohl wert. Nun war es jedoch an der Zeit, sich von dem Sitzmöbel zu erheben und einen ankommenden Gähner zu unterdrücken. Ein freundliches Lächeln erschien auf dem Gesicht des Jungen, als er sich zu Natascha drehte, und er begann, nachzudenken. Nach ein paar Sekunden ließ er seinem Mund wieder Worte entwischen: "Übrigens, ich glaube, ich sehe dich heute zum ersten Mal. Du musst neu in der Gilde sein, oder irre ich mich?" Ja, so sehr vertraute der Weißhaarige seinem Gedächtnis gerade noch. Auch wenn er nur mit den wenigsten Leuten hier je ein Wort gewechselt hatte und das Merken von Namen wirklich nicht seine Art war, so war ihm doch klar, dass er sich daran erinnern, hätte er diese Haare schon einmal gesehen, und auch das Stilbewusstsein, das nahe an das herankam, welches er üblich an den Tag legte, wäre unverkennbar. Wenn sie auch noch ein ruhiger Mensch war, würde diese Quest sich mit Sicherheit angenehm gestalten.

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Amelia
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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:25

Offensichtlich noch schlaftrunken begann der weißhaarige Magier zu reden, doch schien er gar nicht mitbekommen zu haben, was Natascha vor wenigen Augenblicken gesagt hatte. Der junge Magier war gerade erst aufgewacht, daher konnte ihm diese leichte Orientierungslosigkeit verziehen werden, doch nach einer kurzen Pause, während er ins Nichts blickte, antwortete er doch, wenn auch unverständlich. [color:c068=##0040FF]„Ah, ich verstehe“[/b] Mit dieser Antwort konnte Natascha jedoch nicht wirklich etwas anfangen, doch zu ihrem Glück setzte der Weißhaarige nochmals zu einer Antwort an, die dieses Mal in einer verständlichen Zusage endete. Nach einigen Sekunden des Schweigens, in denen Natascha von ihrem Gegenüber begutachtet wurde, wobei sie selbiges tat, stellte sich der junge Mann erst einmal richtig vor. Sein Name war Emaru und er hatte sich offensichtlich auf Finsternismagie spezialisiert. Noch ließ sie ihn in seinem Redefluss gewähren, doch bald würde sie sich nicht mehr zurückhalten können und ihr gern redendes Selbst zeigen müssen. Die nächste Frage Emarus überraschte Natascha kein bisschen, sie war die Neue, da musste sie mit der Frage nach ihrem Beitritt rechnen, deshalb hatte sie sogar schon eine Antwort parat, die sie, nachdem sie sich nun richtig in die Bank gelümmelt hatte, auch zum Besten gab. „Danke, dass ich mit kommen darf. Und du irrst dich nicht, ich bin erst vor ein paar Tagen in die Gilde eingetreten und kenne eigentlich noch niemanden. Ich hoffe trotzdem, dass wir gut zusammenarbeiten können, auch wenn ich ein Neuling bin, ich benutze übrigens Eisalchemiemagie, doch muss ich noch eine Menge lernen.“ Den Auftragszettel noch immer in der Hand fächelte sie sich etwas Luft damit zu und schien diese Kühlung zu genießen, während sie noch auf eine Reaktion ihres Gegenüber wartete. Doch nach nur wenigen Sekunden hielt sie es nicht mehr aus und fing wieder an zu reden. „Von mir aus könnten wir sofort losgehen, wenn du noch etwas weißt, was ich mitnehmen sollte, könnte ich es auf dem Weg in meinem Haus abholen, ich wohne in der richtigen Richtung.“ Kaum hatte sie geendet huschte ein kleiner Zweifel durch ihren Kopf, der sich zu ihrem Leidwesen bestimmt deutlich in ihrem Gesicht abgezeichnet hatte. Ich mach es schon wieder, ich rede und rede, ohne Punkt und Komma. Ich hoffe das stört ihn nicht. Niedergeschlagen von diesem Gedanken ließ sich Natascha wieder auf ihren Platz auf der Bank sinken und fummelte eines der Sandwiches, die sie sich Zuhause eingepackt hatte aus ihrer Tasche und biss herzhaft hinein, selbst wenn Emaru jetzt etwas gesagt hätte, hätte Natascha Schwierigkeiten gehabt etwas zu mitzubekommen. Sie brauchte jetzt einfach etwas zu essen, okay sie brauchte eigentlich immer etwas zu essen. Nachdem sie ihr kurzes Mahl beendet hatte und sich wieder auf ihr Gegenüber konzentrieren konnte, signalisierte sie ihre Bereitschaft, indem sie aufstand und sich nur noch auf der Lehne der Bank abstützte.

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Zuletzt von Tascha am So 26 Okt 2014 - 19:39 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Emaru
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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:26

Glücklicherweise stellte sich heraus, dass Emaru richtig gelegen hatte, Natascha war neu in der Gilde. Auf einer Seite bedeutete das, dass sie noch keine voreingenommene Meinung von ihm haben konnte, sollte überhaupt ein Gildenmitglied eine Meinung über ihn haben. Was ihn jedoch noch stärker interessierte, war ihre Magie. Sie beherrschte die Eisalchemie, auch wenn sie noch eine Anfängerin war. Die Eisalchemie war nach allem, was er darüber gelesen hatte, ziemlich interessant: Mit der Fähigkeit, sowohl leblose, als auch bewegte Eisfiguren zu Erschaffen, ließ sich ein sehr ausgewogener Kampfstil kreieren, der sowohl zum Schutz, als auch zum offensiven Einsatz geeignet ist. Außerdem würde ein festes Element wie Eis die vorübergehende Trennung Shis von ihm selbst um einiges erleichtern, da sich somit problemlos ein fester Körper schaffen ließ... bloß die Übertragung war noch ein schwerlich lösbares Problem, aber das würde er schon noch hinbekommen. Die Finsternis als "lebendiges" Element würde die Übertragung erleichtern, doch einen guten Körper konnte man damit kaum erschaffen, dafür war es einfach nicht konstant genug.
Erst in diesem Moment bemerkte der Zauberer, dass Natascha den Zettel mit der Questbeschreibung in der Hand hielt und sich damit Luft zufächelte. Also hatte er ihn nicht verloren und die Gefahr, dass jemand anderes ihnen den Job vor der Nase wegschnappten, bestand auch nicht. Glück gehabt. Überhaupt war es ziemlich gut für ihn ausgegangen, wenn man bedachte, dass er in schlechten Klamotten und von Müdigkeit erfüllt einen miesen Auftrag hatte fallen lassen: Er arbeitete an besagtem Auftrag mit einer reizenden jungen Dame, die neben wundervollen Haaren und gutem Stil auch noch die Fähigkeit zur Nutzung einer sehr nützlichen Magie besaß. Das war ein wirklich guter Beginn für eine so weit entfernte Quest. Und dass sie auch noch sagte, sie sei bereit zum Gehen, war ziemlich gut für einen Menschen, der nicht gern wartete. "In Ordnung, wenn du zu gehen bereit bist, dann gehen wir." Damit wollte sich der Magier schon dem Ausgang zuwenden, ehe ihm auffiel, dass seine Partnerin auf der Bank saß und mit dem Essen eines Brotes beschäftigt war. Sie wirkte jetzt überhaupt nicht mehr wie jemand, der schon aufbrechen wollte, sondern viel eher wie jemand, der nicht einmal merken würde, wenn man ihn ansprach. Also setzte sich der Dargin einfach seufzend neben sie und wartete geduldig darauf, dass sie fertig wurde. Als das Brot weg war, machte sie das ziemlich schnell bemerkbar, indem sie sich flink von der Bank erhob, und so tat er es ihr nach. "Gut, dann machen wir uns auf den Weg", sprach er freundlich und machte sich dann auf den Weg hinaus, darauf achtend, dass sie ihm dieses Mal tatsächlich folgte. So legte er den gesamten Weg bis zum Bahnhof zurück, an dem er zuerst einmal nachsah, ob es einen Platz gab, an dem sie zu zweit sitzen konnten, und das mit erfolg. Nachdem er sich dort so positioniert hatte, dass Natascha noch genügend Freiraum haben würde, sollte sie sich zu ihm gesellen, rief er sich den Fahrplan der Züge wieder ins Gedächtnis. Einen Blick auf die große, alte Bahnhofsuhr später hatte er bereits die genaue Wartezeit vor sich. "... In drei Minuten kommt der nächste Zug, aber der fährt nicht an unser Ziel. Wir müssen auf den warten, der zwölf Minuten danach kommt... das bedeutet, jetzt haben wir noch eine Viertelstunde." Eine Viertelstunde und eine lange Zugfahrt; das sollte genug Zeit sein, um sich kennen zu lernen. Da eine Gesprächseröffnung aber nicht unbedingt zu den Stärken des Finsternismagiers gehörte, ließ er das seine Partnerin übernehmen. Sie schien sowieso nicht abgeneigt zu sein, wenn es ums Reden ging.

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:27

Der Weg zum Bahnhof war ein recht kurzer Weg, führte er doch nur eine Straße hinunter. Emaru schien den Zugfahrplan auswendig zu können, denn nach einigen kurz aufgesagten Zahlen meinte er, dass sie noch fünfzehn Minuten warten müssten, dabei hatten sie noch nicht einmal das Bahnhofsgebäude betreten. „Woher kannst du den Zugfahrplan denn auswendig, ich meine es ist sicher für einen Magier wichtig schnell von einem Ort zum anderen zu kommen, aber ist es nicht doch viel Arbeit, den zu lernen?“ Während sie über den Vorplatz des Bahnhofes schlenderten, gab Emaru seine Antwort, doch den letzten Teil davon hatte Natascha schon nicht mehr mitbekommen, da das kleine Bistro vor dem Bahnhof ihre Aufmerksamkeit fesselte, sie hatte schon wieder Hunger. Es grenzte fast schon an ein Wunder, dass sie bei diesem ungesunden Essrhythmus ihre Figur ohne Probleme halten konnte. Selbst, wenn die Antwort von Emaru länger geworden wäre, sie bekam es nicht mehr mit, denn sie stand schon vor dem Bestelltresen und ihren Teller Hühnchen entgegen. Mit der Hoffnung, dass ihr Begleiter nicht mitbekommen hatte, wie sie kurz verschwunden war und wieder auftauchte, schmatzend lief sie neben ihm her und versuchte wenigstens etwas konzentriert zu bleiben. Sie schaffte es sogar ein Gespräch aufzunehmen, trotz des Hühnchens, welches sie noch immer abknabberte. „Weißt du, ich bin noch nie Zug gefahren. Ich bin die letzten zehn Jahre mit einer Händlerkarawane gezogen, da war kein Grund für uns den Zug zu nehmen und davor haben meine Adoptiveltern nie mit mir die Stadt, in der wir gelebt hatten, verlassen. Es ist schon ein bisschen peinlich, ich bin schon siebzehn Jahre alt, aber noch nie mit einem Zug gefahren.“ Nach diesem Geständnis schob sie mit ihrer Hand die Bahnhofstür auf und betrat mit Emaru den Bahnsteig, da sie jetzt aber nicht wusste wo entlang sie mussten ließ sie den Finsternismagier führen und folgte ihm mit den letzten Resten ihres Hühnchens. Ich frage mich wie lange die Zugfahrt dauert, mit der Karawane haben wir von Oshibana bis in die Nähe von Makogi etwa eine Woche ohne große Zwischenstopps gebraucht. Langsam folgte Natascha Emaru über den Bahnsteig, hatte er schon ihre Karten gezogen, wenn ja, hatte sie es nicht mitbekommen, was bei ihrer geringen Aufmerksamkeitsspanne beim Essen auch nicht verwunderlich war. Jetzt, wo sie ihr Mahl beendet hatte, konnte sie sich auch wirklich umsehen. Es war voll in dem Bahnhofsgebäude, hunderte Menschen drängten sich dicht an dicht, doch diese Atmosphäre hatte etwas heimatliches für Natascha, es war genau, wie der Markttag in einer großen Stadt. Bei den Erinnerungen, die jetzt wieder hochkamen, musste sie ihre Tränen unterdrücken, doch ihre Hände begannen schon zu zittern. Um sich abzulenken beobachtete sie Emaru, der sich mit einer Sicherheit durch die Massen bewegte, die Natascha bewunderte, selbst bei einem Markttag hätte sich Natascha nicht so schnell durch die Massen bewegen können. Vorsichtig tippte sie Emaru auf die Schulter, er musste sich nicht umdrehen um sie zu verstehen, es war eher als Zeichen gedacht gewesen, dass sie mit ihm reden wollte. „Du, Emaru? Weißt du auch, wo wir hin müssen, wir haben nur noch drei Minuten?“ Falls eine Antwort kam ging sie bestimmt in dem Stimmengewirr unter, doch Natascha brauchte keine Antwort, direkt vor ihnen erschien nun der Waggon eines Zuges.

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Zuletzt von Tascha am So 26 Okt 2014 - 19:39 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Emaru
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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:28

Dass Natascha sich wunderte über seine Fähigkeit, die Ankunft der Züge vorherzusagen, überraschte Emaru keineswegs. So gut wie niemand machte sich die Mühe, den Fahrplan auswendig zu lernen, und besonders bei seinem Gedächtnis musste es sehr seltsam wirken. Fakt war aber, dass der Magier nie versucht hatte, den Plan auswendig zu lernen; er hatte bloß vor geraumer Zeit herausgefunden, dass es vor dem Bahnhof eine Stelle gab, an der das Licht der Stadt nicht zu den eigenen Augen gelangte, weswegen sich die Sterne besser beobachten ließen. Dort befand sich auch ein schwarzes Brett, an dem neben einigen nervigen Anzeigen, teilweise auch in anderen Sprachen, ein Fahrplan hing, der für das gesamte Jahr gelten sollte. Fiel es Emaru schwer, wach zu bleiben, so begab er sich zu den Zetteln und las sie sich durch. Nacht für Nacht, stundenlang, und irgendwann hatte er das alles im Kopf. Natürlich war diese Geschichte etwas zu lang, um sie einfach so an einem Bahnhof zum Besten zu geben, weshalb sich die Silberhaarige zufrieden geben musste mit einer nichts sagenden Antwort: "Ich habe es gelernt, weil es in meinem Interesse ist." Allerdings war sie am Ende wohl doch nicht unbedingt interessiert, starrte sie doch geradezu gefesselt in Richtung eines Bistros, und kurz darauf machte sie sich schon auf den Weg dorthin. Erneut ließ der Junge einen Seufzer los, zum dritten Mal, seit er mit ihr arbeitete. Sie provozierte die Enttäuschung seinerseits aber auch, ständig abgelenkt, niemals dauerhaft auf das Gespräch oder ihren Partner achtend. Die Zeit, die sie benötigen würde, um ihr Essen einzunehmen, musste er nun eben anderweitig nutzen. Die Leute auf dem Bahnhof waren allesamt uninteressant für ihn; er sah niemanden, der ihm in irgendeiner Weise bekannt vorkam, und auch niemanden, der so wirkte, als wäre er oder sie es Wert, angesprochen zu wirken. Wie viele von ihnen auf denselben Zug warteten, auf den auch er und Natascha warteten, wusste er nicht, allerdings war ihm klar, dass viele Stationen zwischen Oshibana Town und Makogi lagen, die sehr beliebt waren bei Touristen. Demnach würde es auf der Fahrt recht voll werden, und das missfiel dem jungen Magier sehr. So große Menschenmassen waren wirklich nicht sein Fall, doch da jeder weitere Zug auch nicht leerer sein würde und bloß mehr Wartezeit bedeutete, stellte sich ihm überhaupt keine Wahl.
Ehe der Dargin es gemerkt hatte, stand seine Begleiterin auch schon wieder neben ihm und trug ihr Essen bei sich; jetzt erst konnte er es als Huhn erkennen. Sie erklärte ihm nun, dass sie noch nie einen Zug betreten hatte, und dass es ihr peinlich war. Das brachte ihn zum Schmunzeln. "Peinlich? Wieso das denn?", fragte Emaru, "Ich hasse es, mit dem Zug zu fahren. Eine Karawane ist doch sehr viel interessanter, damit dauert es bloß länger." Wie lang genau es dauern würde, wusste er nicht, mit der Bahn würden sie aber schon am nächsten Tag ihr Ziel erreichen. Vielleicht unterschätzte er die Dauer auch ein wenig, in jedem Fall wären sie aber allerspätestens zwei Tage später in dem kleinen Dorf, in das sie sich begeben sollten. Einen Moment mal... worum geht es eigentlich bei der Quest?, fragte Emaru sich gerade selbst. Fakt war, dass er den Zettel bloß überflogen hatte, er wusste, dass er ein reiches Mädchen in Makogi abholen sollte. Eine Quest niedrigen Ranges, die in ein erbärmliches Dörflein am Ende der Welt führte, um ein verwöhntes Gör abzuholen. Das war, woran er sich erinnerte. Natascha hatte ihm die Questbeschreibung nie zurückgegeben, aber er hatte auch nicht gefragt, und wirkliches Interesse hatte sich bisher auch nicht entwickelt. Jetzt erst war in ihm die Frage aufgekommen, worauf er sich hier eingelassen hatte. Nicht einen Gedanken hatte er zuvor daran verschwendet, und jetzt versank er geradezu in ihnen. So sehr, dass er weder das Tippen auf seiner Schulter, noch die Frage seiner Begleiterin registrierte. Bloß der Zug, der gerade ankam, fiel ihm auf, und offensichtlich nicht nur ihm, da sich die Menschenmenge nun in Bewegung setzte. Um sie nicht zu verlieren, griff Emaru Nataschas Handgelenk, mit demselben kühlen Blick, den er so häufig aufsetzte, wenn er in Situationen kam, die ihm nicht behagten. Es dauerte nicht lange, bis sie von der Menge quasi in den Zug gedrängt wurden, und seltsamerweise sah er auch gleich ein relativ leeres Abteil, in dem nur zwei junge Männer und eine ältere Frau saßen, die aus dem Fenster starrte, und in das seltsamerweise keiner eintrat. Die einzige Handlung ausführend, die man als logisch beschreiben konnte, betrat der Junge das Abteil und zog Natascha mit sich hinein. Sofort wandten sich die Köpfe der beiden Herren missbilligend in Richtung der beiden Magier, und auch, wenn Emaru es nicht merkte, blickten einige andere Passagiere den beiden verwundert hinterher. Die Dame, die noch immer einen Punkt vor dem Fenster fixierte, schien die Ankunft der beiden überhaupt nicht bemerkt zu haben. Als Emaru sich setzte, sprang der kleinere der beiden Männer, dessen Körpergröße nur knapp unter der des Zauberers lag, auf und schrie ihn ungehalten an: "Wie kannst du es wagen, dich einfach so respektlos in dasselbe Abteil zu setzen wie Kiriume-sama?" Alles, was er dafür erntete, war ein verwirrter Blick. Ein schwarzhaariger, durchtrainierter, junger Mann, der offensichtlich stärker von seinen Gefühlen kontrolliert wurde als von seinem eigenen Willen und einen dunkelgrauen Anzug trug. Neben seinem Platz lag ein kleines Täschchen, das wohl eher der Frau gehörte, als ihm. Wütend starrte er den Weißhaarigen an, bis dieser nach einigen Sekunden des Schweigens eine Gegenfrage stellte: "Ist sie diese... Kiriu... äh... Kiriume-sama?", fragte er und zeigte dabei in Richtung Fenster. "Tut mir leid, aber ich kenne diese Frau nicht..." Die Entrüstung im Gesicht des Mannes nahm noch weiter zu, und es sah schon fast so aus, als würde er dem jungen Magier gleich eine scheuern, doch der andere Mann stand auf und hielt seine Hand in der Luft fest. "Halt dich zurück, Hiro-kun", sagte der Hüne mit den noch dunkler wirkenden Haaren, der ein ganzes Stück breiter war, aber im großen und ganzen den gleichen Anzug wie sein offensichtlicher Partner trug. Dieser setzte sich wieder, genervt murmelnd, doch der Größere der beiden machte einen Schritt in Richtung der Neuankömmlinge. "Es tut mir sehr leid, aber ich muss sie bitten, dieses Abteil nun zu verlassen. Es ist uns nicht gestattet, jemanden in die Nähe von Kiriume-sama zu lassen!" Diese Worte kamen ebenso dringlich wie respektvoll aus seinem Mund. Im Gegensatz zu seinem Partner hatte dieser Mann eine Art persönlicher Autorität, etwas, dass der Dargin durchaus respektierte. "Es tut mir leid, wir wollten sie nicht stören. Ich weiß unglücklicherweise nicht, wer Kuri... Kiriume ist, daher wusste ich nicht, dass wir hier nicht erwünscht sind. Ich kam nur in dieses Abteil, da es so gut wie leer war, und wir beiden auf dem Weg zu unserer aktuellen Quest einen sehr langen Weg..." Er kam nicht dazu, diesen Satz zu beenden, da sich nun die Dame am Fenster, die von dem bisherigen Geschehen vollkommen unbeeindruckt geblieben war, zu ihnen wandte und in einer erstaunlich hellen Stimme zu sprechen begann: "Eine Quest? Seid ihr beiden etwa Mitglieder von Blue Pegasus?" Emaru nickte einfach nur und zog an seinem Hemd, um das Zeichen an seiner Schulter zu zeigen. "Oh, wenn das so ist, dann könnt ihr uns gerne Gesellschaft leisten." Das Lächeln der Dame war strahlend wie tausende Sonnen, auch wenn sich ihre Zähne nicht zeigte. Ihr Haar war grau, auch wenn sie noch nicht wirklich so alt aussah, und der Kimono, den sie trug, war orange und mit verschiedenfarbigen Blüten überzogen. Noch immer hatte Emaru keine Ahnung, dass es sich bei seinem Gegenüber um eine Berühmtheit handelte. Er hatte sich eben nie für so etwas interessiert.

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:28

Die erste Zugfahrt in Nataschas Leben fing ja gut an. Kaum hatten sie und Emaru den Zug betreten und das Gedränge etwas hinter sich gelassen fing der Stress schon an. Dabei hatte Emaru ein schönes leeres Abteil gefunden, doch dass es leer war hatte einen Grund, der sich Natascha nicht unbedingt erschloss. Nach nur einem Schritt in das Abteil, schossen die beiden Männer, die bei der älteren Dame gesessen hatten, wie von der Tarantel gestochen auf die beiden Blue Pegasus Magier zu. Vor Schreck zuckte Natascha zusammen, besonders, als der Eine schon anfing sie mehr oder minder höflich aus dem Abteil zu kompromittieren. Doch bevor es zu Handgreiflichkeiten kommen konnte, lenkte der andere Mann, der offensichtlich vernünftiger war als sein Freund, ein und versuchte sie freundlich, aber mit Nachdruck in ein anderes Abteil zu bewegen. Emaru versuchte mit seinen Worten zu schlichten und erwähnte, dass sie auf einer Quest waren. Kaum waren diese Worte ausgesprochen kam von der älteren Dame, die mit Kiriume-sama betitelt wurde, die Frage ob sie Blue Pegasus Magier wären. Zum Beweis zog Emaru an seinem Hemd um das Gildensymbol zu entblößen und auch Natascha hob ihren blauen Schal etwas an, wodurch ihre Brandnarbe, aber auch ihr Gildenzeichen in das Blickfeld der Dame gerieten. Prompt wurden sie dazu eingeladen, die Fahrt mit der älteren Dame zu verbringen, ob es nun gut oder schlecht war, würde sich noch herausstellen. Das war wohl nichts mit rausschmeißen, aber warum hat sie eingelenkt, als sie erfahren hat, dass wir Magier sind? Wer weiß, vielleicht finden wir es noch heraus. Nach diesem, wenn auch kurzen, Disput, nahmen Natascha und ihr Gildenkollege auf der Sitzbank die der Dame gegenüberstand platz, dies sahen auch einige andere Passagiere des Zugs, diese drängten nun auch in das Abteil. Die beiden Bodyguards, jedenfalls nannte Natascha sie in Gedanken so, begannen wieder energisch das Abteil leer zu halten, wobei oft Argumente kamen, wie: „Die dürfen doch auch sitzen bleiben“[/b] Doch mehr als die Aussage, dass sie auf persönlichem Wunsch dort saßen, kam nicht aus den Mündern der beiden Männer im Anzug. Nach nur wenigen Minuten kehrte wieder Stille in dem Abteil ein und der Zug setzte sich in Bewegung, nun begann eine lange Fahrt in Richtung Makogi. Um die schreckliche Stille, die sich in nur wenigen Minuten Fahrt aufgebaut hatte, zu zerstreuen begann die Silberhaarige ein Gespräch mit der Dame. „Kiriume-sama, richtig? Dürfte ich sie fragen, weshalb sie in diesem Zug reisen und warum sie ein ganzes Abteil für sich brauchen?“ Mit einem Lächeln, das so zuckersüß war, dass man davon Diabetes bekommen konnte, wandte sich die Dame an die beiden Magier. „Das ist aber nett, dass du fragst, ich bin nur eine reiche Frau auf einer Reise durch ganz Fiore und es ist nicht so, dass hier niemand hinein soll, aber meine beiden Beschützer hier sind wie immer etwas über fürsorglich.“ Mit einem vielsagendem Blick, den sie ihren beiden Bodyguards zuwarf setzte sie kurz in ihren Erklärungen ab, bevor sie wieder zu sprechen begann. „Aber genug von mir, es muss doch bestimmt spannend sein als Magier durch die Gegend zu reisen und Aufträge auszuführen, oder?“
Diese und ähnliche Fragen begleiteten die jungen Magier fast die gesamte Zugfahrt, doch zum Glück stieg die Dame gegen Abend an einem Bahnhof aus, welche Stadt es war wusste Natascha nicht, sie hatte nicht auf die Durchsage geachtet, doch nun genoss sie die Stille. Sie war selbst eine Quasselstrippe, aber gegen diese Dame, die alles immer durch ihre rosarote Brille sah, war Natascha die Stille in Person. „Du, Emaru, ich bin zwar auch nicht gerade eine Person, die wenig redet, aber diese Dame war doch wohl wirklich anstrengend, oder?“ Aber Emaru sah nicht danach aus, als hätte er die Aussage Nataschas mitbekommen, er blickte verträumt aus dem Fenster und beobachtete die Sterne. Sie waren wohl schon soweit von Oshibana entfernt, dass die Ausläufer des Sturmes, die über der Stadt gehangen haben, fast vollkommen verschwunden waren und den Blick auf die Sterne freigaben. Nicht mit einer Antwort rechnend nahm sich Natascha ihre letzten Sandwiches vor und verleibte sie sich ein, kurz danach schlief sie auch schon auf ihrem Sitz ein, der Zug war nun so leer, dass niemand mehr versuchte, jetzt wo das Abteil wieder zur Benutzung freigegeben war, hinein zu gelangen. Jetzt hatten sie noch eine Nachtfahrt vor sich und dann würden sie endlich in Makogi sein.

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:30

Kaum hatten die beiden Magier Platz genommen, schienen auch andere Leute ein gewisses Interesse am Betreten des Abteils zu bekommen. Auf jeden Fall drängten sie nun quasi hinein, und das häufig mit dem Argument, dass die beiden sich ja auch zu ihnen gesellen durften. Wie kindisch! Das war dieselbe Art zu argumentieren, die auch ein Dreijähriger an den Tag legen würde. Was Emaru jedoch erstaunte, war, dass einige Leute auch den Namen der alten Dame riefen. Kiru... Kiriu... Kirimu... Kiriume! Ihr Name ist Kiriume! Merk dir das endlich!, rief Shi Emaru zur Ordnung, da dieser wieder abdriftete während dem Versuch, sich den Namen der Abteilnutzerin zu merken. Hm... auf jeden Fall ist es seltsam, dass sie bekannt zu sein scheint..., entgegnete der Finstermagier in Gedanken, während er sich schon wieder fühlte, als fielen ihm gleich die Augen zu. Er konnte nur schwerlich dem Gespräch zwischen Natascha und der Reisenden folgen und trug nicht das Geringste dazu bei. Er bekam noch mit, dass sie angeblich nur eine reiche Reisende war, doch dann sank sein Kopf endgültig gegen die Scheibe und er schlief ein. Als er wieder erwachte, war der Himmel in ein wunderschönes rot getaucht, das die karge Landschaft, in der hier und da mal ein paar Bäume den Weg kreuzten, wie ein hübsches Plätzchen Erde wirken ließ, auf dem man gern seine freie Zeit verbrachte. Eine Erscheinung, die nun wirklich nicht zu der wüsten Gegend passte, die sie durchqueren. In der Ferne ließ sich ein kleines Dorf erkennen, und auch, wenn er es nicht erkennen konnte, war der Dargin überzeugt davon, dass es verlassen war. Auf jeden Fall gab es keinen Zug, der von Oshibana Town dorthin fuhr, das wusste er von den Fahrplänen. Allerdings konnten sie demnach nicht mehr so weit von Makogi entfernt sein, wie er es am ersten Abend erwartet hatte. Hatte er etwa einen Tag verschlafen?
Natürlich war das nicht geschehen, der Junge hatte sich bloß zeitlich verschätzt. Kein Wunder, wenn man bedachte, dass er jede Sekunde halb im Land der Träume verbracht hatte und sich bis jetzt nicht vollständig davon hatte lösen können. Natascha und Madame Kiriume sprachen noch immer miteinander, offenbar waren sie beide sehr gesprächig. Der hünenhafte Beschützer schien zu schlafen, auf jeden Fall saß er vollkommen ruhig und mit geschlossenen Augen gleich neben seiner Auftraggeberin, während der andere entnervt auf der Seite der Gildenmitglieder saß, so dicht an der Tür, wie es gerade ging. Das Thema war also wohl nicht so interessant. Daher hielt der Junge es auch nicht für nötig, den beiden zuzuhören. Stattdessen sah er lieber aus dem Fenster, immerhin sah die Natur momentan so schön aus, und er wusste nicht, wann sich ihm wieder eine derartige Gelegenheit bieten würde. Nachdem Shi ihm verboten hatte, die Nächte über wach zu bleiben, stellte der Sternenhimmel ja vorerst keine Option dar, zumindest bis die Quest zu Ende war, und das würde bestimmt noch dauern. Immerhin sollten sie... was sollten sie noch gleich tun? Eine reiche Göre in einem weit entfernten Dorf abholen... Ja, das musste einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Obwohl der Zug ja erstaunlich schnell fuhr, also war es wahrscheinlich nicht ganz so schlimm, wie er es sich vorstellte.
Etwa zwei Stunden später blickte Emaru in die Sterne, die bereits am Himmel funkelten, so wunderschön und ungleichmäßig, wie sie den finsteren Nachthimmel zierten. Es erinnerte ihn immer wieder daran, was für ein wunderschönes Element er mit der Finsternis beherrschte, ein Element, das Eleganz und Schönheit mit Dunkelheit und faszinierender Kraft vereinte, eine Kombination, die Boshaftigkeit und Perfektion gleichermaßen darstellte. Einfach die perfekte Magie für einen Jungen mit gespaltener Persönlichkeit, der zur Hälfte aus Boshaftigkeit und zur anderen aus Perfektion bestand. Das Ganze zog den Magier so sehr in seinen Bann, dass dieser erst bemerkte, dass Kiriume und ihre Anhänger verschwunden waren, als Natascha ihn auf sie ansprach. "Ich weiß nicht...", begann er seine Antwort, "Ich glaube, sie hat uns belogen... sie kann nicht einfach irgendeine reiche Reisende sein, wenn alle möglichen Leute ihren Namen kennen..." Seine Begleitung schien sich für seine Antwort allerdings weit weniger zu interessieren, als für das Sandwich, das sie sich gerade genehmigte, weshalb er sich wieder dem Wunder der Nacht hingab, das sich vor dem Fenster zeigte. Einige Minuten vergingen, in denen er sich wieder fesseln ließ, ehe er wegen einem Druck auf seiner Schulter ein wenig zusammenzuckte. Dort lag nun der Kopf der - inzwischen offensichtlich schlafenden - Eismagierin, und es dauerte einige Sekunden, bis er sich sicher war, wie er reagieren sollte. Er entschied sich für ein einfaches "gar nicht" und hörte auf damit, die Sterne zu beobachten. Diese Nacht würde er mal dem Schlafen widmen, immerhin musste man das einfach mal tun. Daher ließ er den Kopf seiner Begleiterin, wo er war, und schloss die Augen, bis er nach kaum einer Minute weggedöst war.
Am nächsten Morgen zeigte ein Blick aus dem Fenster bereits, dass sie ein ganzes Stück weiter gekommen waren. Aus der kargen, wüstenähnlichen Landschaft waren inzwischen Felder und Wiesen geworden. Seinen Informationen nach war Makogi ein Ort, der von derartigen Feldern umgeben war, daher mussten sie schon ziemlich nah dran sein. Das Abteil war bis auf ihn und die noch immer schlafende Natascha absolut leer, dennoch hob er nun vorsichtig ihren Kopf von seiner Schulter, legte sie in einer gemütlichen Position auf die Sitzbank und setzte sich ihr gegenüber. Sie war hübsch, wenn sie schlief, die silbernen Haare waren faszinierend, kombiniert mit ihren, in Proportion zu ihrer Körpergröße, langen Beinen und dem niedlichen Gesicht. Und wenn man bedachte, wie viel sie aß, war sie auch sehr schlank. Eine Zierde für Blue Pegasus, wie er selbst. Welch ein Zufall, dass zwei derart attraktive Menschen durch Schläfrigkeit zusammen gekommen waren... Lange würde es jedenfalls nicht mehr dauern, bis sie Makogi erreichten, das war ihm klar. Hoffentlich würde die Quest nicht zu anstrengend werden...

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:36

Mit einem wohligen Seufzer erwachte Natascha aus ihrem Schlummer und streckte ihre müden Glieder von sich, sie hatte, trotz der unbequemen Zugbänke, gut geschlafen und war topfit. Das Erste was Natascha sah, war Emaru, der nun auf der Bank saß, die ihrer eigenen gegenüber stand. Bevor Natascha jedoch darüber nachdenken konnte, warum Emaru die Bank gewechselt hatte oder warum er sie beobachtete, kam die Durchsage, dass sich der Zug der Makogi Station näherte. Gespannt richtete Natascha ihren Blick aus dem Fenster, doch mehr als einsame Felder in der Morgensonne waren nicht zu sehen. Doch der Zug begann schon zu bremsen, dabei war weit und breit nichts zu sehen. Na toll, wir enden mitten in der Pampa. Ohne überhaupt ein Gebäude gesehen zu haben stand Natascha auf, denn genau in diesem Moment stoppte der Zug vollkommen und ließ die beiden jungen Magier endlich aussteigen. Nun man konnte Makogi nicht gerade eine Metropole nennen, vielleicht wäre sogar die Bezeichnung Kuhkaff schon zu viel. Die kleinen Häuschen befanden sich etwas verteilt in der Nähe des Bahnhofes, der nur durch ein kleines, hölzernes Schild als solcher zu erkennen war. Jedes einzelne Gebäude war durch einen kurzen Schotterweg mit dem Dorfplatz, der nicht mehr war als eine große Schotterfläche mit einem gemauerten Brunnen in der Mitte, verbunden. Gleich gegenüber des Bahnhofes war das Ratshaus zu sehen, das nur durch die Aufschrift über der Tür markiert wurde. Die kleinen Häuschen strahlten einen niedlichen, romantischen Charme aus mit ihren kleinen Fenstern und den bunten Fensterläden, doch der Ort sah wirklich nicht so aus, als würde das Leben hier toben. Der einzige Laden des Ortes war eine Gemischtwarenhandlung, die die Karawane einmal und nie wieder beliefert hatte, es war wirklich kein Ort, an den Natascha gerne zurückkommen würde. Langsam verließen die beiden Magier den Bahnhof und liefen über den Dorfplatz, wo sollten sie anfangen, es stand nichts auf der Questbeschreibung. Unsicher wo es hingehen sollte, stiegen sie erst einmal die drei Stufen hinauf, die vor dem Rathaus lagen und das Gebäude von den anderen unterscheidbar machten. Sie sollten wohl erst einmal beim Bürgermeister nachfragen, denn fragen kostete ja nichts. Nachdem sie die Tür aus dunklem Holz auf geschoben hatte und sich ihren Weg ins Innere des Gebäudes gebahnt hatten, steuerten sie direkt auf das, was einem Empfangsschalter wohl am ähnlichsten sah, zu. Ihre Schritte wurden von einem dunkelgrünen Teppich gedämpft, der von der Tür bis zum Tresen verlegt war, der Rest des Bodens war aus einem dunklen Holz und die Wände waren ebenso dunkel holzvertäfelt. Erst als sie den Tresen erreichten, blickte die junge Dame, die den Empfang übernehmen sollte, von ihrer Handarbeit auf, es kamen bestimmt nicht oft Leute in dieses Rathaus. „Bitte, was kann ich für sie tun?“ Während sie dies sagte wippten einige Strähnen ihres haselnussbraunen Haares, die wohl nicht richtig mit den Haarklammern befestigt wurden, hin und her, wobei es so lustig aussah, dass Natascha nur mit Mühe das Lachen zurückhalten konnte. „Wir sind Magier von Blue Pegasus und sollen hier die Erbin des...“ „Ah, ja, wir haben sie erwartet. Die junge Dame sollen sie am Haus ihrer Großmutter abholen, ihr geht einfach den Weg am Bahndamm entlang und sobald eine Abzweigung kommt, nehmt ihr den Weg, der von den Gleisen wegführt und in Richtung Wald geht, es ist nicht weit, dahinter befindet sich das Anwesen. Ihr könnt es gar nicht verfehlen“ Irritiert, dass die Frau sie so unhöflich unterbrochen hatte, verabschiedete sich Natascha nur knapp und verließ das Gebäude ohne ein weiteres Wort. Um jetzt keine Zeit zu verlieren machten sich Emaru und Natascha so schnell wie möglich auf den Weg.
Wie lange sie nun liefen, wusste Natascha nicht, aber die Strecke, die sie schon hinter sich gebracht hatten, entsprach schon nicht mehr Nataschas Definition von „es ist nicht weit“. Doch alles Nörgeln würde auch nichts helfen, sie hatten diese Quest angenommen und mussten deshalb eben diesen Weg auf sich nehmen. Ein Lichtblick schien es doch zu geben, der Wald, von dem die Empfangsdame gesprochen hatte, durfte wirklich nicht groß sein, sonst könnte man ihn auf dieser freien Fläche nicht so leicht übersehen. Denn kaum wandte sich Natascha nach rechts erblickte sie auch schon die Bäume, obwohl sie den gesamten Weg über nichts von ihnen gesehen hatte. Mit neuer Energie lief sie los, sie mochte den Wald und selbst, wenn es nur ein kurzer Waldspaziergang werden würde, genoss sie jetzt schon das Rauschen der noch entfernten Bäume. Leider konnte sie sich nur kurz darüber freuen, denn wenn man durch die Bäume spähte, sah man schon wieder offene Landschaft, so viel zum Thema Wald. Nach nur zwei Minuten lag dieser „Wald“ schon hinter den beiden Magier und vor ihnen baute sich in einiger Entfernung ein großes Anwesen mit riesigem Parkareal drum herum. „Sieht aus, als wären wir da. Bei dem Gebäude kann ich mir auch vorstellen, das ein reiches Mädchen hierherkommen würde.“ Staunend betrachtete Natascha die Villa und den riesigen Garten, der mehr den Namen "Wald" verdient hatte, als der "Wald".

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:42

Nachts im Museum
Questbeginn


Ein wunderschöner Tag, die Sonne stand über Oshibana Town und kein Lüftchen regte sich, dennoch war es nicht zu warm in der Stadt, die die großen Schuppenwesen, genannt Drachen, verehrte. Auch das Gildenhaus der Blue Pegasus, der in diesem Städtchen heimischen Magiergilde, würde von der Sonne beschienen und wärmte das Innere, welches normalerweise sehr kalt ist, auf. Der große Aufenthaltsraum der Gilde war nicht gerade gut besucht an diesem Tag, viele Magier waren einfach schon auf eine Quest gegangen und würden gegen Abend oder erst die nächsten Tage  wieder erscheinen. Allerdings galt dies nicht für Natascha, sie hatte sich nicht für eine Quest entscheiden können und sie war auch vollkommen ausgehungert, dabei stopfte sie gerade ihr sechstes Sandwich in sich hinein. Gelangweilt, hungrig und müde saß sie an der Theke im Aufenthaltsraum und schmatzte leise, es war schon toll, dass die Magier der Gilde günstig in der Gilde essen konnten, auch wenn die Bardamen dauernd wechselten und damit auch das Angebot. Eigentlich wollte Tascha nicht mehr lange hier sitzen, heute würde es wohl keine lohnenswerte Quest mehr geben. Nun mit diesem Gedanken lag die junge Magierin falsch, denn genau in diesem Moment öffnete sich die Tür zu Gilde und einer der Magier, die sich eigentlich nur um die eingehenden Quests kümmerten und deren Namen sie immer vergaß, betrat den Aufenthaltsraum. Anscheinend wurden die Quest heute aktualisiert, wie praktisch, dann würde sie Tascha eine der Lohnenden herauspicken, doch auch der Rest der Magier hier würde den Gedanken haben. Naja, die paar Leute, die hier waren, würden ihr schon nicht alle guten Quests wegschnappen können. Ihr Blick schweifte über die Sitze im Aufenthaltsraum und erblickte einen bekannten weißen Haarschopf, das war doch Emaru, er war also auch nicht unterwegs auf einer Quest, vielleicht fand sich ja etwas Gutes, das sie gemeinsam machen konnten. Dass er schlief, fiel ihr gar nicht auf, aber bei diesem Jungen schien das Normalzustand zu sein. Langsam schlenderte Natascha zum Questboard, immer den Blick auf Emaru, doch da er keine Anstalten machte sich zu bewegen übernahm Tascha diesen Teil, sie würde die Quest aussuchen. Das Board war voll von neuen Quests, da konnte man den Überblick leicht verlieren, doch erst einmal sah Tascha nur auf die Belohnungen und danach auf die Ausschreibungen, auch wenn sie nicht gierig war, aber mehr Geld bedeutete auch mehr Essen. Dort zeigte sich etwas Gutes, in einem Museum sollte es spuken, nicht schlecht vielleicht gefiel das auch Emaru, schnell riss sie den Zettel vom Questboard und las ihn nochmal durch. Ein kleines Museum im Norden des Landes hatte angeblich Probleme mit Ritterrüstungen, die sich bewegten, das lang doch nach einem wundervollen Mysterium. Aber erst musste sich Natascha darum kümmern, dass ihr Partner von seinem Glück erfuhr. Geschickt schwang sich das Mädchen über die Rückenlehne der gepolsterten Bank auf der ihr Magierkollege saß. “Wie geht’s Emaru? Hoffentlich gut, ich habe mir gedacht, dass wir wieder eine Quest zusammen machen könnten. Hierbei geht es um angeblichen Spuk in einem Museum in Nordfiore das klingt doch interessant oder etwa nicht? Das Polster, auf das sie eben noch gesprungen war, wippte noch immer auf und nieder und verursachte bei Tascha ein leichtes Hungergefühl, doch was tat das nicht. Jetzt war sie gespannt auf die Antwort des weißhaarigen Jungen. Erst jetzt bemerkte sie, wie der Brustkorb des Jungen sich langsam hob und senkte, er schlief gerade und das im Sitzen. War ja typisch für ihn, vorsichtig schüttelte sie ihn und versuchte ihn zu wecken. Der Kopf des Magiers fuhr hoch und er blinzelte die Eismagierin müde an, dies war der Moment in dem sie ihre Bitte nochmals wiederholte.

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:47

Es war die sechste Nacht in Folge, die er keinen Schlaf fand, als er aus seinem täglichen Schlaf erwachte. Ein Meteoritenschauer war vorbeigezogen, es war wundervoll gewesen, die sogenannten „Sternschnuppen“ durch den Himmel ziehen zu sehen, doch es war auch enorn erschöpfend, und in seiner sechsten Nacht war er direkt auf einer der steinernen Drachenfiguren vor seiner Gilde eingeschlafen. Der Platz, auf dem das große Haupthaus von Blue Pegasus stand, war perfekt, um die Sterne zu beobachten, hier war die Luft so klar und man sah nur selten eine Wolke. Außerdem ließen sich hier kaum Lichter sehen in der Nacht, die Leute um das Gildenhaus schliefen wohl gerne früh oder blieben bis zum Morgen außer Haus. Der Standpunkt des großen Gebäudes war perfekt gewählt, bei dem Blick, den man hier hatte, dürfte man auf dem Vorplatz der Gilde einen anfliegenden Drachen sehen, bevor es irgendein anderer in der Stadt tat. Und in den Nächten war dies der perfekte Platz, um die Sterne zu beobachten, wesentlich besser als die steinernen Blumenkästen und die Bänke, die man nahe seines Hauses aufgestellt hatte. Auch wenn die einzige Sitzgelegenheit eine der Statuen waren auf der er gerade schlief. Freundlicherweise wurde er früh am nächsten Morgen von zwei kaum überraschten Gildenkollegen aufgenommen und auf eine ledern überzogene Bank innerhalb des Gebäudes getragen, wer wusste schon, wie lange er sonst dort gelegen hätte; oder eher gelehnt? Von dem warmen, wolkenfreien Tag, der Aktualisierung des Questboardes und dem Andrang darauf bekam er jedenfalls nicht das geringste mit, ebenso wenig von den plötzlichen Bewegungen des Tragens oder der auf die Bank springenden Natascha. Nein, er war völlig weggetreten, und er hatte oft genug bewiesen, dass ihn solche Kleinigkeiten nicht aufwecken konnten. Das war seine Fähigkeit, darauf war er stolz: Dass er immer und überall schlafen konnte. Natürlich hatte er auch andere Fähigkeiten und andere Dinge, auf die er stolz war… Doch das war etwas, das er gerade zur Schau stellte, daher war nichts anderes in diesem Moment erwähnenswert. Jawohl, immer, überall. Das erinnerte an eine große Party, auf der er gewesen war… mitten im Tanz mit einem wunderschönen Mädchen bei lauter Musik war er eingeschlafen, wobei sich seine Bewegungen genau so fortgesetzt hatten, wie sie es zuvor taten, und niemandem fiel es auf, bis er auch nach dem Enden der Musik als einziger noch auf der Tanzfläche blieb. Ein recht peinlicher Abend, doch zurück in die Gegenwart: Während neben ihm die altbekannte Eismagierin aufsetzte, schlief er unberührt weiter, seine Miene und Haltung vollzogen nicht die geringste Veränderung, und auch als sie sprach, ließ sich eine Reaktion nicht erkennen. Ihre Stimme drang an seine Ohren, aber keinen Schritt weiter, und entsprechend konnte er nicht reagieren. Erst, als man ihn schüttelte, erwachten seine Sinne langsam, doch während seine ehemalige Partnerin bereits sprach, war sein Bewusstsein noch nicht wieder auf Verarbeitung eingestellt. Wie so oft musste sein zweites Gedächtnis, Shi, ihm noch einmal vorkauen, was sie gesagt hatte – soweit hatten sich die beiden schon eingespielt, das klappte. Sie wollte ihn also auf eine Quest mitnehmen… In ein Museum, in dem es spuken sollte. Hatte ihn sein dunkleres Ich angelogen? … Nein. Auch wenn Shi es immer wieder schaffte, ihn auszutricksen, so konnte er ihn doch nicht anlügen. Mit ein und demselbsen Verstand ging das einfach nicht, es ging noch nie und würde auch niemals gehen. Also musste es stimmen, sie hatte tatsächlich von Spuk geredet. “Es gibt keine Geister, Natascha-san“, murrte er leise, und dann: “Lass mich schlafen, es ist spät.“ Dass es tatsächlich nicht spät in der Nacht, sondern später Vormittag war, das war ihm nicht klar, er war noch immer nicht richtig wach. Auf jeden Fall hatte er noch nicht vorgehabt, wieder auf eine Quest zu gehen, vorher wollte er sich lieber einmal richtig ausschlafen. Wenn sie wollte, dass er mitkam, würde sie wohl noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten müssen…

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:48

Da hatte sie sich wider etwas aufgeladen, diese Quest klang wirklich interessant und mit Emaru würde es bestimmt wieder super klappen, aber der Finsternismagier schien nicht gewillt zu sein sich von der Bank zu erheben. Überzeugungsarbeit war angesagt, was wusste sie über ihn? Sie dachte kurz darüber nach und ihr kamen sogar zwei Ideen, ob brilliant oder nicht musste sich noch herausstellen. “Weißt du Emaru, die Quest bringt wirklich viele Jewels ein, für uns beide und vielleicht kannst du dir auch etwas zurücklegen um bei deiner Familie auszuziehen.“ Nun ja, dies war nicht unbedingt ein Brüllerargument und Tascha konnte sich auch nicht mehr wirklich dran erinnern, ob er wirklich seine Familie verlassen und alleine Leben wollte. Aber dafür gab es ja noch Argument Nummer zwei. “Aber noch viel interessanter für dich sollte sein, dass man im Norden die Sterne wunderbar sehen kann, kaum Lichtquellen, die das Funkeln verdecken und auch kaum Hindernisse, die den Blick versperren. Und ach ja Emaru, es ist schon fast Mitag durch.“ Das musste ihn doch anlocken, der Finsternismagier wurde doch von Sternen förmlich angezogen und dass er dauernd so müde war lag bestimmt auch an seinen Sternbeobachtungen. Vielleicht wäre eine Karriere als Astronom besser für den Magier geeignet gewesen, aber sie kannte ja auch die Beweggründe des jungen Mannes nicht, die ihn dazu gebracht haben die Magie auszuüben. Und dass es schon lange nicht mehr dunkel war, sollte ihn auch wacher machen, hoffentlich. Musste sie etwa noch mehr Argumente aus dem Nichts erfinden? Wohl oder übel ja, das musste sie wohl, aber sie würde etwas anders vorgehen. “Kannst du mir wenigstens die Abfahrtszeit des Zuges nach Rekishi sagen, dann mache ich das eben ganz alleine, dabei hättest du im Zug schlafen können und die Sitze dort sind viel bequemer.“ jetzt musste sie auf den Finsternismagier warten, würde er sich erweichen lassen oder musste Tascha zu härteren Mitteln greifen? Sie könnte ja ihren neuen Zauber ausprobieren, außerhalb des Trainings hatte sie ihn noch nie eingesetzt, verlockend war es. Sie stellte sich bildlich vor, wie sie Emaru mit ihrem Enterhaken aus Eis zum Bahnhof zerrte und in den Zug schob. Ein leises Kichern drang aus ihrer Kehle, das Bild war zu witzig. Nun wie der Magier zum Zug kommen würde, lag nun ganz in seiner Hand, aber Tascha waren beide Möglichkeiten recht. Um sich die Zeit zu vertreiben und auch ein wenig den Hunger packte sie ein Sandwich aus ihrer Tasche aus, das sie sich zu Hause eingesteckt hatte. Schinken, Eier und Mayonnaise, lecker. Gleich beim ersten Bissen tropfte etwas von der Mayonnaise auf den Boden des Gildenhauses aber genau das brachte sie auf ihre letzte Idee, die es hoffentlich schaffen würde Emaru zu bewegen, sollte sie wirklich so fies sein und ihm drohen Mayo in die Haare zu schmieren? Lieber nicht, sie hatte ihn erlebt (unfreiwillig, aber das hatte gereicht) und was sie da erlebt hat reichte ihr, ihr würde es reichen ihn durch die Stadt zu zerren. Stattdessen verlaibte sie sich lieber den Rest des Sandwichs ein und blickte den Finsternismagier mit dem treuen Blick an, den auch Hunde benutzten, wenn sie um Futter bettelten, vielleicht klappte ja das, denn sonst gingen ihr die Ideen aus und alleine in ein dunkles Museum wollte sie nicht. Sie hätte auch einen der anderen Magier fragen können, doch die waren jetzt fast alle weg und haben sich leicht verspätet auf den weg gemacht. Nun ja, sie mochte Emaru auch wirklich, das kam wohl hinzu, und darum wollte sie wohl mit ihm auf diese Quest gehen. Ein weiteres Sandwich wurde von seiner Verpackung befreit, warum antwortete er nicht, schlief er schon wieder?

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:49

Tascha hatte offenbar wirklich Interesse daran, die Quest gerade mit ihm zu erledigen, nur war er derzeit absolut nicht in Stimmung, sich auch nur von dieser Bank zu erheben, geschweige denn in ein Museum irgendwo auf dem Kontinent zu fahren, das wie das Ziel ihrer letzten Quest sicher näher an irgendeiner anderen Gilde lag als an Blue Pegasus. Doch er war ja ein verständnisvoller Mensch, und wenn es ihr wichtig genug war, ihm gute und überzeugende Gründe zu nennen, dann würde er auch mitkommen. Sie begann auch sogleich damit, ihr erster Ansatz war gut, brachte ihn aber nicht einmal dazu, die Augen wieder zu öffnen. Zuerst einmal, hätte er so dringend aus seinem Heim ausziehen wollen, hätte er das längst gemacht, doch dafür würde er vorerst keinen Jewel verschwenden. Er verbrachte eh kaum Zeit dort, war meistens in der Gilde oder beobachtete Nachts Sterne, er schlief nur selten daheim und auch, wenn er an solchen Tagen immer etwas Hausarbeit erledigen musste, war das schon in Ordnung, wie es war. Auch wenn sein nerviger Zwillingsbruder ständig auf der Couch rumsaß und nie im Haushalt half, obwohl er wirklich immer dort lebte, jeden Tag und jede nacht, so wollte der Weißhaarige doch keinesfalls auf sein Niveau herabsinken. Noch weniger wollte er aber sein hart verdientes Geld für eine neue Unterkunft ausgeben, noch nicht. Abgesehen davon fiel es ihm schwer, zu glauben, dass ein Spuk in einem Museum so viel Geld hergeben würde, doch das würde man ja eventuell noch herausbekommen. Mit Sicherheit sogar, denn mit ihrem zweiten Argument hatte die Eismagierin ihn schon am Haken – am metaphorischen Haken, nicht an dem aus Eis. Beim Wort „Sterne“ öffnete der Zauberer sein rechtes Auge, um sich das Mädchen mit den silber glänzenden Haaren nochmal anzusehen. So drückte er aus, dass er ihr zuhörte, und konnte sie sich gleich nochmal ansehen. Wie auch beim letzten Mal trug sie den Schal, der ihr, wie er zugeben musste, ziemlich gut stand; allerdings sahen Schals bei Mädchen und jungen Frauen grundsätzlich ziemlich gut aus. Die Sterne überzeugten ihn schon ziemlich, auch wenn er das noch nicht sagte, da er noch einmal gähnen musste, bis er beide Augen aufriss. Was hatte sie gerade gesagt? Es war Mittag? Ein Blick auf die Uhr der Gilde bestätigte das, er hatte wohl länger geschlafen als gedacht. Als sie ihn nach der Abfahrtszeit des Zuges fragte, wandte er sich ihr wieder zu. “Der Zug nach Rekishi fährt um… in etwa einer Stunde, 13:10 Uhr“, gab er die Information preis und seufzte kurz. “Aber du musst nicht allein gehen… wenn es dir so wichtig ist, dann komme ich gern mit.“ Ja, er würde sie begleiten, ohne weitere Überzeugungsnotwendigkeiten. Und überrascht war er nicht, als er bemerkte, dass sie schon wieder ein Sandwich in sich reinstopfte, so kannte er sie, und diese Art war auch irgendwie niedlich. Ein Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab, während er darauf warte, dass sie fertig wurde, auch wenn es ihm missfiel, dass sie sein (!) Gildenhaus mit Mayonnaise beschmierte. Auf ihren Hundeblick erntete sie von ihm übrigens einen überrascht-entnerften sowie die Antwort: “Ich hab doch schon zugesagt! Guck mich nicht so an!“ Wahrscheinlich war sie zu sehr von ihrem Essen eingenommen gewesen, um ihn zu hören, der ständige Hunger war wirklich ein Problem an dem sie vielleicht mal etwas drehen sollte… Aber ihm war das derzeit egal, auch wen sie schon ihr nächstes Brot auspackte. Er lachte kurz auf. “Hehe. Das ist nicht erst dein zweites Brot, oder?“, fragte er belustigt, und dann fügte er noch hinzu: “Hast du vielleicht noch eins? Ich bin auch schon ganz schön hungrig…“ Seine Kleidung an diesem Tag war übrigens, obwohl etwas zerknittert, sehr viel ansprechender als die, die er bei ihrer letzten gemeinsamen Quest getragen hatte, wenn auch nicht ganz so edel wie die Anzüge der Kamagoshi. Auf jeden Fall griff er noch nach einer Serviette auf dem Tisch und wischte damit die Mayonnaise vom Boden; man konnte ja das wundervolle Drachengildenhaus nicht beschmutzt lassen, wie stillos wäre das gewesen. Und naja, stillos war einfach nicht sein Stil.

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:50

Hatte sie sich da eben nicht verhört, Emaru wollte mitkommen, schon schlich sich ein Lächeln auf ihr Gesicht. Doch sofort wurde es getrübt, hatte er eben gesagt, dass er eines ihrer Brote wollte, ihre Brote waren ihr Heiligtum. Gut, ein Heiligtum, das sie verschlang wie nichts, aber immer noch ihr Heiligtum. Aber sie wollte mal nicht so sein, eines würde sie wohl verkraften können, dann musste sie sich eben später neue Brote kaufen. Schweren Herzens reichte sie Emaru eines der eingepackten Sandwichs und biss sich auf die Unterlippe, wenn er es nicht schnell aufaß würde sie es nicht mehr aushalten, das war einfach zu grausam, eines ihrer Sandwichs nicht in ihren Händen. Tascha kam es gar nicht in den Sinn, dass sie überreagieren könnte, für sie sah es nun einmal so aus, da änderte die Tatsache, dass es eigentlich nur schlichtes Weißbrot mit Belag war wenig. Um nicht weiter Zeuge dieser Grausamkeit zu werden stand Tascha auf und griff ihren Beutel, der noch an der Bar hing. Geschickt band sie den Beutel mit einem Band an ihrem Gürtel fest und bewegte sich wieder auf Emaru zu, das grausame Bild schien jetzt erträglicher, gerade weil des Sandwich nicht mehr in der Hand das Weißhaars war. Ob er es verputzt oder weggepackt hatte war egal, es war nun viel erträglicher, da es nicht mehr im Blickfeld der Magierin war. Jetzt war sie bereit loszugehen und sie hatten sogar genügend Zeit um noch das ein oder andere zu kaufen, Essen versteht sich. “Emaru, wir könnten dann losgehen, wenn wir früher am Bahnhof sind kann ich noch was essen, ich bin am Verhungern.“ Euphorisch griff Natascha die Hand des Finsternismagiers und zerrte ihn hinaus auf den Platz vor der Gilde. Kurz geblendet grinste Tascha in den Sonnenschein und begann zu kauen. Natürlich, sie aß wieder, ein weiteres Sandwich war schon längst aus ihrer Tasche verschwunden. Das Essen war ihre Leidenschaft und sie würde es immer und überall tun. Aprospos, sie tigerte schon weiter durch die Straßen Oshibanas, Emaru hinter sich her schleifend. Nun, eine direkte Linie war in ihren Bewegungen nicht zu sehen, doch wer genau auf die Stops achtet, die die junge Frau machte, der würde merken, dass es sich ausnahmslos um Lebensmittelstände handelte. Ganz ins Essen versunken schleifte sie den anderen Magier in immer neue Läden und probierte hier, kaufte dort, vermutlich störte es Emaru nicht, er konnte bestimmt schlafen, selbst das Bewegen wurde ihm ja abgenommen. Erst durch das Ertönen einer nahen Glocke brachte Tascha dazu sich zum Bahnhof zu bewegen, sie musste in zehn Minuten dort sein, gut, dass sie sich in ihrem Fressrauch der Station immer weiter genähert hatte und nur einige Straßen entlang gehen musste, Emaru immer an der Hand. Nun aber hurtig, denn die Uhr vor dem Bahnhof zeigte sieben Minuten nach eins an, schnell schleifte sie Emaru auf den Bahnsteig und suchte den richtigen Zug. “Kannst du dich um die Tickets kümmern Emaru? Ich such uns gute Plätze im Zug“ Gute Plätze waren für Tascha Plätze, die nahe am Bordrestaurant lagen, was sie für Emaru darstellten wusste sie zwar nicht, doch könnten es welche sein, auf denen man gut schlafen konnte. Nun, jedenfalls ließ sie den nun hoffentlich wachen Emaru alleine auf dem Bahnsteig und betrat den Zug. Der Duft von Essen aus dem Bordrestaurant drang jetzt schon zu Natascha, doch erst wollte sie sich Plätze sichern. Nahe des Restaurants befand sich ein leeres Viererabteil, das den Magiern genügend Platz bieten würde, dort nahm die junge Magierin Platz und blockierte die anderen Sitze mit ihrer Tasche und ihren Füßen. Im Zug war es recht still, es wollten wohl nicht viele Menschen in den Norden, ihnen war es zu kalt, gut dass Natascha der Eisalchemie-Magie fähig war, sie würde nicht frieren. Da niemand an dem Abteil vorbeigegangen war, vermutete sie, dass die Schritte, die im Gang erklangen dem Finsternismagier mit den Tickets gehörten. Doch falsch gedacht, als die Gestalt, oder besser Gestalten, es waren drei, in Sicht kamen, stellte es sich heraus, dass es recht abgerissen wirkende Männer waren, die etwa Mitte dreißig waren. Sie sahen aus, als sollten junge Frauen ihnen nicht alleine begegnen. Moment, sie war ja allein. Was sollte sie nur tun. „Hallo, schöne junge Dame, dürften wir uns zu dir setzen für diese Fahrt in den Norden? Sonst ist niemand im Zug und es kann recht einsam werden auf dieser langen Fahrt.“ Wieso mussten sie Tascha sogar ansprechen, warum konnte Emaru nicht einfach kommen? “Das ist wirklich nett von Ihnen, aber dies ist ein Viererabteil und ich erwarte noch einen Freund von mir, der nur gerade die Tickets holt." Hoffentlich ließen diese Kerle sie jetzt in Ruhe, sie wollte einfach nur los und diese Quest hinter sich bringen, dabei hatte es so verlockend geklungen, doch diese Kerle machten alles kaputt. Was sollte sie nur machen, sie war Gildenmagierin, schon, aber sie durfte Zivilisten nicht verletzen, egal wie widerlich diese auch waren. „Hör mal Püppchen, wir werden uns jetzt zu dir setzen, egal was du sagst, ich seh hier nämlich keinen Freund.“ Jetzt wäre der Moment, in dem Emaru auftauchen sollte und sagt, „Dann dreht euch um!“, aber das leben war eben kein Film oder Buch, das würde einfach nicht so kommen. Also was sollte Natascha nun tun?

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:52

Tatsächlich gab Natascha ihm eines ihrer Brote ab, das war sehr nett von ihr, weswegen er ihr gebührend seinen Dank aussprach – ein einfaches “Danke“ sollte reichen. Allerdings konnte er schon beim ersten Bissen sehen, wie sehr es sie schmerzte, dass er nun ihr Brot hatte, und da er nun wirklich nicht die Art Mensch war, die ihr Essen herunterschlang, sondern eher langsam aß, entschied er sich dafür, nur hinter ihrem Rücken zu essen. Daher versteckte er das Brot hinter seinem Rücken, als sie mit ihrem Beutel zu ihm kam, und schnappte sich schnell den kleinen Rucksack, der unter dieser Bank lag – da er quasi immer hier war und diese Bank seit einem Vorfall vor einigen Monaten, an den man sich lieber nicht erinnern möchte, immer leer, hatte er sich entschieden, diese Bank als „seine“ zu nehmen, und damit hatte auch keiner ein Problem. Entsprechend hatte er dort inzwischen auch immer einen kleinen Rucksack stehen, wenn er nicht gerade auf Quest unterwegs war, für den Fall, dass er auf Quest gehen würde. Darin befanden sich nur ein paar Klamotten und etwas Nachschub an Kaugummi, Geld würde er niemals achtlos in der Gilde herumstehen lassen, ebenso wenig wie daheim oder sonstwo. Es gab nur einen einzigen Platz für sein Geld, der nicht direkt an seinem Körper lag, und den kannte außer ihm keiner.
Jedenfalls wurde er sogleich aus der Gilde geschleift von der Eismagierin, sie zog ihn mit sich, ohne das Brot hinter seinem Rücken zu bemerken, und da er hinter ihr war und eine Hand frei hatte, konnte er es auch relativ problemlos aufessen, während sie Essen kaufte. Es stimmte wohl, dass jede Frau für ihr leben gerne das Hobby „Shoppen“ betrieb, auch wenn nicht jede sich dabei nur nach Schuhen und Klamotten richtete. Natascha war ja wirklich ein herzensguter Mensch und alles, aber sie hatte wirklich Probleme, was das Essen anging. Das merkte er vor allem, als die Uhr eins schlug und sie noch immer einige Straßen vom Bahnhof entfernten, dabei hatten sie nur noch zehn Minuten! Auch seine Begleiterin schien das zu merken, jedenfalls riss sie so stark an seinem Handgelenk, dass es sich anfühlte, als hätte es abreißen können, und rannte in ihrer Höchstgeschwindigkeit in die Richtung, in der ihr Ziel lag. Dort ließ sie ihn stehen, sagte, sie suche ein Abteil und er solle sich um die Karten kümmern. Innerhalb von drei Minuten sollte er sich um die Karten kümmern! Also machte er sich auf, rannte zum Schalter – glücklicherweise war heute eher wenig los – und schaffte es noch rechtzeitig, die Tickets zu bekommen, als der Zeiger von 13:09 Uhr auf 13:10 Uhr überging. Laut hallte die Aussage über die Köpfe der Anwesenden hinweg, der Zug nach Rekishi würde nun abfahren, letzter Aufruf für den Zug nach Rekishi. So flink er konnte raste er über den Bahnhof und schlüpfte noch in letzter Sekunde gerade so durch die schon fast geschlossenen Türen der Bahn, sein Körperbau hatte ab und an auch seine Vorteile. Während er “In drei Minuten Karten holen, was denkt sie sich eigentlich…“ vor sich hin murrte, suchte er den Zug nach dem Abteil ab, in dem Natascha sich befand, immerhin gehörten sie zusammen. Allerdings war der Zug ziemlich leer, und in dem ersten besetzten Abteil, an dem er vorbeikam, saßen ein paar Männer. Während er vorbeischritt hörte er auch eine weibliche Stimme und erstarrte. Das klang schwer nach Natascha. Er setzte zwei Schritte zurück und blickte hinein, tatsächlich, sie nahm einen der vier Plätze ein und war umgeben von den drei Männern. Hatte sie etwa vergessen, dass er auch noch da war, nachdem sie ihn so angebettelt hatte, mitzukommen? Wahrscheinlich bekam sie von den dreien Essen, einen anderen Grund für ihr Verhalten konnte Emaru nicht finden. Er machte einen Schritt in das Abteil hinein, gleich darauf wandten sich ihm alle vier Köpfe zu und er machte gleich einen Schritt zurück, das war ihm doch etwas unangenehm. “Äh… ähm, Natascha-san…“, begann er etwas stockend, da ihm die Anwesenheit dreier Fremder eher unangenehm war. “D… das hier ist nur ein Abteil für vier Personen, und ihr seid schon zu viert… Es wäre besser, wenn wir uns ein größeres Abteil suchen, wenn du sie unbedingt mit uns reisen lassen willst.“ Nein, noch hatte er nicht gemerkt, dass diese Leute ihr nicht wohlgesonnen waren, und ebensowenig, dass sie sich unwohl fühlte. Doch das würde sich sicher noch herausstellen…

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:52

War es Schicksal oder Glück, das Emaru dann doch noch auftauchte? Eigentlich war es egal, aber dass er da war, ließ einen schweren Stein von Taschas Herzen fallen. Doch kehrte er schwerer als zuvor zurück, merkte Emaru etwa nicht, was hier vor sich ging? Dass der Magier müde war, wusste sie, aber so müde, es schien fast schon lächerlich. Da ließ sich aber nichts dran ändern, Tascha musste wohl das Problem selbst umschiffen, dass Emaru aber sogar angeboten hatte ein neues Abteil zu suchen, nur damit die drei schmierigen Kerle dabei bleiben konnten, machte alles nur schwieriger. “Ein neues Abteil wird nicht nötig sein, diese Herren wollten sicher gerade gehen und uns alleine lassen, Emaru.“ Wenn sie Glück hatte würden die Kerle keinen Widerstand leisten und einfach abrücken. Sind diese Wunschträume nicht niedlich? „Ich weiß nicht, Jungs wollt ihr die kleine denn alleine lassen?“ „Nee, Boss.“ „Nicht wirklich.“ Okay, gar kein Problem, sie wollten also nicht abziehen, dann war Plan B angesagt, wenn Tascha nur wüsste, wie der aussehen sollte. Improvisieren war angesagt. Nun musste sie wohl die Magier Karte ausspielen und hoffen, dass die Kerle dadurch eingeschüchtert werden würden. “Leider müssen wir aber noch etwas für diese Quest besprechen, weil wir Magier von Blue Pagasus sind. Als würdet ihr uns bitte in Ruhe lassen?“ Ein Fehler war in diesem Satz, doch fiel er Natascha erst auf, nachdem sie ihn ausgesprochen hatte. Sie hätte die Kerle nie duzen dürfen, hätte sie gesagt 'würden Sie uns in Ruhe lassen' würde alles viel einfacher sein, aber mit dem du fühlten sich die Kerle sicher noch mehr eingeladen. „Oho, eine Magierin und was kannst du? Ein paar Häschen herbei zaubern oder einen Strauß Blumen? Oder kannst du dich in einem sexy Fummel selbst zersägen?“ Die letzte Aussage wurde von lüsterndem Kichern der beiden Kumpels vom 'Boss' begleitet. Hatte Emaru bis jetzt immer noch nichts bemerkt? Wie dem auch sei, jetzt formte sich gerade eine Idee, die Tascha die Freiheit schenken konnte und dabei war sie nicht einmal auf Emaru angewiesen. Langsam beugte sie sich zu dem 'Boss', sie wusste seinen Namen nicht und wichtig war es ihr auch nicht, und flüsterte ihm verführerisch ins Ohr. “Nein, meine Magie ist eine ganz andere. Wenn du willst demonstriere ich sie dir gerne.“ Langsam wurde das Verführerische in ihrer Stimme zu etwas Undefinierbarem, das fast jedes Tier verschreckt hätte. “Ich weiß sogar wie ich es dir demonstrieren kann. Ich könnte einfach dein bestes Stück einfrieren und es dann mit einem gezielten Schlag abbrechen, na wie wäre das?“ Das war fies, sehr fies. Konnte Tascha das rechtfertigen, wenn sie gefragt werden würde, wahrscheinlich nicht. Aber niemand fragte sie und die Kerle würde sie wahrscheinlich nicht wieder sehen. Denn kaum waren diese Worte ausgesprochen, verließ der Kerl fluchtartig das Abteil und zerrte seine Freunde mit. Das war es wohl gewesen. Wieso war ihr das nicht sofort eingefallen, so einfach und so effektiv, kaum ein Mann würde dem Widerstehen können. Wenigstens waren die Kerle weg und Emaru konnte sich hinsetzen. “Hast du nicht bemerkt, dass ich die Kerle weg haben wollte? Aber da du nichts gemacht hast, musste ich mir was einfallen lassen. Wenigstens können wir jetzt nach Rekishi fahren, ohne von diesen Kerlen bedrängt zu werden.“ Ein wenig erleichtert kramte Natascha ein weiteres Sandwich aus ihrem Beutel und tat etwas, das sie sonst nie getan hätte, sie teilte es und reichte eine Hälfte an Emaru weiter, dennoch ließ sie mit einem Blick unmissverständlich klar werden, dass es sich hierbei um eine Ausnahme handelte. Kurz darauf setzte sich der Zug in Bewegung und die Fahrt in den hohen Norden Fiores begann.

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:54

Kam man in ein Abteil, in dem ein Mädchen mit drei jungen Männern saß, dann war der erste Gedanke nicht, dass diese sie bedrängten, zumindest galt das für Emaru. Wer natürlich immer zuerst das Schlimmste in allem sah, ja, so jemand hätte die Situation sofort verstanden, in den meisten anderen jedoch war es eher hinderlich. Man musste wissen, wie man die Welt sah, und wenn man sich einmal entschieden hatte, dann blieb man so lange dabei, bis sich ein Grund ergab, es zu ändern. Emaru sah die Welt nicht als einen bedrohlichen Ort an. Finster, aber nicht wirklich gefährlich, wenn man wusste, wie man Schwierigkeiten regeln konnte. Und gerade er konnte das an einem so finsteren Ort; dieser finsteren Welt entnahm er seine finsteren Kräfte. Hätte Natascha nur einmal gesagt, dass sie diese drei loswerden wollte, er hätte sich sofort ans Werk gemacht – als Magier von Blue Pegasus verbot es ihm sein Stil, drei Leute, die ein hübsches Mädchen belästigten, einfach in Ruhe zu lassen, doch er verbot es ebenfalls, willkürlich auf Leute loszugehen, von denen er nicht wusste, dass sie eine Missetat begangen oder begangen hatten. Oder auch begehen wollten… In jedem Fall hätte ein Wort seitens seiner Partnerin gereicht, um die drei loszuwerden. Doch stattdessen tat sie weiterhin so, als hätte sie kein Problem mit diesen Leuten, auch wenn die Antworten darauf etwas… verdächtig waren. “Entschuldigt, aber die Dame möchte, dass ihr geht, und ich würde euch nur ungern-…“, setzte der Weißhaarige an, wurde jedoch auffällig schnell von Natascha unterbrochen, sie schien weiterhin zu versuchen, die Situation so zu klären, als hätte sie kein Problem mit den Eindringlingen. Sie erklärte, dass sie und ihr Begleiter Magier waren und bat um etwas Privatsphäre, um die Mission zu besprechen… hätte es Emaru nicht besser gewusst, dann hätte er ihr glatt abgekauft, dass sie das so meinte. Sie blieb ernst und tat, als wäre sie ruhig, sie sollte sich nicht wundern, wenn jemand ihre Probleme nicht bemerkte. Als die drei jedoch mit nichts weiter als einer Provokation antworteten, begann der Zauberer damit, etwas Mana in seine Rechte zu leiten, die Zugfahrt nach Rekishi würde reichen, um das bisschen Mana wieder zu regenerieren, das er brauchen würde, um diesen Leuten Benehmen einzuprügeln. Natürlich nur für den Fall, dass sie weiternervten und Natascha nicht selbst mit ihnen fertig wurde, oder dass sie gar handgreiflich werden sollten, drei Grenzen, die man nicht überschreiten durfte, wenn man sich nicht mit dem Dargin anlegen wollte. Natascha konnte in diesem Beispiel auch durch „beliebiges hübsches Mädchen“ ersetzt werden, in diesem Fall sollte Natascha allerdings passender sein, außerdem hatte es nochmal eine andere Bedeutung, wenn man das hübsche Mädchen auch persönlich mochte. Irgendetwas sagte sie übrigens zu dem ihr gegenüber Sitzenden, leise, vorgebeugt, und dieses Mal war es wohl nicht nur eine sachliche Bitte, denn eine derartige würde den Kerl nicht so zum flitzen bringen. Schnell verschwand er aus dem Abteil und lief hinfort über den Gang, kurz darauf folgten auch seine beiden Begleiter, die geradezu abhängig wirkten. Dieses Muster sah man recht häufig bei solchen Leuten, diejenigen, die sich stärker fühlen wollten als sie waren, schwächere quälten und ihre Gruppen um sich zu scharen, und dann besagte Gruppen, die ohne ihren Anführer völlig aufgeschmissen waren, wenn niemand da war, dessen Befehle sie befolgen konnten und der ihnen den Arsch rettete, wenn sie in eine schwierige Situation kamen. Jaja, waren sie nicht reizend, diese Unterdrückerbanden? Emaru für seinen Teil seufzte nur kurz und begab sich dann in das Abteil, in dem Natascha schon auf ihn wartete. “Du hättest mir sagen müssen, dass sie dir Probleme machen, Natascha-san… ich hätte sie sofort entfernt“, sagte er nur kurz, aber weder tadelnd noch kalt oder unfreundlich, einfach nett, höflich, auf eine Art, die ihr zeigen sollte, dass er ihr gern zur Seite stehen würde, wenn sie Probleme hatte. Und was als nächstes geschah, das konnte er kaum glauben, sie nahm ein weiteres Sandwich heraus – nein, das war noch nicht der unglaubwürdige Teil – und gab ihm, ohne dass er fragte oder sie aussah, als wäre es ein Problem für sie, einfach die Hälfte ab. “Oh… vie… vielen Dank, Natascha-san“, brachte er überrascht hervor, es war wirklich eine unerwartete Aktion ihrerseits. Er überlegte kurz, ob er irgendetwas hatte, um sich zu revanchieren, doch nein, er besaß nur Kleidung, Kaugummi und Geld… Naja, während dem weiteren Verlauf der Quest würde sich sicher eine Möglichkeit ergeben, sich zu revanchieren. Und sobald es soweit war, würde er sie ergreifen, vorerst sollte es allerdings reichen, wenn er das halbe Brot aß, dass sie ihm gegeben hatte. Es wäre respektlos, das abzulehnen, außerdem war sie nicht die einzige im Abteil, die gerade Hunger verspürte…

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BeitragThema: Re: Gildenhaus - Vor dem Questboard   So 26 Okt 2014 - 19:56

Nun waren die Kerle endlich weg. Ruhe, hoffentlich für den Rest der Fahrt. Leider machte Emaru ihr Vorwürfe warum sie denn nichts gesagt hatte, als sie bedrängt wurde. Sie hatte es doch geschafft und das zählte. Genau, das sagte sie ihm, vielleicht ließ er sie dann etwas in Ruhe, schlafen wäre schön, die Fahrt würde schließlich bis zum Abend dauern. “Emaru, ich habe sie doch verscheucht und musste kein Mana verbrauchen oder etwa nicht? Ich habe gesehen, wie du schon Magie in den Händen konzentriert hast. Naja, auch egal, bis wir da sind müssen wir uns eigentlich um nichts kümmern, du darfst also gerne Schlafen, wenn du willst, ich geh einmal kurz ins Bordrestaurant und leg mich dann auch hin.“ Essen war das Stichwort, sie hatte ben ihr Sandwich geteilt und für die restliche Reise wollte sie die anderen Brote bewahren, wenigstens für ein, zwei Stunden. Also erhob sich die Eisalchemiemagierin und ging einen Waggon weiter. Natürlich hatte sich Natascha in weiser Voraussicht, vielleicht war es aber auch nur ihr Essensdrang, nahe an den Restaurantwaggon gesetzt. Das Restaurant war leer, wie der Rest des Zuges eigentlich auch und Tascha zweifelte nicht daran, dass zur Zeit mehr Besatzungsmitglieder als Passagiere an Bord waren. So waren zum Beispiel drei gelangweilte Kellner im Restaurant, die fast vergebens auf Kundschaft warteten, doch Natascha würde den Männern schon etwas Arbeit verschaffen. Ein solch leerer Zug bräuchte eigentlich kein Restaurant, aber da die Fahrt so lang und nur mit wenigen Stops war, hatte man dennoch einen Restaurantwaggon angekoppelt. Verblüfft blickte einer der Kellner die silberhaarige Magierin an und stieß mit dem Ellenbogen einen seiner Kollegen an, der schon eingeschlafen war. „Ohayo, was dürfen wir ihnen bringen?“ Dafür, dass sie eigentlich gedacht haben, dass niemand kommen würde, waren sie recht höflich und bereit zu arbeiten. Oder sie waren einfach gut ausgebildet worden. “Machen wir es einfach, ich nehme einmal die gesamte Karte bitte.“ Diese Aufforderung wurde von einem unschuldigen Lächeln begleitet, was nicht zu den verwirrten Blicken der Kellner passte. „Sind Sie sich wirklich sicher?“ Dass die Kellner unsicher waren, war kein Wunder, wenn eine schlanke junge Frau, nur für sich die gesamte Karte bestellte, musste etwas nicht stimmen, besonders, wenn sie die Karte noch nicht einmal kannte. Aber ein einfaches Nicken sollte dem Kellner seine Antwort geben. „Hey Mara, einmal die gesamte Karte und mach schnell!“ Unhöflich war es schon, aber das interessierte Natascha nicht, es ging um Essen und da durfte der Kellner so unhöflich zur Köchin sein, wie er wollte, solange das essen bald fertig war. Scheinbar war diese Köchin sehr überrascht, denn man hörte, wie sie scheinbar von einem Stuhl oder Hocker viel und dabei einige Pfannen mit zu Boden riss. „Musst du mich so wecken, Doro-chan?“ Moment, der Name des Kellners war Doro? Hoffentlich war das eine Abkürzung, sonst konnte es sehr peinlich werden. Das Lachen wollte schon bei Natascha herausrutschen, sie musste die Luft anhalten, damit sie nicht in Gelächter ausbrach. Doro? Wie lustig, der Name muss ja eine Qual sein. Kurz nach dieser Aussage und einem gequälten Blick des Kellners mit dem bescheuerten Namen, begann weiteres Töpfeklappern in der Küche des Bordrestaurants, doch dieses Mal waren es eindeutig Kochgeräusche. Endlich wurde Essen gemacht, wurde ja auch Zeit. Geduldig horchte Tascha auf jedes Geräusch, das aus der kleinen Bordküche des Zuges drang, das essen musste doch fast fertig sein, wenigstens die Vorspeisen. Der Erste Teller wurde durch ein kleines Fenster geschoben, zwar war es nur Salat, doch war es Tascha egal, sie begann zu essen, sobald der Teller vor ihr auf dem Tisch stand. Teller für Teller leerte sie so und langsam kamen die Kellner auch ins Schwitzen, normalerweise mussten sie nicht so viel arbeiten. Insgeheim freute es Tascha auch, das sie mal aus ihrem Trott gerissen wurde, sie war heute echt gemein aufgelegt. Kurz darauf hatte sie den letzten Teller leergefegt, satt war sie auch, wenn auch nur kurz. Das Bezahlen verlief problemlos, wie sollte es auch, auf ihr Essensbudget achtete Tascha mit Argusaugen, wenn da etwas nicht stimmte mussten Köpfe rollen. Fröhlich summend kehrt sie zu ihrem Platz zurück, Emaru würde bestimmt schlafen, also schlich sich auf Zehenspitzen ins Abteil, auch wenn es keinen Unterschied gemacht hätte, das Rumpeln des Zuges war so laut ihre Schritte wären nicht zu hören gewesen. Ebenfalls recht müde legte sich Natascha auf die noch freien zwei Plätze, die gegenüber von Emaru lagen, und bettete sich ebenfalls zum Schlafen. Bis zur Rekishi würde es noch etwa sechs Stunden dauern.

Nachts im Museum

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