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 Das Dorf Rekishi

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Amelia
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BeitragThema: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 19:56

Nachts im Museum
Blue Pegasus Gildenhaus



Es war recht dunkel draußen, das war das Erste, was Natascha wahrnahm als sie aufwachte. Sie mussten nahe Rekishi sein und genau aufs Stichwort kam auch schon eine Durchsage. „Nächster Halt Rekishi Station Ausstieg in Fahrtrichtung rechts. Wir wünschen ihnen einen schönen Aufenthalt.“ Nun gut, die Durchsage war aufgenommen, aber das war ja auch nicht der Punkt, der Punkt war, dass die Lichter, die man schon im Fenster sehen konnte ihr Ziel waren, sie waren da und hatten eigentlich die ganze Fahrt über geschlafen, wie praktisch. “Emaru, wir sind scheinbar da, wach auf!“ Schon jetzt begann der Zug zu bremsen, dabei konnte Natascha genau erkennen, dass die nächsten Lichter noch ein oder zwei Kilometer entfernt waren, das würde doch nicht so lange dauern einen leeren Zug zu bremsen? Es dauerte auch nicht solange der Zug hielt, viel zu weit von der Ortschaft entfernt an. Aber das Geräusch der Türen, die sich öffneten sagte, dass sie sich an ihrem Zielort befanden, also schnappte sich Tascha ihre Sachen und schleifte Emaru und seinen Rucksack mit sich, wach werden konnte er später richtig. Als sie sich aus der Tür begab und Emaru hinter sich her schleifte fiel ihr sofort etwas auf, die einen halben Meter hohe Schneedecke neben dem Bahnhof. Sie waren im Norden Fiores, dort war es meist Eiskalt und selbst im Sommer schmolz der Schnee nicht immer weg. Der Ort war nur ein kleines Licht in der Entfernung, das konnte ja noch witzig werden. Aber erst einmal sollte sie Emaru richtig wach bekommen und wie konnte man es besser, als wenn man ihm etwas Schnee ins Gesicht hielt? Deswegen zog sie den fast immer müden, jungen Mann vor den Bahnhof und hob etwas von dem dort liegenden Schnees auf. Dieser fand auch sofort seinen weg in das Gesicht des Finsternismagiers, es war fies, aber effektiv.

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Emaru
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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 19:58

Da sie sowieso nur den Tag durchfahren würden, bis zum Abend, also ohne Gelegenheit, die Sterne zu beobachten, konnte Emaru auch einfach die Zeit durchschlafen, die sie im Zug verbrachten. Natascha würde ihn mit Sicherheit rechtzeitig wecken, immerhin arbeiteten die beiden zusammen und sein Erwachen lag in ihrem Interesse. Also lehnte er sich einfach zurück, schloss die Augen und wartete, bis er einschlief – fünf lange, laaange Sekunden, dann war er weggedämmert. Entsprechend bemerkte er auch seine Kollegin nicht, als sie von ihrem kleinen Restaurantbesuch zurückkehrte. Er öffnete erst einige Stunden später wieder die Augen, als gerade die letzten Töne der mechanischen Ansage über das Erreichen Rekishis durch den Zug hallten. Nur einen kleinen Spalt weit, kaum bemerkbar, doch von diesem Moment an war er wach, irgendwie zumindest. Das aktive Wachschütteln Nataschas war jedoch sicherlich nicht schlecht, ziemlich hilfreich dürfte es sein, weshalb er sogleich aufstand und sich streckte, ehe er nach seinem Rucksack griff und schon losgehen wollte. Allerdings war er eniger eilig als seine Begleiterin, diese zerrte ihn geradezu am Handgelenk aus dem Zug heraus, wie sie es schon am Morgen auf dem Weg zum Zug getan hatte; eine wirklich nervige Angewohnheit, die er ihr dringend austreiben musste. Doch kaum hatte er sich gefangen, stapfte sie auch schon weg von ihm, mitten in den Schnee, und kaum folgte er ihr, hatte er eine Ladung Schnee im Gesicht. „N-Na-NATASCHA!“, rief er aus, sehr überrascht und auch ein wenig entrüstet. „Was soll denn das? Ich war wach! Wieso zur Hölle wirfst du mir Schnee ins Gesicht?“ Ein paarmal atmete er durch, um sich zu fangen, und seufzte dann. Was für ein Mädchen hatte er sich da bloß eingefangen? “Und bitte hör auf, mich durch die Gegend zu schleifen. Ich bin durchaus fähig, selbst zu laufen.“ Dann schritt er an ihr vorbei auf den Pfad, hier hatte es wohl keiner für nötig befunden, Schnee zu schippen oder Ähnliches – wieso auch, wo hier doch eh kaum jemand entlangkam? Außerdem befanden sie sich im Norden Fiores, würde der Schnee also tatsächlich entfernt werden, so würde dieser Zustand keine Woche anhalten, das war auch der Grund, aus dem der Weißhaarige sich so ungern hierher begab. Schnee hatte er nie leiden können, und jetzt stand er fast knietief darin, auch wenn er nicht zitterte. Kälte an sich tat ihm nichts, er spürte sie kaum, nur das halbgefrorene Wasser um seine Füße störte ihn. Langsam hob er ein bisschen davon auf, um sich erneut an Natascha zu wenden. “Weißt du, es gehört sich nicht, anderen Leuten Schnee ins Gesicht zu werfen. Ich konnte das Zeug noch nie leiden, und was wäre, wenn es in meine Lungen gekommen wäre? So etwas macht Leute krank. Du bist viel zu unbedacht, Natascha-san.“ Damit nahm er die Hand herunter und ging zu ihr herüber, noch immer ohne das geringste Anzeichen von Kälte an seinem Körper. “Wir sollten uns jetzt aber wohl langsam auf den Weg machen, es ist noch ziemlich weit, und meine Klamotten sind recht dünn…“ Und kaum lief das Mädchen mit dem silbern glänzenden Haar wieder durch die weißen Massen am Boden, nahm er wieder die Hand hoch, in der noch immer etwas davon lag, und legte sie flink auf ihren Kopf. “Eins zu eins, wir sind quitt“, ließ er die Worte hören, während er grinsend neben sie trat, um an ihrer Seite weiterzugehen. Stets darauf achtend, mit ihr auf gleicher Höhe zu stehen, um nicht für einen Angriff mit Schnee verwundbar zu sein, sondern stets kontern oder wenigstens ausweichen zu können. Dann blickte er in Richtung ihres Zieldorfes – so, dass sich Natascha noch in seiner peripheren Sicht befand – und versuchte, die Entfernung und Wegdauer dorthin abzuschätzen. Sehr gut war er darin allerdings nicht, deshalb gab er schnell auf und nahm das kleine Säckchen, das seitlich an seiner Hose hing, um ein paar der kleinen Kaugummikügelchen in seinen Mund fallen zu lassen. Dann hielt er ihn seiner Kollegin entgegen: “Möchtest du ein paar? Ich gebe dir gern davon ab.“ Immerhin befand sich in der Tasche auf seinem Rücken ein Ersatzbeutel, da würde er wohl teilen können.

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Amelia
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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 19:58

War sie etwa zu weit gegangen? Offenbar, denn Emaru klang ziemlich böse, sie konnte zum Glück einsehen, dass die Sache mit dem am Handgelenk ziehen nicht angenehm sein konnte. Aber sie war aufgedreht, warum eigentlich, die Quest war nichts Besonderes. Ein Spuk im Museum, gut es klang sehr interessant aber es schien nichts besonderes zu sein, mit so etwas wurden Magier relativ oft konfrontiert. Meist war es zwar kein Spuk sondern menschlichen Ursprungs, aber das war nicht der Punkt, der die Quest interessant machte. Während sie so ihren Gedanken nachhing und durch den halben Meter Schnee auf ihr Ziel zu stapfte, bekam sie einen Schneeball gegen den Hinterkopf. Natürlich musste Emaru das gewesen sein, niemand sonst war bei dieser Kälte draußen. „Jetzt sind wir quitt, okay, Emaru?“ Gut, dass es ihr kaum etwas ausmachte, da war das quitt sein, ein recht dehnbarer Begriff, als Eisalchemiemagierin hatte sie gelernt nicht zu frieren, sie war zwar nicht immun gegen Eisattacken, aber wenigstens musste sie die Kälte nicht ertragen. Dennoch hatte sie wenig Lust noch zwei oder mehr Kilometer in ein kleines Dorf zu latschen, warum musste der Bahnhof so weit weg sein? Sie würde am Liebsten irgendwo einfach liegen bleiben und ein Nickerchen halten, sicher hätte auch Emaru nichts dagegen einzuwenden, aber sie wollte oder eher musste diese Quest machen, ihr ging das Geld aus. Also stapfte sie weiter durch den pulverigen Schnee, der bestimmt bestens für Wintersport geeignet wäre, wenn sie nicht gerade arbeiten würde, nicht dass sie schon einmal Ski gelaufen wäre. Gedanken verloren, also wirklich sehr abgelenkt, da sie nicht einmal aß, marschierte sie weiter und watete regelrecht in der weißen Masse. Wäre ihre Magie nicht nur erschaffender Natur, könnte sie bestimmt auch den Schnee etwas aus dem Weg räumen, denn so war es sehr anstrengend sich durch durch ihn zu quälen. Langsam und völlig unbemerkt, mischte sich ein Geräusch in die abendliche Stille, es war recht laut, doch fügte es sich so passend in die Szenerie, dass man nicht mitbekam, was es nun eigentlich war. Beinahe zu spät registrierte Tascha, dass etwas nicht stimmte, das Geräusch klang nach einem Fluss, aber sehr weit weg, nur war hier nichts außer weiß zu sehen. Nur einen Schritt später änderte sich die, plötzlich spürte Tascha unter ihrem Fuß keinen Widerstand mehr und blickte besorgt nach unten, direkt vor den beiden Magier lag eine tiefe Schlucht, durch die ein Fluss floss. Gerade noch rechtzeitig stoppte Tascha und dreht sich zu Emaru um, der etwas langsamer als sie durch den Schnee ging. „Emaru, hier kommen wir nicht weiter, da ist eine Schlucht. Ich suche uns eine Brücke.“ Noch einmal watete Natascha an die Schlucht heran, vielleicht konnte man schon eine Brücke in der Nähe sehen. Und wirklich etwas weiter Richtung Norden, befand sich ein großer Bogen aus Stein, der die Schlucht überspannte, er wurde sogar durch ein provisorisches Holzdach schneefrei gehalten. Das sollte eigentlich ein sicherer Weg über den Graben sein, der sich zwischen Bahnhof und Dorf erstreckte, jetzt wurde Tascha auch klar, warum der Bahnhof soweit weg lag, zwei Brücken, waren teuer und würden nicht für nur ein kleines Dorf von einer Bahnfirma übernommen werden. Der Schnee war mehr als nur hinderlich, doch irgendwie schaffte es Tascha die Brücke zu erreichen, sie wirkte stabil, bis auf das Dach, das wirkte eher so, als hätten es die Dorfbewohner es nur hastig hingezimmert. „Ich traue dem Dach irgendwie nicht. Aber was soll's, wir müssen weiter. Kommst du?“ Die untergehende Sonne im Rücken marschierte Tascha auf ihr Ziel Rekishi zu, was für ein Dorf mochte es wohl sein.

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Emaru
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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:00

Glücklicherweise nahm Natascha Emaru den kleinen Streich mit dem Schnee nicht übel, allerdings schien sie auch ebensowenig zu frieren wie er, deshalb war es wohl in Ordnung. Stattdessen konzentrierten sich die beiden nun ruhig darauf, den Weg zum Dorf entlang zu schreiten, was durch den Schnee ziemlich erschwert wurde. Bei ihrer Ankunft würden ihre Hosen sicherlich absolut durchnässt sein, die Schneedecke lag viel zu hoch, um auch nur halbwegs ungehindert gehen zu können. Als Natascha dann auch noch fast über eine Klippe stürzte, schoss ihm durch den Kopf, dass der Weg zu ihrem Auftrag wahrscheinlich der schwierigere Teil war… Immerhin wäre seine Teampartnerin gerade fast gestorben. Ein Schritt zuviel hätte ihr Ende bedeuten können, und die Brücke, die sie entdeckt hatte, war ganz schön weit entfernt… Bisher stellte sich diese Quest als ziemlich selbstmörderisch dar. Wenn die beiden Magier, die dazu angetreten waren, nicht zufälligerweise beide recht kälteresistent gewesen wären, dann hätte es bis zu diesem Moment sicherlich schon einiges Gemecker gegeben, doch eisige Nächte waren ähnlich abhärtend wie die Fähigkeit, Eis selbst zu erschaffen. Und die waren in Oshibana Town recht häufig, das wusste Emaru selbst wohl besser als jeder andere. Nach geraumer Zeit hatten sie es allerdings tatsächlich geschafft, sie hatten Schnee und Brücke überwunden und das Dorf erreicht. Etwas enttäuschend war es schon, so ein schwerer Weg zu so einem kleinen Dorf, die Häuser aus Holz mit Dächern, die so niedrig lagen, dass man dachte, sie würden fast schon zum Boden reichen. Abgesehen davon sahen sie alle ziemlich gleich aus, selbst die beiden größere Gebäude, von denen eines wohl ein Einkaufszentrum darstellte, wie ein großes, unkreatives Schild mit schwarzer Schrift auf einfachem weißen Hintergrund besagte. Das andere hatte ein etwas flacheres Dach als die anderen, stand ziemlich am Ortsrand und wies ein ähnliches Schild auf, das „MUSEUM“ besagte. Außerdem waren in das Dach gleich zwei Oberlichter eingelassen, zumindest zwei, die vom Ortseingang aus gesehen werden konnten. Die Dächer waren erstaunlich schneefrei, zumindest so lange, bis auf einem Dach zwei junge Männer auffielen, die den Schnee von dort oben herunterschaufelten. Ihrer Kleidung nach zu urteilen arbeiteten sie gerade, es war also wohl ihr Beruf, hier die Dächer sauber zu halten… wenig konnten sie an diesem Ort also nicht zu tun haben. Ob die Bezahlung wohl die dauernde Schufterei lohnte? Immerhin fielen noch immer langsam die Flocken, das bedeutete, schon am nächsten Morgen würden sie sich sicher wieder an die Arbeit machen müssen. Allerdings war ihr Job gerade für den Weißhaarigen wichtig, immerhin könnte er nicht des Nachts in dem Museum die Sterne beobachten, wenn die Oberlichter mit Schnee bedeckt wären. Und da es in der Realität keine Geister gab, war davon auszugehen, dass es eine ruhige Nacht werden würde, eine ruhige Nacht, in der er den Nachthimmel durchh diese kleinen Fensterchen zu beobachten haben würde, weil er in einem langweiligen Museum herumsaß.
„Also, Natascha-san, was meinst du? Sollen wir uns direkt zum Museum begeben, oder sollen wir uns ein paar Geistergeschichten von Dorfbewohnern anhören?“, fragte er seine Partnerin, und nachdem er noch einmal ihre Hosenbeine angesehen und eines seiner geschüttelt hatte, fügte er hinzu: „Ich würde vorschlagen, dass wir uns erst einmal umziehen… dank dem Schnee sind unsere Hosen ja klatschnass.“ Jawohl, er überließ ihr die Entscheidung, immerhin war sie es gewesen, die die Quest ausgesucht hatte, also sollte sie ruhig mal Anführerin spielen. Für ihn war es kein Problem, er hatte nicht das Geltungsbedürfnis seines Bruders, er musste nicht immer die Kontrolle über alles haben, im Gegenteil, es war ihm wesentlich lieber, nicht selbst alles machen zu müssen. Er war lieber jemand, der am Rand stand und nichts tat, oder wenigstens nur das, was zwingend sein musste, um dabei möglichst viel Arbeit ignorieren zu können. Das war er eben, der faule Schläfer, und diese Rolle hatte ihm immer schon gefallen.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:00

Endlich da, ungefähr so etwas ging Natascha durch den Kopf, als sie die Holzgebäude Rekishis erreichten, die Wanderung durch den Schnee brauchte Natascha nicht unbedingt nochmal. Zwar lag der Rückweg noch vor ihr, aber diesen blendete sie gekonnt aus, der war nicht wichtig. Anders als auf dem Weg vom Bahnhof zum Dorf gab es innerhalb der kleinen Ortschaft geräumte Wege von einem Gebäude zum nächsten und ein so kleiner Ort hatte sogar ein Einkaufszentrum und ein großes Museum. Dabei waren hier nicht mehr als vielleicht dreißig Häuser versammelt und es sah auch nicht danach aus, als herrsche hier großer Touristenverkehr. Nur die beiden Dachfeger zeugten von Leben, Dachfeger, was für ein lustiger Beruf. Sie hielten alle Dächer schneefrei und kümmerten sich wohl auch um die Gehwege innerhalb der Ortschaft. Während Natascha sich noch umsah sprach Emaru sie plötzlich an, er wollte seine Hose wechseln, das schien keine schlechte Idee zu sein, ihre eigene Hose triefte auch nur so von Wasser, das sie durch den Schnee aufgenommen hatte. „Ich denke, das ist eine gute Idee, aber du willst dich doch nicht hier in der Öffentlichkeit umziehen oder? Da drüben ist ein Gasthof, vielleicht können wir dort den Waschraum oder so benutzen. Außerdem können wir dann den Gastwirt auch nach den Geistererscheinungen befragen.“ Damit zog Natascha los und quälte sich durch den Schnee, der sie vom Gasthof trennte, der Weg, der freigeschaufelt war, war ihr zu weit entfernt und der kurze weg musste auch der schnellste sein. Falsch. Emaru war scheinbar recht trockenen Fußes über diesen Weg gegangen und erreichte vor ihr schon das Gasthaus, soviel zu Nataschas Abkürzung.
Mit einer Handbewegung klopfte sich Natascha etwas Schnee von der Hose und betrat den Schankraum der Wirtschaft. Der Schankraum war groß und mit dickem Holz verkleidet, dass einen rustikalen Charme versprühte, so mussten Wikinger gehaust haben. Der Raum war leer, bis auf die beiden Magier und eine korpulente Frau in einem Trachtengewand. Sie schien die Wirtin zu sein oder wenigstens die Frau des Besitzers. Für diese Stunde war es in der einzigen Kneipe des Ortes recht leer,wenn nicht zu sagen zu leer. War diese Ortschaft so prüde, dass es keinen Alkohol gab? Nee, das konnte es nicht sein. Die Frau hinter dem Tresen wirkte überrascht, scheinbar hatte sie nicht mit Gästen gerechnet, was war das nur für ein Gasthof? „Konbanwa, wir sind Magier von Blue Pegasus und wir wollten fragen, ob wir einen Waschraum zum Wechseln unserer Kleidung benutzen dürfen?“ Die Frau schien ihren schock noch nicht ganz überwunden zu haben, jedenfalls realisierte sie kaum, was Tascha eben gesagt hatte, sie zeigte nur auf zwei Türen am anderen Ende des Raumes und kümmerte sich um den Abwasch. Dieser Aufforderung wollte Tascha auch sogleich folgen, sie durchquerte den Raum und öffnete die Tür. Luxuriös war anders, aber zum Wechseln der Kleidung sollte es angemessen sein, der Raum war nicht mehr als ein Holzverschlag mit einem Wassereimer zum Waschen der Hände und separaten Plumpsklos. Schnell schälte sich die junge Magierin aus ihrer Hose und zog eine identische aber trockene Version ihrer Hose an. In einer Tasche verstaute sie das nasse Kleidungsstück und begab sich dann wieder in den Schankraum um mit der Frau u reden, wer weiß, wie lange Emaru brauchen würde. Nicht viel länger, soviel war klar. Dennoch musste Tascha warten und so ließ sich die Magierin am Tresen nieder und begann mit der Wirtin ein Gespräch, für essen war leider keine Zeit. „Danke, dass wir die Räume benutzen durften. Wissen sie etwas über die Geistererscheinungen, die im Museum angeblich herum spuken?“ Ohne Vorwarnung begann die Frau los zu schreien und mit einem Besen nach Tascha auszuholen, wo hatte sie den Besen her? „Wegen dieses Geistes haben wir nach Dämmerung keine Gäste mehr, niemand traut sich raus und wenn du davon redest, wird es nur schlimmer, VERSCHWINDET!“ Gerade in diesem Moment schien Emaru fertig zu sein, denn er trat aus dem Raum, in dem er seine Kleidung gewechselt hatte und blickte die beiden Frauen an. „Wir müssen hier raus, Emaru, aber wir müssen uns sowieso im Museum melden, ich erkläre es dir draußen.“ Mit diesen Worten schnappte sie sich das Handgelenk ihres Begleiters und zog ihn aus dem Gebäude, durchaus sanfter als die Male zuvor. Vor der Kneipe blieb sie stehen und erklärte Emaru was passiert war, viel war es ja nicht.

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Emaru
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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:01

Natürlich war es nie Emarus Plan gewesen, sich draußen in der Kälte umzuziehen. Was Natascha allerdings mit Öffentlichkeit meinte, erschloss sich ihm nicht… Das ganze Dorf wies nur zwei Personen als Lebenszeichen auf, zwei Personen, die Dächer von Schnee säuberten, das konnte man nicht wirklich als öffentlich bezeichnen, oder? Trotzdem, dafür in den Gasthof zu gehen, war nicht nur genau das, was er getan hätte, sondern ganz nebenbei auch noch die richtige Entscheidung, offensichtlich. Seiner Partnerin weiterhin durch die dicke Schneedecke zu folgen kam ihm allerdings gar nicht in den Sinn, er schlenderte den freigeschaufelten Weg entlang, selbst wenn das länger dauern sollte, so war es doch wesentlich angenehmer. Allerdings – oh Wunder – dauerte es nicht länger, er kam sogar früher an als sie auf ihrer „Abkürzung“, da zeigte es sich einmal mehr: Der leichteste Weg war manchmal eben doch der beste. Das Gasthaus sah nicht anders aus als erwartet, mal abgesehen davon, dass es wirklich fast absolut leer war, nur eine etwas… kräftige Frau war dort zu sehen. Langsam begab er sich in den Waschraum, dessen Tür ein Zeichen trug, das auf „Männer“ hinwies, nahm den Rucksack hervor und durchstöberte ihn nach einer Hose, die er auch sogleich fand. Schwarzer, gepflegter Stoff, lang war sie auch, sie würde an diesem kalten Ort ziemlich gut passen, daher wählte er sie einfach aus und zog sie an. Nun stand er allerdings vor dem Problem, was er mit der schmutzig-nassen, alten Hose nun tun sollten, würde er sie einfach in den Rucksack stopfen, so würde sie diesen ebenfalls schmutzig und nass machen, und das wäre eindeutig nicht in seinem Sinne. Nachdenklich legte er sie erstmal auf der offen liegenden Heizung ab, die dort war, und schritt ein wenig auf und ab, als ihm etwas ins Auge fiel. Dort, auf dem einem kleinen Stühlchen im Raum, lag ein Buch, dicker Einband, viele Seiten, alt und mit nichts als dunkelbraunen Buchstaben auf dem weniger dunkelbraunen Deckel. In dem schummrigen Licht hier ließ sich dieser geringfügige Unterschied in der Färbung allerdings nur erkennen, nicht lesen, deshalb schlug er es auf und wurde begrüßt von der dicken Überschrift „Mythen aus dem Norden Fiores“. „Hm… Das klingt ziemlich… interessant. Ich sollte wohl die Wirtin fragen, ob ich es mir mal ausleihen kann für die Zeit, die ich hier bin…“, murmelte er, während er die ersten Seiten durchblätterte und hier und da einen Satz aufschnappte. Um möglichst schnell weitermachen zu können, faltete er seine Hose einfach zusammen und packte sie so in den Rucksack, dass der Schaden möglichst stark eingegrenzt wurde. Obenauf kam das Buch und dann wurde alles verschlossen und die Gurte wieder über die Arme gestreift. Als er allerdings durch die Tür trat, erstreckte sich vor ihm der unerwartete Anblick einer Wirtin, die die einzige Person am Tresen mit einem Besen zu verscheuchen versuchte. Gleich darauf sagte Natascha, dass sie zu gehen hatte und ergriff erneut sein Handgelenk, zog dieses Mal allerdings nicht so stark daran wie zuvor, eigentlich war es dieses Mal sogar ein recht angenehmes Gefühl, als würde sie ihn eher körperlich darum bitten, mit ihr zu kommen, anstatt zu zerren. Trotz allem ging ihm das alles zu schnell, er verstand nicht einmal ansatzweise, was dort drinnen vorgefallen war, bis Tascha es ihm draußen auf dem Weg zum Museum – das man auch von hier aus noch ziemlich leicht sehen konnte, es überragte die umliegenden Gebäude ziemlich stark – erzählte. „Das klingt ziemlich… unfreundlich. Aber ich verstehe, dass sie ein Problem mit diesem… ‚Gespenst‘ hat, wenn deshalb ihre Kunden ausbleiben. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie Menschen den größten Schwachsinn einfach glauben können… Übernatürliches, Geister… Pah!“ Seine Antwort war lang und etwas arrogant, aber immerhin, sie vertrieb etwas Laufzeit, und gleich hinter der nächsten Ecke erreichten sie die Frontseite des Museums, mit dem Eingang direkt im Blick. Ja, der freigeschaufelte, nicht aufhaltende Weg ließ sich wesentlich schneller zurücklegen als der, der mitten durch den Schnee führte, das würde auch die Eismagierin zugeben müssen. Zuvorkommend, wie er war, begab sich der Weißhaarige zu der Tür und öffnete sie, ohne jedoch selbst einzutreten, um Natascha eintreten zu lassen. Immerhin war sie in gewisser Form eine Dame, und abgesehen davon hatte er ihr für diese Quest das Kommando überlassen… vor ihr einzutreten wäre völlig unpassend.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:02

Scheinbar hatte Emaru keinen Glauben an Geister, dabei lebten sie in einer Welt, die angefüllt war mit Magie und anderen übernatürlichen Phänomenen. Aber Tascha wollte nicht darauf herum trampeln, was Emaru glauben wollte oder nicht, sie für ihren Teil glaubte an Geister, wusste aber auch, dass nicht jede Geistererscheinung übernatürlichen Ursprungs war. Aber sie würde ja hoffentlich bald wissen, ob dieser Geist echt war oder nicht. Um es auch schnell herauszufinden folgte sie Emaru über den Weg zum Museum und achtete dabei darauf nicht in den Schnee zu treten, es war wirklich anstrengender gewesen durch den Schnee zu marschieren. Erst jetzt, wo sie vor dem Museum standen, bemerkte Tascha, wie riesig es eigentlich war, es überragte jedes Gebäude in diesem Ort um Längen und das Dach berührte den Boden fast, nur etwa 50 Zentimeter schienen zu fehlen. Merkwürdigerweise musste Tascha daran denken, wie es wäre von ganz oben herunter zu rutschen, am Besten mit einem Schlitten. Dass dieser Gedanke unpassend war, da sie gerade arbeiten war, kam ihr gar nicht in den Sinn, ihr Verstand hat nur nach einem Bild gefunden, mit dem sie die Dächer ausstatten konnte. Doch genug von ihrem Gedankengang, denn Emaru benahm sich gerade wie ein Gentleman, da er Tascha die Tür aufhielt und sie zuerst eintreten ließ. Natürlich bedankte sich die Magierin bei ihrem Begleiter, er hatte sich ja auch vorbildlich benommen.
Innen wirkte das Museum so, als wäre die Fassade und das gesamte Dorf nur ein Witz. Marmorne Böden und Säulen, alles ordentlich, gepflegt und sogar gut sortiert – auch wenn das jetzt nach Supermarkt klang – denn man konnte, obwohl nicht viele Trennwände aufgestellt waren, erkennen, wo eine Abteilung endete und die Nächste begann. Das musste doch eine Menge Geld gekostet haben, aprospos, die Kasse war unbesetzt und kein Sicherheitsmann ließ sich blicken. Warum hatte man dann die Tür nicht verschlossen? Doch bevor Tascha überlegte, was der Grund sein könnte, fiel ihr schon die Wirtin von eben ein, nach Dämmerung wagte sich niemand aus dem Haus. Trotzdem kam es Natascha etwas leichtsinnig vor. Doch dieser Eindruck blieb nur kurze Zeit bestehen, denn eine Gruppe aus drei Männern näherte sich den beiden Magiern. Der erste man war schlaksig und schien fast bis in den Himmel zu reichen – eigentlich war er nur zwei Meter groß – und hatte ein einfaches weißes Hemd an, dessen Ärmel er hochgekrempelt hatte. Neben ihm, in einem dunklen Anzug, ging ein kräftiger, aber keinesfalls dicker, Mann mit schon stark ergrautem Haar und vielen Falten im Gesicht. Der letzte Mann im Bunde war am Besten gekleidet in einem Zweireiher mit Nadelstreifen und passender Krawatte. Er war der Dickste in der Gruppe und schien schon beim Gehen zu schwitzen. Der zweite Mann erblickte die beiden Magier und richtete sogleich das Wort an die beiden. „Hallo, wer sind Sie, wenn ich fragen dürfte, das Museum ist wegen ungeklärter Umstände abends geschlossen, ich muss ihnen leider sagen, dass sie wieder nach Hause gehen müssen.“ Das war eine Überraschung, das Museum war geschlossen und doch war nicht abgeschlossen und nur wegen einer Geistererscheinung, die angeblich nur nachts auftauchte, noch am Tag zu schließen – für Tascha war es noch Tag, es konnte gerade einmal sieben Uhr sein – war recht merkwürdig. Aber sie waren ja hier für den Job, den scheinbar diese Männer ausgeschrieben hatten. „Es tut mir leid, aber ich denke sie missverstehen die Situation. Wir sind die Magier von Blue Pegasus, die sie angeheuert haben. Eigentlich wollen wir das Geheimnis der Geistererscheinung aufklären.“ Zum Beweis erhob sie ihren Schal und ließ das Symbol ihrer Gilde aufblitzen, der graue Pegasus auf ihrer Brandnarbe, plötzlich erhellte sich das Gesicht des dicken Mannes und er trat einen Schritt auf Tascha zu. „Sehr gut, sehr gut, ihr müsst das schnell lösen. Sehr gut, sehr gut.“ Nun war wohl wieder der zweite Mann dran. „Bitte würden Sie uns folgen? Sie sollten ja bereits informiert sein, was passiert ist und falls Sie Fragen haben, dann scheuen Sie nicht Tanaka-san hier,“ er zeigte auf den stillen Mann im weißen Hemd, „zu fragen, was Sie möchten, er wird Ihnen so gut helfen, wie er kann. Ich bin übrigens Chiba-san und das dort ist Sato-san.“ Während die beiden Männer einfach vorpreschten, sie wollten wohl die Sache so schnell wie möglich hinter sich haben, blieb Tanaka, bei den beiden Magiern und begann, ohne, dass ihn jemand gefragt hätte zu reden. „Es ist wirklich schön Sie hier zu haben, das Museum hat nämlich einige Probleme und die Rüstung, also der Geist, der die Rüstung bewegt hat, macht nur noch mehr Scherereien. Eigentlich steckt das Museum in finanziellen Schwierigkeiten, das was Sie hier sehen war nicht gerade billig, aber durch den Geist bleiben immer mehr Gäste aus. Eigentlich ist es ein berühmtes Museum mit vielen Besuchern.“ Wirklich? Ich habe davon noch nie etwas gehört, vielleicht bin ich Kulturbanause. „Jedenfalls hat Zuki-chan, …, ähm ich meine Shizuka-san, unser Nachtwächter, die Rüstung gesehen." Eine Pause entstand, die nur durch das Husten Chiba-sans gestört wurde. "Ach ja, zu den finanziellen Problemen fällt mir noch ein, dass Herr Sato, er kümmert sich um die Finanzen des Museums so gut es eben geht, das hier am Liebsten zu einem Hotel umbauen würde, einem Skiresort.“ Skiresort? Klingt doch nach Spaß, aber dafür ein Museum zu schließen, ich weiß ja nicht. Eigentlich wollte Tanaka weitersprechen doch erreichten sie gerade die Stelle, an der eine fast zwei Meter große Ritterrüstung aufgebaut war, Tanaka würde nicht mehr hineinpassen, soviel war sicher, er war größer. Das war wohl der Übeltäter, die Geisterrüstung. Und das Ding sollten die beiden die Nacht über überwachen? Schmucklos, langweilig, nur groß. Diese Nacht wird bestimmt sehr interessant werden. Es war schon eine große Leistung wie sarkastisch nur die Gedanken er Magierin klingen konnten. Bevor die Männer wieder anfangen konnten zu sprechen, denn eines war unverkennbar, alle drei liebten es sich reden zu hören, beschloss Tascha der Sache schnell ein ende zu bereiten. „Keine Sorge, wir werden die ganze Nacht hier bleiben und aufpassen, was passiert. Sie können sich auf uns verlassen. Morgen früh werden wir Ihnen alles erzählen, was heute Nacht passiert, auch wenn ich nicht glaube, dass irgendetwas passiert.“ Es war die höfliche Version des „Verschwindet, wir kommen alleine klar!“ und scheinbar erreichte ihre Nachricht die drei Männer, denn sie verabschiedeten sich kurz und ließen die beiden Magier im Museum allein zurück. „Dann sollten wir uns hier einen netten Platz suchen, an dem wir die Nacht verbringen können, die Bank dort sieht doch nett aus, von dort kannst du die Sterne sicher beobachten. Das Oberlicht ist auch frei.“ Schon nahm die Eismagierin Platz und wartete auf Emaru.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:04

Sollte je irgendjemand Emaru gegenüber behaupten, Magie sei etwas Übernatürliches, so durfte er sich über ein überhebliches Schmunzeln und leises Gelächter freuen. In der Welt, in der sie lebten, beherrschten ganze zehn Prozent der Menschheit Magie, jeder Zehnte also, und es war ja nicht so, dass man sie nicht erlernen konnte. Es kostete einiges an Mühe und Interesse, doch mit nur wenig Talent und dem richtigen Willen war sie leicht beherrschbar. Für einen Gildenmagier war sie etwas Alltägliches, etwas Gewöhnliches, und auch die „normalen“ Bürger wunderten sich nicht, wenn neben ihnen ein Zauber losging, auch wenn es nicht allzu gern gesehen wurde. Geister waren dagegen etwas völlig anderes, höchstens als magische Tricks von erfahrenen Zauberern mit den richtigen Magien, von einem entsprechenden Zauber in der Finsternismagie hatte er auch schon einmal gelesen, wenn er sich recht erinnerte. Aber gut, sollte man Natascha ihren kindlichen Glauben lassen, der Weißhaarige würde sich nicht daran aufhängen.
Kaum waren die beiden ins Museum getreten, kamen auch schon drei Männer auf sie zu. Diese redeten relativ lang, und nichts von dem, was sie sagten, war irgendwie interessant, nur die Rüstung war irgendwie beeindruckend. Wenn er nur einige Zentimeter größer gewesen wäre, er hätte sie glatt anziehen können, sie hätte perfekt gepasst. Aber mal abgesehen davon, dass ihm diese Zentimeter fehlten, war er nicht hier, um Rüstungen anzuprobieren, sondern um sie am Spuken zu hindern, weshalb er diese Gedanken einfach mal beiseite schob und wieder so tat, als würde er ihren Führern zuhören. Offenbar war auch Natascha inzwischen genervt von diesen Leuten, denn sie gab ihnen recht klar zu verstehen, dass sie gehen „konnten“, ohne dabei wirklich unhöflich zu werden. Und es funktionierte, die Gruppe seltsamer Gestalten zog ab und ließ die etwas weniger seltsamen Magier allein in dem großen Museum zurück. Sogleich sah sich Natascha um und entdeckte eine Bank, sie schlug vor, dass er sich dort hinsetzen sollte, sagte, er könne durch das freigeschaufelte Oberlicht sicher die Sterne beobachten, und setzte sich dann selbst dorthin, während sie ihn – erwartend? – anblickte. Freundlich lächelte er sie an und folgte ihrer Einladung, sich neben sie setzend und erneut ein paar Kaugummikugeln einwerfend. Diese Dinger hielten sich ewig, das war eine ihrer guten Eigenschaften, neben dem geradezu süchtig machenden Geschmack und dem interessanten Kribbeln, das sie beim Kauen erzeugten. Und solange man darauf achtete, dass sie nicht nass oder überhitzt wurden, war alles gut. Außerdem hatten sie einen gewissen Sättigungsfaktor, auch ohne geschluckt zu werden, was sie vor allem auf längeren Reisen nicht nur gut, sondern auch irgendwie nützlich machte. Für Natascha wäre so etwas sicherlich auch nicht schlecht, ein Gedanke, der Emaru zum Lächeln brachte, ehe er seinen Blick endlich in Richtung des Dachfensters wandte. Ein Oberlicht, wie es so schön hieß, doch auch, wenn es hier tatsächlich bereits dunkel war, so schneite es doch noch immer, heftiger als bei ihrer Ankunft sogar. Die Wolkendecke lag ziemlich niedrig, eigentlich sollte man die Sterne im Norden doch besser beobachten können, oder hatte er da etwas missverstanden? Naja, vielleicht lag es einfach daran, dass sie in einem Kaff mitten im Nirgendwo waren, oder sie hatten einfach einen schlechten Tag… eine schlechte Nacht erwischt. Möglicherweise hatte es aber auch zu tun mit irgendwelchen Geistern und sonstigem Spuk. Absoluter Schwachsinn, das. Aber so würde er sich die nächsten… es war gerade halb acht. So würde er sich die nächsten zehneinhalb Stunden – hoffentlich nicht mehr – nicht vertreiben können, und er hatte auch keine Lust, eine blöde Rüstung anzustarren. Schlafen durfte er als Nachtwächter natürlich ebenfalls nicht, doch wie sollte er sich so lang wach halten, ohne in den Himmel zu blicken? Da fiel ihm etwas ein, das er beim Eintreten in das Museum nur flüchtig bemerkt hatte. „Entschuldige mich einen Moment, Natascha-san“, sagte er, als er sich in Richtung Eingang machte, um wenig später mit zwei Taschenlampen zurückzukehren. Sie hatten neben einer dritten Taschenlampe, einem Pullover, einer Geldbörse – die er nur schweren Herzens nicht ausgeräumt hatte – und einer alten Taschenuhr in einer „Lost and Found“-Kiste gelegen. Damit begab er sich zurück, gab eine seiner Partnerin und schaltete die andere ein, das alte Buch aus seinem Rucksack holend. „Mythen aus der hiesigen Gegend“, erklärte er Natascha knapp, aber freundlich. „Sicher sehr interessant.“ Damit vertiefte er sich in die Lektüre, eine spukende Rüstung dürfte ja wohl laut genug sein, um von dieser Bank gehört zu werden, ansonsten wäre das Ganze ziemlich schwächlich. Und das Buch stellte sich wirklich als sehr interessant aus. Als der müde Emaru am nächsten Morgen Schritte aus Richtung Eingangstür hörte, klappte er das Buch auf Seite 352 von 422 zu und ließ es langsam wieder in seinen Rucksack gleiten, als er schon einen der drei Männer vom vorherigen Abend erkannte. Es war der größte von ihnen, seinen Namen hatte der Dargin sich aber nicht einprägen können, es nicht einmal wirklich versucht. In dieser Nacht war jedenfalls nichts Ungewöhnliches geschehen.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:04

Die Nacht ging nur langsam vorüber und rein gar nichts war geschehen. Die Rüstung hatte sich kein Stück bewegt und auch keines der anderen Ausstellungsstücke hatte Anstalten gemacht, ähnliches zu tun. Und dafür hatte Tascha ihren Schlaf geopfert? Nächstes Mal würde sie es besser wissen und ihre Finger von solchen Aufträgen lassen. Wieso kam sie immer an solche Aufträge, in denen sie sich Nächte um die Ohren schlagen musste? Nun ja, weil sie interessant klingen, Spuk in einem Museum, eigentlich sagte es auch schon, „Bleib die Nacht wach!“, aber der Nervenkitzel hatte gelockt. Sie sollte beim nächsten Auftrag vorher nachdenken und nicht einfach voller Vorfreude Emaru wecken. Aber diese schlaflose Nacht war ja schließlich vorbei und hoffentlich war sie die letzte innerhalb einer langen Zeit. Jetzt war erst einmal der Auftrag am wichtigsten und passend dazu kamen die drei Männer gerade ins Museum. Schwatzend näherten sich Sato-san und Chiba-san, während sich Tanaka entfernte und wohl seine normale Arbeit aufnahm. Sofort, als sie die Magier erblickten, kamen die beiden Männer auf die beiden zu und begannen auf sie einzureden. “Hoffentlich ist diese Nacht nichts passiert.“ „Es wäre sehr gut, wenn Sie das Problem so schnell wie möglich lösen, wirklich sehr gut.“ Innerhalb dieser zwei Sätze, jeweils einem je Mann, hatte Tascha zwei Sachen gelernt, erstens Sato-san, benutzte dauernd „sehr gut“, also war die Aussage des gestrigen Abends recht normal gewesen und zweitens, dass die Männer wohl nicht täglich ihre Kleidung wechselten, denn die Anzüge schienen noch die selben und auch die Hemden wirkten nicht frisch, aber das war Nebensache. „Leider haben wir nichts herausgefunden, denn weder die Rüstung, noch irgendetwas anderes hat sich bewegt.“ „Sehr gut, dann müsst ihr das aber schnell herausfinden, sehr gut.“ Langsam hatte Natascha das Gefühl, dass ihr diese Art zu sprechen von Sato-san sehr schnell auf die Nerven gehen würde. Aber erst einmal hieß es Ärger hinunter schlucken und sehen, was sonst noch kommt. Gerade wollte Natascha etwas zu der letzten Nacht sagen, als Chiba-san das Wort ergriff. „Eigentlich hatte ich nichts anderes erwartet, die Rüstung hätte sich sicher nicht diese Nacht bewegt.“ Wie konnte er sich da so sicher sein? Wusste er was? Nein, bestimmt nicht, er sabotierte bestimmt nicht den eigenen Betrieb und manövrierte sich in große, finanzielle Probleme, anderes herum, um sich heraus zu manövrieren taten es bestimmt einige. „Was meinen Sie dam ...“ Weiter kam Tascha nicht. „Fragt doch einfach Tanaka, ob er euch sagen kann, wo Shizuka-san unser Nachtwächter wohnt, ich muss leider in mein Büro und etwas mit Sato-san besprechen.“ Damit gingen die beiden Männer davon, Tascha hielt aber ihren Zeigefinger noch erhoben und wollte eigentlich zu sprechen ansetzen. Enttäuscht ließ sie ihre Hand sinken und blickte den beiden Männern nach, was war gerade noch passiert? Wie dem auch sei, sie mussten Tanaka suchen und ihn fragen, wo Shizuka-san lebte. Wo war er nur hingegangen, irgendwo hier im Museum musste er sein. Da es ja nicht so viele Trennwände gab, brauchte Natascha nicht lange um den Arbeiter zu finden, er drapierte gerade eine Puppe eines Tieres, das sie noch nie gesehen hatte so, dass es so aussah, als würde es jagen. Als Tanaka von der Puppe abließ, war es für Natascha wirklich schwer zu sagen, ob es wirklich nur eine Puppe war, Tanaka verstand sein Handwerk. „Tanaka-san, Chiba-san hat uns darauf hingewiesen, um nicht zu sagen befohlen, dass wir Sie nach dem Haus Shizuka-sans fragen, Sie scheinen sich ja auch sehr gut zu kennen. Ich habe nicht vergessen, dass Sie ihn Zuki-chan genannt haben, aber das bleibt natürlich geheim.“ Kalt erwischt, was? Jedenfalls rieb sich Tanaka verlegen den Hinterkopf und grinste verschwörerisch. „Ähh, sicher. Shizuka-san wohnt am anderen Ende des Ortes ganz alleine in einem der größten Häuser hier, auch wenn da kaum Unterschiede bestehen.“ Gut, jetzt hatten sie eine Adresse, naja so etwas in der Art. Natascha stellte sich schon das Gesicht des Mannes vor, ein alter Mann, der Tanaka auch irgendwie mit großgezogen hatte und deswegen von ihm den Spitznamen Zuki-chan bekommen hatte.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:06

Wie bereits am Abend zuvor wurden Natascha und Emaru mit unwichtigen, zeitraubenden Satzkombinationen beschossen, deren Ergebnis war, dass sie „Tanaka“ – offenbar der größere Mann – nach dem Wohnsitz des Nachtwächters fragen sollten. Auch wenn die Aussage eines der Männer, er habe nicht erwartet, dass diese Nacht etwas geschehen würde, den Weißhaarigen natürlich skeptisch machte, Natascha bewies, dass man dazu nicht weiter nachbohren konnte. Er müsste es wohl am Abend noch einmal versuchen, die drei Männer unterbrechen und Fragen, bevor sie ihren unendlichen Redeschwall gefolgt von halbruhiger Flucht beginnen konnten. Bis dahin ging es allerdings erst einmal darum, das Haus des Nachtwächters zu finden, und während Natascha deswegen mit Tanaka darüber redete, wo es sich befand, ließ er selbst seinen Blick über die Tierpuppe gleiten, die der Mann soeben gerichtet hatte. Sie hatte hellbraunes Fell und recht seltsam geformte Zähne, die viel zu echt wirkten, außerdem war es zwar nicht besonders groß, allerdings konnte man ihm die Kraft, die diesem Körper innewohnte, richtiggehend ansehen. Die Augen waren aufgerissen, der Blick konzentriert, das Maul geöffnet; man hatte wirklich das Gefühl, diesem Tier bei der Jagd zuzusehen, auch wenn ihm in dieser Aufstellung das Gejagte irgendwie fehlte, doch wahrscheinlich sollte das so sein, oder es war wegen des Geldmangels. Was verstand er schon davon, wie man ein Museum führte. Im Gegensatz zu ihren ach so freundlichen Auftraggebern verstand er sich aber wenigstens darauf, korrekte und vor allem konkrete Angaben zu machen, bisher hatte das von den Dreien noch keiner gemacht, und bei der Adresse Shizukas wollte man mit dieser Tradition wohl nicht brechen. Sie durften wissen, dass er sich am Anderen Ende des Dorfes in einem der größten Häuser aufhielt, obwohl alle Häuser etwa gleichgroß waren. Tolle Hilfe. Also durfte man einmal das Dorf durchqueren, sich ein großes Haus raussuchen, klingeln und hoffen, dass man richtig war, ansonsten musste man fragen. So langsam entwickelte sich ein gewisses Fehlen von Sympathie für diese Leute, Rekishi selbst konnte er eh nicht leiden. Emaru mochte keinen Schnee, noch nie, nicht einmal als kleines Kind.
Als die beiden Magier das Museum verließen, um sich auf den Weg zu machen, lag die Schneedecke nicht ganz so hoch wie am Tag zuvor, aber sie hatte sich eindeutig wieder erholt. Glücklicherweise kamen gerade die Schneeschipper vorbei, der Weg wurde also bereits wieder begehbar gemacht, und aus der Nähe war es erstaunlich zu sehen, wie schnell diese Leute ihre Arbeit verrichteten. Als nächstes hörte man quasi aus dem Nichts eine Frauenstimme, die laut „Vorsicht!“ rief, ehe von dem Dach des Gegenüberliegenden Hauses massenhaft Schnee plumste, allerdings gerade so, dass er weder die Tür, noch den Weg verdeckte. Offenbar wieder diese Dachschipper, und offensichtlich verstanden sie sich auf ihr Handwerk. Es war beeindruckend, wie genau der Schnee herabgefallen war, diese Leute machten das sicher schon seit Jahren, Tag für Tag, und doch hatte ihre Stimme weder gelangweilt, noch genervt geklungen. Das musste den Dargin jedoch nicht interessieren, er machte sich mit Natascha auf zum Rand des Dorfes, an dem sich Shizukas Haus befinden sollte, und um die Zeit zu verkürzen, redete er ein bisschen mit ihr. „Weißt du, die Mythen aus dieser Gegend sind wirklich sehr interessant, insbesondere geben sie aufschluss über die Menschen hier. Ziemlich abergläubisch, aber was interessiert mich das. Auf jeden Fall sind die einzelnen Geschichten recht angenehm zu lesen und auch ziemlich witzig, beispielsweise heißt es, hier in der Nähe streife ein Monster durch die Schneewüsten, das den Körper eines sehr großen Menschen hat, aber vollständig mit weißem Fell überzogen ist.“ Kurz kicherte er, das war entweder jemand mit Kostüm gewesen, oder die Menschen wollten sich einfach mal wieder selbst in den Mittelpunkt des Universums stellen, das taten sie doch so gern. Dann fuhr er fort: „Außerdem… von hier aus sieht man es nicht, aber vom Bahnhof aus konnte man in der Ferne einen sehr großen Berg sehen, dessen Spitze weit in den Wolken verborgen liegt. Angeblicherweise ist das dort oben der Hort des Windgottes, welcher in Form eines Wildschweines lebt und in einer heißen Quelle des Berges residiert. Seine direkten Untergebenen sind frauenähnliche Wesen, den Oberkörper haben sie komplett von hübschen Frauen, aber ihr unterleib ist in olken gehüllt die es ihnen erlauben zu fliegen. Ein genauer Name zu ihnen ist zwar nicht angegeben, aber manche Leute nennen sie wohl die ‚Sirenen des Eises‘.“ Kaum hatte er das gesagt, erkannte er auch schon, dass die Häuser vor ihnen die letzten waren, also hatten sie wohl ihr Ziel erreicht. Kurz wägte er ab, welches der Gebäude wohl das größte war, ehe er sich sicher war, das richtige gefunden zu haben, und klingelte. Es dauerte ein wenig, aber die Tür wurde geöffnet, und Emaru fragte in absolut sachlichem Tonfall: „Shizuka-san?“

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:07

Draußen schien es noch kälter zu sein, als letzten Abend, doch als Eisalchemiemagierin machte es Natascha dennoch nichts aus. Auch der lange Weg zu Shizuka-sans Haus schien erträglich, auch wenn sie nach diesem Auftrag lange schlafen würde. Emaru war als erstes an dem Haus und nachdem er geklingelt hatte öffnete sich die Tür. Das Bild, das Natascha noch im Kopf hatte, von einem alten Mann wurde jäh zerstört, denn ein muskulöser, recht attraktiver Mann öffnete die Tür und antwortete auf Emarus Frage mit einem Nicken. Er war groß, stattlich und, was Natascha überraschte, braun gebrannt, sowas sah man in solchen Regionen selten. „Konnichiwa Shizuka-san, wir sind die Magier, die die Ereignisse mit der sich bewegenden Rüstung lösen sollen, daher wollen wir Ihnen einige Fragen stellen.“ Klang Tascha wirklich so merkwürdig? Sie sprach selten so höflich, dass es sich sehr komisch anhörte. Weiter wie normal wäre wohl angebrachter. „Also wir sind hier um sie zu fragen, was sie in der Nacht gesehen haben.“ „Verstehe, wer hat euch denn meine Adresse gegeben?“ Klar würde diese Frage kommen, auch mit den Gildenabzeichen mussten sie ja recht merkwürdig wirken. „Tanaka-san aus dem Museum hat uns gesagt, wo Sie wohnen, auch wenn Adresse zu viel gesagt wäre.“ Nun schien Shizuka-san zu verstehene. „Ahhh, Mame-chan hat euch also gesagt wo ich wohne. Sicher fragt ihr euch, warum wir uns channen.“ Nicht wirklich, aber warum seinen Redefluss unterbrechen. „Wir sind zusammen aufgewachsen und daher machen wir das.“ Was sollte Natascha nun sagen? Am Besten einfach frei aus dem Bauch. „Das hat uns zwar nicht interessiert, aber okay.“ Das Okay war langgezogen und kündete von Nataschas Desinteresse. „Und was ist in dieser besagten Nacht passiert?“ „Erst ist nichts Ungewöhnliches passiert, ich hatte eine normale Schicht, aber so gegen halb eins hörte ich plötzlich aus der Ecke in der die Rüstung steht ein Klappern und bin hingegangen. Und da sah ich, wie sich die Rüstung bewegte, ich bekam Angst und habe mich vorne bei den Kassen versteckt.“ Nicht sehr männlich der Kerl, aber das war nicht der Punkt, also er meinte die Rüstung herumgehen gesehen zu haben, er klang recht glaubwürdig, nicht mutig, aber glaubwürdig. „Danke, diese Aussage hat uns weitergeholfen“ Nicht wirklich. „Wir müssen jetzt wieder gehen.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Natascha von dem Mann und verließ das Haus, sie würde nichts mehr von ihm erfahren.
Draußen erwartete sie Emaru, der dieses Mal langsamer war, als die Magierin. „Was denkst du, Emaru? Ich finde das hat uns eigentlich nichts gebracht, aber eine weitere Nacht im Museum wird uns auch nichts bringen.“ Ratlos stand Natascha inmitten des Dorfes. „Wir sollten zum Museum zurückgehen, vielleicht können wir da noch irgendetwas heraus finden, meinst du nicht auch?“

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:09

Shizuka war ziemlich genau so, wie Emaru es erwartet hätte. Nun gut, äußerlich hatte er erst gar keine Vermutungen angestellt, mit so etwas lag man eh immer falsch, aber von seiner Persönlichkeit her… Er war ebenso gesprächig wie die drei Männer, denen sie zuvor begegnet waren, und gab ebensoviel an nützlicher Information frei: Gar keine. Natascha war hier auch nicht unbedingt die Höflichkeit in Person, allerdings war sie es im Gegensatz zu dem Dargin nicht gewohnt, die ganze Nacht wach zu bleiben, deswegen konnte man ihr das durchaus verzeihen. Ihre Idee, zum Museum zurückzukehren, konnte er allerdings nicht unterstützen. „Ich bezweifle, dass wir im Museum etwas herausbekommen, das wir nicht schon wissen… Und da wir noch immer nichts wissen, wäre es wohl absolute Zeitverschwendung. Ich würde sagen, wir gehen erst einmal etwas essen und ruhen uns dann ein wenig aus, sonst schlafen wir heute Nacht noch beide ein.“ Die Idee des Essengehens war natürlich etwas, das Natascha absolut zusagte, also machten sich die beiden auf den Weg zu dem Gasthof, den sie am Tag zuvor besucht hatten. Dort war heute etwas mehr los, aber voll sah eindeutig anders aus. Zwei Tische waren mit Vierergruppen besetzt, an einem dritten saßen zwei streitende junge Männer bei einer etwas verstört blickenden jungen Dame, und am Tresen prosteten sich gerade drei ältere, ebenfalls männliche Besucher mit dicken Bierkrügen zu. Da es nicht wirkte, als gäbe es hier Bedienungen, ging der Magier zum Tresen, ein Stück entfernt von den Trinkenden, und bestellte nach einem kurzen Blick auf die Karte ein Nudelgericht und ein Glas Wasser. Außerdem ließ er einen weiteren Blick zu seiner Partnerin schweifen und fügte hinzu: „Wir zahlen übrigens getrennt.“ Während er sich und Natascha einen freien Tisch besetzte, um auf die Fertigstellung des Essens zu warten, hörte er den Anfang ihrer Bestellung und war sehr glücklich darüber, nicht dafür zahlen zu müssen.
Eine ganze Weile später, der Weißhaarige war schon längst mit Essen fertig, Tascha hatte allerdings noch einen Nachschlag bestellt, blätterte er bereits wieder in dem Märchenbuch, das immer interessanter wurde. Er war gerade bei der Geschichte über einen legendären Helden des Dorfes, in dem sie sich befanden, als er auf eine der im Buch enthaltenen Zeichnungen traf, welche ihn zum Stocken brachte. „Ähm, Natascha-san“, begann er ungläubig, während er es auf den Tisch legte und umdrehte, damit sie es sehen konnte. „Ist das hier nicht die Geisterrüstung aus dem Muse-…“ Weiter kam er nicht, weil im nächsten Moment ein Besen auf dem Tisch der beiden aufschlug, der am Arm einer… kräftigen Frau gehörte, die als die Wirtin identifiziert werden konnte. „Ich wusste doch, dass ihr beiden nur Ärger macht! Ich habe euch doch gesagt, das hier nicht zu erwähnen! RAUS! Noch ehe er auch nur ein Wort herausbringen konnte, spürte Emaru, wie er aus dem Gasthof geworfen wurde, und kaum hatte er sich aus dem Schnee erhoben, half er der Eismagierin auf und versuchte, sich zu entschuldigen, wurde jedoch von dem vorbeifliegen Buch und dem Ruf: „Und nehmt euer dämliches Buch mit!“ unterbrochen. Glücklicherweise bekam er auch seinen Rucksack und seine Partnerin ihren Reisebeutel nachgeworfen, so konnte er das Buch wieder verstauen und sich ein paar Kaugummikugeln in den Mund werfen. „Ich schätze, mit ihr sollte man sich nicht anlegen… die Frau ist ja schon als gewalttätig zu bezeichnen. Was machen wir jetzt?“ Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass die Sonne voraussichtlich in weniger als zwei Stunden untergehen würde… bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie zwingend im Museum sein mussten, hatten sie noch eine halbe Stunde mehr. Die Kälte in diesem Ort stellte übrigens noch immer kein Problem dar für den Weißhaarigen, nur etwas Ruhe könnte er vielleicht gebrauchen, müde war er natürlich längst wieder. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir jetzt ins Museum zurückgehen… aber die Entscheidung überlasse ich dir.“ Sollte das Mädchen mit den silbrigen Haaren doch sagen, wie es weiterging, ihm war das zu anstrengend.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:11

Scheinbar hatte Emaru eine bessere Idee, er wollte erst etwas Essen gehen, das traf genau Taschas Geschmack. Leider existierte in diesem Ort nur eine Gaststube und zwar die, die ihnen gestern Abend kein Glück gebracht hatte, dieses mal war es jedoch wesentlich voller und die beiden Magier konnten ungestört etwas essen, Tascha mehr als Emaru, natürlich. Während Emaru auf Natascha warten musste, erzählte er etwas von den Legenden der Gegend, nicht ganz uninteressant, Tascha hörte sogar halb zu. Leider wurde das ruhige Essen jäh unterbrochen, als Emaru mit dem Finger auf eine Abbildung in seinem Buch über die Mythen der Gegend zeigte, dort abgebildet war die Rüstung. Das Nächste, was Natascha verspürte, war, wie sie von der Wirtin durch die Tür befördert wurde und im Schnee vor dem Gebäude landete. Neben ihr landete Emaru und danach flogen auch das Buch und ihre Taschen in den Schnee, sehr höflich diese Wirtin. Doch sie kümmerte sich nicht weiter darum, sie hatte es geschafft fast alles aufzuessen und den Rest konnte sie zum Glück mit heraus schmuggeln. Mit einem Bissen im Mund hörte sie sich an, wie Emaru meinte, dass die Sonne bald untergehen würde und es besser wäre zum Museum zurück zu kehren. Mit einem Nicken bedeute sie ihm ihr zu folgen und während sie zu dem großen Gebäude gingen schluckte sie den Rest des Essens herunter.
Als sie in das Gebäude eintraten schien wieder niemand anwesend zu sein, doch änderte sich das, als die Magier die Rüstung erreichten, dort standen Chiba-san und Sato-san. Beide waren in ihr Gespräch vertieft und bemerkten die Magier erst, als sie neben ihnen standen. „Sehr gut, sehr gut, da seid ihr ja, sehr gut, sehr gut.“ „Wollt ihr heute Nacht wieder wache schieben? Auch wenn ich nicht denke, dass es wirklich hilfreich sein wird.“ Da war sie wieder, die Skepsis, die den Direktor auszeichnete, seit die Magier ihn kennengelernt hatten. „Eigentlich nicht, wir haben in einem Buch über Legenden der Gegend diese Rüstung gefunden, aber darin sind wenige Informationen dazu gegeben, wir wollten in die nächste Stadt fahren und dort in der Bibliothek eine Nachtschicht schieben. Morgen früh sind wir wieder da und haben hoffentlich einige nützliche Informationen.“ „Sehr gut, sehr gut, Informationen sind wichtig, dann lässt sich das Problem schnell lösen oder ein Skiresort wird Wahrheit, sehr gut, sehr gut.“ Dieses mal kam von Chiba-san nicht mehr als ein anerkennendes Grunzen, aber Natascha brauchte von ihm auch keine Antwort, knapp verabschiedete sie sich und ging mit Emaru nach draußen, dort flüsterte sie ihm etwas ins Ohr. „Ich habe eine Idee, vertrau mir!“
Eine Stunde später, die Sonne war bereits untergegangen bewegten sich in der Dunkelheit neben dem Museum zwei Gestalten. Es waren die beiden Magier, sie wollten heimlich in das Museum einsteigen und ohne, dass jemand es wusste Wache halten. Vielleicht würde etwas anders laufen, als die Nacht zuvor. Doch erst einmal hieß es hinein kommen, die Eingangstür fiel aus. „Wie wäre es wenn wir vorsichtig auf dem Dach hochgehen, Emaru? Tief genug sind die Dächer, das auch du s schaffen solltest auf sie zu gelangen.“ Gesagt getan, Tascha setzte einen Fuß auf das Dach und ging Schritt für Schritt nach oben. Leider war es sehr rutschig und sie glitt nach unten. Sie hatte schon daran gedacht, wie es wäre, diese Dächer herunter zu rutschen, aber Spaß bereitete es kaum. Gut das war nichts, dann nehmen wir Magie. „Halt dich an mir fest Emaru, dann wird es einfacher!“ Langsam konzentrierte Tascha ihr Mana in den Händen und blickte zu dem Oberlicht, dort mussten sie heran gelangen. Ice Make: Grappling Hook Ein Enterhaken aus Eis schoss bis zum Fenster und hakte sich an der kante ein. Langsam zog Natascha die Kette zu sich heran, was durch die Kante verhindert wurde und die Magier zu dem Fenster zog, praktisch und es kostete kaum Mana.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:13

Man konnte sagen was man wollte, doch Natascha war eindeutig kein dummer Mensch. Im Gegenteil, sie war durchaus gerissen und hatte etwas bemerkt, das auch Emaru aufgefallen war: Der Direktor des Museums war nicht besonders glaubwürdig, eher etwas suspekt. Seinen Namen wusste der Weißhaarige natürlich längst nicht mehr, doch es war offensichtlich, dass er etwas zu verbergen hatte. Auch der Dickere, der ständig „Sehr gut“ sagte, war nicht unbedingt als vertrauenswürdig einzustufen. Am ehesten traute er da noch Tanaka, dieser gab immerhin Auskünfte, die sich als wahr herausstellten, auch wenn sie weder genau, noch interessant waren. Dennoch, auf die Idee Nataschas wäre selbst der misstrauischste Dargin nicht gekommen, sie belog einfach die Leute, die sie bezahlten, um den Job zu erledigen, ohne dass ebenjene Leute es mitbekamen. So unkonventionell das auch klingen mochte, tatsächlich hielt ihr Gildenkamerad diese Idee für geradezu brilliant, denn sollte Direktor-san wirklich etwas mit der Rüstung zu tun haben, so wäre es für die beiden eher nachteilig, wenn er von ihrer Anwesenheit wusste. Und sollten ihre Vermutungen falsch sein, so gab es auch nur diesen einen Weg, das herauszubekommen. Der Finsternismagier war richtiggehend überzeugt davon, dass jetzt, wo sie angeblich nicht da waren, die Geisterrüstung wieder ihre „spukige“ Aktivität aufnehmen würde, und am nächsten Morgen hieße es dann, sie wären nicht da gewesen und hätten dementsprechend ihre Aufgabe nicht richtig erfüllt. Ergebnis: Lohnkürzung, natürlich, und den Einfädelungen des Direktors nach würden sie dann noch gefeuert werden. Aber sie waren da, sie konnten sich um auftretende Probleme kümmern und erfüllten somit ihren Dienst. Natürlich würde man sich, war man ihnen soweiso negativ gesonnen, darüber beschweren können, dass sie ihre Auftraggeber über ihre derzeitigen Aktivitäten fehlinformiert hatten, doch es war nicht teil ihrer Aufgabe, dass der Museumsdirektor immer ihren derzeitigen Standpunkt kannte, sie sollten nur den angeblichen Spuk beenden. Und genau darauf arbeiteten sie gerade hin.
Natürlich war Emaru bewusst, dass der Haupteingang hier keine Option darstellte, allerdings war ihm ebenso klar, dass es sinnlos wäre, ein nasses, rutschiges, steiles Dach hinauflaufen zu wollen. Als auch Natascha das bemerkt hatte, schien sie bereits ihren nächsten Anlauf zu planen, diesmal auf einem etwas magischerem Weg. Ihrer Bitte folgend hielt er sich an ihr fest, wie er das anstellen sollte, da war er sich nicht sicher, deswegen fiel ihm nur ein, von hinten die Arme um ihren Bauch zu legen und sich so fest genug zu halten, um beim Hochziehen nicht abzurutschen. Ihr Zauber war beeindruckend und er war sicher, dass sie ihn bei ihrer letzten Quest noch nicht beherrscht hatte, sonst hätte sie ihn sicherlich in dem Kampf gegen die Entführer verwendet. Eines musste er zugeben, während seine elementare Finsternismagie sich hauptsächlich für den Kampf eignete, war ihre Eisalchemie in diesem Punkt zwar nicht ganz so stark, aber dafür um einiges vielseitiger. Tatsächlich schaffte sie es mit einem einzigen Zauber, sie beide nach oben zu ziehen bis an das Oberlicht, bei welchem es tatsächlich möglich war, halbwegs sicher stehen zu bleiben, selbst mit nur wenig Geschick. Vorsichtig kniete der Magier sich hin und spähte durch das schmale Fenster; es war ziemlich finster dort drinnen, doch seinem Nachtblick konnte sich darin natürlich nichts entziehen. Die ach so lebhafte Tierpuppe entzog sich wie ein paar andere Ausstellungsstücke aufgrund der Trennwände seinem Blick, allerdings erkannte er am Rand seines Blickfelds die Rüstung, die sie zu überwachen hatten, welche noch immer auf ihrem Sockel ruhte, und außerdem ließ sich direkt unter den beiden Mitgliedern Blue Pegasus‘ auch die Bank erkennen, auf der sie die vorherige Nacht zusammen verbracht hatten. Erneut rief er sich das Bild aus dem Mythenbuch vor Augen, es war zwar etwas glanzvoller gewesen und die Pose war natürlich typisch Held, doch es war ganz eindeutig dieselbe Rüstung gewesen. Dann suchte er die Ränder des Oberlichtes ab und fand einen kleinen Riegel, den zu öffnen nicht mehr als eine Kleinigkeit für ihn sein würde, und eine andere Sicherung schien es nicht zu haben. Sollte Natascha also bereits hineinwollen, so wäre das kein Problem, schon gar nicht bei der niedrigen Dachhöhe und notfalls hatte sie ja noch ihren eisigen Greifhaken. Noch war dort drinnen allerdings nichts los, vielleicht wäre es auch besser, hier draußen darauf zu warten, dass etwas geschah. Die Entscheidung lag bei ihr.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:13

Schnell waren die Magier am Oberlicht des Museums angekommen, sie hatten ja auch nichts anderes zu tun, als sich von Taschas Zauber herauf hieven zu lassen. Oben angekommen fand Emaru schnell den Riegel, der das Fenster geschlossen hielt und öffnete das Fenster. Man konnte fast das gesamte Museum überblicken, nur einige Trennwände versperrten den Blick, aber die Rüstung stand so gut, dass sie komplett in Taschas Blickfeld lag. Jetzt hieß es warten, sie entschied sich dazu noch nicht einzusteigen, das konnten sie später machen, solange würde ihr Enterhaken einfach bereitliegen.
Schon nach wenigen Minuten war Tascha gelangweilt und müde, kein Wunder, sie hatte das letzte Mal im Zug nach Rekishi geschlafen und das war fast zwei Tage her. Die Sterne schienen interessanter zu sein, als das Museum, erst jetzt fiel ihr auf, dass Emarus Hobby wirklich sehr entspannend sein konnte, er selbst schien auch mehr gefallen an den Gasriesen im All zu haben. Sicherlich würden sie etwas hören, wenn sich die Rüstung bewegte, massives Metall war in Bewegung nicht unbedingt das, was man als leise bezeichnete. Kurz war es so, als hörte Natascha ein kurzes Sehr gut, vielleicht beendete Sato-san, seine Arbeit gerade. Aber nur wenige Augenblicke später erklang ein lauter Schrei, der eindeutig von einem man kam, war Sato-san in Gefahr? Hastig hakte Tascha den Enterhaken am Fenster ein und ließ sich in das Museum herunter fallen, unten angekommen, brach sie das Eis von ihren Handflächen hab, immerhin musste sie sich bewegen können, doch Emaru musste auch herunter kommen können. Schnell rannte Tascha in die Ecke, aus der der Schrei gekommen war, dabei kam sie an dem Sockel der Rüstung vorbei, er war leer, also bewegte sich die Rüstung wirklich, ob sie bewegt wurde, oder es von selbst tat würde sich also bald auflösen. Dort war er, Sato-san, er rannte gerade an der Rückwärtigen wand des Museums entlang und verfolgt wurde er von … der Rüstung, die mit hoch erhobenem Schwert hinter dem dicken Mann her schritt. Sie hatte keine Hast, sie ging entspannt, jedenfalls meinte Natascha Entspannung zu erkennen, das war schon schwierig. Aber warum verließ Sato-san nicht das Museum, immerhin lief er, während die Rüstung ging? Doch diese Frage beantwortete sich sofort, als Sato-san auf die Tür zuhielt und versuchte sie zu öffnen, sie gab nicht nach, auch nicht, nachdem Sato-san seinen Schlüssel ins Schloss gesteckt und herumgedreht hatte. Das Werkeln an der Tür hatte den Mann aber zu viel zeit gekostet, die Rüstung war schon fast an dem Mann herangetreten und er schien auch schon sehr außer Atem zu sein. In solcher Not musste schnell eine Idee her. Aber Natascha hatte nur drei zauber, die sie beherrschte, einen für den Nahkampf, einen Verteidigungszauber und einen, mit dem sie sich an Dinge heranziehen konnte. Moment , ziehen? Genau, sie wusste jetzt was sie zu tun hatte, einen Fuß stemmte sie gegen eine der Säulen, die das Gebäude trugen und schon konzentrierte sie Mana in ihrer Hand. Ice Make: Grappling Hook Der Enterhaken schoss schon auf den dicken Mann zu, schlang sich um seine füllige Taille und zog ihn in Richtung der Säule. Puh, ist der schwer, eine Diät könnte dem nicht schaden. Dennoch rettete Tascha so den Mann vor dem gerade niedersausenden Schwert und zögerte die Gefahr wenigstens heraus.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:14

Erstaunlich lange geschah gar nichts, und wie Natascha verlor auch Emaru selbst schnell das Interesse. Sie hatte absolut recht, wenn eine Jahrhunderte alte Rüstung aufstand und wegging, dann musste man das einfach hören, selbst mit seiner niedrigen Aufmerksamkeitsspanne. Erfreut beobachtete er, wie seine Teampartnerin in die Sterne blickte, ihrem Blick nach zu urteilen konnte sie die unendliche Schönheit des Kosmos, der sich so weit über sie erstreckte und die beiden so winzig erscheinen ließ, wenigstens ansatzweise erkennen. Derzeit wurde der Himmel nicht annähernd so sehr von Wolken verdeckt wie in der vorigen Nacht, weshalb man sowohl die Sterne, als auch den schönen, großen Mond betrachten konnte, der sein fahles Licht auf die weißen Haare der beiden Anwesenden warf. Es sah wirklich schön aus, wie Nataschas Haar hier silbrig glänzte, und Emaru konnte sich vorstellen, wie er gerade aussehen musste. Wenn er am Tag schon so gutaussehend war, wie würde er dann erst in diesem Licht wirken, diesem wunderschönen Licht, das die Schönheit der ganzen Welt bis zu ihren Grenzen zu treiben schien. Unbeirrbar blickten die beiden hinauf, darauf wartend, dass die Rüstung ihre Geräusche machte, doch natürlich tat sie das nicht. Es gab eben keine Geister, und scheinbar war den Erzeugern dieser Gruselgeschichte diese Nacht nicht wichtig genug, um noch einmal ihren billigen Trick an den armen Dorfbewohnern auszulassen…
Ein markerschütternder Schrei holte Emaru wieder in die richtige Welt zurück und sofort wanderte sein Blick durch die Luke, an der er saß. Tatsächlich, der Sockel war nun leer, scheinbar war dieser Streich doch nicht so laut, wie er vermutet hatte. Auch Natascha schien es bemerkt zu haben, kein Wunder bei dem Schrei, und sogleich stürzte sie sich mit festgehaktem Enterhaken hinunter, um kurz über dem Boden zu stoppen und sich selbst von der Kette zu lösen. Danach verschwand sie bereits aus seinem Blickfeld, doch natürlich verlor der Dargin keine Zeit, sondern sprang gleich hinterher, sich an der kalten Kette festhaltend, die bei diesen Temperaturen wohl noch eine Weile halten würde. Für Nataschas Magie war dieser Ort wohl ziemlich gut geeignet, immerhin hielt Eis hier wesentlich einfacher und länger als bei ihnen daheim, was ihren Manaverbrauch wohl etwas senken können dürfte. Der Dargin erkannte die Situation schnell, sah, wie seine Partnerin den dicken Museumsassistenten mit ihrem neuen Zauber von der Tür wegzerrte und wie die Rüstung ihr Schwert niedersausen ließ. Die Kraft, die diese dafür aufwandte, reichte aus, um mit dem Schwert ein nettes Loch in die dicke Holzwand zu reissen, allerdings war sie immerhin nicht allzu schnell. Natürlich nicht, es war eine Rüstung. Sie war schwer und hatte schwer zu bewegende Gelenke, entsprechend war sie natürlich ungelenk und somit auch langsam. Ein Glück, denn ansonsten wäre Dickerchen-san jetzt bestimmt nicht mehr am Leben, und das hätte mit Sicherheit wirklich miese Auswirkungen auf die Bezahlung der beiden Magier gehabt. Außerdem erlaubte dieser Umstand dem Finsternismagier einen wirklich guten Angriff, er rannte bereits mit seiner vollsten Geschwindigkeit auf die legendäre Rüstung und zog die zur Faust geballte Rechte zurück, um einen möglichst wuchtigen Schlag hinzubekommen. Er war stark genug, mit einem weniger heftigen Schlag eine Holzplatte zu durchbrechen, und die Widerstandsfähigkeit seines Körpers sollte es ihm erlauben, gegen eine metallene Rüstung zu schlagen, ohne sich gleich die Haut über den Knöcheln aufzureissen, also sollte er sie wenigstens schön eindellen können. Um das ganze noch etwas zu verstärken, fokussierte er das Mana in seiner Faust und murmelte, während er den rechten Arm schnell nach vorne stieß: „Fist of Darkness!“ Sofort wickelte sich eine Schicht aus Finsternis um seine Hand, die kurz darauf an der Stelle einschlug, die man bei einem Menschen als ‚zwischen den Schulterblättern‘ beschreiben würde. Wie erwartet gab das Metall nach, ging zwar nicht kaputt, wölbte sich aber ein kleines Stück weit nach innen, und was er daraufhin spürte, überraschte ihn etwas: Es gab Widerstand, unter der Rüstung schien sich tatsächlich ein menschlicher Körper zu befinden. Natürlich hatte er nicht geglaubt, dass es ein Geist oder eine ähnliche Ausgeburt der menschlichen Fantasie war, allerdings war es eine schwierige, langwierige, anstrengende und vor allem laute Angelegenheit, in eine Rüstung zu schlüpfen. Er hatte eher erwartet, dass irgendein anderer Zauberer hier am Werke war oder ein Mechanismus, oder vielleicht hätte auch jemand einen Weg gefunden, der ihm nicht in den Sinn gekommen war, aber dass tatsächlich jemand in diese Rüstung stieg und damit umherwanderte… wie blöd musste man eigentlich sein, so etwas zu tun? Und wie unqualifiziert musste ein Wachmann sein, wenn er sich von so etwas in die Flucht schlagen ließ? Allerdings gab es noch eine weitere, sehr viel wichtigere Frage: Wer war der Typ, der eine uralte, schwere Metallrüstung anlegte, ein Schwert so schwang, dass er damit Wände durchbrach, und mit besagter Metallrüstung und besagtem Schwert durch ein Museum stapfte, ohne dass man irgendetwas davon hörte? Alles ziemlich suspekt. Die Delle in der Rüstung würde vielleicht etwas auf die Bezahlung drücken, doch das war etwas, auf das der Magier derzeit leider nicht achten konnte. Er musste das Ding einfach aufhalten, um Natascha und ihre schwere Last in Sicherheit zu bringen!

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:14

Sato-san musste unbedingt abnehmen, zwar nahm ihr Zauber Tascha die meiste Arbeit ah, doch selbst das bisschen, dass sie stemmen musste, reichte ihr, um außer Atem zu kommen. Sport konnte doch so erfüllend sein, aber nein, sie erwischte jemanden, der davon nichts verstand. Sie selbst kletterte wenigstens gerne, zwar ab und an illegal mitten in Oshibana, aber bisher hatte sich noch niemand daran gestört, immerhin war sie Magierin und viele meinten wohl, dass jeder davon eine kleine Macke brauchte. Keine Frage, Tascha war faul, aber sie kletterte dennoch gerne und es hatte ihr bei ihrer letzten Quest sogar geholfen. Vielleicht könnte Tascha auch noch eine interessante Sportart für Sato-san finden, wenn das hier vorbei war, nötig hatte er es. Doch jetzt war nicht die Zeit, um über eine Sportart für den finanziellen Berater des Museums nachzudenken, immerhin wurde er gerade angegriffen. Der Angreifer war immer noch diese Rüstung, was sonst, sie hätte sich schwerlich in einen Yeti verwandelt. Doch etwas änderte sich auf dem Kampffeld, Emaru raste nämlich genau in dem Moment heran, als Tascha Sato-san gepackt hatte und ihn von der Rüstung wegzog. Er griff das große, metallene Gebilde mit seiner Finsternismagie an und schien die Rüstung sogar ein wenig zu beschädigen, normalerweise konnte Tascha es nicht gutheißen, wenn Museumsstücke beschädigt wurden, doch in diesem Fall sollte eine Ausnahme gemacht werden. Die Rüstung wurde von dem Magier umgestoßen, doch blieb sie in einer aufrecht sitzenden Position sitzen, schon irgendwie gruselig, das hieße nämlich, dass sich innerhalb der Rüstung widerstand befand, sonst wäre sie einfach zusammen gefallen. Als Tascha so darüber nachdachte, Gewissheit hatte sie noch nicht, im Gegensatz zu Emaru, begann die Rüstung wieder aufzustehen. Schnell rannte Tascha an Sato-san vorbei, befreite ihn mit einem Handgriff von dem Enterhaken und näherte sich der Rüstung. Schon schloss sich das Eis um ihre Arme, ein doppelter Ice Make: Wolf würde zwar wenig schaden anrichten, doch mit dem Metall stellte Kälte etwas Nettes an, dass sie Person darin zu spüren bekommen würde. Es begann auf Haut und Kleidung zu kleben, weil es bei niedrigen Temperaturen an der Haut festfror, das würde die Bewegungsfreiheit der Rüstung weiter einschränken. Doch erst musste sie die Rüstung erreichen, immerhin trennten sie noch einige Meter. Leider stand das Gebilde aus Metall schon wieder auf den Beinen und drehte sich dem Finsternismagier zu, Tascha musste sich beeilen um ihrem Teampartner beizustehen. Ein kräftiger Hieb, mehr war bei dem brüchigen Eis nicht drin, doch der traf genau, dort wo bei Menschen normalerweise die Schulter am empfindlichsten war. Leider war das Metall wohl härter, als angenommen, denn ein leichter, tauber Schmerz durchdrang den Arm der Magierin. „Emaru, ich gebe dir Rückendeckung, deine Magie ist hierfür einfach besser geeignet. Aber hast du das auch gespürt? Da ist jemand drin.“ Bereit für die nächste Runde gegen die Rüstung, stellte sich Natascha neben dem Dargin auf. Er war dran, seine Magie konnte einfach viel besser austeilen, gegen etwas, das kein Fleisch hatte. Leise hörte sie im Hintergrund, wie sich Sato-san an der Tür zu schaffen machte, er war verzweifelt, sie mussten das schnell hinter sich bringen. Der erste Kampfteilnehmer, de einen Schritt wagte, war die Rüstung, sie begann ihr Schwert zu schwingen.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:15

Tatsächlich griff Natascha selbst die Rüstung auch einmal an, was aber offensichtlich für sie selbst schmerzhafter war als für das Ziel des Angriffes, trotz des Eises, das ihre Arme umgab. Danach flüchtete sie zu ihrem wesentlich kräftigeren Partner, natürlich, alles andere wäre jetzt wohl nicht die beste Entscheidung, bei einem Gegner, dem sie nicht wirklich Schaden bereiten konnte. Ihre Aussage war eher amüsant als nützlich, natürlich hatte er den Inhalt des Metalles erspüren können, und auch ihr Magievergleich war amüsant. Seine Magie war besser dafür geeignet? Von wegen. Keiner seiner Zauber konnte einer Rüstung wirklich etwas anhaben, außerdem waren zwei davon nur für den Nahkampf geeignet, was bei seiner niedrigen Geschwindigkeit und unerheblichen Geschick nicht unbedingt das Gelbe vom Ei war. Auch wenn Finsternismagie etwas wunderschönes, starkes und großartiges war – so wie ihr Nutzer auch –, so war sie gegen einen Mann in einer Rüstung eher minder hilfreich. Nein, was ihn überlegen machte waren nicht etwa seine magischen Fähigkeiten, sondern in diesem Fall seine reine physische Kraft und vor allem seine Widerstandsfähigkeit. Wenn man auf dünnes Metall hauen konnte, dass es sich verbog, ohne selbst Schaden davon zu tragen, dann war die Magie gegen eine Rüstung eher eine Unterstützung als das Mittel zum Sieg. Vor dem Schwert, dass die mysteriöse Person vor ihm gerade zum Schwung erhob, musste er sich allerdings trotzdem ich acht nehmen, ebenso vor den kraftvollen Hieben, die dieser Gegner mit Sicherheit beherrschte. Außerdem hatte er noch immer nicht ausgeschlossen, dass auch diese Person Magie beherrschte, immerhin hatte sie, ohne ein allzu lautes Geräusch zu machen, eine Rüstung angezogen und war damit von ihrem Sockel und durch das Museum gewandert. Sie musste sowohl sehr geschickt, als auch sehr schnell sein, die beiden Eigenschaften, an denen es ihm mangelte, ihre Stärke hatte sie ja zuvor demonstriert und durch die Rüstung bekam auch der Widerstand einen gehörigen Boost. Solche übermenschlichen Fähigkeiten fanden sich meist nur bei Magiern, und sollte diese Person tatsächlich zu der Sorte gehören, so durfte sie nicht unterschätzt werden. Allerdings war auch Emaru Magier, und für einen Anfänger wirklich ein Meister seines Faches. Noch immer war seine Rechte von Finsternis umgeben, und auch in der linken Hand sammelte er genügend Mana, um bei Gelegenheit einen weiteren Zauber ausführen zu können. Der Schwerthieb war zwar gezielt, allerdings reichte aufgrund der begrenzten Reichweite, die die Rüstung als Nahkämpfer eben hatte, ein weiter Schritt nach hinten, uma auszuweichen und gleich darauf mit dem nächsten Schlag hervorzuschießen. Dieses Mal in den Brustbereich, gegen den Solarplexus, auch wenn der Schlag durch die Rüstung stark abgedämpft wurde, so wölbte sich diese erneut und dürfte auf die Lunge des Trägers drücken. Nicht so sehr, dass dieser ersticken würde, aber Emaru konnte eindeutig hören, wie die Atmung, die hervordrang, schwerer wurde. Sofort begab er sich hinter seinen Gegner und schlug gegen die bereits eingedellte Stelle im Rücken, zwar mit weniger Schwung, aber da das Metall bereits am Körper des Feindes auflag, spürte dieser es ziemlich direkt und ließ ein Ächzen hören. Als nächstes schlug der Dargin so flink wie möglich mit der Seite des linken Armes gegen den Helm, und diese schnelle Kombination riss die vor ihm stehende Person nun endlich von den Beinen und ließ sie nach kurzem Armrudern aufgrund des hohen Gewichtes schwer auf ihrer Seite landen. Ein paar Prellungen waren nach dieser Aktion sicher, ein würdiger Gegner würde dieser Feind nun sicher nicht mehr sein, weswegen er seine Hand von der Finsternis, die sie wie ein Handschuh umgab, befreite. Das Mana in der anderen Hand ließ er, wo es war, nach außen hin war es ja nicht sicher und es stellte wenigstens eine kleine Absicherung dar. Als nächstes begab er sich an die Stelle, an der der Kopf des Niedergestreckten gerade ruhte, und legte die Hände an den Helm, um diesen herunter zu ziehen. Jetzt wollte er doch wissen, wen er da gerade erledigt hatte.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:15

Während Natascha Unterstützungsposition bezogen hatte, völlig überflüssigerweise, bekämpfte Emaru die Rüstung. Er zeigte dabei ein gewisses Geschick, denn er nutzte nicht nur seine Magie, sondern auch den gesunden Menschenverstand, er kämpfte effektiv. Immer auf die Punkte, die beim Menschen bei richtiger Bearbeitung empfindlich waren, wirklich Tascha war beeindruckt und einen Hauch überflüssig, aber das störte sie nicht. Schnell hatte der Finsternismagier den Haufen Metall niedergerungen und auch kräftig verbeult, sicherlich war der Wert der Antiquität um einige tausend Jewel gesunken, aber niemand hatte sie beauftragt die Rüstung ganz zu lassen. Nun näherte sich auch Tascha dem Metallkörper, denn Emaru schickte sich an, den Helm zu entfernen, endlich würde das Geheimnis gelöst werden, die Spannung war unerträglich, nun ja nicht ganz, es war schon spannend, aber nicht so spannend. Langsam entfernte Emaru den Helm von der Rüstung und ein menschlicher Kopf kam darunter zum Vorschein. Das Gesicht war verschwitzt, immerhin war es sicher heiß in der Rüstung gewesen, doch es ließ sich eindeutig das Gesicht des Direktors erkennen, Chiba-san. Erschrocken wich Tascha einen Schritt zurück, was hatte der Direktor des Museums in der Rüstung zu suchen? Die Antwort würden sie aus dem Mann herausquetschen müssen. Dieser hustete einige Male und öffnete dann die Augen. „Was macht ihr hier, ihr wolltet doch in die nächste Stadt fahren.“ Er war also bei Sinnen, gut, dann konnte man Einfluss von außerhalb fast ausschließen, aber machte das etwas besser? „Wir machen hier nur unseren Job, wir wurden dazu angeheuert, die Geisterrüstung zu entlarven und das tun wir hiermit, die Mittel wurden uns freigestellt.“ Ein leicht diabolisches Grinsen zeigte sich auf Taschas Gesicht, langsam beugte sie sich zu dem Mann in der Rüstung herunter und grinste ihm direkt ins Gesicht. „Und jetzt sagen Sie uns, was Sie in der Rüstung tun und warum Sie Sato-san angegriffen haben!“ „Und wenn ich mich weigere?“ Das Grinsen auf den Gesicht von Tascha wurde breiter und breiter. „Wir finden schon Mittel und Wege Sie zum Reden zu bringen und sie scheinen mir nicht der Typ, der unsere Ideen lange aushält.“ Wie konnte Tascha nur so fies sein? Zwei Tage Schlafentzug machten schon etwas aus, wenn man es nicht gewohnt war, Emaru hätte sicherlich noch einige Tage ausgehalten, doch Tascha wurde bei zu wenig Schlaf aggressiv. „Gut ich rede, ich wollte Sato umbringen, wie konnte er es wagen mein Museum, für das ich so hart gearbeitet habe, in ein Skiresort umbauen zu wollen? Dafür musste er einfach sterben.“ War das eine Rechtfertigung? Nein, natürlich nicht, aber Tascha konnte ihn schon etwas verstehen, sein Traum sollte zerstört werden, doch sollte sich so ein Mann verhalten? „Das war es? Deswegen haben Sie hier mit der Rüstung herum gespielt? Warum sind Sie eigentlich auch schon einige Nächte zuvor damit herum gelaufen?“ Ein tiefer Seufzer entstieg der Rüstung der Mann hatte recht schnell aufgegeben, angenehme Abwechslung. „Ich musste ja schließlich üben, ein Mord will geplant sein.“ Wie konnte Chiba-san eigentlich so locker darüber reden jemanden zu töten? „Ihnen ist klar, dass wir sie den Behörden übergeben müssen?“ „Ja, und ich beuge mich dem, ich verliere so oder so mein Museum.“ Hinter den Magier erklang die Stimme Sato-san, er hatte es aufgegeben an der Tür herum zu werkeln und gesellte sich zu der kleinen Gruppe. „Sehr gut, sehr gut, ich habe in den Unterlagen einen Fehler gefunden, unsere Schulden sind nicht so hoch, ich wollte es ihnen morgen früh sagen Chiba-san, aber nun wird es wohl nichts mehr mit dem Museum für sie. Sehr gut, sehr gut.“ Unbewusst hatte Tascha das Gefühl ihre Faust im Gesicht des finanziellen Beraters zu platzieren, aber er war ihr Auftraggeber. Der Schlafmangel wirkte sich wirklich stark auf die junge Frau aus. „Wie sollen wir hier eigentlich raus kommen?“ Ein weiteres seufzen erklang aus der Rüstung, wie viel Selbstmitleid brauchte man eigentlich? „Von außen geht die Tür noch auf, sobald Tanaka kommt sind wir frei.“ Also hieß es warten.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:16

Ja, die Rüstung war ganz schön verbeult, aber dieses Risiko hatte der Möchtegern-Ritter einkalkulieren müssen. Wenn er jemanden angriff, dann war damit zu rechnen, dass er gewisse Verluste zu beklagen haben würde, also würde das Ganze ja wohl in Ordnung gehen und sich nicht auf ihr Gehalt auswirken. Ja, obwohl es gerade der Direktor selbst war, dem er den Helm vom Kopf gezogen hatte, interessierte sich der Magier mit dem weißen Schopf mehr für die Bezahlung als die aktuelle Situation. Soweit er wusste war es nicht dieser Mann gewesen, sondern der dicke, der sich noch immer hinter ihm und seiner Partnerin befand, der sie angeheuert hatte, entsprechend war dieser auch für ihre Bezahlung zuständig. Und dass sie ihm gerade das Leben gerettet hatten, machte den Wert ihrer Arbeit sicherlich nicht schlechter. Das Buch in seinem Rucksack war zwar auch schon eine neue Errungenschaft, die sich zu haben lohnte, doch richtiges Geld konnte es eben nicht ersetzen, und abgesehen davon gehörte es streng genommen nicht ihm. Die unfreundliche Wirtin würde es allerdings nicht wiedersehen, wo sie es doch als „sein Buch“ hinter ihm aus der Kaserne geworfen hatte. Dieses gute Stück würde ein Teil seiner Sammlung werden, von nun an war es einfach sein Besitz, konnte kommen was da wolle. Es war interessant, sah gut aus und hatte mit Sicherheit einen gewissen Wert, entsprechend passte es gut zu genau der Sorte Bücher, die er mochte: Interessant, gutaussehend, mit einem gewissen Wert. Genre oder ähnliches hatten für ihn nie eine Bedeutung gehabt, er las so ziemlich alles und tat das auch gern. Ob Geschichten, wissenschaftliche Abhandlungen, Bücher über Magie oder alte Mythen und Legenden, all das weckte sein Interesse gleichermaßen und ohne wirkliche Vorlieben.

Glücklicherweise machte Museumsdirektor-san nicht allzu viele Probleme, deshalb konnte Emaru sich das Mana sparen, das er ihm vorbereitet hatte. Einsichtig wirkte er nicht, aber er hatte eindeutig gemerkt, dass es nicht einmal in einer Rüstung Rettung gab vor dem zukünftig größten Finsternismagier Fiores. Allerdings konnte man dem Mann durchaus glauben, dass er all die Zeit zum Üben verwendet hatte, seine Fähigkeiten als Rüstungsträger waren wirklich außergewöhnlich. Der Dargin wäre wohl gerade in so etwas unbrauchbar gewesen, immerhin wäre er dann nur noch langsamer und das nur, um mehr Widerstand zu haben… eine Eigenschaft, die er durchaus bereits besaß. Außerdem konnte man noch immer hören, dass ihm das Atmen etwas schwerer fiel, jetzt, wo ihm die Brustplatte des Metallpanzers gegen die Lunge drückte. Außerdem würde es nun selbst Natascha – zumindest mit ihren Wolfsarmen – schaffen, ihn an den beiden eingedellten Stellen zu verletzen, immerhin waren diese auch so gewählt, dass man die größtmöglichen Schmerzen austeilen konnte. Gewisse körperliche Fähigkeiten waren eben notwendig, wenn man fähig sein wollte, die Kämpfe des Lebens siegreich zu beenden, das galt selbst für Magier, doch allein das reichte auch nicht. Der stärkste Mensch der Welt konnte gegen einen Durchschnittsmagier verlieren, wenn dieser clever genug war. Stark und intelligent musste man sein, wenn man in dieser Welt überleben wollte, eines allein reichte eben nicht das ganze Leben lang. Und dieser Mann war einfach nicht clever genug, um auch nur ansatzweise mithalten zu können mit dem jungen Dargin, und seine Beweglichkeit war in dieser Rüstung einfach zu eingeschränkt, er konnte so nicht einmal körperlich an das Weißhaar heranreichen. Soweit Emaru das sah, war diese Quest hiermit übrigens so ziemlich vorbei, viel blieb nicht mehr zu tun. Allerdings bedeutete das auch, dass sie bald wieder durch den viel zu hohen Schnee zu der Bahnstation würden stapfen müssen… ob sich diese Schneeräumer hier auch mieten lassen würden? Nützlich wäre das doch wohl…

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BeitragThema: Re: Das Dorf Rekishi   So 26 Okt 2014 - 20:17

Jetzt hieß es noch eine Nacht in dem Museum verbringen, Tascha hatte wirklich keine Lust das nochmals auszuhalten, aber es musste sein, immerhin mussten sie auch auf Chiba aufpassen. Also setzte sich Tascha gelangweilt gegen die nächste Wand und versuchte nicht einzuschlafen. Wieso gab es in diesem Museum eigentlich keinen Snackautomaten? Vielleicht konnte Tascha noch einmal über die Quest nachdenken, bis Tanaka hier aufschlug, das würde immerhin noch einige Stunden dauern. Doch die Gedanken an die Quest machten Natascha eher depressiv, sie waren hier im hinter letzten Kaff auf der Welt, sie wäre beinahe in einen Abgrund gefallen. Das schlimmste war aber, dass die Wirtin sie rausgeworfen hatte, zweimal, und das zweite Mal sogar während des Essen. Dazu kam noch das nervige „Sehr gut“ von Sato-san und ein Museumsdirektor, der versucht seinen finanziellen Berater zu töten und dann noch zwei Angestellte, die mit Informationen auftrumpften, die niemandem halfen. Zwar waren es noch nicht viele Quests, die Tascha erledigt hatte, doch schon jetzt stempelte sie diesen Job als „Schlimmste Quest ever“ ab. Bei ihrer letzten Quest mit Emaru konnte sie immerhin ordentlich schlafen und hatte auch geregelte Mahlzeiten, sie waren zwar etwas klein gewesen, aber sie hatte immerhin etwas bekommen. Ein Blick von Tascha auf die Uhr, die über dem Eingang hing sagte Tascha, dass sie noch mindestens vier Stunden warten mussten. Schrecklich!
Die letzten Stunden hatte Tascha mit ihren Gedanken verbracht doch plötzlich hörte sie ein Kratzen an der Tür. Es klang als würde ein Schlüssel in das Schloss gesteckt werden, das musste Tanaka sein, endlich. Langsam öffnete sich die Tür und der Angestellte des Museums betrat den Ausstellungsraum. Schnell sprang Tascha auf und ging auf ihn zu. Sie erklärte alles, was passiert war in möglichst kurzer aber genauer Form und wartete auf eine Reaktion des Angestellten. Diese äußerte sich in einem verzweifelten laut und einer kurzen Aussage mit brüchiger Stimme. „Was soll nur aus dem Museum werden?“ Was sollte Tascha denn nun antworten, doch plötzlich kam ihr die Idee. Das Museum hatte eigentlich keine so großen finanziellen Probleme, jedenfalls nicht, wenn sie ein Ausstellungsstück verkaufen oder mehrere verliehen, das wäre nicht das Problem, das Problem war, dass der Direktor einen Mordversuch getätigt hatte. Eigentlich war die Lösung doch einfach, oder? „Das ist doch gar kein Problem, Sie lieben das Museum und ihre Arbeit hier, das merkt man sofort, sie könnten das Museum leiten Tanaka-san. Und die finanziellen Probleme des Museums können recht einfach gelöst werden.“ Reichte das? Vielleicht immerhin liebte Tanaka das Museum da musste er sich doch tierisch freuen das Museum übernehmen zu dürfen. „Ich weiß gar nicht was sich sagen soll, wäre das wirklich möglich?“ Mit einem Nicken bekräftigte Sato-san, dasse smöglich wäre und damit hatte sich doch eigentlich alles zum Guten gewendet oder etwa nicht? Der Geist war entlarvt das Museum hatte keine finanziellen Probleme mehr und würde kein Skiresort werden und was am wichtigsten war, Tascha würde dann wieder eine Nacht durchschlafen können. Also nahmen die beiden Magier den ehemaligen Museumsdirektor mit und würden ihn in der nächsten Stadt den Behörden über geben, ihre Belohnung hatten sie schon erhalten, aber halbe Sachen gefielen Tascha nicht. Das war doch ein recht gelungenes Ende dieser Quest, aber jetzt freute sich Tascha nur noch auf ihr Bett, den Kühlschrank und die Heimat.

Nachts im Museum
Questende

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