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 Das Herone Hotel

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Naomi

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BeitragThema: Das Herone Hotel   So 26 Okt 2014 - 22:40

cf: Der Drachenhort

Sie waren also endlich angekommen, vor ihnen lag die schrecklich nobel wirkende Eingangshalle mit der Rezeption hinter der eine junge Frau und ein junger Mann die auf zwei bequem wirkenden Stühlen saßen und scheinbar gerade nichts zu tun hatten. Außerdem rechts und links Fahrstühle zu den Zimmern und nach hinten durch die Büros der Geschäftsleitung. Naomi ging zielstrebig auf die junge Frau am Empfang zu. "Guten Tag, mein Name ist Naomi Kagekami und das ist mein Begleiter Seraphim", stellte sie sich und den jungen Mann neben sich vor, was von der Frau nickend zur Kenntnis genommen wurde, "Wir sind von der Gilde Blue Pegasus und haben einen Termin bei Herrn Hiroshi Nakamura." Wie eine Art Ausweis zeigte sie das Gildenzeichen auf ihrem Unterarm vor und damit schien das Gespräch schon gelaufen zu sein. Die Dame hatte keinen Ton sagen müssen und griff nun zu dem Käfig welcher vor ihr auf dem Tisch stand und Zog eine Maus heraus. Dieser steckte sie einen Notizzettel in eine Art Halterung auf dem Rücken, woraufhin diese davon krabbelte in einer Art Röhre. Wenige Minuten später kam die Maus durch eben jene Röhre zurück und erhielt zur Belohnung ein Stück Käse. Den Zettel lesend hielt die Frau inne und sagte dann, "Gut gemacht Knusbelchen." Danach wandte sie sich wieder den beiden Magiern zu, vielleicht etwas mehr dem weißhaarigen Himmelsdragonslayer, aber wer konnte ihr das verübeln, ein Blickfang war er für Männer und Frauen gleicherweise und wenn es nur neidische Blicke waren. Eigentlich etwas was am amüsantesten war, wenn man mit Seraphim unterwegs war. Eigentlich müsste man ihn mal einen Tag lang auf einen Marktplatz stellen und einfach nur süß gucken lassen, nur um die Reaktionen der Leute zu sehne die an ihm vorbei gingen. Bei dem Gedanken musste sie leicht lachen, immerhin konnte sie sich vorstellen, dass die eine oder andere Frau so sicher von ihrem Mann abgelenkt würde und dieser würde entsprechend beleidigt sein. Nun gut die Frau hatte erklärt, dass sie eigentlich nur durch diese eine Tür mussten und dann gleich links. Das konnte ja nicht so schwer sein. Naomi bedankte sich, auch wenn man sie nicht angesprochen hatte, aber es war eine nette Weise um zu sagen, dass sie ebenfalls noch da war und nicht in Vergessenheit geraten wollte. Danach setzte sie sich in Bewegung um den Herren dieses Hotels einen Besuch abzustatten.


Zuletzt von Naomi am Di 28 Okt 2014 - 18:33 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Seraphim

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   So 26 Okt 2014 - 22:41

Zugfahrten verloren irgendwie seinen Reiz, wenn man niemanden zum spielen hatte. So seriös oder ernst er auch wirken konnte, eigentlich spielte er doch so gerne, wenn es auch höchst eigenwillige Spiele waren, mit denen er sich die Zeit vertrieb. Cyrus spielte mit Menschen, so wie andere mit Figuren. Er strich ihnen Honig ums Maul, warf sie auf den Boden, trampelte auf ihren armen, dummen Herzen herum und erfreute sich des Anblicks. Aber wie um Himmels Willen sollte er sich amüsieren, wenn er in einem rappelvollen Zug stand und auf ein kleines blondes Mädchen aufpassen musste, dessen Körper eine so geringe Masse hatte, dass sie beinahe wehrlos im Hin und Her der Menge versinken würde, wenn er sie nicht neben sich gedrückt halten würde? Sollte er die alte Frau neben ihm anmachen? Ernsthaft, nein. Und mit Naomi ließ sich auch nicht besonders viel anfangen, außer sie anzulächeln und sich an ihrer kindlichen Unschuld zu erfreuen, die aus ihren großen, braunen Augen strahlte. Ja, Naomi war wohl das heiligste Wesen, welches ihm je unter gekommen war, eigentlich waren ihre Absichten so rein, dass sie ein Engel hätte sein können. Ihr Lächeln schien aus tiefster Seele zu kommen, während das seine lediglich die Maske eines hämischen Grinsens war, die die Menschen über sein wahres Wesen hinweg täuschen sollte. Naomi war zuckersüß und knuddelig, aber auch wenn er mit spielte und freundlich, beinahe brüderlich zu ihr war, berührte es ihn irgendwie nicht. Wahrscheinlich war er es nicht Wert, dass sie ihre Zuneigung an ihn verschwendete, denn er konnte damit nicht viel anfangen, selbst wenn er es gewollt hätte. Er hatte keine Freunde, weil er weder welche wollte, noch wusste, wie man mit diesen umging. Das war ein absolut neues Feld für ihn, auf das er schon viele Stunden Denkarbeit hatte investieren müssen. So albern es auch klang, Cyrus hatte vor kurzem die Premiere eines schlechten Gewissens gefeiert und sie nicht verstanden, woraufhin er sich hingesetzt hatte und darüber meditiert hatte, was zur Hölle da gerade falsch lief. Er war dann nach ein paar Stunden Herumgekritzel und Kopfgekratze darauf gekommen, dass die Symptome, die er bei sich hatte feststellen müssen,allesamt auf das zutrafen, das Menschen ein schlechtes Gewissen nannten. Das bohrende Wissen darüber, dass man einen sympathischen Menschen verletzt oder ihm Unrecht getan hatte. Albernerweise war diese ganze Sache wegen eines Kekses so explodiert... eines halben Kekses. In jedem Falle wusste er nun, was ein schlechtes Gewissen genau war, wie es ausgelöst wurde und wie er es zu überspielen hatte. er hatte sich sozusagen einen Evakuierungsplan für den Notfall zurecht gelegt. Aber den brauchte er hier nicht, weil es eine vollkommen andere Situation des Desinteresses war. Naomi war niedlich, ja. Sie war lieb, okay. Er hatte beschlossen, ihre Unschuld zu rauben, check. Aber das war irgendwie immer noch nichts handfestes, das ihn dazu bringen würde, ihre Zuneigung zu erwidern. Oberflächlich, immer doch. Aber innerlich? Haha, netter Versuch. Trotzdem hielt er das Mädchen an seinen Körper gedrückt, damit sie nicht im Zug unterging, dennoch lächelte er sie freundlich an, zog sie vor dem Stock des älteren Mannes weg und hob sie aus dem Zug, damit sie sich nicht mit den Füßen auf der Treppe verhedderte. Die Frage war, ob er überhaupt ehrlich sein konnte. Ob er sich nicht angewöhnt hatte, den Schuft zu spielen... aber das konnte weder er noch jemand anderes beantworten. Er grinste sogar, als sie sich an seiner Jacke festhielt, obwohl ein Teil von ihm schrie, dass sie ihre sicherlich klebrigen Hände von seiner Kleidung wegnehmen und sie um Himmels Willen nicht noch zusätzlich zerknautschen solle. War er denn nicht ein wahrhaft hervorragender Schauspieler?
Wenigstens wusste Naomi, wo sie lang ging, sodass sie schon nach kurzer Zeit das Hotel erreichten, von deren Manager sie offenbar engagiert worden waren. Die beiden Portiers erschienen ihm schon einmal beinahe etwas albern, aber er behielt seine Mundwinkel an Ort und Stelle, hielt sich ganz im - sicherlich zu kleinen - Schatten des Mädchens und ließ sie machen. In gewisser Weise war es spannend, zu verfolgen, wie sie mit dem neuen Posten klar kommen würde, da er auf ihrer letzten Quest sicherlich das meiste übernommen hatte und sie nun diese hier leiten musste. Er hatte sich sogar vorgenommen ihr, was die Organisation anging, überhaupt keine Hilfestellung zu geben und zu prüfen, wie sie damit zurecht kam. Im Notfall würde sie sich eben blamieren, danach konnte er immer noch das Ruder an sich reißen... was die Kleine nicht wusste, war eben, dass es viel schlimmer war, eine Quest zu leiten, die Cyrus als Mitglied hatte, als Mitglied in einer von ihm geleiteten zu sein. Er konnte nämlich wahnsinnig neunmalklug und vorlaut werden... wenn er andere kritisierte. Aber das würde er ersuchen, bei ihr zu unterbinden, ob ihm das wohl gelingen würde? Blieb abzuwarten. Also stand er nur schräg rechts hinter dem Mädchen, legte den Kopf leicht in den Nacken, während sie mit der Empfangsdame redete und ließ den Blick über das wandern, was man unter der Uniform und hinter dem Tresen erahnen konnte. Mh... nicht schlecht... Als sie sich ihm zuwandte, nachdem sie eine... Maus, ernsthaft?!... mit einer Nachricht hoch geschickt hatte, hoben sich seine Mundwinkel leicht und er war drauf und dran, seine verpasste Aktivität vom Zug nachzuholen, als ihm wieder einfiel, dass sie hier eigentlich auf einer Quest waren... und er sich wieder Naomi zuwandte. Nicht das Hotelpersonal anflirten... auf Naomi aufpassen... nicht...! Ach man, die Welt war ja soooo ungerecht!

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   So 26 Okt 2014 - 22:46

Irgendwie ahnte Naomi bei dem Blick, wie sehr der junge Magier auf Flirtentzug war, aber darauf konnte sie leider keine Rücksicht nehmen, denn hierbei ging es immerhin nicht um ihn, sondern um einige Frauen, die dringend die Hilfe der beiden Blue Pegasus Magier benötigten. Ohne ihm weiter Zeit zu lassen, ging sie voraus. Die Tür, welche man ihnen gewiesen hatte, war aus Holz und ein goldenes Türschild zeigte an, dass hier das Büro von Hiroshi Nakamura war. Kurz aber energisch klopfte sie an die Tür und man konnte kurz darauf ein: "Herein", vernehmen, worauf hin sie den Raum betrat. Ein wirklich hübsch eingerichtetes Büro. Freundlich und offen wirkte es, die Fenster warfen genug Licht in den Raum und die Möbel aus hellem Holz taten ihr Übriges. In der Mitte des Raumes stand ein Tisch aus massivem Holz. Neben einigen Unterlagen und stiften fand sich dort auch ein Teller Kekse und drei Gläser mit einer Flasche Wasser. Scheinbar war man auf den Besuch vorbereitet und gewillt einen besonders guten Eindruck zu machen. Am Tisch saß ein mittelgroßer Mann, mit längeren schwarzen Haaren, welche hinten zu einem Zopf gefasst waren. Auf seiner Nase saß eine filigrane Brille und er trug einen marineblauen Anzug. Auf Naomi machte er einen doch recht freundlichen Eindruck, der verstärkt wurde, als er die Zwei freundlich anlächelte und sie bat, doch vor seinem Schreibtisch Platz zu nehmen und sich an Wasser und Keksen zu bedienen. Ihr allerdings war gerade gar nicht nach Süßem, eigentlich immer gerne, aber es schien ihr unpassend sich voll zu krümeln, während er mit ihnen sprach. Die zwei Stühle, die dort bereitstanden, wirkten genau so bequem, wie jene die schon draußen gestanden hatte. Gerne nahm Naomi die Einladung an und setzte sich auf den einen Stuhl. In diesem versank sie praktisch und trotzdem war es herrlich. "Guten Tag, mein Name ist Hiroshi Nakamura und ich bin der Inhaber dieses Hotels. Ich habe sie hergebeten, weil erschreckenderweise in letzter Zeit dauernd Frauen aus dieser Stadt verschwinden, vorzugsweise aus meinem Hotel und ich würde mir wünschen, dass sie dies unterbinden. Ich würde sie gleich mitnehmen zu einem Zimmer, aus dem die letzte Frau entführt würde." Dabei hatte er sich erschreckend korrekt Naomi zugewandt. Wusste er, dass sie dieses Unterfangen in die richtigen Bahnen leiten sollte, oder war sie ihm einfach nur sympathischer. Wobei auch dies eigentlich schwer zu glauben war. Fast schon überrascht war Naomi ebenfalls davon, dass dieser Klient scheinbar mehr als vorbereitet war auf ihren Besuch. Vielleicht war es nicht das erste Mal, dass er Magier engagieren musste, um ein Problem aus der Welt zu schaffen. Seinen Ausführungen nach wollte er ihnen nun das Zimmer zeigen, aus dem das letzte Mal eine Frau entführt worden war. Dem gab es wohl nichts hinzuzufügen, immerhin war es praktischer, wenn sie sich den Tatort ansehen konnten, dort würden sich die meisten Spuren finden, wenn es denn welche gab. Naomi nickte zustimmend: "Ich bin sehr dafür, gibt es zwischen den Frauen irgendwelche Parallelen?" Kurz überlegte er und rückte dann die Brille auf seiner Nase zurecht: "Nun nicht das ich wüsste, aber alle sind doch recht attraktiv gewesen, wobei nun Schönheit im Auge des Betrachters liegt, nicht wahr?" Erwartete er jetzt eine bestätigende Antwort: "Da haben sie recht." Das Paradebeispiel saß wohl gerade neben ihr, hatte sie das Thema mit Seraphim auf ihrer letzten Mission nicht schon durchgekaut? Ja ihr war so als entsinne sie sich einer Begebenheit. Aber gut, nun erhob er sich und nahm einen Schlüssel aus seiner Schublade. Wahrscheinlich ein Generalschlüssel für alle Räume. Naomi erhob sich und erst jetzt griff sie doch nach einem Keks, wenn sie einem angeboten wurden, sollte man nicht zwingend verzichten. Er hatte einen Klecks frischer Marmelade in der Mitte. Sie kannte nur jene, deren Marmelade hart wie Stein und klebrig war. Diese war frisch und schmeckte nicht nach Plastik. Wirklich wundervoll. Herr Nakamura ging vor zur Tür seines Büros und hielt sie seinen beiden Gästen offen. Diese Angewohnheit hatte Seraphim gen Ende der letzten Quest ebenfalls entwickelt. Naomi musste deshalb leicht grinsen bevor sie dankend das Zimmer verließ.

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Zuletzt von Naomi am Di 28 Okt 2014 - 18:39 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Seraphim

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   So 26 Okt 2014 - 22:48

Und während Naomi sich mit dem Hotelmanager über die verschwundenen Frauen unterhielt, langweilte Cyrus sich halb zu Tode, auch wenn man ihm das nicht würde ansehen können. Saß er doch, nachdem sie das Büro betreten hatten, auf einem bequemen Stuhl und rekapitulierte in Gedanken seine letzten Magieübungen, um nicht vor Untätigkeit vom Stuhl fallen zu müssen. Nur mit halbem Ohr bekam er mit, was Naomi und der Mann da besprachen, irgendwas von wegen verschwundenen Frauen, das hatten sie ja schon einmal, oder? Es war ihm vollkommen egal, ob diese Damen allesamt verstorben waren, es war ihm absolut gleich, wo sie nicht mehr gesehen worden waren, ernsthaft, was interessierte es ihn? Sie würden ihn interessieren, wenn er einschätzen könnte, ob es sich lohnen würde, ein Spielchen mit ihnen zu treiben, aber so, vollkommen ohne jegliche Information in dieser Hinsicht... Oh man! Er überschlug die Beine und legte den Oberarm über die Stuhllehne, verkniff sich ein Gähnen und... begann seine Augen ein wenig im Raum hin und her zu schwingen. Hübsch, ja, aber langweilig. Auch wenn Naomis Einschätzung der guten Lichtverhältnisse der Wahrheit entsprach, so war es für ihn doch immer von größter Bedeutung, dass alles einen gewissen Reiz besaß, etwas außergewöhnliches. Andere Menschen definierten Schönheit zumeist durch Ebenmäßigkeit - und natürlich war das auch wichtig, damit der Gesamteindruck stimmte - aber graue Langeweile war auch nicht das Wahre. Er beispielsweise trug eine blaue Tätowierung mitten im Gesicht. Ansonsten wäre er vielleicht hübsch, aber es würde sich etwas graues mit in das Gesamtbild mischen, was er nicht besonders schätzen würde. Viel besser war es da für ihn, wenn er einen Blickfang gesetzt hatte, einen Akzent. Jeder Mensch sollte besondere Merkmale haben, die ihn auszeichneten, das fand zumindest er. So kam es auch, dass er Naomi nicht schön fand. Er fand, dass sie ein niedliches, putziges und zuckersüßes Mädchen war, aber als wahre Schönheit konnte er sie schlichtweg nicht sehen, da fehlte irgendwie der letzte Schliff - oder lag das an ihrem zu jungen Alter? Konnte auch sein... es war müßig, darüber nachzudenken. Und er hatte davon abgesehen auch überhaupt keine Lust darauf! Er wollte nur irgendetwas machen, beinahe egal was, nur, um nicht hier herumgammeln zu müssen. Na ja, einige Dinge würde er dennoch nicht tun wollen, aber ein paar Frauen zu retten wäre immerhin spannender, als das Sitzfleisch zu trainieren...
Er hörte erst wieder zu, als Naomi etwas wegen Parallelen zwischen den Verschwundenen fragte und der Hotelmanager erklärte, sie seien alle recht hübsch gewesen - Bingo! Obwohl es ihn immer noch nicht interessierte, wie es ihnen denn nun ging, bedeutete das wenigstens die Aussicht auf eine angemessene Belohnung, die über das Geld, welches ihnen und der Gilde zufallen würde, hinausging. Natürlich rein inoffiziell, aber es wäre sicherlich nicht das erste Mal, dass man mit dem weißhaarigen Dragonslayer zu einer Quest fuhr und ohne ihn zurückkehren musste, weil er sich zwischendurch eine Beschäftigung geangelt hatte. Nein, das kam wirklich nicht gerade selten vor... aber mal sehen, dieses Mal war nicht Maenor, sondern Naomi dabei, auf die er auch irgendwie aufpassen musste, weil sie scheinbar kaum alleine Zug fahren konnte, ohne verloren zu gehen. Aber trotzdem, ein Lichtschimmer am Horizont war es dennoch allemal, der sich ihm da bot. Und jaaaa. Schönheit lag im Auge des Betrachters, aber wenn jemand von einer Person als schön betitelt worden war, die nicht gerade romantisch mit ihr liiert war, dann konnte man davon ausgehen, dass er vielleicht auch etwas an ihr finden würde. Schlussendlich stand er, ohne ein einziges Wort gesagt zu haben, ebenfalls auf und trat hinter Naomi durch die Tür, ohne den Mann, der sie ihm aufhielt, auch nur eines dankenden Blickes zu würdigen. Warum sollte er auch, er sollte schließlich dankbar sein, dass sich ein Dragonslayer persönlich um eine so banale Aufgabe kümmerte... aber wie gesagt - vielleicht würde es sich für ihn ja lohnen.

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   So 26 Okt 2014 - 22:52

Die gesamte Zeit in Büro war Seraphim sehr ruhig gewesen, vielleicht war er doch noch schläfriger, als er zu sein schien oder er wollte sich gänzlich heraushalten. Für Naomi gab es einige Gründe, warum der Dragonslayer scheinbar ausschließlich eigenen Gedanken nachging. Nun gut, sie plante nicht sich davon verrückt machten zu lassen, indem sie darauf einging, immerhin musste sie hier arbeiten und das konnte sie besser, wenn sie sich konzentrierte. Als sie aufstanden und man sie durch die Tür lotste zeigte er weiterhin keine Aufmerksamkeit, ach herrje war das peinlich. Nun gut, so war er eben. Ein bisschen Arroganz musste man ihm zusprechen dürfen, immerhin hatte er dementsprechende Fähigkeiten, zumindest war Naomi sich dem sicher. Ein entschuldigender Blick wanderte von ihr zu Herrn Nakamura, der bestätigend nickte und hinter ihnen die Tür zu seinem Büro abschloss. Er selbst schien die Ruhe in Person und durch das Verhalten des Dragonslayers nicht beleidigt. Naomi schickte einen stummen Dank in den Raum, es hätte viel Schlimmer kommen können. Herr Nakamura hätte ein kleiner fieser, pingeliger Giftzwerg sein können, der einem alles vorwarf was passierte und Seraphim hätte noch bevor sie in sein Büro kamen mit der Empfangsdame verduften können. Es war also alles noch im grünen Bereich. Das stimmte sie mehr als fröhlich, immerhin schien sie wieder einmal mehr als Glück zu haben. Ihr Ziel war der Aufzug, welcher sie zu dem Zimmer bringen würde. Es dauerte eine kleine Weile, bis sich die Türen vor ihnen öffneten und sie eintreten konnten. Der Hotelbesitzer drückte einen Knopf, welcher ziemlich in der Mitte lag und der Fahrstuhl setzte sich in Bewegung. Naomi hatte sich an die Wand gelehnt und die Augen geschlossen. Irgendwie mochte sie das Gefühl, welches der Aufzug in ihrem Magen verursachte nicht. Außerdem schien ihr die Wand hart und kalt. War es das wirklich oder kam es ihr nur so vor? Nun gut Einbildung war auch eine Bildung und davon hatte sie deutlich zu viel. War es aber nicht genau das, was sie ausmachte? Der Kopf in den Wolken, obwohl oder eben genau, weil sie noch so jung war? Ihre Augen öffneten sich und huschten über den jungen Mann, welcher sie seit Kurzem Engelchen nannte. Im Vergleich zu ihm konnte sie sicherlich ein Engelchen sein. Das war allerdings auch keine große Herausforderung. Leicht zuckte sie zusammen, als der Lift mit einem leichten Ruck zum Stehen kam und sich die Türen neben ihr öffneten. Dem Klienten den Vortritt lassend betrat sie den Flur, auf welchem dieser sich Links orientierte. „Ich habe mein Personal angewiesen, den Raum so zu belassen, wie man ihn vorgefunden hatte“, meinte er, während er die Türen abschritt. War dies nicht eine Selbstverständlichkeit? Immerhin brachte es nichts, sich das Ganze anzusehen, wenn eh schon aufgeräumt worden war und eventuelle Spuren verschwunden. „Sehr gut“, meinte Naomi nur und folgte zu der Tür, vor welcher er gerade stand. Mit seinem Schlüssel öffnete er diese und lies die zwei Magier eintreten. Naomi blickte hin und her, dabei setzte sie einige Schritte in den Raum. Er war ordentlich, scheinbar war gerade der Reinigungsdienst da gewesen, kurz bevor man die Frau entführt hatte. Offensichtlich hatte es auch keinen Kampf gegeben, möglich, dass sie versucht hatte, sich zu wehren, aber es schien keine großartige Verfolgungsjagd gegeben zu haben, denn sonst wäre es hier sicherlich etwas unordentlicher gewesen. Vielleicht wäre das Bett zerwühlt, Dinge wären umgestoßen gewesen oder Ähnliches. Das Mädchen wandte sich an ihre Begleiter: „Seraphim-sama, ich bin dafür, dass wir uns zumindest kurz mal hier umsehen, auch wenn es nicht scheint, als wäre hier etwas zu finden.“ Kurz fixierten die sanften braunen Augen, die violetten des Älteren, dann lächelte sie ein wenig und machte sich daran das Zimmer etwas genauer in Augenschein zu nehmen.

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Zuletzt von Naomi am Di 28 Okt 2014 - 19:25 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Seraphim

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   So 26 Okt 2014 - 22:53

Cyrus war peinlich? Na ja, im Moment wahrscheinlich, aber Naomi hatte sich ja schon fremdgeschämt, als sie bemerkt hatte, dass er die Nacht nicht alleine verbracht hatte und dass das Gegenstück immer noch in seinem Bett schlummerte. Momentan war er einfach gelangweilt, aber richtiggehend peinlich war er wohl nur, wenn er es darauf anlegte. Naomi schienen Dinge wohl ziemlich schnell peinlich zu sein, aber immerhin hatte er sich entsprechend eingekleidet, bevor er hier her gekommen war und sich noch nicht am Personal vergangen, okay? Cyrus war ein Mensch, dem tendenziell zu wenig peinlich war und der deshalb manchmal in ziemlich seltsamen Situationen landen konnte, wenn er wusste, dass nichts außer seinem eigenen Ruf auf dem Spiel stand. Er konnte mit einem Kerl knutschend auf dem Boden eines öffentlichen Cafés liegen und es war ihm egal, was die anderen von ihm dachten. Er ignorierte Menschen, die ihm egal waren und es juckte ihn nicht im Geringsten, wenn das einem kleinen, höflichen Mädchen peinlich war. Immerhin hatte er sich zurückgehalten und Vermutungen über Beteiligungen des Personals und gewisse Motive zurückgehalten, sodass er den Manager nicht einmal in Bedrängnis gebracht hatte... dass er ihm da für eine luschige aufgehaltene Tür nicht dankte, war doch mehr als klar. Seiner Meinung nach sollte man ihm eigentlich die Füße küssen, da war so eine einfache Tür nun wirklich nichts besonderes mehr, erst recht nichts, wofür man so etwas wie Dankbarkeit von ihm verlangen durfte, ob nun geheuchelt oder nicht. Er konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, wann er das letzte Mal einer Person richtiggehend dankbar gewesen war, aber es musste schon Jahre her sein, wenn er dieses alberne Wort sonst in den Mund nahm, dann konnte man mit Sicherheit davon ausgehen, dass es vor allem gelogen war. Davon abgesehen kreisten in seinem perversen Hirn nicht die Sorgen um unbekannte Damen, die womöglich in Gefahr schwebten, sondern viel mehr die Möglichkeiten, was man mit einem Haufen verängstigter, Schutz bedürftiger Frauen alles anstellen könnte... und er hatte nichts davon gesagt! Das war mehr ein Musterbeispiel für Zurückhaltung als ein Grund, sich zu schämen, also wirklich! Im Lift lehnte er sich neben Naomi und legte den Kopf in den Nacken, ließ den Hinterkopf gegen die spiegelnde Wand lehnen und schloss die violetten Augen. Ein bisschen müde war er vielleicht tatsächlich noch, denn eine gesunde Mütze Schlaf sah normalerweise anders aus. Entspannend, ja, aber manchmal brauchte der Organismus auch einfach nur Schlaf, nichts anderes, auch wenn die Alternative ihm besser gefiel. So bekam er auch nicht mit, dass das Mädchen ihn kurz anblickte, hätte er zudem gewusst, worüber sie nachdachte, so hätte er lächeln müssen. Ja, es war geradezu spielend leicht, einem Engel ähnlicher zu sein, als der Dragonslayer das war. In Religionen, die auf einem enthaltsamen, tugendhaftem Bild des Menschen basierten, wurde der Teufel gerne als die personifizierte Verführung beschrieben, der die guten Menschen vom Wege der Tugend abbringen wollte, traf das nicht geradezu wie die Faust aufs Auge auf Seraphim zu? Davon mal abgesehen, dass man Sünden bei ihm nicht zählen sollte, sondern sich lieber aufs Ausschließen verlassen sollte... ja, Cyrus war dem Teufel innerlich doch recht ähnlich. Fehlten nur noch die Hörner, aber die hatte er im übertragenen Sinne auch öfter auf. Irgendwann waren sie dann da und er folgte Naomi ohne Worte aus dem Fahrstuhl und durch die Tür in das Zimmer der zuletzt verschwundenen Frau. Umsehen, ja, das sollten sie tun. "Gut.", war wohl das erste von ihm gesprochene Wort in diesem Hotel und bezog sich auf die Anmerkung, dass sie nichts verändert hatten.
Das Zimmer war nicht besonders riesig, schließlich handelte es sich um eines der normalen Standardzimmer, ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch und ein Schrank. Viel mehr gab es nicht zu sehen, zudem schien es beinahe so, als habe hier gerade das Reinigungspersonal durchgefegt. Selbst das Bett war ordentlich gefaltet. Damit schloss sich leider (?) seine Vorstellung eines Motivs aus, es sei denn natürlich, ihr Entführer hatte dafür einen anderen Ort vorgesehen? Jedoch, man nehme an, das wäre nicht so... was schloss man daraus, dass dieses Zimmer scheinbar unberührt war? "Es kommt mir so vor, als sei sie reingekommen und sofort danach entführt worden. Oder sie war nicht einmal in ihrem Zimmer... nehmen wir an, sie kam rein. Hätte jemand die Möglichkeit gehabt, sich im Zimmer zu verstecken oder mitzukommen?", murmelte er, während er mit etwas abwesendem Blick über die Bettdecke strich. Hm... er mochte diesen Stoff, vielleicht... Hrrrr~

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   So 26 Okt 2014 - 22:57

Seraphim war einverstanden das Zimmer in Augenschein zu nehmen. Nun gut, es blieben auch wenig andere Optionen oder? Also sahen sie sich im Zimmer um. Während Seraphim den Raum begutachtete warf Naomi einen Blick ins angrenzende Bad. Auch hier war alles penibel sauber und ordentlich. Die Handtücher waren Frisch und noch nie auseinandergefaltet, was also auch hieß, dass sie diese nicht benutzt hatte. Die Dusche wies keine Wasserrückstände auf und selbst die Seife stand noch auf dem höchsten Füllstand. Frustrierend, im höchsten Maße frustrierend. Aber nun gut, es war eben jemand gewesen, der wusste, was er tat. Ohne ein Ergebnis kehrte sie zu Seraphim zurück. „Nichts, gar nichts, weniger als nichts“, man konnte deutlich hören, dass sie enttäuscht war. Er stand neben dem Bett und strich über die Bettdecke, während er, mit leicht abwesendem Blick, erzählte, was er so dachte. Ja, dass vielleicht jemand hier drin war, konnte gut möglich sein. „Das Hotelpersonal hat Zutritt zu diesen Räumen und“, unweigerlich drehte sich Naomi kurz zu Herrn Nakamura um, „Sie ebenfalls, also gibt es einige Wege hier hereinzukommen.“ Dieser abwesende Blick, an was dachte Seraphim gerade. Ihr eigener glitt von seinen Augen zum Bett und von dort zur Hand. Oh nein, wieso ahnte sie, worum es sich handelte und wieso ahnte sie, dass es ihr nicht gefallen würde? Nun gut, immer wenn er so abwesend wirkte, konnte man eigentlich davon ausgehen, dass Gedanken waren, die nicht für ihre Ohren bestimmt waren. So war ihr Lieblingsdragonslayer nun mal. Er liebte Waffeln, sich selbst und hübsch Frauen, wobei das Frauen alleine noch zur Debatte stand. Allerdings sollte Naomi sich darum wenig Gedanken machen, wichtiger war die Aussage des Inhabers: „Meine Mitarbeiter wurden, was das angeht, geprüft und haben zu den gegebenen Zeiten Alibis, des Weiteren lege ich für sie die Hände ins Feuer.“ Ob der das auch gesagt hätte, wenn diese Leute kein bestätigtes Alibi hätten? Nun gut, was auch immer es war, sie würde es wohl vorerst hinnehmen, denn immerhin war jeder unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen war. Gerade dachte sie darüber nach, ob sie vielleicht vorerst eine Pause machen, sollte da hörte sie jemanden klopfen. Noch dachte sie sich nichts dabei, weil es nicht an ihrer Tür klopfte. „Nur der Zimmerservice“, bekam man von dem Inhaber zu hören. Naomi entspannte sich für eine Sekunde und dann ging ihr ein Licht auf. Schnell huschte sie zu Seraphim und fragte ihn: „Glaubst du, man könnte mit dem guten, alten Zimmerservice Trick ins Zimmer gelangen? Oder gar eine Uniform und einen Schlüssel entwenden? Dann wäre es ein Einfaches gewesen, ins Zimmer zu kommen und die Frau mitzunehmen.“ Scheinbar, als wollte jemand ihre Theorie bestätigen konnte man vom Nebenzimmer einen Schrei hören. Naomi fuhr zusammen, sollte das etwa heißen, es war eingetroffen, das was sie gerade vermutet hatte? Irgendwie hatte sie gerne recht, aber nur bei guten Dingen, wer wollte schon Schlechtes vorhersagen? Nun hieß es, schnell handeln, weshalb sie hinauslief. Kaum war sie aus dem Raum und hatte ihren Kopf Richtung Schrei gedreht. Da war jemand, der von hinten aussah wie ein Mann, ja für eine Frau sicherlich zu stämmig. Dieser jemand hatte die Frau geschultert, die nun in Naomis Gesicht sah, panisch schreiend. Diese seufzte und versuchte sich zu konzentrieren: ~Knuckle Shadow~ Drei kleine Schattenfäuste lösten sich aus dem Schatten des Mädchens, mit dem Ziel den Mann zu treffen. Deprimierenderweise musste Naomi feststellen, dass sie scheinbar keinerlei Schaden anrichteten. Hier kamen wir mal wieder zu ihrem Hauptproblem, sie war noch sehr schwach und deshalb mehr als glücklich den Dragonslayer bei sich zu haben. Dieser sollte um einiges mehr Erfahrung besitzen und mehr Schaden machen. Während sie darauf hoffte, dass Seraphim etwas tun würde, betrachtete sie die Frau. Eine recht angenehm braune Haut, dazu passende schwarze Locken und dunkelbraune Augen und um den Hals eine Kette aus weißen Perlen. Dies war also das nächste Opfer und das war der Entführer.

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Zuletzt von Naomi am Di 28 Okt 2014 - 19:39 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   So 26 Okt 2014 - 23:01

Och Naomi... wäre das ein schriftlicher Test gewesen, so wäre das Mädchen gerade mit Pauken und Trompeten durchgefallen, denn das, was sie sich da über die Vorlieben des Dragonslayers zusammen reimte, war grundsätzlich falsch. Natürlich schien es zu ihren Beobachtungen zu passen, sie hatte ihn zweimal Waffeln essen sehen und was Kaoris Anwesenheit in seiner Wohnung wohl zu bedeuten gehabt hatte, war auch klar. Ebenso konnte man nicht leugnen, dass er eine ziemlich hohe Meinung von seiner eigenen Person hatte, die man auch gut mit Arroganz und Egozentrik betiteln konnte, aber an der Formulierung war irgendetwas anderes faul. Ach ja, richtig: Das Verb. Lieben. Konnte ein Soziopath wie Cyrus lieben? Er wusste ganz genau, wie man verliebt sein vorspielte, er wusste, wie andere drauf waren, wenn sie es waren, er wusste es auszunutzen. Auch war ihm bewusst, dass das eine ziemlich menschliche Macke war, die gleich nach "mögen" kam. Aber es wäre falsch zu behaupten, dass er so banale Dinge wie Waffeln oder Frauen lieben würde. Erstes war schlicht ein leckeres Häppchen zum Frühstück, zweites zeitlich ungebunden, aber auch nur dafür da, seinen Hunger zu stillen. Es mochte sein, dass es ihm gefiel, mit ihnen zu spielen, aber auch solche Spielzeuge liebte er nicht, anders als manche anderen empfand er ihnen gegenüber nicht einmal positive Gefühle. Nicht im geringsten, oft verachtete er sie gerade dafür, dass sie sich so einfach von ihm rumkriegen ließen, was natürlich eine der Triebfedern dafür war, dass er selten dazu neigte, mit ihnen nicht hart ins Gericht zu gehen. Wollte man Cyrus für sich gewinnen, durfte man sich eben nicht so leicht von ihm umgarnen lassen und musste einen gewissen geistigen und rationalen Abstand behalten, war das so schwer zu verstehen? Soziopathen, die mit den Gefühlen ihrer Opfer spielten, waren meistens in dieser Hinsicht schlecht angreifbar, verliebten sie sich allerdings erst einmal, dann wussten sie nicht, wie sie damit umgehen sollten. So war wohl auch zu verstehen, warum Cyrus sicherlich viel tat, aber richtiggehend lieben eben nicht. Dass er daran gedacht hatte, was man auf dieser Decke wohl für lustige Sachen treiben konnte, hatte Naomi hingegen schnell und gut durchschaut, warum hatte sie dann vorher solche Fehler gemacht? Nun gut, es ging nun nicht um eine Fehleranalyse, sondern darum, hier einen Entführer zu stellen, oder? Er hörte also zu, als der Manager natürlich sagte, sein Personal sei vertrauenswürdig - wer hätte das nicht behauptet, das bedeutete sicherlich nicht, dass man dem Glauben schenken durfte – und blickte Naomi kurz starr in die Augen, als sie ihre Vermutung äußerte, während genau dieser Zimmerservice gerade ein Zimmer weiter angeklopft hatte. Ja, das war ja nun auch seine Schlussfolgerung gewesen. Es gab letzten Endes nur wenige Personen, die gleich hinter einer Frau in ein Zimmer gingen, das waren entweder ihre Kinder, Ehemänner, Freunde oder eben jemand, der ihnen zum Beispiel… den Koffer getragen hatte, wie der Zimmerservice? Wenn das der Wahrheit entsprach, dann könnte es sein, dass genau in diesem Moment eine weitere Entführung vonstatten ging, aber mal ehrlich… sooo dreist konnte doch nun kein Mensch sein, der noch halbwegs bei Trost war… und wie aufs Stichwort schrie auf einmal eine hohe Stimme aus dem Nachbarraum. Sofort hastete der weißhaarige Mann zur Tür, riss sie auf und sprang auf den Flur, kurz danach folgte Naomi, die sofort handelte, als sie eine stämmige Gestalt mit einer Frau auf der Schulter flüchten sah. Während sie also einige Fäuste (?) aus ihrem Schatten formte und sie dem Flüchtenden hinterher schoss, wollte der Dragonslayer gerade seinerseits hinter dem Mann herrennen, als – vollkommen unpassend und dummerweise – Herr Nakamura ebenfalls aus dem Raum heraus gestürzt kam und die beiden Männer beinahe frontal miteinander zusammen stießen, sodass die Stirn des Dragonslayers unerfreuliche Bekanntschaft mit der Schläfe des Anderen machte und ihn kurz Sternchen sehen ließ, ehe er sich wieder fangen konnte. Dummerweise war es da schon zu spät, denn in diesem Moment war der Kerl schon außer Sichtweite. Er hatte sich nicht einmal richtig merken können, wie er denn nun aussah, da seine Aufmerksamkeit eher auf der Fracht des Mannes gelegen hatte, als auf dem Entführer selbst… denn während er von diesem höchstens einen Hintern hätte bewundern können, gab es bei der Frau doch eine Menge mehr zu sehen – und er konnte nicht leugnen, dass ihm gefallen hatte,was er erspäht hatte. Er konnte nicht sagen, dass es ein bestimmtes Detail war, welches ihm besonders gemundet hatte, aber insgesamt ließ sich feststellen, dass es sich lohnen würde, diese Frau zu retten… aber wie?

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   Mi 29 Okt 2014 - 15:05

Was für ein Glück, dass Naomi gerade nicht dabei war Seraphimistik zu studieren, sondern eine Quest zu leiten. Wobei ersteres wahrscheinlich ein Nerven aufreibendes Fachgebiet gewesen wäre wozu man ganze Romane hätte verfassen können. Allein eine Psychoanalyse hätte einiges an Jahrzehnten gekostet. Außerdem war es vorstellbar, dass der junge Magier kein besonders kooperatives Forschungsobjekt darstelle, außer vielleicht in dem geringen Fall, dass man blendend aussah und es wert war mehr als einen Nacht zu verschwenden. Aber nun gut, das war nebensächlich. Viel wichtiger war, dass dieser Entführer mit seinem neuen Opfer gerade drauf und dran war zu entwischen. Der hoffnungsvolle Blick in Richtung Seraphim erübrigte sich als nutzlos. Denn dieser stieß gerade mit dem herbei gestürmten Nakamura zusammen. Beide schienen kurz Sternchen zu sehen und waren dann nicht ansprechbar. Bis Seraphim wieder geradeaus sehen konnte, war der Kerl schon außer Sichtweite. "Ach so ein Mist", murmelte sie und blickte den Hotelbesitzer etwas genervt an. Sowas verstand man wohl unter schlechtem Timing und davon hatte der Gute eine Menge in Petto. Da half es auch nicht, dass er sich viel zu oft entschuldigte und das mit einem hecktischen nach Mantra klingendem Gestotter. Naomi betrachtete den Fahrstuhl, diesen hatte er nicht genommen, wie war er dann hier heraus gekommen, irgendwohin musste er ja verschwunden sein. Etwas weiter hinten machte der Gang eine Biegung. Um diese rannte sie um wieder einen leeren Gang vorzufinden. "Seraphim-sama gibt es einen Unsichtbarkeitszauber?", fragte sie, während sie sich umsah, um irgendwas zu entdecken, was vielleicht darauf hinweisen könnte, wo die Gestalt hin verschwunden war. Da stand ein riesiger Wäschewagen, mit alten Laken und Bettdecken. Sollte da vielleicht? Ohne lang zu überlegen kletterte Naomi hinein, aber schon bald war klar, dass sie hier nichts finden würde. Doch bevor sie wieder herausfinden konnte, bewegte sich der Wagen plötzlich. Ein Klicken und dann kippte er zur Seite. Was sie nicht wusste, war, dass er sich wie eine Lore seitwärts entleeren ließ und so wurde sie zusammen mit der Wäsche in den Wäscheschacht entleert. Es war das erste Mal, dass sie wirklich aufschrie wie ein kleines Mädchen. Panisch hatte sie versucht sich festzuhalten, doch die Wäsche hatte sie mit sich gerissen. "Se-ra-", ein paar Bettlaken verstopften ihr die Möglichkeit zu schreien und nach einem ihr irgendwie endlos erscheinenden Sturz landete sie in einem Metallbehälter. In dem war zum Glück einiges an Wäsche drin um ihren Sturz abzufangen, aber die Luft blieb ihr trotzdem weg. Gerade da prasselten weitere Laken, Bettdecken und Kissenbezüge auf sie ein und begruben sie unter sich. Nie hätte sie sich denken lassen, dass etwas so Weiches einen so erschlagen könnte, das man nicht fähig war, sich zu bewegen. Fühlte es sich so an, lebendig begraben zu sein? Wieder ein klicken, was geschah dort draußen, wieso bewegte sie sich schon wieder. Der Wagen, in dem sie gelandet war, hatte sein Maximum erreicht und war mit einem Deckel versehen worden und eine Position nach rechts gerückt, um dem nächsten Behälter Platz zu machen.
Während dessen war ihr Absturz nicht unbemerkt geblieben. Nakamura war um die Ecke geeilt und hatte die Hilfskraft gesehen, welche gerade ihren Wäschewagen entleert hatte. Als dieser erfuhr, dass sie scheinbar soeben ein kleines Mädchen in die Wäsche geworfen hatte, begann sie sich überschwänglich zu entschuldige. Mit einem Blick auf die Uhr stellte er fest: "Wir sollten uns beeilen in zwanzig Minuten wird die Wäsche abgeholt und ich glaube nicht, dass sie einen Spülgang überlebt." Also hastete er zum Fahrstuhl und drückte genervt auf den Knopf, welcher diesen zu ihm bringen würde. Allerdings machte dieser einige Zwischenstopps, bevor er endlich vor ihnen aufging. Kopfüber stürzte er hinein. Nicht auszudenken, was passieren konnte, wenn sie zu spät kamen, was passiert sein könnte. Hatte sie sich vielleicht den Kopf angeschlagen? War der Behälter leer gewesen und sie auf den harten Boden gestürzt? So viele Möglichkeiten und keine wirkte auch nur im Ansatz freundlich.

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   Mi 29 Okt 2014 - 20:37

Ach herrje, wie nervig... nicht nur, dass ihm der vollkommen verblödete Hotelbesitzer hatte in die Quere kommen müssen, indem er ihm beibrachte, dass es auch in Hotels Sterne zu bewundern gab, nein, Naomi musste bei dem Versuch, dem Entführer hinterher zu eilen auch noch ihre kindliche Ader entdecken und verstecken spielen. Nachdem der weißhaarige Mann wieder einigermaßen grade sehen konnte, ohne dabei astronomische Studien anzustellen, war er dem Mädchen hinterher gelaufen, um sicher zu gehen, dass dieser nichts zu stieß. Eigentlich war das gar nicht seine Art und es hatte auch ganz bestimmt nicht den Grund, dass es ihn bekümmern würde, wenn der Entführer Naomi auch gleich mitnehmen würde, aber sie hatten hier eine Quest zu erledigen. Mochte er auch sonst noch so sorgenfrei wirken, wenn es darum ging, einen Auftrag der Gilde zu bearbeiten, dann war er bei der Sache, schließlich bedeutete diese Institution ihm wirklich etwas. Es kam für ihn nicht infrage, ohne Erfolg wieder zu kommen und ein Gildenmitglied zu verlieren, dass zudem auch noch so jung war, war sicherlich nicht das Gelbe vom Ei. Außerdem wuchs die Stärke einer Gilde in der Stärke und Anzahl ihrer Mitglieder, sodass es sich negativ auswirken würde, wenn die Kagekami einfach nicht zurückkommen würde. Außerdem... dann wäre seine bisherige Mühe umsonst gewesen und ein einmaliges Experiment zum Scheitern gebracht worden, was auch traurig wäre. Offenbar war sie in einer Sackgasse angekommen, denn als er um die Ecke kam, suchte sie schon mit etwas ratloserem Gesicht und fragte schließlich, ob es einen Unsichtbarkeitszauber gebe. Mh... gab es den denn? Ehrlich gesagt hatte er keine Ahnung, denn ihn interessierte fremde Magie eigentlich herzlich wenig und selbst einige Aspekte der eigenen waren ihm relativ egal. Er könnte sicherlich toll heilen lernen, wenn es ihn interessieren würde, aber das tat es eben nicht. Es war einfach, andere Menschen als sich selbst zu heilen und er bräuchte das ja sowieso nur für seine eigene Person. Andere mussten dann eben auf die Selbstheilungskräfte ihres Körpers hoffen oder einfach sterben. Tieren ging es ja auch nicht anders, wenn die sich was gefährliches einfingen, so starben sie eben, damit waren sie die Krankheit oder auch die Verletzung ziemlich schnell wieder los. "Mh... vielleicht?", meinte er also mit ratlosem Gesicht und blickte sich ebenfalls um. Es musste hier eine Ausgang geben, denn von einem Teleportationszauber hatte er noch nicht so direkt gehört, ebenso wenig von Unsichtbarkeitssprüchen, aber da hatte er eben recht wenig Erfahrung. Es gab Transformationsmagie, vielleicht konnten fortgeschrittene Anwender dieser Magie damit auch ihre Umgebung nachahmen, aber eine reine Unsichtbarkeitsmagie wäre... ziemlich cool. Man stelle sich einmal vor, Cyrus könnte sich unsichtbar machen, das würde ja bedeuten, dass er sich überall einschleichen könnte, um Menschen zu bespannen oder ähnliches zu tun - oh ja, das wäre wunderbar. Aber er sollte sich echt nicht beklagen, seine Magie war wohl eine der stärksten und vielseitigsten von ganz Fiore. Offenbar war es jedoch ein Fehler gewesen, so lange die Augen von dem Blondchen zu lassen, denn als er sich ein wenig weiter den Gang hinunter bewegte, klackte es auf einmal und er konnte nur noch beobachten, wie einer der Hotelangestellten einen Container mit Dreckwäsche in den Wäscheschacht entleerte, von Naomi keine Spur. Sie war doch wohl nicht etwa so unbedacht gewesen und war... oh doch, das war sie. Zumindest nach dem erstickten Schrei zu urteilen, der aus dem Schacht widerhallte, hatte Naomi die Untersuchung in eben jenem Container weiter führen wollen und würde nun eine Runde Heißwäsche mitmachen müssen, wenn man sie da nicht wieder rausholte. "Sie ausgemachter Idiot~", zischte er mit einem absolut eisigen Blick zu dem Mann, der inzwischen von Herrn Nakamura in die Mangel genommen wurde. Jetzt musste er sich auch noch darum kümmern, dass sein Engelchen nicht als gekochtes Geflügel endete... und das in zwanzig Minuten. Und er hatte sich schon beinahe Sorgen gemacht... zwanzig Minuten, pah! Mit einem spöttischen Blick beobachtete er den Hotelbesitzer, wie er zum Lift stürmte und kicherte höhnisch. "Himmel~ Das geht doch viel schneller, Nakamura-saaan~", spottete er und packte den Hotelangestellten beim Kragen. "Wehe, du kippst hier auch nur noch einen Fussel rein, bis ich sie da raus geholt habe!", wies er ihn mit ernster Stimme an, ehe er sich zu dem Loch begab, kurz hinein sah und seinen Körper dann mit einem leisen Ächzen durch die Öffnung schwang. Warum sollte er auch Treppe oder Aufzug nehmen, wenn die direkte Route doch so viel schneller war? Nach den ersten paar Metern sammelte er Magie in seinem Rücken und verlangsamte seinen Sturz, bis er beinahe sanft in einem leeren Container landete und sich aufrichtete. Mh. Hier war das Mädchen also schon einmal nicht. Mit einem Seufzen zog er sich die Containerwand hoch und sprang auf den Boden, um sich in einer Art Waschküche wieder zu finden. Offenbar lief hier alles recht automatisch ab, die Laken kamen hier runter, der Container schloss sich, wenn er gefüllt war und wurde dann auf einer Schiene nach rechts transportiert. 'Sein' Container war leer gewesen, also musste dieser hier, er klopfte leicht an den nächsten, geschlossenen Behälter, Naomis sein. Er blickte nach oben und entdeckte den Verschluss, der sich recht einfach öffnen ließ, nachdem er auf den Rand geklettert war. Mit einem Kratzen öffnete sich der Deckel und ihm blickten Laken entgegen. Wenn er nicht gewusst hätte, dass sie dreckig waren, wäre er da nun gerne reingesprungen, aber auch das Blondchen musste sich ja hier befinden. Laken um Laken wurde herausgezerrt und achtlos auf den Boden hinter ihm geworfen, bis er schließlich eine Hand fand, die er ergriff und mit aller Kraft daran zog. "Yare Yare, Engelchen~", witzelte er, als das Mädchen wieder freie Sicht hatte, "Nicht, dass du uns noch beim Waschen einläufst~"

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   Do 30 Okt 2014 - 17:55

Naomi fühlte sich wie Presswurst. Sie konnte sich nicht wirklich bewegen und bekam auch nicht wirklich Luft. Zudem war es schwarz um sie herum und gemütlich auch nicht. Mit geschlossenen Augen versuchte sie sich zu entspannen, nicht in Panik zu geraten. Gleich würde sicher jemand kommen und sie herausholen. Nein das Mädchen konnte sich nicht vorstellen, dass es Seraphim recht war, wenn sie starb. Würde sie überhaupt sterben? Nun gut, Wäsche wurde gewaschen und das recht lang und mit Spülmittel. Allerdings würde das bedeuten, sie wäre eine ganze Zeit lang im Wasser und dann porentief rein. Aber sie war absolut nicht scharf darauf auf diese Weise sauber zu werden. Immer wieder versuchte sie sich nach oben zu arbeiten, aber sie fand keine Möglichkeit, hindurch zu kommen. Irgendwie hatte sie nicht gedacht, dass es so schwer werden, würde aus einem Berg Wäsche herauszukommen. Ihr Atmen ging schneller und ihr Herz begann zu rasen, was würde jetzt wohl noch kommen. Geräusche von außen jagten ihr einen gehörigen Schrecken ein und dann wurde die Last auf ihr leichter. Ihre Hand nach oben streckend fühlte sie wie jemand ihre Hand griff. Die größere, aber zarte Hand, die sich darum legte, war unverkennbar. Seraphim hatte sie gefunden. Irgendwie wunderte es sie ein wenig, denn der Dragonslayer musste sofort nachgekommen sein und schien keine Zeit mit anderen Dingen vertrödelt zu haben. Fest umklammerte sie die Hand und hielt ihn fest. Dann wurde sie mit einem kräftigen Ruck aus ihrem Wäschebegräbnis gehoben. Vor ihr erschien Seraphim und sofort riss er einen Witz. Einer den sie gerade nicht wirklich lustig fand, aber nun gut, so war er eben. Das Mädchen hingegen zitterte und ihr Herz raste immer noch leicht panisch. Sobald sie weit genug aus der Misere heraus war, um ihn zu erreichen, klammerte sie sich an ihn. Die kleinen Ärmchen um seinen Hals, klammernd. "Danke Seraphim-sama. Es tut mir sehr leid, dass ich so viel Ärger mache. Eigentlich war das nicht meine Absicht", ja sie fürchtete sich jetzt davor. Nie wieder würde sich auch nur einem Wäscheschlucker nahe gehen. Ihr Gesicht drückte sie an seine Schulter, sie wollte nur kurz die Nähe des anderen genießen, um ihn dann wieder aus ihren Armen zu entlassen. "Tut mir leid, ich wollte mich nicht so aufdrängen", murmelte und nahm Arme und Hände wieder von ihm. Jetzt war sie schon wieder dankbar dafür, dass es Seraphim war, der mit ihr auf der Quest war. Denn bei einem Fremden hätte sie sich wahrscheinlich nicht so einfach ankuscheln können, um sich selbst zu beruhigen. Nun saß sie in dem halb leeren Container und sah zu ihm auf. Allerdings hatte sie nicht vor ewig hier zu bleiben. Weswegen sie aus dem Container krabbelte und atmete einmal tief durch. Nein das musste sie niemals wieder haben. Nun konnte sie sich ein wenig umsehen, sie waren in einer Halle und es sah sehr nach einer Fertigungsstraße aus. Plötzlich setzte sich der Container, neben dem sie stand, in Bewegung. Hecktisch sprang sie vor, um von dem Unding nicht überrollt zu werden. Irgendwie hatte sie gerade das Gefühl, dass sich alles gegen sie verschworen hatte. Die Frau war weg, den Entführer hatte sie nicht erkannt, beinahe wäre sie unter Wäsche erstickt oder im Superspülgang ersoffen. Das einzige was sich immer wieder als gut erwies war Seraphim. Auch, wenn das etwas fragwürdig war, denn sie hatte ja immer noch keine Ahnung. Mit hastigen, stolpernden Schritten kam gerade Nakamura an gestolpert: "Ah Ihnen geht es gut." Naomi atmete tief ein und aus: "Natürlich geht es mir gut, immerhin habe ich quasi mehr als einen Schutzengel." Seraphim nur indirekt als Engel zu bezeichnen war wahrscheinlich besser. Eigentlich war es für sie mehr als logisch. Er hatte öfter als ein Mal seine Hand schützend über sie gehalten, zumindest in ihrer Kleinmädchenfantasie.

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   Fr 31 Okt 2014 - 20:57

Seraphim als Schutzengel zu bezeichnen, war aber mal gar nicht ganz so abwegig, wie es vielleicht scheinen mochte. Natürlich war er unheimlich egoistisch und vor allem auf sein eigenes Wohl bedacht, sodass er vielen wohl eher wie der Teufel höchst persönlich erscheinen könnte, aber wenn er es darauf anlegte, einen Menschen zu beschützen oder ihm zu helfen, dann hatte man durchaus Glück. Es gab nun einmal keinen einzigen anderen Heiler in Fiore als das Weißhaar und da er sich ansonsten kategorisch weigerte, andere Menschen zu heilen, konnte man sich glücklich schätzen, wenn er einem half. Nein, er würde Naomi übrigens nicht heilen, wenn sie es auch so überleben würde, denn dafür müsste er ihr ja erzählen, dass er genau das konnte - und das hatte er freiwillig genau einer Person gezeigt... wobei es leider ein ganzes Restaurant mitbekommen hatte. Tja, so war das Leben, aber es änderte nichts daran, dass er trotzdem nur eine einzige Person heilte und das war nun einmal nicht Naomi - was aber nicht bedeutete, dass er sie nicht trotzdem schützen konnte. Allein schon dadurch, dass er eine größere Körperoberfläche als sie hatte, hinter der sie sich doch noch gut verstecken konnte. Außerdem durfte man auch nicht vergessen, dass Cyrus einen guten Grund dafür hatte, Naomi am Leben zu erhalten, denn im Gegensatz zu andern konnte er wenig mit Leichen anfangen, zudem die ja nun auch nicht mehr wuchsen oder gar reifer wurden... sie begannen nur irgendwann ziemlich zu stinken, wenn man sie nicht irgendwie konservierte. Nein, da hatte er doch lieber eine lebende Naomi, die konnte man zur Not auch noch als Teddybär missbrauchen... obwohl es ihn ziemlich überraschte, als sie ihn auf einmal umarmte und die Ärmchen um seinen Hals schlang. Sicher war er es gewöhnt, von Menschen angefasst zu werden, umarmt und geküsst zu werden, das war dann aber meistens in einem anderen Zusammenhang, als aus Dankbarkeit. Wobei, manchmal gelangte er auch über die Masche an seine Opfer heran, aber das war eher die Seltenheit. Und Naomi hatte noch Welpenschutz, die wurde noch nicht angebaggert, also konnte es damit nichts zu tun haben. Allerdings verschwand jegliche Unsicherheit innerhalb der nächsten Sekunde, bevor er nämlich seinerseits die Arme leicht um ihre zierliche Gestalt legte und ihr Köpfchen mit der einen Hand ganz leicht tätschelte. "Ist ja gut, Engelchen~", säuselte er mit wahnsinnig mitfühlender Stimme, ehe Naomi von selbst wieder auf Abstand ging und sich dafür entschuldigte, was sie gerade getan hatte. Aber er nahm es ihr nicht übel, warum auch? Er hatte ja keine Angst vor Körperkontakt, selbst nicht vor welchem mit Menschen, die er nicht gerade besonders leiden konnte. Nur wenn sie potthässlich waren, dann war ihm das vielleicht nicht mehr ganz so recht, aber das traf ja nun auch nicht auf das Mädchen zu. "Du musst dich nicht entschuldigen, aber den Kerl sollten wir trotzdem suchen.", grinste er und erhob sich ebenfalls, um in gebückter Haltung vom Container zu springen. Die Decke war nicht ganz so hoch, wie man sie gebraucht hätte, um ihn auf dem Ding aufrecht stehen zu lassen, aber am Boden angekommen ging das schon wieder besser, wo er erst einmal seine Jacke richtete und den Kragen wieder etwas mehr aufstellte. Ja, das war immer so eine Sache, man konnte ihn nur selten in einem Hemd ohne aufgestellten Kragen erwischen, jeder hatte so seine Vorlieben und das war in diesem Falle eben die seine. Als dann endlich der werte Hotelbesitzer angedackelt kam, musterte Cyrus ihn und sein Keuchen spöttisch, ehe er sich ein kurzes Grinsen aufgrund von Naomis Kommentar nicht verkneifen konnte. Ja, er sah aus wie ein Engel, Flügel würden ihm sicher toll stehen... aber er war es nur für so wenige Menschen.

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   Mo 3 Nov 2014 - 16:10

Als sie ihn umarmte, schien er nur wenige Sekunden zu überlegen, bevor er sie seinerseits in den Arm nahm. Wegen solcher Momente war sie sehr gerne mit ihm unterwegs. Nein nicht, weil sie gerade gedacht hatte, dass sie sterben würden, sondern weil er sie jetzt in den Arm nahm und streichelte. Ein Gemisch aus körperlicher Wärme und innerer Wärme flutete ihr Bewusstsein. Ihr kleiner Körper, der eben noch panisch verspannt war, hatte sich schon wieder entspannt, während sie sich an den Dragonslayer kuschelte. Der gute Geruch einer kühlen Frühlingsbriese lag in der Luft, sie war es schon gewöhnt, dass er so roch, aber es war immer noch herrlich. Bald hatte Naomi sich also wieder gefangen und fühlte sich wieder wohler in ihrer eigenen Haut. Gut diese wahnsinnig mitfühlende Stimme klang irgendwie nicht nach ihm, aber das war ihr doch egal. Manchmal hatte er heben diese unglaublich singende Stimme und irgendwie hatte er diese Angewohnheit, sie immer dann zu nutzen, wenn er etwas sagte, was besonders freundlich war. War doch eine wirklich schöne Einbildung, dass er es wirklich so ernst meinen könnte. Als sie sich dann von ihm gelöst hatte, meinte er, dass sie sich nicht entschuldigen musste. Das entlockte ihr ein Lächeln. Herr Nakamura, der gänzlich am Ende angerannt kam, wäre wahrscheinlich viel zu spät gekommen und sie war froh, dass nicht er es war, auf den sie sich hier verlassen musste. Irgendwie war der Hotelbesitzer auch zu bemitleiden, immerhin schien sein Hotel eine Menge Freiraum zu lassen irgendwelche Frauen aus ihren Zimmern zu verschleppen. Während er einen langen Entschuldigungstext herunterbetete, lehnte sie sich an Seraphim und versuchte trotzdem etwas zu denken. Die monotone Stimme des Mannes machte das nicht wirklich einfacher. Wahrscheinlich hatte er bei dem Zusammenstoß mit dem Weißschopf einige seiner wenigen Gehirnzellen verloren. Irgendwann fasste sie sich an den Kopf und verzog das Gesicht: „Könnten sie bitte, nur für fünf Minuten damit aufhören? Ich lebe ja noch, kann aber gerade keinen klaren Gedanken fassen.“ Sofort kehrte Schweigen ein zumindest von seiner Seite aus und das war es, was Naomi gerade dringend gebraucht hatte. Ruhe und Frieden. „Also gehen wir mal davon aus, dass der Entführer schon öfter hier war und sich deshalb auskennt, wusste er sicher, wo die Schächte sind. Wenn er wusste, wo diese sind, war es ein Leichtes für ihn von dort oben abzuhauen und hier herunter zu gelangen. Außerdem kann man dann davon ausgehen, dass er sich um einiges intelligenter angestellt hat als ich und sicher oder sogar auf seinen Füßen gelandet ist. Dann hat er die Frau vielleicht in einen Sack gesteckt, davon liegen hier ja genug und dann wie dreckige Wäsche heraustransportiert.“ Soweit waren ihre Gedanken in ihrem Kopf geordnet und es hörte sich doch eigentlich nicht schlecht an, was sie sich da zusammengereimt hatte. Der Hotelinhaber schien zu überlegen: „Ja natürlich, das ist wahrscheinlich der einfachste Weg hier einen Menschen herauszuschleppen, immerhin kann er ja nicht einfach durch die Vordertür an den Portiers vorbei gehen.“ Also stimmte er ihr zu, wahrscheinlich hätte er ihr in jedem relativ realistischen Szenario zugestimmt, weshalb eigentlich mehr Seraphims Meinung von Wichtigkeit für sie war. Nun gut, nicht nur deswegen, immerhin war er ihr Questpartner und der andere nur ihr Klient. Kurz schloss sie die Augen und versuchte sich noch etwas zu entspannen, bevor sie diese wieder öffnete und sich umsah. Gerade rückten die Wäschewagen wieder einen Schritt weiter und sie zuckte bei dem Geräusch zusammen. In einer Ecke lagen einige leere Säcke aus Plastik. Warum es sie überhaupt gab, wenn es doch auch die Wagen für die Wäsche gab, war ihr schleierhaft, aber gut, sie würde es nicht hinterfragen. Neben der Strecke blinkte das Steuerungsmodul der Anlage und es sah aus, als konnte man mit einem falschen Handgriff dort eine Menge Unfug anstellen. Allerdings war der Blonden nicht danach. Unfug war immer so eine Sache, die nichts Gutes zur Folge hatte und meist eh Zeitverschwendung. Was ihr entging war, dass auf dem Weg zur Verladerampe etwas Kleines, Rundes lag. Eine weiße Perle.

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   Sa 15 Nov 2014 - 12:14

Oh... Naomi konnte ja richtig süß herumzicken! Irgendwie hatte Cyrus das von dem sonst so lieben und ebenso ausgeglichenen jungen Mädchen nicht erwartet, aber gerade hatte sie ihm das Gegenteil bewiesen. Zugegeben, Herr Nakamura war unwahrscheinlich nervig und Cyrus war ebenfalls kurz davor gewesen, ihm barsch über den Mund zu fahren, aber das war ja nun nicht mehr nötig. Er hatte eigentlich gedacht, dass sie ihn sogar eine Spur vorwurfsvoll ansehen würde, wenn er dem Hotelbesitzer den Mund verbieten würde, aber nun hatte sie das selbst getan. Leicht grinsend blickte der Dragonslayer auf das blonde Mädchen herab und legte die Arme um sie, beinahe, als wollte er sie in ihrem Vorhaben stärken. Das stimmte prinzipiell auch, denn obwohl natürlich nach wie vor galt, dass sie aufgrund ihrer Engelsgleichheit recht putzig war, fand er durchaus Gefallen an dieser untypischen Gemütsregung. Vielleicht färbte er ja negativ ab... zumindest war das interessant. Naomi war niedlich, wenn sie jemanden ankeifte, wenn auch noch relativ sanft - aber für ihre Verhältnisse war allein dieser Versuch eines Zickens eine Premiere und daher etwas aufregend neues an ihr. "Aww~ Unser Engelchen kann ja auch anders~", schnurrte er schmunzelnd und drückte sie leicht an sich, um dann zufrieden zu kichern und schließlich aufmerksam dem zu lauschen, was sie da von sich gab. Sie war also der Meinung, dass ihr fescher Entführer genau denselben Weg gewählt hatte und das so geschickt, dass er auf den Füßen gelandet war? Daraus wiederum schlussfolgerte sie, dass er sich hier auskennen musste. Nicht schlecht, Naomi, nicht schlecht, nur... "Fabelhaft geschlussfolgert, Sherlöckchen. Allerdings nehme ich an, dass er ganz schön robust sein muss, um einen ungebremsten Fall so zu überstehen, dass er ohne Probleme weiter laufen kann. Selbst wenn er auf einem halben Wäscheberg landet, besonders angenehm ist das dennoch nicht. Vorausgesetzt er kann nicht fliegen, natürlich~" *Aber das nehme ich nicht an. Das erlauben nur wenige Magien und die auch erst ab einem recht fortgeschrittenen Level, sodass es sich um einen starken Magier handeln müsste - unwahrscheinlich also.* Er neigte nun einmal dazu, seine Gegner zu unterschätzen, das kam so mit dem zu hohen wertschätzen seiner eigenen Person und ließ sich auch schlecht bis gar nicht abschalten. Als sich die Wäschewagen weiter bewegten, blickte Cyrus sich immer noch entspannt um und blieb mit einem Lächeln an dem Kontrollmodul hängen, riss sich aber von dem Anblick los. Im Gegensatz zu der regeltreuen Naomi hatte Cyrus gerade als er frisch an das Leben unter Menschen gewöhnt werden sollte, eine Menge Unfug getrieben und auch wenn der meiste davon andere Menschen - meist Mädchen - involvierte, so hatte der Dragonslayer doch öfter als man erwartete den Schalk im Nacken sitzen. Und so ein wenig Unsinn mit einer solchen Anlage anzustellen wäre eigentlich eine gute Idee, die allerdings davon getrübt wurde, dass Cyrus unter Umständen auf die volle Funktionsfähigkeit der Wäscherei des Hotels angewiesen sein könnte: Man erinnere sich nur einmal an die Bettlaken und deren möglichen Test. Auch wenn er mehr Wert auf die Gesellschaft als auf den Untergrund legte, so musste man sich ja nicht gleich im Dreck suhlen, oder? Also ließ er Tasten Tasten sein und wanderte mit den Augen weiter, bis er zu der Verladerampe der Container kam und dort an etwas kleinem, glänzendem hängen blieb. "Nya~?", maunzte er, ehe er sich von Naomi löste und sich vor die kleine Kugel hockte, um sie mit dem Finger anzustoßen. Es war eine Perle, eine der Art, wie sie um den Hals der Frau gehangen hatten, die wahrscheinlich hier durch getragen worden war. Sie hatten ihr gute gestanden, das ließ sich nicht leugnen- auf ihrer etwas dunkleren Haut hatten sie einen durchaus schönen Kontrast erzeugt - dieser war ja auch der Grund, warum Hellhäutige einfach besser in schwarzer Lederkleidung aussahen, zumindest seiner Meinung nach. "Ich glaube, wir müssen hier entlang, mein Engel~", säuselte er und hob die Perle auf, warf sie locker hoch und fing sie wieder auf, um sie sich schließlich in die Brusttasche seiner Jacke zu stecken, sich zu erheben und mit leicht spöttischem Blick über die Schulter zu dem Hotelbesitzer zu blicken. "Dann holen wir Ihnen mal ihre Goldamseln wieder, Nakamura-san~ Auf dass Sie sie nicht noch ein zweites mal verlieren..."

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   So 16 Nov 2014 - 18:27

Es entspannte sie ein wenig, als sie fühlte, wie Seraphim seine Arme um sie legte und sie kuschelte sich etwas nach hinten an ihn. Ein weiterer Punkt, den man an ihm genießen konnte, wenn man sich nicht scheute, etwas Körperkontakt einzugehen. Für sie kam es immer darauf an, wie das Gefühl war, was dabei entstand und bei ihm war es ein Gutes, sie fühlte sich sehr wohl und das würde scher noch einige Zeit anhalten, bis es dann so weit war, dass sich sein wahres Vorhaben auftun würde und all seine intriganten Gedanken vor ihr offen legen würde. Dass sein einziger Begehr nicht dabei lag ihr ein guter Freund zu sein, eigentlich keine wirklich schöne Erkenntnis, wenn Naomi diese endlich haben würde. Noch ahnte sie nichts, noch konnte sie sich voller Genuss an den Körper des Dragonslayers kuscheln. Ganz davon abgesehen, dass sie sich hier wohlbehütet fühlte, war es angenehmer, sich irgendwo anlehnen zu können, als einfach herumzustehen. Dann bestätigte der Magier ihre Hypothese damit, dass es sicher möglich war, auf diesem Weg zu fliehen, was das kleine Mädchen deutlich beruhigte. Während er seinen Blick schweifen ließ, betrachtete sie den etwas deprimierten Nakamura. Bisher hatte er sich alle Mühe gegeben eine Hilfe für sie zu sein und war doch so hilfreich gewesen wie ein brennendes Streichholz in einer Papierfabrik. Auch, dass sie ihn gerade so zurechtgerückt hatte, war wohl nicht so angenehm gewesen, aber sie brauchte eben etwas Ruhe um ihre Gedanken zu ordnen. Eins von den Dingen, die nicht unbedingt besser wurden, wenn sie sich ankuscheln konnte. Plötzlich hörte sie einen Laut aus Seraphims Mund, den sie nicht erwartet hatte. War das gerade ein Nya gewesen? Es hatte geklungen wie ein Kätzchen und prompt hatte sie den Dragonslayer ganz anders vor Augen. Mit süßen, flauschigen Öhrchen und dazu noch einem hübschen Schweif. Katzenpfoten würden ihm sicher auch sehr gut stehen und vielleicht ein paar Schnurrhaare? Daraus folgerte er, dass es dieser Weg war, den sie gehen mussten, immerhin hatte die Frau Perlen um den Hals getragen. Er rief sein Engelchen zu sich, ein besitzanzeigendes Fürwort, wollte sie da gerne etwas hineininterpretieren? Nein wollte sie nicht, oder vielleicht doch? Nun wer würde nicht gerne von einem anderen sehr gemocht werden. So sehr, dass man sein war, aber bei ihm war das doch ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Während Naomi zu ihm hinüber ging, setzte er noch mal zum Schlag gegen den armen Hotelinhaber aus. Naomi wusste nicht, ob sie es komisch finden, oder Herrn Nakamura bemitleiden sollte. Es konnte wirklich schrecklich sein, von dem Weißschopf, an Unzulänglichkeiten erinnert zu werden. So was wollte man eigentlich generell nicht, aber der Dragonslayer wusste, wie er es machen musste, damit es so richtig schön stichelte. Nun gesellte sich die Blonde wieder an die Seite ihres Begleiters und verließ mit ihm das Hotel. Sie befanden sich in einem Hinterhof, auf den Wohl auch die Lieferwagen auffuhren, wenn sie etwas für das Hotel anlieferten. An der Seite standen auch noch einige riesige Müllkontainer. Sie sahen fast so aus, wie die Wäschekontainer, weswegen sie sich gerne davon entfernt aufhielt. Da es keinen weiteren Ausweg zu geben schien, würde er wohl den Weg durch die Stadt genommen haben, oder war er gelenkig genug über die Mauer zu klettern? Naomi betrachtete sie, sie war es sicher nicht und ihr graute davor, überhaupt erst zu vermuten, dass er vielleicht diesen Weg hatte nehmen können. "Von hier aus ist er sicher weiter gegangen, wobei ich fast glaube, dass er nicht einfach die Hauptstraße entlang geschlendert ist", sie seufzte nach der Beendigung dieses Satzes, irgendwie hoffte sie, dass Seraphim ihr einfach widersprechen würde.

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   Mo 17 Nov 2014 - 17:54

Besitzanzeigendes Fürwort? Oh ja, der Dragonslayer mit den auffallend weißen Haaren könnte so besitzergreifend sein, wenn er denn Wert auf Beziehungen legen würde und er nicht aktiv seine abendfüllenden Beschäftigungen wieder vertreiben würde. Ihm war einfach keiner dieser Menschen wichtig, sie interessierten ihn alle nur so weit, wie er seine Lust an ihnen stillen konnte - aber über das ging nur wenig hinaus. Irgendwann, meist sehr bald, wurden sie ihm alle lästig und er versuchte sie loszuwerden, gab sie also gerne wieder ab. Wollte er allerdings etwas haben, etwas besitzen, dann gab er es auch nicht wieder her. Generell klammerte er zwar nie, aber das lag bisher einfach nur daran, dass er niemanden oder nichts hatte, an das er klammern könnte. Na ja, mit Ausnahme von Grandine, die war aber wie bei allem ein Sonderfall, weil er da nun ja auch nicht von einer Beziehung reden konnte, wie man sie sonst so verstehen könnte. Sie war sozusagen Göttin und Mutter zugleich. Außerdem war da immer das Wechseln zwischen seinem Kopf und seinen Gefühlen, er selbst war wohl jemand, der nichts - aber auch gar nichts - gegen Polygamie hatte, sodass er niemandem so etwas je verbieten würde; allerdings war die Frage, wie er sich fühlen würde, wenn er zum Teilen gezwungen wäre, vollkommen unbeantwortet und somit unklar. Generell waren Cyrus' Gefühle eine ganz fremde Materie, da er scheinbar keine besaß, die über Wut und Zufriedenheit hinaus gingen - und immer, wenn er ein neues Gefühl entdeckte, musste er sich das erst einmal plausibel machen, um es zu verstehen. In dieser Zeit war er emotional verwundbar, hatte er es erst einmal rational gemacht, war diese Wunde aber auch wieder geschlossen. Etwas anderes kannte er nicht, man durfte nicht emotional angreifbar sein, wenn man die Gefühle anderer Menschen gegen sie verwendete und auf ihnen herumtrampelte - sonst ging das ganze Konzept eher schlecht auf.
Was Naomi anging, spielte Cyrus relativ viel, er schauspielerte, um sie nicht zu verjagen. Natürlich hatte sie gesehen und bemerkt, was seine Eigenheiten waren, aber doch hatte sie noch wenig Ahnung von dem wirklichen Wesen des Dragonslayers. Er war zwar nicht einschleimend freundlich zu ihr, aber er vergrätzte sie auch nicht, ebenso wie er so tat, als sei ihre Freundschaft alles, was ihm an ihr interessiere. Das stimmte allerdings nicht, da er sie an einem unbestimmten Tag in mittelfristiger Zukunft dazu bringen wollte, allen Zweifel an ihm über Bord zu werfen und sich ihm hinzugeben - und dazu hielt er sie sich eben warm, eigentlich ganz logisch, oder? "Könnte sein, könnte auch nicht sein. Immerhin wird er sie bewusstlos geschlagen oder betäubt haben, denn sonst würden der Sack nicht lange halten, und mit einem Müllsack, in dem scheinbar nichts gefährliches drinnen ist, kann man auch locker über Hauptstraßen gehen. Entweder wir fragen die Leute, ob sie etwas gesehen haben oder wir hoffen darauf, dass wir noch ein paar Spuren der Perle finden~", meinte er mit unbestimmter Stimme und blickte Naomi dann erwartungsvoll an. Sie war hier die Leiterin, also musste sie die Entscheidungen treffen - auch wenn er der Ältere und Erfahrenere war. Er hatte sich ja von Anfang an vorgenommen, dass er sie in dieser Hinsicht nicht unterstützen würde, es sei denn alles lief vollkommen aus dem Ruder, aber dafür war noch nicht genug kaputt gegangen. Wie würde sie sich also entscheiden? Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen, als er auf das Mädchen hinunter blickte und sich vorstellte, wie sie sich das Köpfchen darüber zerbrach, wie sie sich am besten entscheiden sollte.

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BeitragThema: Re: Das Herone Hotel   So 23 Nov 2014 - 1:47

Wieso war sie noch mal die Leiterin dieses Unterfangens? Wahrscheinlich hatte Seraphim sich dafür starkgemacht, weil er gerne sehen wollte, wie dusselig sie sich anstellte. Ja so was würde sie ihm zutrauen und das war wahrscheinlich nur eins von vielen Dingen. Nun stand sie vor dem Problem, dass sie nicht wusste, wie es weiter gehen sollte und es gab ungefähr zwei Möglichkeiten. Eine davon war denkbar unattraktiv für sie und eigentlich hoffte sie, dass ihr Begleiter sie in ihren Hoffnungen bestätigen würde. Seraphim sprach ihr aus der Seele, sicherlich war er mit dem Sack, in den er die Frau wahrscheinlich gesteckt hatte, um einfach die Straße hinunter zu spazieren. Sie machte einige Schritte zur Mauer, aber da war überhaupt kein Hinweis, nicht der Einzige und es erleichterte sie. Dann hieß es, dass er nicht hier lang gegangen war, erleichtert lehnte sie sich an die Wand. "Ich denke er ist ... ", weiter kam sie nicht, denn die Wand gab nach und stürzte mit ihr nach hinten. Eine Attrappe aus Pappe, etwas wirklich Simples und es war ihr schon fast peinlich, dass sie es übersehen hatte. "... hier lang gegangen ist." Diese Quest war wirklich von zufälligen Unfällen bestimmt. Herrlich nervig diese Sache und wenig förderlich für ihren Ausgang. Leicht genervt rappelte sie sich auf und sah sich um. Weiter vorne mitten auf dem Weg lag die nächste Perle, zu welcher sie ging. "Weitere Perle gefunden", murmelte sie und nahm sie an sich. Sie waren in einer Seitengasse gelandet, die scheinbar direkt aus der Stadt führte, unglaublich praktisch, wahrscheinlich hatte er sein versteckt nicht direkt im Szeneviertel. Eine bewaldete Hügellandschaft tat sich dort vor ihnen auf. Noch mehr laufen, noch mehr Anhöhen erklimmen. Naomi wünschte sich gerade irgendein Reittier, das ihr diese elendige Latscherei abnehmen würde. So sehr sie die Natur auch schätzte und liebte, das war doch immer etwas heftig. Schon bei der ersten Quest war sie mit Seraphim durch die Gegend gewandert. Ihre Füße taten schon weh, allein im Gedanken daran erneut so weit laufen zu müssen. "Scheint als ginge es in den Wald, dann lass uns mal weiter Seraphim-sama, ich kann es kaum erwarten, zu sehen, auf was wir diesmal für irre Gestalten treffen." Inzwischen hatte der Magier wieder zu ihr aufgeschlossen. Es konnte also weiter gehen also setzt sie sich in Bewegung, doch vorher hatte sie ihm noch die gefundene Perle gegeben, immerhin hatte er die andere auch schon zur Aufbewahrung eingesteckt und es war ihr nur mehr als Recht, wenn er sie behielt. Langsam stapfte sie an seiner Seite auf den Wald zu, er wirkte nicht gerade freundlich und auch der Himmel zog sich langsam mit unfreundlich wirkenden Wolken zu. Würde es etwa ausgerechnet jetzt, wo sie unter freiem Himmel waren, anfangen zu regnen? Irgendwie wollte ihr das gar nicht gefallen. Nun gut wem würde das schon gefallen, immerhin hieß es, dass man nass wurde und er wurde schon gerne außerhalb von Duschen, Badezimmer, Schwimmbad oder anderen solcher Örtlichkeiten nass? Wobei es auch immer wieder Ausnahmen gab, wo Leute gerne nass wurden, obwohl es gar nicht so gedacht gewesen war. Allerdings war das hier keine dieser Situationen. Wie auf der letzten Quest, wo man sie mit Waschwasser begossen hatte. Wenn es nun schütten würde wie aus Eimern würde Naomi sich sicher wieder wie damals vorkommen, wie ein begossener Pudel, was man so sagte. Fast schon konnte sie den Regen riechen, aber noch war es nicht so weit. Still betet sie dafür, dass dieser sich noch etwas gedulden sollte, zumindest, bis sie das dichte Blätterdach des dunklen und leicht unheimlichen Waldes über sich hatten. Obwohl auch das die zwei Magier nicht sehr schützen würde, war es immer noch besser, als gar nichts zu haben. Deshalb beschleunigte sie ihre Schritte.

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