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 Zornissen

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Kabuto
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BeitragThema: Zornissen   Di 28 Okt 2014 - 16:11

cf: Gildenhaus Haupthalle

Okay... das hier war ein Fehler gewesen! Ein großer Fehler! Kabuto dachte es von Anfang bis Ende der Fahrt jeden einzigen Moment; das hier war ein Fehler!
Grundsätzlich war die Idee, mit einem magischen Fahrzeug den Weg hierher zurückzulegen, gar nicht so schlecht. Ihm persönlich vielleicht nicht unbedingt angenehm, aber schlussendlich barg auch der Zug gewisse Gefahren, damit konnte er gut leben. Als sie dann aber den Weg zum richtigen Platz gefunden hatten, um sich ihr Gefährt zu besorgen, stellte sich heraus, dass es sich keineswegs um irgendeine Art von Chauffeurservice handelte, der sie zu dem Ort bringen würde, an den sie wollten; so, wie es sich der Magier vorgestellt hatte. Nein, stattdessen fanden sie hier einen Verleih vor, der diese Wagen vermietete, und vor lauter Angst, dass Shae wieder zu weinen beginnen könnte, hatte er Panik bekommen. Es war nicht auszuschließen, dass er in dieser Panik Dinge gesagt hatte wie „Keine Sorge“ oder „Ich hab Erfahrung mit so etwas“ oder sogar „Ich bringe uns schon nach Oak Town“. Und irgendwie hatte das dann wohl dazu geführt, dass er einiges an Geld ausgegeben hatte, um so einen Wagen zu bekommen, an dessen Steuer er nun saß. Glücklicherweise gab es durchaus Karten dazu, sodass er vor dem Start den Weg nach Oak Town hatte studieren können, und die Gelegenheit hatte er dann auch genutzt, um in die Bedienungsanleitung des Gefährtes zu schielen. Nun jagte er über die glücklicherweise leeren Straßen, die sich durch das Land zogen, mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit von... nun ja, eigentlich fast nichts. Das von ihm gesteuerte Auto kroch über gerade, leere, breite Straßen als müsse er Angst haben, über eine Klippe zu fahren. Ja, es machte den Kyofu nervös, am Steuer zu sitzen, und es lag ihm nicht wirklich, schnell zu fahren. Immerhin kam ihm die Kontrolle nicht besonders schwierig vor... Der Wagen ließ sich gut lenken und bisher hatte er noch jede Kurve ohne Probleme umwunden. Bei seiner Geschwindigkeit hätte er allerdings auch eine unglaublich schlechte Reaktionsgeschwindigkeit haben um das nicht hinzubekommen...
Der Weg zu ihrem Ziel würde also vermutlich etwas länger dauern als er musste. Das einzig Gute war, dass sie sich keine Sorgen darum machen mussten, von irgendwelchen anderen Verkehrsteilnehmern gestört zu werden. Magische Gefährte wie dieses wurden mit magischer Energie gespeist, standen also nur Magiern zur Verfügung, und diese benutzten meist eher den Zug, wenn sie es nicht außergewöhnlich eilig hatten. Dementsprechend konnte Shae viel von der Natur sehen, auf die sie sich doch so gefreut hatte...

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BeitragThema: Re: Zornissen   Di 28 Okt 2014 - 16:12

Es hatte wirklich seinen Grund gehabt, warum Shae mit fast schon bockiger Kindlichkeit auf eine Reise außerhalb von jeder metallener Dampflock bestanden hatte, denn als naturliebender Mensch konnte sie sich einfach nicht mit diesem künstlichen und fast schon gefährlich wirkenden Transportmitteln der Menschen anfreunden. Die kleine Grünhaarige war als Tochter eines Holzfällers in vollkommener Natur aufgewachsen und vor allem daher niemals auch nur in die Nähe derartiger Gerätschaften gekommen. Längere Strecken hatte die Familie seit jeher zu Fuß oder aber mit der Kutsche zurückgelegt und auch jetzt versuchte die junge Eiden dieser Tradition so gut es ihr eben möglich war, Folge zu leisten. Das stellte sich nur in gewisser Weise als schwierig heraus, wenn man auf Grund seiner Profession als Magierin Strecken zurücklegen musste, die zu Fuß ganz einfach nicht bequem zu bewältigen waren. Vermutlich befand sich die kleine Magierin auch daher bei ihrer Questauswahl auch permanent in einer Zwickmühle, wusste sie doch auf der eine Seite, dass lediglich die weit entfernteren Quest genügend Jewel einbrachten, um ihre Familie ausreichend unterstützen zu können, sie jedoch auf der anderen Seite nahe liegende Aufträge, welche sie zu Fuß aufsuchen konnte, bevorzugte. Dennoch hatte sich Kabuto Kyofu bisher als eine mehr als angenehme Begleitung herausgestellt und dass er so wunderbar auf die Wünsche des kleinen Mädchens eingegangen war, hatte ihm bei dieser noch einmal besondere Pluspunkte verschafft.
Nun änderte all diese Begeisterung und Freude jedoch trotzdem nichts an dem Umstand, dass die kleine Zweimanncrew momentan praktisch durch die Botanik rollte und bei ihrem aktuellen Tempo vermutlich erst in wenigen Tagen an ihrem Ziel ankommen würde und selbst Shae, die eigentlich vor allem durch ihre empathische Ader über Nerven aus Drahtseile verfügte, langsam ein gewisses Maß an Ungeduld in sich aufsteigen spüren konnte. Da hatte es beinahe mit Glück zu tun, dass die junge Magierin ihre arachnidische Begleiterin mit im Gepäck hatte, denn diese zögerte nicht lange und schlich sich aus der Tasche ihrer Vertragspartnerin kurzerhand auf die Schulter des benachbarten Kabutos, um dort den Stoff seines Shirts in flinken Bewegungen zu überqueren, ehe sie direkt an dem Ohr des Käfermagiers zum halten kam. "Hör zu Kleiner, ich kann verstehen dass das bisschen Verantwortung dich nervöser als einen frisch geschlüpften Grashüpfer macht, aber wenn du nicht langsam einen Zahn zulegst, dann sind wir in drei Wochen nicht da und werden einen jämmerlichen Tod durch Verdursten erleiden. Das wäre vor allem um meine Wenigkeit mehr als schade, weshalb ich dich bitten würde, dass Tempo wenigstens ein bisschen auf gerader Strecke anzuziehen, falls das irgendwie möglich ist." Vica, die Höflichkeit und Dezentheit in Person. "Aber Vica, hier ist doch überall gerade Strecke...", brachte Shae auf die Unhöflichkeit ihres Naturgeistes nur verwirrt heraus, woraufhin diese sich mit einem lautstarken Kieferklappern von ihrem ersten Opfer abwandte und sich nun dem nächsten widmete. "Danke Shae, für diese scharfsinnige Beobachtung.", schnappte das Tier zurück, in dem offensichtlichen Versuch, ihrem Unmut etwas Luft zu machen. Dann stolzierte es von seinem frisch erklommenen Platz zurück auf den Körper seiner Vertrauten und verschwand, wie so oft, in dem Untiefen dessen Ponchos. "Nimm dir ihre Worte nicht so zu Herzen, Kabuto-san....sie ist manchmal sehr unhöflich. Ich finde du machst das toll!", versuchte die junge Magierin ihren Gildenkameraden aufzumuntern, begleitet von einem aufheiternden Lächeln. "Allerdings hat sie nicht ganz Unrecht, wenn sie behauptet, dass wir das Tempo ruhig ein kleines bisschen anziehen könnten. Ich möchte dich nicht bedrängen, immerhin hast du diese Last schon auf dich genommen, nur weil ich nicht Zug fahren wollte, aber du meintest doch, dass du Erfahrung mit diesen Geräten hast. Du musst wirklich kein Rücksicht auf mich nehmen und kannst ruhig schneller fahren, ich bin mir sicher mein Magen wird das aushalten!" Ein aufmunterndes Strahlen, begleitet von der wahrhaftigen und ehrlichen Überzeugung, dass Kabuto nicht aus eigenem Unvermögen, sondern tatsächlich aus Rücksicht auf ihr Wohlbefinden das Tempo derart gedrosselt hielt. Ja, manchmal konnte Shae wirklich ein unschuldiger Engel sondergleichen sein.

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BeitragThema: Re: Zornissen   Di 28 Okt 2014 - 16:13

Uff... das hier war schwieriger, als Kabuto gedacht hatte. Nicht das Fahren an sich, das war gar nicht mal so kompliziert. Schon gar nicht, wenn es die ganze Zeit nur geradeaus ging. Aber Vica und Shae an seiner Seite machten es nicht leicht, ruhig und seriös zu wirken. Vor allem die Spinne stellte seine Art zu fahren in Frage, und er hatte keine wirkliche Erklärung dafür, dass er das Tempo nicht etwas anzog. Zumindest keine, die der armen Shae das falsche Gefühl der Sicherheit an seiner Seite nicht nehmen würde. Aber während er sich bei den Worten Vicas unwohl fühlte, sorgten die lieben Worte seiner menschlichen Begleiterin dafür, dass er sich wirklich mies vorkam. Das Mädchen zweifelte überhaupt nicht an ihm, vertraute ihm... er hatte gar keine Wahl! „I-in Ordnung...“, meinte er also und grinste unsicher. „Da-dann... kann ich ja etwas schneller fahren...“ Vorsichtig blickte er in alle Spiegel, die er auf Anhieb sehen konnte, stellte sicher, dass die Straße, auf der noch kein einziger Wagen ihren Weg gekreuzt hatte, auch wirklich leer genug war, und dann hieß es, sich konzentrieren... „S-soo... wenn... wenn man schneller fahren will, dann... muss man einfach etwas mehr Mana aufwenden...“, murmelte er vor sich hin, und tatsächlich stieg die Geschwindigkeit langsam, aber sicher. Nicht in den gefährlichen Bereich natürlich, aber ein klein wenig durchaus. „Das... das ist gar nicht so schlimm!“, rief er sich in Gedanken selbst zu, als er merkte, dass es selbst bei dieser Geschwindigkeit – für ihn unvorstellbar hoch, für andere immerhin Durchschnitt – noch möglich war, das Fahrzeug vernünftig zu steuern. Dieser gedankliche Ausbruch allerdings senkte seine Kontrolle erheblich, und mit einem Mal spürte er, wie der Wagen ein ganzes Stück seines Mana auf einmal aus seinem Körper saugte. Das komplette Gefährt machte einen Hüpfer nach vorne und beschleunigte mit einem Mal auf eine Geschwindigkeit, die selbst erfahreneren Leuten Angst gemacht hätte. Der Käfermagier stoppte sofort jeden Transfer von magischer Energie, dennoch dauerte es noch ein paar Minuten, ehe das Fahrzeug wieder zum Stehen kam. Wie gern hätte er an dieser Stelle begonnen, zu hyperventilieren, aber stattdessen blickte er einfach nur Shae an und fuhr sich durch das grüne Haar. „E-entschuldige“, meinte er vorsichtig. „S-sieht aus, als hätte es einen geringeren Verbrauch, als die, die ich gewöhnt bin...“

Diese Ausrede war das einzige, was er zu der ganzen Sache zu sagen hatte, und er hoffte sehr, dass sie ihm das glauben würde. Es war auf jeden Fall die letzte Lüge, die er ihr erzählen würde, egal, wie viele Panikanfälle er auf dieser Mission noch durchleben würde. Stattdessen konzentrierte er sich jetzt einfach auf seine Konzentration, damit das gleiche nicht noch einmal passieren würde. Ein konstanter Fluss an Mana, eine konstante Geschwindigkeit, souveräne Meisterung leichter Kurven, auf deren souveräne Meisterung man nicht so stolz sein sollte, wie er es war. So führte er die Gruppe mit möglichst großer Sicherheit in Richtung des Ziels. Er vertraute dieser magischen Kutsche noch immer nicht, aber immerhin würden sie heute noch ankommen. Vermutlich erst in der Nacht, aber heute noch.
Innerlich heulte er bei dem Gedanken, dass sie auch bequem hätten den Zug nehmen können...

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BeitragThema: Re: Zornissen   Di 28 Okt 2014 - 16:14

Shaes Herz machte bei dem plötzlichen Temposchub des magischen Autos einen gewaltigen Satz und ihre Hände verkrallten sich fast schon panisch in den Armlehnen ihres Sitzes, während sie sich für einen kurzen Augenblick fragte, ob sie Kabuto vielleicht doch falsch eingeschätzt hatte und der Grünhaarige doch nicht über ganz so viel Erfahrung und Kenntnisse verfügte, wie sie zunächst angenommen hatte. Eigentlich kannte sie den Kyofu ja auch gar nicht so wirklich gut und in Anbetracht der Tatsache, dass sie ihn erst vor einer guten Stunde so richtig kennengelernt hatte, war es vielleicht zu viel verlangt, jetzt schon davon ausgehen zu können, sie könnte in richtig einschätzen und das Bild von ihm wäre absolut korrekt. Und dennoch, der Käfermagier hatte auf sie bisher einen sehr netten und freundlichen Eindruck gemacht, weshalb sie ihm diesen kleinen Ausfall verzeihen und weiter alles daran setzen würde, dass er zu ein wenig Sicherheit und Überzeugung fand. Denn auch wenn die junge Magierin ihre Spinne manchmal ein wenig hart und zu direkt fand, so hatte sie doch wenigstens in der Hinsicht recht, dass Kabuto allein von seinem Gemüt her momentan wirklich ein wenig einem scheuen Insekt glich, welches sich bei der kleinsten Bewegung zusammenzog und den Kopf am liebsten in den Sand stecken würde, um den Urteilen seines Umfeldes möglichst sicher ausweichen zu können. Nun, Shae war eine Empathin und damit praktisch prädestiniert, was den Umgang mit Menschen wie ihm anging und zudem war es in gewisser Hinsicht fast schon angenehm, dass sie einmal nicht der unsicherste Part in einer Gruppe war und sich so gesehen fast schon wie eine Erwachsene fühlen konnte, als sie die Ruhe behielt und ihrem Sitznachbarn ein aufheiterndes Lächeln schenkte. "Du machst das...richtig gut!", gut das klang dann doch nicht so ganz überzeugend, wie sie es sich eigentlich vorgestellt hatte, aber man wollte mal nicht so negativ sein und den Versuch an sich gelten lassen. Und jetzt, wo sie auch endlich eine konstante Geschwindigkeit erreicht hatten, die halbwegs auszuhalten war, fand Shae das es an der Zeit war, auch endlich mal einander besser kennen zu lernen. Das war immerhin praktisch ein Muss, wenn man sich denn schon gemeinsam auf Quest begab. "Hast du als Magier denn schon viel Erfahrung gesammelt? Das hier ist nämlich erst mein zweiter Auftrag außerhalb von Magnolia, normalerweise nehme ich eigentlich lieber Quests an, die nahe an meinem Zuhause liegen. Einfach...weil ich halt nicht..so ganz gerne mit dem Zug fahre." Das war eine blanke Untertreibung, in Anbetracht des Theaters, welches sie noch kurz zuvor gemacht hatte, bei dem Gedanken sich mit dem Zug in Richtung Oak Town aufmachen zu müssen.
Shaes Augen richteten sich auf die Straße vor ihr, welche vor ihr lag und ihre rosafarbenden Augen nahmen in akribischer Genauigkeit ihr Umfeld unter die Lupe, während ein fröhliches Lächeln an ihren Mundwinkeln zupfte und ihr ab und zu ein fröhliches Glucksen entwich, wenn das Auto wieder über eine leichte Erhebung fuhr und die Insassen durch den Druck leicht durch geschüttelt wurden. "Ich finde das war sogar eine richtig gute Idee, mit dem Auto zu fahren!", meinte sie glücklich, ehe sie in ihre Tasche griff und eine kleine Tafel Schokolade hervor zog. "Möchtest du auch ein Stück, Kabuto-san?", vielleicht würde ihn das ja ein wenig aufheitern und ihm das bisschen Sicherheit geben, was er in den letzten Minuten irgendwie vermisste. Und wenn sie schon den ganzen Tag über unterwegs waren, dann konnte man sich doch auch ein wenig anfreunden, oder? Es gab immerhin wenig besseres für dieses Vorhaben, als geteilte Süßigkeiten, fand die Eiden. Denn wer konnte schon der Versuchung einer leckeren Tafel Schokolade widerstehen? Oder aber dem warmen und liebevollen Lächeln einer kleinen, grünhaarigen Nature Spirit Magierin?

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BeitragThema: Re: Zornissen   Mo 3 Nov 2014 - 18:51

Dass Shae nicht so gerne den Zug als Gefährt verwendete, kam zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz überraschend für einen gewissen Magier mit strahlend grünem Schopf. Jetzt, wo er hochkonzentriert am Steuer eines Wagens saß, der einsam und verlassen die Weiten von Fiore durchfuhr, hatte er sich schon ein Bild von ihrem Unwillen machen könnten, die Bahn zu nehmen. Als sie das noch einmal erwähnte, konnte er also nicht anders reagieren, als ein peinlich berührtes Lächeln aufkommen zu lassen und den Kopf ein wenig zur Seite zu neigen. Ja, sie mochte keine Züge. Zum Glück gab es noch etwas mehr Kontext...
„Erfahrung...?“, wiederholte der Kyofu nachdenklich und erinnerte sich an ein paar seiner Erlebnisse zurück. Ja, Erfahrung hatte er definitiv sammeln können über die letzten Jahre. Das Leben eines Magiers konnte wirklich gefährlich, aber auch sehr interessant sein. Wenn man bedachte, wie oft er schwer verletzt worden und dass er sogar dem Tod nahe gewesen war, war es ein richtiges Wunder, dass er immer noch vor Käfern erzittern konnte – glücklicherweise waren Traumata aber nicht an Logik gebunden. Dafür, dass er so viele schlimme Dinge erlebt hatte, hatte er aber auch viele Leute kennen lernen und sich mit vielen schönen Seiten des Lebens auseinandersetzen können. Wenn man vielen Leuten half, konnte man auch erleben, wie viele Leute sich freuten, und diese Freude gab es in verschiedensten Intensitäten, und sie wurde auf so unterschiedliche Arten ausgedrückt. Ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen bringen zu können schuf immer Erinnerungen, die dafür sorgten, dass auch Kabuto lächeln musste, wenn er sich daran erinnerte – so wie jetzt gerade. „Ja...“, antwortete er also langsam und strahlte leicht. „Ja, ich habe schon ein paar ganz besondere Sachen erlebt, und das fast überall in Fiore! Ich war in anderen Städten, aber auch auf hohen Bergen und in weiten Wüsten... du glaubst gar nicht, wie abwechslungsreich das Leben auf dieser Welt sein kann!“ Man konnte das Leuchten, das bei diesen Worten seine Augen erfüllte, direkt aus seiner Stimme hören. Der Gedanke an das Glück, das diese Menschheit zu genießen vermochte, brachte ihn direkt in sein Element, machte ihn glücklich, machte ihn stolz. Jede Nervosität wurde augenblicklich vergessen. „Das ist das Tolle daran, Magier zu sein... du wirst es bestimmt auch noch zu genießen lernen, Shae! Man kann so viele verschiedene Orte sehen und so viele verschiedene Menschen kennen lernen... und du kannst so vielen Menschen eine Last von den Schultern nehmen und ihnen eine Freude bereiten...“ Für einen ganz kurzen Moment, Bruchteile einer Sekunde, wandte er sein Gesicht leicht von der Straße ab, indem er es ein kleines bisschen in Richtung Shae drehte. Sofort richtete er seine Augen wieder nach vorne, aber nicht, bevor er dem Mädchen nicht ein ehrliches, breites Lächeln geschenkt hatte. „Wir Magier können ganz vielen Leuten helfen, selbst wenn sie total verzweifelt und verängstigt sind. Dafür bin ich in Fairy Tail. Hin und wieder erlebt man Dinge, die einem Angst machen, das weiß ich wohl am besten. Aber zu wissen, dass man jemandem etwas Gutes tun kann, macht es die Mühe wert, seine Angst zu überwinden... das glaube ich ehrlich.“
Zufrieden mit seiner eigenen Erkenntnis, entspannte sich der Junge, ehe er merkte, was er da eben gesagt hatte. Das klang ja fast, als hätte er Shae belehren wollen... sein Gesicht wollte sich gerade wieder farblich seinem Blut anpassen, als seine Nase einen Duft witterte, den er nicht falsch deuten konnte. Seine Augen schweiften leicht zur Seite ab, um aus den Augenwinkeln heraus betrachten zu können, was das Mädchen da gerade hervorgeholt hatte, und tatsächlich: Es handelte sich um Schokolade. Die Finger des Kyofu krallten sich etwas fester an das Steuer des magischen Gefährtes, um das Zittern zu unterdrücken, das sich bei dem Gedanken in seinem Körper breitmachte. Seine Zunge schoss unweigerlich hervor und leckte kurz über seine Lippen. Sie hatte Schokolade dabei... diese köstliche Süßigkeit, diese süße Köstlichkeit war so nah, so leicht zu erreichen! Der Gedanke ließ sofort das Wasser im Mund des Grünschopfes zusammenlaufen, und als sie ihn fragte, ob er ein Stück davon wollte, schlug seine Sucht aus und sein Kopf wandte sich ihr sofort ihr zu, mit einem freudigen „E-ehrlich? Ich ka-kann etwas abhaben?“ Der Wagen reagierte aus seinen Ausbruch und machte einen recht starken Schwenker zur Seite, der noch einmal Kabutos Konzentration noch vorne lenkte, damit er sie wieder sicher auf Kurs bringen konnte. Dann lächelte er peinlich berührt. „Eh... v-vielen Dank, Shae...“, murmelte er, während er langsam eine Hand vom Steuer nahm und nach der Schokolade ausstreckte, sie aber schnell wieder zurücklegte, als er merkte, dass der Wagen leicht nach rechts zog. Jetzt hatte sein Gesicht wieder eine leicht rosane Färbung erreicht. „Ä-ähm...“, stotterte der Junge, vollkommen aus dem Konzept gebracht und mit den Augen fest auf die Straße fixiert, seine Gedanken noch wehmütig bei der süßen Speise, die er sich doch nicht hatte nehmen können. „V-vielleicht so-sollte ich b-b-besser... auf die Straße achten...“

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BeitragThema: Re: Zornissen   So 23 Nov 2014 - 22:47

Das, was Kabuto da vom Schaffen und Tun eines Magiers erzählte klang nicht nur wunderbar, sondern eigentlich absolut traumhaft, weshalb Shae sich auch automatisch von seiner Begeisterung und guten Laune anstecken ließ. Wie er so erzählte und sie dabei das Leuchten in seinen Augen sehen konnte, ging der jungen Magierin praktisch das Herz auf und eine Welle der Bewunderung durchfuhr das Mädchen, während sich ihre Lippen zu einem anerkennenden Lächeln verzogen. Das klang alles so zauberhaft und wunderbar, wie ein nie endendes Abenteuer und endlose Dinge die es zu erkunden und entdecken gab. Seine Worten erweckten in Shae den Wunsch selber stärker und besser zu werden, an ihrer Rolle zu wachsen und anderen Menschen eine Hilfe zu sein. Sie wollte aufregende Abenteuer bestehen, beweisen das sie als Teil ihrer Gilde auch für anderen von Wert sein konnte und sich ihren Platz unter ihnen verdient hatte!
Ein sehnsüchtiger Ausdruck trat auf die Gesichtszüge der Grünhaarigen, während sie eine Weile ins Nichts blickte und unwillkürlich darüber nachdenken musste, wie weit all das noch von ihr entfernt war. Momentan war sie zu schwach und nutzlos um irgendjemandem wirklich von nutzen zu sein und allein der Gedanke daran, sie könnte irgendwann einmal an einem Kampf teilnehmen und vielleicht sogar als Sieger aus diesem hervorgehen, glich zur Zeit mehr einer Wunschvorstellung als einer wirklich realistischen und plausiblen Möglichen. Nun mochte man argumentieren, sie solle sich doch nicht so klein machen und den Mut nicht verlieren, immerhin war sie jung und folgte ihrer Profession als Magierin noch nicht allzu lange, doch gerade aus Shaes Sicht waren ihre Fortschritte minimal und gerade wenn es an die Pflicht ging, ihre Freunde zu beschützen und für sie da sein zu können, konnte es dem kleinen Mädchen gar nicht schnell genug in ihrer Entwicklung und ihrem Lernprozess voran gehen. “Oh, Kabuto das klingt so wunderbar aufregend und interessant. Ich wünsche mir so sehr, neue Dinge zu erleben und anderen eine Hilfe zu sein. Weißt du, mein ganzes Leben bin ich anderen schon eine Last und auch wenn ich mich mittlerweile freue, dass ich meine Eltern mit ein bisschen Geld unterstützen kann, so würde ich doch auch gerne anderen Menschen von Hilfe seine. Immerhin gibt es dort draußen doch so viele Menschen, die auf die Fähigkeiten von Magiern angewiesen sind und ihre Hilfe brauchen. Ist es da nicht ein schöner Gedanke, dass es uns gibt und wir ihnen helfen können?” Shae als die kleine Romantikerin, die sich mit dem Übel und den Grausamkeiten der Welt nur wenig auseinandersetzte und noch seltener wirklich konfrontiert war. Immerhin war die Eiden der überaus festen Überzeugung, dass in jedem Mensch etwas Gutes steckte und man es nur irgendwie mit viel Geduld hervorlocken musste.
Dementsprechend bemüht zeigte sie sich auch im Umgang mit Kabuto, der nicht nur irgendwie vom Unglück verfolgt schien, sondern sich selber auch unterschwellig immer ein wenig runterdrückte. Es gingen praktisch Wellen des Pessimismuses von ihm aus und diese wollte Shae am liebsten mit einer Handbewegung vertreiben und stattdessen mit Glückseeligkeit ersetzen. Daher ließ sie sich von seiner fehlenden Kontrolle über das Gefährt nicht weiter stören und nahm auch seine fast schon jämmerlich klingenden Antwort nicht als Entschuldigung und Erklärung an. Stattdessen griff sie in die Packung, brach ein Stückchen Schokolade ab und lächelte ihren Sitznachbar mehr als fröhlich an. “Mach einfach den Mund auf und ich füttere dich mit Schoki.”, meinte sie fröhlich und absolut ungeachtet der Tatsache, dass Kabuto noch immer den Wagen lenken musste und es vielleicht nicht die allerbeste Idee war, wenn er nun den Kopf drehte und sich nicht mehr auf die Straße konzentrieren konnte. Nun, eigentlich kein sonderliches Problem, immerhin meinte es die liebenswerte Empathin ja nur gut und hatte lediglich sein Wohlbefinden im Sinn, wer konnte ihr da trotz dieser gewaltigen Naivität schon sonderlich böse sein…? Und im Endeffekt konnte es schließlich auch nicht so kompliziert sein, den Wagen diese wenigen Sekunden geradeaus zu lenken und dabei nicht die Kontrolle zu verlieren, oder? Nicht, dass Shae das Ganze besser oder ähnlich gut hinbekommen hätte, aber sie hielt Kabuto trotz seines fehlenden Selbstbewusstseins noch immer für einen kompetenten Magier, dem sie einen derartigen Konzentrationsakt durchaus zutraute. Oh ja, manchmal war es fast schon bewundernswert, was für ein grenzenloses Vertrauen die junge Magierin in ihre werten Kollegen hatte.

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BeitragThema: Re: Zornissen   Di 16 Dez 2014 - 19:38

Erleichtert stellte Kabuto fest, dass Shae ihn wegen seiner Aussagen über das Magierdasein nicht seltsam fand oder so etwas, sondern ihnen tatsächlich positiv gegenüber zu stehen schien. Sie schien die gleichen Werte im Leben als Magier zu sehen wie er, und das hellte seine Stimme gleich auf.
Was für ihn aber wirklich erhellend war, war der Duft von süßer Schokolade, der seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Nun zeigte sich allerdings, dass es keine gute Idee war, die Hand vom Steuer zu nehmen, was darin resultierte, dass es für ihn keine schmackhafte Köstlichkeit aus sanftester Kuhmilch gab, obwohl die dunkle, braune Delikatesse ihm so nah schien; so nah und doch so fern. Er konnte sich immer noch sich selbst vorstellen in einem wenig jüngeren Alter, in dem er bestimmt gegen die Tränen hätte ankämpfen müssen bei dem Gedanken, dass er nicht an ein Stückchen Schokolade kam. Zwar war er immer noch verrückt nach Süßigkeiten, aber immerhin nicht ganz so unausgeglichen... Nur noch ein ganz kleines bisschen unausgeglichen. Minimal. Jedenfalls nicht genug, um gleich zu heulen anzufangen... was ihm vor Shae auch wirklich peinlich gewesen wäre. Vor allem hätte Vica ihm das vermutlich den Rest der Quest vorgehalten, und ihre Anwesenheit war ihm so schon unangenehm genug...
„Mach einfach den Mund auf und ich füttere dich mit Schoki.” „E-eh?“ Ungläubig blickte Kabuto zur Seite, zu Shae, die ihm gerade dieses großartige Angebot gemacht hatte. Meinte sie das ernst? Sie würde ihn quasi füttern und ihm somit die Möglichkeit geben, sein Verlangen nach Zucker stillen? Es war kaum zu glauben. „D-das würdest du... für mich tun...?“, fragte er also, nur um sicher zu gehen, dass das nicht ein offensichtlicher Scherz war, auf den er gerade hereinfiel, aber wenn er darüber nachdachte, war das Mädchen eigentlich nicht der Typ für diese Art von Humor; zumindest wirkte sie nicht so. Sie hatte viel mehr eine Ähnlichkeit mit ihm, der anderen Menschen helfen und sich nützlich machen wollte... Also war es wohl doch nicht so unglaubwürdig, dass sie das einfach so für ihn tun würde. Strahlend lächelte er sie an und nickte, beide Hände noch immer fest am Steuer. „V-vielen Dank... das wäre u-unglaublich lieb von d-dir!“ Damit öffnete er den Mund, wartete kurz, hielt den Wagen gerade, bis sie das schmackhafte Stückchen nah genug gebracht hatte, damit er es mit seinen Zähnen aufnehmen und in seinen Mund gleiten lassen konnte. Dort ließ er es auf seiner Zunge liegen, zergehen, während sich der starke, schokoladige Geschmack im Inneren seines Mundes verteilte. Leicht an dem kleinen Stückchen saugend, genoss er jede Reaktion seiner Geschmacksnerven, und das Licht in seinen Augen erstrahlte wie nie zuvor. „Mmmh...“, meinte er genussvoll, und wenig später, als er fertig war: „Vielen Dank, Shae! Das... das war wirklich köstlich!“

Nach einer Weile entschied er sich, dass er vielleicht auch einmal nach ihren Erfahrungen fragen sollte, wenn sie ihm gegenüber schon so viel Interesse zeigte. Sie würde sicher nicht beleidigt reagieren, lieb, wie sie war, und wenn er etwas fragte, was für sie zu persönlich war, würde sie es bestimmt normal wissen lassen, anstatt einfach wütend zu werden und ihm Dinge an den Kopf zu werfen – eine Erfahrung, die er noch nicht gemacht hatte, aber immer wieder befürchtete. Vielleicht lag es ja an seiner Vorsicht in diesem Bereich, dass er es noch nicht hatte erleben müssen; ihm erschien der Gedanke zumindest plausibel. Hm... aber wonach konnte er sie wohl fragen? Er wusste ja, dass sie noch nicht so lange Magierin war wie er... vielleicht konnte er ja darauf aufbauen? Das klang gar nicht mal so schlecht... „W-weißt du... ich wollte schon lange Magier werden...“, meinte er also, praktisch aus dem Nichts heraus. „B-bevor ich in Fairy Tail eingetreten bin, hatte ich einen Lehrmeister, weil er meinte, dass jeder Magier werden könnte, wenn er es nur richtig probiert... s-selbst jemand mit s-so wenig Talent wie... wie ich.“ Er wurde schon wieder rot. Das passierte gelegentlich, wenn er tatsächlich aussprach, was er über sich selbst dachte. Aber das war nicht der Punkt. „S-sag mal... w-wie lange wolltest d-du eigentlich schon nach Fairy Tail...? K-kommst du aus Magnolia, oder bist du extra hergekommen, s-so wie ich?“

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BeitragThema: Re: Zornissen   

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