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 Magie leicht gemacht

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Souta
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BeitragThema: Magie leicht gemacht   Do 20 Nov 2014 - 23:22

Magie leicht gemacht
Schnee, Sekten und Sabotage

Lasst uns ein Ratespiel spielen. Wovon gab es in einer eisigen Gebirgsregion massenweise? Richtig: Schnee. Wovon gab es daher leider nur sehr wenig? Genau: Befestigte Straßen. Dies wiederum führte zum vermehrtem Aufkommen von stundenlangen Wanderungen, genereller Orientierungslosigkeit und einem nassem, kaltem Gefühl an Stellen, die das Sonnenlicht nur selten mit seinem Glanz beehrte. Souta war sich ziemlich sicher, dass er Frostbiss an der Pobacke hatte, so oft war er schon auf den engen, geschwungenen Pfaden vom Bahnhof durch die Wildnis ausgerutscht und hatte sich nur dank seines übermenschlichen Geschicks davor retten können, Po voraus Hänge herabzurutschen. Bis auf die paar Male, in denen er das aus voller Absicht getan hatte. Wenn er sich so recht überlegte, könnte daher der imaginäre Frostbiss stammen …
Vielleicht war sein innerer Monolog über die vielleicht nicht mehr zu erreichende Rettung seiner Pobacke aber nicht unbedingt der beste Start für seine nächste große A-Rang Quest. Es musste irgendwie besser gehen … Feierlicher ...

In einer Welt, in der die Berge von Eis bedeckt sind, liegt das Schicksal des Erfolges in der Hand zweier wackerer Magier, die stundenlange Zugfahrten, eisige Klimata und eine beschwerliche Wanderung auf sich genommen hatten, um sich in einer gefährlichen Undercovermission in einen Bergtempel einzuschleusen. Es war bisher kaum etwas über die Religion oder Sekte bekannt, die diesen unwirtlichen Ort zu ihrem Fort erwählt hatte, aber die sich aufhäufenden Vermisstenmeldungen und verrückte Gerüchte hatten ausgereicht, dass die Gilde Magier ihres Kalibers abgestellt hatte, um die Vorkommnisse dort zu erkunden und den Verbleib der Entführten oder Verunglückten zu ermitteln. Der Vorteil, sich ständig im Schatten eines Sephirots der Gilde zu bewegen, war, dass man immer nahe am Geschehen war. Vorbei war die Zeit der langweiligen Kuriermissionen, nur richtige Action kam noch auf ihren nicht existenten Schreibtisch. Der Nachteil: Man musste sich irgendwie ans Geschehen bringen. Und Souta war kein großer Fan von Kälte. Geboren im sonnigen Süden von Fiore, war er einfach eher ein Sommermensch und hatte sich der Hitze verschrieben. Sein warmer Hautton, seine flammenroten Haare und selbst die noch frische Feuermagie sprachen dafür. Jetzt hatte man ihn allerdings in fremdes Terrain verpflanzt und zwang sie dazu, sich in eine noch viel fremdere Welt einzuschleusen. Interessant war es allerdings schon. Durch irgendeine Wunderkur sollte man dort in der Lage sein, alle Magien zu erlernen, die existierten. Auch Dragonslayermagie.

Souta war an den Rand ihres kleinen Schlupfloches getreten, das man bestenfalls als etwas tiefere Nische an der Bergwand bezeichnen konnte, und blinzelte durch die in seinen Wimpern verfangenen Schneeflocken auf den weißen Turm hinab, der hier fast mit der Umgebung zu verschmelzen schien. Talentierte Steinmetze hatten ihn aus dem Berg selbst geschlagen, so dass das Gebilde wie ein kunstvolles Geschwür aussah, welches aus der Wand des Steinmassives gebrochen war, voller fremdartiger Runen. In den kleinen Fenstern konnte man das gelbe Glühen von Feuern ausmachen, das von der Entfernung geradezu geisterhaft wirkte, und ab und zu sah man sogar eine kleine, schwarze Gestalt von einem Flügel zum Anderen gehen, stets schnell, um der Kälte nicht zu lange ausgesetzt zu sein. Hier wurden Menschen also zu Dragonslayern gemacht. Zugegeben, es erinnerte ein wenig an ein altes Bergkloster … Aber konnte man dem Schein vertrauen? Wenn sie wirklich eine Möglichkeit gefunden hatten, Lost Magics zu verbreiten und diese jedem anboten, dann würde bald jeder auf der Welt Magier sein. Gleichheit für alle … Souta stieg von einem Winterstiefel auf den anderen und schlang die Arme um den Körper, so dass seine Daunenjacke ein puffendes Geräusch von sich gab. Seine Finger steckten in Handschuhen und er hatte sich sowohl einen Schal als auch eine flauschige Mütze tief ins Gesicht gezogen, doch er fröstelte immernoch und zitterte so heftig, dass er Angst hatte, bei Berührung mit der Felswand eine Lawine auszulösen.
Ein schmaler Pfad führte nach unten an die Tore des Klosters, wo sie sich vorstellen und um Einlass bitten würden. Sie waren offiziell hier, um an dem Programm teilzuhaben und würden sich wie jeder andere benehmen müssen. Schauspielerei würde zum Glück kein Problem sein, das konnten sie beide nämlich ausgezeichnet.
„Was hälst du von der ganzen Sache?“, fragte Souta, der eine Entschuldigung brauchte, sich noch ein wenig aufzuwärmen, bevor es in die Grausamkeit der Kälte und damit auch in die Ernsthaftigkeit der Quest zurückging. Da er den Mund nicht allzu weit aufmachte um sein Zähneklappern zu unterdrücken und sein Schal sowie sein gerötetes, steifes Gesicht ihm nicht allzu viel Freiraum ließen, wurde es ein ziemliches Genuschel, aber man würde schon erkennen, was er meinte. Oder ihn zumindest ein wenig bemitleiden.

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Seraphim

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BeitragThema: Re: Magie leicht gemacht   Mi 26 Nov 2014 - 18:37

Gleichheit für alle klang auf dem Papier gut, fair und möglicherweise wäre das sogar die Lösung vieler Konflikte auf der Welt. Seraphim fand allein den Gedanken daran abstoßend. Er war der festen Überzeugung, dass nun einmal nicht alle gleich waren und schätzte insbesondere sich selbst einfach deutlich mehr als die meisten Menschen, die es wagten, dieselbe Luft wie er zu atmen. Keiner von denen hatte es verdient, etwas ähnlich gutes wie er zu besitzen und die schiere Vorstellung, wie dieses niedrige Gewürm künstlich zu Dragonslayern gemacht werden sollte, erfüllte ihn mit Ekel. Die Magie der Drachen sollte auch von diesen majestätischen Wesen gelehrt werden und von niemandem sonst. Nur ein wahrer Drachensohn oder eine -tochter hatte das Anrecht darauf, die Elemente der Natur auf diese Weise zu beherrschen, denn während ihrer Ausbildungszeit ging seines Erachtens noch viel mehr auf sie über als bloß das Wissen um die richtige Manamanipulation. Man wuchs mit der Weisheit, der Anmut und der Weitsicht eines Drachen auf und hatte nur deswegen das Recht darauf, über solch mächtige Magie zu gebieten... kein menschengeführtes Bergkloster der Welt hatte dazu die nötigen Voraussetzungen. Nebenbei glaubte er auch eigentlich nicht, dass besonders viel an diesen Gerüchten der Wahrheit entsprach. Es wäre nicht nur ketzerisch, er hielt es auch für vollkommen unmöglich, dass man Lost Magics einfach so um sich herumschmiss. Einmal ganz davon abgesehen klang das doch sehr nach den Gegenspielern der letzten außergewöhnlichen Quest, die er bestritten hatte und sollte es sich um diese handeln, würde sich sicherlich niemand daran stören, sollte er seinen Gefühlen an diesem Ort freien Lauf lassen. Zivilisten waren bei einem so abgeschotteten Standort ja zum Glück auch nicht in der Nähe...

Der Schnee selbst löste in Seraphim gemischte Gefühle aus. Zum einen mochte er die Reinheit, die er hier oben in den Bergen hatte und die frische Luft schmeckte wirklich vorzüglich. Zum anderen wurde er langsam schneeblind und die Kälte stach in seine Glieder, obwohl er sich hinderlich dick eingemummelt hatte. Eine mit weißem Pelz besetzte Kapuze umrahmte sein Gesicht und fügte sich nahtlos in seine Haarmähne ein, die sogar noch statisch aufgeladener wirkte als normal. Er fühlte sich ein wenig eingeschnürt, doch ohne die Daunenjacke würde er wahrscheinlich erfrieren, immerhin gebat er weder über das Eis, noch über Feuer... vielleicht war Souta ja deswegen noch nicht erfroren. Der Rotschopf war nicht nur der einzige Farbfleck in der Umgebung, er war auch Seraphims Lichtblick, da die beste Methode gegen den Frost immernoch die Übertragung von Körperwärme war. Die Umgebungstemperatur war der einzige Grund, warum er freiwillig darauf verzichtete, die Hand des Kettenmagiers zu halten, ihn zu betatschen oder sonstige Dinge zu tun, die sonst immmer automatisch geschahen, wenn sie alleine waren. Soutas Wintermode war nicht ganz so körperbetont wie seine sonstige Kleidung - noch so ein Punkt, der ihn ärgerte. "Ich halte das für einen gut vermarkteten Betrug.", antwortete er mit etwas säuerlicher Stimme. "Und wenn nicht, dann treibe ich ihnen aus, die Magie der Drachen zu verschenken..." Solange er noch nicht im Kloster war, musste er sich noch nicht verstellen, also nutzte er die verbleibende Zeit, um seiner schlechten Laune Luft zu machen. Sobald sie angekommen waren, musste er sich immerhin als gelehriger Schüler geben und das, obgleich er niemandem außer Grandine selbst verpflichtet war. Sicher konnte er verstehen, dass diese Quest von höchster Wichtigkeit war, aber sie mundete ihm dennoch nicht. Das war ein bisschen so, wie das Kind des Himmels unter der Erde oder im Dreck graben zu lassen. Seine Herkunft zu verleugnen, ging ihm nun einmal gewaltig gegen den Strich.

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BeitragThema: Re: Magie leicht gemacht   Mo 1 Dez 2014 - 10:04

Souta konnte es persönlich nicht weniger egal sein, ob irgendwelche Bergpriester heilige Magien verschenkten, aber er hatte auch gelernt, dass man Seraphim in gewissen Angelegenheiten nicht widersprechen sollte, wenn man seinen Seelenfrieden schätzte. Wahrscheinlich fehlte dem Rotschopf wohl einfach der Bezug zu den anmutigen, unsterblichen Drachen, die für ihn noch immer nicht mehr als vage Fabelwesen waren, von denen er gruselige und abenteuerliche Geschichten hörte. Der Gilde gegenüber hatte er zwar einen Eid geschworen, der mit der Verehrung und dem Schutz der schuppigen Viecher zusammenhing, aber ehrlich gesagt war Souta an der Bewahrung ihrer Geheimnisse nicht wirklich interessiert. Wäre es denn wirklich so schlimm, wenn jeder Dragonslayer werden konnte? Am Ende schadete das einfach dem Ego der Drachenkinder und sie lehnten diese Idee deshalb so vehement ab … Natürlich durfte man keinen potenziell gefährlichen oder unausgebildeten Gesinde starke Magien geben, aber zumindest bei seinem geliebtem Weißhaar spielte wohl der Drang, seine Einzigartigkeit zu behalten, mit hinein. Soutas Meinung nach könnte die Welt nämlich durchaus noch ein paar Wunderheiler vertragen, die ihre Dienste vielleicht sogar mit Güte und Nächstenliebe einsetzten.
Aber auch sie halfen den Menschen, immerhin war das ihr Job. So wie es sein Job war, seinen Freund zu unterstützen und seine Ideale zu respektieren. Man durfte in dessen Gegenwart nicht schlecht über die Drachen oder die Drachengilde reden. Im Allgemeinen musste man einfach alles Negative von Drachen und ihm selbst fernhalten, dann konnte man Seraphim unmöglich so sehr anpissen, dass er aus der Haut fuhr … Sofern man Souta hieß.
Oder so.

Der Kettenmagier lehnte sich der abnormal knuffigen Flauschjacke des Heilers entgegen und für einen kurzen Moment stupste seine eiskalte Nasenspitze gegen die blasse Wange des Älteren, als er ihm einen sanften Kuss an den Mundwinkel setzte. „Ich glaube, für den richtigen Saft braucht man einen Drachen. Und sofern diese kleinen Türmchen da nicht das gewaltige schuppige Hinterteil eines solchen verbergen, ist das wohl nur Werbemasche. Aber wir finden's ja heraus, Liebster.“ Er verdrehte das Auge – so eine Geste, die einäugig nicht so gut kam – und bibberte dann mutig wie eine ausgestoßene Seerobbe und mindestens genauso eingemummelt auf den Bergpfad, wo er natürlich erst einmal auf eine zugeschneite Eisscholle trat und sich nur mit rudernden Armen und einer leicht übermenschlichen Gelenkigkeit vor einem nassen Hintern retten konnte. Dieser kleiner Zwischenfall tat jedoch weder seiner Coolness noch seiner Entschlossenheit Abbruch, also marschierte das Rothaar tapfer weiter den sich windenden Pfad hinab, begleitet von dem ein oder anderen derben Fluch, den wohl höchstens Seraphim hören konnte. Der eiskalte Nordwind schlug ihnen entgegen wie ein Ohrpeitschenhagel (zumindest demjenigen, der ihn nicht essen konnte) und durch die aufgewirbelten Schneeflocken konnte man kaum sehen, wo man hintrat (zumindest diejenigen, die sichttechnisch behindert waren), aber letztendlich schafften sie es doch bis zum Eingang des Tempelkomplexes. Da man die Wachposten nicht zwingen konnte, sich den ganzen Tag im Freien aufzuhalten, hatte man einen kleinen Vorraum aus dem Fels gehauen, aus dem warmes Licht und sanftes Gelächter drang. Außerdem roch es ein bisschen nach Alkohol und … Wurst? Kaum hatten sie die ersten paar Schritte zum gewaltigen Tor des Gebäudes gemacht, wurde es rechts neben ihnen still und man hörte Bewegung in die Männer kommen, ehe sich eine Luke in der Tür öffnete und misstrauische Augen auf die beiden jungen Magier fielen, die zu neunzig Prozent aus buschigen Brauen bestanden. „Ihr habt einen langen Weg hinter euch, Jungs“, knirschte der ältere Herr amüsiert und schien sie von oben bis unten zu mustern. Souta wusste nicht, was er unter ihren dicken Mänteln zu erkennen hoffte, doch irgendetwas schien es zu sein, denn nur wenige Sekunden später öffnete sich die Tür und ein Schwall an Wärme schlug ihnen entgegen, den der halb erfrorene Rotschopf geradezu göttlich fand. Er konnte es kaum erwarten, in die gute Stube zu kommen, selbst wenn sie sich als böse herausstellen sollte. „Na, willkommen in unserem Kloster. Ich werd' euch erstmal nen Teller Suppe besorgen, was, Jungs? Ist nen ziemlich hartes Wetter da draußen, mhm, mhm...“ Er war bärtig und alt und buckelig, aber auf eine leicht grimmige Art freundlich zu ihnen, die Souta gefiehl. Auch im Inneren waren die Steinwände mit Runen verziert und Fackeln spendeten ihr warmes, rotgoldenes Licht. Der Wachmann trug eine provisorische Rüstung aus einer gelben Robe und einem Holzwams, was ihn mehr wie einen Gelehrten als einen wirklichen Kämpfer wirken ließ, aber er war nett zu ihnen und Souta würde sich als eifrigen Schüler geben,  so lange er konnte.

Suppe klang zudem ausgezeichnet. Sein Magen grummelte als Antwort auf die Worte des Älteren und dieser gluckste leicht in sich hinein, ehe er eine der Fackeln von der Wand nahm und sie durch den Eingangstunnel führte, weiter in den Komplex aus Flammen und dunklem Stein hinein. Für Souta sah alles gleich aus, doch der Wachmann navigierte sie spielend zu einer Tür, aus der sanftes Licht und Frauenstimmen drangen. Er öffnete die Kammer, aber dort war keine Küche, sondern eine Art Badezimmer. Hübsche Frauen mit langen, gelben Kleidern waren dabei ein dampfendes Bad in einer großen Einbuchtung im Boden einzulassen und verschiedene wohltuende Gerüche zu sortieren, als der ältere Herr den Raum betrat und sie mit einem dickem Grinsen bedachte. Auch Souta fand den Ausblick nicht gerade von schlechten Eltern.
„Bevor wir euch von unseren Vorräten geben können, müsst ihr euch reinigen. Das eigentliche Ritual erhaltet ihr mit vollem Magen, aber hier bekommt ihr die Ordenskleidung und wascht euch erstmal buchstäblich. Ein warmes Bad und hübsche Mädchen wecken selbst in den kältesten Gliedern wieder die Lebensgeister, he he he.“
Er drehte sich um und bevor sie irgendeine Antwort geben konnten, hatte er die Tür zugeknallt. Die Frauen schauten sich einen Augenblick lang an, dann die beiden Magier.
„Normalerweise kriegen wir doch nur diese fetten Vierzigjährigen, die unbedingt nochmal Zauberer sein wollen ...“
„Guck dir diesen schnuckeligen Typen an ...“

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Seraphim

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BeitragThema: Re: Magie leicht gemacht   Mi 3 Dez 2014 - 6:20

Der Zweck dieses Kloster mochte ketzerisch sein und ihm mochte die Tatsache nicht gefallen, dass er seiner Tarnung wegen sogar sein Gildenzeichen hatte ablegen müssen, aber er hatte ja auch nichts von den Eingangszeremonien gewusst. Unter anderen Umständen hätte es ihn vielleicht etwas gewundert, dass man sie erst säubern wollte, ehe sie vorstellig werden konnten, aber die Damen in den langen, fließenden Gewändern spülten die Verwirrung sehr zuverlässig aus seinem Hirn, obwohl sie doch für die Säuberung seines Körpers zuständig schienen. Wer fragte sich denn, ob man vielleicht schon aufgeflogen sein könnte, wer zweifelte das Prozedere an, wenn er Dinge in Aussicht hatte, die ihm so viel besser als das Schneegestöber von draußen gefallen würden? Ein leiser, lang gezogener Pfiff stahl sich von seinen Lippen, als sich die Tür hinter ihnen schloss. Sicher, da war auch noch Souta, aber den hatte er weit mehr erwartet als die beiden Schönheiten vor ihm, die mehr als überraschend aufgetaucht waren. Auch der Rothaarige schien das Auftreten der beiden höchst positiv aufzunehmen, zumindest war es das, was Seraphim aus dem Augenwinkel bemerkte, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder den beiden Damen zuwandte. Dass es solche hübschen Wesen in einem so abgelegenen Bergkloster gab, war beinahe zu gut um es zu glauben... war nur die Frage, wofür sie eigentlich hier waren und wozu man sie wohl so bringen konnte. Ja natürlich, wahrscheinlich sollten sie ihnen nur das Wasser einlassen, aber das wäre doch eine komplette Verschwendung! Seine Lippen verzogen sich zu einem schiefen Lächeln, während seine Hand nach seinem Hemd griff, um es sich über den Kopf zu ziehen: Man musste es wohl einfach ausprobieren.
Mit einem gleichgültigen Ausdruck auf dem Gesicht, so als wäre ihm die Reaktion der Umstehenden weder bewusst noch wichtig, schlängelte er sich vielleicht eine Spur zu langsam aus seinem Oberteil und ließ es auf den Boden fallen. Bereits im Vorhinein der Quest hatte der Gildenmeister sie ihres Zeichens enthoben, damit sie bei ihrer Undercover-Quest nicht auffielen, also bat sich den Umstehenden das ungewöhnliche Bild einer vollkommen blanken, blassen Brust, auf der wahrscheinlich nur in Seraphims Augen etwas fehlte. Wie zufällig strich seine Hand durch die weiße Wuschelmähne auf seinem Kopf, während er auf das Becken zu schlenderte und schließlich den Blick einer der beiden Frauen einfing. Blondgelockte Haare umspielten ihr herzförmiges Gesicht, ihre tiefblauen Augen hätten gut und gern ein Ausschnitt des Himmels sein können… und wenn er das, was er unter ihrem Kleid erkennen konnte, richtig deutete, sah sie auch ansonsten ziemlich perfekt aus... ohne den Blick in ihre Augen auch nur ein einziges Mal zu brechen, entledigte er sich seiner restlichen Kleidung und ließ sich danach mit einem wohligen Seufzer in das warme Wasser gleiten. Kurz schloss er seine Augen, legte den Kopf in den Nacken und fischte danach wieder nach dem blauäugigen Blick. Das Lächeln, das sich erneut auf seine Züge schlich, wirkte dieses Mal ein Stückchen lauernder, als er den Arm ausstreckte und mit seinen Fingerspitzen leicht über den nacken Knöchel der Frau strich, die bereits einen Schritt näher gekommen war. Wunderbar weich... so viel Glück auf einmal konnte eigentlich nichts gutes bedeuten, aber der vom Schicksal reichlich verwöhnte Dragonslayer ignorierte jegliche schlechte Vorahnungen zugunsten seiner Erwartungshaltungen an die beiden hübschen Badfeen. Und hatte der alte Mann nicht davon gesprochen, dass sie dazu da waren, ihre Lebensgeister wiederzuerwecken? Das hatten sie bei ihm schon beinahe nur durch ihre Anwesenheit bewirkt... "Souta-chan, kommst du? Das Wasser hat eine wunderbare Temperatur~", säuselte er, ohne jedoch den Blick vom Gesicht der Frau zu lösen. Die Wanne mochte nicht extravagant ausladend sein, aber sie war doch bestimmt groß genug, um mehr als zwei Menschen gleichzeitig zu fassen, oder? Sein Lächeln wurde eine Spur schelmischer. "Und wie steht es mit euch?", fragte er, während er sich zu der anderen Dame umwandte, "Es muss doch frustrierend sein, anderen nur beim Baden zuzusehen und sich selbst diese Freude versagen zu müssen..."

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BeitragThema: Re: Magie leicht gemacht   Mo 29 Dez 2014 - 15:29

Ha. Ha ha. Ha ha ha. Nein.
Souta war normalerweise nicht eifersüchtig. Das hatte aber nichts mit seinem Vertrauen in Seraphim zu tun, das in jeder Angelegenheit außer dieser zu großen Teilen vorhanden war, sondern schlicht damit, dass er es nicht nötig hatte. Es gab auf dieser Welt niemanden, den man mehr begehren konnte als ihn, denn er war in allen Bereichen perfekt. Selbst wenn Seraphim vom Pfad der Tugend abkam und dachte, dass er vom Nektar der Stinkblumen anderer Menschen kosten musste, so würde er früher oder später von selbst wieder zu ihm zurückkehren. Es gab schließlich solchen und solchen Zucker.
Diese Situation war allerdings anders. Zunächst war Souta durch Eiseskälte, Schneematsch und entsetzliche Witterung gewandert, so dass er wohl einen Hauch erschöpfter als der fliegende Mann war, der so lasziv in der Wanne lag, dass die Nase des Rothaarigen leicht zuckte, als könne sie sich nicht entscheiden, ob sie Blut absondern, sich ob der Dreistigkeit des Verhaltens rümpfen oder in den Rudolfmodus gehen sollte. Seine aufsteigende Erregung angesichts des verlockenden Anblickes und des warmen, duftenden Wassers trug allerdings eher noch zu seiner Irritation bei. Kaum brachte man Badewasser und hübsche Frauen in einen Raum, entblätterte sich sein Dragonslayer auch schon und machte Vorschläge, die Souta nicht tolerieren würde. Eigentlich hatten sie bestimmte Regeln abgesteckt, wie etwa das Tabu eines zusätzlichen Mitspielers bei gewissen Dingen, doch das schien sein Freund gerade beflissentlich zu vergessen. Vielleicht hatte der Trip ja auch bei ihm Spuren hinterlassen und Teile seines Gehirns verfroren?
Von allen dummen Dingen, die man machen konnte, war es sicherlich eines der dümmsten, die wenigen Regeln zu brechen, die Souta in sein Leben ließ. Zudem hatte man ihn einfach nicht links liegen zu lassen, um ihn dann dumm von der Seite einzuladen, während man sich die ganze Zeit auf diese dumme Frau konzentrierte. Zugegeben, sie war wirklich sehr ansprechend und wäre Seraphim nicht dabei, so hätte er wohl eine ähnliche wenn nicht gar dieselbe Strategie verfolgt, aber … das tat jetzt überhaupt nichts zur Sache!
Der Kettenmagier antwortete mit einem ärgerlichen Schnauben auf das Angebot des Himmelsmagiers und entledigte sich seiner Schichten, ehe er die kurze Distanz zwischen Kleiderhaufen und dem blassen Arm überquerte, der sich ähnlich eines schleimigen Seemonsters um den Knöchel der liebreizenden Blondine gewickelt hatte. Was tat man noch einmal gleich mit ärgerlichen Kriechtieren? Ach ja … Ein braun gebrannter Fuß sauste auf eine helle Hand hinab und brachte die verlegene Baddame zum Quieken. Da Souta ihr plötzlich sehr nahe war und er auch ohne der Angelegenheit Aufmerksamkeit zu schenken seine Ferse nach links und rechts bewegen konnte, betrachtete er die hübschen Mädchen nun mit einem entschuldigendem Lächeln. „Wir kommen dann alleine zurecht, danke.“ Da er selbst nackt war, kam das wahrscheinlich nicht so gut, doch sie erhielten die Nachricht wohl trotzdem, entschuldigten sich rasch und wuselten dann begleitet von aufgeregtem und milde erregtem Geschnatter begleitet aus der Badekammer.

Der Kopf des Feuermagiers erinnerte an eine Holzpuppe aus einer Horrorgeschichte, so langsam drehte er sich zu dem Drachenkind um, dass man sich fast ein Quietschen einbilden konnte, welches die Bewegung begleitete. „Seraphim ...“, murmelte er, zog das Wort lange, bis der M-Laut am Schluss nichts mehr mit seinem Namen zu tun hatte. Erst dann ließ er von der Hand ab, die er unter dem Fuß angematscht hatte und schenkte seinem Freund ein strahlendes Lächeln. Elegant glitt er in die warmen Wasser des Bades und seufzte wohlig, ehe er wie selbstverständlich in die Achsel des Weißhaarigen robbte, mit dem Ziel, seinen Kopf auf dessen Schulter zu legen. „Das war ein Strike. Drei davon und du kannst dir meine Freuden für unbestimmte Zeit versagen, okay?“

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BeitragThema: Re: Magie leicht gemacht   Di 30 Dez 2014 - 11:59

Seraphim war nicht unbedingt empfindlich, aber das hatte gesessen. Die blassen Finger des Himmelsmagiers krümmten sich schmerzhaft unter der Ferse des Rothaarigen, die seine Hand immer fester in den unnachgiebigen Boden drückte und seine Zähne vergruben sich in seiner Unterlippe. Er musste erst gar nicht darüber nachdenken, um zu bemerken, dass er damit wohl einen Fehler gemacht hatte, aber das war ihm in dem betreffenden Moment gar nicht in den Sinn gekommen, so natürlich war es ihm vorgekommen. Wenn hübsche Frauen in der Nähe waren, suchte er wohl schon unterbewusst nach einer Möglichkeit, sie anzubaggern, da hatte er eben übersehen, dass er ja Souta bei sich hatte... nicht, dass ihn das so besonders störte, denn was die Situation noch unangenehmer machte, war die Verwirrung seines Körpers. Der signalisierte ihm nämlich nicht nur, dass seine Hand mit etwas Pech bald brechen würde, sondern auch, dass der gebräunte Körper des Kettenmagiers wirklich sehr einladend aussah, durchzogen von einsetzendem schlechten Gewissen. Ein leichtes Stöhnen löste sich trotz seiner Bemühungen von seinen Lippen, als der Kettenmagier die beiden Damen verabschiedete und sich danach beinahe gruselig langsam zu ihm umdrehte, den Fuß immer noch auf seinen Fingern. Seraphim zwang sich ein nur minimal zittriges Lächeln auf die Lippen und erwiderte den starrenden Blick aus dem grünen Auge als wäre nichts geschehen. Der Moment bis er erleichtert aufseufzte, als seine Hand losgelassen wurde, schien eine Ewigkeit anzuhalten, in der er sich immer mehr anstrengen musste, nicht zusammen zu schrumpfen. Seine Finger zuckten wie Schlangen im Todeskrampf, sodass er gar nicht richtig wahrnahm, dass sich Souta zu ihm setzte, bis er seine glatte Haut bereits gegen ihn reiben spürte. Die Worte, die er nebensächlich in den Raum hauchte, durchfuhren ihn mit einer ungewöhnlich kalten und damit vollkommen gegensätzlichen Temperatur zur heißen Umgebung. "A-Aber Souta-chan...", kam sofort die ein wenig gestammelte Reaktion auf die Aussicht, sich von ihm fernhalten zu müssen. In so einer Situation war er bereits einmal gewesen und sie hatte ihm nicht gerade gut getan, also durfte sich das auf keinen Fall wiederholen! Er hätte wohl seinen Arm um Soutas Schultern gelegt, doch dann hätte er seine gequetschte Hand in Kontakt mit dem warmen Wasser bringen müssen, was ihr eher weniger gefallen hätte. Also rieb er nur seine Wange an dem Teil von Soutas Kopf, den er gerade so erreichen konnte. "Das hab ich doch nicht so gemeint, Souta-chan..." Normalerweise war er ja nicht so der Typ fürs Betteln, aber wenn es jemanden gab, für den er das durchaus anfangen würde, war es Souta. Der Feuermagier würde ihm bestimmt vergeben, wenn er nur nett genug um Verzeihung bat und außerdem kam er ja überhaupt nicht auf die Idee, ihn noch mehr zu ärgern, indem er zum Beispiel log. Er hätte ja auch behaupten können, dass er das niemals wieder tun würde, aber das wäre ganz eindeutig eine Lüge - sobald der Kettenmagier nicht da war, sahen alle schönen Menschen um ihn herum bereits wieder wie Freiwild aus.
Die violetten Augen senkten sich ein wenig und er beobachtete verstohlen aus dem Augenwinkel, wie es sich der Kettenmagier bequem machte. In einer Sache hatte Souta Recht, im Vergleich zu dem muskulösen Körper des Kettenmagiers, der sich inzwischen beinahe in all seiner Geschmeidigkeit an ihn schmiegte, waren die meisten anderen Menschen nichts Besonderes. Das Farbenspiel aus den feuerroten Haaren und den unterschiedlichen Schattierungen seiner Haut, die von cappuccino bis zu dunkelrosa reichten, war zwischen den Dämpfen, die aus dem Bad ausstiegen, wahrhaftig atemberaubend. Seraphim biss die Zähne zusammen und tauchte seine geprellte Hand nun doch in die Wärme des Wassers, um den Farbgradienten streichelnd nachzuvollziehen. "Sei mir nicht böse, okay?"

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BeitragThema: Re: Magie leicht gemacht   So 4 Jan 2015 - 22:40

Das warme Wasser und die auf eine ganz andere Art erwärmende Präsenz seines Freundes hatten trotz des unterschwellig brodelnden Ärgernisses von vorhin eine entspannende Wirkung auf Souta. Es geschah nicht oft, dass eine Quest dieses Ranges mit einem nettem kleinen Bad begann, außerdem hatte der ältere Herr, der sie in diese Räumlichkeiten geführt hatte mit einem Recht behalten: Nach einer anstrengenden Wanderung in der Kälte sehnte man sich geradezu nach diesem reinigendem Geplansche. Ob es ihn von all seinen Sünden reinwaschen würde bezweifelte der Rotschopf allerdings. Er glaubte nicht nur nicht an irgendwelche übermenschlichen Gottheiten oder diesen Wiedergeburtkram, noch würden in diesem Umfeld irgendwelchen heiligen Dinge geschehen, für die eine Gottheit des Lichtes und der Sitte ihm ihren Segen schenken mochte.
Es musste wohl eher ein Dämon sein, der sich auf seine Seite schlug, ein Ungeheuer der Lust, vielleicht eine Sukkubi oder ein ähnliches Wesen, das sich nicht den großen Tugenden, sondern den niederen Bedürfnissen verschrieben hatte. Souta legte den Kopf zurück und schloss das Auge, während sich seine Haut langsam in einen rötlicheren Ton verfärbte, der nicht ausschließlich der ansteigenden Temperatur in seinem Inneren geschuldet war. Seine Atmung beschleunigte sich und er ertappte sich dabei, wie er lächelte, obwohl er sich vorgenommen hatte, zumindest eine Weile ernst zu sein und die beleidigte Leberwurst zu spielen. Wie konnte er jemandem böse sein, der seine Entschuldigung mit einer derartigen Schlagkräftigkeit hervorbrachte? Er brachte es sowieso nicht über's Herz, allzu lange den Miesepeter zu spielen, aber wenn man der Sache auch noch ein wenig nachhalf, dann verteilte er seine Vergebung deutlich schneller als die Gottheiten, die man hier anbeten mochte.
„Aber Seraphim ...“, begann er und seine Knie bewegten sich auf geradezu magische Weise voneinander weg, als wären sie plötzlich zu gleich gepolten Magneten geworden. Seine Nase drückte sich gegen den Oberarm des Älteren und er küsste eine Linie darauf, welche allerdings kurz ausfiel, weil er sich nicht allzu weit bewegen wollte oder konnte, „Ich könnte dir doch niemals böse sein...“
Das stimmte nicht ganz, denn es gab durchaus Angelegenheiten, in denen der Rotschopf keinen Spaß verstand, aber wenn es um die Schändung einer heiligen Stätte ging, waren seine Bedenken eher im moralischen Untergrund angesiedelt. Seine Hände drückten ihn am Beckenboden ab, damit er sich ein wenig der Oberfläche zuneigen konnte und er lächelte leicht. Diese Quest begann ausgezeichnet, wenn man ihre Anreise einmal außer Acht lassen wollte. Jeder Körperteil, von dem er zuvor gefürchtet hatte, er könnte ihm abfrieren, summte nun vor unterschwelliger Energie. Er hatte beinahe das Gefühl, dass dieses warme Wasser heilende Kräfte hatte, das seine Erschöpfung hinfortspülte und ihn dennoch müde machte, so als hätte er sich nach einem hartem Tag in eine warme Wolldecke gehüllt. Sein ganzer Körper kribbelte vor Freude und er stieß einen kehligen Seufzer aus, da er sein Wohlgefallen anders nicht zum Ausdruck bringen konnte. Zur Abwechslung hatte dies nicht einmal ausschließlich etwas mit dem Dragonslayer zu tun, obwohl er spürte, dass das allgemeine Glücksgefühl in der Kälte vergessene Instinkte mit neuem Leben erfüllte. Verstohlen blickte er ihn aus dem Winkel seines Auges an, biss sich auf die Unterlippe und wischte über die roten Stellen auf seinen Wangen, der Ausdruck im Gesicht ein fragender. „Willst du ...“

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BeitragThema: Re: Magie leicht gemacht   Di 20 Jan 2015 - 22:16

Seraphim liebte Souta aus vielen Gründen, aber einer war sicherlich auch, dass er meistens erstaunlich wenige Probleme damit hatte, den Rothaarigen wieder auf seine Seite zu bewegen, nachdem er sich einen Ausrutscher geleistet hatte. Vielleicht war diese Routine auch der Grund gewesen, warum ihn Soutas Ablehnung so hart getroffen hatte, als der Dschinn ihm seine Gefühle auf die Stirn geschrieben hatte - er hatte einfach nicht damit gerechnet. Normalerweise kochte er dem Kettenmagier etwas, was er mochte oder er streichelte ihn selig, bis sich sein Ärger in Wohlgefallen auflöste: Seine jetzige Strategie beinhaltete etwas in der Art, was ihm selbst auch noch zugutekommen würde. Es mochte ärgerlich sein, dass der Feuermagier die beiden Frauen verscheucht hatte, aber er würde schon über seine Trauer darüber hinwegkommen, solange Souta keine Anstalten machte, sich von ihm wegzubewegen. Es wäre eine wirkliche Strafe gewesen, erst die beiden Badhelferinnen wegzuscheuchen und ihn danach auch noch zu isolieren, aber glücklicherweise mangelte es dem Rothaar dafür eindeutig an Disziplin. In mancherlei Hinsicht mochte er dazu in der Lage sein, persönliche Einbußen hinzunehmen, um ein höheres Ziel zu erreichen, aber die meiste Zeit war er doch eher faul und wählte den Weg des geringsten Widerstandes. Möglicherweise wusste er sogar, dass er Seraphim sein Verhalten heimzahlen könnte, aber hatte keine Lust, dafür selbst auf bestimmte Aktivitäten zu verzichten, die allein deutlich weniger Spaß machten. Das Rothaar war an sich kein schlechter Mensch, also würde er wenig Vergnügen daraus ziehen, den Dragonslayer leiden zu sehen - dieser wiederum hätte an seiner Stelle wenigstens mit dem Gedanken gespielt. So aber stellte sich nicht das Problem einiger unangenehmer Schweigeminuten überhitzter Spannung, sondern nur eine Frage, die eigentlich bereits von Seraphims bloßer Anwesenheit beantwortet wurde. Hatte es je einen Moment gegeben, in dem der Weißhaarige gelebt hatte und sich nicht an dem Einäugigen vergreifen wollte? Einige Leute spielten an den Kordeln ihrer Jacken herum, andere an Gummibändern und Seraphim eben am liebsten an Souta - ganz besonders, wenn dessen Haut nur von einer dampfenden Schicht heißer Wasserperlen bedeckt war. Er hätte sich wahrscheinlich nicht einmal von ihm fern halten können, wenn er es ihm befohlen hätte, dafür war diese Gelegenheit viel zu verlockend und rar, denn normalerweise war der Kettenmagier kein Anhänger von Anhang im Badezimmer. Sicher hatte es auch da Ausnahmen gegeben, aber doch zu wenige, um als Normalität durchzugehen. Außerdem war ihm draußen die Eiseskälte in die Glieder gefahren und kroch nun nur langsam hinaus, sodass alles, was ungefährlich war und ihm half, diesen Prozess zu beschleunigen, mehr als willkommen war. "Wann hast du dich das letzte Mal im Spiegel betrachtet, Souta-chan?~", hauchte er und rückte noch ein Stück näher, dass er die dunkle Haut berührte und beinahe das Gefühl bekam, er könne die darunter fließende Elektrizität spüren. Seine Nase grub sich in Soutas Halsbeuge, damit er dessen Geruch stärker wahrnehmen konnte. Vielleicht lag es an dem Bad oder an der Kälte, durch die sie gekommen waren, aber irgendwie roch er nicht ganz so intensiv wie sonst. Seine Lippen hielten einen halben Zentimeter vor seiner Ohrmuschel inne. "Wie könnte ich nicht wollen, hm?" Der Kettenmagier war wie ein Magnet, der den Weißhaarigen auf ihn gepolt hatte, immer und fortwährend, egal an welchem Ort und zu welcher Zeit. Souta konnte ein Lied darüber singen, wie nervenraubend nachtaktive Stunden sein konnten, wenn man eigentlich schlafen sollte und der Dragonslayer unter Schlafstörungen litt. Er wusste, wie leise Türen geöffnet und wie durchsichtig Fenster waren, die eigentlich aus Milchglas bestehen sollten. Zu seinem Seelenheil wusste er wenigstens nicht, dass Seraphim in seinen Schrank passte und dass man aus diesem genau auf bestimmte Möbelstücke gucken konnte, aber diese Erkenntnis hätte ihn wohlmöglich nicht einmal mehr geschockt.
Die blassen Hände zogen den schlanken Körper näher zu sich und auf seinen Schoß, da er es so einfacher hatte, seine Arme um ihn zu schlingen und das Gesicht zwischen seinen Schulterblättern zu vergraben. Es verblieb dort, selbst als sich seine Hände selbstständig machten und die Wärme des Wassers nutzten, um lang bekanntes Gebiet zu erkunden.

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