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 Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster

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Kuma
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BeitragThema: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster   Di 14 Jul 2015 - 14:43

Ortsname: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster
Art: Gebäude
Spezielles: ---
Beschreibung: Die Reste eines einst prachtvollen Klosters liegen nun verstreut in der Umgebung nördlich von Crystalline Town. Eingestürzte Decken und zerborstene Möbel prägen nun das Bild dieser unheimlich anmutenden Gebäude. Die Bürger Crystalline wagen sich gar nicht in die Nähe dieses Gebäudes, da sie fest daran glauben, dass ein Fluch auf den Resten des Klosters im Wald haftet. Und wirklich gibt es berichte von Jägern oder Holzfällern, dass sie in den Ruinen geisterhafte Lichter gesehen haben.

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Sylvana
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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster   Di 18 Aug 2015 - 19:58

Questbeginn: Rattenfänger
Robyn und Sylvana

Kalte Windzüge wehten durch das zerfallende Gemäuer des Klosters, heulten, sangen ihr schauriges Klagelied. Reiner, weißer Schnee, frisch in der Nacht auf die Welt gefallen, bedeckte die Überreste des alten Klosters wie eine dichte Decke. Noch herrschte die Finsternis der Nacht hier im Norden. Umso eigenartiger war es, dass schon zu dieser frühen Stunde jemand auf der Spitze des alten Zentralturms saß, ungeschützt von Wind und Wetter. Die Ruine war natürlich Teil des Gildenverstecks, im Vergleich zu anderen Teilen des vergleichsweisen großen Areals sehr verlassen, vermutlich aus dem Grund, dass weder der Turm, noch andere Teile des zerfallenen Gebäudes eine gute Deckung versprachen.
Für Sylvana war dies nur ein Grund mehr, warum sie sich oftmals hier aufhielt. Oben, im Turm des Klosters, perfekte Sicht auf den Himmel und den Horizont. Völlige Einsamkeit und Ruhe, wenn man vom Gesang des Windes absehen mochte, den die Dragonslayerin aber vergleichsweise entspannend fand. Umhüllt von einem dicken Mantel aus Wolfsfell, der ihren Körper vor der Kälte des Nordens schützte saß sie einfach nur dort, beobachtete nun seit gut einer halben Stunde den Himmel über sich, der nach dem Schneeschauer der Nacht doch noch aufgeklart war und die Sicht auf die funkelnden Sterne freigegeben hatte.
Dafür war sie aber nicht hergekommen, um die Sterne zu beobachten. Eigentlich waren es zwei andere Dinge, die ihren Aufenthalt hier oben erklärten. Da wäre zum einen der wundervolle Anblick der aufgehenden Sonne, welche den neuen Tag begrüßen und den Neuschnee wundervoll zum Glitzern bringen würde. Der Hauptgrund jedoch war ein anderer. Meister Raphael hatte ihr einen Auftrag zukommen lassen, den sie mit einem Partner erledigen sollte. Bisher hatte Sylvana bewusst den Umgang mit anderen auf ihren Aufträgen vermieden, nachdem Meister Raphael ihr direkt zu ihrer ersten Mission diesen verdammten Elementarmagier Hans aufgedrängt hatte. Der selbe Kerl, der sie unbedingt mit seiner Blitzmagie rösten wollte, als sie damals ihre Füße auf den Boden der Gilde gesetzt hatte. Bis jetzt war der Dragonslayerin nicht bewusst, wie dieser minderwertige Magier überhaupt seinen Platz in der Gilde erlangt hatte. Jedes seiner Worte war reine Provokation in den Ohren Sylvanas, sein Benehmen war auf der Suche nach Informationen nur ein unnötiges Hindernis, war ihr einfach alles erschwerte. Entsprechend endete die Mission auch, nachdem Sylvana die nötigen Informationen zusammengesucht hatte, während sich der feine Herr in einer Taverne wer weiß wie viele Humpen gepanschtes Bier genehmigt hatte, recht schmerzhaft für den ehrenwerten Lord Hans, als er auf der Rückreise mit vernebeltem Verstand sich erdreistete, die Dragonslayerin an flirten zu müssen. Knie stellte sich Weichteilen vor, ehe Sylvana den benommenen Magier aus dem Karren ins nächste Matschloch warf – genau dort, wo er hingehörte.
Dementsprechend war Sylvana von der Nachricht, einen Partner für diesen Auftrag zu erhalten, nicht gerade begeistert. Informationen zu der Person, die an ihrer Seite den Auftrag ausführen sollte, hatte ihr der Gildenmeister auch nicht zukommen lassen. Einzig, dass es sich dabei um einen Neuling in der Gilde handelte, bemerkte er nebenbei, als er der Dragonslayerin das zusammengerollte Pergament überreichte, auf welchem die Einzelheiten des Auftrages zusammengefasst waren. Aber gut, was der Gildenmeister befahl, war einzuhalten. Mit etwas Glück war es diesmal eine fähigere Person als der werte Lord Hans. Nun, wirklich schwer war dies im Ansicht seiner magischen Fähigkeiten bei weitem nicht, dennoch… allein der Gedanke an diesen ekelhaften Mann sorgte dafür, dass sich der Magen der Dragonslayerin umdrehte.
Angewidert spuckte Sylvana in den Schnee neben sich und richtete sich langsam auf, schaute zum Horizont, wo langsam die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg über das Land suchten. Ihren Mantel hatte sie eng an den Körper geschmiegt, damit auch ja kein bisschen der Kälte zu ihr durchdringen konnte. Sie mochte eine Dragonslayerin und durch ihren Aufenthalt in der Wildnis mit Raiden abgehärteter als manch Sterblicher gegen Umwelteinflüsse, Erkältungen und Kälte sein, aber die kalten Temperaturen des Nordens würden sich auch negativ auf die Gesundheit eines Dragonslayers auswirken – wenn er nicht gerade vom Feuer- oder Eisdrachen persönlich ausgebildet worden war. Aber in Crystalline Town herrschte nicht ewiger Winter, damit man fröhlich in Shirt und kurzer Hose rumlaufen konnte. Wobei es sicherlich in Fiore auch solche Narren gab…
Seufzend lehnte sich Sylvana gegen die Überreste einer Turmmauer, die einst zu einem Fenster gehört haben musste, und beobachtete in aller Ruhe den Sonnenaufgang, der das Leben langsam wieder in die Welt brachte. Die Städte Fiores würden zwar noch etwas brauchen, bis sie erwachen würden, aber dennoch markierte es den Beginn eines neuen Tages in diesem Land. Und innerlich hoffte Sylvana, dass es dieser neue Tag gut mit ihr meinen würde.



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Zuletzt von Sylvana am Mi 19 Aug 2015 - 14:09 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Robyn Skuggi

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster   Mi 19 Aug 2015 - 13:09

Während die ersten Sonnenstrahlen langsam ihr Licht durch die zahlreichen Risse und Löcher in den Ruinen warfen, stapfte eine einsame Person durch das endlose, reine Weiß der Landschaft. Der eisige Wind, der den weichen Pulverschnee der obersten Schichten unwirsch in Bewegung brachte und umherpeitschte, war ihr einziger Begleiter durch die Ruinen. Als ihr der Wind unangenehm ins Gesicht blies, zog Robyn den Mantel aus Wolfsfell enger um sich. Sie musste sich bei ihrer Vermieterin dafür bedanken, dass sie ihr in letzter Minute noch einen solch wunderbaren Mantel beschafft hatte. Ohne würde sie auf Dauer in dieser Eiseskälte sicherlich den Gefriertod erleiden. In der ganzen Hektik des Umzuges nach Crystalline Town hatte Robyn einfach noch nicht die Zeit gefunden, ihr Kleidersortiment angemessen aufzustocken.

Es war nicht einmal eine Woche her, seit die Rothaarige in der ortsansässigen Gilde aufgenommen worden war. Damals hatte sie von dem miesgelaunten Allerweltsgesicht – ‚John‘ war sein nur allzu passender Allerweltsname – direkt nach der Aufnahme in die Gilde eine kleine Rundführung bekommen und hatte einige wenige Mitglieder, die zu jener Zeit in den Ruinen zugegen waren, flüchtig kennengelernt. Danach hatte er sie unwirsch abgewimmelt und das Wirtshaus ‚Nordstern‘ in Crystalline verwiesen, bis sie eine dauerhafte Bleibe gefunden hatte. Im Nordstern hatte sich Robyn aufgewärmt, einen codierten Brief an ihren Vater verfasst, in dem sie von ihrer Aufnahme erzählte und um die Lieferung einiger ihrer privaten Gegenstände und Kleidung bat, sowie natürlich um etwas finanzielle Unterstützung für den Anfang. Für ihre Reise nach Crystalline Town hatte Robyn nur das allernötigste Gepäck mitgenommen und nicht direkt einen ganzen Umzug geplant, da zu keinem Zeitpunkt sicher gewesen war, ob sie es tatsächlich in diese verruchte Gilde schaffen würde. Das hatte sie jedoch und in den letzten Tagen hatte Robyn verzweifelt nach einer neuen Bleibe gesucht. Zwar war das Nordstern von seinen Preisen her durchaus erschwinglich, doch auf Dauer brauchte sie doch ihre eigenen vier Wände, um sich sicher und einigermaßen geborgen zu fühlen. Erst vor zwei Tagen hatte sich schließlich ergeben, dass die Nachbarin des Nordsterns – eine Freundin der Inhaber – ihr die freie und erstaunlich günstige Dachwohnung ihres Hauses vermietet hatte. Die Wohnung war perfekt, Robyn hatte sich direkt darauf gestürzt, sie einzurichten.

Nur, viel Zeit zum Einrichten hatte sie tatsächlich nicht gehabt. Als hätte die Gilde nur darauf gewartet, dass sie sich endlich auf ihrem eigenen Bett ausbreiten konnte, lag am Tag nach dem Einzug eine Botschaft der Gilde vor der Tür. Ein Auftrag. Keine Woche dabei, keinerlei Kontakte zum Rest der Gilde, aber sie hatte bereits einen Auftrag. Sie war beinahe in Schweiß ausgebrochen, als sie die Nachricht gesehen hatte. Nachdem der anfängliche Schock jedoch verflogen war, hatte Robyn ein breites Grinsen nicht verhindern können. Das war eine erste  Gelegenheit, der Gilde ihren Wert zu beweisen, sich langsam als tatkräftiges Mitglied zu etablieren. Und da sie anscheinend einen Partner bei dem Auftrag haben würde, freute sich Robyn darauf, sich wenigstens ein kleines bisschen mit anderen Gildenmitgliedern sozialisieren zu können.

Jetzt war sie hier, ging dem wunderschönen Sonnenaufgang und einem alten, verfallenen Turm entgegen. Hier sollte sie sich mit ihrem Partner treffen und eingewiesen werden. Nur diesen Partner musste sie erst einmal finden. Ihr Blick viel auf den Turm, der vor ihr aufragte. Ein Kribbeln jagte durch ihren Körper. Von dort oben würde sie sicherlich einen guten Überblick über die nähere Umgebung haben und ihren unbekannten Partner vielleicht sehen können. Außerdem musste die Sicht darauf, wie die Morgensonne sich langsam über den Schnee und die Bäume erstreckte, die Welt zum Glitzern und Funkeln brachte, herrlich sein. Vielleicht hatte die andere Person auch einen ähnlichen Gedankengang? Noch wichtiger als all diese logischen Überlegungen, war jedoch der kaum auszuhaltende Drang, das Gemäuer mit den bloßen Händen zu erklimmen. Robyn konnte genügen Risse und Unebenheiten ausmachen, mit deren Hilfe sie sich nach oben bewegen konnte. Ehe sich die junge Frau versah, war sie den Turm halb hochgeklettert. Durch einen Riss fiel ihr Blick auf die runde, bröckelnde Treppe, die wohl jeder normale Mensch genutzt hätte. Doch nun war sie ja eh fast oben, da konnte sie auch weiterklettern.

Auf der Spitze des Turms angekommen, waren ihre Hände ein wenig taub und gerötet, da sie die Handschuhe ausgezogen hatte, die sie vorher warm gehalten hatten. Ein angenehmes Glücksgefühl rauschte durch ihren Körper und wärmte sie von innen. Mit einem seligen Lächeln auf den Lippen wandte sie sich gen Morgenröte. Einige Sonnenstrahlen begannen ihr kaltes Gesicht zu kitzeln und ein wenig aufzutauen. Es war ein gutes Gefühl.

Da fiel ihr Blick auf eine Frau, die tiefentspannt auf der Spitze saß und sich, wie Robyn, den Sonnenaufgang ansah. Vorsichtig trat sie näher an die Frau heran, welche in einen warmen Wolfsmantel gehüllt war. Ihre Haut war beinahe so hell wie der Schnee unter, neben und über ihnen. Eine große Gelassenheit schien in ihrem Blick zu liegen. Nun, vom bloßen Ansehen würde Robyn nicht erkennen können, ob dies nun ihre Partnerin war oder nicht.
„Bitte entschuldigt die Störung“, begann sie und ging etwa zwei Meter von der Frau entfernt in die Hocke. Sie empfand einen höflichen, respektvollen ersten Eindruck für wichtig. Von der fremden Frau ging eine seltsame Aura aus, die Robyn nur schwer beschreiben konnte. „Mir wurde aufgetragen, mich hier mit meiner Partnerin für eine anstehende Quest zu treffen. Seid Ihr das vielleicht? Ah, in jedem Fall müsst Ihr ein Mitglied der Gilde sein, richtig? Es freut mich sehr, Eure Bekanntschaft zu machen.“ Sie streckte der Frau die rechte Hand entgegen, wie sie es von daheim gewohnt war. „Ich heiße Robyn.“ Sie sprach ruhig und ohne Hast, dennoch lag ein Schimmer Nervosität in ihrer Stimme. Noch wusste sie nicht, wie der Umgangston in der Gilde war. Höflich? Respektvoll? Gar respektlos? Distanziert? Sprach man sonst nur das Nötigste? Nur ungern wollte Robyn direkt die erste Person der Gilde, die sie nach dem unscheinbaren John und dem Gildenmeister tatsächlich traf, auf dem falschen Fuß erwischen. Die ersten Worte waren nun jedoch schon gesagt, die erste Annäherung getan. Wie es denn nun tatsächlich laufen würde, würde sich in wenigen Augenblicken zeigen.

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster   Mi 19 Aug 2015 - 14:59


Da war also der Neuling, den der Meister ihr für diesen Auftrag zugewiesen hatte. Eine rothaarige, junge Frau also. Unscheinbar auf dem ersten Blick, wäre da nicht die Art und Weise gewesen, mit welcher sie die Spitze des Turms erreicht hätte. Jeder gewöhnliche Mensch hätte die alten Treppenstufen in Angriff genommen und wäre nicht einmal im Traum auf die Idee gekommen den Turm von außen zu erklimmen. Was zeichnete einen Menschen denn aus, welches auf den einfacheren Weg verzichtete und einen schweren, gefährlicheren Weg einschlug? Mut, Kühnheit, einen Hang zur Gefahr, oftmals im selben Atemzug aber auch Torheit und Übermut. Ob dies auf die junge Dame zutraf würde sich mit der Zeit zeigen, einen kleinen Funken Interesse hatte die Klettereinlage jedoch in ihr entzündet – auch wenn sie Robyn dabei nicht beobachtet hatte. Vielleicht mochte die Menschentochter doch für eine Überraschung gut sein. Ihre Höflichkeitsform imponierte ihr, wenn man bedachte, dass sie gerade neu in der Gilde sein sollte. Da war die leichte Spur von Nervosität in ihrer Stimme von nebensächlichem Belang, für die Dragonslayerin sogar schon ein wenig erheiternd. Zugegeben, sie selbst war noch keine Ewigkeit in der Gilde und hatte oftmals damit zu kämpfen, ein gewisses Maß an Höflichkeit an den Tag zu legen, wenn sie doch sichtbar verärgert oder von etwas angewidert war – ein Zustand, der in letzter Zeit zu ihrem Bedauern doch öfters aufgetreten war. Aber um solche Dinge ging es ja hier nicht, zumindest solange Robyn sich nicht als niedere Elementarmagierin entpuppte. Dann würden die beiden jungen Frauen vor einem relativ großem Problem stehen. Nun gut, eher würde Robyn vor dem Problem stehen, musste sie ja mit Sylvanas Abneigung ihr gegenüber umgehen. Da waren der Dragonslayerin auch jegliche Formen von Höflichkeit und Anstand völlig fremd. Konnte man ja den ehrenwerten Lord Hans nach befragen, der konnte eine sehr genaue Antwort zu diesem Umstand geben. War nur für ihn zu hoffen, dass er dabei nicht die falschen Worte traf und Sylvana davon Wind bekommen würde. Die Folgen wären… äußerst schmerzhaft für ihn.
Wie dem auch sei, hier ging es gerade weder um Lord Hans, noch um eine potenzielle Kastration im Falle einer falschen Wortwahl seitens erwähnten Lords. Es gab wichtigere Dinge im hier und jetzt. Langsam richtete sich Sylvana auf, klopfte kurz ihren Mantel ein wenig ab und richtete dann den Blick von Robyn auf ihre Hand, schaute diese ein paar Momente mit undefinierbarem Blick an, ehe ihre Augen wieder sich ihrem Gesicht zuwandten, um es für einen Moment zu mustern. Ob ihr eigener Blick sie nervös machte, ihr das Gefühl gab, mit ihrer Geste etwas Falsches getan zu haben? Nach solchen Reaktionen suchte die Dragonslayerin im Ausdruck ihres Gesichts, wartete auf das kleinste Zucken eines Muskels oder einen anderen gar nervösen Tick. Zu lange wollte sie dieses unfaire Spiel aber nicht spielen, immerhin hatte sich Robyn doch so viel Mühe gegeben sich entsprechend vorzustellen, da wollte Sylvana sie doch nicht strafen. Ein leichtes Lächeln auf die Lippen gelegt nahm sie ihre Hand entgegen, drückte sie mit angemessenem Druck einmal, während ihre Augen weiterhin auf Robyns Augen lagen und sie das Gefühl hatte von der Farbe her fast schon in einen Spiegel zu schauen. Wobei, ihre eigene Augenfarbe war zumindest mindestens eine Nuance tiefer.
„Ihr scheint mit Eurer Suche wohl auf die richtige Person gestoßen zu sein. Zumindest denke ich, dass Meister Raphael Euch sonst nicht hierhergeschickt hätte, nicht wahr?“ Schmunzelnd löste die Dragonslayerin den lockeren Handgriff, legte ihren Arm langsam an ihre Taille. „Mein Name ist Sylvana. Erfreut Euch kennenzulernen, Lady Robyn.“ Für den Moment entsprach diese Aussage wohl vollkommen der Wahrheit. Sylvana war neugierig, was hinter der doch unschuldig wirkenden Fassade dieser jungen Menschentochter stecken mochte. Welcher Weg hatte sie nach Royal Crusade geführt, warum hatte Meister Raphael gerade sie als ihre Partnerin ausgewählt? Eine spontane Laune oder steckte vielleicht mehr dahinter? Noch konnte Sylvana keine der Fragen, die sie sich stellte, beantworten, aber wie bereits gesagt: Das würde sich im Laufe der Zeit noch alles zeigen. Blieb nur noch eine Frage zu stellen, die in diesem Moment einen großen Anteil daran tragen würde, was die Dragonslayerin von Robyn halten würde. „Dürfte ich fragen, in was für einer Magie Ihr kundig seid?“


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Robyn Skuggi

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster   Mi 19 Aug 2015 - 18:39

War das gerade etwa ein Test? Dieses Abwarten der Dame, bevor sie Robyns Hand  ergriff. Das Suchen nach einer Regung in ihrem Gesicht. Die Rothaarige konnte spüren, wie sämtliche eben noch vorhandene Nervosität von ihr abfiel. Sie brauchte nicht nervös zu sein. Kannte sie solche Situationen nicht nur zu gut? Das Ausloten des Gegenübers, um etwaige Schwächen festzustellen, die man später in Verhandlungen ausnutzen konnte. Robyn erinnerte sich gut daran, wie sie zum ersten Mal von ihrem Vater zusammen mit Bran zu einem Geschäftsgespräch mitgenommen worden war. ‚STOPP. Denk jetzt nicht daran, Robyn!‘, ermahnte sie sich sofort in Gedanken, als Bilder aus ihren Erinnerungen vor ihrem geistigen Auge aufblitzten, und ärgerte sich über sich selbst, was sich für einen kurzen Moment auch auf ihrem Gesicht spiegeln musste. In der Öffentlichkeit an die Vergangenheit zu denken war nicht gut für sie. Gerade in dieser momentanen Situation konnte sie sich das nicht leisten. In einer Gilde wie Royal Crusade durfte sie ihre Schwächen nicht offen zeigen, da sie immer damit rechnen musste, dass diese jemand ausnutzen würde. Besonders jetzt zu Beginn ihrer Mitgliedschaft war sie den erfahreneren Gildenmitgliedern schutzlos ausgeliefert. Sie musste ihnen so wenig Angriffsfläche wie möglich bieten.

Vor ihr befand sich eine aufmerksame, wohl berechnende Frau, welche es gewohnt sein musste, ihre Gegenüber zu analysieren. Die kurze Gefühlsregung war ihr sicherlich aufgefallen. Wie sie diese wohl auffasste und interpretierte? Nachdem sich Robyn ebenso schnell wieder beruhigt hatte, wie sie sich geärgert hatte, wartete sie seelenruhig auf den Handschlag und als er kam, drückte sie ebenso angemessen zu wie die Frau vor ihr. Immerhin schien diese Dame namens Sylvana die richtige Person zu sein. Ihre Partnerin für die anstehende Mission, ihre Leitperson im Bezug auf die Gilde. Zumindest für den Moment. Ihrer Ausdrucksweise nach hatte sie eine gehobene Erziehung genossen, kam vermutlich aus einem wohlhabenden Elternhaus. Welche Umstände haben sie wohl in den eisigen Norden Fiores geführt, in die Arme einer dunklen Gilde? Doch diese Fragen, das wusste Robyn, sollte sie weder laut stellen noch sich weiter damit beschäftigen. Es war momentan nicht ihre Aufgabe, sich in die Angelegenheiten wildfremder Menschen einzumischen und deren Geheimnisse aufzudecken.
Die Frage Sylvanas schreckte Robyn aus ihren Gedanken. Die Stimmung schien plötzlich etwas angespannter als noch zuvor. Die Frage war simpel und einfach zu beantworten. Doch etwas an ihr schien wie eine seltsam formulierte... Drohung? Es schien Robyn so, als hätte sich soeben ein Scheideweg in ihrer zukünftigen Zusammenarbeit mit dieser Lady Sylvana aufgetan und ihre Antwort würde diesen Weg entscheiden. Ob sie eine Abneigung gegenüber gewissen Magiearten hatte? Wenn dem so war, dann konnte man auch nichts daran ändern, falls sie ab der nächsten Minute eine Abneigung auch gegen Robyn selbst hatte. Ihre Magie war schließlich ein Fakt und der ließ sich nicht einfach ändern, nur um jemand anderem zu gefallen.

„Ich bin noch reichlich unerfahren mit meiner Magie“, begann sie ohne eine Spur Nervosität und einem freundlichen Lächeln auf dem Gesicht. Diese Art Lächeln war eine ihrer Stärken. Mit ihrer Schwester Eileen als Vorbild hatte sie eine Menge Art und Weisen gelernt, wie man lieblich lächeln konnte. „Doch ich bin kundig in der Soundmagie. Weshalb fragt Ihr? Stellt meine Magie etwa ein Problem dar?“ Nur zu gerne hätte sie gegengefragt, welche Magie denn Sylvana praktizierte. War das nicht eigentlich sogar eine berechtigte Frage? Um gemeinsam einen Auftrag zu absolvieren, mussten Partner die Stärken und Schwächen ihrer Verbündeten zumindest einigermaßen einschätzen können. Das war auch wichtig, um sich aufeinander verlassen zu können – wobei Robyn natürlich nicht wusste, wie wichtig Sylvana erfolgreiche Zusammenarbeit war. Außerdem war sie neugierig. Etwas an dieser Frau schien anders zu sein als an anderen Magiern, denen Robyn bisher begegnet war. Sie musste einfach fragen. „Darf ich Euch im Gegenzug fragen, welcher Magie Ihr selbst kundig seid? Ihr scheint... etwas anders zu sein, als andere Magier.“

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster   Do 20 Aug 2015 - 22:03

Da war etwas, wonach sie gesucht hatte. Ein kurzes Aufflackern in ihren Zügen, ein winziges Flimmern in ihren Augen, wie sich ihre Pupillen kurz weiteten, dann wieder zusammenzogen und ihre ursprüngliche Form annahmen, so unscheinbar und doch so bedeutend für die Dragonslayerin. Irgendwas schlummerte dort in ihr, was sie nicht preisgeben wollte. Gut, jeder Mensch hatte Geheimnisse, eine Leiche, die er in seinem Keller versteckte, soviel stand fest. Bei Leuten, die einer dunklen Gilde beitraten, war dies so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche. Und Sylvana war eine dieser Personen, die liebend gerne im Dreck rumwühlten, um an diese versteckten Geheimnisse zu gelangen und sie für sich ans Tageslicht zu bringen. Wissen war Macht, die einem sicherlich irgendwann vorteilhaft in die Karten spielen könnte. Oder einem einen Dolch in den Rücken treiben konnte, wenn man nicht aufpasste. Aber gerade dieser Nervenkitzel dabei machte es doch so interessant. Zumal, ein einfacher Dolch würde ihr wohl kaum zum Verhängnis werden. Nein, ein solcher Tod würde einer Dragonslayerin wie ihr nicht zum Verhängnis werden. Wenn, dann würde sie in einer glorreichen Schlacht am Ende aller Tage den Armeen des Himmels und der Hölle entgegenblicken und mit ihnen um ihr Leben tanzen. Und wenn man mit seinem Tod tanzte, dann sollte man führen, solange man konnte. Aber dafür war es noch viel zu früh in ihrem Leben, ihre Geschichte würde noch etliche Kapitel mit sich tragen, bevor sie diese Welt verlassen würde. Dafür würde sie schon noch sorgen!
Aber gut, hier ging es ja im Moment glücklicherweise nicht um ihr potenzielles Verderben. Es ging einzig um ein Spiel, welches hiermit begonnen hatte. Sylvana hatte Interesse für Robyn entwickelt, wollte wissen, was nun wirklich hinter der unschuldig wirkenden Fassade steckte. In was für Farben das Leben sie angemalt hatte, was hinter ihrer winzigen Reaktion gesteckt hatte. Es war zu wenig um etwas zu schlussfolgern, dafür fehlte es der Dragonslayerin an der Fähigkeit Gedanken zu lesen. Das würde es auch viel zu einfach machen und den ganzen Spaß daran nehmen Geheimnisse aufzudecken. Sie würde geduldig sein, mit kleinen Nadelstichen langsam versuchen diese versteckten Dinge an die Oberfläche zu bringen. Jeder Geist würde irgendwann gebrochen sein, selbst mit einem einzelnen, kleinen Nadelstich – wenn er denn an die richtige Stelle gesetzt worden war. Und sie würde sie schon irgendwann finden…
Die Atmosphäre, die zuvor noch ein wenig angespannt gewirkt hatte, beruhigte sich augenblicklich wieder, als Robyn ihre Magie genannt hatte. Soundmagie also, klang nach einer interessanten Form der Magie, der sicherlich ein gewisses Potenzial innewohnte. Die Fähigkeit, Klänge zu manipulieren und für sich arbeiten zu lassen. Schreie der Sirenen, absolute Stille, verstellte Stimmen… Da waren so einige Sachen, die sich im alltäglichen Leben sicherlich als sehr praktisch erweisen könnten. Auch wenn sie noch unerfahren mit ihrer Magie sein mochte, sie hob sich doch schon einmal von einem recht großen Teil von Magiern ab. Und was viel wichtiger war: Sie hatte der Dragonslayerin keinen Grund geliefert, das Interesse an ihr zu verlieren. Noch nicht zumindest.
„Glücklicherweise nicht. Ich möchte ehrlich sprechen: Es gibt da einige Formen der Magie, deren Existenz mich gelinde gesagt anwidern, weswegen ich sichergehen wollte, dass Ihr nicht zu diesem Haufen von Untermenschen… ich meine, niederen Wesen gehört.“ Sylvana räusperte sich kurz, hatte sie doch gerade in ihrer Erklärung unterbewusst die Drachensprache verwendet. Gut, das passende Wort für Untermensch klang einfach um einiges abfälliger als in der menschlichen Zunge. „Verzeiht, es lag nicht in meiner Absicht die Sprache der Drachen anzuwenden. Zurück zu Eurer Frage, beziehungsweise zu Eurer doch sehr treffenden Feststellung, wie ich finde. Meine Magie ist wahrscheinlich so alt, wie die Zeit selbst. Durch meine Venen fließt das Blut der Drachen, durch meinen Körper pulsiert ihre alte Magie. Man kann also wirklich sagen, dass ich anders bin als andere Magier.“ Während ihrer Erklärung hob Sylvana langsam ihre rechte Hand, streckte ihre Finger gerade aus und ließ demonstrativ ein paar Blitze um ihre Fingerspitzen zucken. Die Luft knisterte ein wenig, während sich die noch recht klein gehaltenen Lichtbögen ihre Wege durch die Luft suchten. „Zusammengefasst: Ich bin die Dragonslayerin der Blitze. Vielleicht erklärt sich auch deswegen meine Abneigung gegenüber den Elementarmagiern, die die alte Magie der Drachen nur zu imitieren versuchen…“


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Zuletzt von Sylvana am Fr 21 Aug 2015 - 20:01 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster   Fr 21 Aug 2015 - 15:11

Nanu? Dieses tiefe Grollen, das Sylvanas Kehle verließ, kam unerwartet. Es war kein Laut, den Robyn je zuvor vernommen hatte. Sie konnte die Macht des Wortes, aus welcher Sprache es auch kommen mochte, deutlich spüren. Angestrengt versuchten ihre Ohren das Echo der Laute und ihren Ursprung zu analysieren. Doch der Nachhall des einen Wortes, das Robyn unvorbereitet getroffen hatte, reichte bei weitem nicht aus, um der Artikulation dieser fremdartigen Phoneme auf die Spur zu kommen und ihrer Bedeutung natürlich erst recht nicht. Diese erschloss sich Robyn erst bei Sylvanas nächsten Worten. So, für sie gab es also Magier die geringer gestellt waren als andere, die sie gar verachtete? Die Art, wie Sylvana sprach, schien auf eine gewisse Arroganz schließen zu lassen. Ihre weiteren Worte erklärten dann auch diese Arroganz.

Sylvanas Stolz war unverkennbar, so wie sie über ihre alte Magie und das Blut der Drachen sprach. Schnell wurde Robyn klar, dass sie es hier tatsächlich mit einer Dragonslayerin zu tun hatte. Jemand, der abgeschieden von der Welt von einem Drachen erzogen worden war und dessen Magie erlernt hatte. Welches Schicksal hatte diese Frau wohl in die Obhut eines so alten, mächtigen Geschöpfs geführt? Nun war sie doch neugierig über die Geschichte, die Sylvana erlebt hatte. Dies war etwas, das sie in Zukunft weiter verfolgen wollte. Außerdem hätte sie niemals gedacht, einem Dragonslayer zu begegnen oder gar mit einem gemeinsam auf eine Mission zu gehen.
Fasziniert beobachtete die Rothaarige, wie die Blitze über Sylvanas Hand tanzten. Es war wohl kaum verwunderlich, dass Sylvana stolz auf ihre Herkunft war. Der Stolz und die Arroganz störten Robyn auch kaum, ob sich diese als störende Charaktereigenschaften herausstellen würde, würde die weitere Zusammenarbeit zeigen. An der Art, wie Sylvana abfällig über Elementarmagier sprach, störte sie sich jedoch etwas. Auf Menschen nur wegen eines einzelnen Merkmals herabzublicken, schmeckte Robyn gar nicht. Sicher gab es viele Elementarmagier, von denen einige Idioten oder Nichtsnutze waren, doch das waren keine Eigenschaften, die sich nur auf Elementarmagier beschränkten. Es gab bestimmt viele dieser Magier mit hervorragenden Fähigkeiten und einigermaßen anständigem Charakter, die von Sylvana dann wohl schon nur aufgrund ihrer Magie in eine Schublade gesteckt wurden und danach nur noch herablassend behandelt wurden, obwohl sie es nicht verdienten. Die Vorstellung gefiel Robyn nicht sonderlich, aber wie sie gerade schon selbst angeführt hatte: Auch das war nur eine Charaktereigenschaft dieser Sylvana und das langte für Robyn noch nicht aus, um sich eine Meinung über sie bilden zu können.

„Eine wahrhaftige Dragonslayerin also. Es ist mir eine Ehre, mit Euch zusammenarbeiten und von Euch lernen zu dürfen, Lady Sylvana.“ Ein freundliches Lächeln zierte ihre Lippen. So, damit aber genug der Unterwürfigkeit. Das war nun genug Zeit für ein erstes Abtasten und Beschnüffeln. Keine der beiden jungen Frauen waren jedoch bloß zum Vergnügen an diesem abgelegenen, kalten Ort. Sie hatten einen Auftrag, über den Robyn praktisch nichts wusste. Zeit, das zu ändern. „Da wir uns nun einander vorgestellt haben – was sind die Details für unseren Auftrag?“

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster   Fr 21 Aug 2015 - 22:32

Schon von jeher war der Grat zwischen Stolz und Arroganz ein sehr schmaler gewesen. Entsprechend war es auch für Sylvana oftmals ein schwerer Tanz, den Übergang von ihrem Stolz zur Arroganz zu vermeiden. Sie selbst bemerkte dabei nicht einmal, dass sie in einem Moment einer anderen Person gegenüber arrogant herüberkam. Dies lag wohl primär daran, dass sie ihren Stolz nun einmal auf der Zunge trug, sich ihrer selbst und ihrem Status, den sie als Drachentochter ja irgendwie in dieser Gesellschaft trug, sehr sicher war. Sie war nun einmal anders als gewöhnliche Menschen, warum sollte sie diese Tatsache verleugnen? Drachenmagie war nun einmal einzigartig in seiner Form, genau wie die Wesen, die sie vermitteln. Es war ein Privileg von einem Drachen in den Wegen ihrer Magie unterrichtet zu werden, machte einen einzigartig, mächtiger. Nicht umsonst waren ihre Sinne schärfer als die von gewöhnlichen Menschen, es lag in ihrem Blut, welches sie sich mit dem der alten Drachen teilte.
Aber gut, eine Frage des Stolzes war nun wirklich nicht Grund, warum die beiden Damen auf der Spitze dieses Turms standen, genauso wenig wie der Sonnenaufgang oder die hübsche Aussicht, die man hier hatte. Sie hatten einen Auftrag erhalten, den sie natürlich auf dem schnellsten und effektivsten Wege zu erledigen hatten. „Das Ehre ist ganz meinerseits, Lady Robyn. Zumal ich mir ziemlich sicher bin, dass auch ich etwas von Euch lernen kann.“ So normal diese Worte als eine gewöhnlich formulierte Antwort klangen, so spiegelten sie auch die Intentionen der Dragonslayerin wieder. Vielleicht mochte es ein wenig optimistisch sein zu denken, dass sie nur auf einer einzigen Quest genug über die Dinge hinter Robyns Fassade in Erfahrung bringen konnte, um ihren Wissensdurst zu stillen. Dafür würde mehr Zeit von Nöten sein, einige Nachforschungen im Leben der rothaarigen Dame. Aber in dieser Hinsicht war die Dragonslayerin glücklicherweise von Geduld geprägt, war für jede kleinste Information dankbar, die sie in das Mosaik einsetzen konnte, welches sie bauen wollte.
„Nun, unsere Informanten in Oak Town berichteten von vermehrter Aktivität der Runenrittern, die Transaktionen auf dem Schwarzmarkt vereiteln. Anscheinend gibt es dort eine undichte Stelle, durch welche Informationen über geheime Trefforte durchsickern. Wir sollen einige Nachforschungen anstellen und die Stelle schließen. Unser erstes Ziel ist ein Treffen mit einem Informanten in Oak Town, der uns mit weiteren Informationen versorgen wird. Eine Kutsche steht schon in der Stadt bereit und wartet schon auf unsere Ankunft.“ Die Geschäfte auf den Schwarzmärkten von Fiore war eine der großen Einnahmequellen, aus denen die Gilde ihre Einkünfte erzielte. Handel mit gestohlenen Dokumenten, Waffen, Informationen und anderem Gut war immerhin sehr lukrativ. Viele der Quests, die die Gilde bekam, stammten von Auftraggebern aus den Schwarzmärkten. Wenn sich also ein Verräter in diesen Kreisen aufhielt und für die verfluchten Runenritter arbeitete und somit Geschäfte vereitelte, würde dies auf längere Zeit einen Machtverlust der Gilde bedeuten. Wer würde schon mit einer Gilde auf dem Schwarzmarkt handeln wollen, wenn man sich der Gefahr aussetzte, verraten und erwischt zu werden? Vielleicht ein paar Seelen, die der Verzweiflung nahe jemanden vom Antlitz dieser Welt tilgen wollte, aber der größte Teil würde wohl kaum ein solch großes Risiko eingehen, solange diese undichte Stelle existierte, soviel stand fest. Genau aus diesem Grund wurden die beiden Magierinnen nun auch losgeschickt, um im Eigeninteresse der Gilde dieses Problem zu lösen – und dabei vielleicht noch ein wenig Stärke auf dem Schwarzmarkt zu gewinnen. Mit einer gefangenen Ratte konnte man sich auf die Visitenkarte schreiben lassen, dass Verräter nicht unentdeckt bleiben würden. Vermutlich würde man ein Exempel an diesem niederen Wurm statuieren, um Trittbrettfahrern vor Augen zu führen, was sie erwarten würde, wenn sie es ihm gleich machen würden. Einschüchterung, welche für mehr Sicherheit auf dem Schwarzmarkt sorgen würde. Zumindest in der Theorie klang das für Sylvana mehr als nur einleuchtend. Es wird zwar immer in diesem Milieu Verräter geben, immerhin war Informationshandel an der Tagesordnung, da war dies nicht verwunderlich. Dennoch, mit den Runenrittern würde sich daraufhin so schnell niemand mehr in Verbindung setzen. Nicht, wenn er sich vor dem eiskalten Atem von Royal Crusades in seinem Nacken fürchten musste.
„Habt Ihr diesbezüglich noch irgendwelche Fragen, die Ihr stellen wollt? Sonst würde ich vorschlagen, dass wir aufbrechen, um früh genug in Oak Town eintreffen zu können.“


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Robyn Skuggi

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Verfallenes Kloster   Sa 22 Aug 2015 - 12:53

Als sie die Details ihres Auftrags hörte, wurde Robyn sofort hellhörig. Überwachte und aufgeflogene Transaktionen? Vermutlich geplante Razzien? Eine Ratte im kriminellen Milieu? Dann auch noch in Oak Town, wo die White Hawks selbst ebenfalls aktiv waren. Dadurch hatte dieser Auftrag einem recht persönlichen Anliegen geworden. Keinesfalls würde Robyn zulassen, dass ihre Familie durch einen miesen Verräter in Schwierigkeiten kommen würde. ‚Ah, Moment. So ganz sauber bin ich selbst wohl auch nicht‘, fiel ihr in dem Moment ein. Wer hatte denn den Standort des Hauptquartiers ausgeplaudert, um in eine dunkle Gilde aufgenommen zu werden? Richtig, Robyn. Das war zwar mit dem Einverständnis ihres Vaters passiert, wie die Hawks selbst darauf reagieren würden, konnte sie leider nicht einschätzen. Dieser Aspekt viel ihr zu diesem Zeitpunkt tatsächlich zum ersten Mal ein. Doch was geschehen war, war geschehen. Ob es etwaige Habichte gab, die nun wütend waren oder sich verraten fühlten, interessierte sie im Moment recht wenig. Sollten sie es wagen, ihre Autorität in den White Hawks zu ignorieren, würden sie es bereuen, das stand ganz außer Frage. Robyn war immer noch ein Mitglied der Familie Skuggi, die Männer und Frauen der Hawks hatten ihr mit Respekt zu begegnen. Nun erkannte Robyn aber auch das Kalkül dahinter, dass der Gildenmeister gerade einen Neuling wie sie auf diese Quest schickte. Er musste wissen, dass sie sich persönlich davon betroffen fühlen würde, unter Umständen die Hawks kontaktieren würde. Möglicherweise wollte er damit abschätzen, wie es um ihre Loyalität zu ihrer Familie und der Gilde stand, vielleicht auch, wie sie ihre Kontakte nutzen würde, um der Gilde beizustehen.
Da sie diesen Auftrag von ihrer neuen Gilde erhalten hatte, würde Robyn natürlich ihr möglichstes tun, um ebenjene zu unterstützen und zu stärken. Dass sie nebenbei ihrer Familie helfen konnte, indem sie die Gefahr für den Schwarzmarkt entfernte, war da nur ein glücklicher Nebeneffekt. Diesen Informanten wollte sie am liebsten sofort treffen, um dann eine bessere Vorstellung von der Situation zu haben. Je nach Informationsgehalt war es nicht abwegig, dass sie sich anschließend im Blue Bird umhören würde, um sich weiter zu informieren. Das kam aber wie gesagt ganz darauf an, was dieser Informant zu sagen hatte.
„Nein, ich habe keine weiteren Fragen. Machen wir uns schnellst möglichst auf den Weg nach Oak Town, um die Kontaktperson zu treffen. Rattenlöcher sollte man möglichst schnell ausräuchern, damit sie sich nicht vermehren wie Ungeziefer.“
Mit diesen Worten war das Briefing beendet. Es war mittlerweile unleugbar der Morgen angebrochen, da die Sonne sämtliche Spuren der Nacht vertrieben hatte. Der unberührte, saubere Schnee, der die Erde, die Bäume und die verfallenen Gemäuer bedeckte, glitzerte verspielt im warmen Licht. Während Sylvana und Robyn den Blick zu ihrem Transportmittel zurücklegten, begegneten sie keiner weiteren Menschenseele. Ein paar Hasen hoppelten in einiger Entfernung durch die vom frostigen Wind aufgewirbelten Schneewehen, doch zu sehen war sonst kaum ein Lebewesen. Nur hören konnte Robyn ein wenig Bewegung. Vereinzelte Vögel zwitscherten, die leisen Bewegungen naher, versteckter Kleintiere fanden ihren Weg in Robyns Ohr. In den Ruinen bewegten sich ein paar Menschen. Alles in allem war der Weg zur Kutsche jedoch ruhig und ereignislos. Die beiden jungen Frauen führten keinen Smalltalk, sondern eilten zu ihrem Ziel. Die Kutsche wartete ein gutes Stück außerhalb des Gildenterritoriums auf sie, auf einer Straße am Rande der Stadt. Kaum hatten sie im windschützenden Inneren der Kutsche Platz genommen, trieb der Kutscher die Pferde an und ihre Reise nach Oak Town begann.

---> Oak Town - Altstadt

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