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 Ivy Griffin

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Ivy Griffin

Ivy Griffin

Anzahl der Beiträge : 31
Anmeldedatum : 23.09.14

BeitragThema: Ivy Griffin   Di 23 Sep 2014 - 22:06



Ivy Griffin
Zitat


◊ ◊ Persönliches ◊ ◊

NACHNAME: Griffin
VORNAME: Ivy
SPITZNAME: Pflänzchen, von seiner Mutter.
GEBURTSTAG: 13. November
ALTER: 18 Jahre
GRÖSSE: 1,79 Meter
GEWICHT: 67 Kilogramm
HAARFARBE: Grün
AUGENFARBE: Gelb
GESCHLECHT: Männlich
GILDE: Lamia Scale
GILDENZEICHEN: Linke Handfläche
GEBURTSORT: Bei einem Bergdorf am Mount Hakobe
WOHNORT: Eine winzige Bleibe über einem Pastarestaurant in Hosenka Town, die man auch als “Besenkammer” bezeichnen könnte

ERSCHEINUNGSBILD: Ivy wurde von seiner Mutter nach einer Kletterpflanze benannt, die man nur schwer wieder loswird, wenn sie sich erst einmal irgendwo eingenistet hat, was den Grundstein für eine sehr komplizierte Beziehung der beiden gelegt hat. Aber ganz aus der Luft gegriffen ist sein Name nicht, da dessen floristische Note gut zum Äußeren des jungen Mannes passt. Das Erste, was dem Betrachter nämlich ins Auge stechen sollte, ist das kurze Haar, das nicht nur unordentlich in alle Richtungen aus seiner Kopfhaut hervorsprießt, sondern auch noch so saftig grün ist, dass es schon des Öfteren das Opfer von hungrigem Getier wurde, welches es mit Gras verwechselte und buchstäblich versuchte, ihm die Haare vom Kopf zu fressen. Da es vollkommen natürlich in dieser Farbe wächst, zieht sich diese über die gesamte Körperbehaarung des Magiers, was ihm auf Armen und Beinen einen grünlichen Stich verleiht, mit dem er fast wie ein Pflanzenmensch aussieht. Da er sonst wie mit Moos bewachsen wirken würde, achtet er allerdings darauf, dass seine Brust, sein Rücken und vor allem sein Gesicht größtenteils unbehaart bleiben, allerdings ist er zum Beispiel nach längeren Streifzügen durch Fiores Wälder immer wieder zwangsweise mit grünen Bartstoppeln zu sehen, weil man sich in der Wildnis so schlecht rasieren kann. Jene Ausflüge sind für gewöhnlich auch die einzigen Gelegenheiten, in denen sich sein von Natur aus eher besorgniserregend blasser Teint in eine gesündere Farbe verwandelt, was vor allem daran liegt, dass er sonst nur extrem selten das Haus verlässt und somit kaum direkt der Sonne ausgesetzt ist, die ihn bräunen könnte. Man sieht ihm außerdem sofort an, dass er nicht oft trainiert. Obwohl er nicht fett ist und weder an den Oberschenkeln noch an seinen Armen irgendetwas an überflüssigem Gewebe hängt, findet man an ihm auch kein Sixpack oder irgendein beeindruckendes Muskelspiel – man könnte zum Beispiel seinen Bauch ganz leicht eindrücken, wenn man es darauf anlegt. Ivy ist ein normal gebauter Mann mit durchschnittlicher Größe, wirkt aber häufig weicher, als er ist, weil er seinem Körper wirklich nur dem nötigstem Training unterzieht, so dass es eben gerade so für längere Waldspaziergänge und die Bekämpfung überschüssiger Pfunde ausreicht. Man darf ihn allerdings nun nicht für unattraktiv halten, nur weil er nicht mit dem gestähltem Körper eines Kriegers aufwarten kann ... Eigentlich ist er nämlich ein ganz hübscher Junge. Nicht nur sein exotischer Haarton findet beim weiblichen Geschlecht manchmal Anklang, sondern auch sein Gesicht mit der ein wenig spitzen Nase und den großen Augen, die zwar nicht immer unbedingt verführerisch blicken, aber aufgrund ihrer gelben Färbung ein Blickfang für sich sind, der bei richtigem Lichteinfall regelrecht zu leuchten scheint und an anmutigere Tiere wie Katzen oder Panther erinnert. Ivys Kiefer ist noch sehr rund, obwohl er schon siebzehn ist. Auch der Rest seiner Gesichtsform kommt einem eher jugendlich als kantig oder männlich vor, allerdings sollten normalerweise keine Verwechslungen, was sein Geschlecht angeht, auftreten, weil er immer recht eindeutig männliche Kleidung trägt. Am häufigsten sieht man den Magier in einer Mischung aus Militärkluft und Sommermode, wobei es ihm Camouflagemuster offenbar angetan zu haben scheinen, weil er das in seiner Freizeit fast immer trägt. So scheint es aber nur – wirkliche Freizeit ist für ihn eigentlich erst dann, wenn keine Menschen mehr um ihn herum atmen und er ganz für sich allein im stillen Kämmerchen hocken kann, wo niemand auf die Idee kommt, ihn zu stören. Da ihn dann sowieso keiner sieht, verzichtet er beispielsweise Zuhause generell auf Hosen und ist auch nie in etwas Anderem als einer Kombination aus übergroßem T-Shirt und Shorts vorzufinden, wenn man unangekündigt bei ihm vorbeischaut. Auf Quests verändert sich sein Kleidungsstil je nach Wetter, wirkt aber immer irgendwie militärisch, weil seine gesamte Kleidung nun einmal aus Armeehosen, dunklen Oberteilen und Bergsteigerstiefeln besteht. Sogar seine Jacken und Wintermäntel tragen Camouflagemuster oder sind einfach nur komplett schwarz gehalten, weil er sich so in der Wildnis einfach am besten gegen Gefahren wie Raubtiere schützen kann, die ihn andernfalls relativ leicht als wehrlosen Snack für Zwischendurch verspeisen könnten. Zwei besonders wichtige Elemente in Ivys Ausrüstung sind außerdem seine Kräutertasche und seine golden legierte Sichel, die für gewöhnlich zu beiden Seiten seines Gürtels befestigt sind und somit auch alles an „Waffen“ darstellen, was man bei ihm finden kann, wenn man mal von Fichtennadeln und den aggressiven, scharfkantigen Tannenzapfen absieht, die sich ab und an in sein Gepäck verirren.

BESONDERE MERKMALE: Ivy hat viele Besonderheiten. Eine davon ist sein grüner Haarfarbton, mit dem er zwar in Wäldern und Wiesen geradezu perfekt getarnt ist, aber sonst eher auffällt. Weil seine Haare wirklich wie Gras aussehen, kam es leider bereits zu so manchen peinlichen Zwischenfällen, die ihn bis heute nicht ganz loslassen und in ihm den Wunsch wecken, seine Kopfbehaarung sollte ein wenig unauffälliger sein. Besonders in Kombination mit seiner extrem blassen Haut und den gelben Augen, könnte man ihn fast für eine Art Mutant mit Grünstich halten, der das Tageslicht meidet wie ein Vampir – Ivy glitzert allerdings unglücklicherweise nicht in der Sonne. Seine Augen haben dafür eine umso kräftigere, gelbe Farbgebung, welche gerade bei richtigem Lichteinfall wie hübsch spiegelnder Bernstein aussehen kann und sicherlich das ein oder andere Herz höher schlagen lässt. Sollte nun der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass man ihn nicht mit der Beschreibung seiner Haar-und Augenfarbe wiedererkennt, könnte ein scharfer Beobachter auch noch anführen, dass der junge Magier ein Fan von Körperschmuck zu sein scheint, wie es beispielsweise die Helixstecker in seinen Ohren verlauten lassen. Insgesamt befinden sich an jedem Hörorgan vier Stecker – zwei unten, zwei oben, die ziemlich modisch aussehen und beweisen, dass er keine Angst vor Schmerzen hat. Letzteres könnte man aber auch darin sehen, dass er fast immer Pflaster oder kleinere Verletzungen an seinen Händen oder Schienbeinen mit sich herumschleppt, weswegen er häufig schwarze, die Fingerkuppen freilassende Handschuhe trägt, die zumindest seine Handflächen schützen, den Griff auf bestimmtem Terrain festigen, oder auch einfach das Gildenzeichen von Lamia Scale auf seiner linken Handfläche verdecken und somit beispielsweise verhindern, dass er sich gegenüber Feinden der Gilde oder anderen Gegnern aus Versehen verrät, da die Stelle doch recht offensichtlich gewählt ist. Dennoch bereut er es nicht, denn das erhöhte Risiko gleicht sich relativ schnell wieder aus, wenn er daran denkt, dass er sich andernfalls vor Wildfremden ausziehen müsste, um seine Zugehörigkeit zur Gilde zu beweisen. Manche mag das zusätzlich reizen – ihm bereitet das eher Kopfzerbrechen.


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BENEHMEN: Eigentlich ist Ivy eine Person, die es vorzieht, im Hintergrund zu bleiben und die Geschehnisse von einer distanzierten Position aus zu beobachten, weil es ihm zuwider ist, in die Angelegenheiten anderer hineingezogen zu werden. Leider ist es für den Magier beinahe unmöglich geworden, unterzutauchen. Zum Einen ist sein Magieausleger nicht nur recht selten, sondern auch sehr gefragt, weswegen die Leute ihm tagtäglich fast die Tür einrennen, damit er ihre kleineren Schrammen und größeren Leiden behandelt. So existiert normalerweise immer irgendjemand, der gerade nach ihm sucht. Auf der anderen Seite ist er auch noch sehr leicht ausfindig zu machen, da er nun einmal durch seine Haar- und Augenfarbe super-auffällig ist. Verbindet man nun sein Aussehen mit seiner Gefragtheit, kann man wohl fast verstehen, warum der junge Mann die trügerische Sicherheit der eigenen vier Wände nur ungern verlässt, um sich in die Öffentlichkeit zu wagen. Es ist nicht so, als würde er seinen Mitmenschen nicht helfen wollen, denn seine Magie kann nichts Anderes und er wäre dumm, wenn er diese Übungsgelegenheiten nicht wahrnehmen würde, allerdings hat er Probleme damit, wenn er durch sein Talent zu einer Art Heilmaschine degradiert wird, die sowieso nichts Besseres zu tun hat, als den lieben langen Tag aufwändig hergestellte Salben auf die eiternden Ausschläge alter Menschen zu schmieren. Am liebsten würde sich der junge Mann in seiner kleinen Wohnung einschließen und sein Leben als Eremit verbringen, aber das ist nicht möglich, weil er ja auch gewisse Dinge zum Überleben braucht, seine Miete bezahlen muss und überdies auch eine Art Vertrag mit seiner Mutter geschlossen hat. Damit er ausziehen und sich eine mehr oder weniger selbstständige Existenz aufbauen durfte, musste er ihr versprechen, dass er sich einer Gilde anschließt und mindestens einmal im Monat an einer Quest teilnimmt, um Menschen zu helfen. Zur Kontrolle muss er danach den anstrengenden Weg in die Hexenhütte seiner Mutter auf sich nehmen, ihr eine detaillierte Zusammenfassung geben und seine Vorräte aufstocken, so dass er für den nächsten Monatstrip bereit ist.
Egal wie er es also dreht und wendet, Ivy kann dem Kontakt zu seinen Mitmenschen nicht vollständig entgehen, deshalb versucht er sein Bestes, sich diese blöde Situation nicht unnötig schwer zu machen. Im Grunde genommen hat er also zwei Möglichkeiten für den Umgang mit seiner Umwelt: Entweder er ist so nett, dass alle ihn mögen, seine Grenzen respektieren und er alle möglichen Leute immer um einen Gefallen bitten kann, da er sie ja schließlich scharenweise rettet, oder aber er spielt ihnen den größten Kotzbrocken unter der Sonne vor, damit sie ihn alle in Ruhe lassen und er seines Weges gehen kann. Sich ganz einer der beiden Kategorien zu verschreiben funktioniert allerdings aus den verschiedensten Gründen auch wieder nicht, weswegen Ivy einen möglichst vernünftigen Mittelweg anstrebt. Wenn man etwas von einer Person will, sei es nun Geld, ein Aufschub der Miete oder für die Quest relevante Informationen, ist es nicht unbedingt angebracht, diese zu beschimpfen und niederzumachen, außer natürlich man kann sie einschüchtern, weil man besonders bedrohlich ist, aber das ist der Grüne für gewöhnlich nicht. Daher ist der junge Mann gegenüber jenen, die ihn nicht gleich attackieren oder aber einen potenziellen Nutzen für ihn haben, z.B. Inhabern seiner Lieblingsläden, Kollegen, Autoritätspersonen und Auftraggebern, besonders um eine nette, liebenswürdige Art bemüht. Das einzige Problem ist, dass jahrelange Isolation und wenig freiwillig stattfindender sozialer Kontakt ihn nicht wirklich zu einer Stimmungskanone gemacht haben, sondern eher dafür sorgen, dass er ein wenig seltsam wirkt. Obwohl Ivy viele Dinge freundlich meint, kann es öfter passieren, dass er seinen Gesprächspartner aus Versehen indirekt beleidigt oder man ein genervtes Seufzen von ihm bekommt, wenn man ihm eine einfache Frage stellt, was jedoch nichts mit seiner Einstellung gegenüber anderen zu tun hat, sondern eher mit einer generellen Abneigung gegen Interaktion und einer dermaßen stark ausgeprägten Faulheit, dass allein der Gedanke den Mund zu öffnen und vernünftige Sätze zu formen, ihn zum Stöhnen bringt. Sollte es passieren, dass man sich im Kreis der Personen wiederfindet, die der Kräuterkundige aus irgendeinem Grund nicht leiden kann, ist der Umgang etwas einfacher, da es kein Stottern, keine zweischneidigen Komplimente und kein versehentliches Nasen-Einschlagen während versuchter Umarmungen gibt, sondern zumeist eisiges Schweigen, bösen Sarkasmus und ein paar dumme Kommentare. Grundsätzlich hält sich Ivy aber von Konflikten fern, allein schon, weil diese unendlich lange Aufarbeitung bedürfen und er dafür selten die Geduld findet. Er versucht mit seinen Mitmenschen einigermaßen auszukommen und ist ein fähiger Partner, sofern es einem nichts ausmacht, Konversationen selbst voranzutreiben und man den ein oder anderen Fauxpas verschmerzen kann. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kann man mit dem jungen Magier nämlich wirklich wunderbar auskommen ... meistens jedenfalls ...

PERSÖNLICHKEIT: Ivy verbrachte seine gesamte Kindheit in einer Holzhütte unter der Fuchtel einer Pseudo-Hexe, die in ihm die Erfüllung all ihrer Träume sieht und lange Zeit die einzige Person war, mit der er regen Kontakt unterhielt – sein leichter und noch immer ungelöster Ödipus-Komplex ist allerdings nur die Spitze des Eisberges an Störungen und Macken, der aus seinem etwas chaotischem Leben erwachsen ist. Würde man den Charakter des Griffin mit einem Haus vergleichen, so wäre das Fundament wahrscheinlich seine Unsicherheit. Natürlich musste er mit den hohen Erwartungen seiner Mutter leben und bekam regelmäßig vorgesetzt, wie viel er noch an sich zu arbeiten habe, bis man ihn als richtigen Heiler in Erinnerung behalten würde, doch manchmal ist man auch einfach von Natur aus nicht allzu zufrieden mit sich selbst. Es gibt Menschen, die als ein Bündel Selbstvertrauen geboren werden, das sofort weiß, wo es später einmal sein will, doch Ivy hat weder eine Ahnung davon, was er in zwanzig Jahren tun möchte, noch genug Vertrauen in seine Fähigkeiten, um überhaupt klar sagen zu können, ob er die nächsten Dekaden in einem teilweise doch recht gefährlichen Job überhaupt noch erlebt. Es fällt dem Grünen nicht nur schwer, Komplimente ohne Zweifeln anzunehmen, sich einer neuen Bekanntschaft zu öffnen oder sich selbst zu präsentieren, er ist auch in ganz anderen Bereichen des Lebens von seiner Unsicherheit geprägt. Besonders, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, seien es nun alltägliche Angelegenheiten wie die Auswahl des Frühstücksmüsli oder einschneidende Momente wie extrem gefährliche Situationen bei Aufträgen, fühlt er sich häufig überfordert, weil er nur schwer in seine eigene Urteilsfähigkeit vertrauen kann und im Nachhinein häufig mit Selbstzweifel und Schuldgefühlen leben muss, auch wenn er den mutmaßlich richtigen Weg eingeschlagen hat. Umso wackeliger jedoch der Beton unter dem Kopfhaus des Griffin auch sein mag, er steht doch fest und steckt die Grenzen ab, die dem jungen Mann über alles heilig sind. Sich zu verändern kommt nicht in die Tüte, sofern er nicht von wirklich sehr prägenden Personen oder Ereignissen berührt wird, möchte er am liebsten in einer vollständigen Statik existieren, in der alles genau so bleibt, wie es schon immer gewesen war. Es gibt viele Menschen, die nur schwer mit Veränderungen klarkommen und als Magier braucht man außerdem eine gewisse Hemmschwelle, um mit spontan auftauchenden Bedrohungen fertigzuwerden, doch der Kräuterpanscher hat es dennoch lieber, wenn alles beim Alten bleibt und er den vollen Überblick über die Situation besitzt, weil man dann die Zahl der peinlichen Zwischenfälle auf ein Minimum reduzieren kann. Schließlich ist es gerade für einen ohnehin schon eher unsicheren Typen besonders schlimm, wenn er sich vor anderen blamiert oder ausgelacht wird. In mancher Hinsicht ist Ivy eher eine zarte Rose als das unbeugsame Gewächs, dem er seinen Namen zu verdanken hat, besonders, was Beleidigungen oder heftige Kritik angeht, denn mit solchen Dingen kann er nur schlecht umgehen. Manchmal ist er noch Tage nach einem schlimmen Streit deprimiert oder macht sich noch lange für Fehler Vorwürfe, die er vor Jahren begangen hat – häufig verbindet sich das dann mit seiner Reue, nicht schon viel früher ausgezogen zu sein und entwickelt sich zu einem wahren Monster der Depression, das er nur mit literweise Eiskrem und einer Fötushaltung in irgendeiner Ecke bekämpfen kann. Ivys Unsicherheit geht sogar so weit, dass ihm seine eigenen Erfolge nichtig und so unbedeutend erscheinen, dass er extrem schnell eifersüchtig auf die Fortschritte anderer reagiert. Findet jemand in seiner Umgebung den perfekten Partner oder hat großartige Gelegenheiten in seinem Leben in Angriff genommen, muss er sich automatisch mit diesen Personen vergleichen und ruft sich sein einsames, armes und streng reguliertes Leben ins Gedächtnis, was in noch mehr Zweifel und einer existentiellen Krise endet, die den vorher genannten Zyklus der Trauer erneut in Gang setzen kann ...
Aber nicht nur Selbstzweifel prägen die Persönlichkeit des Heilers. Bedingt durch seine Arbeit und seine lebenslange Ausbildung, hat er außerdem einen starken Drang, anderen unter die Arme zu greifen, am einfachsten natürlich durch seine medizinischen Kenntnisse, aber auch zu allen sonstigen Gelegenheiten. Menschen an sich findet Ivy nicht wirklich prickelnd, da er die Erfahrung gemacht hat, dass ein Großteil dieser Rasse verachtenswert und egoistisch ist, doch wenn er etwas tut, was Resultate erzielt oder sogar das ein oder andere Dankeswort provoziert, fühlt er sich nützlich, was sehr gut für sein Ego ist. Wie jede Person wird der Griffin gerne gelobt und mag es, wenn er Quests mit Erfolg abschließt, da er sich dann zumindest für eine kurze Zeit im Glanz seines Ruhmes sonnen kann, weswegen er meist auch so ziemlich alles tut, um seine Aufträge zufriedenstellend zu erfüllen.
Doch leider gibt es einen Charakterzug, der dies manchmal verhindert und sich zu seinem unangefochtenen Erzfeind hochgeschwungen hat, den es tagtäglich zu besiegen gilt ... Die Rede ist von Ivys Faulheit. Der junge Mann ist nicht einfach nur träge – wenn er die Gelegenheit hat, den Tag im Bett zu verbringen, würde er das ohne Schuldgefühle tun. Er versucht stets, den Weg des geringsten Widerstandes einzuschlagen und findet so manchmal aus Zufall die schnellste Lösung für ein Problem, hat allerdings Schwierigkeiten mit langwierigen Denkprozessen und anstrengender Arbeit, zu der man ihn erst einmal kriegen muss. Es bedeutet für ihn unglaublichen Stress, Sport zu treiben oder sich zu streiten, weswegen er auf die meisten wohl auch derart friedliebend wirkt, obwohl er zumindest geistig recht schnell damit ist, sein Gegenüber anhand der flüchtig gesammelten Informationen auf dem ersten Blick zu verurteilen. Er ist einfach zu bequem, um sich mit anderen zu zanken, weil soetwas im Ernstfall in einer Prügelei enden könnte und er das unter allen Umständen vermeiden muss, wo er sich mit Kämpfen doch absolut nicht auskennt.
Ivy ist übrigens keineswegs dumm. Seine Intelligenz ist ein Abwehrmechanismus, und überdies auch eine Art Hoffnungsschimmer. Wo er sonst mit nur wenigen positiven Attributen aufwarten kann, die ihn zu einem guten Questpartner machen könnten, ist er wenigstens in der Lage, strategisch zu denken und ausgefuchste Pläne zu verstehen, wenn man ihm etwas Zeit gibt, sich erst einmal dazu aufzuraffen, sein Hirn einzuschalten. Es kann sein, dass ein Teil seines Talents in solchen Dingen davon herrührt, dass er als einer von wenigen in der Lage ist, beinahe jeden Menschen neutral zu beobachten. Selbstverständlich ist er kein Psychiater und kann auch nicht Gedanken lesen, aber seine naturgegebene Distanz zu anderen verleiht ihm die Fähigkeit, sich erst einmal objektiv zu orientieren, bevor er Gefühle einfließen lässt, wodurch ihm viele Kleinigkeiten auffallen, die andere nicht einmal interessieren würden, sei es nun bei seinen Gesprächspartnern oder in der Umgebung an sich, wobei der Erfolg dabei natürlich von Person zu Person schwankt und er sich bei Weitem nicht in jedem Terrain zurechtfindet. Frauen werden beispielsweise wohl immer ein Rätsel für ihn bleiben ...

VORLIEBEN: Wie nur unschwer zu erraten, gilt Ivys größtes Interesse der abwechslungsreichen Welt der Pflanzen. Es ist nicht nur so, dass er sich aufgrund seiner Lebensgeschichte beinahe rund um die Uhr mit dem grünen Teppich der Welt beschäftigen musste und daher logischerweise etwas mehr darüber weiß als der Durchschnittsmensch, sondern es existiert auch eine Art tiefe Verbundenheit zur Natur, die man nur schwer erklären kann. Für den Magier sind Blumen, Bäume und Kräuter genau das, was Menschen sein sollten: Nützlich, hübsch und ruhig. Man wird von Pflanzen nicht bedrängt, sie schreien nicht grundlos in der Gegend herum und dennoch sind sie interessant zu betrachten, weil es so viele verschiedene von ihnen gibt. Ivy würde gerne alles über sie wissen und ist trotz seiner Faulheit mit Feuereifer dabei, wenn es darum geht, eine bisher unbekannte Gattung zu studieren und auf ihre Effekte zu testen. Da man mit Grünzeug unmöglich streiten kann und sie in vielen Fällen auch noch dazu geeignet sind, Substanzen aus ihnen zu gewinnen, die Leben retten könnten, sieht der junge Mann kein Problem darin, ihre Gesellschaft der jedes Menschen vorzuziehen. Würde man ihn wählen lassen, ob er lieber einen Wald erkunden oder mit einer wunderschönen Frau zu Abend essen wollte, würde er sich ohne zu zögern für Ersteres entscheiden. Innerhalb von unberührter Natur fühlt er sich aufgrund seines umfangreichen Wissens über die Umgebung auf eine Art selbstsicher, die er sonst nie zur Schau stellt und kann viel klarer denken als in engen Räumen oder dicht besiedelten Städten. Wann immer es möglich ist, betritt er als Erstes den Park einer neuen Stadt oder eine vergleichsweise Grünanlage, um sich ein Bild von dem gesamten Umfeld zu machen, schließlich erkennt man seiner Meinung nach den wahren Charakter einer Sache immer am besten daran, wie sie mit schwächeren Dingen umgeht. Der Zustand der natürlichen Vegetation ist deshalb eine Art Test, den man erst einmal bestehen muss, wenn man sich mit Ivy anfreunden will und er vollzieht diese Prüfung durchaus auch im kleineren Rahmen. Lädt man ihn zum Essen ein oder zwingt ihn irgendwie sonst, fremde Wohnungen zu betreten, urteilt er nicht unbedingt nach seinem ersten Eindruck, sondern vor allem nach dem Zustand der Pflanzen in der Wohnung. Viele verschiedene und gesunde Topfpflanzen stehen zum Beispiel für ein gesundes Verantwortungsbewusstsein und eine Naturverbundenheit, die ihm auf Anhieb sympathisch ist, während vertrocknete Blumenkästen und gequälte Bäumchen ihn sofort abstoßen und nur geringe Chancen für eine zufriedenstellende Beziehung mit ihm übrig lassen.
Ivy wurde außerdem schon in seiner Kindheit von seiner Mutter, einer kundigen Kräuterhexe, in die Tipps und Tricks der Healing Herbs eingewiesen. Obwohl er zu Beginn seiner Ausbildung nicht allzu begeistert davon war, dass er, statt mit anderen Kindern zu tollen und Abenteuer in der Wildnis zu erleben, immer nur damit beschäftigt wurde, Salben herzustellen, Tinkturen zu mischen und Umschläge zu füllen, hat er sich doch mit der Zeit an die Arbeit gewöhnt und durch ständige Routine auch eine gewisse Leidenschaft dafür entwickelt. Es fasziniert ihn, was man mit unscheinbaren Kräutern so alles herstellen kann, um die Leiden anderer zu lindern und freut sich meist darauf, neue Methoden zu erlernen, wenn er seine Mutter besucht, was oft der einzige Lichtblick ist, wenn er an die nächste Wanderung denkt. Abgesehen davon ist es aber auch ein umwerfendes Gefühl, wenn man die Früchte seiner Arbeit betrachtet und sich sagen kann, dass man einem Menschen auf vollkommen reale Weise geholfen hat, auch wenn dieser sich nur in seltenen Fällen bei ihm bedankt.
Dies ist einer der Gründe, warum Ivy die Einsamkeit bevorzugt. Andere Personen haben die lästige Angewohnheit, ihn irgendwann in den Wahnsinn zu treiben, sei es nun durch irgendwelche Details, die ihn mehr stören als sie es sollten oder dadurch, dass sie sich ihm aufdrängen oder sogar noch durch Unfähigkeit zusätzliche Arbeit verursachen, deshalb fühlt sich der junge Mann am wohlsten, wenn er alleine ist. In seiner Wohnung zu liegen, sich niemandem verantworten zu müssen und einfach nur die Ruhe zu genießen, bereitet ihm große Freude. Ivy ist viel ruhiger und konzentrierter, wenn man ihn für ein paar Minuten alleine lässt, weshalb er sich auch immer an abgeschottete Orte zurückzieht, wenn er über bestimmte Dinge nachdenken will oder mit einer Sache nicht ganz zufrieden ist, aber keinen Streit heraufbeschwören möchte. Normalerweise merkt man kaum, dass er in Wirklichkeit nicht mit den Menschen zusammen sein möchte, die ihm so begegnen, weil er es recht gut verstecken kann und grundsätzlich ja nicht allen sozialen Interaktionen abgeneigt ist. Solange man ihm regelmäßig etwas Zeit für sich lässt und nicht ständig an ihm klebt, reicht das vollkommen aus, so dass er auch mit besonders nervtötenden Exemplaren der humanen Spezies einen gewissen Zeitraum aushalten kann, ohne vor Frustration zu explodieren. Zu diesem Abstand lassen gehört im Übrigen auch eine Vielzahl an Pausen für regelmäßige Schläfchen, denn wenn Ivy irgendetwas lieber tut, als herumliegen, dann ist es, dabei auch noch bewusstlos zu sein. Im Schlaf entspannen sich die Muskeln und das Gehirn kann neue Kraft tanken und Wissen verarbeiten. Man braucht hin und wieder nun einmal ein Nickerchen, um die Datenfülle zu verarbeiten, die sich in seinem Kopf angestaut hat, und wenn Ivy bemerkt, dass sein Speicher überlastet ist, muss er sich erst einmal eine Stunde zur Ruhe betten, um alles Gesehene zu ordnen. Obwohl das merkwürdig erscheint, hat der Pflanzenmann bisher immer die Erfahrung gemacht, dass ein ausgeprägtes Schlafverhalten sich am Ende auszahlt, da er nach dem Aufwachen oft eine ganz neue Sicht auf die Dinge hat, die ihn beschäftigen. Ivy lebt daher wirklich nach dem Sprichwort, dass er über gewisse Themen “erst einmal eine Nacht schlafen” will – allerdings kann er das so ziemlich überall und ist sich auch nicht zu fein, sich einfach ins Gras zu legen, um ein kurzes “Powernap” einzulegen, sofern die plötzliche Müdigkeit ihn überrennen sollte.
Ivy ist darüber hinaus – ganz unabhängig von den vorherigen Theme – ein großer Fan von Giften. Nicht nur pflanzliche Toxine interessieren ihn auf eine gewisse Weise, auch Nervengifte findet er mehr als nur faszinierend. Das mag vielleicht daran liegen, dass sein erster Schluck Alkohol erst mit achtzehn Jahren eingenommen wurde, weil man ihn dazu überredet hatte, einer Feier beizuwohnen, in deren Verlauf er die unberechenbare Wirkung von dieser Substanz erfahren durfte ... Oder es ist mittlerweile einfach ein Hobby geworden. Der Magier findet es beeindruckend, dass sich die Menschen derart überlegen fühlen, aber von winzig kleinen Mengen einer gewissen Flüssigkeit nicht nur getötet und unschädlich gemacht, sondern auch abhängig gemacht werden können. Alkoholiker und von Nikotin Abhängige sind für ihn recht interessante Beobachtungsobjekte, doch er selbst würde sich niemals auf ein Level mit ihnen begeben und sich selbst von irgendwelchen Drogen steuern lassen. Dennoch: Jede Person hat irgendeine geheime Sucht, und diese muss nicht einmal wirklich etwas mit Gift zu tun haben. Als jemand, der vom Kampf nur die rudimentären Dinge versteht und ansonsten eher dafür berüchtigt ist, Leute beim Hinfallen mit sich zu reißen oder bei Zärtlichkeiten mit Attacken aus Ninja-Handbüchern KO zu schlagen, ist Manipulation eine ziemlich gute Alternative, weswegen er eigentlich immer versucht, seinen Gegenüber auf irgendeine Sucht zu untersuchen, die er irgendwie zu seinem Vorteil nutzen kann, weil nun einmal ein paar Jewels für einen Drink nicht so sehr schmerzen wie eine verspielte Quest, wenn man es nicht geschafft hat, wichtige Informationen aus einer Zielperson herauszubekommen. Ivy hofft irgendwann, selbst in der Giftmischerei tätig zu werden, weil ihm das nicht nur profitabel, sondern auch sehr interessant erscheint, allerdings nicht, um möglichst viele um die Ecke zu bringen. Mord ist kein Interesse und wird es auch nie sein, schließlich ist er eigentlich ja dazu ausgebildet, Leuten zu helfen. Während das Versprechen an seine Mutter ihm verbietet, für eine Behandlung mit Healing Herbs Geld anzunehmen, könnte er mit der Produktion von einzigartigen Gegengiften allerdings eine Lücke in ihrem Plan auszunutzen und viel Geld machen. Dann wäre er möglicherweise auch nicht mehr darauf angewiesen, in einer winzigen Dachwohnung zu hausen, in der es ständig nach Hackfleisch und Tomatensauce riecht ...

ABNEIGUNGEN: Ivy liebt die Natur, all ihre pflanzlichen Erzeugnisse und einen Großteil der auf ihr lebenden Geschöpfe, was könnte es da noch geben, wofür er eine Abneigung entwickeln könnte, außer eben das Lebewesen, welches in neun von zehn Fällen dafür verantwortlich ist, dass der Natur etwas Negatives widerfährt? Ja, der junge Mann findet Menschen weniger toll als alles andere, was auf Fiore so kreucht und fleucht – und das mag etwas heißen, da er nämlich auch starke Aversionen gegen gewisse Arten von Tieren verspürt, doch der Reihe nach ... Selbstverständlich könnte man sagen, dass der Grüne Menschen doch unmöglich so sehr verachten kann, wo er doch eine sehr behütete Kindheit hatte und daher kaum mit traumatischen Erlebnissen konfrontiert wurde, die normalerweise Hass auslösen, und es ist ja auch kompliziert eine Spezies zu verabscheuen, der man selbst angehört. Zum Einen ist es aber nicht so, als würde Ivy eine besonders hohe Meinung von sich selbst besitzen, zum Anderen findet er auch nicht pauschal alle Leute gleich nervtötend. Seine persönlichen Erfahrungen haben gezeigt, dass ein Großteil der Bevölkerung Fiores aus egoistischen Charakteren besteht, die seine Behandlungen nicht richtig würdigen können und sich die meiste Zeit über zu fein dafür sind, ein paar Dankesworte loszuwerden, die ihm mehr bedeuten, als er es selbst zugeben will. Doch nicht jeder ist so, deshalb kann man auch nicht alle über einen Kamm scheren, besonders, wo er solche Dinge wie Vorurteile und herablassendes Verhalten selbst nicht sonderlich leiden kann. Es gibt Personen, die ihn eher als Diener sehen, oder sogar als Magier zweiter Klasse, weil er keine offensiven Zauber beherrscht und somit an der Front komplett nutzlos ist. Wer sich über ihn lustig macht ist verständlicherweise nicht allzu beliebt bei Ivy – allerdings muss er gar nichts zwingend das Opfer sein. Wenn er sieht, wie jemand gemein zu anderen ist, ohne, dass er einen triftigen oder wenigstens ehrlichen Grund dafür liefern kann, der sich von purer Bösartigkeit unterscheidet, hat keinerlei Chancen, seine Freundschaft zu gewinnen, denn solche Typen gehören für ihn zum schlimmsten Abschaum, den es geben kann. Auf schwächeren Gegnern herumzuhacken ist seiner Meinung nach einfach nur lächerlich und beweist, dass man als Angreifer nichts in der Hose hat, schließlich würde sich jeder, der tatsächliche Stärke besitzt, auch mit ebenbürtigen Partnern umgeben. Ivy wurde schon öfter zum Gespött ernannt oder als Angsthase ausgerufen, weil er die Angewohnheit hat, manchmal einfach zu verschwinden und sein eigenes Ding durchzuziehen oder eben irgendwo zu schlafen, was man auch als Flucht werten kann, doch das kratzt sein Ego mittlerweile weniger an, als es das früher getan hat. Mit der richtigen Körperbeherrschung und einem gewissen Maß an positivem Zureden kann er Beleidigungen recht gut verarbeiten, solange es sich dabei nicht um niederschmetternde Kritik handelt, doch das heißt nicht unbedingt, dass er darauf steht, wenn alle Leute versuchen, ihn zu belehren. Es mag an den täglichen Lehrstunden seiner Mutter liegen, aber sobald jemand versucht, ihn über eine Sache aufzuklären, mit der er sich eigentlich ausgezeichnet auskennt, frustriert ihn das bis zu einem Punkt, der ihn sogar gewalttätig machen kann. Sein größtes Problem sind dabei die Angehörigen der Zivilisten, die seine Dienste in Anspruch nehmen. Sobald jemand krank wird, scheint nämlich plötzlich jeder Mensch auf dem Planeten zu einem Arzt zu mutieren, die allesamt ganz genau wissen, was einem fehlt und was man am besten dagegen machen kann. An sich sind ein paar hilfreiche Ratschläge ja nichts, was der Pflanzenmann ablehnen würde, doch es gibt nun einmal eine gewisse Grenze zwischen Tipp und Befehl und wenn diese übertreten wird, reagiert er mehr als sauer. Zwar mag sein Vertrauen in seine Fähigkeiten umstritten sein, doch der Glaube daran, dass sie überhaupt existieren – und die Tatsache, dass er damit etwas hat, was normale Bürger eher nicht beherrschen – reicht ja schon, dass er damit zurecht kommt. Denkt daraufhin einer, dass es eine bombastische Idee wäre, ihn kritisierend dabei zu beobachten, wie er seine Arbeit macht, für die er auch noch kein Geld verlangen darf, zeigt er diesem meist recht schnell, was er davon hält, entweder durch Worte oder aber durch eine direkte Vorgehensweise, wofür er aber schon sehr wütend und sehr hirnlos sein muss, weil er sich lieber gegen Konflikt und Prügel entscheidet, was hauptsächlich daran liegt, dass er keines dieser beiden Dinge jemals in seinem Leben gewonnen hat und vermutlich auch nie gewinnen wird, ohne danach im Rollstuhl zu landen. Dennoch ist es einfach nicht sonderlich ratsam, ihn offen niederzumachen, wenn man es mit einem derart empfindlichen und mit Minderwertigkeitskomplexen gestopftem Individuum zu tun hat.
Von Menschen mit Fehlverhalten, die Ivy sauer aufstoßen, kommen wir nun zu den Tieren, die ihn in Angst und Schrecken versetzen. An sich hört sich das ja nicht wie ein wirkliches Problem an, schließlich ist es gar nicht selten, dass sich der ein oder andere vor Lebewesen fürchtet, die einen umbringe könnten. Meistens sind das Schlangen oder andere giftige, gruselig aussehende Geschöpfe, vor denen man auch einen gesunden Respekt haben sollte. Aber damit hat der Griffin kein Problem. Würde ihm eine gigantische Würgeschlange begegnen, würde er vermutlich mit annehmbarer Distanz und wenig Angst daran vorbeigehen. Doch es gibt eine andere Gruppierung von Tieren, die ihn vor Furcht schlottern lässt: Das Vieh. So seltsam es auch ist, der Grüne hat eine unglaublich starke Angst vor Nutztieren. Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde, all diese zahmen Huftiere sind für ihn der größte Schrecken, den es auf der ganzen Welt gibt. Wenn eine Quest von ihm verlangt, einen Bauernhof zu betreten, versucht er gar nicht erst, sich damit zu arrangieren, sondern sucht sich postwendend eine andere. Steht eine Kuh oder ein Pferd vor ihm, wird er entweder ohnmächtig oder macht sich fast in die Hosen, je nach Schwere des vor ihm liegenden Falls gibt es auch einen Krampf aus Schreien und einen Wasserfall aus Tränen. Ja, wer auch immer dies nun liest, wird den armen Jungen vermutlich für ein riesengroßes Weichei halten, doch diese Phobie hat tatsächlich einen Grund: Früher, als er noch Zuhause bei seiner Mutter lebte, hatten sie ein Pferd namens Betsy, das sie immer dann vor ihren Wagen spannten, wenn sie in die Stadt fahren und ihre Dienste anbieten wollten. Jahrelang war das Ganze kein Problem, Ivy und Betsy hatten Gelegenheit, sich anzufreunden und kamen miteinander sehr gut aus. Doch eines Tages schien das alte Ross, das mit der Zeit schon etwas blind geworden war, den Bezug zur Realität zu verlieren und dement zu werden, so dass sie einfach vergaß, wer Ivy war und fortan jedes Mal, wenn er ihr zu nahe kam, versuchte, ihm die grasfarbenen Haare vom Kopf zu fressen. Für einen noch sehr kleinen Jungen war ein aggressives Pferd, das ihm ganze Strähnen rupfte, ein traumatisches Ereignis, und wenn man diese Sache auch noch mit einer Mutter verband, die gar nicht verstand, wieso in aller Welt sie denn nun ein neues Tier besorgen sollte, bedeutet das, dass er täglich mit etwas zu tun hatte, wovor er sich mehr als alles andere zu fürchten begann. Man muss kein Psychologe sein, um zu verstehen, dass dies für eine keimende Phobie ein ziemlich guter Nährboden war, sodass sich seine Angst langsam, immer schlimmer werdend, auf alle Grasfresser ausbreitete, die ihm potenziell Schmerzen bereiten konnten. Er ist sich selbst bewusst, wie irrational seine Furcht ist, doch gegen soetwas kann man nur schlecht angehen. Es ist immerhin besser als eine Phobie vor Höhen oder vor der Dunkelheit, denn solange er nicht spontan von einer Horde an aggressiven Kühen umzingelt wird, bemerkt man eigentlich kaum, dass er, was das angeht, ein bisschen seltsam ist.

STÄRKEN: Ivy würde auf eine Frage nach seinen Stärken wahrscheinlich eher bescheiden reagieren und betonen, dass man manche Dinge beigebracht bekommt ohne wirklich herausragendes Talent zu besitzen, aber dennoch für die anderen dann als besonders angesehen wird. Natürlich ist der junge Mann sehr stolz darauf, einer von wenigen zu sein, die das alte Handwerk der Healing Herbs beherrschen und er somit dazu in der Lage ist, Verletzten zu helfen und Wunden schneller zu behandeln als andere, doch es ist nun nicht so, dass er sich aus großer Güte und Altruismus für diesen Magieausleger entschieden hat. Er konnte sich nicht wirklich aussuchen, ob er diese Zauber erlernen wollte, deshalb findet er, dass man sein umfangreiches Wissen über Kräuter und deren Magie nicht wirklich zu seinen Stärken zählen kann, obwohl es sicher an so mancher Stelle ganz nützlich sein kann.
Seiner Meinung nach sollte man sich eher auf charakterliche Stärken berufen. Ivy ist kein so netter Mensch, wie es den Anschein hat, aber er ist auch kein Soziopath. Nur weil er es mag, alleine zu sein, bedeutet das nicht, dass er nicht auch eine soziale Seite hat. Durch den wenigen Kontakt zu anderen ist der junge Mann fast vollkommen frei von Vorurteilen und bildet sich immer selbst eine Meinung über seinen Gesprächspartner, ungeachtet dessen, was er über ihn weiß. Das macht ihn tolerant gegenüber so ziemlich allem, was eine große Hilfe ist, wenn man es mit etwas schwierigen Leuten zu tun hat, die sich ansonsten schnell ungerecht behandelt fühlen. Der Kräuterpanscher kann alle Menschen bei der ersten Begegnung auf eine Stufe stellen und lässt sich auch nicht von Schönheit oder Reichtum beeindrucken, was wohl durchaus eine Stärke ist, mit der man auf Aufträgen sehr gut punkten kann.
Eine weitere Sache, die Ivy teilweise von seiner Mutter übernommen hat, ist sein geradezu unglaublicher Blick für Details. Er ist kein Genie und man darf von ihm nicht erwarten, komplizierte Gleichungssysteme zu lösen oder zehn Sprachen zu sprechen, doch wenn es um bildliches Vorstellungsvermögen geht, kann ihm so schnell niemand etwas vormachen. Wenn man dem Jungen ein bisschen Zeit gibt, um sich eine Szenerie anzusehen, kann er sich viele Dinge darin zuverlässig einprägen und bemerkt später auch sofort, wenn sich etwas verändert hat. Es ist daher eine schlechte Idee, sich etwas unbemerkt auszuleihen oder sich an seinem Essen zu vergreifen, da er eigentlich immer innerhalb weniger Sekunden herausfindet, wenn etwas fehlt. Mit etwas mehr Zeit und Übung ließ sich dieses Talent auch auf Menschen übertragen. Er achtet weniger auf Gesichtsausdrücke, als auf die Art der Kleidung und winzige Teile des Ganzen, denn aus irgendeinem Grund, den er selbst nicht ganz versteht, stören ihn oft solche Kleinigkeiten so sehr, dass er sie sofort berichtigen muss. Hat jemand zum Beispiel Reste von Essen zwischen den Zähnen, kann er so lange nichts anderes mehr machen, bis dieser mit einem Zahnstocher versorgt ist. Er hat keinen Putzfimmel, weil er selbst nicht gerade in einer sauberen Umgebung aufgewachsen ist, aber wohl einen Zwang, was Dinge angeht, die ihm fehl am Platz erscheinen. Ein falsch platzierter Pflasterstein oder ein schiefes Bild in einem ansonsten ordentlichem Raum bringen ihn beinahe zur Verzweiflung, während er über staubigen Boden oder von Schlamm bedeckte Feldwege gehen kann, ohne mit der Wimper zu zucken. Diese Sensibilität gegenüber kleinen Details ist sehr hilfreich, wenn es darum geht, kleine Bausteine für komplizierte Quests zusammenzusetzen und schafft es manchmal sogar, seine ansonsten ziemlich belastende Unfähigkeit aufzuwiegen. Wenn sich die Gelegenheit dafür bietet, man ihn lässt und auch die äußeren Faktoren stimmen, kann er durch diese Talente doch eine ganz schöne Bereicherung für seine Questpartner sein ...

SCHWÄCHEN: Obwohl Ivy Mitglied bei einer Gilde ist und sich auch selbst als Magier bezeichnen würde, ist er für die meisten Dinge nicht geeignet, die seine Kollegen den lieben langen Tag tun. Sein größter Nachteil gegenüber den anderen ist, dass er keinerlei offensiven Fähigkeiten besitzt. Zwar beherrscht er die gröbste Basis der Grundlagen des Faustkampfes – eben gerade soviel, dass er sich einigermaßen gegen Zivilisten verteidigen kann – aber mehr auch nicht. Der Grüne kann nicht mit Feuerbällen werfen oder andere zerstörende Wirkungen entfalten, weil seine Magie ganz auf die Heilung ausgelegt ist, deshalb kann man ihn nicht alleine auf Quests schicken, die möglicherweise Gewalt beinhalten. Alles ist gut, solange er sich mit Opfern oder Zeugen unterhalten kann, doch sobald irgendwo Gefahr im Verzug ist, fühlt er sich oft vollkommen nutzlos. Er arbeitet daran, aber es ist ein langer Weg, bis man sich vor ihm in Acht nehmen muss und bis dahin ist er leider noch eine Last, die sich schnellstmöglich verstecken sollte, wenn es einmal hart hergeht.
Sich als Last zu fühlen trägt natürlich auch nicht gerade dazu bei, dass sich Ivy selbst lieber hat, was der Schlüssel zu einer seiner größten Schwächen ist, denn der Kräuterkundige ist von sich selbst nicht überzeugt. Seine Unsicherheit, seine fehlenden Talente und sein etwas merkwürdiges soziales Gebaren machen es ihm schwer, etwas zu finden, in dem er richtig gut ist, weil andere Leute ihn für gewöhnlich ziemlich leicht übertrumpfen können. Da er also kaum etwas hat, aus dem er richtiges Selbstvertrauen ziehen könnte, ist sein Selbstwertgefühl nicht besonders hoch, was in zahlreichen Situationen eben ein besonderer Nachteil sein kann. Wer auf Konfrontationskurs mit ihm gehen will, braucht nur seine Unsicherheit zu erkennen und hat sofort Zugriff auf eine ganze Palette von Angriffsbereichen, mit denen man ihn Erfolg versprechend zermürben kann. Ivy verlässt sich die meiste Zeit auf seinen Sarkasmus und seine Klugheit – wenn man es schafft ihn hereinzulegen und sich von doofen Antworten nicht aus der Ruhe bringen lässt, hat er ein Problem. Wer dann auch noch in den verbalen Gegenangriff geht, muss nie besonders lange raten, bis er etwas gefunden hat, mit dem er tief sitzende Schläge erzielen kann, denn wie bereits mehrfach erwähnt, ist der Grüne einfach komplett verwundbar gegenüber harter Kritik und gibt dann auch viel einfacher die Hoffnung auf oder wird gar vollkommen antriebslos. Der Griffin kann demnach weder körperlich noch psychisch wirklich redegewandtem Menschen die Stirn bieten, im Grunde genommen könnte er wahrscheinlich nicht einmal einen Hundewelpen zusammenfalten oder von seinem Grundstück vertreiben, wenn er es versuchen würde, aber das ist eine andere Sache ...
Allerdings würde das unbekannte Tier aus dem Beispiel innerhalb seines Territoriums ihn sicherlich früher oder später in den Wahnsinn treiben, denn wenn Ivy einen Tick hat, dann ist das eindeutig seine neurotische Art. Er hat einen Zwang, der meist zu seinem Vorteil ist, da er so fehlende Bausteine komplexer Konstruktionen schnell erkennt und es versteht, Sinn in scheinbar chaotische Systeme zu bringen, doch andererseits ist es natürlich auch ein nicht zu unterschätzender Nachteil, wenn man sich von gewissen Kleinigkeiten an Mensch oder Objekt schnell verrückt machen lässt. Sei es ein Bleistift, der im anderen Winkel wie die darunter liegenden platziert ist, eine falsch geflieste Badezimmerkachel oder ein Schmutzfleck auf dem Gesicht seines Gegenübers: Ivy ist erst dann zufrieden, wenn alles wieder perfekt und ordentlich ist, selbst wenn er dafür doppelt so lange ackern muss wie andere, denn obwohl er vielleicht den Drang verspürt, alles zu beschriften und es ihn langsam von innen zerfrisst, wenn er sich nicht sicher ist, etwas getan zu haben, wie beispielsweise den Herd auszuschalten oder die Fenster zu schließen, war es bisher fast immer nützlich, gewissenhafter als die meisten anderen Leute mit solchen Details umzugehen, schließlich sind es oft die allerkleinsten Dinge, denen man von Anfang an die meiste Bedeutung zugestehen sollte ...

ZIEL: Ivy ist kein Mensch, der sein Leben nach einem rotem Faden lebt und genau weiß, wo er in zehn Jahren sein möchte. Die meisten Entscheidungen, die er trifft, sind kurzfristig und unwichtig. Es gefällt ihm, Magier zu sein, deshalb hat er das persönliche Ziel, seine Fähigkeiten zu verbessern und stärker zu werden. Es wäre schön, wenn er es schaffen würde und all seine Macken und Komplexe besiegen könnte, damit er ein unbeschwertes Dasein fristen kann. Doch das alles sind keine Dinge, die er um jeden Preis erreichen will. Längerfristig muss er zum Beispiel auch eine Frau finden, damit die Familientradition nicht mit ihm stirbt, doch bis dahin ist es wahrscheinlich noch ein sehr weiter Weg, der noch viele Tücken bereithält, die der Magier heute noch nicht einschätzen kann. Ivy weiß noch nicht, wo er einmal landet, aber er hofft, dass er es schafft, irgendwann glücklich zu werden.


◊ ◊ Umfeld und Hintergrund ◊ ◊

FAMILIE:
Tabetha (Mutter)
Tabetha Griffin ist die Erbin einer langen Reihe von Griffins, die sich dem uraltem Handwerk der Healing Herbs verschrieben haben und in einer Art Symbiose mit einem Bergdorf am Mount Hakobe leben, das für sie Konsumgüter bereitstellt, wenn sie sich dafür um die Krankheiten und Verletzungen der Bewohner kümmern. Der Pakt der gegenseitigen Hilfe geht auf lange Jahre der erfolgreichen Zusammenarbeit zurück und ermöglicht beiden Parteien ein angenehmes Leben, weshalb auch bisher keiner auf die Idee kam, diese Tradition zu brechen. Tabetha stammt aus einem konservativem Elternhaus, ihre Mutter trainierte sie schon früh in der Magie und stellte hohe Ansprüche an sie. Vielleicht hätte der konstante Druck sie irgendwann zermürbt, doch die junge Frau hatte das große Glück, dass sie sich in den Fußstapfen ihrer Ahnen wohlfühlte und darin sogar ihre Berufung entdeckte. Die Dorfbewohner kennen sie als hilfsbereite, hübsche Kräuterhexe, die mit einem großem Herzen und einem noch größerem Wissensschatz aufwartet, doch Ivy weiß auch, dass hinter ihrer zuckersüßen, grünhaarigen Fassade ein geradezu manischer Perfektionismus schlummert. Tabetha stellt sich häufig selbst in Frage und ist nur mit dem Bestem zufrieden, weswegen sie ihren Sohn – den sie im Übrigen tatsächlich über alles liebt, auch wenn seine Geburt nicht ganz ihre Entscheidung war – auch dermaßen gedrillt hat. Sie verlangt von ihm, dass er sie regelmäßig besucht – immerhin lebt sie jetzt ganz alleine – und hofft, dass der Funke der Begeisterung auch irgendwann auf ihn überspringt, schließlich liegt die Zukunft der Griffins in seinen Händen. Oft fragt sie sich, ob sie ihm nicht zu viele Freiräume lässt und ob es überhaupt möglich ist, all ihr Wissen in so wenigen Besuchen in seinen Kopf zu bekommen, doch im Gegensatz zu ihrer Mutter bringt sie es einfach nicht übers Herz, Ivy zu etwas zu zwingen, was ihn nicht erfüllt. Sie mag häufig wie eine Glucke wirken und es war vielleicht nicht die beste Idee, ihn von anderen Menschen isoliert zu halten, um ihn zu beschützen, doch im Grunde genommen waren all ihre Entscheidungen, die sie traf, immer nur gut gemeint. Obwohl sie ihn häufig kritisiert und ihre Vorwürfe schon fast beleidigend sein können, würde sie ihn niemals verstoßen und liebt ihn sehr – und wenn Ivy ganz ehrlich ist, könnte es ihn ja auch schlechter getroffen haben ...

FREUNDE: Noch keine nennenswerten.

FEINDE: Alle Nutztiere dieser Welt.

GILDE: Lamia Scale und Ivy sind ein Zweckbündnis. Er liefert der Gilde einen mehr oder weniger fähigen Heiler und kann im Gegenzug an seinen Fähigkeiten arbeiten. Da es Zuhause viel zu langweilig für ihn war, freut er sich, dass er eine Gruppe gefunden hat, die ihn mit abwechslungsreichen Abenteuern versorgt. Da er selbst perfektionistisch ist und ein paar soziale Zurechtweisungen ihm sicherlich nicht schaden, ist die professionelle Atmosphäre Lamia Scales ein guter Weg, um sich besser in die Gesellschaft zu integrieren und irgendwann ein erfolgreiches Leben zu führen. Ohne das Geld wäre er nicht nur aufgeschmissen und obdachlos ... Ohne die Führung der Gilde wüsste er bis heute nicht, wieviel Potential in ihm steckt. Ivy ist gerne Mitglied der Gilde und trägt das Gildenzeichen mit Stolz.
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Ivy Griffin

Ivy Griffin

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BeitragThema: Re: Ivy Griffin   Di 23 Sep 2014 - 22:06



◊ ◊ Geschichte ◊ ◊
Erstaunlich viele könnten sich vorstellen, dass Ivy als Baby wie ein reifer Apfel von einem Baum gefallen oder sogar aus einem kleinen Pflänzchen gewachsen ist, aber der junge Mann kam doch wie die meisten anderen Menschen ganz natürlich zur Welt. Bei normalen Leuten beinhaltet so eine Geburt auf jeden Fall die Mutter und meist auch noch den Erzeuger, doch bei dem Magier lief das etwas anders, als man es gewohnt war. Selbstverständlich machte auch bei ihm niemand der Frau namens Tabetha die Hauptrolle in der ganzen Prozedur streitig, doch ein nicht gerade erheblicher Unterschied war etwa, dass er sie sich zum Beginn seines Lebens nicht – wie man das normalerweise hatte - in einem Krankenhaus befand, sondern auf einer aus Kräutern und anderen natürlichen Werkstoffen zusammengebautem Matratze. Ärzte waren in einer dermaßen abgelegenen Region im Norden von Fiore eine Rarität, deshalb übernahm Ivys Großmutter die verantwortungsvolle Aufgabe der Geburtshilfe. Obwohl sich der Junge nicht an seine Oma erinnert, weil sie innerhalb seiner ersten beiden Lebensjahre verschied, erfuhr er doch, dass ihre Familie dieses Modell der gegenseitigen Hilfe schon seit vielen Generationen pflegte. Die Mutter führte die Tochter in die tiefsten und dunkelsten Geheimnisse der Kräuterkunde ein und wenn es Zeit für einen Nachfolger wurde, unterstützte sie ihr Kind bis zur Geburt des Enkels. So lief es schon mit Ivys Urgroßmutter und so wäre es sicher auch irgendwann einmal gewesen, wenn aus ihm nicht unglücklicherweise ein “strammer” Bursche geworden wäre. Ivys kreischende Mutter und seine keifende Großmutter waren jedenfalls die einzigen Anwesenden bei diesem denkwürdigem Ereignis und sollten auch lange Zeit die Einzigen sein, die davon wussten. Sein Vater verpasste leider die Geburt seines Sohnes, doch das war zu verschmerzen, wenn man bedachte, dass er auch keine Ahnung von der Schwangerschaft gehabt hatte und die Mutter wiederum nur wenig über ihn wusste – nicht einmal seinen Namen. Ivy war das Produkt eines gut durchgeplanten One-Night-Stands, der bis auf die Tatsache, dass sein höchstwahrscheinlich grünhaariger Vater eher durch reinen Zufall ausgesucht wurde, bis ins kleinste Detail organisiert wurde und allein dem Zweck diente, die Künste der Familie noch eine weitere Generation zu erhalten, um sie dann irgendwann selbst seinem Kind zu geben, damit der Kreislauf der Griffins nicht einfach so abriss. Das alles waren jedoch Dinge, die ihn zu Beginn seines Lebens nicht wirklich interessierten, schließlich war er schwer damit beschäftigt, gesund und munter geboren zu werden und das süßeste Baby zu sein, was seine Mutter je gesehen hatte, wobei sie natürlich ein klein wenig parteiisch war. Im ersten Moment waren sowohl Tabetha als auch seine Oma etwas geschockt davon, dass Ivy ein Junge war, immerhin hatten die Griffins eine sehr weibliche Familiengeschichte, doch da man im Allgemeinen das Geschlecht seines Kindes nicht vorherbestimmen konnte, kamen sie recht schnell über diese Besonderheit hinweg und planten dennoch, ihn in die Familiengeheimnisse einzuweihen, wenn er alt genug dafür war. Bis dahin sollte er ein unbeschwertes, bescheidenes Leben führen, das ihm fast alles gab, was er sich wünschte. Schon in seinen jüngsten Jahren hielt sich Ivy oft draußen auf und wanderte in Ermangelung anderer Kinder einsam durch den Wald, bis er sich irgendwann gar nicht mehr so einsam dabei fühlte. Mit der Zeit wurden die Kräuter und Pflanzen zu seinen Weggefährten und die wenigen Tiere, die nicht zu scheu waren, hörten sich all seine Probleme und Sorgen an. Nicht, dass diese besonders zahlreich gewesen wären, denn was kann einen Vierjährigen schon großartig verstören, abgesehen vom grünlichem Rauch, der hin und wieder von der Hütte seiner Mutter aufstieg und dafür sorgte, dass eben jene ganz besonders nett zu ihm war ...

Sechs Jahre lang lebten seine Mutter und er zusammen in Harmonie, doch dann erklärte ihm die Kräuterhexe plötzlich soetwas wie Krieg und alles änderte sich. Na ja. Sie hatte nicht wirklich vor ihn zu vernichten und war auch weiterhin eine zuckersüße Mama, doch sein Tagesablauf wurde komplett durcheinander geworfen. Kein Ausschlafen mehr, keine stundenlangen Mittagsschläfchen und kein Tollen im Wald... Nun musste er jeden Morgen früh aufstehen, mit Tabetha Kräuter sammeln und danach den ganzen Vormittag damit zubringen, auf dem Feld oder beim Mischen zu helfen. Anfangs gefiel es dem Jungen, Zeit mit seiner Mutter zu verbringen und ihr dabei zu helfen, kranke Leute zu heilen, doch Ivy merkte schnell, dass er es mit einer unerbittlichen Lehrmeisterin zu tun hatte, die ihn für dumme Fehler hart bestrafte und nur das Beste von ihm erwartete. Immer wieder prüfte sie seine Leistungen, indem sie ihm schwierige Rechenaufgaben stellte, während er bestimmte Rezepte befolgte, oder sie ließ ihn mit besonders stacheligen Pflanzen umgehen, bis er sich irgendwann nicht mehr selbst verletzte. Sie brachte ihm das Lesen und das Schreiben bei, zeigte ihm, wie man die Spuren von versteckten Kräutern entdeckte und entführte ihn einmal am Tag auf eine Waldlichtung, wo sie sich knifflige Rätsel ausdachte, wie etwa die Umgebung in einem kleinem Detail zu verändern und ihn dann nach genau diesem auszufragen. Ivy war ein talentierter, cleverer Junge, aber er war auch ängstlich und ein wenig zu faul für den Geschmack von Tabetha, weswegen sie recht oft aneinander gerieten und sich zusammen über die lächerlichen Dinge des Alltags aufregten. Zu Beginn seiner Ausbildung hatte der junge Magier noch zu große Angst vor seiner Mutter, die schnell zu einer Autorität geworden war, um ordentlich zu streiten, so dass das Ganze lange Zeit eher einseitigem Schreien von Tabethas Seite entsprach, doch das änderte sich mit der Zeit. Je größer er wurde, desto öfter nahm seine Mutter ihn mit in die Stadt, um ihre Erzeugnisse zu verkaufen und ihre Dienste anzubieten, die besonders bei den durchreisenden Magiern beliebt waren, die schnell wieder kampfbereit gemacht werden wollten. Während seine Mutter also die Kriegsverletzungen der Magier versorgte und die ein oder andere Abenteuergeschichte zu hören bekam, saß der kleine Ivy neben ihr auf einem Holzschemel und reichte ihr die verschiedensten Utensilien, mit leuchtenden Augen und gefährlichen Flausen im Kopf, denn er hatte damals ja nicht vor, als eine Art zivilisierter Tarzan aufzuwachsen, der nie etwas Anderes als seine Mutter kennen lernen durfte und wollte als furchtloser Held Abenteuer erleben. Wem er sich dafür genau anschließen musste, war ihm egal, doch er hatte sowieso noch nicht genug Mumm, einfach so abzuhauen, besonders, weil seine Ausbildung nicht einmal halbwegs abgeschlossen war und er für's Erste nicht auf sich selbst achten konnte, immerhin tapste er noch auf Hüfthöhe der Leute herum und war deshalb eher an den Rockzipfel seiner Mutter als an Treueschwüre für Fiore gebunden.

Das Positive an der Kindheit war in Ivys Augen schon immer ihre Kürze, denn kaum hatte er sich ein wenig mit den Dörflern angefreundet und wurde von den fiesen Kindern seines Alters ein paar Mal in den Matsch geworfen, war er auch schon wieder fast einen halben Meter gewachsen, konnte auf seine Mutter hinabblicken und brauchte den Holzschemel nur noch, um Tabetha zum Sitzen zu nötigen, während er sich in einfachen Behandlungsmethoden übte, mit den Leute redete und sich langsam ein hübsches Image zusammenbaute, das ein wenig von seiner steigenden Bereitschaft zur Rebellion überschattet wurde, die mit der Zeit und dem Dasein als Teenager einfach so gekommen war. Natürlich konnte Tabetha nicht erwarten, dass ihr Sohn sein ganzes Leben lang brav nach ihren strengen Regeln leben würde – das war gar nicht möglich, wo der Junge doch so faul und so klug war, dass er sich komplett von ihrer disziplinierten Art unterschied und ihm außerdem die Liebe zu den Menschen zu fehlen schien, dieser kleine Funke von Berufung, der seine Mutter zur Höchstform antrieb. Ivy waren die Patienten nicht egal, aber er steigerte sich auch nicht sonderlich in ihre Probleme hinein und sah sie eben als Übungsgelegenheiten, nicht mehr und nicht weniger. Mit der Zeit waren es immer dieselben Gesichter, die er vor sich fand, immer dieselben Leiden und immer dieselben sinnlosen Ausreden. Es wurde ihm langweilig, und nicht einmal das steigende Interesse der Mädchen im Dorf an dem hübschem, einsam lebenden Jungen, der an Pflanzen mehr Gefallen fand als an ihren Kurven, konnte ihn großartig begeistern oder von der Tatsache ablenken, dass er das Gefühl hatte, in einem Käfig zu hocken. Die alltäglichen Bedrohungen wie fallende Äste und demente, bissige Pferde, waren einfach so ... alltäglich geworden. Als seine Mutter bemerkte, wie öde es ihrem Sohn in ihrem kleinem Revier geworden war, unternahmen sie längere Ausflüge und erweiterten ihren Kundenradius, doch auch das genügte ihm nicht, denn mit der Zeit wurde klar, dass diese Arbeit einfach nicht dieselbe Erfüllung für ihn bereithielt, die sie selbst verspürte. Da sie demnach das Familiengeschäft in unmittelbarer Gefahr sah, war in ihren Augen schnell der Moment gekommen, einen ganz anderen Kurs einzuschlagen. Nach umfangreicher Vorbereitung und genauer Sondierung des Marktes, unterbreitete sie ihrem Sohn an seinem siebzehntem Geburtstag letztendlich den Vorschlag, sich einen Erben zu arrangieren, der von ihr ausgebildet werden sollte, das würde ihn nämlich arbeitstechnisch entlasten und ihm die Zeit geben, sich etwas zu suchen, was ihm gefiel, ohne das Familienunternehmen zu gefährden. Man muss wohl kein Genie sein um zu erkennen, dass ein Teenager etwas gegen Befehle wie “Mach dir doch ein Kind, was dich ersetzen kann” einzuwenden hatte, und Ivy war da nicht anders. Tabethas scheinbar so logische Argumentation brach einen wahren Marathon an Streits vom Zaun, der letztendlich unentschieden ausging, aber definitiv einen Kompromis erforderte, möglichst ohne Ivy irgendeine Frau aufzuzwängen, denn das war nicht nur momentan das Letzte, was er wollte. Klar war, dass sich der junge Magier in seinem derzeitigem Terrain langweilte, entweder, weil er geistig unterfordert war, oder weil er einfach keine Lust darauf hatte, als Eremit zu leben. Allerdings durfte er seine Existenz nicht einfach so wegwerfen und hatte eine Verpflichtung seiner Familie gegenüber zu erfüllen, die praktisch für die Healing Herbs lebte und nicht einfach so zulassen würde, dass er etwas ganz Anderes machte. Also musste man etwas finden, was sowohl Action und Abwechslung als auch den regelmäßigen Einsatz seiner Magie versprach ... Das Resultat war recht einfach: Ivy würde sich einer Gilde anschließen. So konnte er die Welt retten und mit den Kräutern Menschen helfen, was seine Mutter zufrieden stellte, hatte aber auch endlich die Gelegenheit, alleine zu leben und durch Fiore zu reisen, was wiederum ihm sehr zusagte.

Ivy arbeitete hart daran, seinen Traum vom Auszug wahr werden zu lassen, doch es dauerte noch fast ein ganzes Jahr und jede Menge erniedrigende Nebenjobs, bis er endlich genug Kapital angehäuft hatte, um sich die kleinste und schäbigste Wohnung zu leisten, die Hosenka Town zu bieten hatte. Da er sich sonst nichts leisten konnte und Zugfahrten auch ganz schön ins Geld gehen konnten, beschloss er, sich auch gleich bei der städtischen Gilde vorzustellen. Nach einem intensivem Gespräch mit dem Meister und einer Demonstration seiner Fähigkeiten, kamen die Selbstzweifel in Ivy wieder an die Oberfläche. Eigentlich war er nicht wirklich nützlich, immerhin wusste er gar nichts über offensive Fähigkeiten und konnte der Gilde lediglich eine unterstützende Rolle anbieten. Mit ihm würde man keine Kriege gewinnen, doch dem Meister schien das egal zu sein, da er sich erstaunlich schnell das Gildenzeichen abholen konnte. Zu Beginn war Ivy der Meinung, dass er so nun bereit war, sich auf Quests zu begeben, doch als er am nächsten Tag das Haus der Gilde betrat und voller Tatendrang auf das Questboard zusteuerte, stellte sich ihm sein Meister in den Weg und winkte ihn in die Richtung des Trainingsgeländes. Es stellte sich heraus, dass er zwar nun Mitglied war, aber Lamia Scale auch sehr auf Perfektion bedacht war und – so sehr sie sich auch über einen Heiler freuten – nicht ganz zulassen würden, dass man Ivy einfach umhauen konnte, wenn einem danach war. Also platzierte man ihn jeden Tag als lebende Trainingspuppe vor an Nahkampf orientierte Magier und zwang ihn so mehr oder weniger brutal, sich ein paar Tricks abzugucken, um seine Verletzungen auf ein Minimum zu beschränken.

Wie sich zeigte, lernte man Dinge schneller, wenn man ein Talent dafür hatte, so war es Ivy beispielsweise bei seiner Magie ergangen. Wie sich weiterhin zeigte, besaß er absolut gar kein Talent für den waffenlosen Kampf – oder überhaupt irgendeine Art von Kampf. Aus einem nicht weiter bekanntem Grund schien er immer dann komplett harmlos zu werden, wenn er sich in bedrohlichen Manövern versuchte, schaffte es aber meist, seinen Gegenüber zu überwältigen, wenn er eigentlich dabei war, sich zu verteidigen ... Sein Erfolg bei diesen Übungspartien war hauptsächlich Glück und sturem Büffeln zuzuschreiben, schließlich war jeder dazu in der Lage, einstudierte Bewegungsabläufe immer wieder abzurufen, egal ob sie nun Ergebnisse erzielten oder nicht. Ivy war nicht ganz wohl bei dem Gedanken, dermaßen unfähig zu sein, wenn es darauf ankam, doch da er für's Erste sowieso nichts dagegen tun konnte und der Gildenmeister irgendwann meinte, dass er Jewel einbringen sollte und daher vielleicht einfach einmal die learning by doing Variante testen sollte, beschloss er einfach, sich darüber Sorgen zu machen, wenn es soweit war. Bisher hat er es geschafft, sich mit relativ einfachen Botengängen über Wasser zu halten, doch es kann wohl nicht mehr lange dauern, bis er gezwungen ist, sich aus seiner Komfortzone zu wagen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Ob er bei seiner Gilde wirklich richtig aufgehoben ist, wird sich wohl erst dann zeigen, wenn er gezwungen ist, über seinen Schatten zu springen und seine wahre Gestalt zu offenbaren.


◊ ◊ Schreibprobe ◊ ◊
Es gab da doch dieses kleine Sprüchlein mit dem „wer nicht fragt, bleibt dumm“, nicht wahr? Für Ivy Griffin hatte dieser kindliche Reim schon immer etwas von einer Lebensweisheit gehabt, die er schon seit seiner Kindheit zu beherzigen pflegte. Als kleiner Junge war er in Erdlöcher gekrochen und hatte sich stundenlang hinter Eichhörnchen hergeschlichen, um die Geheimnisse ihrer Existenz zu ergründen, und sobald er sprechen konnte, hatte er allen Menschen in seiner Umgebung Löcher in den Bauch gefragt, was er auch heute noch allzu gerne tat. Er war nun einmal ein neugieriger junger Mann, der Rätsel einfach knacken musste und für alles eine Erklärung brauchte, um es glauben zu können, sei die Sache auch noch so banal. Eigentlich interessierte es ihn gar nicht wirklich, welche dramatischen Geschichten aus Valeries Vergangenheit sie denn bewogen hatten, eine Magie zu wähle, die man für gewöhnlich mit Finsternis und Bösartigkeit assoziierte, aber er konnte auch nicht einfach so tun, als wolle er es nicht wissen, weil ein Teil von ihm das komplizierte Puzzle lösen wollte, das die Schwarzhaarige gerade darstellte. Insgeheim erwartete er eine große Überraschung, eine Art Erleuchtung, die ihm verriert, wieso in aller Welt ein harmloses Ding wie sie mit dunklen Kugeln durch die Gegend schoss, wo sie doch zuvor schon ganz Feuer und Flamme für seine Magie gewesen war. Für ihn war Valerie der typische Fall von Mensch, der es allen rechtmachen wollte und dazu auch einfach nicht genug davon bekommen konnte, jedem zu helfen, er nach ihr plärrte, ganz im Gegensatz zu Ivy, der dazu gezwungen war, obwohl es ihn nervte. Dementsprechend langweilig war natürlich ihre Antwort. Selbstverständlich war sie Magierin geworden, um die Schwachen zu beschützen. Wahrscheinlich hatte sie eines Tages vor ihrem Spiegel gestanden, in ihrem rosarot eingerichtetem Zimmer, mit einer Schleife im Haar und einem Kleidchen am zierlichen Leibe, und hatte mit der Inbrunst der Heldenhaftigkeit beschlossen, dass sie sich einer Gilde anschließen wolle und seither hart trainiert, um ihre großen Ziele zu erreichen. Allzu lange konnte sie wohl noch nicht im Geschäft sein, immerhin war ziemlich offenkundig, dass sie ihre Unschuld und Naivität bewahrt hatte, schließlich hatte ihre heftige Reaktion auf so ziemlich alle seine Aktionen gezeigt, dass der intimere Umgang mit dem fremden Geschlecht für sie nicht unbedingt zum Alltag gehörte. Natürlich bedachte der Grüne nicht, dass er vielleicht einfach nur außerordentlich attraktiv sein könnte, doch wie sollte er auch auf solche Gedanken kommen, wenn es leichter war, den Fehler bei einer anderen Person zu suchen …
Ein bisschen enttäuschte es Ivy ja schon. Er hatte nur für einen Moment sehen können, aus welchem Holz das Mädchen geschnitzt sein könnte, als sie ihrem Ärger Luft gemacht hatte, doch ihre liebreizende Art war leider direkt wieder zurückgeschnappt, als hätte sie das Gummiband ihrer Maske überspannt. Traurig, aber da er mit Valerie nicht befreundet war, war er nicht übermäßig getroffen, dass sie ihm ihre tiefsten Geheimnisse nicht enthüllen wollte, schließlich beantwortete ihre Aussage ja nur, wieso sie sich für eine Laufbahn als Magier entschieden hatte, nicht aber die griffige Frage, warum sie ausgerechnet über die Dunkelheit gebieten wollte. Valerie war naiv, möglicherweise, aber nicht dumm, und das zeigte sich auch in ihrer nächsten Handlung, die einem Angriff glich. Es war keine unbekannte Startegie, das Thema umzulenken und sich auf Gegenfragen zu verlassen – tatsächlich war das ganz normales Sozialverhalten – aber skurril war es schon, dass sie als Gesprächsstoff nun ausgerechnet den größten Schwachpunkt Ivys wählte, um zwar nett, aber auch gründlich darauf herumzureiten und ihn diesbezüglich auszufragen. Das Mädel zeigte ihm nicht nur auf, dass er keine offensiven Techniken besaß, sie stellte auch klar, dass er sich nicht verteidigen konnte und quasi auf die Hilfe anderer angewiesen war – direkt nachdem sie ihm erzählt hatte, dass sie Magier geworden war, um genau diese Art von Personen zu beschützen. Ironisch, dass gerade jemand, den sie als schwach bezeichnete, von ihren Wunden befreit und sie in einige unangenehme Lagen gebracht hatte, oder? Ivy musste schmunzeln, weil das Paradoxon dieser Situation ganz schön lustig war, doch er spürte auch ein leichtes Stechen, das von seiner Unsicherheit herrührte. Natürlich musste er ihr recht geben. Er war auf den Schutz anderer angewiesen und vollkommen nutzlos, wenn es zu einem Kampf kam, das war seine größte Schwäche und sorgte oft genug dafür, dass er sich anderen unterlegen fühlen musste und sich wie ein Ballast vorkam, den man sowieso nur ungern mit sich herumschleppte. Ivys Körper reagierte darauf, indem er in Verteidigungshaltung ging und sich von dem Mädchen distanzierte, indem er aufstand und sich somit zuträglich zu den zwanzig Zentimetern, die er eh schon größer war, in eine erhöhte Position brachte. Die Geräusche des Waldes waren intensiv genug, um ihm ein gewisses Gefühl der Sicherheit zu geben, weswegen er jetzt nicht einknickte, was er wohl aber in einer anderen Situation sicherlich getan hätte. Was machte er eigentlich hier? Unterhielt sich mit einem tollpatschigem kleinen Mädchen, das ihm seine Schwächen offenlegte und neugierig in seinem Charakter herumbohrte, aber selbst ein Rätsel in sich war. Was Verschwiegenheit anging, so konnte der Griffin da sicherlich mit ihr mithalten … „Für gewöhnlich versuche ich mich nicht in Situationen zu bringen, in denen ich mich verteidigen muss. Ich habe oft genug damit zu tun, die Schäden wieder zu richten, die Gewalt anrichtet …“ Er machte eine ausschweifende Handbewegung und griff sich seinen Beutel vom Boden, während er sprach, „Vergleich meine Situation zum Beispiel mit der einer Putzkraft. Jemand, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, Orte zu säubern, ist von grundauf ordentlicher, weil er weiß, wieviel Arbeit darin steckt, seine und die Hinterlassenschaften anderer zu entsorgen. Wenn ich jemanden soweit bringe, dass er mich attackieren muss, bin ich mit Sicherheit nicht ganz unschuldig daran, aber ja, ich bin wohl ab und an auf den Schutz anderer angewiesen. Aber sind wir das nicht alle? Es wäre lächerlich zu behaupten, dass man mit jeder Situation alleine zurechtkommt, egal wie stark die Macht deiner Magie ist. Ich bin sicher, dass du mich töten könntest, wenn du es darauf anlegst, und dennoch bist du hingefallen und musstest von mir geheilt werden, um hier nicht völlig verloren zu sein. Ironisch, findest du nicht?“ Der Monolog hatte ihn immer weiter von dem Mädchen entfernt, so dass er nun neben einem Baum stand, der den Anfang des unsichtbaren Weges markierte, der ihn noch weiter in diesen Wald bringen würde, hoffentlich fern jeglichen weiteren Kontakts, der ihn nur verwirrte und ihm das Gefühl gab, sich für etwas rechtfertigen zu müssen. „Meine Arbeit hier ist getan. Man sieht sich.“
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Ivy Griffin

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BeitragThema: Re: Ivy Griffin   Di 23 Sep 2014 - 22:09


   

   
Statusblatt
Healing Herbs
   


   
◊ ◊ Körperliche Attribute ◊ ◊
   


   STÄRKE: 20 Punkte - Level 2

   SCHNELLIGKEIT: 20 Punkte - Level 2

   GESCHICKLICHKEIT: 40 Punkte - Level 3

   WIDERSTAND: 20 Punkte - Level 2

   MANAVORRAT: 20 Punkte - Level 2

   WILLENSKRAFT: 40 Punkte - Level 3
   


   
◊ ◊ Magische Fähigkeiten ◊ ◊
   

   MAGIEART: Healing Herbs - 15 Punkte - Klasse I

   AUSLEGERPUNKTE: (6/12)

   ZAUBER: Hier könnt ihr 2 Techniken posten, für die euer Charakter die Voraussetzungen erfüllt.
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BeitragThema: Re: Ivy Griffin   

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Ivy Griffin
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