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 Heiße Quellen

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Maeve
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BeitragThema: Heiße Quellen   Fr 14 Aug 2015 - 18:15

Ortsname: Heiße Quellen von Crystalline
Art: Freifläche
Spezielles: ---
Beschreibung: Die heißen Quellen von Crystalline sind eine Attraktion, welche das ganze Jahr über dutzende Besucher in die ferne Stadt des Nordens lockt und nicht nur durch ihr wunderbares Ambiente, sondern auch durch ihren einzigartigen Charakter überzeugen. Umgeben von einer Schneelandschaft findet man etwas abseits der Stadt einige natürliche heiße Quellen, welche auf der einen Seite eine heiße Entspannung schenken und auf der anderen auch auf Grund ihrer recht einzigartigen Bewohner überzeugen, baden doch  Rotgesichtsmakake öfter in den beheizten Wasserbecken. Eingeteilt ist das Gebiet in mehere Areale, wobei eines davon den Frauen vorbehalten ist, eines den Männern und das letzte beiden Geschlechtern Platz zum Baden und entspannen bietet.

Change Log: ---
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Maeve
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Fr 14 Aug 2015 - 19:53

Offplay - Ein hitziges Treffen
Sylvana, Souta und Maeve

Maeve mochte kaltes Wetter nicht und im Grunde war diese Information weder ein gut gehütetes Geheimnis, noch ein wirklicher Schandfleck auf der Weste der so stolzen Dragonslayerin. Tatsächlich konnte man von einem Menschen, der den Großteil seiner Existenz in den hitzigen Weiten verschiedener Wüsten verbracht hatte, wohl nicht erwarten, dass sie sich sonderlich begeistert von Eis und Schnee zeigen würde und gerade deshalb war es wohl irgendwie verwunderlich, dass sich die recht frostscheue Crimson Sphynx Magierin ausgerechnet nach Nord Fiore verirrt hatte. Es war kalt. Tatsächlich konnte die Rothaarige zu ihrem persönlichen Entsetzen ihren Atem in der Luft sehen und eine Gänsehaut tanzte über ihre Arme, als sie aus der Richtung des Bahnhofs den Bereich anstrebte, welchen man ihr  zuvor als Quellenareal beschrieben hatte, um sie in die richtige Richtung zu weisen. „So ein Scheiß“, fluchte die Dame in den Silben ihrer Heimatsprache, ehe sie ihre bernsteinfarbenden Augen auf den Boden richtete, um auf Grund hren zitternden Gliedmaßen nicht auch noch auszurutschen und dabei mit dieser seltsamen Substanz, welche die lokalen Einwohner des Dorfes als Schnee bezeichneten und von der die Erdmagierin bisher nur in Gerüchten und Erzählungen gehört hatte, in Kontakt zu kommen. Es war eklig kalt und zudem auch noch nass, zwei Eigenschaften, welche die Dame aus der Wüste weder besonders schätzte, noch überhaupt irgendwie akzeptieren konnte, und trotzdem war sie hier, was allein den aktuellen Umständen entsprechend einer kleinen Sensation gleichen durfte. Dabei mochte die Jakun schwimmen nicht einmal besonders, eigentlich hegte sie sogar eine sehr leidenschaftliche Abneigung gegen Wasser und lediglich der Gutschein, welchen sie auf ihrer letzten Quest als Geschenk bekommen hatte und den sie sich aus diesen Gründen weigerte, einfach verkommen zu lassen, hatte sie dazu getrieben, den fernen Norden aufzusuchen und sich in die schrecklichen Klauen des Landes zu bringen, welches in der Regel von Schnee, Eiseskälte und grausamen Windböen nur so gepeinigt war.
„Widerartiges Wetter…“, brummte die junge Frau, als sie schließlich die Tür zum Eingangshaus der Quellen aufstieß und sich zunächst das lange, rote Haar aus dem Gesicht schüttelte, in der Hoffnung die vereinzelnden nassen Tropfen geschmolzener Schneeflocken loszuwerden und gleichzeitig die Klammheit in ihrem Nacken und auf ihrer Kopfhaut abzuschütteln. „Wie ihr aus’altet dieses nasse Luft ist mir unbeschreiblich“, meinte sie schließlich an die überraschte Rezeptionistin gewandt, welche zunächst auf Grund ihrer Erscheinung und dann bedingt durch ihren fremdländischen Akzent und das gerollte R, welches Maeve fast schon butterweich von der Zunge ging, auf ihre ferne Herkunft zurückschloss und sich deutlich überrascht zeigte, Gäste von soweit außerhalb zu kommen. Eigentlich war es nicht unbedingt die idealste Jahreszeit, um die heißen Quellen zu besuchen und gerade jetzt bestand die Kundschaft des Resorts zum größten Teil aus einheimischen Personen, welche sich mit den Wetterbedingungen besser auskannten und auf die verschiedenen Bedingungen und Außentemperaturen in der Regel angepasst waren. Die Dame vor ihr gehörte offensichtlich nicht zu dieser Sorte von Menschen und auch sonst wirkte sie recht unglücklich, sich aktuell an diesem Ort zu befinden. Nun, Madame Rezeption war auf Höflichkeit und Zuvorkommenheit trainiert, weshalb sie nicht länger zögerte und Maeve ein höfliches Lächeln schenkte. „Wie kann ich Ihnen helfen?“, zwitscherte sie schließlich und ihre Finger tasteten automatisch nach ihren Unterlagen, falls sie denn gezwungen wäre, etwas nachzuschlagen. „Eure Lun’gen werden nicht aus Eis, bei der Kälte, ich sehe schon. Ich bekomme ein Geschenk, das i’ch einlösen möchte…“ Vergangenheitsform war noch schwierig für die Dame, daher musste man ihr diesen sprachlichen Fehler wohl verzeihen und auch die Verwirrung der Rezeptionistin klärte sich, als Maeve ihr den Zettel über den Tresen zu schob und ihre Worte so näher erklärte. „Ach, Sie haben einen Gutschein, dann können Sie eigentlich direkt durchgehen“, meinte die werte Frau da auch schon und deutete des Verständnis halber in Richtung der Umkleidekabinen, um sicher zu gehen, dass Maeve die Kernaussage ihrer Worte auch wirklich verstanden hatte. Zuvor griff sie allerdings noch nach dem Papierstück und stanzte ein Loch in es, ehe sie den Fetzen in eine Ablage verstaute und ihrer Kundin dann ein Holzkörbchen reichte. Die Dragonslayerin neigte den Kopf kurz zur Seite und grinste dann wölfisch, ehe sie ihr immer noch nasses Haar über die Schultern warf und in entschlossenem Schritt in Richtung Kabine stolzierte. Zeit sich umzuziehen und das Wunder von Crystalline zu besuchen, welches ihre vorherige Auftraggeberin als so „atemberaubend“ und „unbeschreiblich entspannend“ bezeichnet hatte. Dass die Jakun nicht schwimmen konnte, würde sich hoffentlich nicht als weiteres Problem herausstellen?

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Sylvana
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Fr 14 Aug 2015 - 20:43


Ein Tag wie jeder andere in Crystalline Town, zumindest für die dort ansässige Dragonslayerin der Blitze. Dabei war es nicht allzu lange her, dass sie für Gildenmeister Raphael einige hochsensible Informationen beschaffen hatte. Eine Stunde, um genau zu sein. Es war einer dieser Aufträge gewesen, den so mancher als unehrliche Drecksarbeit ansehen mochte. Leute belauschen, ein wenig mit falsch aufgesetzten Lächeln flirten und im nächsten Moment ein paar Papiere aus der Tasche einer besoffenen Person stibitzen. Nicht wirklich herausfordernd, wenn die volle Aufmerksamkeit dieses Trunkenbolds direkt unterhalb ihres Gesichts lag. Aber erledigt war nun einmal erledigt, da war die Art und Weise und die nicht vorhandene Schwierigkeit Nebensache. Meister Raphael war zufrieden, Sylvana hatte ihre Belohnung erhalten und sich den Rest des Tages somit freinehmen können, um ein paar dieser erarbeiteten Jewel auch direkt ausgeben zu können. Kaum verwunderlich, dass die Dragonslayerin also schnurstracks in Richtung der heißen Quellen aufgebrochen war. Hin und wieder konnte man ja mal dem geschundenen Körper ein wenig Erholung gönnen. Der Rezeptionistin das Eintrittsgeld gezahlt, Holzkörbchen in Empfang genommen und direkt in die Umkleidekabine marschiert. Dort angekommen legte sie auch zuerst den schweren Mantel ab, klopfte die übrigen Schneeflocken vom Wolfsfell ab und legte ihn behutsam zusammengefaltet in eines Fächer des Schranks, der an der Seite der Kabine stand. Ihre restlichen Klamotten zog sie direkt im Anschluss aus, legte sie ordentlich zusammengelegt in das Holzkörbchen und stellte es direkt auf ihren Mantel. Kurz einmal gestreckt, ein weiteres Mal ihre Klamotten begutachtet, dass sie auch alle ordentlich in diesem Fach lagen, ehe sie in Richtung eines weiteren Schranks ging, der auf der anderen Seite der Kabine stand. Eine große Anzahl an ordentlich gefalteten, weißen Handtüchern lag dort in verschiedensten Größen parat, von denen sich Sylvana direkt zwei Stück griff: Ein großes Handtuch für ihren Körper und ein weiteres für ihre Haare. Ihren Körper wickelte sie in den weichen Stoff des großen Handtuchs, die langen, feuchten, hellblauen Haare legte sie hoch und versteckte sie im anderen Handtuch, welches sie wie einen Turban gleich um ihren Kopf wickelte. Vor dem Spiegel kontrollierte sie noch einmal, ob alles so saß, wie sie es nun auch wollte, zupfte noch ein wenig an den Handtüchern, ehe sie zufrieden war und durch den Vorhang verschwand, der Umkleidekabine und die Quelle voneinander trennte. Das sie hierbei den Vorhang durchschritt, der zu den gemischten Quellen führte, war hierbei kein Versehen. Sie wusste aus Erfahrung, dass zu dieser Zeit niemand die größte der drei Quellen normalerweise besuchte und sie also völlig ihre Ruhe haben würde. Eine große Quelle ganz für sich alleine… Der Gedanke alleine ließ ihren Körper vor Vorfreude auf das angenehm entspannende heiße Wasser kribbeln.
Kalte Luft und ein leichter Wassernebel kamen ihr entgegen, als sie den Bereich der Quelle betreten hatte. Im ersten Moment zuckte sie, als die Kälte ihren Körper umarmte, hat ein halbes Jahr in der ewigen Kälte von Crystalline ihren Körper noch nicht abhärten können. Kurz schüttelte sie ihren Körper einmal durch, ehe sie in kleinen, aber eiligen Schritten in Richtung der Quelle tapste und vorsichtig den Fuß in das heiße Wasser tauchte. Kurz verharrte sie, ehe sie langsam Schritt für Schritt in das Wasser trat, ihrem Körper dabei etwas Zeit gab um sich an die Temperatur zu gewöhnen – bis sie schließlich bis zu ihrer Brust hin im Wasser stand. Ein glückliches Seufzen entwich ihrer Lippen, als die unglaublich wohltuende Wärme ihren Körper durchfloss und sofort jeden einzelnen Muskel zum entspannen einlud. Lächelnd ging sie ruhigen Schrittes zum steinernen Rand der Quelle, legte ihre auf die warmen Steine und lehnte sich entspannt auf sie. Absolute Ruhe, einzig das Rauschen des Wassers, welches aus mehreren Wasserspeiern in die Quelle fiel, durchbrach sie. Aber das Geräusch des plätschernden Wassers war bei weitem nicht unangenehm, Sylvana empfand es sogar als eine zusätzliche Quelle der Entspannung. Ein weiteres Seufzen entwich ihren Lippen, während sich langsam ihre Augen schlossen und sie all ihre Gedanken einfach davonfliegen ließ.


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Souta
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Fr 14 Aug 2015 - 21:56

Manche Momente im Leben – meist jene, in denen man sich außergewöhnlichen Umständen gegenübergestellt sah – veränderten einen. Unfälle mochten Entstellungen mit sich bringen und traumatische Ereignisse hatten vielleicht langanhaltende Konsequenzen, welche auf ewig die Denkweise eines Menschen wandelten. Bis zu diesem schicksalshaftem Tag hatte Souta geglaubt, dass nichts auf dieser Erde seine Willenskraft brechen konnte, dass keine Grausamkeit ihn in die Knie zwingen würde. Aber er hatte sich geirrt. Das erste Mal in seinen jungen Jahren hatte der Rothaarige dem Bösen wahrhaftig ins Gesicht geblickt und verloren.
Alles hatte damit begonnen, dass der Gildenmeister von Crimson Sphynx ihn nach Crystalline Town gesandt hatte, um eine einfache Quest zu erledigen. Für gewöhnlich schickte man sie nicht ans andere Ende von Fiore, weil man den Gilden im Norden nicht auf die Füße treten wollte, doch der Auftraggeber war ein alter Freund von seinem Boss gewesen, also musste Souta selbstverständlich eine unendlich lange Zugfahrt auf sich nehmen und unter horrenden Wetterbedingungen arbeiten. Mit Hitze kam der Kettenmagier viel besser klar als mit der eisigen Umarmung von Kälte, die einem in die Knochen fuhr und zum Zittern brachte. Solche furchtbaren Dinge gab es in Aloe Town und auch viele Meilen darum nicht, was einer der Gründe war, wieso der sonnenliebende Souta überhaupt dorthin gegangen war. Es war viel einfacher in strahlendem Sonnenschein zu leben als in der ekelhaften Kälte und Nässe dieses Ortes. Die Schneedecken waren dick und dämpften Geräusche und nur wenige Menschen mochten es, nach draußen zu gehen und Spaß zu haben. Hier liefen die Frauen nicht in kurzen Röcken oder Badekleidung herum, hier war jeder vermummt und eingepackt, so dass wirklich alles der Fantasie überlassen wurde und ein Heranwachsender wie er nicht einmal die geringste Angriffsbasis besaß. Souta kaufte keine eingepackten Geschenke.
Davon ab, dass er momentan sowieso gar nichts kaufen konnte, weil er nämlich … ein Problem hatte. Ein gewisser Umstand … Er hatte einen gewissen, naturklimatischen Gegner unterschätzt und musste jetzt mit den Folgen leben. Kurzum: Souta war auf einer Eisscholle ausgerutscht und hatte sich etwas geprellt, was für seine persönliche Würde äußerst wichtig war und seinen Gang momentan vom grazilen Gleiten eines Schwans in das unbeholfene Watscheln einer Ente verwandelt hatte. Doch die Rettung war in Sicht!

Eingepackt in seine dicke Jacke und mit einer Mütze über dem Kopf, die verhinderte, dass man ihn auf der Straße erkannte, schlich er, die gebrochene Hülle eines Mannes, durch die Straßen. Seine Hände ruhten in den Taschen seiner Jacke und in einer von ihnen hielt er ein Empfehlungsschreiben vom hiesigen Arzt, welches er ausnutzen würde, um sich die wohlverdiente Entspannung zu genehmigen, die ihm zustand. Kostenlos. Der alte Herr, dem Souta wenig würdevoll seine Verletzung präsentierte, hatte ihm gesagt, dass bei solchen Arten von Leiden ein Besuch in den heißen Quellen der Stadt wahre Wunder half. Anfangs war er skeptisch gewesen, doch Argumente wie "gemischte Quelle" und "Männer und Frauen in derselben Quelle" und "diese Quelle ist gemischt" hatten ihn schließlich davon überzeugt, es zu versuchen. Schlimmer konnte es ja nicht mehr werden. Und so schritt er tapfer voran, obwohl jede Bewegung seiner Schenkel schmerzte wie die Kraft von tausend brennenden Sonnen, bis er letztendlich das schicke Haus erreichte, in dem er Ruhe, Zufriedenheit und nackte Frauen finden wollte. Mit von der Kälte ganz roter Nase trat er in den Empfangsraum und begrüßte die Dame dort freundlich, ehe er seine Mütze vom Körper zog und einen feuerroten Haarschopf entblößte, der sich aufgrund der Feuchtigkeit in der Umgebung sanft um seine Ohren kringelte. Sonst hätte ihn das aufgeregt, aber er war ja sowieso kurz davor, nass zu werden. Man wies ihn - ohne Kommentar auf seine Haltung und seine nicht optimale Verfassung - in Richtung der männlichen Umkleiden - wieso waren diese nicht bereits gemischt, huh? - wo er sich entkleidete und ein Handtuch holte, das er sich um die Hüfte schlingen konnte. Kurz betrachtete er seine Augenklappe in einem der Spiegel, entschied sich jedoch dafür, sie anzulassen, auch wenn er das sonst bei der Körperpflege nicht tat. Wenn er nicht alleine war, kam das allerdings nicht in Frage. Nachdem Souta sich endlich dazu bereit fühlte, in die Kälte hinauszutreten, verharrte er noch kurz am Vorhang und holte tief Luft, dann stieß er ihn zur Seite und versuchte die eiskalten Splitter in seiner Haut wie ein Mann zu ertragen, der seinen Arsch nicht beim Fallen zerstört hatte. Schließlich quietschte er einmal, hielt sein Handtuch fest und liefwatschelte so schnell er konnte zum heißen Wasser der gemischten Quelle. Was genau das war, was man nicht tat. Wie jeder einigermaßen gute Bademeister es Souta schon vor Jahren beigebracht hätte, wenn er denn nach seinem zehnten Lebensjahr jemals zum Schwimmen gegangen wäre, rannte man nicht dort, wo Menschen aus dem Wasser stiegen, denn dort war es rutschug und gefährlich. Besonders, wenn man sich beeilte, Schmerzen bem Laufen hatte und zudem noch Hals über Kopf aus der Kälte wollte. So kam es, wie es kommen musste. Soutas braungebrannte Fußsohle rutschte auf dem glatten Stein rund um die Quelle aus und der wunderschöne, adonisgleiche Körper folgte. Eine Turmspringjury hätte an dieser Stelle wohl eine hohe Punktzahl für einen perfekten Poplatscher vergeben, doch da die Quelle nicht einmal im Ansatz hoch genug war, um irgendeine Schwimmkraft gegen den Schwung aufzubauen, der sich beim Schlittern, Armwedeln und "Uooh"-Machen aufgebaut hatte, krachte der Rothaarige platschend in das Becken. Neben den Wassermassen, die um ihn herum durchgewirbelt wurden und in die Luft spritzten, stieß er außerdem einen Schmerzensschrei aus und kniff beim Aufprall das Auge zusammen, während er "GOTTVERFLUCHTER HURENSOHN!" brüllte.
Soviel also zu Ruhe und Zufriedenheit.

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Maeve
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Sa 15 Aug 2015 - 1:50

Maeve hatte sich mit dem Entkleiden Zeit gelassen, fast schon langsam die behindernden Stoffhüllen abgestreift, um anschließend in Ruhe ihr Haar zu bürsten und dabei darüber nachzudenken, warum sie die störenden Massen aus roten Strähnen nicht endlich abschnitt und dem Elend damit ein Ende bereitete. Natürlich kannte sie die Antwort auf diese Frage und  doch fiel es der Dragonslayerin nicht immer leicht, sich einzugestehen, dass sie doch noch immer in solchem Maß an ihrer so an ihrer Vergangenheit festhing. Sie war mittlerweile älter, reifer und stärker und trotzdem kam sie nicht umhin, in einigen Situation an ihre frühe Kindheit zu denken, welche sie im Freudenhaus ihrer Mutter verbracht hatte und wo es ihre Pflicht gewesen war, ihr Haar auf Grund ihrer Tarnung kurz zu tragen. Nun, letztendlich hatte ihr auch das wenig gebracht, immerhin war sie enttarnt worden und früher oder später dann doch auf der Straße gelandet. Ein Grinsen breitete sich auf den Zügen der Jakun aus, dann griff sie nach ihrem Handtuch und schlang die Stoffbahnen um ihre Gestalt, ehe sie den Gang entlang lief, welcher sie wohl zu den Bädern führen würde. Die Ausschilderung sagte ihr nichts, konnte Maeve doch weder lesen noch schreiben, weshalb sie schlichtweg ihrem Gefühl folgte und kurz darauf auch einen Weg gefunden hatte, der sie in die Richtung einer Quelle führte. Die Luft hier war nebelig, hing dicht in der Luft und erschwerte der jungen Frau für einen Augenblick das Atmen, ehe sich ihre Luft klärte und sie nur wenige Sekunden darauf auch von einem lauten Schrei empfangen wurde, der ihr sogleich ein amüsiertes Grinsen auf die Lippen zauberte. Direkt vor Maeve im Wasser saß ein rothaariger Kerl, der so jämmerlich und schmerzverzerrt dreinblickte, dass sie ihm am liebsten schwungvoll auf den Rücken geklopft und mitgeteilt hätte, dass er in Zukunft sicher mehr Glück haben würde. Nun, in der Realität tat sie etwas fast ähnliches, denn die Rothaarige warf in beherzter Geste den Kopf in den Nacken und brach in schallendes Gelächter aus. Ihre Stimme musste sich eine ganze Weile über die Anlage tragen, bis sie schließlich keuchend nach Luft schnappte und erst dann wieder in der Lage war, das Wort zu ergreifen. „Wie sagen Fi’ore Menschen? Gutes reg’net hinunter den Himmel? Von oben?“ Ihr eher halbherziger Versuch der Wiederholung des Sprichwortes ‚Gutes kommt von oben‘ musste bei ihren Gegenübern erst einmal für Verwirrung sorgen, doch Maeve war schon kurz darauf damit beschäftigt, die beiden einzigen Anwesenden der Quellanlage genauer zu studieren, ehe sie den Griff um ihr Handtuch ganz einfach löste und wie Gott sie geschaffen hatte in Richtung Quelle watschelte, sowohl ihrer Erscheinung, als auch der Anwesenheit des zuvor so fluchenden Mannes gegenüber vollkommen ignorant.
„Was bedeutet dieser Ausruf, den du be’nutzt hast?“, fragte sie schließlich neugierig und blinzelte den Rothaarigen, ehe ihre Augen seinen Körper hinunter wanderten und dann kurz unter seinem Nabel verharrten. „Wallah, du bist ein Wüstenbruder“, stellte sie sofort fest und ihr Grinsen verbreiterte sich daher noch ein Stück, ehe sie sich ganz ungeniert auf den Fremden zubewegte und ihm in einer beherzten Geste auf den Rücken klopfte. Immerhin musste es doch gebührend gefeiert werden, dass sie hier, so fern der eigenen Heimat und der üblichen Landschaft, ausgerechnet in der verfluchten Eiswüste auf einen Kameraden ihrer eigenen Gilde stieß. Wie oft passierte es immerhin schon, dass man nichtsahnend durch die endlosen Weiten stapfte und einem dann ein derartiges Glück wiederfuhr? Ja, Maeve freute sich jedes Mal, wenn sie das unermessliche Glück besaß, auf eine ihrer Reisen eine ähnlich gesonnte Person zu treffen und wenigstens die gemeinsame Gilde Crimson Sphynx war etwas, dass die beiden Magier unleugbar verband. Vermutich hatte sie daher zunächst auch keinen weiteren Blick für die Dritte im Bunde übrig und musste erst noch einige Worte an den Rotschopf richten, ehe sie auch der zweiten Frau in der Quelle ein wenig Aufmerksamkeit schenken konnte.
„Was für eine unberührte Über’raschung.“ Dann drehte sie den Kopf zu der anderen Anwesenden und nahm auch ihre Erscheinung von Kopf bis Fuß in sich auf, ehe sie auch ihr einen interessierten Blick schenkte. „Deine Haare sind Eis, du ge’hörst bestimmt her hier. Dabei riechst du viel mehr wie Gewittersturm, als Eiswüste“, stellte sie schließlich nach einer kurzen Pause der Beobachtung fest, ehe sie die Arme aus ihrer verschränkten Haltung löste, und ihre Fingerspitzen fast schon zögerlich über die heiße Oberfläche des Wassers gleiten ließ. Oasen kannte sie, aber heiße Quellen hatte sie noch nie in ihrem Leben gesehen, weshalb der Anblick des kochenden Wassers in Mitten einer Eislandschaft ein wenig den Charakter von Magie trug. „Was zauber’t ihr, damit das Wasser warm bleibt?“ Sicher wäre es interessant zu hören, welche Teufelei genau hinter dieser Erfindung steckte und vielleicht war Sylvana, als von Maeve ausgekorene Eisprinzessin, ja bereit, ihr diese Technik näher zu erklären? Miss Schneekönigin musste doch bestimmt etwas darüber wissen, immerhin wirkte sie in ihrer gesamten Ausstrahlung fast so, als handele es sich bei ihr um eine doch recht regelmäßige Kundin der heißen Quellen, auf die man sich im Falle von Informationsbeschaffung durchaus verlassen konnte.

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Sylvana
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Sa 15 Aug 2015 - 14:49


Das Schicksal meinte es allem Anschein nach wirklich nicht gut mit ihr. Nicht nur, dass sie den Aufenthalt nicht in ruhiger Einsamkeit verbringen konnte – etwas, was die Dragonslayerin an sich weniger störte. Jetzt musste ihre entspannende Ruhe auch noch von diesem rothaarigem Affen gestört werden! Konnte er nicht wenigstens leise ausrutschen? Was der ganzen Sache aber wirklich noch toppte war die Tatsache, dass die Wassermassen, die seine Bruchlandung folgend aufgewirbelt worden waren, förmlich wie eine Welle erwischt hatten und ihren kompletten Kopf durchnässt hatten. Vom Handtuch, bis hin zu ihren Haaren, alles vollgesogen mit dem heißen Wasser. Warum hatte sie sich überhaupt die Mühe gemacht, ihre Haare ordentlich unter dem Handtuch zu verstecken, um sie trocken zu halten?!  
Ein tiefes, kehliges Grummeln entwich ihrer Kehle, deutete als Vorbote an, in was für einer vorzüglichen Gemütslage sich die Dragonslayerin gerade befand. In ihrem Kopf spielten sich schon einige Szenarien ab, wie sie den Rotschopf für diese Ruhebelästigung einen passenden Dank ausdrücken könnte. Dazu gehörten unter anderen die Klassiker wie das Rührei, die Gesichtskorrektur, den Stock oder ihrem persönlichen Favoriten: Die Demonstration der Leiteigenschaften einer heißen Quelle. Alles war irgendwie sehr zufriedenstellend, dennoch konnte sie sich nicht für eine dieser wundervollen Behandlungsmethoden entscheiden. Wobei, einzig die Gesichtskorrektur stand außer Frage, konnte sie doch im Anschluss nicht die Schmerzen aus seinem Gesicht mehr ablesen. Immer und immer wieder spielte sie die potenziellen Szenarien in ihrem Kopf durch, wie ihr Knie zwischen seinen Schenkeln mit für ihn unangenehmer Wucht landete, wie sie die ganze Quelle unter Strom setzte oder wie sie mit einem Stock…
Mitten in ihrem Gedankengang unterbrach eine aufklingende Stimme die bildliche Darstellung ihres Vorhabens – eine weitere Person hatte die Quelle betreten. Was für ein Glück für den Rotschopf, brachte die merkwürdige Interpretation des Sprichworts, welches die junge Dame da von sich gab, Sylvana von ihren mordlustigen Gedanken recht spontan weg. Zwar würde ihr zu einem späteren Zeitpunkt sicherlich noch etwas einfallen, mit dem sie sich revanchieren könnte, aber jetzt gab es andere Dinge, die ihre Aufmerksamkeit benötigten. Unterbewusst griff sie nach dem durchnässten Handtuch auf ihrem Haupt, öffnete und warf es in einer flüssigen Bewegung an den Beckenrand. Augenblicklich fielen die nassen Haare wie ein Vorhang ihren Rücken herunter, direkt ins Wasser. Jetzt, wo sie sowieso schon nass waren, war es ja völlig egal, ob sie im Wasser rumhingen oder nicht.
Ihre Augen wanderten vom rothaarigen Mann zur, inzwischen splitternackten, rothaarigen Dame rüber, und direkt wieder zurück, musterte sie die beiden Gestalten abwechselnd, während ihre Ohren nebenbei den eigenartigen Klang ihrer Worte lauschte. Was für eine merkwürdige Art einzelne Worte ineinander zu weben. Anscheinend stammte die Dame zumindest nicht aus Fiore – oder war irgendwo in der Wüste bei Sandräubern, die der einheimischen Sprache nicht mächtig waren, aufgewachsen. Was auch immer der Fall war, das Interesse der Dragonslayerin war geweckt worden. Anders als bei dem Kerl, der weiterhin ziemlich bedeppert in der Quelle saß, auch wenn ihn anscheinend etwas mit ihr verband. Wüstenbruder? Was führte zwei Menschen aus den Wüstenregionen Fiores zu dieser Jahreszeit bitte hier in den hohen Norden?! Die heißen Quellen alleine konnten es eigentlich nicht sein – es sei denn, niemand hatte ihnen den Ratschlag auf den Weg gegeben, noch ein paar Monate zu warten. Was auch immer es sei, den Kopf darüber zerbrechen wollte Sylvana sich zumindest nicht. Dafür gab es gerade andere Dinge, die viel interessanter waren. Zum Beispiel die Worte der rothaarigen Wüstenprinzessin, wenn man sie so nennen wollte. Sie roch nach einem Gewittersturm? Was sollte das denn bedeuten? Ein wenig misstrauisch blickte Sylvana zu ihr rüber, verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und beobachtete sie dabei, wie sie mit ihren Fingerspitzen anscheinend die Temperatur des Wassers testete.
„Zaubern? Werte Dame, da steckt keine Zauberei hinter. Das Wasser hier entstammt einer unterirdischen Thermalquelle.“ Während ihre Lippen die Frage der Magierin beantworteten, drehte sich in ihrem Kopf noch alles um ihre vorherige Aussage. Gewittersturm… Fast schon instinktiv hob sie leicht ihre Nase, schnupperte vorsichtig ein wenig die Luft der Umgebung. Und tatsächlich, da war etwas an ihr, was ihr instinktiv in die Nase stieg, sich von allen Gerüchen der Umgebung unterschied. Es war schwer zu beschreiben, was Sylvana da roch, aber irgendwie lag der Dame der Geruch von Wüste und Erde anheim. Der Ansatz eines Grinsen zuckte in ihrem Mundwinkel, als Sylvana die Fakten nahm und einfach Eins und Eins zusammenzählte. Wenn ihre Logik sie nicht völlig im Stich ließ – und das war nun wirklich der seltenste Fall, dann stand da gerade ein weiteres Drachenkind vor ihren Augen. Raiden hatte ihr ja erzählt, dass die meisten der großen Drachen Menschen adoptierten, um ihnen ihre Magie beizubringen. Fast schon wie ein Wettstreit stellte es sich die Dragonslayerin vor. Ob sich ihr Vater und die anderen Drachen hin und wieder trafen, um die Stärke und Errungenschaften ihrer Kinder zu vergleichen? Irgendwie war der Gedanke so merkwürdig, wie auch amüsant. „Wie dem auch sei…“, sagte Sylvana und richtete sich zum Rotschopf im Wasser. „Es wäre wirklich äußerst hervorkommend von Euch, wenn Ihr das nächste Mal ein wenig mehr darauf acht geben könntet, nicht mit solchen vermeidbarem Lärm die angenehme Ruhe dieser Quelle zu stören.“ Von dem brodelnden Vulkan, den Sylvana vor einigen Momenten noch dargestellt hatte, war keine Spur mehr zu sehen. Einzig das fast schon zu süße Lächeln auf ihren Lippen könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Dragonslayerin gerade vollkommen in ihre Worte die Höflichkeit hineinzwang.


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Zuletzt von Sylvana am So 16 Aug 2015 - 16:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Souta
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   So 16 Aug 2015 - 1:58

Um den Anblick einer vollkommen nackten Frau nicht genießen zu können, brauchte es schon mehr als ein geprelltes Steißbein für Souta. Er war nicht einmal sicher, ob ein Meteoriteneinschlag just in diesem Moment es geschafft hätte, sein Aufmerksamkeit von Maeves Körper abzulenken. Wahrscheinlich war, dass er nicht einmal gezuckt hätte. Wenn einer von Fiores Göttern sich genau jetzt entschied, ihn niederzustrecken, er hätte das Schicksal angenommen und den letzten Moment auf der Welt als gut verlebt empfunden. Es passierte schließlich nicht alle Tage, dass man als verletzter und miesepetriger Mann in eine gemischte Quelle ging und alle Hoffnungen und Träume erfüllt wurden, die man in einer solchen Lage haben konnte. Normalerweise latschten keine nackten Frauen einfach so mitten in Soutas Leben – das geschah nicht einmal bei einem Glückspilz und Helden wie ihm. Die meisten Frauen waren sehr scheu mit ihren Körpern und wollten nichts davon dem öffentlichem Auge offenbaren, aber diese Dame schien die Sache mit der Privatsphäre ein wenig anders zu betrachten. Als plötzlich ein weibliches Wesen gesprochen hatte, war sein Kopf zwar hoffnungsvoll nach oben geruckt, während seine Hand versuchte, seine schmerzenden Pobacken zu massieren, als er dann jedoch nur jemanden erblickte, der ihn auslachte, hätte er fast seufzend den Blick abgewandt, aber dann griff sie plötzlich nach ihrer Bedeckung und streifte sie ab, einfach so. Mit jedem Zentimeter Haut, den das Handtuch freigab, weitete sich das Auge des Rotschopfes ein Stück, bis er sicher war, dass es einfach aus seinem Kopf fliegen würde wie ein Heißluftballon.
Man durfte das hier nicht falsch verstehen. Souta war nicht verzweifelt. Er hatte in seinem Leben schon viele nackte Frauen gesehen, mehr als so mancher in seinem ganzem Leben. Sie waren zwar alle anders gewesen (mit der Ausnahme von Zwillingen) aber hatten doch dieselben Merkmale aufgewiesen, welche nun auch die smaragdgrüne Fotolinse abtastete, die einmal sein Auge gewesen war, doch der Itasa vertrat dennoch die strenge Meinung, dass jede nackte Frau eine einzigartige Gelegenheit bot und man jedes Detail genau abspeichern musste. Für schlechte Zeiten. Und Junge, dieser heiße Feger würde ihm wahrscheinlich auch bei den guten Zeiten helfen, wenn er ein Wort mitzureden hatte. Da Soutas Ohren auf Durchzug geschaltet hatten, kaum dass sie ihre Mädels freigelassen hatte – eine vollkommen natürliche Reaktion für ihn – bekam er nur bruchstückhaft mit, dass sie eine Frage stellte und dann etwas von Wüste und Bruder sagte. Nun, „Bruder“ war im Allgemeinen etwas, was man unter einem „Warnwort“ verstand. Vergleiche mit Brüdern waren für gewöhnlich nicht sexueller Natur und katapulierten ihn daher gerne auf eine Ebene mit emotional verlässlichen männlichen Bezugspersonen, zu denen er nicht gehören wollte, ganz abgesehen davon, dass er nicht auf kleine Schwester Typen stand, wenn sie also … Nein, sie schaute seinen Bauch an. Darauf befand sich neben seinem Nabel und wunderschönen Muskeln, die jeder gerne anguckte, auch das Gildenzeichen der Crimson Sphynx. Aaah. Okay.
Souta blinzelte, schenkte ihr ein Lächeln und kombinierte. Offensichtlich war sie bezaubert davon, dass er ein Magier war. Natürlich. Frauen liebten Männer mit Verantwortung. Sie redete zwar etwas seltsam (auch wenn der Kettenmagier den Akzent bisher nicht wirklich bemerkt hatte, weil er andere Dinge zu sehr bemerkte), doch auch er bekam mit, dass das Gespräch von seiner Wenigkeit abfiel und sich in eine andere Richtung verlagerte. Wie es schien, war noch eine weitere Person in der Quelle gewesen, welche Souta allerdings nicht gesehen hatte, weil er zu beschäftigt damit war, auf seinen armen Hintern zu prallen. Im Gegensatz zu der feurigen Wüstenfrau, die er gerade getroffen hatte, sah die andere Badende eher aus, als hätte man sie aus einem der Eiskristalle hier geschnitzt. Sie hatte helle Haut und hellblaue Haare. Außerdem besaß sie schier gewaltige … Nein, Zauber war das hier nicht. Maeve beugte sich nach unten und die andere Frau war dabei sich einzumischen. Zwei attraktive Frauen alleine mit Souta in einem Becken. Sollte sich in der nächsten Zeit jemand entscheiden, dass er ebenfalls ein gemischtes Bad brauchte, er würde ihn eigenhändig umbringen. Das war eine einmalige Gelegenheit im Leben, die er auf gar keinen Fall vermasseln konnte. Fröhlich lehnte er sich zurück und verschränkte die haarlosen Beine übereinander, während sein Hinterkopf auf seinen Armen ruhte und durch die Haltung sämtliche Muskeln darin gut zur Geltung kamen. „Tut mir Leid, wenn ich dich gestört habe“, erwiderte er die Aussage der Eiskönigin mit fast demselbem süßlichem Lächeln, mit dem Unterschied, dass er es ernst meinte, „Ich hatte ein paar Probleme beim Einparken, wenn du so willst. Kommt nicht wieder vor.“

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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   So 16 Aug 2015 - 14:44

Das war ja seltsam, es steckte also keine geheime Zauberei hinter diesem heißen Wunderwerk? Etwas ungläubig blinzelte Maeve in Sylvanas Richtung, ehe sie den Kopf zur Seite neigte und das Wasser zu ihren Füßen unruhig beobachtete. Die Tatsache, dass es sich bei diesen Quellen um ein Phänomen natürlichen Ursprunges handelte, beunruhigte die Dragonslayerin noch mehr, als wenn es hierbei um einen knifflichen Trick von Zauberer gehandelt hätte, sah sie sich doch einmal mehr mit der Bedrohung des Regengottes konfrontiert, welcher in gewisser Hinsicht auch sicherlich einen Machanteil gegenüber Quellen, Bächen, Flüssen und Seen besaß. Und allein die Tatsache, dass es sich hierbei um eine unterirdische Quelle handelte, also um Wasser, dass es wagte, sich seinen Weg durch ihr Reich zu suchen, ließ eine Portion Unwillen in der Jakun aufsteigen. „Hurensohn…“, brummte sie eine ihrer Lieblingsbeleidigungen und starrte fast schon finster auf das Wasser, welches plötzlich gar nicht mehr so angenehm und warm wirkte, sondern einen eher beklemmenden Effekt auf sie hatte. „Glaubt, er könnte mein Leben grei’fen und ver’sucht dann, mein Element zu steh’len. Elender Feig‘ling…“, zischelte sie und schlug, vermutlich um ihrem Unwillen noch einmal mehr Ausdruck zu verleihen, mit der geballten Faust auf die Wasseroberfläche, um die heiße Flüssigkeit einige Zentimeter um sich herum zu verteilen. Sie war wütend, dass konnte der werte Herr Gott des Regens ruhig spüren und auch Sylvanas nächste Worte trugen nicht unbedingt dazu bei, ihre Laune zu mildern. Nicht nur, dass sie die Hälfte davon nicht einmal verstand, sie wusste auf der anderen Seite auch nicht wirklich einzuordnen, warum genau die Blauhaarige so missbilligend klang und rätselte gleichzeitig, was genau die einzelnen Worte wohl zu bedeuten hatten und was noch einmal ‚vermeidbar‘ bedeutete.
Die Frau sprach wie eine Gelehrte, fand die Dragonslayerin und zeigte sich schließlich umso erstaunter, als sie das Symbol auf dem Brustbein der jungen Frau entdeckte. Maeves goldene Augen weiteten sich nicht wenig überrascht, ehe sie den Kopf in rätselhafter Manier zu einer Seite neigte und ihrer Gesprächspartnerin schließlich direkt in die eisblauen Augen starrte. „War’um spricht eine Verlorene wie eine Pr’inzessin?“, fragte sie schließlich nach einer kleinen Pause nicht unbedingt bösartig, aber doch ernsthaft verwirrt, offensichtlich keinerlei logische Antwort auf diese Frage findend. Maeve war als Desiertomagierin in Inzilar geboren, der Hochburg des Sklavenhandels und kannte sich daher ein wenig damit aus, wie diese Menschen zumindest in ihrer eigenen Heimat behandelt wurden und wenn sie so darüber nachdachte, dann konnte sie sich kaum vorstellen, dass es hier in Fiore deutlich besser sein sollte. Verlorene nannte man die gefangengehaltenen Menschen in Desierto, welche in der Regel keinen höheren Wert als Vieh besaßen und auch dementsprechend behandelt wurden. Maeve wusste, dass ihre Mutter vermutlich als eine Verlorene geendet wäre, wenn sie ihre Berufung als Hure nicht behalten hätte und ihr war gleichzeitig bewusst, dass sie als Bastardtochter dieser Frau keinen wertvolleren Stand in der Gesellschaft einnahm und doch war es irgendwie abstrus, eine sichtbar markierte Sklavin alleine in einer heißen Quelle zu erblicken, welche zudem auch noch sprach, als wäre sie eine gebildete Dame. Vermutlich scheute sich die Dragonslayerin daher auch nicht, dass Thema anzusprechen, unabhängig davon, wie die andere Frau auf diesen vielleicht sensiblen Abschnitt ihres Lebens reagieren würde.
Stattdessen wandte sich die Rothaarige lieber wieder an ihren Wüstenbruder und runzelte fast schon automatisch die Stirn, nicht unbedingt erfreut, dass er keine ihrer Fragen beantwortet oder auch nur zu Kenntnis genommen hatte. So schlecht sprach sie seine Sprache doch nicht, dass er sie nicht verstanden hatte, oder? Beinahe war die junge Frau versucht, ihn am Kragen zu packen und ein Weile zu schütteln, um deutlich zu machen, dass sie Ignoranz ihr gegenüber nicht tolerieren würde, entschied sich jedoch spontan anders und fragte stattdessen recht unverblümt: „Was mach’st du hier?“ Die Frage war vermutlich etwas zu direkt formuliert, doch er würde sie hoffentlich verstehen und begreifen, dass sie ihn fragte, was genau ein Magier Crimson Sphynx‘ hier in der fernen nördlichen Kälte zu suchen hatte. „Und warum bit’test du um Verzeihung, du bist nicht ex’tra hingefallen, oder?“ Maeve war ehrlich verwirrt, denn nicht nur war sie es nicht gewohnt, dass Menschen (allen voran Männer) sich für irgendetwas entschuldigten, noch verstand sie, welcher Grund genau hinter seinen Worten steckte. Maeve war niemand, der leichtfertig um Vergebung bat und wenn, dann handelte es sich immer um ein Thema, bei dem sie einen schwerwiegenden Fehler begangen hatte, ging doch alles andere gegen ihren persönlichen Stolz. Den Rothaarigen nach ihrem Empfinden nun so einfach vor der Blauhaarigen kuschen zu sehen, glich einem Kulturschock, wie sie ihn schon seit einigen Monaten nicht mehr erlebt hatte.

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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   So 16 Aug 2015 - 16:14


Es war schon faszinierend, wie ein einziger Blick, ein paar geweitete Augen und wenige Worte eine Person innerlich fast vollständig aus dem Gleichgewicht bringen konnten. So ging es zumindest Sylvana, als sich das bernsteinfarbene Augenpaar auf ihre Brust richtete, direkt auf das schwarze Tattoo, welches sich dort befand. Die Worte, die Maeve noch zuvor verloren hatte und auf welche die Dragonslayerin zumindest mit einer Nachfrage eingehen wollte, waren schlagartig vergessen gemacht worden. Ihre Gedanken, die sie noch vor einen Moment gehegt hatte, waren wie Kreide von einer Tafel weggewischt worden. Alles, was blieb, war ein inneres Chaos, welches sich wie ein lodernes Feuer in ihrem ganzen Körper ausbreitete. Nach außen hin versuchte Sylvana krampfhaft ihre Fassade aufrecht zu erhalten, während ihre Arme ins Wasser glitten, damit ihre Hände sich ungesehen unter der Wasserunterfläche zu Fäusten ballen konnten. Eigentlich hatte sie sich vorgenommen nicht mehr so zu reagieren, wenn sie jemand auf dieses dumme Zeichen ansprach, es sollte zu einem Teil von ihr werden, zu etwas, womit sie abgeschlossen hatte! Ihre Augen bohrten sich in die von Maeve, auch wenn es für Sylvana fast schon eher so war, als schaute sie direkt durch die fremde Dame hindurch. Woher kannte sie die Bedeutung dieses Zeichens?! Sie mochte zwar ein merkwürdig klingendes Wort bei ihrer Frage benutzt haben, aber vom Klang und der Betonung her und in Kombination mit ihrem überraschten Blick auf ihr Brustbein, konnte es eigentlich nur eine andere Bezeichnung für Sklavin bedeuten. Es hörte sich so... beleidigend und irgendwie abwertend an.
Während vor ihrem inneren Auge immer wieder einzelne Bilder der Vergangenheit aufblitzten, sie fast schon deutlich die einzelnen Peitschenhiebe spürte, als wären sie real, versuchte sie sich irgendwie wieder zu ordnen, ihre innere Ruhe wiederzufinden. Sie war keine Sklavin mehr, würde es auch nie wieder in der Zukunft sein. Keine Ketten hielten sie fest, sie war frei! Die Bilder veränderten sich, plötzlich hatte sie eine Peitsche in der Hand, geformt aus zuckenden Blitzen, welche immer wieder die Sklaventreiber suchte und ihnen wieder und wieder vor Augen hielt, was sie in ihrem Leben für Fehler begannen hatten. Die Vorstellung ihrer schmerzverzerrten Visagen und der Schreie, die für sie Musik in ihren Ohren war, lösten sie aus ihrer eigenartigen Starre, ließ ihre Fäuste wieder entspannen. Ein tiefer Atemzug, kurz die Augen geschlossen und mit einem letzten Hieb in ihrer Vorstellung hatte sie auch schon wieder die Kontrolle über ihren Körper zurückerlangt. Und schon direkt stellte sich Sylvana eine Frage, die in ihrer Art so einfach war und doch katastrophal enden könnte, wenn man sie ausformulierte und über sie länger nachdenken sollte. Nur wenige kannten die Bedeutung dieses Zeichens auf ihrem Brustbein, alle haben etwas mit der Sklaverei am Hute. Bedeutete im Umkehrschluss, dass Maeve in irgendeiner Art und Weise damit in Kontakt getreten war. Missmutig blickte sie zu ihr herüber, bemerkte erst jetzt, dass sie sich mit dem Rotschopf unterhielt. Wie lange wohl schon? War ja auch egal. Wichtiger war, dass sie etwas wusste. Über die Sklaventreiber selbst? Ob sie irgendwie zu ihnen gehörte und in der Vergangenheit mit ihnen gemeinsam Dreck am Stecken hatte? Aber sie war doch vermutlich eine Dragonslayerin, wenn ihre Nase und Kombinationsgabe sie nicht völlig täuschen würde. Eine Drachentochter würde sich doch niemals so weit sinken lassen und mit solchem Abschaum verkehren!
So machte das alles wirklich keinen Sinn. Nur mit Vermutungen ließen sich ihre Fragen sicherlich nicht beantworten. Taten müssten folgen! Also atmete die Dragonslayerin ein weiteres Mal tief durch. Zeit, die verfluchte Maskerade fallen zu lassen und Tacheles zu reden! „Okey, um einige Dinge hier einmal klar zu stellen, werte Dame. Ich spreche so, weil ich der Meinung bin, dass man einen gewissen Umgangston gegenüber Fremden an den Tag legen sollte. Davon scheint Ihr bisher noch nichts gehört zu haben, wenn man Eure Wortwahl betrachtet. Wenn Ihr schon abfällig über jemanden redet, dann tut dies wenigstens auch mit Worten, die man verstehen kann!“ Ein wenig heuchlerisch, wenn man bedenkt, dass Sylvana selbst oftmals auch zur alten Sprache der Drachen griff, wenn sie Leute beleidigen wollte oder einen recht bösartigen Fluch von sich gab. Aber davon wusste ja zum einen niemand etwas, zum anderen war das gerade nicht der Dreh- und Angelpunkt. Sie fühlte sich in ihrem Stolz verletzt und würde daher diese Beleidigung, als welche sie das fremde Wort ja aufgefasst hatte, auf sich sitzen lassen!


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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Mi 19 Aug 2015 - 10:51

Wortlos – untypisch für Souta – betrachtete der Kettenmagier die Gebärden der Frau mit der gebräunten Haut und den goldenen Augen. Sie benutzte dieselbe Beleidigung wie er und hatte ihn als Wüstenbruder bezeichnet, aber ihre Art war so seltsam, dass er bisher kaum darauf eingehen konnte. Sie schien irgendein Hühnchen mit dem Wasser zu rupfen zu haben oder es zumindest nicht besonders zu mögen, was ein Gefühl war, dass er wahrscheinlich besser als jeder andere nachvollziehen konnte. Wäre diese Quelle ein wenig tiefer, ein wenig größer, hätte er sich niemals hineingewagt, aber er hatte ja auch keine Angst vor einem Bad in der Wanne. Maeve schien jedoch vollkommen fasziniert davon zu sein, dass es natürliche heiße Quellen gab, sagte etwas von ihrem Element und wirkte damit noch fremdartiger als zuvor und auch ein wenig primitiv. Wenn sie dieselbe Gilde wie er besuchte, woher kam es, dass er sie noch nie gesehen hatte? Diese exotische Frau wäre ihm doch sicherlich aufgefallen, wenn sie mit ihrem eigenartigem Akzent durch die Gänge des Wüstenpalastes hetzte und sich ob der technischen Wunder erfreute, die für Leute in Fiore vollkommen selbstverständlich waren. Souta konnte ihre Aussprache keinem Bezirk zuordnen, den er kannte, und da er eigentlich ziemlich gut rumkam, musste sie wohl von außerhalb des Königreiches kommen, irgendwo, wo es keine heißen Quellen gab, die Sonne ihre Haut dunkel gefärbt hatte und ihr keine übermäßigen Manieren beigebracht worden waren. Souta störte ihre Direktheit nicht, selbst wenn sie schon ein wenig an Unhöflichkeit grenzte. Für ihn zählte die Aussage der Worte. Zwar erschien ihm diese allein durch den Akzent und die Wortwahl immernoch verschleiert, aber man konnte sie immerhin erahnen.
Das grüne Auge wanderte hinüber zu der anderen Frau, welche sich über sie aufgeregt hatte. Maeve hatte sie als „Verlorene“ bezeichnet, ein Wort, das Souta noch nie gehört hatte. Aber wie sie es betonte, so war es wahrscheinlich kein Alltagsgegenstand, sondern ein Stamm oder eine Gruppierung, die sie aus ihrer Heimat kannte - oder eine Beleidigung. Aber sie hatte elfenbeinfarbene Haut und helles Haar, wodurch sie aussah, als wäre sie irgendwo aus einem Gletscher geschlüpft, diese Frau konnte also unmöglich aus derselben Region stammen, oder? Nachdenklich betrachtete der Rotschopf die Frau, besonders die Tätowierung zwischen ihren Brüsten, denn diese schien ja die Sache mit den Verlorenen erst angekurbelt zu haben. Souta kannte keine Gilde, die ein solches Zeichen benutzte – was nichts heißen musste, neuerdings gab es hunderte kleine Organisationen – und er hatte noch nie von Verlorenen gehört. Ihre Reaktion war daher seltsam. Die Stimmung selbst schien sich in dem Becken zu verändern, plötzlich wurde die Luft etwas dünner und die Atmosphäre angespannter. Diese seltsame Bezeichnung hatte sie wohl getroffen – natürlich. Die Wüstenfrau hatte sie schließlich gefragt, wieso sie sich wie ein zivilisiertes Wesen ausdrücken konnte, so als wäre der Kontrast offensichtlich, als würde man von ihr aus irgendeinem Grund erwarten, dass sie Gossengibberish sprach. Er mochte die Bedeutung der Worte nicht sonderlich. Man stieß andere Menschen nicht mit dem Kopf auf eine Tatsache, nur weil sie einem auffiel. Das war, als würde man einen Krüppel fragen, wieso er mit Stützen zu laufen versuchte. Warum gaben sich Menschen Konstrasten hin oder machten sich Dinge auf dem ersten Blick schwerer? Weil sie etwas verbergen wollten? Weil sie sich mit allen Mitteln davon entfernen wollten, was als negativ aufgenommen wurde? Es gab viele Gründe, und keiner von ihnen rechtfertigte es, so unverblümt daran erinnert zu werden, dass alle Bemühungen umsonst waren. Im Endeffekt tat ihm die Blauhaarige fast ein bisschen Leid, aber sie hatte trotz ihrer eisigen Gestalt Feuer im Blut. Sie würde das schon einstecken können. Und wenn es zu einem Ladyfight kam, tja dann …
Souta richtete sich ein wenig auf, als Maeve ihn plötzlich ansprach, denn er hatte damit gerechnet, dass die beiden Frauen sich nun für eine Weile über diese komische Verlorenen-Sache unterhalten würden. Dass sie jetzt den Kontakt zu ihm suchte, überraschte ihn, aber er fand es an sich nicht übel. Wiedereinmal waren ihre Worte eigenartig ausgesprochen, aber die Formulierungen waren klar und er verstand, was sie von ihm wollte. Gute Güte, die war ja ganz schön neugierig. Und sah irgendwie permanent verwirrt aus. Die erste Frage war leicht zu beantworten, die zweite irgendwie schwer. „Ich war auf einer Quest hier. Und na ja … Manchmal, oder sehr oft, muss man sich für Dinge entschuldigen, die man nicht absichtlich getan hat.“ Er zuckte die Achseln, denn für ihn waren Entschuldigungen noch nie eine große Sache gewesen, mit der man möglichst sparsam umgehen musste, obwohl er natürlich wusste, dass es Leute gab, die damit geizten und sie als Zeichen von Schwäche sahen. „Sobald sich jemand von meinem Verhalten, meinen Taten oder meinen Worten geschädigt fühlt, ob ich es nun extra gemacht habe oder nicht, entschuldige ich mich. Damit der Andere sieht, dass ich meinen Fehler bemerkt habe und er nicht noch einmal vorkommt.“ Er fühlte sich gerade zugleich wie ein Lexikon und wie der Vater eines fünfjährigen Kindes, das die Welt erläuterte und sich irgendwie verteidigen musste. Was war so schlimm daran, seine Schuld zuzugeben und um Vergebung zu bitten? Auch wenn die Bluenette ihn nicht weiter beachtet hatte und das ziemlich unhöflich war, sein Herz war rein. Aber Souta kam nicht dazu, noch weitere Erläuterungen abzuliefern, da in dem Moment eben jene wie ein Eisberg durchs Wasser brach und ein paar Aussagen loswurde, die man auch nicht gerade unter Nettigkeit im Aktenschrank einordnen konnte. Es interessierte ihn, was die Wüstenfrau dazu zu sagen hatte, aber zugleich verspürte er irgendwie den Drang, als unparteiische Person ein paar Wörtchen zu verlieren. Also setzte er sich auf, überprüfte den Halt seiner Augenklappe und fuhr sich durch die Haare, die mittlerweile schon ein wenig nasser geworden waren und sich immer weiter wellten. „Ist es nicht egal, wie man redet, solange man den Inhalt erkennen kann?“, fragte er recht unschuldig und stellte damit wohl so ziemlich alles in Frage, was gerade abgelaufen war. Maeve hatte angekreidet, dass sie sich so vornehm ausdrückte, Sylvana, dass sie dies eben nicht tat und auch noch fremde Wörter benutzte, aber die Reaktion hatte doch bereits verraten, dass die richtige Nachricht angekommen war. Souta kam es albern vor, über ein solches Thema überhaupt zu diskutieren. Waren Frauen immer so? Redeten über eine Sache, obwohl sie eine andere störte? Wenn das so war, dann würde er jetzt einfach das ansprechen, was ja wohl das eigentliche Problem hier war. „Was sind Verlorene?“

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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Mi 19 Aug 2015 - 15:18

In einem Augenblick konnte man Maeve noch als durchaus milde gestimmt und interessiert beschreiben, da war sie im nächsten Moment auch schon in ihrer Bewegung verharrte und hatte ihre goldenen Augen aprubt wieder in Richtung Sylvana gerichtet, die anfängliche Verwirrung und den darauf folgenden Zorn recht offensichtlich auf ihren Gesichtszügen tragend. Die Blauhaarige schien aufgebracht und doch interessierte die Erdmagierin dieser Umstand nicht genug, als das sie plötzlich Rücksicht auf ihre Gefühle genommen hätte. Stattdessen fühlte sie sich selbst gekränkt und in ihrem Zorn so verletzt, dass sie ihre Zunge noch weniger zügelte, als es vorher ohnehin schon kaum der Fall gewesen war, die Hand zu einer Faust geballt, ehe sie schließlich das Wort ergriff. "Pass auf, Prinz'essin, falls mir der Wunsch folgt, dass ich dich belei'dige, dann wirst du das mer'ken. Wallah, du sitzt da und spr'ichst wie ein Gott und doch wimmerst du wie ein Kind, wenn jemand nach deinen ver'gangenen Sommern fragt." Zumindest nahm die Jakun an, dass ihre Zeit als Sklavin bereits ein wenig zurück lag, denn sonst würde sich die Unbekannte wohl kaum so offen, frei und vor allem stolz durch die Lande von Fiore bewegen, oder? Die golden Seelenspiegel der Dame verengten sich, dann breitete sich ein beinahe wölfisches Grinsen auf ihren Lippen aus, welches ihrem Gesicht nicht nur ein Stück weit an Femininität nahm, sondern ihm auch noch einen wilden, unbeherrschten, ja fast schon barbarischen Zug verlieh. "Meine Hei'mat ist Inzilar in Desierto und Verlorene gibt es dort über'all.Wir nennen sie so, weil Sklaven das hässlichere Wort ist." Wieder ein Wort in ihrer Heimatsprache, dass sie nicht wörtlich zu übersetzen vermochte und für einen Augenblick konnte man die Magierin mit ihren Gedanken hadern sehen, ehe sie schließlich mit einem Seufzen aufgab und irritert die Stirn runzelte. "Wie nennt ihr es? Men'schen die für ihre Frei'heit kämpfen müssen? Es gibt diese Wort, dass mir nicht einfällt." Das war die ehrlichste Beschreibung, die Maeve für die recht unschöne Wahrheit des Sklaventums einfiel und vielleicht würde gerade der Umstand, dass die Jakun das Wort nicht offen und direkt aussprechen konnte und die Blauhaarige somit nicht direkt in eine unangenehme Lage bringen würde, deren Laune wenigstens ansatzweise mildern.
"Maeve, ich bin übrigens Maeve", meinte sie dann mit einem plötzlichen Grinsen, die gute Laune offensichtlich wieder hergestellt und gleichzeitig in der unterschwellin Vermutung, dass wahrscheinlich ohnehin keiner der Beiden ihren Namen richtig würde aussprechen können. Immerhin hatte sie diese Bezeichnung ihrem Gottespropheten zu verdanken und da wäre es schon reichlich seltsam, wenn sie ausgerechnet hier in Fiore auf jemanden treffen würde, der seiner Sprache mächtig war, oder? Allein der Gedanke war erheiternd und erhellte die Laune der Rothaarigen für einen Augenblick, dann jedoch kam sie nicht umhin, für kurze Zeit über Soutas Erklärung nachzu denken und schließlich verwirrt den Kopf zu schütteln. "Fio're Menschen haben seltsame Traditionen...", meinte sie, nicht unbedingt abfällig oder unfreundlich, aber dennoch wenig überzeugt von dem Standpunkt ihres Wüstenbruders. Nun, er war ein Magier von Crimson Sphynx, so schlimm konnte er also bestimmt nicht sein und Maeve war gewillt, über eventuelle seltsame Charaktereigenschaften hinweg zu sehen, wenn er sich denn sonst als eine angenehme Gesellschaft herausstellen würde. Ob sie den Herrn wohl als Zeichen der Bruderschaft zu einem Wetttrinken einladen konnte? Bisher war die Resonanz auf dieses Angebot hier in Fiore immer sehr gemischter Natur gewesen, aber vielleicht hatte sie ja diesmal das Glück, mit Souta einen Beführworter dieser recht rabiaten und undamenhaften Tradition zu finden?
Gerade wollte sie nachfragen, da hörte sie hinter sich hektische Schritte und dann näherte sich auch schon mit wehendem Haar Lady Rezeption, welche die Konstellation der drei Quellbesetzer unruhig mustert und dann besorgt die Stirn runzelte. "Ist alles in Ordnung? Ich habe jemanden Fluchen und dann ein manisches, bösartiges Lachen gehört", meinte sie besorgt, in der offensichtlichen Angst, jeden Augenblick angegriffen und in den heißen Fluten der Quelle ertränkt zu werden. "Wenn jemand verletzt ist, dann kann ich jederzeit den Arzt bitten zu kommen!" Was für ein süßes, verschrecktes Ding, Maeve sah sich fast schon in der Lust, sie in einer beherzten Umarmung an sich zu drücken, damit sie vor Angst und Nervosität nicht ohnmächtig wurde. Ob das wohl eine so gute Idee war?

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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Mi 19 Aug 2015 - 16:11

„Nicht ich habe meine Ketten zerstört, sondern mein werter Vater. Er zerstörte meine Ketten, nahm mich zu sich und lehrte mich in seinen Wegen. Ich weiß ja nicht, wie Euer Drache Euch aufgenommen hat, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Ihr dieses Gefühl verstehen könnt, welches ich Raiden gegenüber empfinde, dass er mich an seine Seite aufgenommen hat.“ Ein wenig ärgerte sie es schon, dass sie diese Ketten nicht aus eigener Kraft zerstören konnte, aber damals war sie ja nicht einmal in der Lage dazu gewesen. Sie war schwach gewesen, einer Dragonslayerin nicht würdig. Aber warum störte sie sich noch immer an diesem Teil ihrer Vergangenheit? Ihr Leben war an jenem Tag neu begonnen, die Schwäche von damals gehörte nicht mehr zu ihr. Das war alles bevor sie zu einer Dragonslayerin geworden war. Nun, vielleicht hatte sie schon ein wenig überreagiert in dieser Situation, vermutlich einfach nur, weil sie nicht darauf gefasst war in einer solchen Situation von einer anderen Dragonslayerin auf dieses Kapitel ihrer Vergangenheit angesprochen zu werden. Es hatte sie einfach nur auf dem falschen Fuß erwischt, jawohl! Das musst der einzige Grund sein, warum sie sich in ihrem Stolz angegriffen gefühlt hatte.
Verwundert drehte sich Sylvana wieder zu Maeve, als sie wieder einige neue Worte zu ihr richtete. Hörte sie da etwa Hass in ihrer Stimme? Fragend schossen ihre Augenbrauen in die Höhe, während die Dragonslayerin ihrer Wutrede lauschte. Die Sprache ihres Gottes? War das wieder eine ihrer Umschreibungen? Meinte sie mit Gott den Drachen, der sie aufgezogen hatte? Es würde schon Sinn machen, immerhin waren die alten Drachen auch für die Dragonslayerin in ihrem Ansehen gleich einer Gottheit. Etwas mächtigeres als sie gab es nicht auf dieser Welt, also konnte man sie sehr wohl auch gleich als Götter ansehen. Was dabei jedoch merkwürdig für Sylvana war, lag in der Art und Weise, wie Maeve sie auf einmal als Heuchlerin darstellte. Natürlich, sie hatte in der alten Zunge der Drachen gesprochen, aber Maeve war doch in dieser kundig, immerhin hatte sie diese ebenfalls gesprochen. Wo war da die Lüge? „Ich verstehe Euch nicht, wo ist denn die Heuchelei darin, wenn ich in einer Sprache spreche, die…“ Sylvana fiel es mit einem Mal fast schon wie Schuppen von den Augen. Das vorhin war keine Überheblichkeit von ihr, sondern eine reine Vorstellung. Sie trug einen verdammten Namen in der Sprache der Drachen, vermutlich auch von ihrem Drachen gegeben. Dies bedeutete aber auch im Umkehrschluss… „Ihr seid nicht kundig in der Sprache der alten Drachen?“ So ganz wusste Sylvana nicht, ob sie verwundert oder amüsiert sein sollte, dass vor ihr eine Dragonslayerin stand, die nicht die Sprache der Drachen beherrschte. Bisher hat sie es als völlig normal angesehen, dass man als Drachentochter auch diese Worte beherrschen sollte. „Dann verzeiht bitte meinen Ausflug in jene Worte. Ich ging von falschen Tatsachen aus.“ Gut, nun hatte sich Maeve ihr vorgestellt, also musste sie in diesem Kontext auch noch mit einer Vorstellung nachziehen. „Mein Name lautet übrigens Sylvana, Lady Maeve. Und dieser Gewittersturm, den Ihr vorhin meintet gerochen zu haben, haftet Euch übrigens in einer anderen Form an. Euch haftet der Geruch von trockener Erde und der Wüste an.“
Schmunzelnd trat die Dragonslayerin aus dem Wasser des Bodes, blieb auf halben Wege noch einmal stehen, um ihren Kopf nach hinten zu drehen. „Und verzeiht mir bitte, junger Herr, dass ich Euch keine Aufmerksamkeit geschenkt habe. Das nächste Mal, wenn unsere Wege kreuzen sollten, werde ich dies gebührend nachholen.“ Auch wenn es sich nach einer freundlichen Geste des Abschiedes anhörte, so lag in den Worten viel mehr ein stummes Versprechen dem Rotschopf gegenüber. Immerhin hatte sie sich noch nicht für die Ruhestörung in ihrer Art und Weise bedankt. Das nächste Mal würde sie dies garantiert nachholen – mit jeder Menge frischer Ideen, in welcher Art und Weise dies geschehen sollte. Leise kichernd ließ sie das Handtuch von ihrem Körper gleiten, entblößte dabei die blitzförmige Narbe an ihrer Hüfte, welche Maeve bei bloßer Beachtung wohl den letzten Hinweis auf ihre Herkunft geben mochte, wenn sie noch nicht von selbst darauf gekommen war, während sie mit langsamen, gleichmäßigen Schritten in Richtung der Umkleidekabine ging, um für sich dort den Tag zu beenden. Wer hätte den schon gedacht, dass sie ausgerechnet hier auf eine andere Drachentochter treffen würde. Das Leben schien doch immer für Überraschungen gut zu sein.

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Zuletzt von Sylvana am Sa 22 Aug 2015 - 11:57 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Sa 22 Aug 2015 - 1:55

Wäre Sylvana in der Lage gewesen, an dieser Stelle in Maeves Kopf zu schauen, so wäre sie wohl noch weniger von der Situation angetan, als es ohnehin schon der Fall war, denn offen und ehrlich gesagt verstand die Jakun weder das Problem ihrer blauhaarigen Gesprächspartnerin, noch verfügte sie über genügend Empathie, um sich in irgendwie in ihre Situation hineinzuversetzen. Maeve war ein praktisch veranlagter Mensch, der dazu neigte die Dinge so zu sehen, wie sie ihr vor die Füße traten und gerade bei ihrer Gegenüber sah sie keinerlei Grund, um im Verlauf ihrer kommenden Worte besondere Rücksicht auf deren Seelenheil zu nehmen. Immerhin war die Dame offensichtlich keine Sklavin mehr, da fragte sich die Rothaarige doch, warum genau ihre Worte so verbittert und schwarzmalerisch klangen. Natürlich war ihr Leben als Verlorene sicherlich nicht leicht gewesen und doch erklärte das nicht, warum sie sich so verbissen an etwas festklammerte, an dem sie im Nachhinein ohnehin nichts ändern konnte. Immerhin lief Maeve selbst auch nicht durch die Gegend und verfluchte all diejenigen, die sie darauf ansprachen, dass sie praktisch nichts weiter als die wertlose und schändliche Vergangenheit einer Hure als Mutter besaß, welche gleichzeitig dafür Verantwortung trug, dass sie sich in ihren jungen Jahren das Essen aus dem Abfall anderer Menschen hatte zusammensuchen müssen. Natürlich waren das Erinnerungen, an die sie nicht gerne zurückdachte und doch biss sie nicht jedem den Kopf ab, der sie ganz einfach darauf ansprach und eine harmlose Frage stellte. „Ahh, ja, Skl’aven ist das Wort. Nun, so schwa’rz gemalt das Bild dieser Kultur in euren Augen ist, habt ihr es doch gescha’fft eure Ketten zu zerstö’ren“, meinte sie dann, den Umstand beschreibend, dass sich die Blauhaarige offensichtlich aus freien Stücke und eigenem Willen hier befand, war doch weder ein Halsband, noch ein Meister in Sichtweite und somit das beste Beispiel dafür darstellte, dass nichts auf dieser Welt unmöglich war. Und gerade dieser Umstand wurde der Erdmagierin auch in den nächsten Worten der blauhaarigen Frau bewiesen, denn als diese ihren Namen plötzlich mit der absolut grollenden Korrektheit aussprach, welche die Jakun sonst nur von ihrem Gottespropheten kannte, verharrte sie abrupt in ihrer Bewegung und ihre goldenen Augen verengten sich zu schlitzen, ehe sie ein fast schon animalisches Knurren ausstieß. Du elendest Miststück!“, fauchte sie wütend und diesmal nicht einmal bewusst in der Zunge ihrer Väter. „Mutig bist du, dass du die Spr’ache meines Gottes offen sp’richst.“ Der Hass musste sich offensichtlich in ihrer zuvor noch so neutralen und fast schon warmen Stimme wiederspiegeln, ebenso, wie auch ihre Augenbraune nun in einer steilen Kurve nach unten geneigt waren und ihrem Unmut in offensichtlicher Art und Weise Ausdruck verliehen. „Beschwe’ren tust du dich, dass man in Zungen sp’richt, die du nicht verstehst und str‘afst selbst mit Lügen, indem du nichts anderes tust. Wie fühlst du es, dein Heuchlersein?“ Je wütender sie wurde, desto mehr ging ihr auch die Grammatik ihrer zweiten Sprache verloren, was man besonders in diesem Augenblick fast schon ausgezeichnet erkennen konnte, während lediglich das Auftauchen der Rezeptionistin die Gladiatorin noch daran hinderte, ihrer Gegenüber mit bloßen Händen an die Gurgel zu gehen. Was fiel diesem Miststück eigentlich ein, sich wie eine gottverdammte Königin in ihrem Palast aufzuführen und was genau ließ sie glauben, dass Maeve sich dieses Verhalten gefallen lassen würde?
Dann riss die Rothaarige mühevoll den Blick von ihrem Zornobjekt loß, ignorierte jegliche weitere Reaktion der anderen Frau und wandte sich erneut an ihren selbsternannten Bruder, welcher bisher recht unbeteiligt daneben gestanden hatte und dem sie schon vor einer Weile eine Frage reinen Interesses hatte stellen wollen. „Du bist ein selt’samer Kerl, aber als mein Bruder kann ich dich fragen: Falls es zu einer Schlacht zwischen mir und dir kommt, und ich vernichte, möchtest du dann ster’ben?“ Die Frage mochte im ersten Augenblick denkbar ungünstig und verwirrend klingen und doch ließ es sich die Jakun nicht nehmen, noch einmal näher zu erläutern, in dem Wissen, dass sie manchmal die Tendenz besaß, andere Personen mit ihren Fragestellungen zu verwirren. „Als Zoll an deine Eh’re, meine ich.“ Immerhin war es daheim Gang und Gebe, dass man besiegte Gegner nach einem Gefecht auf Stolz und Ehre tötete, um ihnen eine letzte Form der Anerkennung zu schenken und die Schmach einer Niederlage zu ersparen. Da sie diesem Kerl hier sicher noch einmal über den Weg laufen würde, wäre es vermutlich interessant zu hören, was genau er dazu zu sagen hatte. Jedenfalls deutlich spannender, als sich weiter mit Madame Diamanthaar abgeben und ihre geschwollenen Proletenworte hören zu müssen.

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Magierakte
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Sa 22 Aug 2015 - 12:00

„Nicht ich habe meine Ketten zerstört, sondern mein werter Vater. Er zerstörte meine Ketten, nahm mich zu sich und lehrte mich in seinen Wegen. Ich weiß ja nicht, wie Euer Drache Euch aufgenommen hat, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Ihr dieses Gefühl verstehen könnt, welches ich Raiden gegenüber empfinde, dass er mich an seine Seite aufgenommen hat.“ Ein wenig ärgerte sie es schon, dass sie diese Ketten nicht aus eigener Kraft zerstören konnte, aber damals war sie ja nicht einmal in der Lage dazu gewesen. Sie war schwach gewesen, einer Dragonslayerin nicht würdig. Aber warum störte sie sich noch immer an diesem Teil ihrer Vergangenheit? Ihr Leben war an jenem Tag neu begonnen, die Schwäche von damals gehörte nicht mehr zu ihr. Das war alles bevor sie zu einer Dragonslayerin geworden war. Nun, vielleicht hatte sie schon ein wenig überreagiert in dieser Situation, vermutlich einfach nur, weil sie nicht darauf gefasst war in einer solchen Situation von einer anderen Dragonslayerin auf dieses Kapitel ihrer Vergangenheit angesprochen zu werden. Es hatte sie einfach nur auf dem falschen Fuß erwischt, jawohl! Das musst der einzige Grund sein, warum sie sich in ihrem Stolz angegriffen gefühlt hatte.
Verwundert drehte sich Sylvana wieder zu Maeve, als sie wieder einige neue Worte zu ihr richtete. Hörte sie da etwa Hass in ihrer Stimme? Fragend schossen ihre Augenbrauen in die Höhe, während die Dragonslayerin ihrer Wutrede lauschte. Die Sprache ihres Gottes? War das wieder eine ihrer Umschreibungen? Meinte sie mit Gott den Drachen, der sie aufgezogen hatte? Es würde schon Sinn machen, immerhin waren die alten Drachen auch für die Dragonslayerin in ihrem Ansehen gleich einer Gottheit. Etwas mächtigeres als sie gab es nicht auf dieser Welt, also konnte man sie sehr wohl auch gleich als Götter ansehen. Was dabei jedoch merkwürdig für Sylvana war, lag in der Art und Weise, wie Maeve sie auf einmal als Heuchlerin darstellte. Natürlich, sie hatte in der alten Zunge der Drachen gesprochen, aber Maeve war doch in dieser kundig, immerhin hatte sie diese ebenfalls gesprochen. Wo war da die Lüge? „Ich verstehe Euch nicht, wo ist denn die Heuchelei darin, wenn ich in einer Sprache spreche, die…“ Sylvana fiel es mit einem Mal fast schon wie Schuppen von den Augen. Das vorhin war keine Überheblichkeit von ihr, sondern eine reine Vorstellung. Sie trug einen verdammten Namen in der Sprache der Drachen, vermutlich auch von ihrem Drachen gegeben. Dies bedeutete aber auch im Umkehrschluss… „Ihr seid nicht kundig in der Sprache der alten Drachen?“ So ganz wusste Sylvana nicht, ob sie verwundert oder amüsiert sein sollte, dass vor ihr eine Dragonslayerin stand, die nicht die Sprache der Drachen beherrschte. Bisher hat sie es als völlig normal angesehen, dass man als Drachentochter auch diese Worte beherrschen sollte. „Dann verzeiht bitte meinen Ausflug in jene Worte. Ich ging von falschen Tatsachen aus.“ Gut, nun hatte sich Maeve ihr vorgestellt, also musste sie in diesem Kontext auch noch mit einer Vorstellung nachziehen. „Mein Name lautet übrigens Sylvana, Lady Maeve. Und dieser Gewittersturm, den Ihr vorhin meintet gerochen zu haben, haftet Euch übrigens in einer anderen Form an. Euch haftet der Geruch von trockener Erde und der Wüste an.“
Schmunzelnd trat die Dragonslayerin aus dem Wasser des Bodes, blieb auf halben Wege noch einmal stehen, um ihren Kopf nach hinten zu drehen. „Und verzeiht mir bitte, junger Herr, dass ich Euch keine Aufmerksamkeit geschenkt habe. Das nächste Mal, wenn unsere Wege kreuzen sollten, werde ich dies gebührend nachholen.“ Auch wenn es sich nach einer freundlichen Geste des Abschiedes anhörte, so lag in den Worten viel mehr ein stummes Versprechen dem Rotschopf gegenüber. Immerhin hatte sie sich noch nicht für die Ruhestörung in ihrer Art und Weise bedankt. Das nächste Mal würde sie dies garantiert nachholen – mit jeder Menge frischer Ideen, in welcher Art und Weise dies geschehen sollte. Leise kichernd ließ sie das Handtuch von ihrem Körper gleiten, entblößte dabei die blitzförmige Narbe an ihrer Hüfte, welche Maeve bei bloßer Beachtung wohl den letzten Hinweis auf ihre Herkunft geben mochte, wenn sie noch nicht von selbst darauf gekommen war, während sie mit langsamen, gleichmäßigen Schritten in Richtung der Umkleidekabine ging, um für sich dort den Tag zu beenden. Wer hätte den schon gedacht, dass sie ausgerechnet hier auf eine andere Drachentochter treffen würde. Das Leben schien doch immer für Überraschungen gut zu sein.

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Souta
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Magierakte
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Sa 22 Aug 2015 - 14:41

Das Wasser in der heißen Quelle wurde noch ein wenig heißer – fast schon zu heiß. Es hätte Souta nicht gewundert, wenn es angefangen hätte, Blasen zu werfen und aus ihm einen besonders gutaussehenden Eintopf machen wollte, denn er füllte sich hier gerade alles andere als wohl. Die Atmosphäre hingegen wechselte sich zwischen Eis und Lava ab und der Kettenmagier wusste nicht ganz, was er zu diesen Veränderungen sagen sollte. Es erschien ihm wie die beste Option, sich nicht in die Schimpftiraden dieser beiden merkwürdige Frauen einzumischen, denn er verstand sowieso kaum, warum sie sich so aufregten. Das lag nicht einmal unbedingt daran, dass die Hälfte ihrer Aussagen in irgendwelchen fremden Zungen war, von denen der Rothaarige noch nie etwas gehört hatte. Würde man seine Wellenlänge mit denen der beiden Frauen vergleichen, so wäre er wahrscheinlich irgendwo in der Mitte der beiden. Einerseits war Souta durchaus dafür bekannt, sich von Peinlichkeiten oder vergangenen Ereignissen nicht herunterziehen zu lassen und lebte für das Hier und Jetzt, allerdings konnte er sich auch bis heute nicht für den Tod seiner Schwester vergeben und war deshalb in vielerlei Hinsicht noch an seine Kindheit gefesselt. Er verstand beide Standpunkte irgendwie, auch wenn er mit der Art der Anschuldigungen und dem Gespräch nicht gerade einverstanden war. Welchen Sinn hatte es, in alten Wunden zu bohren, sich als Heuchler zu schimpfen und dann beleidigt seiner Wege zu gehen? Dem oftmaligen Kindskopf kam dieses Verhalten irgendwie kindisch vor – fast wie Schulkinder, die sich gegenseitig ihre Coolness beweisen mussten. Der Geruch von Gewittersturm und trockener Erde? Drachen? Das alles war zu hoch für den armen Magier, der doch nur seinen geprellten Hintern in dieser Quelle kurieren wollte.
Er kannte natürlich wie jeder andere auch die Legenden von Drachenkindenr, sogenannten Dragonslayern, welche einzigartige und starke Magien besaßen, aber ihm war das recht egal. Dann konnten sie eben Feuer fressen und Lichtblitze kacken, ja und? War Magie für einen Gildenmagier nicht einfach nur das Werkzeug, das einem erlaubte seinen Lebensunterhalt zu verdienen? War der goldverzierte Hammer eines Dragonslayern wirklich soviel mehr wert als der seine, nur weil er ihn nicht von einem schuppigem, fettem Fabelwesen überreicht bekommen hatte? Sie hatten ja wohl kaum den Drachen gejagt und ihn dazu gebracht, ihnen diese besonderen Eigenschaften beizubringen, sondern waren erwählt worden. War es dann nicht lächerlich, so eingebildet und überheblich zu sein? Er würde die elitäre Einstellung vieler Drachensöhne wohl nie ganz verstehen können, aber das war wohl in Ordnung. Diese Angelegenheiten kamen ihm sowieso wie etwas vor, das ihm nur Kopfzerbrechen bereiten würde, sollte er sich länger damit beschäftigen.
Sylvana entblätterte sich daraufhin auf höchst angenehme Weise und schien sich bei ihm zu entschuldigen(?) auch wenn es irgendwie mehr einer Drohung gleichkam. Souta konnte nicht umhin, bei ihrem Kichern ein leichtes Kribbeln zu vespüren, das wohl irgendwo zwischen Erregung und Unwohlsein lag. Was sie wohl mit „gebührend“ nachholen sagen wollte …? Es konnte sehr positiv oder sehr negativ sein, aber so wie sie sprach, würde er das wohl demnächst erfahren. Allerdings konnte er sich wohl zum Glück nicht sonderlich lange an jenen Gedankengängen aufhalten, da Maeve plötzlich die Aufmerksamkeit auf ihn richtete und ihn etwas fragte, was mit Sylvanas Hintern im „Hinter“kopf erstmal nur wie Kauderwelsch klang. Erst langsam kam Sinn in die Worte der Wüstenfrau, doch sie gefielen ihm nicht sonderlich. Fragte sie da etwa, ob er … Was?
Die pure Verwirrung lag in Soutas Blick, in etwa so, als hätte sie ihm gerade davon erzählt, dass sie übrigens jetzt sofort eine Heiratszeremonie mit ihm abhalten wollte. Sie war mit mehr als nur dem Kopf, der Faust und allen anderen Gliedmaßen durch die Wand gebrochen und hatte das Thema schneller gewechselt als eine zugeschlagene Drehtür. Was zur Hölle? „Mich … Nein?“ Er suchte nach den richtigen Worten, um ihr zu verklickern, dass sein Tod nicht die angenehmste Option für ihn war, wollte aber auch ihre Kultur nicht mit Füßen treten. Schließlich glaubte er, die richtige Aussage gefunden zu haben und brachte sie hervor, wobei er immernoch offensichtlich irritiert war, dass sie ihm diese Frage stellte, während er nackt in einem Wasserbecken sah und maximal ihren Namen und ihre Körbchengröße von ihr kannte. „Wie soll ich mich denn verbessern und weiterentwickeln, wenn eine Niederlage für mich den Tod bedeutet?“ Wo war da denn der Sinn am Trainieren? Die größte „Schande“ lag ja wohl darin einfach aufzugeben, deshalb konnte er nichts Ehrenvolles daran erkennen, wegen einem verspieltem Sieg den Tod zu suchen … Aber Maeve sah das wahrscheinlich anders.

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Maeve
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Magierakte
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BeitragThema: Re: Heiße Quellen   Fr 28 Aug 2015 - 0:25

Sylvanas plötzlicher Gemütswechsel verwirrte Maeve nicht nur, er ließ sie auch für einen Augenblick verwirrt ins Nichts blinzeln und darüber nachdenken, was genau sie mit der Sprache der Drachen meinte und  welcher Teufel sie genau geritten hatte, dass sie von Zorn und Hochmut plötzlich zu Verständnis und gestelzter Höflichkeit zurück wechselte. Ja, über dem Kopf der Rothaarigen konnte man das große gelbe Fragzeichen fast schon rotieren sehen, als sie der Blauhaarigen mit den Augen folgte und dabei beobachtete, wie diese sich aus dem Wasser erhob und auf ihrem Weg das Handtuch fallen ließ, welches ihre Figur zuvor verdeckt hatte. Mit milden Interesse ließ sie ihre goldenen Augen über den ansehnlichen Körper der anderen Frau gleiten, ehe ihre Augen schließlich auf der Narbe an ihrer Hüfte zur Ruhe kamen und sie in scharfer Manier ihren Atem ausstieß. Maeve wusste, woher eine solche Verletzung ihren Ursprung hatte, erkannte das gezackte Muster und die auffällige Form und ihre Seelenspiegel schienen sich in fast schon entsetztem Charakter zu weiten, ehe sich ihre Lippen einen Spalt breit öffneten und ihr Erstaunen Preis gaben. Das war unmöglich. Ja, die Jakun war sich sogar verdammt sicher, dass es sich hierbei um einen bösen Streich des Teufels handeln musste, denn anders konnte sie sich wirklich nicht erklären, wie genau die fremde Frau zu einem Mal kam, dass allein von Beschaffenheit und Charakterzug einzig und allein von ihrem Gottespropheten hätte stammen können.
Für Maeve war das Konzept von Drachen und auch Dragonslayern eine fremdartige Vorstellung, hatte sie sich doch seit jeher für einzigartig gehalten und nicht einmal in Betracht gezogen, dass es auch andere Menschen geben könnte, die ebenfalls in den Genuss einer Ausbildung bei ihrem Drachenvater gekommen waren. Immerhin war Tiamat so etwas für sie nie gewesen, sie hatte ihn niemals als eine exotische und fremdländische Kreatur betrachtet, sondern viel mehr als ein Geschenk des Himmels, welches ihr ihr Gott in Zeiten der Not und Hilflosigkeit als Unterstützung zukommen lassen hatte. Der Gedanke, dass es nun andere Menschen gab, die in ähnlichen Kontakt gekommen waren, verwirrte die junge Dame nicht nur, es entsetzte sie auch in gewissem Maße, wusste sie doch nicht, wie genau sie auf eine solche Entdeckung zu reagieren hatte. Was bedeutete das nun? War Miss Sylvana Eishaar etwa auch eine außerwählte ihres Gottes und hatte deshalb einen Propheten gesandt bekommen? Ja konnte es vielleicht sogar sein, dass es mehrere von ihnen gab und sie fast schon wie Champions dazu geboren waren, einander zu bekriegen und letztendlich zu vernichten? Maeve wusste wenig über die Willkür der Götter und maß es sich auf der anderen Seite nicht an, über ihre Entscheidungskraft zu urteilen und doch behagte ihr der Gedanke, dass auch der Gott des Regens eventuell einen Menschen auf der Erde unterstützte, in ihrer momentanen Gemütslage überhaupt nicht. Allein der Gedanke, jetzt in Kontakt mit Wasser zu stehen und sich weiterhin dieser abartigen Gefahr auszusetzen, ließ die rothaarige erschaudern und so zögerte sie nicht lange, sich kurzerhand in Richtung Souta umzudrehen und diesen direkt mit einem ihrer stechenden Blicke zu taxieren. »Wir wer’den später reden müssen…«, stellte sie in ihrer schlichten und einfachen Art fest, ehe sie sich mit der feuchten Hand durch die Haare fuhr und die Strähnen in einer fahrigen Geste nach hinten kämmte. Ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass sich die Magierin in einem emotionalen Moment befand, welcher sie nicht nur unsicher und nervös machte, sondern ihr gleichzeitig auch ein seltsames und unangenehmes Gefühl der Hilflosigkeit schenkte, dessen Wahrnehmung sie weder besonders genoss, noch wirklich gutheißen konnte. »Ich freue mich trotz’dem bei anderem Zeit’punkt mit dir zu sp’rechen.«, meinte sie dann jedoch noch und schenkte ihrem Kollegen ein fast schon halbherziges Lächeln, ehe auch sie sich erhob und mit eiligen Schritten aus den zuvor noch so angenehm heißen Quellen trat, die Richtung der Umkleidekabinen ansteuernd. Jegliche Berührung mit Wasser schien ihr mit einem Mal unangenehm und allein der Gedanke, weiter mit diesem Element in Kontakt zu treten, bereitete ihr Bauchschmerzen. Es war ein Trauma aus alter Zeit, als Maeve noch ein junges und hilfloses Mädchen gewesen war und doch hatte sie es auch einige Jahre später nicht geschafft, diese uralten Ängste tatsächlich und vollständig zu besiegen, sah sich in Konfrontation mit ihnen noch immer in ihre hilflose Lage zurückgesetzt, in welcher sie sich damals dem Tod in fast schon beschämender Demut hingegeben und einfach aufgegeben hatte.
Mittlerweile war sie stärker, mutiger und selbstständiger und doch schien sich seitdem so vernichtend wenig geändert zu haben, dass es fast schon keinerlei Unterschied zu machen schien, ob sie immer noch dieselbe Person von damals war, oder nicht. Es waren solche Momente, in denen sich Maeve fragte, wie lange die Schatten der Vergangenheit ihr wohl immer noch anlasten und sie in ihrem alltäglichen Leben verfolgen würden.

Offplay Ende

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