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Sylvana
Rairyū no Isan
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BeitragThema: Re: Altstadt   Sa 26 Sep 2015 - 11:39

Somit wäre dieses kleine Problem nun auch gelöst. Zumindest war sich die Dragonslayerin jetzt sicher, dass Robyn wieder Herrin der Lage war. Fast, wenn man das wiederholte Kratzen ihres Rückens außer acht ließ. Unbewusst des eigentlichen Grundes dieser Zwangshandlung, welche es ja teilweise für das junge Mädchen war, griff Sylvana nach ihrer Hand, umfasste das Handgelenk und zog es bestimmt von ihrem Rücken weg. „Merkt Euch die Stelle und gönnt Euch nachher ein schönes, ausgiebiges Bad. Dann juckt Euer Rücken auch nicht weiter.“ Ihr Lächeln bezeugte nur ihre Unwissenheit, als sie Robyns Handgelenk wieder losließ und einige Momente ihre Worte rekapitulierte. Eigentlich hatte sie alles sehr präzise zusammengefasst. Kirishima war zu 99 Prozent ihre Ratte, die sie jetzt nur noch schnappen müssten. Kingsley und Johnson würden dafür sicherlich eine wichtige Rolle spielen, zumindest in den Gedanken der Dragonslayerin. Sie hatte die zwei Männer schon zu ihren Schachfiguren gemacht, welche für Kirishimas Schachmatt sorgen würden. In ihren Augen waren sie vorerst nur Marionetten, die für den Zweck ihrer Mission auch geopfert werden könnten, davor hatte sie zumindest keine Skrupel – wie es bei Robyn in diesem Belang aussah würde sie noch früher oder später erfahren.
„Eigentlich müssen wir uns keinen Plan überlegen, da ich schon einen durchdacht habe. Ich erkläre ihn Euch auf dem Rückweg, dann könnt Ihr mir gerne Eure Meinung dazu sagen.“ Sylvana war sich ziemlich sicher, dass ihr Plan auch auf Robyns Zustimmung treffen würde. Mit ruhigen Schritten gingen sie durch die Straßen der Stadt, dicht nebeneinander, während die Dragonslayerin mit leiser und sanfter Stimme die Einzelheiten erklärte. Um eine Ratte zu fangen, würden sie einen Köder gebrauchen. Käse oder Wurst für das niedere Tier, für Kirishima jedoch etwas größeres. Einen Gegenstand, der von solch großem Wert war, dass sie unbedingt die Runenritter einschalten würde. Wegen Kleinigkeiten würde sie da sicherlich keinen Finger krümmen. Es gab also die Möglichkeit einen Dieb zu engagieren, der ihnen etwas derartiges beschaffen konnte und über Kirishima dann vermitteln würde. Das würde aber nur dafür sorgen, dass sie unnötige Ressourcen verschwenden würden, vor allem die Jewel, die ein solcher Dieb verlangen würde. Sylvana dachte da eher wieder an ihr kleines Schachbrett und die zwei Figuren, die sich in ihrem Spiel befanden. Johnson und Kingsley… Sie könnten eine falsche Übergabe vortäuschen, mit einer Handelsware von unglaublichen Wert. Sie würden sie ködern, eventuell würde auch einer von ihnen den Dieb spielen müssen, der am Übergabeort auftauchen würde, damit der Zugriff der Runenritter als endgültiger Beweis feststand, der den Sargnagel einschlagen würde. Anschließend müssten sie nur selbst zuschlagen, Kirishima aus ihrem Loch locken, am Besten erneut durch Kingsley und Johnson… Das einer von ihnen dabei in arge Probleme kommen könnte war der Dragonslayerin dabei völlig egal. Für sie waren diese beiden Menschen wirklich nicht mehr als Figuren in ihrem Spiel im Moment, so hart es auch klingen mochte.
Schließlich standen sie wieder in dem langsam doch recht bekannt wirkendem Ladenraum, von Shade weit und breit keine Spur. Anscheinend wollte er nicht riskieren am heutigen Tage noch einmal ein wenig von Sylvanas Explosivität zu erleben. „Also gut… Einwände? Wünsche? Idee?“

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Robyn Skuggi

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BeitragThema: Re: Altstadt   Sa 3 Okt 2015 - 9:28

Eingehend hatte Robyn Sylvanas Ausführung gelauscht. Es half ihr auch dabei, sich ein wenig von dem Jucken und Brennen abzulenken, doch je länger es andauerte, desto unruhiger wurde die Rothaarige. Sie wollte sich einfach nur noch ihre Salbe auf den Rücken schmieren, um dann endlich wieder einen anständig klaren Gedanken fassen zu können. Kaum waren sie also in Shades Laden angekommen, marschierte Robyn in das Hinterzimmer. Sie warf den Mantel auf einen Stuhl, schälte sich aus ihrer Jacke, kramte mit unruhigen Händen die Creme, welche sie seit vielen Jahren begleitete, aus einer Tasche. Das Jucken nahm fast Robyns gesamte Aufmerksamkeit ein, es schien sich wie eine Krankheit durch ihren ganzen Körper auszubreiten. Es fühlte sich allmählich so an, als würden abertausende kleine Ameisen durch ihre Adern krabbeln. Die Dose wurde aufgedreht, das Shirt ein Stück nach oben gezogen und endlich berührte die kühlende Paste ihre aufgewühlte Haut. Eingehend verrieb Robyn mit den Fingern die Salbe über die alte Narbe, spürte erleichtert, wie das Kribbeln in Armen und Beinen langsam nachließ. Ein Seufzer entfuhr ihr, dann wurden ihre Gedanken langsam wieder frei für wichtigere Belange. Wie zum Beispiel auf den Plan von Sylvana eingehen. Die werte Dragonslayerin stand, wie der Rotschopf erst jetzt bemerkte, hinter ihr und musterte mit analytischen Blick die offenbarte Brandnarbe auf Robyns Rücken. Den ersten Impuls, das Shirt ruckartig wieder nach unten zu ziehen, kämpfte sie mühsam schluckend nieder. Natürlich musste sie sich nicht dafür schämen, was auf ihrem Rücken prangte. Andere Menschen – wie Johnson zum Beispiel – trugen schlimmere Male weitaus offener auf ihren Körpern. Manchmal waren sie für jeden sichtbar und ein Blick in den Spiegel würde reichen, um schmerzhafte Erinnerungen wieder ans Tageslicht zu locken. Für Robyn war ihre physische Verletzung gar nicht so schlimm. Sie nervte manchmal, in Situationen wie der jetzigen beispielsweise, mit dem Juckreiz, der sie in den Wahnsinn trieb. Und obwohl sie sich bewusst war, dass sie sich nicht zu schämen brauchte, tat sie es dennoch. Es war eine unbegründete Scham, die sie überkam, wenn jemand einen guten Blick auf ihren Rücken erhaschte, weshalb sich Robyn nur umso mehr darüber ärgerte. Doch das Schlimmste waren die Erinnerungen, die mit dieser Verletzung verbunden waren. Die psychischen Narben, die niemand sehen konnte, waren die gravierendsten.
Mit nun wieder ruhigeren Fingern schloss Robyn die Dose und steckte sie wieder in die Tasche zurück. Dann wandte sie sich um zu Sylvana, dachte einen Moment über deren Plan nach. Eine vorgetäuschte Transaktion, ja, das könnte tatsächlich funktionieren. Sie würden Gerüchte hier und da streuen müssen, damit das nicht existente Diebesgut auch authentisch wirkte. Das würde einige Tage in Anspruch nehmen, eine plötzlich aus dem Nichts auftauchende Übergabe würde sowohl Kirishima als auch die Runenritter misstrauisch werden lassen. Doch wer im Schatten arbeitete, musste geduldig sein können. Ungeduld war einer der größten Feinde eines Schattentänzers. Dennoch ploppte eine Frage in Robyns Geist auf: War das Theater wirklich notwendig? Brauchten sie diesen letzten Beweis tatsächlich, dieses in flagranti erwischen der bereits deutlich Schuldigen? „Wäre es nicht einfacher, sie einfach mithilfe von Johnson und Kingsley direkt aufzuspüren und zu beseitigen?“, fragte sie unweigerlich in die Stille des kleinen Zimmers hinein, überdachte dann ihren eigenen Gedanken kritisch. „Wobei dabei natürlich immer noch die Frage offen bleibt, wie die drei überhaupt zueinander in Kontakt treten. Tun sie dies nur, wenn sie eine Übergabe vorbereiten, dann würde zumindest der erste Teil des Plans auf jeden Fall nötig sein – Gerüchte streuen und unser nicht-existentes Gut anpreisen, um ihre Aufmerksamkeit zu wecken. So vorsichtig wie Kirishima bisher zu sein scheint, wird sie vermutlich nur Treffen mit den beiden in öffentlichen Plätzen arrangieren, um eben potentiellen Attentaten zu entgehen. Eine Verfolgung im Anschluss an ein solches Treffen wäre jedoch durchaus denkbar.“
Es tatsächlich zu einer Übergabe kommen zu lassen, war natürlich sinnvoll, wenn man wirklich einen letzten ausschlaggebenden Beweis haben wollte. Brauchte man das in ihrem Fall aber wirklich? Wie sollten sie den Runenritter aus der sich selbst gebauten Falle unversehrt entkommen? Wie würde ihnen das tatsächlich weiterhelfen, Kirishima zu fangen? Es war schwer vorstellbar, dass die Runenritter eine Lieferung nicht prüfen würden, bevor sie diese beschlagnahmten. Sie würden schnell feststellen, dass es ein Hinterhalt war. Robyn oder Sylvana oder wer auch immer als Transakteur dienen würde, würde dem ganzen nur mit tatkräftiger Unterstützung und einem Gemetzel entkommen können. Sie könnten versuchen, die White Hawks vom Blue Bird einzuspannen, um ausreichen Rückendeckung zu haben. Aber würde Kirishima in einem solchen Fall, der ja sicher einiges an Aufmerksamkeit erregen würde, dann nicht schnellstens die Flucht ergreifen und von der Bildfläche verschwinden?
All das murmelte sie leise vor sich hin und starrte schließlich nachdenklich an die Decke des Zimmers. Sylvanas Plan könnte funktionieren, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. „Wir bräuchten mindestens zwei Gruppen für Euren Plan. Die falsche Übergabe sollte komplett an eine verbündete, schlagkräftige Partei abgegeben werden, wie zum Beispiel das Blue Bird. Die haben eh noch eine Rechnung mit den Rittern offen. Um sicherzugehen, dass Kirishima nicht einfach verschwindet, müsste jemand anders durchgehend ein Auge auf sie haben. Es wäre natürlich einfacher, wenn wir sie vorher bereits gefangen nehmen würden, um ihr dann die Übergabe als Beweis vor die Nase setzen würden, um ihr die letzten Argumente zu nehmen. Es wäre auch ein leichtes, in dem potentiellen Gemetzel eine weitere Leiche loszuwerden.“ Aber das waren immer noch alles nur Überlegungen. Robyn war sich im Moment nicht einmal sicher, ob sie nicht zu kompliziert dachte. Andererseits konnte sie Kirishima nicht einschätzen, da sie einfach keinerlei Informationen über sie hatte. Das machte das Pläneschmieden umso schwieriger.

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BeitragThema: Re: Altstadt   Do 8 Okt 2015 - 16:02

Je näher sie Shades Laden gekommen waren, umso deutlicher konnte auch sie die stärker werdende Unruhe bemerken, die in Robyn so langsam aufstieg. Ohne zu zögern war die Dragonslayerin ihr gefolgt, wollte sie doch einen Blick darauf werfen, warum sie wie von der Tarantel gestochen in das Hinterzimmer marschiert war. Es mochte unhöflich sein, verletzte ihre Privatsphäre, welche sie persönlich so sehr schätzte wie Robyn vermutlich auch, aber es war ihr in diesem Moment einfach völlig egal. Ihre Intuition sagten ihr, dass sie etwas erfahren würde, wofür es sich lohnen würde diese Grenze zu überschreiten. Und sie wurde nicht enttäuscht, als sie selbst ihren Mantel ablegte und in der Tür stehenblieb. Mit leicht geweiteten Augen schaute sie auf den Rücken der rothaarigen Magierin, der durch das hochgezogene Shirt teilweise entblößt war, genug um ihr zu offenbaren, was eigentlich wohl versteckt bleiben wollte. Vernarbte Haut bedeckte einen großen Teil ihres Rückens, rief unweigerlich das Gesicht von Johnson in ihren Kopf. Hatte Robyn diese unangenehme Brandnarbe auf eine ähnliche Art und Weise erhalten? Als Strafe für Verrat oder ein anderes Verbrechen? Es war jedenfalls klar, dass ihr ein Magier diese Narbe zugefügt haben musste, was sie bei genauerer Betrachtung der Struktur der verbrannten Haut auch selbst erkannte. Ganz im Zentrum, wo die Haut am stärksten vernarbt war, konnte man recht eindeutig die Form einer flachen Hand erkennen, was mit dem darum liegenden Narbengewebe für die Dragonslayerin nur einen Schluss zuließ: Da war ein Feuermagier am Werk gewesen. Ein Brandeisen würde die Haut drum herum nicht so stark verletzen, ein normales Feuer oder glühende Kohlen waren nicht in der Lage einen so markanten Handabdruck zu hinterlassen. Also blieb nur noch eine lebende Fackel, ein Magier, der mit Feuer spielen konnte. Ein sehr grausamer Magier, wenn diese Narbe als eine Strafe gedacht sein sollte. Kein Wunder also, dass Robyn die Galle hochgekommen war, beim Anblick von Johnsons halbverbranntem Gesicht. Ein wenig unwohl fühlte sich Sylvana schon dabei, immerhin war sie persönlich mit ihren Handlungen, den Drohungen von verbranntem Fleisch, auch vermutlich ein Katalysator für ihre Übelkeit gewesen. Trocken schluckte die Dragonslayerin, strich sich gedankenabwesend eine Strähne ihres blauen Haares hinter ihr Ohr. Dennoch, sie war nicht weggerannt, hatte das Spiel mitgespielt und bis zum Schluss kaum einen Einblick in ihr Unwohlsein gegeben, bis es nicht mehr anders ging. Irgendwie imponierte dies Sylvana, während sie weiterhin einfach nur in der Tür stand, Robyn dabei zusah, wie sie die Narbe sorgfältig eincremte. Nebenbei überlegte sie sich, ob es passend wäre, das ein oder andere warme Wort zu verlieren, ihr zumindest einen gewissen Respekt für ihr professionelles Verhalten in Gegenwart von Johnsons vernarbtem Gesicht auszusprechen. Sylvana entschied sich dagegen, schwieg einfach weiter, selbst, als Robyn sich umdrehte und sie schließlich dann auch bemerkte. Vielleicht später, wenn sich ein passenderer Augenblick bot…
So sehr, wie sie vor wenigen Augenblicken noch von ihrem Plan und davon überzeugt war, Johnson und Kingsley als Bauern in ihrem Spiel zu benutzen, hätte die Dragonslayerin nicht gedacht, dass sie nach Robyns Überlegungen doch mit den Gedanken spielte, den Plan noch einmal teilweise zu überarbeiten. Wer konnte ihr versichern, dass sie Kirishima nach dem Übergriff überhaupt fassen könnten? Vielleicht war die Übergabe nicht einmal nötig, um die Dame zu überführen. Es gab sicherlich einen einfacheren Weg. Ruhig lehnte sich Sylvana gegen den Türrahmen, legte den Hinterkopf gegen das schwarz gestrichene Holz, ging einige Szenarien durch. Die Gerüchte würden sie streuen müssen, damit sie Kirishima aus ihrem Versteck locken könnten, ihr Interesse gewinnen konnten. Dann müssten sie schauen, wie diese Übergaben überhaupt geplant wurden, da würde man Kingsley und Johnson aushorchen müssen. Ein leichtes Grinsen zuckte über ihre Lippen, als ihr ein Einfall kam, der alle Bedenken einer problematischen Übergabe vereinfachen würde. Wenn Johnson so etwas konnte…
„Gehen wir einen Schritt zurück, zu der Zeit vor der Übergabe. Wir könnten Kirishima beschatten, mit eigenen Augen sehen, wie sie die Informationen über die Übergabe an die Runenritter weitergibt. Danach brauchen wir nur einen guten Moment suchen, zu welchem wir zuschlagen und sie gefangen zu nehmen. Für die Übergabe… Könnten wir ja überlegen, ob deine Freunde vom Blue Bird vielleicht zwei Leute, die ihnen in der Vergangenheit unangenehm gewesen waren, dort hin lotsen könnten. Dann würden die Runenritter zwei unschuldige Personen festnehmen.“ Der Gedanke gefiel der Dragonslayerin sehr. Sie würden einen eindeutigeren Beweis haben, aus nächster Nähe und könnten zusätzlich den Runenrittern eine derbe Pleite verpassen. Wie peinlich würde es für sie wohl sein, zwei Personen, die nichts mit der Übergabe zutun haben, gefangen zunehmen? Besonders, wenn dies an die Öffentlichkeit gelangen würde.

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BeitragThema: Re: Altstadt   Sa 17 Okt 2015 - 12:49

Die neue Überlegung ließ sich Robyn einen Moment lang durch den Kopf gehen. Beschattung, Ertappung, Erfassung. Das klang schon nach einem sichereren Plan. Sie würden zuschlagen können, bevor Kirishima die Gelegenheit haben würde, wieder unterzutauchen und unauffindbar zu werden. Ein weiterer Bonus war, dass es zu keiner unangenehmen Begegnung zwischen ihnen und den Rittern kommen würde. Und Sylvanas letzter Zusatz zauberte ein Lächeln auf Robyns Gesicht. Sicherlich würde Kenzou genau die richtigen Leute kennen, denen er liebend gerne in eine solche Falle laufen lassen würde, um gleich mehrere Fliegen mit einem Stein zu schlagen. Die Ritter würden sich ihrer Sache derart sicher sein, dass sie wohl kaum überprüfen würden, ob ihre neuen Gefangenen tatsächlich die Art Dreck am Stecken hatten, von der sie ausgingen. Alternativ könnten sie einfach ein paar arme Tölpel mit weißer Weste an den Übergabe-Ort locken, um die Schmach der Runenritter noch zu verstärken. Ja, mit Sylvanas Abänderungen gefiel Robyn der Plan für Kirishimas Ergreifung noch um einiges besser.
Die Eingangstür des Ladens ging auf und wurde wieder geschlossen, jemand setzte sich müde stöhnend auf einen knarzenden Stuhl hinter dem Tresen. Shade war wieder da. „Nun denn, lassen wir die Gerüchteküche ein wenig brodeln!“

Die folgenden Tage waren die beiden Magierinnen durchwegs damit beschäftigt, Gerüchte und Hinweise über kürzlich gestohlene Gemälde und eine wertvolle Schatulle zu verbreiten. Dabei bekamen sie tatkräftige Unterstützung von Shade und seinen Kontakten, sowie von Kenzou und dem Blue Bird. Die Gelegenheit, die Runenritter bloßzustellen und an der Beseitigung der lästigen Ratte beteiligt zu sein, wollten sie sich keineswegs entgehen lassen. Sie verteilten kleine Bröckchen an Informationen, in Pubs und ähnlichen Geschäften, bei Bediensteten, sodass auch die reicheren Bürger der Stadt davon sprachen. Einige empörten sich, über den Diebstahl, andere interessierten sich für die geheimnisvollen Waren. Schon bald waren die eher vagen Gerüchte von den Bürgern Oak Towns selbst ausgeschmückt worden, entwickelten ein Eigenleben. Schließlich konnten sich Robyn und Sylvana einfach zurücklehnen und Vorbereitungen für die Beschattung und Festnahme treffen, da die Gerüchte sich von selbst weiter verbreiteten. Nach einer Woche erhielten sie endlich die ersehnte Nachricht: Ein Kurier vom Blue Bird überbrachte ihnen eine Nachricht von Kingsley. Er und Johnson würden sich am Abend mit Kirishima in einem alten Warenhaus treffen, um über das Diebesgut zu sprechen. Endlich konnten sie mit der nächsten Phase ihres Planes beginnen.
Ihnen blieb nicht viel Zeit, um die Gegend eingehend auszukundschaften. Sylvana besorgte sich Karten der Umgebung und prägte sich diese ein, während Robyn die Straßen und Gebäude persönlich begutachtete. Es war wichtig, dass Kirishima sie nicht entdeckte und vor, während und einige Zeit nach dem Treffen würde sie sicherlich besonders argwöhnisch sein. Daher mussten sie umso vorsichtiger und unauffälliger vorgehen. Leider konnten sie nicht einschätzen, wie lange es dauern würde, bis Kirishima einen Ritter kontaktieren würde. Die Zeit der Beschattung würde durchgehend ein Drahtseilakt und eine Geduldsprobe werden.
Als der Abend einzog, hatte Robyn auf einer abgewandten Dachseite Stellung bezogen. Es war kaum jemand in den umliegenden Straßen unterwegs, doch in der Ferne lärmten die vielbesuchten Einkaufsstraßen der Altstadt. Robyn schloss die Augen und konzentrierte sich einzig auf die Geräusche der nahen Umgebung. Wenn sie sich nicht täuschte, war Johnson der erste, der das Lager betrat. Er hatte einen müden Gang, torkelte aber nicht. Die letzten Tage war er tatsächlich trocken geblieben. Die nächste Person bemerkte Robyn fast einzig am leisen Quietschen der Tür. Der Neuankömmling hatte kaum ein Geräusch von sich gegeben, vermutlich war es Kirishima. Einige Minuten später hastete Kingsley keuchend die Straße entlang. Vermutlich war er bereits spät dran. Er schloss die Tür hinter sich und wieder war alles still. Robyn konnte nicht hören, was sie sprachen. Nur ihre Stimmen konnte sie dumpf ausmachen, doch sie mussten sich in einem hinteren Teil des Gebäudes befinden.
Das Lager hatte zwei leicht erreichbare Zugänge. Einen Haupteingang und eine Tür, die in eine noch engere Gasse führte. Sämtliche Fenster waren schwer zugänglich und quietschten, wenn man sie öffnete. Weitere Ausgänge hatten sie nicht finden können, also würde Kirishima durch eine dieser zwei Türen das Lager wieder verlassen müssen. Doch vorerst konnten sie nur warten und hoffen, dass alles glatt lief.


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BeitragThema: Re: Altstadt   Fr 23 Okt 2015 - 11:17

Die letzten Tage hatten der Dragonslayerin eine unglaubliche Freude gemacht. Alleine nur zuzusehen, wie ihre kleinen, einzelnen Gerüchte aufkeimten und sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Stadt verbreiteten, sorgte für ein gewisses Wohlempfinden. Man konnte sie vergleichen wie mit einem kleinen Virus, der sich rasch verbreitete und schon nach kurzer Zeit fast alle Menschen infiziert hatte. Aber noch hatten sie die süßen Früchte ihrer Arbeit nicht ernten können. Das Highlight in Form der Festnahme von Kirishima und den wohl recht dummen Gesichtsausdrucken der Runenritter, wenn sie herausfinden sollten, dass ihnen unschuldige Tölpel in die Finger gespielt worden waren, stand ja sogar noch bevor. Entsprechend groß war auch die Vorfreude der Dragonslayerin auf den Teil ihres Plans, der noch folgen würde. Wer konnte es ihr denn auch verübeln, immerhin hatten sie es sich doch auch verdient!
Im Verlauf der vergangenen Woche entwickelten sich aber nicht nur die Gerüchte in der Stadt, die sie gesetzt hatten, sondern auch das Verhältnis den beiden Magierinnen zueinander. Die meiste Zeit hatten sie eigenständig gearbeitet, einzelne Kneipen und heruntergekommene Spielunken aufgesucht, mit ein wenig Smalltalk die kleinen Brotkrümel gestreut. Sylvana ließ dabei auch wieder ein wenig ihre Reize spielen und schenkte viele unschuldige und doch gleichzeitig recht verführerische Blicke einigen Männern, die zu dumm dazu schienen, ihr Geheimnis, als welches sie es verkauft hatte, auch für sich zu behalten. Geklappt hatte es ja anscheinend, wenn man die Gesprächsthemen in gewissen Kneipen zurzeit anhören mochte, wurde doch immer wieder über die Gerüchte gemunkelt, die die beiden Magierinnen in die Welt gesetzt hatten. Die gemeinsame Zeit, in welcher sie die Vorbereitungen für das weitere Vorgehen trafen, bestätigte Sylvana in ihrem Gefühl, dass ihr Robyn sympathisch war. Dies war wohl allein der Grund dafür, dass sie nicht weiter nach der Herkunft dieser üblen Brandnarbe auf ihrem Rücken bohrte und es einfach so hinnahm, wie es war. Innerlich hoffte sie natürlich die Hintergründe, die Geschichte dazu eines Tages einmal erfahren zu dürfen, aber für den Moment konnte sie recht gut ohne dieses Wissen leben. Stattdessen lockerte sich der Umgangston, den Sylvana an den Tag legte, mit der Zeit ein wenig auf. Die bekannte, höfliche Redensart mochte zwar noch überwiegen, aber die Dragonslayerin hatte der Magierin das Du angeboten, ein Privileg, was nur recht wenige Menschen besaßen, bedeutete dies doch, wenn sie nicht gerade schauspielerte und die Rolle der netten, freundlichen Sylvana einnahm, dass man zum einen in ihrem Ansehen einen doch recht hohen Stellenwert besaß und zum anderen, dass man ihr Vertrauen zu einem gewissen Grad besaß. Natürlich nicht in einem Ausmaß, dass sie einer Person blind folgen würde, dass würde wohl niemals passieren, widersprach es doch ihrer Natur mit einer solch törichten Vorgehensweise zu handeln, aber wohl genug, dass sie einer gut begründeten Intuition gegenüber nicht abgeneigt war.
Ruhig atmend lag Sylvana auf einem Dach, auf der anderen Seite des Lagers, und beobachtete durch ein Teleskop-Lacrima die Zugänge zum Lager. Durch die milchig trüben, nur schwer zugänglichen Fenster konnte sie nicht schauen und auch ansonsten war sie nicht in der Lage in das Lager selbst hineinzuschauen. Der wirklich perfekte Ort, wenn man ungestört und ungesehen etwas besprechen wollte. Nacheinander erschienen die drei Personen, die sich hier treffen wollten. Erst Johnson, dann eine Frau, welche ihrer Annahme nach Kirishima war, und zu guter Letzt eilte noch Johnson in das Gebäude rein. Alle drei nutzen den Haupteingang, welcher sich schließlich hinter Johnson schloss. Damit waren alle Personen dort, wo sie sein sollten. Gut, fast alle…
„Sagt mal… Warum seid Ihr noch einmal hier?“ Sichtbar genervt drehte sie ihren Kopf zur Seite, blickte die Person, die neben ihr lag und ebenfalls mit einem Teleskop-Lacrima das Lager beobachtete, direkt an.
„Natürlich um Eurem einsamen Herzen Gesellschaft zu leisten, werte Lady…“ Shade verstummte, als er die Hand der Dragonslayerin auf seinem Hinterkopf und die Dachziegel in seinem Gesicht spürte. „Ich meinte, um einen besseren Überblick zu erhalten. Zudem muss ich nicht in der Halle sein, um mithören zu können.“ Leicht grinsend deutete der Mann auf sein Ohr. Auf dem ersten Blick war dort nichts Besonderes zu sehen, erst bei näherer Betrachtung konnte man ein kleines Lacrima-Implantat im Gehörgang entdecken, welcher dort leicht schimmernd saß. Er schien also das Lager irgendwie verwanzt zu haben, um auch wirklich sicher zu gehen, dass über die richtigen Themen geredet wurde und keiner etwa Kirishima warnte. Gut, sie hatten immer noch die Möglichkeit ihr einen Zettel zuzustecken, aber so naiv schätzte er weder Kingsley, noch Johnson ein.
„In diesem Fall hättet Ihr eigentlich nicht einmal hier sein brauchen, Shade.“ So hilfreich ihr Kontaktmann doch war, immerhin hatte er die Teleskop-Lacrima und Karten der Umgebung bereitgestellt und auch bei der Verbreitung der Gerüchte geholfen, der Dragonslayerin war es im Moment lieber, wenn sie hier alleine auf dem Dach liegen würde, ohne den merkwürdigen Mann an ihrer Seite. Aber wirklich etwas dagegen machen würde sie ohnehin nicht können, also legte sie wieder ihre volle Aufmerksamkeit auf die Zugänge des Lagers, während Shade dem Gespräch lauschte. Mit ihrer freien Hand griff sie in ihre Tasche, holte einen schneeweißen Kristall heraus, welchen sie vor ihren Mund hielt und gleichzeitig ein wenig Mana hineinleitete, damit das Lacrima auch funktionieren konnte und Robyn, welche das schwarze Gegenstück bei sich hatte, ihre Stimme hören konnte. „Ähm… Blitzdrache an Rotkehlchen…“ Erneut drehte sie ihren Kopf zu Shade, welcher amüsiert zu kichern begann und warf ihm einen tödlichen Blick zu. Immerhin hatte er sie doch förmlich dazu gezwungen diese sinnfreien Codenamen zu benutzen, als Gegenleistung dafür, dass sie seine Ausrüstung ausleihen durften. Kurz seufzte sie, ehe sie wieder ihre Stimme erhob. „Wie ist die Lage bei dir? Irgendetwas Außergewöhnliches zu beobachten?“

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BeitragThema: Re: Altstadt   So 1 Nov 2015 - 23:25

Es passierte nichts. Der gemeine Passant würde sicherlich annehmen, dass das Gebäude und die nähere Umgebung so leer und verlassen waren wie eh und je. Wer konnte schon ahnen, dass sich in den Gassen, auf den Dächern und hinter den so verlassen wirkenden Hausfassaden einige Spezialisten der White Hawks verbargen, die nur darauf warteten, ihre Klauen in ihrer Beute versenken zu können. Robyn hatte zusammen mit Kenzou einige in Beschattung geschulte Männer und Frauen für diese Operation abgestellt. Sie kannten die Straßen und Ecken der Stadt um einiges besser als Robyn und Sylvana und würden bei der anstehenden Überwachung wohl weniger auffallen, als die beiden Magierinnen.
Als Sylvana die Rothaarige kontaktierte, hatte diese sich gerade gefragt, ob sie nicht einmal nach einem Update bei ihren Leuten fragen sollte. Nur, um sich die Zeit zu vertreiben. Dafür hätte sie allerdings ihren Posten verlassen müssen und dabei hatte sie einen so guten Überblick dort. Sylvanas Update-Anfrage war eine willkommene Abwechslung von der ereignislosen Warterei. Zu erzählen hatte sie ihr leider nichts und es war davon auszugehen, dass Sylvana ebenfalls nichts Nennenswertes zu berichten hatte.
Jedenfalls zuckte Robyn kurz zusammen, als die lächerlichen Codenamen erklangen. Bitte, jeder, der die Magierinnen auch nur flüchtig kannte, würde vermutlich mit ein wenig Nachdenken darauf schließen können, wer mit diesen Namen gemeint war. „Leider“, antwortete sie in das Lacrima, gefolgt von einem Seufzer, „sind die Wolkenformen momentan weitaus interessanter als das Lager.“ Wie lange warteten sie wohl schon, seit Kingsley die Tür geschlossen hatte und die Gespräche begonnen hatten? Da nichts passiert war, fühlte es sich so endlos lang an. Gerade, als sie nach Sylvanas Situation fragen wollte, hörte Robyn, wie sich die Geräusche innerhalb des Warenlagers veränderten. Die dumpfen Gespräche waren verstummt. Durch das Lacrima konnte Robyn hören, wie Shade verkündete, dass die Gespräche wohl erfolgreich abgeschlossen waren. „Endlich. Bis später.“ Sie würden sich erst wieder treffen, wenn Kirishima mit ihrer Kontaktperson sprach, um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen.
Der Rotschopf spitzte die Ohren. Die Tür nahe Sylvanas Position wurde geöffnet und jemand ging hinaus. Im nächsten Moment wurde Robyns Tür geöffnet und Johnson verließ eiligen Schrittes das Gelände. Kaum war er um die nächste Ecke abgebogen, trat Kirishima vorsichtig aus dem Lager und schloss die Tür hinter sich. Ohne Zeit zu verlieren, ging sie los, mit Sicherheit darauf bedacht, zahlreiche Haken bis zu ihrem nächsten Ziel zu schlagen. Doch die Hawks würden sie keine Sekunde aus den Augen lassen und auch Robyn würde stets in Hörweite sein, um Sylvana über unvorhergesehene Entwicklungen informieren zu können und notfalls die Hawks bei einer Verfolgung unterstützen zu können. Der Moment der erlösenden Festnahme rückte allmählich in greifbare Nähe.

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BeitragThema: Re: Altstadt   So 15 Nov 2015 - 20:30

Ehrlich gesagt war Sylvana verdammt froh, endlich ihre Position verlassen zu können. Nicht, dass sie ein Problem damit hatte, ihrer Beute aufzulauern, auf den richtigen Moment zu warten, um dann blitzschnell und eiskalt zuzuschlagen. Wäre dem so, dann hätte sie ja einen solchen Auftrag nicht freiwillig angenommen. Es war eher die Tatsache, dass sie so kurz vor ihrem Ziel waren, dass man förmlich nur seine Hand ausstrecken und es ergreifen müsste. Nach all der Arbeit der letzten Tage wollte Sylvana das auch. Kirishima endlich dingfest machen, nachdem sie sich auch von ihrer Schuld zu einhundert Prozent sicher waren. Deswegen ja dieser ganze Aufwand hier, sie wollten ihr Geständnis mit eigenen Augen und Ohren hören, wenn sie diese intimen Informationen an die Runenritter weiterleitete. Ihre Augen blitzten leicht auf, als Kirishima aus ihrem Sichtfeld verschwand, erhob sie sich auch schon, warf noch einen kurzen Blick zu Shade, der weiterhin auf dem Boden lag. „Schnapp dir Johnson und Kingsley und behalte sie solange im Auge, bis wir Kirishima haben. Ich möchte kein Risiko eingehen!“ Natürlich war es immer noch gut möglich, dass einer von ihnen mit Kirishima unter einer Decke steckten. Das würde sich ja in Kirishimas Verhalten zeigen. Wenn sie etwas verdächtiges zu ihrer Kontaktperson bei den Runenrittern sagen oder sich gar nicht erst mit ihr treffen würde. Sie mussten hier mit vollem Bedacht vorgehen!
„Wie Ihr wünscht, Mylady“, erwiderte Shade daraufhin nur, stand ebenfalls auf und machte einen kurzen Knicks, ehe er auch schon das Dach verließ und sich seiner Aufgabe zuwandte. Jetzt lag es an ihnen und Robyns Verbündeten, die Verfolgung aufzunehmen. Die Dragonslayerin war dankbar, dass die Verbindungen ihrer rothaarigen Partnerin solch eine überaus große Hilfe für ihren Auftrag war, konnten sie sich daher erst einmal außerhalb des Sichtfeldes von Kirishima aufhalten und sie so verfolgen, während sie erneut geduldig auf ein Zeichen ihrer Verbündeten warteten. Das Zeichen, dass sie sich mit ihrer Kontaktperson getroffen hatte…
So ganz konnte Sylvana nicht glauben, dass sie gut eine ganze Stunde die junge Frau nun schon verfolgt hatten. Sie war anscheinend wirklich äußerst vorsichtig in ihrer Vorgehensweise, bedacht alle Verfolger abzuschütteln. Immer bedacht, nicht in das Sichtfeld von Kirishima zu gelangen, aber auch nicht zu weit zurückzufallen, schlich die Dragonslayerin bedacht durch die Gassen, nahm oftmals einen anderen, längeren Weg, um auch sicherzugehen, dass sie nicht plötzlich in eine Gasse ging, in der Kirishima stand und sie direkt anblicken würde. Dann wäre alle Mühe umsonst gewesen. So war die Dragonslayerin doch unglaublich erleichtert, als plötzlich ein leises Rauschen in dem Ohrstück ihres Lacrimas zu hören war und sich eine recht helle Stimme leise meldete. „Kirishima hat aufgehört sich zu bewegen. Sie befindet sich jetzt auf dem zentralen Marktplatz der Altstadt, neben dem Springbrunnen.“ Endlich! Das warten hatte endgültig ein Ende. Leicht grinsend beschleunigte sie ihren Gang ein wenig, wanderte durch einige Gassen, um dann schließlich auf der anderen Seite des recht großen Marktplatzes wieder rauszukommen. Recht viele Menschen waren hier noch unterwegs, schauten sich die Waren an den zahlreichen Ständen an. Aufmerksam ließ sie ihren Blick über die Menschenmenge schweifen, ehe sie auch schon den Brunnen und das Gesicht Kirishimas entdeckte. Langsam setzte sich Sylvana in Bewegung, machte sich auf den Weg zu einer etwas abgelegenen Stelle des Marktplatzes, wo sie nicht so einfach von Kirishima entdeckt werden würde. Mit einem leichten Grinsen musste sie feststellen, dass sie nicht alleine auf diese Idee gekommen war, als sie die markanten roten Haare ihrer Partnerin entdeckte. „Ist das Vögelchen etwa schon vor mir gelandet?“, meinte sie mit einem leichten Schmunzeln, während sie unauffällig in Richtung des Brunnens schaute, in voller Erwartung, dass nun endlich die Kontaktperson auftreten würde. „Denkst du, du kannst mit deinem Gehör das Gespräch verfolgen?“

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BeitragThema: Re: Altstadt   Do 19 Nov 2015 - 23:36

Wäre es noch möglich gewesen, dass Robyn während der ereignislosen Warterei hätte einschlafen können, so war sie jetzt hellwach und all ihre Sinne geschärft. Ihr Herz pochte aufgeregt, ihr ganzer Körper kribbelte erwartungsvoll, jetzt, da das Ende dieser doch so lange andauernden Mission in Sicht war. Und das wörtlich, denn Robyns Augen waren durchwegs auf Kirishima fixiert. Erst als Sylvana zu ihr gestoßen war, wandte der Rotschopf kurz den Blick ab und grinste seine Partnerin an. „Darauf kannst du wetten!“ Dann legte sie einen Finger auf ihre Lippen und bedeutete Sylvana, ruhig zu sein.
Jetzt lag alles an Robyn. Konnte sie Kirishima in flagranti bei ihrem Austausch mit den Runenrittern erwischen? Eilig schätzte der Rotschopf die Situation ein. Der Marktplatz war noch recht gut besucht und entsprechend durch die Gespräche der Leute belebt. Alle erklingenden Stimmen, Worte, Gelächter und Ausrufe verschmolzen zu einem steten Rauschen in den Ohren, sofern man sich nicht einige wenige Stimmen konzentrierte. Deshalb würde sie genau hinhören, welche Klänge von der Brunnengegend stammten. War die Entfernung u diesem vielleicht zu groß, ihr Gehör möglicherweise nicht fein genug, um so viele Geräusche erfolgreich filtern zu können? Robyn konnte zwar doppelt so gut hören, wie ein normaler Mensch und schnappte entsprechend viele Gesprächsfetzen und Geräusche aus ihrer näheren Umgebung auf, doch wie die Situation beim Lager bereits gezeigt hatte, war ihr eine gut platzierte Wanze manchmal überlegen. Dort war die Entfernung für Robyn zu groß gewesen und zu viele Wände, geschlossene Türen und Fenster hatten sie von Johnson, Kingsley und Kirishima getrennt. Nur dumpf hatte sie überhaupt die Stimmen hören können. Wie sah es hier auf dem Platz aus?
Robyn ließ einen letzten Blick über die Menge streifen, bevor sie die Augen schloss. Sie blendete sämtliche Geräusche aus, bis sie nur noch ihren eigenen Körper wahrnahm. Das rhythmische Pumpen ihres Herzens, die tiefen Atemzüge, welche ihre Lungen füllten, das leise Gluckern in ihrem Bauch, das aufeinander Reiben ihrer Zähne. Links neben ihr atmete Sylvana so ruhig und langsam, dass man meinen könnte, sie hätte den Atem angehalten. Ihre Hände rieben auf den Ärmeln ihres Mantels, als die Dragonslayerin die Arme vor der Brust verschränkte. Wenige Meter vor ihnen passierten sie gerade zwei Personen nah beieinander; sie unterhielten sich anscheinend über einen Schulkameraden. Etwas zu ihrer rechten stand eine Gruppe Männer, welche auf den fünften und letzten im Bunde warteten, um endlich mit ihrem Abendplan beginnen zu können. Sie konnte hören, wie sich die Menschen bei den nahegelegenen Marktständen mit den Verkäufern und untereinander unterhielten, doch von der anderen Seite des Platzes drängte nur ein Rauschen in Robyns Ohren. Auch der Brunnen war etwas zu weit entfernt, etwas zu sehr durch das Stimmenmeer der Menschen abgeschirmt. Er war wirklich ein fantastischer Ort, um eine heikle Informationsübergabe zu veranstalten.
Sie stöhnte genervt. Es half nichts. Robyn musste näher heran und das schnell. Zum Glück hatte sie vorgesorgt. Auf dem Marktplatz verteilt standen an unterschiedlichen Orten ein paar kleine Gruppen Hawks, welche alltäglichen Unternehmungen nachging. Sie waren auf Abruf bereit, um notfalls bei der Festnahme Unterstützung leisten zu können. Eine der Gruppen war nahe genug am Brunnen, dass Robyn diesen von dort aus würde abhören können. „Wenn ich die Haare hinterm Kopf zusammen nehme, haben wir sie“, erklärte sie Sylvana rasch das Zeichen. Sie wollte keine unnötige Aufmerksamkeit mit dem Lacrima erzeugen und ihr rotes Haar würde sicher ein leichter Fixpunkt für die guten Augen ihrer Partnerin sein. Dann tauchte sie auch schon in die Menge, um sich wenige Momente später bei ihrer Zielgruppe einzuhaken.
Sie scannte mit ihren Ohren die Brunnenregion. „Der Herbert hat aber ganz schon gehört, was Knallrote Unterwäsche, ja! Ist das denn kommst du niemand hat gesagt wie das gestunken fuchsteufelsgenial, das machen Sayuri! Welch Augenweide! Aber wie ist das denn Du bist spät dran.“
Sie hielt den Atem an. Das war es. Das war genau dieselbe genervte, ungeduldige Stimme, wie Robyn sie auf der Aufnahme Johnsons gehört hatte. Und kurz vorher hatte sie doch auch Kirishimas Namen gehört? Was dachten sich die Ritter überhaupt dabei, ihre Informanten beim bekannten Namen anzusprechen? Waren sie hier mittlerweile so überheblich, dass sie nicht mehr wirklich befürchteten, entdeckt zu werden?
Jetzt, da Robyn endlich das gesuchte Gespräch gefunden hatte, blendete sie alle unerwünschten Geräusche nach Möglichkeit aus, um sich einzig darauf konzentrieren zu können.
„Ach, die paar Minuten? Komm, da ist doch nichts dabei. Aber sag mal, wir waren etwas überrascht, schon eine neue Meldung von dir zu bekommen. Die lernen wohl einfach nicht, dass diese Unternehmungen in Oak Town endgültig vorbei sind.“
„Kann sein. Kann nicht sein. Interessiert mich auch nicht.“ Kirishima knirschte mit den Zähnen. „Ich sag dir nur, was ansteht. In zwei Tagen findet die Feier statt, hinten bei der Schule am Pine-Park im Ostend. 23 Uhr. Das Büffet soll erstklassig sein. Die Gastgeber wollen außerdem ihre neuesten Errungenschaften zur Schau stellen, dazu gehört eine ganz aufwendig verzierte, kostbare Schatulle, die einiges wert sein muss. Sind wir dann fertig?“
Oh ja, sie waren fertig. Am liebsten wollte Robyn Kirishima sofort stellen und triumphierend abführen, aber dann würde natürlich der Runenritter vom ganzen Plan Wind bekommen. Stattdessen band sie für Sylvana hoffentlich sichtbar ihr rotes Haar in einem lockeren Zopf hinterm Kopf zusammen und gab dann ihren Falken per Handzeichen die gute Nachricht weiter. Jetzt waren es tatsächlich nur noch Minuten bis zur ersehnten Ergreifung.

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BeitragThema: Re: Altstadt   So 29 Nov 2015 - 11:17

Erneut hatte Sylvana das Gefühl, sich in einem anderem Raum zu befinden, in welchem die Zeit sehr viel langsamer verging, als normalerweise. Recht entspannt lehnte sie gegen eine Hauswand in ihrem Rücken, die Augen auf Robyn gerichtet, ungeduldig wartend, dass ihre Partnerin sich doch nun endlich ihre Haare zusammenbinden würde. Obwohl sie so entspannt wirkte, war ihre innere Lage doch ganz gegenteilig recht angespannt. Sie wollte einfach nicht länger warten, jetzt, wo sie ihre Beute schon förmlich riechen konnte. Alles, was sie wollte, war zuschlagen. Ihre Klauen in sie schlagen, sie noch etwas qualvoll zappeln lassen. Sie mochte zwar nur eine einfache Ratte sein, aber die Jagd nach ihr war teilweise wirklich anstrengend genug gewesen, da wollte sie sich natürlich die Genugtuung nicht nehmen lassen, sich ein wenig Entlohnung zurückzuholen. Wie ihre hübsche Porzellanhaut wohl aussehen mochte, wenn man sie für längere Zeit mit prickelnder elektrischer Dragonslayermagie behandeln mochte? Die Vorstellung alleine war verlockend, machte Lust auf mehr. Sylvana sah förmlich, wie ihr Finger ganz, ganz langsam die Konturen ihres makellosen Gesichts nachfuhr, ihr Antlitz in Schmerzen entstellt sich verzog, sie um Gnade winselte, während ihre Blitze sich langsam in ihre Haut fraßen. Für einen kurzen Moment ertappte sie sich dabei, dass die Vorstellung sie fast schon zu sehr erheiterte, ihre Atmung sich schon beschleunigt und ein eigenartig wohlfühlendes Kribbeln sich in ihrem ganzen Körper verteilt hatte. Dafür war jetzt nicht die Zeit, noch musste sie konzentriert bleiben. Immerhin zappelte Kirishima noch nicht in ihren Fängen!
Die Zeit zog sich wirklich unglaublich lang, es war fast schon unerträglicher als vorhin auf dem Dach zu liegen. Ob Robyn sie auch wirklich gut belauschen konnte? Etwas ungeduldig kaute Sylvana dezent auf ihrer Unterlippe herum, spürte nach kurzer Zeit diesen markanten, metallischen Geschmack ihres Blutes auf ihrer Zunge und hörte daraufhin auch schon wieder damit auf. Stattdessen ließ sie immer wieder einen einzigen, kleinen Funken um ihre Fingerspitzen kreisen, während ihre Augen weiterhin völlig auf Robyn fixiert waren. Entsprechend war es für Sylvana mehr als nur sichtbar, als sie ihre roten Haare zu einem lockeren Zopf zusammenband. Das war alles, was die Dragonslayerin sehen wollte. Augenblicklich veränderte sich ihre gesamte Körperhaltung, als hätte man einen Schalter umgelegt. Der kleine Funke verschwand augenblicklich, als Sylvana ihre rechte Hand kurzzeitig zu einer Faust ballte, ihre Zunge strich langsam über ihre Unterlippe, um sicherzugehen, dass kein Tropfen ihres Blutes mehr auf ihr war und ihre Augen spiegelten genau wieder, wie gut es ihr auf einmal wieder ging. Deutlich konnte man sehen, wie sich ihre Pupillen zu schlitzen verengt hatten, verliehen ihren Augen den Ausdruck, den sonst nur die Augen eines Drachens zu besitzen vermochten. Ein leicht diabolisches Grinsen lag auf ihren Lippen, welches sie aber nach nur wenigen Augenblicken wieder verschwinden ließ, da sie es doch für zu auffällig hielt.
Langsam setzte sich Sylvana in Bewegung, um wieder eine bessere Sicht auf Kirishima und ihre Begleitung zu bekommen. Spontan entschied sich die Dragonslayerin dazu, noch einen Apfel zu kaufen, ehe sie ihren Blick wieder in Richtung des Brunnens drehte und bemerkte, dass Kirishima nun alleine dort stand. Ob sie wohl schon wusste, dass ihr langsam die Luft ausging? Erneut huschte ein Grinsen über ihre Lippen, welches sie direkt mit dem tiefrotem Apfel verdeckte, in welchen sie einmal herzhaft biss. Das Fruchtfleisch war entsprechend der Temperaturen in der Stadt ziemlich kalt, während der süßliche Fruchtsaft es doch zu schaffen vermochte, dieses Kältegefühl zu kaschieren. Ein weiteres Mal biss Sylvana in den Apfel, nachdem sie runtergeschluckt hatte, dann noch einmal und noch einmal, bis nur noch das Kerngehäuse der Frucht zu sehen war, welches sie direkt in den nächsten Mülleimer warf. Vom Zeitpunkt her fast schon perfekt, den Kirishima setzte sich nur wenige Sekunden später auch schon in Bewegung. Deutlich sah sie, wie einige Blicke im Rücken der jungen Dame ihr folgten, die Personen aber weiterhin alle ruhig an ihren Standorten verharrten. Die waren verdammt gut, das muss man ihnen wirklich lassen. Sorgte im Gegenzug natürlich nur dafür, dass Sylvana am liebsten noch mehr über das Blue Bird in Erfahrung bringen wollte. Aber eine Sache nach der anderen, jetzt stand etwas anderes auf der Karte: Der Höhepunkt der Jagd!
Die Verfolgung von Kirishima dauerte diesmal nicht länger als zuvor, wartete die Dragonslayerin doch nur darauf, dass sie in eine der leeren, engen Gassen einbiegen würde, damit sie zuschlagen könnten. Anfangs folgte sie noch dem Verlauf der Hauptstraße, ehe sie hinter einem Geschäft plötzlich nach rechts abbog. Hatte sie diesmal gemerkt, dass man sie verfolgte? Sylvana beschleunigte ihre Schritte, stellte sich an die Ecke, um vorsichtig in die Gasse hineinzuschauen. Nein, anscheinend hatte sie keinen Verdacht geschöpft, ging sie doch weiterhin völlig normal. Geduldig wartete sie noch einen Moment, bis Kirishima in eine weitere Nebengasse abbog, ehe sie mit einem breiten Grinsen nun ebenfalls die Gasse betrat. Die Falle war kurz davor zuzuschnappen, waren einige Verbündete des Blue Bird doch ebenfalls hinter ihr gesehen, hatten sich schon hier in den Gassen der Altstadt verteilt gehabt. Jetzt musste sie nur noch einmal abbiegen, dann war sie dort, wo die Dragonslayerin sie haben wollte. Zappelnd in der Rattenfalle. Von Euphorie ermuntert beschleunigte Sylvana erneut ihre Schritte, rannte fast schon bis zu jener Gasse, in die Kirishima gerade eben eingebogen war. Einmal tief durchgeatmet und schon ging sie um die Ecke, sah die junge Dame, wie sie gerade ihr entgegen ging, weil zwei nette Herren des Blue Birds und ein ihr doch recht bekannter Rotschopf die andere Seite der Gasse blockierten. Das diabolische Grinsen von vorhin wieder auf ihren Lippen gelegt, hob sie leicht ihre Hand, hüllte sie direkt in ihre Blitze ein, während sie langsam auf Kirishima zuging.
„Schachmatt, Sayuri.“ Das sich die junge Dame kampflos ergeben würde, das hätte Sylvana sowieso nicht erwartet. Entsprechend war sie auf den letzten Verzweiflungsversuch von ihr gefasst gewesen, als sie plötzlich losrannte und versuchte, die Dragonslayerin mit einem Schlag zur Seite zu befördern. Zu blöd nur, dass dieser Schlag weder stark, noch besonders schwer vorauszusehen war, weswegen Sylvana auch nur einen Schritt zur Seite machen musste, ehe sie ihr Bein ausstreckte und Kirishima durch ihre eigene Bewegung zum fallen bracht, nur um kurz darauf ihr Knie in ihren Rücken zu drücken, die Hand auf ihren Kopf gedrückt, sodass dieser schön auf den unbequemen Pflastersteinen lag.

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BeitragThema: Re: Altstadt   Mo 14 Dez 2015 - 21:04

Mit einer gewissen Genugtuung vernahm Robyn, wie Kirishima den Boden küsste und vor Schmerz aufstöhnte, als Sylvana ihr voller Tatendrang das Knie in den Rücken drückte. „Runter von mir! Lass mich gehen! Verdammt!“, rief die nun Gefangene verzweifelt aus, vom genervten Ton keine Spur mehr in ihrer Stimme. Ihr musste klar sein, in welcher aussichtslosen Situation sie sich im Moment befand. Sie sträubte sich und beschwerte sich, bis Sylvana ihr einen herzhaften Schock verpasste. „Scheiße“, stieß sie dann noch aus, bevor sie ihren Widerstand aufgab und kraftlos den Kopf auf den Boden legte.
Robyn hatte sich das Schauspiel aus der Ferne mit ihren beiden Hawk Gefährten angesehen. Endlich war ihre Beute gefangen. Robyns Begleiter konnten ein breites Grinsen kaum unterdrücken, gaben aber ihr Bestes, um vor ihr nicht völlig die Fassung zu verlieren. Aber Robyn konnte sie nur zu gut verstehen. Die Verräterin, welche sämtliche für die Geschäfte wichtigen Aktivitäten gefährdet hatte, war nun endlich gefasst. Heute Nacht, sobald sich die Nachricht herumgesprochen hatte, würde es einige Feiern geben. Ganz besonders die Hawks, würden sich wohl ein wenig amüsieren, immerhin hatten sie tatkräftig zur Ergreifung Kirishimas beigetragen.
„Ich würde sagen, wir alle haben heute fantastische Arbeit geleistet. Es war mir ein Vergnügen, mit euch zu arbeiten.“ Sie klopfte den Männern auf die Schultern, bevor sie sich zu Sylvana und Kirishima aufmachte. Jetzt gab es nicht mehr viel zu tun, doch das machte die folgende Aufgabe nicht weniger wichtig. Es war sogar der allerwichtigste Teil ihrer ganzen Mission. Sie mussten Kirishima endgültig festnehmen und an Shade übergeben, wie sie es zuvor besprochen hatten. Shade würde dann alles Weitere erledigen, denn Robyns und Sylvanas Aufgabe war einzig die Jagd gewesen.
Bei den beiden Frauen angekommen, ging Robyn in die Hocke und betrachtete die geschlagene Frau einen Moment lang. Einige Fragen waren noch offen. Warum hatte Kirishima so gehandelt, warum hatte sie ihre Leute verraten? Was ging wohl gerade in ihrem Kopf vor? Doch an den Antworten auf diese Fragen hatte der Rotschopf kein wirkliches Interesse. Falls überhaupt, dann fielen sie in Shades Aufgabenbereich. Und dorthin sollten sie auch Kirishima selbst schnellstmöglich überbringen, denn dann konnten die beiden Magierinnen ihren Aufenthalt in Oak Town endlich beenden und nach Crystalline Town zurückkehren. Es wartete immer noch eine Wohnung auf Robyn, die fertig eingerichtet werden wollte.
„Zeit, dich abzuführen.“ Aus einer Tasche holte sie Handschellen, mit denen sie mit Sylvanas Hilfe Kirishimas Hände hinter deren Rücken fesselte. Kaum hatten die Gildenmitglieder ihrer Gefangenen auf die Füße geholfen, kam Shade um eine Ecke gebogen. Er sah sichtlich zufrieden aus, als er Kirishima schmutzig, gefesselt und mit gesenktem Kopf zwischen Robyn und Sylvana stehen sah.
„Welch ein Anblick! Zwei wunderschöne, starke Frauen... und eine mickriges Mäuschen. Ist ja gut, ist ja gut, seht mich bitte nicht so finster an, meine Damen! Wunderbare Arbeit. Dann nehme ich unser Mäuschen jetzt in meine Obhut, alles Weitere könnt Ihr mir überlassen. Es war wirklich sehr angenehm, mit Euch zu arbeiten. Sollten Eure Wege Euch je wieder nach Oak Town führen – zögert nicht, bei mir anzuklopfen.“ Damit deutete Shade eine Verbeugung an, wechselte ein Kopfnicken mit Sylvana und Robyn und geleitete Kirishima aus der Gasse.
Eine vorher unbemerkte Last schien von Robyn abzufallen, ein langer Seufzer entwich ihr. War sie vorher schon so erschöpft gewesen? Sie blickte zu Sylvana. Die Dragonslayerin war Robyns erster richtiger Kontakt in der Gilde, ein Umstand über den der Rotschopf sehr froh war. Sie schienen ein gutes Team zu sein, konnten auch in Zukunft noch viel voneinander lernen, sollten sie wieder gemeinsam auf eine Mission geschickt werden. Doch zukünftige Missionen waren noch fern, erst einmal hieß es für sie beide erst einmal, dieses Rattenloch zu verlassen, ein Liedchen anzustimmen und ins Gildenheim zurückzukehren.

Rattenfänger Ende

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