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 Royal Crusade Ruinenversteck - Ehemaliger Weinkeller

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Kuma
Allrassiges Bärvieh


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BeitragThema: Royal Crusade Ruinenversteck - Ehemaliger Weinkeller   Di 14 Jul 2015 - 14:52

Ortsname: Royal Crusade Ruinenversteck - Ehemaliger Weinkeller
Art: Gebäude
Spezielles: ---
Beschreibung: Einst war dieser große Raum ein Weinkeller, in dem die Mönche selbst hergestellten Wein aus den hier in der Gegend wachsenden Eisbeeren lagerten und gegen Spenden an das Kloster verkauften, doch heute dient der verlassene Keller als Aufenthaltsraum für die Magier der dunklen Gilde. Viele der alten Fässer wurden umfunktioniert zu Tischen oder Bänken und nach und nach haben es die finsteren Magier sogar fertig gebracht eine richtige Küche in einer Nische unterzubringen, in der nicht nur fließend Wasser, sondern auch alle nötigen Geräte zu finden sind.

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Robyn Skuggi

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Ehemaliger Weinkeller   Mi 27 Apr 2016 - 17:23

Questbeginn: Wahlkampf! Wer kämpft dreckiger?
Robyn und Sylvana

Während draußen erneuter, an einen Schneesturm grenzender, heftiger Schneefall sich bemühte, die gesamte Ruine in Weiß zu hüllen, tummelten sich im Untergeschoss des Geländes zahlreiche Gildenmitglieder der Royal Crusade. Männer und Frauen scharten sich um den beheizten Ofen; jemand putzte und schnitt in der Küchennische sorgfältig Gemüse, auf dem Herd kochte eine lecker duftende Suppe. An den Tischen sammelten sich Gruppen aus Gleichgesinnten, die sich mit heißen Getränken aufwärmten und über verschiedene Themen unterhielten. In der von Ofen und Herd am weitesten entfernten Ecke hatte es sich Robyn an einem Tisch gemütlich gemacht, eingemummt in einen warmen Mantel und kuscheligen Schal. Die Arme auf dem Tisch verschränkt, den Kopf auf diesen gebettet, döste sie zufrieden vor sich hin, dem Trubel um sie herum wie einem Schlaflied lauschend.

Es war nicht einmal einen Monat her, seit Robyn zusammen mit Sylvana ihre erste Mission für die Gilde erfolgreich abgeschlossen hatte. In den letzten Wochen hatte sie endlich ihre kleine Wohnung fertig einrichten können, sich mit ihren Nachbarn – insbesondere mit dem Wirtshaus „Nordstern“ – bekannt machen können und sich auch das Gildengelände näher ansehen können. Traurigerweise war John – ihre Eintrittskarte in die Gilde – noch immer so ziemlich das einzige Gesicht, zu dem Robyn neben Sylvana und Gildenmeister Charis einen Namen hatte. Zwar war sie natürlich einigen Magiern der Gilde begegnet, doch niemand war daran interessiert gewesen, mehr als nötig mit ihr zu verkehren. Das war ganz anders als bei den White Hawks – Während die White Hawks Neuzugänge in der Regel unter die Fittiche eines erfahreneren Hawks stellten, war bei Royal Crusade scheinbar erst einmal jeder für sich. Es mochten die allermeisten für dasselbe größere Ziel arbeiten und der Gilde dienen, doch die strenge Hierarchie machte es für Neuankömmlinge schwierig, Kontakte zu knüpfen. Als eines der neuesten Mitglieder der Gilde war Robyn rangweise sogar noch unterhalb der niedrigsten Stufe, weshalb sie praktisch allen anderen Magiern gegenüber Respekt zeigen sollte. Das war auch gar kein Problem, schließlich hatte sie kaum direkten Kontakt zu den anderen. Das Problem waren nur diejenigen niedriggestellten Magier, die potentielle Konkurrenten so früh wie möglich ausschalten wollten oder ihre höhere Stellung dazu nutzten, um andere niederzumachen – was in diesen niedrigen Rängen bedeutete, dass diese Magier in der Regel eine große Klappe hatten, aber sonst nichts dahinter.

Seit einer Woche hatte Robyn leider einige solche Magier an der Backe, wann immer sie die unterirdischen Gewölbe der Ruinen betrat. Nur daran wollte sie eigentlich gar nicht denken. Am heutigen Tag hatte diese Gruppe sie noch nicht erspäht, um sie zu nerven, wodurch Robyn endlich die Geräuschkulisse des ehemaligen Weinkellers genießen konnte. Sie war auch nicht grundlos an diesem Ort: Am frühen Morgen war sie überraschend daheim besucht worden und mit einer neuen Quest beauftragt worden. Sie hatte den Aufenthaltsraum und ihren Tisch in der Ecke als Treffpunkt ausgesucht und wartete nun geduldig auf ihren Partner. Niemand hatte ihr gesagt, wer ihr Partner sein würde. Möglicherweise hatte das zu der Zeit auch noch gar nicht festgestanden. Also hieß es warten und genießen.

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Ehemaliger Weinkeller   Do 5 Mai 2016 - 12:54

Es war einer dieser Tage, die man eigentlich am liebsten bei sich Zuhause verbringen möchte, den Körper in einer dicken und kuscheligen Decke eingewickelt und ein heißes Getränk in den Händen, während man den tanzenden Schnee vor der Fensterscheibe beobachtete. Für einige Augenblicke am frühen Morgen hatte die junge Dragonslayerin mit diesem Gedanken gespielt, als sie noch eng in ihrer Decke eingekuschelt in ihrem gemütlichen und warmen Bett gelegen hatte und vom Fliegen geträumt hatte. Trotzdem war sie aufgestanden, hatte sich heiß geduscht und war in ihre Klamotten geschlüpft, um nur einige Zeit später sich dort einzufinden, wo sie erwartet wurde. Der ehemalige Weinkeller war einer der Orte, die sie eher ungerne betrat. Zu viele Menschen auf einem Haufen, der Geruch von etlichen müffelnden Pelzmänteln in ihrer Nase… Da half auch nicht der Geruch der leckeren Suppe, die gerade gekocht wurde, dies zu überdecken.
Kurz rümpfte Sylvana ihre Nase, ehe sie ihren Blick wieder durch den Raum schweifen ließ. Eingehüllt in ihren Wolfsfellmantel, die Kapuze gerade so tief ins Gesicht gezogen, dass man nicht auf den ersten oder zweiten Blick erkennen konnte, wer sich hinter dem Mantel versteckte. Aber warum die Geheimniskrämerei? Was hatte sie davon, sich nicht zu zeigen? Nun, das lag wohl im direkten Zusammenhang mit der jungen Dame, die sie schon seit einiger Zeit beobachtete. Anders als Robyn wusste die Dragonslayerin schon seit längerem, dass sie für eine Mission mit ihr eingeteilt worden war. Genau genommen war Sylvana es gewesen, die den Gildenmeister darum gebeten hatte, Robyn als ihre Partnerin einzuteilen. Und dummerweise hatte sie dadurch auch ein Rädchen ins Drehen begannen, welches sie auf direktem Wege stoppen wollte. Deswegen auch der Treffpunkt in diesem für sie überaus verhasstem Ort. War nur zu hoffen…
„Hey, aufstehen!“ Grinsend huschten Sylvanas Augen wieder zum Tisch, an dem Robyn gerade vor sich hin döste. Wie bestellt. Lord John, Lord Hans und eine gewisse Lady Rosalia, die auch erst seit kurzem Teil der Gilde geworden war und es allem Anschein nach verstand, Männer um ihren Finger zu wickeln. Ob die Lordschaften John und Hans wussten, dass ihr Dolch schon tief in ihrem Rücken steckte? Vermutlich eher nicht, so einfallslos sie doch waren. Normalerweise würde sie dieses Treiben einfach geschehen lassen und amüsiert dabei zusehen, wie Lady Rosalia die beiden Männer wie Schachfiguren auf dem Spielfeld tanzen ließ, um sie dann wie Bauern zu opfern, wenn die Zeit gekommen war. Wobei, ehrlich gesagt wäre die Dragonslayerin ja gerne dabei, um die Gesichter der beiden Herren zu sehen, wenn sie realisiert haben, dass man die ganze Zeit mit ihnen gespielt hatte. Das wollte sie sich wirklich nicht entgehen lassen. Für den Moment aber gab es Wichtigeres zu erledigen – hier mussten nämlich mal dringend einige Dinge klargestellt werden.
Noch während Lady Rosalia und ihre Schoßhündchen auf eine Reaktion von Robyn warteten, setzte Sylvana sich in Bewegung. Sie positionierte sich näher an den Tisch ran, um in wenigen Momenten dann schnell reagieren zu können. Alle drei Personen konnte sie nicht gleichzeitig schocken, aber wer gleich die größte Klappe hatte durfte sich auf einen schön schmerzhaften Wadenkrampf freuen.

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Robyn Skuggi

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Ehemaliger Weinkeller   Do 19 Mai 2016 - 21:40

Da waren ihre ungebetenen Gäste. Robyn regte sich etwas, sodass sie die drei Magier durch ihr rotes Haar hindurch erblicken konnte. John war unscheinbar wie eh und je. Er wurde deutlich überstrahlt von Hans‘ überheblichen Grinsen und Rosalias bloßer Präsenz. Das machte ihn natürlich ideal für Infiltrationen, doch ansonsten schien er eher langweilig. Vielleicht war gerade das einer der Gründe, weshalb er sich Rosalias Gefolge angeschlossen hatte – er, Hans und einige andere Männer und Frauen folgten Rosalia wie Motten dem Licht.
Ehrlich gesagt wusste Robyn nicht viel über Rosalia. Die Magierin war eine schöne, hochgewachsene Frau. Sie hatte rotes Haar, tiefrote Augen und ein sehr gepflegtes Äußeres und Auftreten. Vom Hörensagen konnte Robyn darauf schließen, dass Rosalia außerdem eine talentierte und fähige Magierin war. Das in Kombination mit ihrem Ehrgeiz, einer Schippe Arroganz und einer gehörigen Prise Manipulation machte sie zu einer gefährlichen Konkurrentin.
Wenn es nach Robyn ginge, hätte sie nichts mit dieser Frau zu tun. Sie war nicht auf Streit oder unnötige Rivalität aus. Sie brauchte auch nicht auf Teufel komm raus im Rang aufsteigen und dabei einen Berg von Leichen erklimmen, die einst einmal ihre Gilden-Mitstreiter gewesen sein mochten. Ihre Leistungen in den Missionen würden für sie sprechen. Da brauchte sie keine nervigen internen Konflikte. Rosalia dagegen hatte wohl keinen anderen Zeitvertreib, als andere Neuzugänge zu verspeisen.
Robyn atmete einmal tief durch, bevor sie sich mit einem Lächeln auf den Lippen völlig aufrichtete. „Meine Herren, die Dame. Was verschafft mir heute diese unerwartete Ehre?“
Hans lehnte sich angriffslustig vor, doch Rosalia ließ ihn mit einer Handbewegung verstummen, als er zum Sprechen ansetzte. Sie setzte sich besorgt dreinblickend Robyn gegenüber an den Tisch. „Meine liebe, kleine Robyn“, begann sie. „Ich fürchte die Zeiten sind höchst ungünstig für unerfahrene junge Mädchen, eine Reise zu unternehmen. Ich weiß aus sicherer Quelle, dass zahlreiche Unholde in dieser Gegend ihr Unwesen treiben, ja gar in den Zügen Reisende belästigen. Du solltest dir wirklich noch einmal gut überlegen, ob du nicht vorerst die Sicherheit der Gildenräume bevorzugen solltest.“
Robyn starrte Rosalia mit festgefrorenem Lächeln an. Hatte sie da soeben eine Drohung vernommen? Es mochte zwar wie aufrichtige Sorge geklungen haben, doch welcher Depp würde dem Gesäusel dieser Frau schon glauben? Wer jemanden, mit dem man nicht näher vertraut war, mit ‚lieb‘ und ‚klein‘ ansprach, machte es doch fast offensichtlich, dass er die Person geringschätzig behandelte. Diese Beschreibungen akzeptierte Robyn nur von ihrer Familie, aber ganz sicher nicht von einer Fremden wie Rosalia.
Eines hatte Rosalia auf jeden Fall deutlich gemacht: Sie würde es bevorzugen, wenn Robyn ihre neue Quest nicht antreten würde, sondern in der Stadt blieb. Wohlmöglich war Rosalia sofort bereit, ihren Platz einzunehmen. Aber als ob sich Robyn von so einer lächerlichen Drohung einschüchtern lassen würde. Möglicherweise hatte Rosalia tatsächlich Schläger engagiert, um ihre Reise zu erschweren, doch das war nun wirklich kein Grund, um zu kneifen wie ein feiger Hund.
„Meine allerliebste Rosalia“, säuselte Robyn im selben süßen Ton wie Rosalia zuvor. „Ich bin tief gerührt ob deiner Sorge um all die unerfahrenen jungen Mädchen dort draußen. Unsichere Zugfahrten nach Crystalline sind äußerst ungünstig für die Gildengeschäfte. Vielleicht sollten du und dein treues Gefolge der Gilde einen Gefallen tun und die Grobiane beseitigen? Das klingt doch nach einer überaus passenden Beschäftigung, bis einer von euch einen neuen Auftrag erhält, meinst du nicht auch?“
Meinte sie natürlich nicht. Und Hans sowieso nicht. Er stürzte nach vorne und beugte grimmig sich dicht zu Robyns Gesicht herunter. „He, Grünschnabel, zeig gefälligst mehr Respekt gegenüber Lady Rosalia. Zugreinigung ist Aufgabe für Knirpse wie dich, nicht für wohlerzogene Damen. Du machst gefälligst, was dir gesagt wird, oder du kriegst den Schock deines Lebens!“, schnauzte er sie an.
Robyn lachte auf. „Drohst du mir etwa mit deiner Magie?“, fragte sie lachend. „Oh, das will ich erleben, wie du’s versuchst.“ Sicher würde ein Blitzmagie-Schock kein angenehmes Erlebnis werden, doch Robyn konnte nur daran denken, wie eine gewisse Dragonslayerin sich genüsslich dafür revanchieren würde, sollte ‚Lord Hans‘ einer näheren Bekannten mit seiner Elementarmagie Schaden zufügen. Sicher würde Sylvana keine so günstige Gelegenheit auslassen, um ein wenig zu üben und einen Blitzmagier in die Schranken zu weisen.

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Ehemaliger Weinkeller   Fr 20 Mai 2016 - 22:56

Aufmerksam beobachteten ihre scharfen Augen jede Bewegung, die die drei anwesenden Personen machten, während ihre Ohren den Worten lauschten und gleichzeitig versuchten, alle anderen Geräusche um sie herum auszublenden, was schwieriger war, als gesagt. So ganz ließen sich nicht alle Stimmen im Weinkeller rausfiltern, aber es reichte, um die Worte Rosalias, Robyns und Hans‘ deutlich raushören zu können. Fast schon unglaublich, mit was für einer Selbstverständlichkeit sie hier versuchte, ihre eigenen Interessen als Gildenneuling durchzusetzen. An sich konnte es ihr ja eigentlich völlig egal sein, was Rosalia versuchte und wie sie aufsteigen wollte, aber wenn die werte Dame meinte, sie könnte die Entscheidungsfreiheit der Dragonslayerin beeinflussen, indem sie ihre ausgesuchte Partnerin mit Drohungen versuchte einzuschüchtern, dann hatte sie einen Fehler in ihren Berechnungen gemacht. Zumal man nicht vergessen durfte, dass Sylvana eine gewisse Verbindung, man mochte sie einer Freundschaft gleichstellen, zu Robyn empfand, die hier auch eine entscheidende Rolle in ihrem Handeln spielen mochte. Trotzdem griff sie noch nicht ein, hielt sich weiterhin geduldig zurück, lauschte den süß gesäuselten Drohungen, die Rosalia hier von sich gab und, was sie fast schon zu einem leisen Lachen verführt hätte, die äußerst passende Antwort, die Robyn daraufhin von sich gab. Die junge Magierin war wortgewandt, dass war der Dragonslayerin ja ohnehin schon bewusst. Und wie es aussah, schien sie genau die richtigen Worte gewählt zu haben, als Hans sich plötzlich zu bewegen begann. Innerlich musste Sylvana sich wieder zusammenreißen, nicht sofort auf diesen dreckigen Elementarmagier loszugehen. Ja, ihre Sympathie Lord Hans gegenüber war ja allgemein in der Gilde bekannt. Lautlos atmete sie einmal tief durch, entspannte ihre Körperhaltung bis auf ein Maß, an dem ihre Muskeln nicht angespannt waren, um im nächsten Moment auf den Magier loszugehen. Noch war nicht der passende Zeitpunkt…
Seine Worten zeigten Sylvana nur deutlich genug, wie gefügig Lord Hans gegenüber Rosalia war. Er war nichts weiter als eine Marionette, ohne auch nur zu bemerken, dass sie geschickt seine Fäden führte. Seine Drohung amüsierte und verärgerte Sylvana gleichermaßen. Wie konnte es so ein niederer Elementarmagier es wagen, mit einer billigen Imitation ihrer Magie zu drohen? Wütend ballte die Dragonslayerin ihre Faust, fokussierte bereits ihr Mana in selbiger. Gerade eben so wenig, dass die Luft noch nicht zu knistern begann. Noch vor wenigen Augenblicken hatte sie überlegt, wer von ihr geschockt werden würde, jetzt wusste sie genau, wen es treffen würde. Lord Hans hatte den Hauptpreis gezogen, eine persönliche, kurze Schocktherapie von der Dragonslayerin der Blitze höchstpersönlich.
„Du hast es nicht anders gewollt!“ Hans streckte seine Faust in die Höhe, woraufhin wild zuckende Blitze um seinen gesamten rechten Arm zu rotieren begannen. Er wollte seinen Worten also Taten folgen lassen, war scheinbar dumm genug, um eine solch törichte Aktion durchzuführen. Der Weinkeller war mit einem Mal still, nur das leise Knistern der Blitze war zu hören, die mit jeder Sekunde ein bisschen mehr an Intensität zunahmen. Für Sylvana sahen diese Blitze allenfalls wie kleine Funken aus, ein winziger Snack für Zwischendurch, genügend aber, um Hans einen richtigen Schock zu bescheren. Bei einem Krampf würde sie es jetzt nicht mehr belassen, soviel stand fest.
Lange wartete Sylvana diesmal nicht. Sie schritt langsam von ihrer Position auf Hans zu, stellte sich direkt hinter ihn und begann mit einem Mal die Luft scharf einzusaugen – und mit ihnen direkt auch alle Blitze, die um seinen Arm tanzten. Immer wieder zuckten sie zu ihren Lippen, verschwanden innerhalb von wenigen Sekunden in ihrem Mund, bis kein einziger Blitz mehr zu sehen war. Das Knistern verschwand aber nicht aus der Luft, ganz im Gegenteil: Es wurde mit jedem Augenblick lauter. Nur, dass es dieses Mal von Sylvanas Faust ausging, die noch ruhig an ihrer Seite hing und bereits bedrohlich von zuckenden Blitzen umgeben war. Noch bevor Hans auch nur die Chance hatte sich umzudrehen und Sylvana irritiert anzusehen, nachdem seine Blitze verschwunden waren, streckte sie ihren rechten Arm, samt ihrer Faust aus und richtete sie auf ihn. „Lightning Dragon's Electric Storm!“ Die mächtigen Worte der Drachensprache verließen ihre Lippen, erfüllten den ganzen Raum mit ihrer eigenen Gewalt, ehe sich die Blitze aus ihrer Handfläche lösten und sich auf Hans stürzten. All die elektrische Energie, die sie eben aufgesaugt hatte, sowie die, die ihrem eigenen Mana entstammte, entluden sich auf ihm innerhalb von wenigen Sekunden, ehe Sylvana ihre Hand wieder an ihre Seite fallen ließ – und Hans im nächsten Moment zusammengezogen und leicht zitternd mit weit geöffnetem Mund auf den Boden sackte. Schmerzen konnte der Mann wohl immer noch nicht vertragen, wie es aussah.
„Das hier nennt man den Schock eures Lebens, Lord Hans.“ Mit einer flüssigen Handbewegung zog Sylvana die Kapuze ihres Mantels in den Nacken, holte anschließend ihre Haare heraus und ließ die Kaskaden hellblauen Haares ihren Rücken runterfallen. Die Blicke des Raumes lagen auf ihr, das war ihr bewusst, ohne ihren Blick durch selbigen gleiten zu lassen. War auch keine großartige Überraschung, immerhin hatte sie gerade mit Lord Hans ein weiteres Mal kurzen Prozess gemacht.
„Lady Rosalia, schön Euch endlich einmal persönlich kennenzulernen.“ Kurz deutete Sylvana einen kurzen Knicks an, schaute der rothaarige Magierin direkt in die farbig passenden Augen. Auch wenn sie jetzt schon eine gewisse Abneigung gegenüber ihren Methoden hatte, so blieb die Dragonslayerin bei der höflichen Art und Weise, die sie in der Gilde mit wenigen Ausnahmen stets an den Tag lehnte.
„Ich muss sagen, dass ich mich sehr geehrt fühle, dass Ihr Euch anscheinend bemüht als Begleitung einen Auftrag mit mir zu erledigen. Aber…“ Von einem Moment auf dem anderen änderte sich die gesamte Mimik in Sylvanas Gesicht, ganz besonders in ihren Augen. Ihre Iris verdunkelte sich etwas, ihre Pupille verformte sich zu einem vertikalen Schlitz. Es waren diese Momente, wo Sylvana sehr deutlich die Aura der Drachen ausstrahlte. „…ich verbiete es mir, dass eine Person, die nicht der Gildenmeister oder einer seiner geschätzten Vertrauten, entscheidet, mit wem ich einen Auftrag ausführen soll. Und Ihr, werte Lady, gehört garantiert nach so kurzer Zeit noch nicht zu eben jenen Vertrauten des Meisters.“
Bedrohlich funkelte Sylvana Rosalia an, die ihrem Blick überraschender Weise einfach standhielt. Für einen kurzen Moment konnte Sylvana einen kleinen Funken Furcht in ihren Augen erkennen, als sie zuerst ihre Aura spielen lassen hatte, aber seit diesem Zeitpunkt war da keine Regung mehr zu sehen. Diese Frau war nicht so schwach wie ihre Begleitungen, soviel stand fest. Neben Rosalia schien jetzt auch Lord John sich zu bewegen, begann sein Mana zu konzentrieren und einen Zauber zu wirken, ehe Rosalia ihren Arm einfach vor ihn streckte und ihn mit dieser einfachen Bewegung stoppte.
„Lady Sylvana, ich entschuldige mich vielmals für das Verhalten von Lord Hans. Ihr wisst ja, dass er einen gewissen Hang dazu hat, von einem Fettnäpfchen ins Nächste zu treten. Aber hier scheint anscheinend ein Missverständnis vorzuliegen…“ Ein freundliches Lächeln legte sich auf Rosalias Lippen, während sie weiterhin mit der überaus freundlich klingenden Stimme vor sich hin säuselte. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt die Intention, mich als Eure Begleitung aufzudringen oder die junge Lady Robyn hier davon abzuhalten, mit Euch einen Auftrag zu erfüllen. Ich habe nur meine Sorge zum Ausdruck gebracht.“ Mit langsamen Schritten ging Rosalia einfach an Sylvana vorbei, blieb kurz neben ihr stehen, drehte ihren Kopf zu dem Ohr der Dragonslayerin.
„Bitte vergesst doch diesen unglücklichen Zwischenfall und verzeiht Lord Hans für seine… vorlaute Art.“ Mit einer kurzen Handbewegung ging sie dann weiter, verließ den Weinkeller auf direktem Wege, dicht gefolgt von Lord John, der Lord Hans gestützt beim Laufen half. Anscheinend war der Schock bei ihm noch nicht ganz verarbeitet. Sylvana blickte ihnen noch hinterher, schüttelte dann kurz ihren Kopf und setzte sich zu Robyn an den Tisch, die Augen wieder völlig normal, wie man sie sonst auch immer sah. „Lady Rosalia sollten wir dringend im Auge behalten… Ist ansonsten alles klar bei dir, Rotkehlchen?“ Ein leichtes keckes Grinsen lag auf ihren Lippen, während sie Robyn einfach ansah. Wie sie wohl auf den Kosenamen reagieren würde?

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Robyn Skuggi

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Ehemaliger Weinkeller   Mi 8 Jun 2016 - 18:24

Perplex beobachtete Robyn die Szene, die sich vor ihren Augen abspielte. Dass sich das, was sie sich Momente zuvor noch lachend vorgestellt hatte, auf einmal tatsächlich ereignete, war eine äußerst... interessante Erfahrung. Und es war auch noch so viel besser als in ihrer Vorstellung. Sylvanas donnernde Stimme, welche den Raum zum Beben brachte und sämtliche Gespräche verstummen ließ. Das Blitzspektakel, als sie ihren Zauber wirkte. Der Augenblick fast völliger Stille, bevor der Spruch seine Wirkung bei Hans entfaltete und er japsend zusammenbrach. Es war herrlich.
Während der kurzen Unterhaltung zwischen Sylvana und Rosalia bemerkte Robyn, wie sämtliche Stühle und Tische im Raum so weit wie möglich von ihrem Eck fortgerückt wurden. Beinahe alle Männer und Frauen senkten den Blick, angestrengt bemüht, so unsichtbar wie nur möglich zu werden. Robyn dagegen lehnte sich entspannt nach hinten. Rosalia würde es nicht darauf anlegen, in diesen Räumlichkeiten einen Kampf mit einer Dragonslayerin zu beginnen. Nein, wie zu erwarten trat sie elegant den Rückzug an, mit John und Hans im Schlepptau. Nur war das sicherlich nicht das letzte Mal, dass Robyn diesen Dreien begegnen würde. Wohlmöglich würde sich Rosalia erst einmal auf leichtere Beute konzentrieren, während sie neue Pläne schmiedete.
Mit einer Handbewegung strich sich das rothaarige Mädchen die Haare hinter die Ohren und Rosalia aus ihren Gedanken fort. Das Thema war vorerst nicht mehr wichtig. Viel interessanter waren die Bemerkungen, die Sylvana von sich gegeben hatte. Dass sie sich überhaupt an diesem für sie wohl übel riechenden Ort war, ergab nur in Zusammenhang mit ihrer Aussage einen Sinn. Sylvana war also Robyns unbekannte Partnerin für die Quest – ein Umstand, über den Robyn kaum glücklicher sein konnte. Es würde sicherlich wieder eine lehrreiche und interessante Erfahrung werden, mit ihr zusammenzuarbeiten. Dieser Tag wurde immer besser.
Als sich Sylvana setzte, griffen die Leute zaghaft ihre Gespräche wieder auf, nachdem sie die Lage für entschärft eingeschätzt hatten. Dadurch hörte hoffentlich auch niemand, wie Sylvana Robyn mit dem Codenamen ansprach, den Shade ihr zugeteilt hatte. Wenig begeistert erinnerte sie sich zurück daran, wie er äußerst enthusiastisch diesen Namen ausgewählt hatte. Und dann schlich sich doch ein Lächeln auf ihre Lippen, denn so lächerlich sie die Codenamen auch fand, die Gesamtsituation mit Shade und Sylvana war doch eine sehr angenehme und unterhaltsame Erinnerung.
„Dank deiner Hilfe geht es mir jetzt ganz wunderbar, Blitzdrache“, grinste Robyn, lehnte sich wieder vor. „Davon abgesehen habe ich wirklich nichts zu berichten. Wie verlief denn dein Ausflug?“ Vermutlich hatte Robyn mittlerweile mehr Kontakte unter den Gästen des „Nordsterns“ als in der Gilde selbst. Im Wirtshaus hatte sie zwar immer eine schöne Zeit, um den Tag ausklingen zu lassen, doch hatte sich nichts ereignet, das erwähnenswert wäre. Sylvana dagegen war verreist, um einer wohl persönlichen Angelegenheit nachzugehen, über die Robyn nur zu gerne mehr wissen wollte. Andererseits gab es vermutlich Orte, die sich bei weitem besser eigneten, solche privaten Themen zu besprechen, als einen Aufenthaltsraum, in dem alle Anwesenden immer wieder nervös zu ihnen herüber blickten. „Unterhalten können wir uns natürlich später auch noch. Hast du dir denn schon überlegt, wann wir fahren? Ich darf doch davon ausgehen, dass es sich bei dir um meine geheimnisvolle Partnerin handelt? Oder bist du etwa extra für Lord Hänschen klein hier runter gekommen, hm?“ Robyn grinste frech und stützte ihr Kinn auf eine Hand. Einige noch in Hörweite sitzende Gildenmitglieder hielten den Atem an, als sie diese Bemerkung hörten. Dachten sie denn, Sylvana war eine empfindliche, hochexplosive Bombe? Nun, Respekt und Angst vor ihren Fähigkeiten hatten sie alle mal, das musste man ihnen lassen.

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BeitragThema: Re: Royal Crusade Ruinenversteck - Ehemaliger Weinkeller   Mo 20 Jun 2016 - 21:36

Halbwegs entspannt saß Sylvana auf einem der doch recht unbequemen Holzstühlen, den Körper gegen den harten Halt hinter ihrem Rücken gelehnt, während ihr Zeigefinger immer wieder eine Strähne ihres blauen Haares um sich wickelte, während sie Robyn mit ihren Augen nicht aus den Augen ließ. Jetzt im Moment konnte sie sich sicher sein, dass sie für einige Momente ihre Ruhe haben würden. Nach so einem Auftritt würde wohl kaum jemand mit klarem Verstand etwas von der Dragonslayerin wollen, wenn es sich dabei um triviale, unwichtige Dinge handelte, die Sylvana kalt ließen und kein bisschen interessierten. Und kaum einer der hier anwesenden Personen würde etwas von gewisser Wichtigkeit vorbringen können, da war sich die Dragonslayerin sicher. Jetzt gab es nur ihre Partnerin und einige Augenpaare, die auf ihnen lagen. Hieß also, dass sie hier bei weitem nicht erlauben konnte locker und tolerant auf gewisse Äußerungen zu reagieren. Sie hatte immerhin einen Ruf zu verlieren, den sie sich mühsam aufgebaut hatte. Es war eine gewisse Art des Eigenschutzes, primär vor nervigen Magiern, die sonst wahrlich versuchen würden sich bei ihr einzuschleimen, um in ihrem Schatten einen höheren Wert innerhalb der Gilde zu erhaschen. Entsprechend rollte Sylvana auch mit ihren Augen, als Robyn diesen überaus überflüssigen Spitznamen über die Lippen brachte. Gut, sie hatte es weder anders verdient, noch erwartet. Aber dennoch, eine gewisse Fassade musste sie aufrechterhalten.
„Oh, hat sich das schon so sehr rumgesprochen?“ Schmunzelnd ließ sie ihre Fingerspitzen über das glatte Holz des massiven Tisches tanzen, fuhr mit ihnen langsam die Muster der Jahresringe nach, während sie für einen Moment innehielt. Dieser Ort war sicherlich nicht richtig, um gewisse Details ihres Ausflugs preiszugeben. Das waren Dinge, die nicht jeden etwas anging. Also entschied sie sich vorerst ein wenig knapp bei ihrer Antwort zu bleiben. „Erfolgreich, würde ich behaupten. Zumindest habe ich mehr erreicht, als ich es mir ausgemalt hatte. Ich erzähle dir später gerne Näheres, wenn du denn daran interessiert bist.“
Es war immerhin eine etwas längere Fahrt, die vor ihnen lag. Mit dem frühsten Zug würde sie ein bis zwei Stunden vor der Mittagszeit in Alcea Town sein, da würde sich genug Zeit für eine genauere Erzählung ihres kleinen Ausflugs nach Magnolia auftun. Eine der wenigen Dinge, die sie zumindest schon vorher geplant hatte – immerhin sollte Robyn auf dieser Quest ihre Führungsfähigkeiten unter Beweis stellen. Etwas, wovon sie vermutlich noch nicht einmal etwas wusste, wenn die Dragonslayerin den Gildenmeister richtig verstanden hatte. Aber gut, nichts, was man nicht noch ändern könnte.
Etwas missmutig hob Sylvana leicht ihre rechte Augenbraue in die Höhe, ein kurzes Zucken fuhr durch die Finger ihrer rechten Hand, die augenblicklich ihre Bewegungen über das Holz des Tisches einstellten und sich ein wenig zusammenzogen. Schon jetzt zuckten die ersten kleinen Funken über das Holz, von einer Fingerspitze zur Nächsten. Hatte sie Spaß mit dem Feuer zu spielen? Wollte sie gerade Grenzen austesten oder ging sie davon aus, dass sie auf eine solche Bemerkung ihr gegenüber nicht verärgert reagieren würde? Jeder andere Magier, der nicht gerade in der Rangfolge der Gilde über ihr stand, hätte für eine solche Bemerkung mindestens einen saftigen Stromschlag kassiert, soviel stand fest. Entsprechend war natürlich auch die Reaktion der anderen Gildenmitglieder, die sie unterbewusst natürlich nur zu sehr genoss. Ihr gefiel es, wenn man sie respektierte, gar fürchtete. Und genau deswegen durfte sie jetzt nicht einfach absolut zurückweichen, sonst würden andere vielleicht wagen, gewisse Grenzen zu überschreiten, die sie eigentlich gefestigt wissen wollte.
„Nun, wenn ich schon einmal hier bin, könnte ich noch gerne ein paar weitere Schocktherapien verteilen. Hättet Ihr Interesse, liebste Robyn~?“, säuselte Sylvana, warf ihr einen doch mehr als eindeutigen Blick zu, dass ihre Worte ihr absoluter Ernst waren. Ohne auch nur einen Augenblick länger zu warten oder die Situation noch in eine falsche Richtung entwickeln zu lassen, stand Sylvana auf, ließ die Funken ihrer Finger in einem kurzen, grellen Lichtboden zu Boden wandern. „Der Zug fährt in einer Dreiviertelstunde. Ich hoffe doch, dass du alle Sachen hast, die du brauchst.“ Die Dragonslayerin war bedacht, dass ihre Stimme die missmutige, geladene Stimmung widerspiegelte, die sie hier vorspielen wollte. Ein Wort mit Robyn würde sie trotzdem noch wechseln müssen, was diese Unterhaltung anging. Es war ja nicht so, dass sie mit diesen kleinen Provokationen von ihr Probleme hatte. Aber es war noch nicht der Zeitpunkt, dass sie offen nicht genervt darauf reagieren würde. Noch nicht. Aber da lag ja noch eine lange Zugfahrt vor ihnen, die man damit auch füllen könnte. Ansonsten lag ihre Querflöte schon bereit, um eventuell ein weiteres Duett mit Robyn spielen zu können.

---> Süd Fiore - Alcea Town

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