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 Hauptstraße von Aloe

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Lian

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BeitragThema: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptyDo 7 Jan 2021 - 23:11

Ortsname: Hauptstraße von Aloe
Art: Freiraum
Spezielles: ---
Beschreibung: Aloe Town ist natürlich eine Stadt, die durch diverse Straßen gezeichnet ist. Möchte man allerdings auf schnellstem Wege ins Zentrum von Aloe Town gelangen, kommt man um die Hauptstraße kaum herum. Hier ist fast zu jeder Tages- und Nachtzeit etwas los und die umliegenden Gebäude werden zum Teil privat, zum Teil aber auch für gewerbliche Zwecke genutzt.

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BeitragThema: Re: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptyFr 8 Jan 2021 - 0:16

C-Rang-Quest: Legendäre Kekse
Wird Ihnen präsentiert von Rin Inuyama & Lian Falls

Kekse. Kekse? Ja, Kekse! Lian wollte am Liebsten im Erdboden versinken, vergessen, wo er war oder was er zu tun hatte. Der Hass seiner Familie gegenüber erklomm nochmal ganz ungeahnte Höhen, als der Dunkelhaarige an diesem Morgen aufstand und resigniert darüber nachdachte, was er den Tag über für einen Auftrag zu erledigen hatte. Der junge Mann fühlte sich gewiss nicht fähig genug, um irgendwelche Attentate zu begehen, Bürgerkriege zu verhindern oder in die Schlacht mit dem feindlichen Kaiserreich zu ziehen. Wer auch immer dieses feindliche Kaiserreich sein sollte. So Zeug eben, was ganz tolle Magier machten. Die Aufgabe, die er heute zu erledigen hatte, war allerdings so stupide und zum Fremdschämen vorherbestimmt, dass der Falls wirklich darüber nachgedacht hatte, einen Rückzieher zu machen. Einfach nicht auftauchen, sich die Zeit anders vertreiben. Es war der Gedanke an seinen strengen und einfach nur angsteinflößenden Onkel, der Lian im letzten Moment dazu bewog, sich doch noch anzuziehen und schwer seufzend auf den Weg zu machen. Die geringe Motivation des jungen Mannes zeigte sich auch in seiner Kleidung: Eine einfache, dunkle Hose, ebenso dunkle Schuhe und ein vollkommen schlichtes Shirt in gelber Farbe, das noch über einem Stuhl gehangen hatte und daher schnell übergeworfen worden war. Er war noch nicht lange Mitglied der Gilde Crimson Sphynx, seine Abscheu wuchs allerdings mit jedem Tag mehr. Sie hatten versucht, ihn nett aufzunehmen, so insgesamt – Lian hatte sich allerdings wenig dankbar gezeigt, sich direkt nach seiner Ankunft in der kleinen Wohnung im Gildenhaus verbarrikadiert und niemanden an sich herangelassen. Die Zeit war an ihm vorbeigezogen und das hätte auch gerne so bleiben können. Doch irgendwann war er dazu aufgefordert worden, endlich einen Auftrag für die Gilde zu erledigen. Da der Falls auch diese Aufforderung so lange aufgeschoben hatte, wie es nur ging, war am Ende nur noch ein einziger Auftrag auf dem Questbrett übriggeblieben: Es gab Streit bei einem Keksback-Wettbewerb. Die eine Oma beschuldigte die andere Oma, das geheime Keksrezept geklaut zu haben. Und das Rezept wurde benötigt, um den Kekswettbewerb zu gewinnen, weshalb die Magier der Gilde Crimson Sphynx es zurückholen sollten.
Wenn die alten Magier der Gilde, die noch als Banditen Angst und Schrecken verbreitet hatten, wüssten, was ihre tolle Gilde heutzutage für Aufträge zu erledigen hatte, würden sie sich vermutlich im Grabe umdrehen. Je mehr Lian darüber nachdachte, desto genervter wurde er. Darum hatte er zur Gilde Crimson Sphynx gehen sollen? Um verdammte Keksrezepte zu suchen? Er fasste sich an die Stirn, schloss einen Moment die Augen und versuchte, sich zu beruhigen. Es gelang ihm nicht. Aram, du beschissener… schoss es ihm durch den Kopf. Wenn er sich schon nicht traute, seinen Onkel von Angesicht zu Angesicht zu beleidigen, so zumindest in seiner Gedankenwelt. Lian fischte lustlos in seiner Hosentasche nach dem Zettel, auf den er die Adresse geschrieben hatte, zu der er gehen musste. Während die hellgrünen Augen über die Zeilen huschten, hob sich die rechte Augenbraue ein Stück weit an. Es war die Adresse von… Koruna Mayora? Das war also die Oma, die sich nach ihrem Keksrezept sehnte? Lian hatte sich auch die Uhrzeit notiert, zu der die Auftraggeberin sie erwartete – 10 Uhr. Der junge Magier hatte keine Uhr dabei, ging allerdings davon aus, dass er in etwa pünktlich ankommen würde… immerhin hatte er sich für diese frühe Zeit extra einen Wecker stellen müssen. Einen Wecker! Es war Ewigkeiten her, dass Lian das zuletzt gemacht hatte. Da fiel ihm ein: Die Quest war für zwei Personen ausgeschrieben worden und als er sie gesehen hatte, war bereits ein Abriss entfernt worden. Würde er an der heutigen Aufgabe also nicht alleine arbeiten? Der Gedanke, den gesamten Tag mit irgendeinem anderen Magier dieser verdammten Gilde zusammenarbeiten zu müssen, missfiel dem Falls sichtlich. Er stärkte den Drang, auf dem Absatz wieder kehrtzumachen. Aber da war auch schon die letzte Kurve erreicht, bevor er in die Straße einbiegen würde, in der das Wohnhaus dieser Koruna Mayora lag. Er blieb stehen, holte tief Luft, kniff die Augen zusammen und verstrubbelte seine ohnehin schon verstrubbelten Haare noch einmal kräftig, um sich zu sammeln. Okay, Lian. Das musst du jetzt irgendwie hinter dich bringen. Und damit bog er um die letzte Ecke. Ob die Kollegin oder der Kollege bereits vor dem Wohnhaus wartete?

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BeitragThema: Re: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptyFr 8 Jan 2021 - 19:58

Freudestrahlend stand die Inuyama pünktlich zum Sonnenaufgang in der Küche. Liebevoll rollte sie eine Kombination aus Frischkäse und Blätterteig zu kleinen Schnecken und schob sie schließlich in den Backofen. Da die Quest, die sie heute erwartete, explizit nach zwei Magiern fragte, hatte sie zur Sicherheit ein paar mehr gemacht. Man konte ja nie wissen, ob die Teamkollegen nicht auch hungrig werden würden! "Gut, gut. Ihr backt nun schön vor euch hin und ich...." murmelte sie gedankenverloren, als sie ins Bad marschierte, um sich alltagstauglich zu machen. Mit etwas Geduld und Durchsetzungsvermögen flechtete sie ihre lange, weiße Mähne zu einem lockeren Fischgrätenzopf und schlüpfte daraufhin in ein simples, weißes Kleidchen mit Schnürung am Rücken. Passend dazu ein paar beige Sandalen und und abschließend noch einmal ein kurzer Blick in den Spiegel. Ja, so konnte sie rausgehen. Es war vielleicht nicht das ideale Outfit für eine Quest, aber Rin bezweifelte, dass es heute zu einem Kampf kommen würde. Schließlich handelte es sich nur um ein paar alte Damen und ein gestohlenes Keksrezept.... ah, Kekse. Alleine bei diesem Gedanken lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Ob sie wohl einen Blick auf dieses legendäre Rezept werfen durfte, wenn sie es erfolgreich zurück brachten? Diese Hoffnung war eine der Hauptgründe, warum sie diesen Auftrag überhaupt angenommen hatte. Der andere Grund war beinahe etwas untypisch für das sonst so freundliche Mädchen: Sie wollte den Dieb ausfindig machen und ihm mal ordentlich die Meinung geigen, was er sich denn dabei dachte, einfach ein Rezept von einer harmlosen Oma zu stibitzen! Sie wollte unbedingt wissen, was für ein gemeiner, rücksichtsloser Mensch sich hinter so einer skrupellosen Tat versteckte. "Oh ja, ich werde dich finden und dir die Hölle heiß machen..." grummelte sie vor sich hin, als sie schließlich die Wohnungstür hinter sich ins Schloss zog und gutgelaunt die Treppen zum Ausgang hinab hüpfte. Die Hoffnung auf ein neues, atemberaubendes Backrezept gaben ihr heute Antrieb.
Ein aufregendes Abenteuer lag vor dem Hundemädchen und so konnte sie nicht anders, als heute extra viel Schwung in ihre Schritte zu legen und eine leise Melodie vor sich hinzusummen, während sie durch die Straßen von Aloe marschierte. Währendessen ließ sie sich noch einmal die Informationen durch den Kopf gehen, welche sie zu der Quest erhalten hatte. Der Name der Auftraggeberin lautete Koruna Mayora, eine ältere Dame, die nicht allzu weit entfernt von der Gilde entfernt wohnte. Sie beschuldigte ihre Erzrivalin, ihr wertvolles Backrezept entwendet zu haben. Hierauf legte die Hellhaarige jedoch recht wenig wert, schließlich war dies nichts weiter als eine Vermutung. "An der Hauptstraße 17... wo ist das bloß?" grübelte das Mädel, während sie ihre Augen über die Hausnummern der umliegenden Gebäude wandern ließ. In der richtigen Straße war sie ja schon mal, oder? Sie hatte kein Straßenschild gesehen, aber dies war eine der breitesten Straßen der Stadt, also musste es sich ja um die Hauptstraße handeln, richtig? Vielleicht bezog sich das 'an der' aber ja gar nicht auf das Haus, sondern die Straße und die Dame wohnte somit in irgendeiner Seitengasse? Oh man, Rin hatte doch keine Ahnung! Draußen in der Natur war sie ein Weltmeister in der Orientierung, aber sobald es darum ging, einen Ort innerhalb der Stadt zu finden, war sie so verloren wie ein Fohlen ohne die Mutter. "25, 27 ... mist, das ist die falsche Richtung!" Frustriert schüttelte sie den Kopf und machte kehrt. Wenn das so weiter ging, käme sie noch zu spät!
Ihre Schritte wurden immer hastiger, waren schon fast ein Joggen, als wie aus dem Nichts ein junger Mann um die Ecke kam und ihr regelrecht die Vorfahrt nahm. Gerade noch bevor sie in ihn hineinrempelte, konnte sie bremsen. "He...!" platzte es aus dem überraschten Mädel heraus. "Pass doch bitte etwas auf!" Ihre Ohren legten sich ein Stück zurück, während sie den Fremden genauer inspizierte. Hellgrüne, grummelige Seelenspiegel blickten ihr entgegen, umrahmt von zerwuscheltem, welligem Haar und einem dunklen Teint. Ein ganzes Stück größer als sie war er auch. Moment mal, den kannte sie doch, oder? War das nicht der Kerl, der erst vor Kurzem der Gilde beigetreten war, nur um sich augenblicklich in sein Zimmer zurückzuziehen? Mit ihm gesprochen hatte sie aus diesen Gründen noch nie. Wie auch? Aber sie hatte von ihm gehört, von ihren Kameraden, die von diesem jungen Mann und seinem ungewöhnlichen Verhalten erzählten. "Oh, bist du Lian?" So hatten sie ihn doch genannt, oder? Aber wenn er es tatsächlich war, was machte er dann hier? Hatte er endlich aufgehört, sich zu verschanzen? Ein leichtes Lächeln zeichnete sich auf ihren schmalen Lippen ab, ihre Rute kam in freudige Bewegung. Die schlechte Laune verflog so schnell und abrupt, wie sie gekommen war. "Mein Name lautet Rin, ich bin von der Crimson Sphynx! Du auch, nicht wahr?" Sie war gerade dabei, ihm die Hand entgegen zu strecken, als sie mitten in der Bewegung innehielt. Sie hatte ja absolut keine Zeit, jetzt zu quatschen! "Oh Mist! Sorry Lian, ich muss ganz dringend zu einer Quest. Du weißt nicht zufällig, wo die Adresse an der Hauptstraße 17 liegt, oder?" Wenn sie sich jetzt nicht ranhielt, würde sie noch zu spät kommen! Rin war noch nie zu spät gewesen, das konnte sie sich doch nicht leisten! Was würde das denn für ein Licht auf die Gilde werfen? So gerne sie auch wollte, sie hatte jetzt nicht die Zeit, herauszufinden, was es mit dem mysteriösen Wuschelkopf auf sich hatte.

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BeitragThema: Re: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptyFr 8 Jan 2021 - 21:42

Okay. Kein Zurück mehr. Jetzt musste er es durchziehen. Lian bog mit sicherem Schritt um die letzte Ecke, der rechte Fuß legte sich auf dem Boden der Hauptstraße ab, der Körper zog nach – da erklang auch schon eine empörte, weibliche Stimme. Der Falls zuckte sichtlich zusammen, blieb abrupt auf der Stelle stehen und sah ein wenig verdutzt zur Seite. Er sollte aufpassen? Lian war noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen, was er von dieser Aussage halten sollte, da zogen bereits die angelegten Ohren der Gegenüber alle Aufmerksamkeit des jungen Mannes auf sich. Angelegte Ohren? Der Blick der grünen Augen wanderte weiter, fokussierte sich einen Augenblick auf die ebenso schneeweiße Rute dieser Gestalt, die plötzlich wild anfing zu wedeln. Ein Tiermensch, eindeutig. Lian fragte sich, woran genau es lag, aber eine böse Vorahnung machte sich in ihm breit. Er hatte vermutlich ziemlich abwesend gewirkt, bis die Aussprache seines eigenen Namens ihn wieder in die Gegenwart zurückholte. Woher kannte sie seinen Namen? Die böse Vorahnung verfestigte sich… Er antwortete gar nicht auf die Frage, da hielt ihm die Fremde bereits die Hand entgegen und stellte sich als Rin von der Gilde Crimson Sphynx vor. Der Name war dem jungen Mann gänzlich unbekannt, was natürlich daran lag, dass er seit seiner Ankunft in der Gilde keinerlei Kontakt zu anderen Leuten gesucht hatte. Dass sein Name wiederum bekannt war, gefiel ihm nicht. Das hieß, dass man über ihn gesprochen hatte. Lian konnte es nicht leiden, wenn man über ihn sprach.

Der Dunkelhaarige öffnete den Mund leicht, als die nette Ansprache der Kollegin ebenso plötzlich unterbrochen wurde, wie sie begonnen hatte. Erst wurde er angepflaumt, in der nächsten Sekunde nett begrüßt und jetzt plötzlich hektisch abserviert? Diese hellhaarige Hundedame schien in einer emotionalen Achterbahn zu leben. Ah… das konnte ja noch lustig werden. Lian hatte bisher kein Wort von sich gegeben, die deutlich kleinere Dame mit ihren schneeweißen Haaren nur angestarrt. Als sie von einer Quest sprach sowie die Adresse nannte, war dem Falls klar, womit er es zu tun hatte. Er atmete tief aus, rieb sich über den Hinterkopf und verkniff sich das laute Seufzen. „An der Hauptstraße 17“, wiederholte er überlegend Straßenname sowie Nummer und sah auf Rin hinab. Er wartete einen Moment, genoss die letzten Augenblicke der Ruhe, bevor er mit einer kurzen Bewegung des Kopfes links der Straße hinunterdeutete. „Ein paar Schritte in die Richtung, dann in den Hinterhof. Ich… bin auch auf dem Weg dorthin.“ Jetzt war die Katze aus dem Sack. Oder der Hund? Ach, egal. „Wegen dem… Keksrezept, es fiel ihm immer noch schwer, das Wort mit Ernsthaftigkeit auszusprechen. Er schüttelte leicht den Kopf, bevor er stumm an der Inuyama vorbeischritt und sich in besagte Richtung bewegte. Rin konnte folgen, wenn sie wollte. Oder auch nicht, das sollte sie selbst entscheiden. Lian fand den Auftrag an sich bereits schrecklich genug, er konnte auch getrost auf einen Hundewirbelwind wie Rin von Crimson Sphynx verzichten. Während er der Hauptstraße folgte, erlaubte sich der junge Magier doch einen unauffälligen Seitenblick, um die Kollegin ein bisschen genauer zu mustern. Die hellen Haare waren zu einem ziemlich aufwendig aussehenden Zopf geflochten, der zierliche Körper steckte in einem weißen Kleidchen und beigen Sandalen. Sie… sah nicht so aus, als würde sie arbeiten. Oh und war das Kleidchen auf dem Rücken geschnürt? Der Blick von Lian blieb vielleicht ein paar Sekunden zu lange auf dem Rücken der Inuyama kleben, bevor ihm das bewusst wurde und er den Blick wie ertappt schnell wieder abwandte. „Ich halte nicht viel von diesem Auftrag“, platzte es keine Sekunde später aus ihm heraus, ohne Rin dabei anzusehen. „Muss man so einen Kram als Mitglied dieser Gilde ständig machen? Sich um den Streit von ein paar Omas kümmern?“ Er wusste ja nicht, dass die Hundedame ebenfalls noch recht neu dabei war. Er erwartete noch nicht einmal unbedingt eine Antwort auf die Frage, sondern wollte lediglich seine Einstellung zu dem Job deutlich machen. Schließlich bog der Falls in zuvor angesprochenen Hinterhof ein, sah sich kurz um und deutete dann mit einem Nicken zu einer Haustür, die wenige Schritte entfernt lag. Daneben stand eine Hausnummer – 17. Schweigend sah er zu Rin und machte mit seiner Körperhaltung deutlich, dass er gerne ihr den Vortritt überließ. Wer auch immer die Tür öffnete, die Aufmerksamkeit würde dann zumindest auf Rin und nicht auf ihm liegen.

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BeitragThema: Re: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptySa 9 Jan 2021 - 15:50

Rin quatschte und quatschte und quatschte. Vollkommen ahnungslos, dass sie dadurch dem armen Lian die Chance nahm, überhaupt einmal zu Wort zu kommen. Sie war einfach zu nervös und abgehetzt, um in diesem Moment daran zu denken, wie unhöflich ihr Verhalten war. Erst, als sie durch ihre Frage gezwungen war, dem Braunschopf Raum zum Antworten zu geben, machte sie langsam und hielt den Mund. Er schien sich die Adresse kurz durch den Kopf gehen zu lassen und verwies sie dann in die richtige Richtung, mit der Ergänzung, sie müsse den Hinterhof betreten. Beinahe wäre sie losgestürmt, Hals über Kopf, um ja nicht zu spät zu kommen. Doch dann folgten noch Worte, die das Hundemädel innehalten ließen. Er war auch auf dem Weg dorthin...? "Dann sind wir wohl heute Teamkollegen!" stellte sie begeistert fest, ihre Rute unterstrich durch Wedeln ihre Gefühle. "Ja, das Keksrezept!" Im Gegensatz zu ihr schien der Falls jedoch nicht begeistert von der Quest. Ob er wohl keine Kekse mochte? Sie hatte jedoch noch nie von einem Menschen gehört, der diese Leckerei verschmähte... Ohne einen weiteren Kommentar wendete er sich schließlich ab und spazierte davon, vollkommen gelassen. Als hätte er alle Zeit der Welt. Einerseits beneidete sie ihn ein wenig um seine Ruhe, andererseits war sie aber auch überrascht darüber. Trotzdem ließ sie ihn machen, das Tempo reichte sicherlich aus, um gerade noch rechtzeitig anzukommen. Es war ja schließlich nicht mehr weit, wenn er denn recht hatte. Fröhlich tappte sie neben ihm her, es dauerte auch nicht lange, bis ihr auffiel, dass Lian ihr immer wieder kurze Seitenblicke zuwarf. Was hatte er denn? Ihr Kleid war doch sauber und auch ihre Haare waren ordentlich, sie hatte es doch extra noch einmal im Spiegel überprüft, bevor sie gegangen war! Jedes Mal versuchte sie, seinen Blick aufzufangen und mit einem Lächeln zu erwidern, doch jedes Mal sah er so schnell wieder weg, dass es ihr nicht so recht gelang. Zu gerne hätte sie gefragt, was es denn so spannendes zu sehen gab, doch sie wollte ihn nicht bloßstellen, weshalb sie diese Frage für sich behielt. Es fiel ihr schwer, nicht weiter auf den jungen Mann einzureden, es gab schließlich so viel, das sie gerne von ihrem neuen Kameraden wissen würde. Aber er schien eher zurückhaltend zu sein, weshalb sie, nach ihrem ersten Fauxpas, versuchte, ihm dieses Mal mehr Raum zu geben. Zu Rins Freude begann er jedoch schnell, von selber ein paar Worte zu sprechen. Es kam jedoch so schnell und unerwartet, dass sie sich beinahe erschreckt hätte! "Wieso denn das?" harkte sie nach und sah ihn dabei mit neugierigen Seelenspiegeln an. Noch immer konnte sie nicht nachvollziehen, wie man etwas gegen eine Quest haben konnte, bei der es um ein supertolles Keksrezept ging! Auf seine Frage hin konnte sie sich ein leichtes Kichern nicht verkneifen. "Nein, nein, keine Sorge!" schob sie mit einem leichten Kopfschütteln schnell hinterher. "Wir haben auch durchaus spannendere Aufträge. Aber..." -sie zwinkerte ihm zu- "Dazu muss man auch mal sein Zimmer verlassen. Außerdem beginnen Neulinge immer erst einmal mit leichteren Dingen." Da sie selber noch zu den neueren Rekruten zählte, hätte sie ihm problemlos ein Lied davon singen können. Nicht nur in ihm brodelte der Wunsch nach spannenden Abenteuern, Erkundungstouren und Verbrecherjagd! Doch das machte die simpleren Aufgaben nicht weniger schön oder spannend. "Auch das normale Volk braucht hier und da mal Unterstützung. So wie wir alle!" Genau deswegen war sie schließlich hier. Um so vielen Menschen wie möglich zu helfen. Was wohl Lians Antrieb war? Doch bevor sie die Möglichkeit hatte, ihn damit zu löchern, hatten sie auch schon ihren Zielort erreicht. Der Lockenkopf führte sie in den Hinterhof eines alten Häuschens, ließ dann jedoch dem Mädel den Vortritt. "Oh, soll ich? Kein Problem!" Sie schenkte ihm ein kurzes Lächeln, bevor sie an die Tür trat und dort in einem kleinen Rythmus anklopfte.
Einige Sekunden verstrichen, dann schwang die Tür auch schon langsam auf und ein altes, faltiges Gesicht lugte dahinter hervor. "Guten Tag! Sie sind Frau Mayora nicht war? Mein Name lautet Rin und das da" -sie nickte hinüber zu dem Falls- "ist Lian. Wir sind von der Crimson Sphynx und wollen ihnen bei ihrem Keksproblemchen helfen!" Augenblicklich bildete sich ein kleines Lächeln auf den Lippen der alten Dame. "Oh wie schön, dass ihr tatsächlich gekommen seid. Kommt doch erst einmal rein und ich erzähle euch alles, was ihr wissen müsst." Mit zittrigen Fingern winkte sie die zwei Jungspunde herein. Die Inuyama folgte dieser Einladung sogleich und packte ihren Kumpanen am Ärmel seines auffällig gelben Shirts und zog ihn mit sich. Koruna führte sie an einen kleinen, runden Tisch mitten im Wohnzimmer. Auf einem Teller lag dort eine kleine Auswahl an gebackenem Süßkram. Die Augen des Hundemädels wurden groß, zeitgleich lief ihr bereits das Wasser im Mund zusammen. "Setzt euch doch bitte, ihr Lieben. Und bedient euch ruhig." Nein, sie musste sich zusammenreißen! Wenn sie jetzt darüber herfiel, würde das zweifelsohne ihrer Professionalität schaden. Aber es sah so lecker aus und duftete sogar noch besser.... Als die Dame für einen Moment weg sah, um etwas aus einem Schubfach zu holen, schnappte sich die Hellhaarige in Windeseile einen der bereitstehenden Muffins und schob ihn sich komplett in den Mund. Oh mein Gott, der schmeckte wirklich traumhaft! Zu ihrem Horror hatte Koruna, was auch immer sie gesucht hatte, schneller als erwartet entdeckt und setzte sich nun zu den beiden Magiern. Mit vollgestopftem Mund versuchte sie so unauffällig wie möglich zu kauen. "Hier bitte. Das ist ein Bild von Lana Takumi. Ich bin überzeugt, dass sie die Diebin ist! Sie ist so ein verstohlenes Weib, das sag' ich euch!" Mit großen Augen sah sie zu der Frau, die sie noch eben als süße Omi eingestuft hatte und sich nun in eine wütende Harpyie verwandelte. "Diese Schneegans würde alles für den Sieg tun, glaubt mir." Die Hellhaarige sendete einen hilfesuchenden Blick an Lian. Sie hatte noch immer mit dem Muffin zu kämpfen und konnte gerade etwas Unterstützung brauchen, um Frau Mayora zu beruhigen und eventuell wichtige Hinweise von ihr zu erhalten.

@Lian

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BeitragThema: Re: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptySa 9 Jan 2021 - 20:58

‘Dazu muss man auch mal sein Zimmer verlassen‘ Moment. Was sollte das denn heißen? Machte sie sich gerade über ihn lustig? Lians Augenbraue zuckte verdächtig, wenngleich er einen Kommentar herunterschluckte. Dieses Hundemädchen in ihrem weißen Schnürkleidchen hatte ja wohl keinerlei Anrecht, hier irgendwelche Späße auf seine Kosten zu machen. Was mischte sie sich überhaupt ein? Es hatte einen guten Grund, warum er in seinem Zimmer geblieben war. Und je mehr Rin sprach, desto mehr fühlte sich der Falls in diesem Grund bestätigt. Was? Er war ein bisschen zu empfindlich? Niemals. Doch nicht Lian Falls. Als er zusammen mit Rin im Hinterhof zum Stehen kam, ließ er sich ihre letzten Worte nochmal durch den Kopf gehen. Auch das normale Volk brauchte hier und da Unterstützung? So wie sie alle? Der Dunkelhaarige fand das keine sonderlich gute Erklärung, warum man ein paar Magier beauftragte, ein Keksrezept zu suchen. Da gab es ja wohl bessere Wege, die nicht nur günstiger, sondern auch… erwachsener waren. Es ging Lian so gegen den Strich, jetzt auch noch selbst Teil dieser schrecklichen Mühle zu sein, dass er einen kurzen Anflug von stechenden Kopfschmerzen verspürte. Ob es gelten würde, wenn er sich jetzt noch krankmeldete? Krank im Dienst? Die Inuyama schenkte ihm ein kurzes Lächeln, bevor sie sich bereitwillig zur Haustür begab und klopfte. Lian folgte mit einem gewissen Sicherheitsabstand. Es dauerte nicht lange, da lugte vorsichtig ein sehr… faltiges Gesicht aus dem Türspalt. Oma Mayora? Bingo. Sie sah genauso aus, wie Lian es sich vorgestellt hatte. Er wich dem Blick der alten Frau aus, als Rin ihn vorstellte und vergrub die Hände in den Hosentaschen. Er wollte nicht hier sein. Warum musste er hier sein? Und, die wichtigste Frage: Wie lange wollte Lian sich diese unnötigen Fragen noch stellen? Ändern tat es sowieso nichts. „Eeeh“, entkam dem Falls ein protestierender Laut, als Rin ihn einfach am Oberteil packte und er hinter ihr her ins Haus stolperte. Warum packte sie ihn an?! Er hatte ihr niemals erlaubt, ihn anzufassen! Was war in dieses Hundemädchen gefahren? Kannte die keine Grenzen? Der Mund des Dunkelhaarigen öffnete sich, doch die Worte blieben ihm im Halse stecken, als er sich an einem runden Tisch im Wohnzimmer der alten Dame wiederfand und auf einen Teller mit gebackenen Süßkram starrte. Oma Mayora drehte sich kurz weg, um in einer Schublade nach etwas zu suchen. Diesen Moment nutzte Rin, die geschwind einen der bereitgelegten Muffins vom Tisch schnappte und ihn sich im Ganzen in den Mund stopfte. IM GANZEN?! Lian starrte seine Kollegin fassungslos an, die mit vollgestopften Wangen sichtlich mit dem Muffin in ihrem Mund zu kämpfen hatte. Und trotzdem… selig lächelte? Das war jetzt nicht ihr ernst, oder? Was war los mit diesem Magiern von Crimson Sphynx?! Die hatten doch alle einen an der Klatsche!

„Ähm.“ Lian schaffte es nur schwerlich, seinen Blick von der angestrengt kauenden Rin abzuwenden. Mit aller Gewalt riss er sich von dem Bild los, um in das faltige Gesicht der plötzlich deutlich bösartigeren Oma zu starren. Ah – da war der vorherige Ausblick im Vergleich vielleicht doch angenehmer gewesen. Der Falls zwang sich, das Foto von Lana Takumi genauer zu betrachten, das ihnen zugeschoben worden war. Die sah… aus wie eine Oma. Irgendeine, die man auf der Straße zu Gesicht bekam. Aber nicht wie eine „Schneegans?“, wiederholte er das Wort und fragte sich, was für eine schlechte Beleidigung das doch war. Dann schüttelte er den Kopf, um sich selbst klarzumachen, das es wohl gerade wichtigere Dinge zu klären gab. Die günen Augen des jungen Mannes sahen nochmal zu Rin, die jedoch mehr als deutlich zeigte, dass sie durch den gigantischen Muffing in ihrem Mund keine Antwort geben konnte. Lian seufzte innerlich – wie schon mehrfach an diesem Morgen. „Ähm“, wiederholte er nochmal, um sich ein bisschen Zeit zu verschaffen. Dann sah er wieder direkt zu der alten Dame und strengte sich an, sich sein Desinteresse an dem Konflikt der alten Frauen nicht zu offensichtlich anmerken zu lassen. „Und wann soll Lana Takumi das Rezept gestohlen haben?“, stellte er einfach die erste Frage, die ihm in den Sinn kam. „Wenn sie eine solche… Schneegans ist, wird sie ja wohl kaum bei Ihnen daheim herumgelaufen sein.“ Lian neigte den Kopf leicht, war allerdings überrascht, als die Auftraggeberin nicht sofort verneinte. Das… war doch ein Scherz. „Sie ist hier herumgelaufen?“, fragte er überrascht nach und Frau Mayoras Mundwinkel zogen sich weit nach unten, als sie nickte und dann empört den Blick abwandte. „Ja. Sie war hier. Wir… laden uns immer gegenseitig ein vor dem Wettbewerb. Das ist eine Tradition. Lana und ich und einige andere alte Schulkameraden… wir nehmen jedes Jahr an dem Wettbewerb teil und laden uns vorher immer gegenseitig ein. Ich würde diese Furie niemals freiwillig einladen! Aber naja, die Gruppe will es so.“ Ach so. Lian reimte sich zusammen, dass es sich vermutlich um die typische Freundschaft handelte, bei der man sich freundlich ins Gesicht lächelte, sich aber eigentlich am liebsten gegenseitig erwürgen würde. Das wurde ja immer besser. Der Falls riss sich zusammen und ließ sich auf die Situation ein. „Und bei dem Besuch war sie unbeobachtet?“, fragte er weiter, was die alte Frau mit einem erneuten Nicken bestätigte. „Sie hat gesagt, sie müsse aufs Klo. Aufs Klo!“, brauste sie auf und der Illusionsmagier fragte sich, was so ungewöhnlich daran war, aufs Klo zu müssen. Naja. Was wusste er schon. „In Wirklichkeit ist sie in mein Arbeitszimmer gegangen und hat das Rezept aus meinem Rezepteordner geklaut. Sie wusste genau, dass ich mein Geheimrezept dort aufbewahre!“ Lian kratzte sich am Kopf. Eine Sache beschäftigte ihn schon die ganze Zeit und je länger er hier war, desto mehr drängte sich die Frage auf: „Hören Sie, müssten Sie ihr tolles Rezept nicht auswendig kennen, wenn Sie es jedes Jahr backen? Brauchen Sie das Schriftstück überhaupt noch?“, wagte der junge Mann sich zu fragen, wofür er von Frau Mayora einen äußerst empörten Blick einfing. „Junger Mann! Hier geht es nicht um irgendwelche Angaben von Mehl und zwei Eiern. Für die perfekten Kekse kommt es auf Milligramm und Milliliter an! Um Sekunden und Millisekunden des Knetens und Ziehens und Backens. Hast du überhaupt eine Ahnung vom echten Backen?!“ Sie wandte sich entschieden von Lian ab, scheinbar war er mit dieser dreisten Frage jetzt bei der Auftraggeberin unten durch. Okay, damit konnte der Falls leben. Stattdessen lag die Aufmerksamkeit wieder auf Rin, die – so hoffte der Dunkelhaarige – mittlerweile ihren Kampf mit dem Muffin gewonnen hatte und das Gespräch übernehmen konnte.

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BeitragThema: Re: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptyMo 11 Jan 2021 - 18:03

Oh, welch vorzügliche Backkünste diese alte Dame doch besaß! Es war zweifelsohne nicht die schlaueste Idee, sich den kompletten Muffin auf einmal in den Mund zu schieben, doch das änderte nichts daran, dass Rin es nicht im geringsten bereute. Die zarte Füllung aus dunkler Schokolade, ummantelt von fluffigem Teig war einfach zu perfekt. So süß, so lecker! Am liebsten hätte sie das Gebäck für immer im Mund behalten, um nie wieder etwas anderes schmecken zu müssen, doch leider war dies nichts weiter als ein unrealistischer Traum, den das Hundemädel aufgeben musste. Alleine wegen Lian, der sie mal wieder vollkommen entgeistert anblickte. Was er bloß hatte? Sie hatte das Gefühl, dass er kein Mann der großen Worte war und lieber über eine Vielzahl an Blicken kommunizierte. Auch wenn dies kein Problem für sie darstellte, machte er es ihr damit nicht unbedingt leicht, ihn zu verstehen. Vielleicht würde sie ihn später einmal darauf ansprechen? Er schien so sehr in sich zurück gezogen und abweisend und sie wüsste zu gerne, warum. Auch interessierte es sie brennend, ob die Erzählungen über ihn stimmten. Als sie seine Zimmerhockerei angemerkt hatte, bekam sie bloß einen unzufriedenen Blick. Doch jetzt hatte erst mal die Mission und die entzürnte Oma Mayora vorrang. Neugierig lauschte sie den überraschenden Erzählungen, während sie Stück für Stück endlich den Muffin schluckte. Bisher war sie davon ausgegangen, dass die Vorwürfe gegen Lana nichts weiter als Spekulationen waren. Doch je mehr sie erfuhr, desto unwahrscheinlicher wurde diese Annahme. Es war gut möglich, dass die Rivalin ihre kleine Pinkelpause dazu genutzt hatte, um sich das Rezept unter den Nagel zu reißen.
Der Falls machte das wirklich gut, weshalb sie ihm ein anerkennendes Nicken schenkte. Im nächsten Moment hätte sie dieses allerdings am liebsten schon wieder zurück genommen. Was tat er denn da?! Hatte er die faltige Frau gerade wirklich gefragt, warum sie ihr Rezept nicht auswendig konnte? Ihr Lächeln schwand. "Lian, sowas kannst du doch nicht sagen!" flüsterte sie ihm mit einem entsetzten Blick zu, nachdem nun auch der letzte Rest der kleinen Mahlzeit in ihrem Magen gelandet war. Jeder Backbegeisterte hätte bei dieser Aussage graue Haare bekommen! Korunas Reaktion war durchaus nachvollziehbar. Nun lag es an Rin, das Gespräch zu retten und zu verhindern, dass der Lockenkopf versehentlich das Ansehen der Gilde ruinierte! "Entschuldigen Sie bitte! Mein Kollege ist noch ein absoluter Frischling, was das Backen anbelangt." versuchte sie zu erklären, doch das schien nicht auszureichen. Für die folgenden Worte würde sie sich auf jeden Fall später entschuldigen müssen. Aber sie hatte keine Ahnung, wie sie sonst für Entspannung hätte sorgen sollen."Sie wissen doch, wie die Beginner so sind. Haben keinerlei Respekt und Verständnis für das Feingefühl, das in diesem Handwerk unabdingbar ist. Verzeihen sie ihm bitte, er hat es nicht so gemeint." Nun schien die Dame tatsächlich zu grübeln. Einige, angespannte Augenblicke verstrichen, dann wurde ihr harter Gesichtsausdruck endlich wieder weicher. "Na gut, da haben Sie wohl recht. Ich hoffe, der Junge lernt noch, sein ungezügeltes Mundwerk zu kontrollieren!" Oweh, war sie etwa nachtragend? Rin hoffte inständig, dass sich der kleine Fauxpas des Falls nicht negativ auf den Verlauf ihrer Mission ausüben würde. "Natürlich wird er das!" Sie schenkte der Oma ein extra breites Grinsen und stieß ihren Kollegen zeitgleich sacht mit dem Ellebogen in die Seite. "Nicht wahr Lian?" Wenn er jetzt widersprechen würde, würde sie ihm danach den Kopf abreißen. Aber auf solch eine dumme Idee würde er doch niemals kommen, richtig? Mit angelegten Ohren schenkte sie ihm einen kurzen, flehenden Blick, bevor sie sich wieder der Klientin zuwendete. "Zurück zum eigentlichen Thema. Gibt es sonst noch irgendwen, der das Rezept hätte stehlen können?" Schließlich war an jenem Tag nicht nur die Takumi zu Besuch gewesen. Somit hätte auch jeder andere Gast die Chance gehabt, das die geheime Keksformel zu entwenden. "Nunja, ich hatte natürlich nicht immer jeden im Blick. Aber ich habe euch doch schon gesagt, es war garantiert dieses alte Scheusal!" Wow, Koruna war wohl wirklich versessen darauf, ihrer Rivalin die Schuld in die Stiefel zu schieben, was? Nachdenklich fasste sie sich ans Kinn. Die Inuyama bekam langsam das Gefühl, dass es sinnlos war, zu versuchen, wirklich hilfreiche Informationen aus ihr herauszuquetschen. "Na gut, dann sollten wir ihr vielleicht einfach mal einen Besuch abstatten. Was meinst du Lian?" Ihr Blick wanderte zu dem Wuschelkopf, vielleicht hatte er ja noch die ein oder andere Frage? Ihre Gedanken waren jedoch schon wieder bei dem Teller mit Gebäck. Ob es wohl stören würde, wenn sie sich noch ein zwei Stücke schnappte, bevor sie wieder gingen? Es schien, als wäre all das extra nur für die zwei Magier gebacken worden, es wäre also undankbar und eine absolute Verschwendung, es einfach liegen zu lassen... Moment mal. Wo wohnte eigentlich die vermeintliche Diebin? "Könnten sie womöglich noch Frau Takumis Adresse auf die Rückseite des Bildes schreiben? Das würde uns sehr helfen." Enthusiastisch nickte die Klientin, sie war sichtlich begeistert, dass ihre Vermutungen ernst genommen wurden. Sie stieg auf und durchwühlte den selben Schrank, aus dem sie bereits das Foto geholt hatte. "Einen Moment bitte, ich brauche zuerst einen Stift." Rins Herz machte einen Hüpfer. Oh ja, dieser Moment war doch eindeutig von den Göttern gesandt! Flink und heimlich wie ein Haushund, der den Sonntagsbraten vom Tisch klaute, schnappte sie sich eine handvoll Plätzchen und einen weiteren Muffin und ließ ihn in ihrer Tasche verschwinden. Als die alte Dame schließlich an den Tisch zurückkehrte und einige Worte aufschrieb, lächelte die Inuyama nur, als wäre nie etwas geschehen. Für sie hatte es hatte sich bereits jetzt gelohnt, auf diese Quest zu gehen.

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BeitragThema: Re: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptyMo 11 Jan 2021 - 20:59

„Lian, sowas kannst du doch nicht sagen!“

Jetzt war der junge Magier an der Reihe, einen vollkommen entsetzten Blick von seiner Kollegin zu ernten. Konnte man nicht sagen? Warum nicht? Lian hatte keine Ahnung, warum die alte Oma sich so verhielt, als hätte Lian sie mit seiner Frage persönlich angegriffen. Noch verwunderter war er allerdings, als Rin der Auftraggeberin auch noch Recht in ihrem Verhalten gab. Der Dunkelhaarige glaubte nicht, jemals aus diesen Leuten schlau zu werden und wünschte sich zurück in sein altes Leben. Doch die Inuyama ging noch ein gutes Stück weiter: Sie bezeichnete Lian als einen Beginner ohne Feingefühl, Respekt und Verständnis. Die Alte nickte zustimmend, beschwerte sich über sein ungezügeltes Mundwerk, ohne ihn dabei anzusehen. Und das, obwohl er direkt neben der Inuyama saß! Und Rin… gab ihr auch noch Recht. Stieß mit dem Ellbogen in seine Seite, warf ihm einen flehentlichen Blick zu. Dieses Hundemädchen verlangte jetzt nicht ernsthaft von ihm, dass er bei dieser Kacke auch noch mitspielte, oder? Die sowieso schon miese Laune des Dunkelhaarigen erreichte einen neuen Tiefpunkt, als seine Stirn sich in Falten legte, er die Zähne zusammenbiss, um nicht ganz die Kontrolle zu verlieren und mit einem gezischten „Tzz“ demonstrativ den Blick abwandte. Das war gerade die absolute beste Reaktion, auf die Rin noch hatte hoffen können. Sollten diese beiden Tanten doch untereinander ausmachen, was sie wollten. War ja nicht so, als wäre er freiwillig hier. Der Falls war kurz davor, zu platzen. Anders als die Kollegin interessierte ihn der Ruf der Gilde Crimson Sphynx herzlich wenig. Insbesondere die Meinung so einer alten, jähzornigen Oma war irrelevant. Lian schätzte es so ein, dass die in spätestens zehn Jahren ohnehin den Löffel abgeben würde. Was? Die Gedanken des jungen Mannes wurden ein bisschen zu zynisch? Hm. Rin führte das Gespräch fort und lenkte die Aufmerksamkeit dadurch wieder weg von dem Falls. Zum Glück. Schließlich kam auch sie zu dem Punkt, an dem sie es aufgab, bessere Informationen von Frau Mayora zu erhalten und schlug vor, der vermeintlichen Diebin einen Besuch abzustatten. Sie fragte Lian, was er davon hielt? Ach, jetzt war seine Meinung wieder interessant? Er zuckte mit den Schultern, es war ihm wirklich egal. Vermutlich war Lana Takumi genauso unausstehlich wie die Auftraggeberin. Apropos Auftraggeberin: Diese stand erneut von ihrem Platz auf, um einen Schreiber zu holen und die Adresse der Rivalin auf die Rückseite des Fotos zu schreiben. In diesem Moment der Unachtsamkeit öffnete Rin ihre Tasche, fegte über den großen Tisch und stopfte Kekse und Muffin hinein, so viel es in diesem kurzen Moment denn möglich war. Lian war immer noch genervt, aber auch ein wenig beeindruckt von der Geschwindigkeit, mit der das Hundemädchen sich kostenloses Essen sicherte. Und kaum hatte Frau Mayora sich wieder zu ihnen gedreht, lächelte die Hellhaarige, als wäre Nichts geschehen. Lian schüttelte sachte den Kopf, während er das Mädchen von der Seite her anstarrte. Er würde nicht aus ihr schlau werden. Nein, das war ein hoffnungsloses Unterfangen.

„Machst du so etwas öfter?“ Er hatte die Frage doch nicht für sich behalten können. Nachdem sie das Haus von Frau Mayora verlassen hatten und zurück auf der Hauptstraße waren, studierte Lian die neue Adresse auf der Rückseite des Fotos, während er seine Stimme erklingen ließ. „Deine Tasche aufreißen und Essen hineinstopfen, während keiner hinsieht?“ Ob sie auch schon andere Sachen in ihrer Tasche hatte verschwinden lassen, während niemand hinsah? Wertvollere Gegenstände? Das Foto mitsamt Adresse von Lana Takumi wanderte in die Hosentasche des Falls, die grünen Augen wandten sich mit einem Seitenblick zu Rin. Es verstrich ein kurzer Moment, bevor sich ein überhebliches Lächeln auf seine Lippen stahl. „Oh und mit meinem ungezügelten Mundwerk bin ich ganz zufrieden, danke der Nachfrage.“ Er schnaubte und wandte den Blick von der Inuyama ab, um stattdessen die Hausnummern zu kontrollieren, an denen sie vorbeigingen. Es würde nicht allzu lange dauern, bis sie das Haus von Lana Takumi erreichten, aber ein bisschen Zeit blieb ihnen noch. „Ernsthaft, ich kann mit diesem Quatsch nichts anfangen. So ein Theater wegen einem Keksrezept. Das Handwerk des Backens? Selten so einen schlechten Witz gehört.“ Okay, eigentlich hatte Lian wirklich keine Ahnung vom Backen, das war alles. Es war aber auch keine Fähigkeit, die der Falls in seinem bisherigen Leben vermisst hätte. Er wusste nicht, dass das Backen für Rin tatsächlich ein ziemlich großes Hobby war. Und sie an dieser Stelle vielleicht entschieden widersprechen würde. Er rieb sich über den Hinterkopf und zuckte mit den Schultern. „Ich möchte das möglichst schnell hinter mich bringen. Lenk sie ab, dann schleich ich mich ins Haus und hol das Rezept“, äußerte er im Plauderton. Es wäre nicht das erste Mal, dass er sich in fremden Häusern herumtrieb und Sachen mitgehen ließ.

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BeitragThema: Re: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptyDi 12 Jan 2021 - 19:40

Langsam beschlich die Inuyama das unangenehme Gefühl, sie hätte Lian verletzt. Anstatt sich weiter in das Gespräch mit der alten Dame einzuklinken, hielt er sich zurück und sprach kein Wort mehr. Als sie endlich das Haus verlassen hatten und erneut die Straßen entlangwanderten, sah sie sofort die Gelegenheit, sich zu entschuldigen "Li-" begann sie, doch er kam ihr zuvor. "Was meinst du?" Sichtlich verwirrt legte sie den Kopf schief und sah zu ihrem Kollegen, welcher sie sogleich informierte. "N-nein, natürlich nicht!" Vor lauter Schreck stellten sich die hellen Haare des Mädchens auf. Sah sie wirklich wie jemand aus, der häufig Sachen klaute? Er musste ja wirklich einen schlechten Eindruck von ihr haben! Ein wenig enttäuscht ließ sie die Ohren hängen. "Ich würde niemals auf die Idee kommen, eine alte Frau zu bestehlen ... aber die Sachen waren doch extra für uns, oder?" Ihre Stimme wurde mit jedem Wort leiser und unsicherer, bis es zum Ende hin kaum mehr als ein Flüstern war. "Ich dachte, naja... Es war so lecker..." Jetzt wo sie von ihrem Kollegen für ihr Verhalten zur Rede gestellt wurde, wäre sie am liebsten im Boden versunken. Es klang so dumm, dabei hatte sie doch keine bösen Absichten gehabt. "Und du hast dir ja nichts genommen und ich habe gedacht, wenn ich etwas davon mit nach draußen nehme würdest du dich vielleicht trauen und wir könnten teilen?" Gut, wenn sie ehrlich war, hatte sie in erster Linie an sich selbst gedacht, aber sie wäre niemals auf die Idee gekommen, dem Falls nicht die Hälfte ihrer Beute anzubieten! Eine Weile tappte sie einfach schweigend nehmen ihm her, doch dann hob sie wieder den Blick und guckte ihn aus großen, runden Äuglein an. Was sie da jedoch sah, überraschte sie durchaus ein wenig. Bisher hatte der Lockenkopf nicht einmal gelächelt und nun lief er da, ein freches Grinsen auf den Lippen. Und was sagte er da? Er wäre mit seinem losen Mundwerk eigentlich recht zufrieden? Was für ein Dummkopf! In diesem Moment wollte sie ihm wirklich böse sein! Sie versuchte regelrecht, den Zorn in ihrem Inneren heraufzubeschwören, aber es gelang ihr nicht. Stattdessen entwischte ein kleines Kichern ihren Lippen. Dieser Kerl war ihr wirklich ein Rätsel. Erst war er still und schweigsam, dann machte er ihr Vorwürfe und nun grinste er wie ein Honigkuchenpferd und präsentierte sich voller Stolz und Selbstsicherheit. Was kam wohl als nächstes? "Man Lian, du machst mich echt fertig." Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen schüttelte sie den Kopf. Sie hatte noch nie jemanden getroffen, der es ihr so schwer gemacht hatte, auf eine Wellenlänge zu kommen. Es handelte sich bei dem dunkelhäutigen Magier wirklich um einen harten Brocken. Aber sie kam trotzdem nicht drum herum, seine eigenartige Art irgendwie niedlich zu finden. "Wie wäre es, wenn du dem Ganzen erst einmal eine Chance gibst, bevor du es verurteilst?" fragte sie ihn und warf ihm einen kurzen Hundeblick zu, bevor sie den stibitzten Muffin aus ihrer Tasche zog und liebevoll teilte. Alleine der süße Duft der Schokolade ließ ihr Herz höher schlagen. Am liebsten ihn alleine gegessen, doch sie war stark und streckte Lian seinen Anteil entgegen. "Ich backe auch gerne. Es macht mir wirklich Spaß. Hast du es jemals probiert?" Gespannt wartete sie auf seine Reaktion. Was er wohl von dem Muffin halten würde? Sie selbst aß ihre Hälfte dieses mal langsam, Bissen für Bissen, anstatt es wieder auf einmal runterzuschlingen. Schließlich wollte sie sich nicht noch unbeliebter machen. "Übrigens, das was ich vorhin zu Oma Mayora über dich gesagt habe, tut mir wirklich Leid. Ich denke natürlich nicht so über dich. Ich wollte bloß nicht, dass die Situation eskaliert." Endlich war die Entschuldigung raus und sie fühlte sich sofort erleichtert. Sie hatte schon kurz befürchtet, diese Worte nicht mehr loszuwerden, bevor sie das Haus von Lana erreicht hatten.
Als sie schließlich vor der richtigen Adresse halt machten, schlug Lian sofort einen sehr ungewöhnlichen Plan vor. Überrascht zog die Hellhaarige die Augenbrauen nach oben und sah ihn mit schiefgelegtem Kopf an. "Wir wissen doch noch gar nicht, ob sie das Rezept tatsächlich hat. Und selbst wenn, du weißt doch gar nicht wo!" gab sie zu bedenken, tippte sich dabei an die Schläfe. "Ich glaube wir sollten das anders angehen. Aber wie...?" Sie grübelte. Auf keinen Fall konnten die Magier einfach bei der alten Dame einbrechen! Das schrie regelrecht danach, dass es schiefgehen würde. "Wie wäre es denn, wenn wir uns erst einmal erlaubten Zutritt verschaffen und ein wenig ausfragen? Und wenn sich der Verdacht verhärtet machen wir es so wie du gesagt hast." Ja, dann würde sie die Ablenkung übernehmen und der Falls konnte sich auf's Klo entschuldigen und das Rezept schließlich ausfindig machen. Dann könnten sie die Diebin mit ihrer eigenen Taktik überführen! Wenn das nicht mal eine Idee war! "Was sagst du dazu?"

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BeitragThema: Re: Hauptstraße von Aloe
Hauptstraße von Aloe EmptyDo 14 Jan 2021 - 19:18

Sie hatte das Essen eingesteckt, um draußen mit ihm zu teilen? Meinte sie das ernst? Oder sagte sie das einfach so? Der Falls musterte die hellhaarige Magierin skeptisch und wusste nicht so recht, was er von dieser Aussage halten sollte. Er war es nicht gewohnt, dass Leute mit ihm teilen wollten. Einfach so, auf freiwilliger Basis. Meistens waren es dann doch vorher abgestimmte Geschäfte gewesen, in die Lian eingestimmt hatte, wenn man sich die Beute im Anschluss teilte. Auch wenn es sich nur um Gebäck handelte: Die Inuyama konnte nicht ahnen, dass ihr Angebot ihn dadurch irgendwie ziemlich berührte. Natürlich deutlich mehr, als er nach außen hin zeigte – das ließ er dann doch nicht zu! Und Moment. Was war das? ER machte SIE fertig?! Eine Frechheit. Es war ja wohl umgekehrt! Es war für Lian vollkommen unmöglich, dieses komische Mädchen richtig einzuschätzen. Sie war so anstrengend mit ihrer quirligen, viel zu emotionalen Art. Als hätte sie Hummeln im Hintern und Spaß daran, den Dunkelhaarigen an seine Grenzen zu treiben. Als sie ihm freundlich die Hälfte des Schokoladenmuffins hinhielt und ihm einen warmen Hundeblick schenkte, verfestigte sich der Gedanke: Warum ließ sich Rin von seiner schroffen Art nicht abschrecken? Er konnte abweisend sein und trotzdem reagierte die Kollegin offen zugewandt. Lian nahm die dargebotene Hälfte des Muffins entgegen und besah sich das Gebäck von allen Seiten, während die Inuyama bereits freudig zu essen begann. Als würde er dadurch mehr darüber herausfinden. „Nein, habe ich nicht“, antwortete er wahrheitsgemäß auf die Frage, ob er das Backen schon einmal ausprobiert hätte. Er zuckte mit den Schultern. „Habs auch nicht vor. Es interessiert mich nicht wirklich.“ Da vertrieb er sich die Zeit lieber anders. Mit dem Bogenschießen, Kartenspielen oder dem Lesen von Horoskopen – was er Rin aber nicht einfach so auf die Nase binden wollte. Es kostete Lian ziemliche Überwindung, doch dann führte er die Muffinhälfte doch endlich vorsichtig an seinen Mund und sprang über seinen Schatten. Zaghaft nahm er einen Bissen, ließ sich die Schokolade auf der Zunge zergehen und... wow. Es schmeckte unglaublich! Der Schokoladenkern war einfach grandios! Der fluffige Teig fühlte sich so leicht an, wie eine perfekte Ummantelung der zähflüssigen Süßigkeit im Inneren. Und was war es, was der Falls sagte? „Hm. Ganz okay.“ Man hatte doch nicht wirklich erwartet, dass sich ein Lian Falls seine Begeisterung einfach so ansehen lassen würde, oder? Nein, nein. Das würde sein Bild nach außen doch nur zerstören. Höchstens an dem schnellen, zweiten Bissen konnte man erahnen, dass es dem jungen Mann vielleicht ein bisschen mehr schmeckte als nur ganz okay. Wenn man denn darauf achten wollte. „Schon gut. Ich mein... du hattest schon Recht.“ Er grinste großspurig, als er den Kopf ein wenig schief legte und den Blick des Hundemädchens suchte. „Ich hab weder Respekt vor dem Backen, noch ein Verständnis dafür, warum man es ein Handwerk nennen sollte.“ Und damit stopfte er die letzten Reste des Muffins in seinen Mund, säuberte seine Finger und wischte sie am Ende beiläufig an seiner Hose trocken. Wie man vielleicht merkte: Es musste viel passieren, damit ein Lian Falls sich dazu überreden ließ, sich ernsthaft mit einer Thematik wie dem Backen auseinanderzusetzen.

Vor dem Haus von Lana Takumi angekommen, wurde es dann doch nochmal ernster. Sie hielt also nicht viel von seinem Plan? Der junge Magier rieb sich über den Hinterkopf, schloss die Augen und dachte über die Worte der Inuyama nach. „Hm. Ich würde das Rezept schon aufspüren. Weißt du, ich hab ein Gespür dafür, wo ich die Dinge finde, die ich suche.“ Er erinnerte sich an so manchen Einbruch, aber auch an Geld und Schmuck, den er aus Taschen und Beuteln entwendet hatte. Naja. Anderes Thema. Als sich seine Lider wieder anhoben, sah er zu der Kollegin und nickte dann. „Meinetwegen. Aber dann sollten wir uns eine gute Story ausdenken, warum wir bei ihr aufkreuzen. Ich glaube kaum, dass Lana Takumi uns verraten wird, wo sie ihre Rezepte versteckt, wenn wir ihr sagen, von wem wir geschickt wurden. Und warum wir da sind.“ Lian dachte ein wenig länger darüber nach, bevor sich ein wissendes Lächeln auf seine Lippen legte. Es gab so einige Wege, wie man sich Zugang zu so einem Haus verschaffen konnte – ob Rin diese Wege kannte? „Wenn die alte Schachtel so alt ist, wie ich sie mir vorstelle, fällt sie mit Sicherheit auf so billige Tricks rein wie das Prüfen der Heizungen, der Rauchmelder oder so einen Quatsch. Und Omas kommen bei sowas immer ins Reden. Da kommen wir schnell an die Informationen, die wir brauchen.“ Oder fühlte sich Rin mit solchen Lügen zu unwohl? Zugegeben, man musste zumindest den Anschein erwecken, dass man wusste, wie man solche Geräte prüfte. Ansonsten kam das kaum richtig rüber. „Naja. Oder wir behaupten, einen Artikel für den bevorstehenden Wettbewerb zu schreiben. Aber dann sprichst du mit ihr. Mit dem Kram kann ich nichts anfangen.“ Lian hatte gerade geendet, da öffnete sich plötzlich die Tür zum Haus von Lana Takumi. Er und die hellhaarige Kollegin standen noch einige Meter entfernt, dennoch verstummte der Falls schlagartig und blickte in Richtung Haustür. Im Eingangsbereich des Hauses erschien eine ältere Dame, die eindeutig Lana Takumi war. Das graue, lockige Haar war recht kurz getragen, auf der Nase trug die Frau eine knallrote, ziemlich große Brille. Das faltige Gesicht war zu einem liebevollen Lächeln verzogen, als sie krumm stehend eine andere alte Dame verabschiedete, die aus dem Haus von Lana Takumi gekommen war. Als die andere Dame verschwunden war, fiel der überraschte Blick der alten Frau auf Lian und Rin, die immer noch wie angewurzelt auf der Stelle standen und überrascht zu ihrem Zielobjekt sahen. „Oh. Wollt ihr etwa zu mir?“, fragte Frau Takumi verwundert nach und schob die auffällige Brille ihre Nase hoch, um besser sehen zu können. Lian blickte zu Rin und sein Blick sagte in etwa: Der Moment der Wahrheit ist gekommen. Na? Was willst du sagen? Ich bin gespannt.

@Rin

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