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 Brunnenplatz

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Kuma



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BeitragThema: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeDi 14 Jul 2015 - 14:26

Ortsname: Brunnenplatz
Art: Freifläche
Spezielles: ---
Beschreibung: Der Brunnenplatz ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als Aloe Town nicht mehr war als eine kleine Oase mitten in der Wüste. Das damalige Dorfzentrum ist nun der zentrale Platz in der, zugegebenermaßen schäbig wirkenden, Altstadt der westlichen Handelsstadt. Bis heute hat sich so gut, wie nichts an diesem Platz verändert, ein simpler Brunnen aus Lehmziegeln steht in der Mitte des Platzes, der von einfachen Lehmhütten gesäumt wird.

Change Log: ---
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Freya

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeSo 9 Feb 2020 - 19:57

Offplay - hier epischen Titel vorstellen
Hel & Freya

Vor wenigen Tagen hatte Freya die erste Quest ihres neuen Gildendaseins hinter sich gebracht, womit ihr nun ein paar Tage ruhe gegönnt waren – das hatte sie zumindest entschieden. Perfekter Zeitpunkt also, um kleine behörnte Mädchen ausfindig zu machen. Es war eine regelrechte Schnitzeljagd gewesen, um überhaupt so weit zu kommen, dass ein solches Mädel tatsächlich existierte, hier in dieser schrecklich heißen, ekligen Stadt. Hel sollte sich gefälligst glücklich schätzen, dass ihre gütige Cousine eine halbe Weltreise auf sich genommen hatte, nur um dieser Spur nachzugehen. Wobei sie echt zugeben musste, dass diese seltsamen eisernen Gefährte das Ganze doch noch halbwegs erträglich gemacht hatten – auch wenns eine Herausforderung war, darin nicht an Langeweile zu sterben. So weit so gut, nun war sie ja an diesem schrecklichen Fleck Erde, den Hel sich scheinbar als ihr neues Zuhause ausgesucht hatte. Wer auch immer ihr für diese Wahl Exkremente im Hirn platziert hatte, immerhin war das echt das krasse Gegenteil von ihrer Heimat. Am liebsten wäre Freya hier einfach nackt rumgelaufen. Vielleicht später – interessierte doch eh niemanden, wenn sie hier ein wenig rumtobte.
Jetzt gerade befasste sie sich aber erstmal mit zielführenderen Dingen. Ob sie einen Plan hatte? Klar! Einfach den nächstbesten menschlichen Fleischklops ausfragen. Gut, zwei davon hatte sie bereits hinter sich, die sich gerade liebevoll an Häuserwände zum Schlaf gelegt hatten, um dort von Freya zu träumen. 'Alle guten Dinge sind Drei', hatten die dämlichen Magierleute während ihrer Gefangenschaft öfter mal gesagt, als sie ihre kleinen widerlichen Apparate an ihr ausprobierten. Was auch immer nun die richtige Definition von 'gut' war, ein drittes Ding musste nun jedenfalls her. Hoffentlich das letzte, denn so langsam ging Freya die ganze Suche tierisch gegen den Strich.
Als 'Ding' wurde schließlich ein Typ auserkoren, der mitten auf einem Platz der schäbigen Altstadt stand und komische Dinge wie 'Erlösung' und 'der Herr' durch die Gegend brüllte, als würde sein Leben davon abhängen. Nun, vielleicht tat es das auch. Wer so viel Müll zu sagen hatte, der konnte ihr bestimmt auch was verraten. „Oi, Schreiaffe. Hast du Weib gesehen? Wie ich, nur als Zwerg und ohne Brüste.“ Gut, sie beschrieb die Hel von vor acht Jahren, aber bitte. So viel konnte sich an dem kleinen Monster wohl kaum verändert haben. Wenn doch, würde sie's ohnehin nicht bemerken.
Als der alte, schrullige Typ Freya erblickte, reagierte er glatt, als hätte er Nidhögg persönlich gesehen. „Grundgütiger! Scheusal! Lucifer persönlich! Möge Gott..-" weiter kam er nicht, denn Freya dauerte sein Mist zu lange. Kurzerhand ging sie auf den Mann zu, schnappte sich dessen Fußgelenk und zog ihn wenige Meter weiter zum Brunnen, um ihn kopfüber darüber zu halten. „Jaja, gütig bin ich, manchmal, wenn ich Bock hab. Hörner, Zwerg, keine Brüste. Wo?! Ich hab' keinen Bock mehr und 'nen verdammten Hunger, ich könnt 'nen Riesen verdrücken.“ Ätzender Weise brachte der Typ ihr gar nichts. Gezeter, Hilfeschreie, Gebete an seinen ulkigen Gott – sonst nichts.

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Hel

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeMo 10 Feb 2020 - 19:33

Es war noch immer ein komisches Gefühl in dieser fremden Stadt herumzulaufen, während sie eigentlich in einer anderen Situation dieses Dorf überfallen, die Schätze dieser Stadt geplündert und vermutlich den einen oder anderen Schädel gespalten hätte. Stattdessen hatte sie nun einen großen Beutel voller seltsamer, für sie unbegreiflich zusammengestellter Süßigkeiten. Scheinbar hatten die Menschen hier irgendwelche Fähigkeiten, wie man Zucker zubereiten konnte, damit es zusammenbleibt und als harte, teilweise verzierte Figuren essbar blieb. Hel beispielsweise hatte eine Tüte voller kleiner Mäuseköpfe, die jedoch weder mit Innereien und Hirn bestückt waren, sondern mit seltsamer weicher Süßfüllung. Komische kleine Dinger! Vom Bazar hatte sie heute einen kleinen Umweg gemacht, da man ihr in der Gilde nahegelegt hatte, sich ein wenig mit der Stadt vertraute, da sie mittlerweile sechs Mal bei Quests zu spät kam, da sie sich immer und immer wieder verlief.
Sie schlenkerte also zum historischen Kern der Stadt, die wohl aus alten Zeiten stammte, als man hier noch lebte, wie Hel es getan hatte, in ihrem alten Dorf. Im Vergleich zum restlichen Teil der Stadt schien aber nicht nur der Platz historisch, sondern auch der Zustand, denn hier war der Zahn der Zeit deutlich am Knabbern gewesen. Scheinbar steckte man den durch Handel erstandenen Wohlstand lieber in andere Bereiche als den alten Kern. „Junge Dame, hast du vielleicht ein paar Jewel für mich?“ Wow, Hel verstand sie und so sehr sie Bettler auch unverschämt fand, so sehr mochte sie die alte Frau dafür, dass sie sie so respektvoll als junge Dame bezeichnete. Wirklich einen Nutzen hatte sie sowieso nicht für ihre Jewel, also kramte sie mit einer freien Hand in ihren Taschen umher um zwei oder drei Steine hervorzufingern, als ihre Nase plötzlich einen Geruch aufschnappte, der weder hier reinpasste, noch ihr unbekannt war. Aus lauter Panik griff sie eine Handvoll Jewel und schenkte  der Dame vermutlich ihre nächsten paar Wochen Lebensunterhalt. Von ihrem Dankesschwall und den ganzen Überhäufungen mit Komplimenten bekam Hel kaum noch was mit, als sie schon mit aufgerissenen Augen immer weiter dem Geruch folgte, bis sie schließlich direkt am Brunnenplatz ankam und sehen konnte, was ihre Nase erschnüffelt hatte. „F-F-Freya?“, kam es einer für Hel fast unmenschlich leisen Stimme hervor. Ungläubig machte sie ein paar Schritte vorwärts, während sie die Tüte voller Süßkram fallen ließ, der ihr momentan nichts bedeutete. Waren es zehn Jahre? Sie hatte mit Sutr jegliches Zeitgefühl verloren. „Freya.“ Sie bestätigte es sich selbst noch einmal, als wenn es nur damit zur Realität wurde und fing dann an immer schneller auf das letzte Überbleibsel ihrer Kultur. Man sagt, dass es Schwäche bedeutete, wenn man Tränen vergaß, dennoch gab es für sie kaum noch ein Halten, als sie ihre totgeglaubte Cousine sah, wie sie dort stand. Dass sie dabei einen Einwohner über den Brunnen hielt, war ihr ziemlich egal, denn alles was sie sah, war ihr Ziel auf welches sie mit ausgestreckten Armen zurannte und ihr einfach ohne Rücksicht auf Verluste um den Bauch fiel und ihr Rotz und Tränen gegen den Körper wischte. „Ich dachte alle wären… ihr alle… tot. Wie hast du überlebt? Wie kommst du hierher?!“ Fragen über Fragen, die Hel sich nicht erklären konnte und die sie ihrer Cousine in der alten Sprache an den Kopf knallte. Sie hatte gesehen, wie die Männer das Dorf und jeden darin hingerichtet hatten, also krallte sie sich umso mehr an ihr fest, als wenn sie gleich verschwinden würde, wenn sie es nicht täte.

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeDi 11 Feb 2020 - 10:05

„F-F-Freya?“ Sie musste nicht die außergewöhnlichen Sinne eines Dragonslayers haben, um diese Stimme – so leise sie auch war – unter Dutzenden anderen herauszuhören. Als Freya sie hörte, fiel ihr doch beinahe der Schreityp aus der Hand. Zuerst hatte er noch Glück, da sie bloß den Kopf so weit drehte, wie ihr Körper das zuließ. Und da war die kleine Zwergin: munter und voller Tränen und Rotz im Gesicht. Bei Freya wiederum blieben die Tränen aus einem simplen Grund aus: Sie wusste einfach, dass Hel noch lebte. Und hier war endlich die Bestätigung, die ihr gerade mit voller Wucht gegen den Bauch rannte. Nichts desto trotz spielte sich in Freyas Gesichtszügen absolut Seltsames ab: Ein weicher, zufriedener und zugleich wahnsinnig erleichterter Blick. Etwas, dass man im Alltag niemals an ihr vorfinden würde. Dazu brauchte es wohl eben dieses halbe Portiönchen, das da an ihr klebte. Apropos Portiönchen: der Schreityp hatte sich inzwischen mit einem lauten Platsch im offenbar recht tief angesetzten Wasser des Brunnens verabschiedet. Freya hatte nun Wichtigeres zu tun. Und er ja sowieso seinen Zweck erfüllt. Naja, so mehr oder weniger. Der Versuch war da. Oder auch nicht.
Die Körperflüssigkeiten, die gerade so liebevoll an ihrem Bauch verteilt wurden, störten die Silberhaarige nicht im geringsten. Oh, da hatte sie schon deutlich Schlimmeres erlebt. Die eigenen roten Hände legte sie an den Hinterkopf des Mädchens, den sie ebenfalls einen Moment lang enger an sich drückte. Dies galt als Bestätigung ihres Versprechens, nicht ebenso plötzlich wieder zu verschwinden, wie es ihr Heimatdorf getan hatte. Außerdem musste sie ja den Griff erwidern, der mindestens so viel Druck hatte, wie Freya es nach einer solchen Zeit auch erwartet hatte! „Ha! Als könnte man mich so einfach töten! Da muss schon Nidhöggr persönlich auf die Erde kommen und mich besiegen.“ Gut, man hatte sie jahrelang festgehalten. Aber das war jawohl was Anderes. Selbstverständlich sprach sie die Worte ebenfalls in der alten Sprache – es ging ohnehin niemanden der komischen Fleischklöpse hier an, was sie zu Bereden hatten. Die Hände am Hinterkopf des blonden Zwergs lockerten sich wieder ein wenig und griffen nun zwei ihrer Haarsträhnen, an denen anschließend gezogen wurde, um Hel dazu zu zwingen, sie direkt anzusehen. Manch einer würde das vermutlich als schroff ansehen, doch dort wo sie herkamen, war das sogar die sanfte Art. „Na ich hab‘ dich gesucht, Tochter des Donners.“ Mit den letzten Worten schwang Vertrautheit mit, da in dieser Bezeichnung viele Erinnerungen der Vergangenheit lagen. An die Zeit, wo alles noch unbeschwert war, bevor die Ilawen und deren verfluchten Götter sich entschieden hatten, mit ihren seltsamen Magien alles zu zerstören.
Freya beugte sich ein Stück herab, um ihre Stirn erst gegen Hels‘ zu stoßen und schließlich mit einem sanften Druck dagegen zu halten, wobei ihre Hörner einander streiften. So verweilte sie ein paar Sekunden, ehe sie einmal längst über die Wange ihrer Cousine leckte, um von dort einige ihrer Tränen mitzunehmen und somit verschwinden zu lassen. Und auch, um einen lange verloren geglaubten Geschmack wieder aufnehmen zu können. Schließlich richtete sie sich wieder auf und ihre Mundwinkel verschoben sich zu einem breiten Grinsen, den Blick keinen Moment von Hel abgewandt. „Komm, lass uns erstmal ein Rind erlegen und dann in Ruhe bei Feuer reden. Und feiern!“ Eben so, wie es sich gehörte, wenn man aus dem hohen Norden kam. Weit höher, als diese komische Stadt, in der sie nun lebte.

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeMi 12 Feb 2020 - 0:57

Hel konnte die Hände spüren, es war keine Fantasie oder kein Ausgespinst ihrer inneren Hel, es war tatsächlich ihre Cousine! Gefion hatte ihre Gebete erhört, ihr zumindest einen Part ihrer Familie wiedergeschenkt. In Hel wuchsen plötzlich Fantasien und Hoffnungen heran, dass ihre ganze Familie noch leben konnte, die wohl erwachseneren Menschen gar nicht gekommen wären, doch schwermütig erinnerte sie sich schon kurz darauf, dass sie selbst gesehen hatte, wie ihre ganze Familie wie Vieh geschlachtet wurde. Das war es auch, was Hel zurück in diese Nacht brachte. Surtr hatte ihr nie beigebracht, wie man dieses Gefühl unterdrückte, oder gar bekämpfte, sondern hatte sie nur noch weiter darin bestärkt es zu nutzen und so fiel sie abermals, wie damals in einem ihr unbekannten Dorf, als sie eine junge Familie vor sich sah, wieder in diese unendliche Rage. Alles was sie damals noch sah, als sie wieder zu sich kam, war eine abgebrannte Einöde, die wenig dem Dorf glich, welches einst dort stand. Ihre Hände verkrampften sich am Rücken ihrer Cousine und krallten sich fest in ihre Haut, als Freya sie jedoch nicht wegstieß sondern an sich drückte und sie Tochter des Donners nannte. Plötzlich war sie wieder hier und hoffte, dass Freya nichts davon mitbekommen hatte. Sie durfte nicht so eine Schwäche zeigen, wenn sie gerade eine der letzten ihrer Art gefunden hatte, oder vielmehr eher von ihr gefunden wurde. Hel sah ihr direkt in die Augen, irgendetwas war dennoch anders an ihr, auch wenn sie nicht so ganz erkennen konnte was es war.
Es war ein komisches Gefühl, als sie ihr die Tränen vom Gesicht leckte und ihr vorschlug erst einmal ein Rind zu erlegen, bevor sie reden konnten und dabei erkannte sie, was sich so verändert hatte. Kein Wunder, dass ihre Hörner so ein weiches Bett hatten, als sie sich an sie gepresst hatten. „Kannst du mit diesen Freischwingern denn überhaupt noch ordentlich jagen?“, fragte Hel sie provokant und deutete auf ihre beiden Euter. Hel lockerte ihrer Schulter indem sie einmal ihre Arme kreisen ließ. „Ich war nicht untätig, während wir uns nicht gesehen hatten.“ Und ob der Tatsache, dass sie eigentlich in Wiedersehensfreude schwelgen sollten, entbrannte der in ihrem Stamm übliche Wettbewerb in so ziemlich allem was es gab. Besonders jedoch im Krieg, bei Überfällen, oder aber eben in der Jagd musste man den anderen immer übertrumpfen, so war es eben Brauch. „Nicht weit westlich der Stadt hab ich mein Lager und dort sind auch viele große Herden, die wir jagen können!“ Worauf wartete die Frau denn noch?! Hel griff sie also bei der Hand und zog sie einfach mit sich in ihre eigene, kleine Heimat.

tbc ~ Thrudheim - Dorf der Göttin Hel

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeSa 15 Feb 2020 - 10:56

Questus Maximus Cooperativicus!

Start von Charon-sama und Hel-hime

Es war wieder einmal soweit, Sol war mit Arvakr und Asvidr zusammen über sie hinweggefegt und hatte sie aus dem Schlaf gerissen. Diesmal hatte sie es sogar bis in ein Zelt geschafft, bevor sie einfach wieder irgendwo liegen geblieben war und geschlafen hatte wo auch immer sie wollte. Einer der Vorteile, dass man alleine in einer mittlerweile sehr gewachsenen Kolonie lebte: Man konnte nächtigen wo man wollte und niemand war hier, der ihr sagte, dass man dies und das nicht tat. Dennoch hatte sie heute wieder einmal einen Zettel bekommen, den sie nicht lesen konnte. Der Magier Yuuki hatte ihr netterweise den Zettel noch im Gildenhaus erläutert und ihr bedeutet, dass sie irgendwo mit einem anderen Magier ihrer Gilde treffen sollte, dessen Name sie schon wieder vergessen hatte. Irgendetwas mit C, oder war es vielleicht auch ein S? Der Treffpunkt war am Brunnenplatz, so viel wusste sie und der Typ würde sie schon erkennen, schließlich war man nicht jeden Tag mit der unglaublichen Hel, Tochter des Donners, unterwegs.
Hel wusch also ihr Gesicht an der kleinen Oase neben ihrer Kolonie und bürstete sich ihr langes Haar, bevor sie sich aufmachte und sich anfing gen Brunnenplatz zu bewegen. Hoffentlich war dieser Typ oder diese Typin, welche sie bald kennenlernen durfte mal ein wenig mehr in Richtung Krieger getrimmt und nicht so sehr in der Identitätskrise wie dieser Yuuki, der nicht ganz wusste, ob er nun eine Frau war oder nur ein Mann in Frauenkleidung und wo bitte war sein Bartwuchs?!
Nachdem sie ihren Kimono angezogen hatte, machte sie sich auch schon auf den Weg in Richtung des Dorfes, nicht jedoch ohne vorher ihre Süßigkeitentasche einzupacken und sie sich an den Obi zu heften, damit sie ihn immer griffbereit hatte. Gullinbursti schmiss sie noch schnell eine Kusshand zu, die war aber gerade zu beschäftigt damit irgendein Erdloch zu buddeln, vermutlich um sich darin wieder zu verbuddeln, damit sie die Sonne nicht so quälte, vor allem, wenn man bedachte, dass die kleine Sau mittlerweile gar nicht mehr so klein war.
„He du! Hel ist heute deine Partnerin!“, sagte sie irgendeinem blauhaarigen Mann, der sich verdutzt umdrehte und ihre Hand wegschlug. „Verpiss dich, ich hab kein Geld für dich übrig.“ Stotterte sie? Hatte sie in der alten Sprache gesprochen? Eigentlich nicht, schließlich hätte sie das irgendwie schon mitbekommen. „Fittetryne…“, fluchte sie nur dem Mann entgegen, bevor sie sich umdrehte und einfach wegging. Erst jetzt kam ihr aber der Geruch von Blumen in die Nase, Blumen die auch im Gildenhaus schon einmal herumstanden, deren Namen sie aber wieder vergessen hatte. Also hatte sie dieses Mal wieder eine Frau mit sich, die ihn begleiten würde. Nach Maeve war das sicherlich mal wieder eine willkommende Abwechslung. Die Quelle des Geruchs war jedoch keine Frau, sondern ein Typ mit langen weißen Haaren. Hel ließ sich nicht beirren, lief herüber zu ihm und schnupperte ihm an den Händen, an den Beinen und war sich sicher, das war die Quelle. Sie griff nach seiner Hand, um einmal über die Innenfläche zu lecken, um ihm dann ein: „Hallo!“ an den Kopf zu werfen. Er schmeckte auch nach Blumen, war aber scheinbar keine Frau, dafür war zu viel Männergeruch und –geschmack darunter. „Bist du auch Frauenmann wie Yuuki?“ Sie legte fragend den Kopf schief und fragte sich, ob er Yuuki überhaupt kannte. „Hel ist Hel, bist du ein Zauberer?“ Oder war es Magier? Hel kannte den Unterschied nicht, gab es überhaupt einen? Wieso hatte der Kerl eigentlich keinen Bart?

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeSa 15 Feb 2020 - 18:49

Heute war ein Tag, an dem sich Charon ein wenig hin- und hergerissen fühlte. Einerseits hatte er heute etwas vor, auf das er sich freute: Der Dargin war ausgewählt worden für eine gildenübergreifende Quest, durfte also Crimson Sphynx im Außeneinsatz mit anderen Gilden repräsentieren. Ein Zeichen großen Vertrauens in seinen Augen und zweifellos eine Gelegenheit, die er nutzen würde, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Dazu kam, dass die Natur seiner Aufgabe gut zu jemandem passte, der die Welt erkunden und neue Dinge entdecken wollte. Ein paar Ruinen zu erforschen, um die sich Legenden rankten, konnte mit etwas Glück ziemlich spannend werden, und seine Magie war sicher nützlich, wenn es in den alten Gemäuern nicht dunkel genug sein sollte. Was dagegen seine Stimmung etwas trübte, war ein Name, der auf dem Blatt Papier in seiner Hand stand: Hel.
Um fair zu sein, hatte Charon nicht unbedingt einen persönlichen Grund, etwas gegen Hel zu haben. Er war sich nicht einmal zu hundert Prozent sicher, dass er den Namen mit dem richtigen Gesicht verband. Das Gesicht, das er vor Augen hatte, war allerdings keins, das er als Repräsentation seiner Gilde sehen wollte. Ein paar Mal hatte er in der Gilde ein scheinbar sehr junges Mädchen gesehen, das wenig Respekt vor Privatsphäre oder Umgangsformen hatte und auch recht unkontrolliert aufbrausend werden konnte, und wenn er sich nicht irrte war in diesen Instanzen der Name Hel gefallen. Dass er sich nicht sicher war, lag wohl daran, dass sie bisher kein Wort gewechselt oder sich auch nur nahe gekommen waren... und das war zugegebenermaßen seine Schuld. Auch wenn er sein Verhalten nicht wirklich bereute.
Mit einem Seufzen prüfte Charon ein letztes Mal seine Haare im Spiegel, steckte den Brief in seine Tasche und schwang sich diese über die Schulter. „Einmal ist immer das erste Mal...“, murmelte er vor sich hin, während er die Tür hinter sich abschloss und sich auf den Weg zum Brunnenplatz machte. Dort würde sich ja zeigen, ob er Recht hatte...

Es zeigte sich. So sehr er auch versuchte, sich mit Gedanken wie „Vielleicht ist es ja jemand ganz anders“ oder „Selbst wenn, auf einer Quest wird sie sich schon benehmen“ zu beruhigen, so wenig war er verwundert, als eine junge Dame auftauchte und Aufmerksamkeit auf sich zog, die ihm unangenehm bekannt vorkam. Das Schlimmste war wohl, dass sie nicht einmal schlecht aussah – ihre Kleidung hinterließ einen starken, nicht gerade negativen Eindruck, wirkte fast wie eine Hommage an eine andere Kultur, und ihre Tattoos wirkten, als könnten sie Teil eines Rituals sein. Zusammen mit ihren Hörnern war das durchaus ein Eindruck, den ein guter Magier machen konnte, wenn er der Welt gleich zeigen wollte, dass er mächtig und besonders war... nur leider zeigte sie lieber ganz andere Seiten an sich. Charon versuchte erfolglos, sich von ihr zurückzuziehen, als sie begann, seine Extremitäten zu beschnuppern und sogar an ihm zu lecken. Was für ein großartiger Start...
„... Wie bitte?“, fragte Charon, fokussierte sich darauf, die Fassung zu bewahren, während er ein Taschentuch hervorzog und seine Handfläche säuberte. „Ja... ja, ich bin ein Zauberer. Mein Name ist Charon. Du bist also Hel.“ Er brauchte nicht zu behaupten, dass er sich freute, sie kennen zu lernen. Es interessierte sie vermutlich auch nicht, zumindest hoffte er das. Der Dargin bemühte sich zwar, die Höflichkeit zu bewahren, aber er konnte nicht verleugnen, dass der Begrüßung die übliche Energie gefehlt hatte. Was konnte sie aber auch anderes erwarten? Was sollte das überhaupt bedeuten, ob er ein Frauenmann war? „Anders als Yuuki bin ich ein vollwertiger Mann. Bitte vergleiche mich nicht mit ihm“, meinte er und setzte ein freundliches Lächeln auf. Sie wirkte ja eher wie ein Haustier als ein Gildenmitglied... Was machte man nochmal, wenn man wollte, dass Tiere einen mochten? Ach, richtig. „Möchtest du etwas zu Essen, bevor wir gehen? Ich könnte dir ein Stück Fleisch kaufen...“, meinte er nachdenklich und blickte zurück in Richtung Innenstadt, wo er vorhin eine Metzgerin frisch geschlachtetes Schwein hatte anpreisen hören. Rohes Schweinefleisch schadete Kindern nicht, richtig?
„Du freust dich sicher auf unsere Aufgabe. Wir fahren mit einem Zug schön weit weg und sehen uns da in Ruinen um“, meinte er leicht amüsiert, ohne wirklich zu merken, dass er mit ihr instinktiv wie mit einem kleinen Kind redete. „Du hast aber nicht vor, an noch mehr Leuten zu schnüffeln, hoffe ich...?“

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeMi 26 Feb 2020 - 17:32

Charon beleidigte Yuuki. Zumindest glaubte Hel, dass es eine Spitze gegen den anderen Magier war, was ihn in ihrem Ranking schon einmal ein gutes Stück nach oben katapultierte! Wirklich untermauern konnte er seine Aussage aber nicht, denn er roch noch schlimmer nach irgendwelchen Duft, den sie sonst nur von Herrscherinnen aus ihrem Land kannte, als der rothaarige Magier, aber wieso sollte er sie anlügen? „Hel hat genug Proviant dabei!“, sagte sie und schlug einmal sanft gegen ihren am Obi befestigten Beutel, der verheißungsvolle Geräusche von sich gab. Nun, es war eigentlich nur Süßkram, aber Hauptsache es spendete ihr irgendwie Energie. „Notfalls jagt sie sich etwas unterwegs. Wohin gehen wir eigentlich?“ Hel wusste um ehrlich zu sein nicht einmal, um was es eigentlich ging. Sie war froh die Sprache gelernt zu haben und sich einigermaßen verständigen zu können, aber dieses geschnörkelte Geschreibsel was ihr die Gilde immer schickte diente kaum als Anzünder – und Hel hatte dies ausgiebig getestet. Doch Charon erklärte schon das Ziel ihrer Reise: eine Ruine, in der sie sich scheinbar umsehen sollten. Wieso auch immer dies zwei Magier ihrer Gilde benötigte, war ihr schleierhaft, aber Hel mochte Ruinen, vielleicht waren es ja alte Ruhestätten der hiesigen Götter, die dieses Land offensichtlich schon vor langer Zeit verlassen hatten.
„Wieso nicht? Gerüche sagen viel über Menschen aus. Krankheiten, Emotionen, was sie vorhaben, wo sie sich aufhalten. Ob es gute Menschen, oder böse Menschen sind.“ Hel zuckte nur mit den Schultern, es war ihre Art zu leben und wenn es wen störte, konnten sie sich gern ausgiebig mit den Fäusten unterhalten, wer Recht hatte und wer nicht. „Hel will einen Zug sehen, also lass uns losgehen, Chantal!“ Irgendwie so hieß er ja, die Leute hier hatten alle so komische Namen, wie sollte man die sich merken? Allein Yuuki hatte an die fünfzehn Vornamen, unvorstellbar! „Nun komm schon!“ Musste sie ihn echt an der Hand nehmen und zu dem Bahnhof ziehen, bevor sie endlich aufbrachen?! Nun, wenn er das wollte? Hel schnappte sich also die abgeleckte Hand Charons und zog ihn einfach hinter sich her und in die Richtung, wo sie selbst zumindest glaubte, dass der Bahnhof lag. Sie kannte sich vielleicht in ihren Ländereien aus, aber hier sah irgendwie jede Ecke gleich aus und das sorgte gelegentlich einmal für Verwirrung. „Sharon, was kannst du für Magie?“, fragte sie ihn, während sie eine Straße entlangliefen, die sicherlich zum Bahnhof führte, sie konnte schließlich die Kohle schon riechen, die, wie man ihr mitgeteilt hatte, für das Anfeuern der Lok benutzt wurden. Was auch immer eine Lok war. „Hel macht Feuer.“, fuhr sie fort und überlegte, ob sie eine Kostprobe zeigen sollte, allerdings würde er sicherlich schon wissen, was Feuer war, schließlich wirkte er nicht ganz so dümmlich wie Yuuki. Sie war wirklich gespannt, was zu einer so farbenfrohen Person wie diesem Kerl neben ihr passen würde.

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeFr 28 Feb 2020 - 22:46

Als Hel ihren Beutel hervorhob, rückte auch Charons Augenbraue ein Stück nach oben. Sie wollte damit doch nicht etwa sagen, dass ihr gesamtes Gepäck aus Lebensmitteln bestand? Nein, nein, mit Sicherheit nicht. Natürlich hatte auch der Dargin seinen Proviant dabei, aber sie trugen vermutlich beide auch ein paar andere Utensilien mit sich, die bei einer Quest von Nutzen sein konnten. Mindestens Klamotten zum Wechseln! Möglichst ohne sich durch ihre impliziert und bei ihrer Nachfrage offensichtlich fehlende Vorbereitung irritieren zu lassen, zwang sich Charon zu einem Lächeln und erklärte ihr, dass sie eine Ruine erkunden würden. Ihm persönlich gefiel das, und auch das Mädchen schien recht aufgeregt zu sein. Immerhin zeigte sie etwas Motivation...

„Du kannst so viel aus dem Geruch einer Person erschließen?“ Etwas skeptisch war Charon ja, aber wenn das stimmte, dann war das vermutlich die nützlichste Fähigkeit des Mädchens. Damit konnte er ihre seltsame Angewohnheit wohl auch vor dem Auftraggeber ein Stück weit rechtfertigen, ohne dass es ein schlechtes Licht auf ihre Gilde warf. Er zuckte mit den Schultern. „Gut, dann tu dir keinen Zwang an. Denk nur daran, mir zu sagen, was deine Nase alles herausfindet. Wir sind schließlich ein Team, für den Moment.“ Mal sehen, was für Informationen er so bekommen würde. Vielleicht lohnte es sich ja wirklich.
„Mein Name ist Charon“, korrigierte er das Mädchen, während sie ihn in Richtung des Bahnhofes zog. Sie war recht fix, wenn auch nicht besonders stark. Leicht genervt zog er seine Hand aus ihrem Griff, folgte ihr aber weiterhin. Sie war also eine Feuermagierin... wie banal. „Ich mache Finsternis“, meinte er und ließ sich dabei auf ihr Sprachniveau herab. „Dunkelheit. Die Kräfte der Nacht, wenn man so will.“ Nachdenklich sah er seine Begleiterin an. Das war vielleicht ein bisschen abstrakt für sie. Demonstrativ streckte er seine linke Hand aus und zeigte, wie sich eine düstere Energie darum sammelte, in dunklem Lila bis Schwarz, durchzogen von roten Linien, die wie Adern pulsierten, ehe sie sich zusammenzog zu tiefer Schwärze und eine scharfe Klaue wie die eines wilden Tiers um seine Hand bildete. „Hier, siehst du?“, meinte er mit einem ruhigen Lächeln, das doch eine gewisse Aufregung versteckte. Sein Blick sah wohl entspannter aus als er wirklich war, denn er war durchaus daran interessiert, was für einen Eindruck dieser Anblick auf sie machen würde. Ob sie diese Gefühlsregung wohl aus seinem Duft erschließen konnte...?

Am Eingang des Bahnhofes stoppte Charon den Sprint des Mädchens wieder und verlangsamte seine Schritte. Er warf einen kurzen Blick auf den Fahrplan, ehe er seine Geldbörse hervorzog. Um diese Zeit des Monats sah es darin immer eher schlecht aus... Er plante definitiv nicht, für sie beide zu bezahlen. „Hel, halt dein Geld bereit. Wir brauchen Tickets“, meinte er also, ehe sein Blick noch einmal an ihr hängen blieb. Eventuell war ja jetzt eine gute Zeit, um nach einem Merkmal zu fragen, das an ihr durchaus ins Auge fiel...
„Was ist eigentlich mit deinen Hörnern? Warum hast du die?“

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeSo 22 März 2020 - 15:14

Komischer Kauz, wirklich komischer Kauz… Erst wollte er nicht, dass sie an Menschen roch, dann war es wieder in Ordnung? Wieso sollte sie überhaupt seine Erlaubnis brauchen, wenn sie doch eine eigenständige Frau war? Hel glaubte langsam, dass die Männer dieser Welt hier eindeutig keine Frauen kannte, wie sie es in ihrer Heimat gab. Dort verhätschelte man seine Frauen nicht, sondern kämpfte mit ihnen zusammen in vorderste Reihe und wurde von ihnen unter den Tisch getrunken. Aber gut, was erwartete sie eigentlich von einer Gegend in der sich Männer in seidene Hüllen zwangen und damit aussahen wie die femininsten Königinnen? „Hel ist nicht dumm, sie weiß was Finsternis ist.“ Nun, vermutlich hatte sie davon in ihrem Leben auch mehr gesehen als dieser parfümierte Männerschänder, den sie hier vor sich hatte. Als Kostprobe zeigte er ihr eine schwarze Klaue, die sich um seine Hand bildete. Sie legte leicht den Kopf schief, als sie die Klaue begutachtete. Und nahm seine Hand um an der Magie zu riechen. Irgendwie war es ein komischer Geruch, es roch nach… nichts, als wenn etwas ganz bestimmtes fehlte. Schwer zu beschreiben, vor allem mit Hels fehlendem Wortschatz. Sie ließ seine Hand wieder los und hob dann ihre eigene, als wenn sie eben genau dasselbe zeigen wollte. „Hel kann auch Dunkelheit!“ Mehr oder weniger zumindest. Als sich die Flammen um ihre Hand bildeten, waren dort nicht die typischen Feuerbrünste, die man von einem Lagerfeuer kannte, sondern tiefschwarze Flammen, die schon fast gespenstisch ihre Hand umspielten. Ebenso schnell, wie sie sie erschafften hatte, waren sie aber auch wieder weg, als Hel ihr Mana versiegen ließ und sie weiter ihren Weg gen Bahnhof bestritten. Ihr Geld? Sharon meinte vermutlich diese Jewel, also zog sie ihren prallgefüllten Beutel heraus, nahm eine Handvoll Jewel heraus und steckte den Beutel dann wieder zurück zu ihren sieben Sachen an ihren Gürtel. Als Charon sie auf ihre Hörner ansprach legte sie abermals nur den Kopf schief. „Was soll mit sein? Warum hast du Augen?“ Was für eine blöde Frage war das? Weil sie halt nun einmal angewachsen waren und so ziemlich jeder aus ihrem ehemaligen Dorf diese hatte, es waren nun einmal die Merkmale der Menschen dort. „Hel braucht Zugticket, freundlicher Herr!“, sagte sie am Schalter zu dem Mann, der ihr ein Ticket verkaufen sollte. Der Mann lächelte nur, als sie ihm die Handvoll Edelsteine auf den Tisch warf, das Ticket nahm und einfach wegging, auch wenn sie gerade eher zehn Tickets gekauft hatte. Sie ging durch einen merkwürdigen Zaun und betrat dann mit wackligen Beinen den Metallhaufen, der bereitstand sie in ferne Länder zu nehmen. „Sharon, wie funktioniert ein Zug?“ War vorne vielleicht eine Art Tier eingespannt? „Und wieso stinkt es hier so unglaublich nach Dreck und Schmutz?“ Es war wirklich nicht schön, aber das schlimmste stand Hel und Charon während der Fahrt noch bevor.

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BeitragThema: Re: Brunnenplatz   Brunnenplatz Icon_minitimeMi 25 März 2020 - 22:30

Dass Hel wusste, was Finsternis war, war jetzt keine große Überraschung... man konnte sich bei ihrer Wortwahl nur nie so ganz sicher sein, wie viel Intelligenz nun dahinter steckte. Da hatte Charon einfach nach der bisherigen Vorführung keine besonders großen Erwartungen. Lieber einmal mehr erklärt als einmal zu wenig... Dass sie nun aber behauptete, sie würde selbst Dunkelheit schaffen können, irritierte den Dargin dann doch. Hatte sie das neben Feuermagie gelernt? Aber warum sollte sie zuerst etwas so Banales wie Feuer erwähnen, wenn ihr die Welt der Finsternis offen stand? Ihre Demonstration sah dann aber so gar nicht aus wie die finstere Energie, die Charon beschwor. Während seine Magie ruhig und drückend wirkte, zuckte ihre kraftvoll und ohne Zurückhaltung – eher wie schwarzes Feuer. Meinte sie das? Dass ihr Feuer eine besondere Farbe hatte? Zugegeben, es war das erste Mal, dass der Weißschopf so eine dunkle Flamme sah, auf seinen Reisen war ihm so etwas noch nicht begegnet. Trotzdem war es etwas beleidigend, so eine ungezähmte Kraft mit seiner eleganten Dunkelheit zu vergleichen...
„Ja, das ist nicht schlecht“, meinte er wenig begeistert und nickte ihr kurz zu. Nachdem er seinen Zauber gewirkt hatte, hatte sie noch an seiner Hand geschnuppert... Wonach Magie wohl roch? Ihre beiden Kräfte konnten ja wohl kaum den gleichen Geruch haben! „Als Dunkelheit würde ich das aber nicht bezeichnen...“

Auf die Frage nach ihren Hörnern reagierte das Mädchen auch komisch. Gut, vielleicht war es nicht unbedingt eine angemessene Frage, aber Hel begegnete anderen ja auch nicht gerade mit Anstand. Etwas genervt verschränkte Charon die Arme vor der Brust. Irgendwie war sie wirklich gut darin, an seiner Geduld zu zehren... „Du hast auch Augen, Hel“, antwortete er zynisch. „Aber ich habe keine Hörner. Die meisten hier nicht, wie du vielleicht gesehen hast.“ Wenn sie ihm so blöd kam, dann hatte er das Recht, ein wenig zurück zu feuern... richtig? Es war nicht so, als würden ihr Auftraggeber oder ihre Kollegen aus den anderen Gilden das mitbekommen... Für Hel konnte er seine Professionalität ja mal für einen Moment zur Seite legen. Unter Kollegen musste man einander entgegen kommen! „Wenn du meinst, dass Hörner da, wo du herkommst, normal sind, sag das so. Du kannst doch reden, Mädchen!“
Wenn man so ihr Sozialverhalten betrachtete, war es wirklich ein Wunder, dass sie anscheinend mehr Geld zur Verfügung hatte als Emaru – und es fühlte sich nicht so an, als könnte sie besser damit umgehen. Die Augenbraue des Dargin zuckte, als er sah, wie sie einfach so einen Haufen Jewel auf dem Schalter liegen ließ. Nicht, dass er die Gelegenheit verstreichen lassen würde. Ein wahrer Magier nutzte alle Chancen, die sich ihm eröffneten! „Die Kleine wollte heute unbedingt mal selbst das Ticket kaufen“, lachte er, spielte Hel als Kind herunter. Schwer zu glauben war das ja nicht... „Ein zweites brauchen wir noch. Und das Wechselgeld, bitte.“

Apropos Kind... Hel war wirklich am angenehmsten, wenn sie sich ihrem scheinbaren Alter entsprechend benahm. Es war fast schon niedlich, wie sie nach dem Zug und seiner Funktionsweise fragte. „Der Geruch kommt vom Feuer“, erklärte der Dargin, ziemlich glücklich darüber, etwas erklären zu können. Seine eigene Stimme zu hören war immer wieder ein schönes Erlebnis. Er blickte auf seine Begleitung hinab, während er hinter ihr in den Zug stieg. „Vorne im Zug wird Kohle verbrannt, die stinkt ganz schön. Die Hitze, die entsteht, treibt dann die Räder an. Du könntest vermutlich selbst den Zug fahren.“ Charon lachte amüsiert bei dem Gedanken, während er sich umsah. „Ah, wir haben Glück!“, meinte er und öffnete die Tür zu einem Abteil mit vier gemütlichen Sitzen, in dem es sich noch niemand bequem gemacht hatte. Sie hatten wohl einen Platz für sich. Er wandte sich wieder zu seiner Begleiterin um. „Kommst du?“

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Beweist nicht diese Blüte, dass Finsternis wahre Schönheit enthält?
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